Fieber

von Tarkleigh
GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
FC Schalke 04
08.10.2019
12.11.2019
4
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Dieses Kapitel
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Ich dachte, ich muss endlich auch mal ein reines Max/Leon Fanfic schreiben, anstatt immer irgendwelche anderen Paare reinzuwerfen. Es wird allerdings nur ein kurzes Fic werden, weil die Idee einfach nicht so viel hergibt, aber dafür werden die Updates auch deutlich schneller kommen als sonst. Viel Spaß, lasst ein Review da, wenn ihr wollt, und schaut euch auch meine anderen Geschichten an.


Max musterte seine Mitspieler und wunderte sich, wie schlecht die Stimmung war. Klar, Schalke hatte das erste Match der neuen Saison in den Sand gesetzt, aber das war doch kein Grund, jetzt auch im Training den Kopf hängen zu lassen. Sollte das hier nicht das neue Schalke sein, bei dem alles besser war? Dazu würde eigentlich auch etwas mehr Ruhe gehören, wenn es mal nicht so lief, und das schien eher der übliche Schalke-Blues zu sein, den Max jetzt schon seit Jahren kannte. Zumindest ließ er sich dieses Mal nicht davon anstecken, vielleicht war das für ihn aber auch leichter, weil er Rio noch im Kopf hatte.

Das Finale des Olympischen Fußballturniers war inzwischen etwas über eine Woche her, aber Max war immer noch begeistert. Zwar ärgerte er sich von Zeit zu Zeit immer noch, dass es nur für Silber gereicht hatte, aber überhaupt eine Medaille zu gewinnen war ein großer Erfolg gewesen, an den er sich noch lange erinnern würde. Es war auch sein erster Titel, was ihn besonders bedeutsam machte. Für jemanden wie Bene wäre Silber in Rio wohl nichts Besonderes, aber der war ja auch Weltmeister.

Allgemein war Max sich sicher, dass da Turnier ein Wendepunkt sein würde. Seine Karriere auf Schalke war nach dem frühen Erfolg etwas ins Stocken geraten und er hatte das Gefühl, dass er mit früheren Schalker Hoffnungen wie Julian oder Manuel nicht mithalten konnte. Dass Anfang August auch noch Leroy für einen Mondpreis nach Manchester City gewechselt war, hatte Max ebenfalls verunsichert, so sehr er seinem Kumpel den Erfolg auch gönnte. Bei ihm kam kein Pep und bezahlte einen absoluten Mondpreis, nur um ihn in seiner Mannschaft zu haben. Auch Bayern oder Wolfsburg hatten bisher noch kein Interesse gezeigt und das war schon seltsam, wenn man doch angeblich so ein großes Talent war.

Daher war der Erfolg bei Olympia Balsam für seine Seele gewesen. Mit einer Medaille um den Hals sah die Welt schon gleich viel freundlicher aus und er war sich sicher, dass auch auf Schalke jetzt alles besser laufen würde. Schade, dass Leon noch nicht wieder fit war, er kämpfte weiter mit seiner Schulter und hatte sich letzte Woche auch noch eine fiese Sommergrippe eingefangen, die ihn völlig lahmgelegt hatte. Max hatte ihn einmal besucht und Leon war so müde gewesen, dass er im Gespräch mit ihm fast eingeschlafen war. Hoffentlich war er bald wieder fit, sie hatten schon viel zu lange nicht mehr gemeinsam Fußball gespielt.

Weinzierl selbst schien auch nicht gerade gute Laune zu haben und seine barsche Art gefiel Max gar nicht. Von seiner Medaille sprach irgendwie auch niemand mehr, was er etwas irritierend fand. Gewann hier denn Leute regelmäßig olympisches Silber? Er erwartete jetzt kein Feuerwerk oder so etwas, aber zumindest hätte Weinzierl ihm ja gratulieren können. Na ja, Fußball war eben ein Tagesgeschäft, also konzentriert er sich auf das Training. Wenn seine Medaille den Trainer schon nicht beeindruckte, würde er ihn eben so überzeugen.

Allerdings war das leichter gesagt als getan. Vielleicht war es das viele Essen im Urlaub, aber aus irgendeinem Grund fiel ihm das Training heute überraschend schwer. Seine Pässe waren unpräzise und jede Bewegung war viel anstrengender, als Max erwartet hatte. Das Wetter passte zu seiner schlechten Laune: Es war bedeckt und windig und er fragte sich mehrfach, wie es eigentlich Ende August schon so kalt sein konnte. Klar, er war jetzt wieder in Deutschland, aber das war doch nicht normal!

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Bene ihn während einer Trinkpause.

„Ist ganz schön kalt heute“, sagte Max und schüttelte sich. Wenn doch bloß dieser Wind nicht wäre.

„Kalt?“, fragte Bene und runzelte die Stirn. „Es sind doch bestimmt fünfundzwanzig Grad.“

„Im Leben nicht. Oder ich bin aus Brasilien verwöhnt. Da waren es um diese Zeit eher fünfunddreißig.“

„Verwöhnt ist dafür dann doch das falsche Wort. Bei fünfunddreißig Grad würde ich schon lange stöhnend am Boden liegen. Ich kenne das von der WM, das war schrecklich.“

Max zuckte mit den Schultern. „Besser als zu kalt.“

Bene sah für einen Moment nachdenklich aus und legte dann ohne Vorwarnung eine Hand auf Max’ Stirn. „Scheiße, du glühst ja!“, sagte der Schalker Kapitän. „Warum hast du nichts gesagt?“

„Ich habe Fieber?“, fragte Max, der das gar nicht bemerkt hatte. Er fühlte sich zwar schon schlapp, hatte es aber auf das Training geschoben.

„Auf jeden Fall! Es ist ein Wunder, dass du es überhaupt aus dem Bett geschafft hast. Coach! Max muss runter!“

Weinzierl kam zu ihnen, bevor Max Bene stoppen konnte. „Was ist los? Hast du dir was gezerrt?“

„Nein, aber er hat Fieber, ziemlich hohes, wenn ich mich nicht täusche“, sagte Bene, der anscheinend beschlossen hatte, die Sache für ihn zu regeln.

„So schlimm ist es dann auch nicht“, murmelte Max verlegen.

Weinzierl legte ihm jetzt auch die Hand auf die Stirn und schüttelte nach wenigen Augenblicken den Kopf. „Du hast eindeutig Fieber. Geh nach Hause und ruh dich aus. Ich will kein Risiko eingehen.“

Max war enttäuscht, er wollte eigentlich unbedingt wieder mit den Jungs trainieren, aber er wusste auch, dass jedes Wort zu viel wäre. Und mit Fieber zu trainieren galt ja nicht ohne Grund als gefährlich. „Okay, mach ich.“

„Kopf hoch“, sagte Weinzierl, klopfte ihm auf die Schulter und ging dann weiter, um Embolo weitere Anweisungen zu geben.

„Kannst du überhaupt noch fahren?“, fragte Bene ihn. „Ich kann dich auch nach Hause bringen, wenn du willst.“

„Damit du auch noch das Training verpasst? Danke, aber ich schaff das schon.“

„Ich kann gerne nachher mal nach dir sehen …“

Oh nein, jetzt ging Bene endgültig in den besorgte-Mutter-Modus über. Max musste sich jetzt schnell befreien, sonst würde der Schalker Kapitän ihn höchstpersönlich ins Bett stecken, ihm eine Geschichte vorlesen und dann vermutlich einen Gute-Nacht-Kuss geben. Das war zwar alles nett gemeint, aber er war keine zehn mehr und auf die Dauer wurde das etwas anstrengend. „Ich komme schon klar, danke. Und du musst die Jungs beim Training auf Trab halten.“

„Das stimmt wohl“, sagte Bene mit einem unsicheren Blick in Richtung der anderen Spieler. „Aber halte mich auf dem Laufenden, okay?“

„Mach ich“, sagte Max, der sich vornahm, bewusst vage und positiv zu bleiben.

„Ich hätte mir eigentlich denken können, dass du als Nächstes krank werden würdest. Leon hat es ja auch schon erwischt.“

„Hast du dich auch um ihn gekümmert?“, sagte Max, der sich den schnippischen Kommentar nicht verkneifen konnte.

„Ich hab es versucht, aber er hat nur gesagt, dass er schon eine Mutter hat“, sagte Bene, der von dieser Bemerkung immer noch überrascht wirkte.

Max konnte sich ein Lachen nur gerade so verkneifen. „Ich leg mich dann mal ins Bett, bis dann, Bene.“

„Gute Besserung“, sagte der Kapitän und wandte sich dann wieder dem Training zu.

Max seufzte und ging niedergeschlagen in Richtung Kabine. Das war alles ätzend, er wollte wieder Bundesliga spielen, er wollte endlich Stammspieler auf Schalke werden und jetzt kam ihm so eine dämliche Grippe dazwischen! Klar, es waren wohl nur ein paar Tage oder eine Woche Pause, aber sie nervte ihn trotzdem. Er wäre liebend gerne sauer auf Bene, aber mittlerweile konnte er nicht mal mehr sagen, dass er überreagiert hatte. Er fühlte sich wirklich nicht gut und es war wohl keine gute Idee gewesen, heute überhaupt zum Training zu gehen. Er duschte schnell – wobei er das Wasser besonders warm einstellte –, zog sich an und machte sich dann auf den Weg nach Hause.

Unterwegs schien sein Fieber schlimmer zu werden und als er endlich zuhause war, fühlte er sich entsetzlich schlapp. Er musste wirklich krank sein, es war gerade mal vierzehn Uhr und er fühlte sich schon, als ob direkt ins Bett fallen könnte. Er legt seine Tasche ab, zog die Schuhe aus, ging ins Wohnzimmer und ließ sich dann aufs Sofa fallen. Ah ja, das war gleich viel besser. Jetzt würde er sich erstmal einen Moment ausruhen …
*   *   *   *   *

Seltsame Geräusche weckten ihn und Max öffnete verwirrt die Augen. Er merkte sofort, dass er offenbar länger geschlafen hatte. Es war zwar noch hell, aber das Licht in seinem Wohnzimmer war merkbar anders als vor seinem Nickerchen. Ein kurzer Blick auf sein Handgelenk zeigte ihm, dass es bereits kurz nach neunzehn Uhr war. Wow, er hatte einfach mal fünf Stunden verschlafen? Das war ihm tagsüber ohne Jetlag noch nie passiert. Dafür fühlte er sich wenigstens etwas besser, was allerdings auch keine Kunst war. Aber was hatte ihn eigentlich geweckt? Er spitzte die Ohren und hörte wieder diese seltsamen Geräusche, die offenbar aus der Küche kamen. Aber wie konnte das sein? Er lebte allein und hatte, soweit er sich erinnern konnte, auch nicht die Spülmaschine angeschaltet oder so etwas. Er würde wohl besser mal nachsehen.

Mühsam rappelte sich Max vom Sofa auf und machte sich auf den Weg zur Küche. An sich würde er lieber noch etwas auf dem Sofa bleiben, aber die Geräusche ließen ihm keine Ruhe und er musste sich eh etwas zu essen organisieren. Er war momentan zwar nicht hungrig, aber das lag bestimmt an seinem Fieber. Er betrat die Küche und stoppte überrascht, als er Leon sah. Sein Mitspieler stand am Herd und rührte in einem sehr großen Topf, den Max seines Wissens nach noch nie verwendet hatte.

„Hey, du bist wach“, sagte Leon und lächelte. „Perfektes Timing.“

„Wo…wo kommst du denn auf einmal her?“, fragte Max verwirrt. Waren Leon und er verabredet gewesen?

„Von meinem Training. Ich hab die Jungs danach noch kurz getroffen und Bene hat gesagt, dass du krank bist. Da dachte ich, ich schaue mal nach dir. Den Schlüssel hab ich ja eh.“

„Äh…danke. Das wäre aber nicht notwendig gewesen.“

„Ach was, mach ich doch gerne. Wie geht es dir? Bene meinte, du hättest gar nicht gewusst, dass du krank bist.“

„Ja, das war ziemlich dumm von mir“, sagte Max, dem das im Nachhinein etwas peinlich war. „Ich hab den Schüttelfrost erst gar nicht bemerkt und dachte, ich wäre das deutsche Wetter nicht mehr gewöhnt. Sonst war aber auch alles okay, ich hatte keinen Schnupfen oder so.“

„Das ging mir letzte Woche auch so“, sagte Leon. „Kein Schnupfen, kein Husten, aber Fieber ohne Ende und ich war schwach wie ein kleines Kätzchen. Scheint, als hätte ich dich angesteckt.“

„Das war auch schon Benes Vermutung.“

Leon lachte. „Ja, er hat mich damit ziemlich aufgezogen. Er meinte, es wäre ja klar, dass das Schalker Traumpaar gleichzeitig krank wird.“

„Er muss gerade was sagen, er und Hummels sind doch eine ganz eigene Liga. Und wenigstens bleiben wir dem Verein treu und bandeln nicht mit einer Zecke an.“

„Hab ich ihm auch gesagt, er hat aber alles abgestritten“, sagte Leon und wandte sich für einen Moment wieder dem Topf zu.

„Wann wirst du eigentlich wieder mit uns trainieren?“, fragte Max nach einer kurzen Pause.

„Bald, vielleicht reicht es sogar für ein paar Minuten im nächsten Spiel. Ich wollte schon früher, aber die Ärzte sind sehr vorsichtig. So, und jetzt setz dich. Die Suppe ist fertig.“

„Suppe?“, fragte Max perplex.

Leon lachte. „Was glaubst du denn, was ich die ganze Zeit mit dem Topf mache? Ich habe Hühnersuppe für dich gemacht.“

„Hühnersuppe?“

„Ja, klar, gibt doch nichts Besseres bei einer Erkältung. Warum? Bist du jetzt auf einmal Veganer und ich hab es nicht mitbekommen?“

„Nein, ich bin nur etwas überrascht, dass du kochen kannst.“

„Zumindest besser als du“, sagte Leon mit einem Zwinkern. Das war allerdings auch nicht schwer, Max konnte gerade mal Nudeln kochen. „Und jetzt lass uns essen, bevor sie kalt wird.“

Max fand das immer noch etwas seltsam, setzte sich aber brav mit Leon an den Esstisch und nahm sich etwas von der Suppe. Sie roch herrlich, was er überhaupt nicht erwartet hatte. Er traute keinem seiner Mitspieler zu, in der Küche irgendetwas zustande zu bringen, nicht mal Bene, so sehr dieser manchmal auch an seine Mutter erinnern mochte. Aber offenbar hatte er Leon da Unrecht getan. Wobei der wirkliche Test wohl noch ausstand.

Er nahm sich einen Löffel der Suppe und schloss genussvoll die Augen. Das war hervorragend‌! Seit wann konnte Leon kochen?

„Schmeckts?“, fragte Leon ihn und Max konnte nicht sagen, ob Leon nur Komplimente hören wollte oder wirklich unsicher war.

„Ist super. Seit wann kannst du das?“

„Schon lange, ist ein Rezept meiner Mutter. Sie hat mir das mal beigebracht.“

„Dann sag ihr danke von mir“, sagte Max und aß eilig weiter. Ihm war plötzlich klar geworden, wie hungrig er war und die warme Suppe half auch etwas bei seinem Schüttelfrost.

„Werde ich machen“, sagte Leon, lächelte ihn an und fing jetzt selbst mit dem Essen an – allerdings deutlich langsamer als Max.

Bei seinem nächsten Löffel kam Max ein Gedanke: „Moment mal, dauert so eine Hühnersuppe nicht Stunden?“

Leon wirkte von der Frage überrascht. „Man muss sie schon so anderthalb Stunden kochen lassen. Wieso?“

„Und du hast die hier gemacht? Wie lange bist du schon hier?“

Sein Mitspieler sah auf die Uhr. „Na ja, so seit vier. Mein Training geht ja nicht so lang wie das normale, da hatte ich noch Zeit einzukaufen. An sich wollte ich mit dir zusammen kochen, aber du sahst so friedlich aus, dass ich dich nicht wecken wollte.“

„Wow, danke. Jetzt fühle ich mich etwas schuldig, dass ich dich nicht so umsorgt habe, als du krank warst.“

„Was hättest du denn machen wollen, für mich den Lieferdienst anrufen und eine Pizza bestellen?“

Gegen seinen Willen musste Max lachen. „Ja, genau. Und ich hätte für dich auch die Pizza ausgesucht, damit du endlich mal eine richtige bekommst.“

„Was soll das denn heißen?“

„Du isst Pizza Hawaii, Leon. Du hast Glück, das wir heute in einer offenen Gesellschaft leben, die solche abnormen Dinge toleriert.“

„Und dass mein bester Freund mich trotzdem liebt.“

„Klar, ich kann ja über die Schwächen meiner Mitmenschen hinwegsehen“, sagte Max und füllte seinen Teller wieder auf. „Die Suppe ist wirklich super! Du musst mir das Rezept dalassen, dann mache ich die das nächste Mal für dich.“

„Kann ich machen, ist auch nicht so schwer, wenn auch etwas zeitaufwendig. Aber ich hatte ja eh Zeit und wenn ich dich schon angesteckt habe, kann ich dich ja auch etwas pflegen.“

„Wir wissen doch gar nicht sicher, dass du mich angesteckt hat“, sagte Max. „Unsere Kabine ist alles andere als klinisch sauber und wir haben auch Mitspieler mit kleinen Kindern.“

„Die Symptome passen aber und ich war auch in deiner Nähe“, sagte Leon.

„Trotzdem kannst du ja nichts dafür, du musst das nicht deswegen machen“, saget Max, dem diese ganze Aufmerksamkeit etwas peinlich war. Außerdem wollte er nicht, dass sich Leon wegen so einer Lappalie schuldig fühlte.

„Keine Sorge, mir war sowieso langweilig und wir haben uns durch meine Verletzung eh viel zu wenig gesehen.“

„Das wird wieder, wenn du erstmal wieder im Training bist. Dann sehen wir uns endlich auch wieder tagsüber.“

„Glaub mir, ich kann es kaum erwarten. Willst du noch was?“

Max blickte auf seinen leeren Teller und schüttelte den Kopf. „Nee, ich glaub das reicht erstmal.“

„Okay, ich back den Rest in den Kühlschrank, du kannst es morgen dann warmmachen. Du solltest aber ein paarmal umrühren.“

„Danke Leon, daran hätte ich ohne dich ja gar nicht gedacht“, sagte Max und rollte mit den Augen.

„Hey, ich sag es ja nur. Bei deinen Kochkünsten gehe ich lieber auf Nummer sicher.“

Max streckte ihm die Zunge heraus. „Wenn ich fit wäre, würde ich dich für diesen frechen Kommentar erstmal in Fifa zerstören.“

„Ach, ist dir Knöpfe drücken zu anstrengend, Mäxchen? Und ich hatte mich schon darauf gefreut. Du bist einfach der einzige im Kader, der richtig Fifa spielen kann.“

Max wusste, dass er auf diese Provokation nicht eingehen sollte, Leon versuchte nur seine Schwäche auszunutzen, um seine peinliche Bilanz in Fifa aufzubessern. Aber das würde ihm nicht gelingen, er würde der Versuchung widerstehen und… „Wenn du unbedingt fertiggemacht werden willst, werde ich dir den Gefallen tun.“

Leon grinste und Max verfluchte sein loses Mundwerk. Na ja, er würde es einfach mal versuchen. Knöpfe zu drücken war in der Tat nicht so anstrengend und er war schon deutlich besser als Leon.

*   *   *   *   *

„Du hast es echt auf mit vierzig Grad Fieber noch drauf“, sagte Leon anerkennend, als Max das nächste Match für sich entschieden hatte. Zwar fiel es Max deutlich schwerer, sich auf das Spiel zu konzentrieren, und seine Reaktionszeit war auch nicht die beste, aber er hatte trotzdem mehr als zwei Drittel der Partien gewonnen. Das war weit unter seinem normalen Niveau, aber angesichts seines Zustandes mehr als ordentlich.

„Die Frage ist das, ob das für mich spricht oder nur zeigt, dass du einfach schlecht in Fifa bist“, sagte er und musste ein Zähneklappern unterdrücken. Sein Schüttelfrost war schlimmer geworden und momentan fühlte sich sein eigentlich warmes Wohnzimmer an wie die Arktis.

„Alles okay?“, fragte Leon, dem sein Frösteln offenbar nicht entgangen war.

„Kalt“, sagte Max nur.

„Hast du eine Decke hier?“

„Keine Ahnung, mir ist sonst eigentlich nie kalt. Schau mal hinter dem Sofa.“

Leon tat das und berührte durch die Bewegung versehentlich Max’ Arm mit seinem eigenen Oberarm. „Hey, du bist ja selbst total warm“, sagte Max. „Wirst du jetzt auch krank?“

„Das wirkst nur so auf dich. In Wirklichkeit glühst du wie ein Ofen. Also, hier ist nichts. Hast du vielleicht eine Wärmflasche oder so etwas?“

„Musst du mal in der Küche schauen. Oder du kommst etwas näher, das sollte auch helfen.“

Leon grinste und setzte sich wieder hin. „Ach, willst du mich jetzt als Wärmflasche missbrauchen?“

„Dann muss zumindest keiner von uns aufstehen.“

„Hm, kein schlechtes Argument. Dann komm mal her.“

Er drehte sich zu Max und zog diesen dann auf sich, so dass Leon flach auf dem Sofa und Max auf seiner Brust lag. Das hatte Max zwar nicht so gemeint, aber als er spürte, wie angenehm warm Leon war, erstarb jeder Protest. Jetzt musste er es sich nur noch etwas bequemer machen.

„Hey, an kuscheln hatte ich nicht gedacht“, sagte Leon, wobei Max sein Grinsen praktisch hören konnte.

„Selbst schuld“, sagte er nur und kuschelte sich jetzt erst recht an Leons Brust. Ja, so war es bequem und ihm war auch gleich viel wärmer, jetzt wo praktisch sein kompletter Körper gewärmt wurde.

„Du erinnerst mich gerade total an eine Katze“, sagte Leon und strich ihm sanft über den Rücken.

„Weniger reden, mehr kraulen.“

„Und was ist mit Fifa? So kommst du doch nie an den Controller.“

„Geht gleich weiter, ich muss mich nur kurz ausruhen“, murmelte Max. So gerne er Fifa mochte, das hier war gerade herrlich entspannend und er brauchte eine Pause. Leon konnte auch noch zehn Minuten warten, bevor er ihn wieder abzog.
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