Malfoy & Partner Investigations - Der Schlangenkrieger

von Telda
GeschichteAbenteuer, Mystery / P16
Hermine Granger Lucius Malfoy Severus Snape
08.10.2019
14.10.2019
4
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Moin Freunde^^

für diese Woche wahrscheinlich das letzte Kapitel hier. Es ist wirklich toll, dass Ihr heftig mitdenkt und Eure Gedanken auch mit mir teilt. Vielen Dank an meine fleißigen Reviewer und auch für die ersten Sternchen!^^
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„Hör zu“, sagte Severus hastig, während er seinen Zauberstab zog und ihre Kleidung der Zeit anpasste, „wir brauchen ein Dach überm Kopf, solange wir hier sind. Wir gehen da jetzt rüber und arbeiten einfach mit, als wäre das die natürlichste Sache der Welt. Wir bauen uns dort auch ein Haus.“

Doch Hermione berichtete noch rasch, dass auf dieser Lichtung wahrscheinlich die Gründer von Hogwarts arbeiteten.

Severus zog eine Augenbraue hoch und warf einen Blick hinüber. Dann nickte er. „Du könntest durchaus recht haben. Um so wichtiger, dass Du Dich nicht einschüchtern lässt, vor allem nicht vom Gründer meines Hauses.“ Er hatte für sie beide lange Umhänge mit großen Kapuzen gezaubert und zog Hermione ihre Kapuze tiefer ins Gesicht.

„Bereit?“ fragte er und sie nickte, wirkte aber noch schnell für alle Fälle einen Translationszauber. Es war nämlich unwahrscheinlich, dass sie niemand ansprechen würde und welche Sprache in dieser Zeit allgemein und in dieser Gegend im Besonderen gesprochen wurde, wusste weder sie noch Severus. Es würde vermutlich Gälisch sein, aber auch das sprach und verstand keiner von ihnen.

Sie umrundeten die Lichtung im Schutz des Unterholzes zur Hälfte, so dass sie den Baustellen ganz nahe waren, traten dann aus dem Wald und suchten sich einen Bauplatz aus, ein wenig abseits der anderen. Gleich darauf ließ Severus die ersten Balken heranschweben und Hermione stellte sie zum Gerüst für ihr Haus zusammen. Bei der Größe des Grundrisses ließ sie sich von den Häusergröße der anderen leiten und kopierte auch den Baustil des Gerüstes.

Ein paar Jahrhunderte später sah der Stil dieser Art von Fachwerkhäusern nämlich bereits ganz anders aus und Hermione, die ein paar dieser Häuser, die noch immer existierten, gesehen hatte, wollte zu auffällige Veränderungen vermeiden. Severus sorgte für Nachschub an Balken und winkte nebenbei mit einer herrischen Geste ein paar der Muggel heran, die sich daranmachten, die Zwischenräume zwischen den Balken mit dem Zweiggeflecht zu versehen, das dann mit Lehm verkleidet wurde.

Als es Stunden später dunkelte, war ihr winziges Haus mit einem Dach versehen, aber die Wände waren noch nicht ganz vollständig, doch für die Nacht würde es gehen.

Die ganze Zeit über hatte Hermione bemerkt, dass der Zauberer mit der stolzen Haltung immer wieder zu ihnen herüberschaute. Auch die anderen drei der Hogwartsgründer hatten gelegentlich verwunderte Blicke herübergeworfen.

Inzwischen loderte auf dem kleinen Platz vor den Häusern ein großes Feuer, das die Umgebung flackernd erhellte. Im Schein dieses Feuers sah Hermione auf einmal diesen Mann, den sie für Salazar Slytherin hielt, zu ihnen herüberkommen.

„Slytherin kommt“, zischte sie und Severus drehte sich um. Im selben Augenblick war der grauhaarige Magier bereits bei ihnen. Er baute sich vor ihnen auf und fragte herrisch: „Eure Namen?“

Severus stand hoch aufgerichtet und mit vor der Brust verschränkten Armen da, zog arrogant eine Augenbraue hoch und erwiderte: „Wo ich herkomme, ist es üblich, dass sich der Fragende zuerst vorstellt. Also?“

Diese offenkundige Frechheit schien den ersten Slytherin zu verblüffen.

Wahrscheinlich hat es noch niemand gewagt, ihm so zu kommen, dachte Hermione und grinste innerlich. Aber wer einen Voldemort überlebt hat, kuscht ganz sicher nicht vor einem Salazar Slytherin!

Auch sie stand sehr stolz da und als Salazar jetzt sie auffordernd ansah, focht sie einen stummen Kampf mit Blicken mit ihm aus, antwortete aber ebenfalls nicht.

Erstaunlicherweise gab der stolze Mann nun nach. „Salazar Slytherin werde ich genannt. Und jetzt antwortet!“

Inzwischen waren auch die anderen drei Gründer herbeigekommen und beobachteten erstaunt, was da geschah.

Severus wandte sich ihnen zu. „Dann dürftet Ihr Rowena Ravenclaw, Helga Hufflepuff und Goderic Gryffindor sein, richtig? Ich werde Severus Snape genannt. Und dies ist meine Gefährtin Hermione Granger.“

Bei der Nennung ihrer beider Namen kniff Slytherin die Augen zusammen. „Halbblüter, beide?“ bellte er.

Hermione richtete sich stolz noch weiter auf. „Nein, ich bin muggelgeboren!“

„Also ein Schlammblut! Du hast hier nichts zu suchen!“ zischte der Slytherin, riss seinen Zauberstab hervor und wollte Hermione angreifen. Doch sie hatte ihren Zauberstab ebenso schnell in der Hand und wehrte seinen Fluch ab, bevor sie selbst zum Angriff überging. Ihre Flüche kamen so schnell hintereinander, dass dem Slytherin nichts weiter übrigblieb, als sich auf seine Verteidigung zu beschränken, ohne selbst erneut angreifen zu können.

Severus war beiseite getreten und schaute seiner Hexe mit noch immer verschränkten Armen zu. Aber er war nur scheinbar nicht kampfbereit. Seinen Ebenholzstab hielt er zwar locker in der Hand, doch er würde im Bruchteil einer Sekunde kampfbereit sein, das wusste er.

Schließlich senkte der erste Slytherin seinen Zauberstab. „Wo hast Du so kämpfen gelernt, Weib?“ fragte er wütend und man hörte ihm deutlich an, dass er damit nicht gerechnet und Hermione ihn ganz schön außer Atem gebracht hatte.

Nun jedoch trat Severus vor und fragte in seidigem Ton und gefährlich leise: „Wie hattest Du meine Gefährtin gerade genannt, Slytherin? Ich fordere Dich hiermit zum Duell!“

Hermione hatte gewusst, was dieses Wort bei ihm auslösen würde und dass ihn nun nichts und niemand mehr aufhalten könnte. Also trat sie beiseite und machte Platz für das Duell. Sie kannte Severus‘ Fähigkeiten.

Der erste Slytherin schnaubte verächtlich und begab sich in die Duellhaltung. Und schon ging es los. Natürlich hatte sie Severus schon kämpfen sehen – mehr als einmal sogar – aber doch nicht mit einem der mächtigsten Zauberer seiner Zeit!

Die beiden Männer schenkten sich nichts und bald hatten beide sich gegenseitig Verletzungen beigebracht. Doch keine davon war schwer oder hinderte sie am Kampf. Die Flüche schossen hinüber und herüber, wurden geblockt oder abgelenkt, bis schließlich Goderic Gryffindor einen Schutzschild zwischen beide Kämpfer warf. „Genug!“ donnerte er – und erstaunlicherweise ließ Salazar ab vom Kampf und steckte seinen Zauberstab wieder weg.

Severus hingegen wartete, bis dessen Stab auch wirklich verstaut war, bevor er seinen eigenen ebenfalls wegsteckte. Slytherin blieb eben Slytherin, auch Jahrhunderte später – und dem ersten, verschlagenen Slytherin zu vertrauen, so dumm war Severus nicht.

Eine der jungen Frauen, Rowena Ravenclaw, trat auf Hermione zu und lächelte sie an. „Du bist wirklich eine mächtige und mutige Hexe, nicht wahr? So etwas hat Salazar auch noch nicht erlebt. Und bist Du tatsächlich muggelgeboren?“

Hermione bestätigte, dass sie von Muggeln abstamme und stolz darauf sei. „Ob ich mächtig bin, weiß ich nicht. Aber ich habe kämpfen gelernt.“

Goderic Gryffindor trat nun ebenfalls näher. „Das haben wir gesehen. Und auch Dein – Gefährte? – scheint ein hervorragender Krieger zu sein. Gegen Salazar so gut zu bestehen, dazu gehört eine Menge magische Macht.“

„Dennoch will ich wissen, wer sie sind und wo sie herkommen!“ knurrte der erste Slytherin.

„Das zu erklären, wird etwas länger dauern und mindestens ich habe Hunger und will erst essen“, erwiderte Severus.

„Dann lade ich Euch zu uns in das Große Haus ein“, schlug Gryffindor vor und wies auf ein fertiges, langgestrecktes Haus. Auch die anderen Hogwartsgründer schienen damit einverstanden zu sein und Severus und Hermione folgten ihnen zu jenem Haus.

Drinnen waren an den Balkenwänden Felle aufgehängt und an jeder der Längswände lief eine Bank von einem Ende des Hauses zum anderen. Auf diesen Bänken wurde auch geschlafen. In der Mitte des Hauses verlief ein tiefergelegter flacher Graben, in dem einige Feuer brannten und das Innere des Langhauses erhellten. Über den Feuern steckten an Spießen ein paar Vögel und ein Wildschweinbraten und die Spieße wurden von zwei Frauen überwacht.

Nachdem alle gegessen hatten und jeder einen hölzernen Humpen mit Met in der Hand hielt, stellte Helga Hufflepuff erneut die Frage nach der Herkunft der beiden Fremden.

Severus nickte Hermione zu und sie begann zu erzählen, von ihrer Forschung, von Hogwarts und von dem Buch, das sie gefunden hatte und durch das sie in die Zeit zurückgeholt worden war, bevor Hogwarts gebaut wurde.

Rowena und Helga sahen sich an. „Dieses Buch existiert doch noch gar nicht? Also haben wir es wirklich geschrieben? Und Hogwarts steht immer noch in Eurer Zeit? Wie viele Jahre sind das bis dahin?“

„Mehr als tausend Jahre“, antwortete Severus.

„Und werden dort alle magisch begabten Kinder zugelassen?“ fragten Rowena und Helga beinahe gleichzeitig.

„Ja“, erklärte Hermione, „aber zwischen den Häusern gibt es einige Rivalitäten.“ Und sie erklärte weiter, dass sie selbst im Haus Gryffindor einsortiert worden sei.

„Und Du?“ fragte Slytherin Severus.

Statt einer Antwort rollte dieser seinen linken Ärmel hoch und hielt Salazar seinen Arm vor die Nase. „Was glaubst Du? Ich war Hauslehrer des Hauses Slytherin.“

Hier, in dieser Zeit, war sein Dunkles Mal kein verrufenes Zeichen, sondern einfach eine Art Stammeszeichen. Auch wenn Severus keineswegs stolz darauf war – im Gegenteil – hier konnte es ihm vielleicht sogar von Nutzen sein.

Und dieser Nutzen zeigte sich auch sofort, denn Salazar betrachtete das Mal mit zusammengekniffenen Augen eine ganze Weile. „Du bist also ein Schlangenkrieger, wie ich sehe.“

Dann wandten sich die Gründer an beide und waren begierig zu hören, wie es in Hogwarts in der Zeit der beiden Ankömmlinge aussehen würde, wie der Alltag lief und – als die Rede auf den Dunklen Lord kam – warum es zu solch einem schrecklichen Krieg gekommen war.

Bei der Erzählung dazu, die er jedoch Hermione überließ, beobachtete Severus Salazar genau.

Hermione sah dies und vermied es, über seine Rolle in diesem Krieg zu sprechen. Salazar Slytherins überlieferte Ansichten stimmten in weiten Teilen zu sehr mit denen Voldemorts überein, als dass er Severus‘ Part in dieser Zeit akzeptieren würde – und Hermione wollte es Severus und sich selbst nicht schwerer machen, als es ohnehin sein würde, wenn sie länger in dieser Zeit würden bleiben müssen...

Noch lange saßen die sechs Magier und Hexen in jener Nacht zusammen und es wurden viele Fragen gestellt und viel erzählt, bevor sich die Stille der Nacht auf die Schläfer herabsenkte.