Summer is a Curse

GeschichteHumor, Romanze / P16
Hinata Hyuga Kiba Inuzuka Neji Hyuga TenTen
08.10.2019
20.03.2020
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17.259
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10.10.2019 2.050
 
V I E R


Dark Days and a deeper Cold


Dark days and a deeper cold
If you never try then you never know
A broke city with a broken heart
The summer is a curse and we fall apart


„… Widersetzt dich meiner Anweisung! Was denkst du dir dabei?! Hast du denn überhaupt nichts verstanden?! Du bist doch das Genie unseres Clans! Hinata kann man ja nicht alleine lassen, und jetzt hab ich das Gefühl, dass ich sie auch nicht bei dir lassen kann! Das macht alles Ärger … Es ist doch schon jetzt alles andere als rosig! Ihre Noten sind nicht herausragend und Kurenai-san meinte kürzlich, dass ihre Leistungen im Kampfsport zu wünschen übrig lassen. Selbst Hanabi ist besser als sie! Das ist doch alles zum …!“
Neji hielt sich davon ab, das Kinn auf der Hand abzustützen – das käme nicht gut rüber. Eigentlich hätte er sich fürchten müssen, aber er hatte ja fast einen ganzen Tag Zeit gehabt, sich auf dieses Theater vorzubereiten und immer, wenn er an Tenten dachte, war die Angst wie weggeblasen und er fühlte sich unheimlich glücklich. Neji hatte immer gedacht, diese Wirkung wäre bewusstseinsverzerrenden Drogen vorbehalten, aber die Macht der Verblödung durch Liebe hatte er maßlos unterschätzt.
Während sein Onkel sich austobte, dachte er daran, dass Tenten ihm beim Händeschütteln ihre Nummer zugesteckt hatte und dieses Wissen war sehr beruhigend.
Neji wurde sich allmählich bewusst, dass er sich in manchen Punkten vor langer Zeit einfach aufgegeben und vieles verboten hatte. Vornehmlich, weil er annahm, dass ihm das das Leben erleichtern würde. Tenten allerdings gab nicht so einfach auf und Verbote kümmerten sie offenbar nicht so sehr.
Neji hatte etwas Zeit gehabt nachzudenken. Hinata hatte ihm gesagt, dass sie Kiba nicht so einfach aufgeben würde. Sie gefährdete damit ihre Position als Erbin! Wäre das vor einigen Tagen gewesen, hätte Neji ihr gesagt, wie verrückt das doch war, ihr Leben für irgendeinen Hundezüchter wegzuwerfen. Aber so langsam hinterfragte Neji selbst dieses Leben, das sie gemeinsam führten und an das er sich so krampfhaft klammerte. Tenten bestand darauf, dass das Leben viel mehr sein konnte, als eine Abfolge geplanter Instanzen – wenn man es nur wollte. Aber was wollte Neji?
War Hinata stark genug, diesen Druck auszuhalten, ihre Entscheidung durchzusetzen? Hätte sie den Mumm, ihrem Vater zu sagen, dass sie Kiba nicht hergeben würde? Würde sie es über sich bringen zu gehen, wenn sie keine Wahl hätte? War sie vielleicht in diesem einen Punkt stärker als er selbst?
„Ich glaube an dich.“
Guter Satz, den Tenten ihm gestern geschrieben hatte. Neji dachte ständig darüber nach. Er hatte keine große Lust, sich in jemanden zu verlieben, den er später gehen lassen musste. Hieß es nicht immer: Lieber Trauer und Trennungsschmerz, als nie geliebt zu haben! ? Neji war sich einfach nicht sicher, ob er das riskieren konnte. Außerdem ging es ihm nicht nur um sich selbst, sondern auch um Tenten. Was, wenn sie ihre Hoffnungen in jemanden setzte, der zu feige war diesen Weg mit ihr zu gehen? Und er sollte also das Genie seiner Familie sein; im Moment fühlte er sich höchstens genial daneben …
„… Bleibt bis zum Ende der Ferien zu Hause! Ich kassiere auch eure Smartphones ein und der PC ist ebenfalls gestrichen! Auch für dich, Neji!“
Neji blinzelte. Ach ja, Hiashi spielte ja immer noch gerne das Hausarrest-Spiel. Na, wenn er meinte … Es war zwar blöd, aber Neji hatte damit gerechnet und Tenten das eine oder andere im Vorfeld verraten. Schließlich kannte er die Maschen seines Onkels. Zwar hatten diese Restriktionen noch nie für Neji gegolten – es war neu, der Bad Boy zu sein, aber Hinata und Hanabi hat es schon ein paar Mal erwischt, wenn ihre Leistungen oder ihr Benehmen nicht die tausend Prozent erreicht hatten.
Aber praktischerweise hatte Neji ja einen Notnagel. „Hiashi-sama, ich habe diesen Sommerjob ...“
„Ach ja, den machst du natürlich trotzdem!“
Neji durfte jetzt auf keinen Fall mit den Schultern zucken oder siegessicher grinsen. Ach, da hat man einmal so viele Emotionen und dann darf man sie nicht zeigen – so ein Leben.
Aber wenn Hiashi auch nur eine Sekunde lang ahnte, dass Neji das alles nicht groß kratzte, dann hätte er tatsächlich ein Problem.
Hiashi blieb vor ihm stehen und sah seinen Neffen erschöpft an. „Weißt du, warum mir das alles so wichtig ist?“
„Weil Hinata-sama die Erbin ist. Sie muss den richtigen Mann heiraten und die richtige Einstellung entwickeln“, antwortete Neji, als stünde er vor einem Prüfer. Diesen Text sang er seit mindestens 13 Jahren, über die Zeit hinweg war jedoch der Enthusiasmus etwas abhanden gekommen.
„Vielleicht ist Hinata nicht als Erbin geeignet …“
Neji sah auf, verbarg allerdings seine Überraschung. War der Groschen bei seinem Onkel endlich auch gefallen?
„Vielleicht wird es Hanabi. Sie hat … die bessere Veranlagung, wenn du verstehst“, murmelte Hiashi, er sah müde aus, müde darüber, dass Hinata einfach nicht die Erbin wurde, die er sich seit 16 Jahren wünschte und noch müder, weil sein Neffe ausgerechnet jetzt eigensinnig wurde. „Sag es nicht Hinata, das würde … sie bestimmt in dem Gedanken bestärken, sich auf diesen Jungen zu konzentrieren“, verlangte er in ruhigem Tom. Es hatte den Anschein, als hätte Hiashi seinen Wutanfall überstanden und sah seinen Neffen fast schon nachsichtig an.
„Neji, du bist wichtig für unsere Familie. Vergiss das nicht.“
„Ja, Hiashi-sama.“

„Gibt es das auch laktosefrei?“
Neji lehnte sich gegen die Softeis-Maschine und lächelte Tenten an. Sein Notnagel hatte funktioniert, Hiashi wollte ja, dass er arbeitete und das bedeutete, dass er eine Möglichkeit gefunden hatte, Tenten weiterhin sehen zu können. Den ganzen Tag war er fahrig durch den Laden gelaufen, hatte Bestellungen vergessen, Leuten die falschen Getränke hingestellt und zu einem alten Mann „Ja, Ma'am.“ gesagt. Neji war wirklich nicht bei der Sache, bis Tenten endlich durch die Tür spazierte, als wäre sie nur zufällig an diesem Laden vorbeigekommen. Er hatte das Gefühl gehabt, als würden die tausend Schmetterlinge, die in seinem Bauch gewartet hatten, alle auf einmal losfliegen.
Jetzt bemühte er sich darum, als wäre es zwar schön, dass Tenten da war, aber nicht der Angelpunkt seiner Welt.
„Tut mir leid, mit laktosefrei kann ich nicht dienen“, sagte er gut gelaunt.
Im Laden war absolut nichts los und Neji schob diese Schicht in dem kleinen Eis-Café alleine. Seit der Betreiber herausgefunden hatte, dass Neji, ungleich seines Kollegen, nicht dazu neigte Maschinen in die Luft gehen zu lassen, wurde er oft allein eingeteilt. Neji war das nur recht. Dann hatte er genug Zeit seinen pessimistischen Gedanken nachzuhängen und darüber nachzudenken, mit welchen Grifftechniken er anstehende Kunden am besten aushebeln könnte – wenn er es denn nur dürfte.
„Wir haben euer Leben wohl ganz schön durcheinander gebracht, was Neji-san?“, meinte Tenten und lächelte mitleidig, während sie auf der Karte nach etwas suchte, das sie essen oder trinken konnte.
„Die Milchshakes kann ich laktosefrei machen“, schlug Neji vor, ehe er zum eigentlich Thema zurückkam: „Ist schon okay. Der Sommer sah ziemlich öde aus. Noch bin ich ja nicht enterbt und Hiashi-sama macht sich viel mehr Sorgen um Kiba-kun als um meine Bekanntschaft, die ihn bis jetzt wohl entgangen ist.“
„So uninteressant bin ich?“, fragte Tenten empört und suchte sich einen Milchshake aus.
Neji lehnte sich über den Tresen.
„Nein, ich bin uninteressant.“
Tenten schüttelte murmelnd den Kopf. „Dein Onkel weiß nicht, was er an dir hat. Erst, wenn du weg bist, wird ihm das bewusst … Welche Sorte magst du?“
Bevor ich wusste was drinnen ist oder jetzt?“
Tenten sah schnell von der Karte auf und haute Neji lachend auf die Schulter. „Hör auf mich zu verarschen!“
Er rieb sich grinsend die Schulter und ertappte sich bei der Idee, sie noch mehr zu ärgern, wenn das Resultat aus Berührungen bestand. „Hiashi-sama weiß, was er an mir hat, sonst würde er mir Hinata-sama nicht aufs Auge drücken. Er … zeigt es nur nicht so oft, das ist alles.“
Oder gar nicht, eher gar nicht, setzte er in Gedanken hinzu.
Tenten suchte sich Erdbeere aus, Neji machte ihr den Milchshake. Draußen regnete es zur Abwechslung in Strömen, die Straßen dampften. Anstatt abzukühlen, wurde es nun schwül ohne Ende; wenn Neji es sich recht überlegte, war ihm da die trockene Hitze fast schon lieber, als ständig im eigenen Schweiß zu baden. Was er allerdings an seiner Arbeit schätzte, war die funktionierende Klimaanlage.
Während er die Maschine anwarf, um Tentens Milchshake zu zubereiten, wanderten seine Gedanken zurück zu ihrem Chataustausch, bevor Hiashi die Telefone eingesammelt hatte.

Tenten:
Ich glaube an dich.“

Neji:
Ich finde es schön, dass du eine Religion nach mir gründen möchtest.“

Tenten:
Kannst du nicht einmal ernst bleiben?“ :/

Neji:
Okay. Aber es wird dich überraschen zu hören, dass man mir normalerweise das Gegenteil vorschlägt.“

Tenten:
Denkst du darüber nach?“

Neji starrte konzentriert auf das Display. Er hatte sich im Bad eingeschlossen und hörte von außen, wie Hiashi Hinata das Handy abnahm. Neji hatte nicht viel Zeit … Er fing hastig an zu tippen, löschte es wieder, fing erneut an … Er durfte das doch jetzt nicht vergeigen!

Neji:
Natürlich. Bei der Taufe sollten wir warmes Wasser benutzen. Oder Cola.
Okay, ich bin jetzt ernst. Ich weiß einfach nicht, wie es weitergehen soll …“

Tenten:
Was ist daran so schwer? Wir verstehen uns doch. Wir sehen uns weiterhin, wir sehen einfach was aus uns wird.“

„Ich werde enterbt und ein armseliger Penner“, dachte Neji zähneknirschend.

Neji:
Denkst du nicht darüber nach, was es dir gebracht hat, wenn ich das nicht kann?“

Tenten:
Ja, klar. Aber ich habe gelernt, anderen eine Chance zu geben.“

Neji:
Oha, nur eine …“

Tenten:
Oder ein paar mehr.“ :)

Er hatte nicht das Gefühl, auch nur eine einzige Chance verdient zu haben. Oder war Tenten genau die Richtige? Der geduldige Mensch, der zu seiner panisch überdenkenden Persönlichkeit passte?
„Neji, du machst es immer schlimmer!“, dachte er und lehnte seinen Kopf gegen die Wand hinter sich.
„Neji! Bist du da drinnen?!“, rief Hiashi von außen.

Neji:
Ich weiß nicht, was ich will …“

Tenten:
Bist du sicher?“ ó.o

Neji:
Nein. Es ist so kompliziert. Ich kann das nicht planen, ich weiß nicht, was als nächstes passieren könnte …“

Außer, dass Hiashi mit einem martialischen Schrei die Tür aufbrechen wird, wenn Neji nicht aus dem Quark kam.

Tenten:
Und das ist so schrecklich für dich?“ :D

Neji:
Noch viel schrecklicher. Ich will nichts kaputt machen.“

Tenten:
Das wird, du bist doch ein Genie – hab ich gehört.“ :)


Neji:
Alles Lug und Trug …“


„Neji, du machst jetzt sofort die Tür auf!“

Neji:
„Mein Onkel knöpft mir jetzt das Handy ab. Ich schreib dir, wann ich Schicht habe.“


Es war tröstlich mit Tenten zu schreiben, auch wenn Neji dabei jedes Wort zweimal herumdrehte, bevor er es losschickte. Einfach ein paar Dinge mit ein paar wenigen Worten sich von der Seele tippen zu können hatte gut getan. Aber dann hatte Hiashi das Handy einkassiert. Neji hatte ihr vorher noch verraten, wo er seinen Sommerjob ableistete und nun waren sie hier. Er fühlte sich irgendwie kein Stück schlauer, aber glücklich.
Die Maschine spuckte und hustete, Neji reichte Tenten den Milchshake und sie sagte: „Bleiben wir dabei? Sehen wir uns weiterhin?“
„Ich könnte eine Enttäuschung sein … Ich kann nicht mit Erfahrung prahlen“, erinnerte er sie und sich selbst, dann nahm er den Lappen und wischte über die Maschine.
Tenten zuckte mit den Schultern. „Kam dir nie der Gedanke, dass das auch auf mich zutreffen könnte?“
Neji wischte über den Tresen, obwohl es nichts zum Saubermachen gab, er wollte einfach nur etwas tun und so seine Nervosität überspielen. „Wir können uns ja gegenseitig enttäuschen, dann sind wir damit nicht so allein …“
Tenten legte ihre Hand auf Nejis und hielt ihn vom Wischen ab. Er hatte das Gefühl, als würde ein Funke überspringen, der ihn von innen heraus in Flammen aufgehen ließ. So könnte Neji ewig stehen, Tentens Hand auf seiner – an einem Ort mit Klimaanlage.
„Diesen Sommer könnte sich etwas für dich verändern. Du müsstest es nur wollen …“
Nejis Blick blieb starr auf den Tresen gerichtet, bis Tentens Hand sich zurückzog.
Aus dem Radio dröhnte Fools Garden:

I'm sittin' here in the boring room
It's just another rainy Sunday afternoon
I'm wasting my time
I got nothin' to do
I'm hangin' around
I'm waitin' for you
But nothing ever happens and I wonder
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