Unschuldig schuld

von soma
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16
Alexandra Rietz Gerrit Grass Michael Naseband OC (Own Character) Robert Ritter
06.10.2019
06.10.2019
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Herzlich Willkommen zu meiner ersten Geschichte auf Fanfiktion.de. Ich hoffe ihr seid von der Idee der Story genauso begeistert wie ich. Viel Spaß beim Lesen!


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Ein neuer Morgen bricht an. Er öffnet seine Augen. Sieht nichts neues. Alles ist beim Alten. "Jetzt ist es offiziell. Ich bin hier gefangen bis ich die Strafe abgesessen habe. Ob ich Schuld bin interessiert hier eh niemanden.. hat es die Kollegen damals schon nicht..", dachte er, bis er ruckartig aus seinen Gedanken gerissen wurde. Vom Zellengang pochte es unsanft an die Zellentür. "Aufstehen oder brauchst du noch ne extra Einladung? Die gibts hier nicht. Auch nicht für Drecksbullen wie dich", brüllte der Wächter. Gerrit stand zügig auf, bevor er ihn noch aus der Zelle ziehen würde. Er lief zur Tür und nahm das Essen entgegen, dass ihm lieblos in die Zelle geschoben wurde. Das Essen lag wie jeden Morgen auf dem Tablett serviert. Er stellte es auf dem Tisch, der sich im Raum befand ab. Gerrit starrte sein Essen widerwillig an. Ihm war der Hunger irgendwie vergangen. Schon seit Tagen zwang er sich eher zum essen, weil er wusste, dass es einfach notwendig ist seinen Körper mit Nährstoffen zu versorgen. Wenn es nach ihm gehen würde, hätte er sicherlich nichts gegessen. Also begann es von vorne - sein innerer Kampf mit sich selbst. Minuten über Minuten verstrichen, bis er sich dem Tablett näherte und sich etwas vom Essen herausgepickt hat. Danach legte er sich zurück ins Bett. Da er wegen Mordes verurteilt worden war, durfte er nicht mit anderen Insassen zusammen in eine Zelle - was sein einziges Glück war. Er hatte es nicht einfach hier. Jeder wusste, dass er ein Bulle war und so wurde er auch behandelt - von Insassen und den Wächtern. Er schloss seine Augen. Alles war schwarz und finster. So wie derzeit in seinem Leben. Er sieht keine Aussicht aus dieser Situation.
[...]
Es war gerade 9.00 Uhr als Kommissarin Rietz das Büro betrat. Michael Naseband - der älteste Kollege im Bunde - schaute zu ihr auf. Alex lief zu ihren Platz und setzte sich erstmal kurz hin. "So Jungs", rief sie begeistert. "Es gibt endlich was zu tun. Wir haben einen neuen Fall! Also wollt ihr hier lieber drin versauern oder begleitet mich jemand  von euch zum Tatort?", fragte sie in die Runde. Ebenso begeistert wie sie selbst, sprang Robert jetzt auf. "Ich komm' mit. Mir fällt sonst noch die Decke auf den Kopf", erklärte sich der Jüngste unter den Kommissaren bereit. Michael brummte in seinen nicht vorhandenen Bart. "Los geht's Robert! Tschau Micha!", sagte sie und schritt voran. Alex schnappte sich ihre Jacke und verließ schon das Büro. Robert hastete ihr schnell hinterher. Vorher verabschiedete sich er noch bei Michael. "Und wohin müssen wir? Was weißt du über den Leichenfund?", fragte er seine Kollegin. Sie lief mit Robert bis zum Fahrstuhl und wartete bis sich dieser öffnete und beide eingetreten waren. "Weiß ich auch noch nicht. Soll wohl jemand ne Leiche gemeldet haben. Das ist alles, was ich weiß", sagte sie planlos.
[...]
Ne reichliche halbe Stunde später kamen sie am Tatort an. Zeitgleich kamen auch der Doc und die Spusi vor Ort an. "Hey Doc", begrüßten Alex und Robert ihn. Zusammen betraten alle den Tatort. Es war das reinste Schlachtfeld. Robert, Alex und dem Doc war eines beim Anblick der Leiche sofort klar. "Er ist wieder da!" Vor vielen Jahren gab es schon mal einen Täter, der auf genau die gleiche Art und Weise gemordet hat. Er könnte für diesen Mord wieder als Täter in Betracht kommen, da der Täter von damals nie geschnappt werden konnte. Alex wurde bei dem Anblick ganz unwohl zumute. In ihrem Magen drehte sich gerade alles um und sie hatte große Mühe, dass Frühstück von heute Morgen in sich zu behalten. Es war nicht das erste Mal in ihrer Dienstzeit gewesen, dass sie eine so schlimm zugerichtete Leiche gesehen hatte. Aber heute war es irgendwie anders als sonst. "Mir ist nicht so gut..", flüsterte sie leise und hielt sich die Hand vor den Mund. Sie konnte nicht anders, sie musste von hier weg. In Windeseile rannte sie zum Auto zurück. Sie war ganz blass und hechelte wie ein Hund nach Luft. Es fühlte sich an als müsste sie ersticken. Robert bemerkte sofort, dass was nicht mit ihr stimmte. "Ich bin gleich wieder da Doc", entschuldigte sich Robert bei ihm und ging seiner Kollegin hinterher, die sich derweil im Gras neben dem Dienstwagen übergeben musste. Robert kniete sich neben ihr. Er versuchte sie zu beruhigen und reichte ihr ne Tüte. Stand dann wieder auf und holte aus dem Auto die Flasche Wasser heraus. Lief damit zu seiner Kollegin. "Hier. Trink mal was, aber nur kleine Schlucke nehmen, sonst bleibt es nicht drinnen." Er reichte ihr die Flasche, die sie dankbar entgegen nahm. Vorsichtig nahm sie ein paar kleine Schlucke. Sie kam aus ihrer verkrampften Haltung hoch und lehnte sich an das Auto. So langsam kehrte auch die Farbe wieder zurück in ihr Gesicht. Sie fühlte sich immer noch schlecht. Aber es ging allmählich wieder. "Geht's wieder? Was war denn überhaupt los?", fragte er sie vorsichtig. Sie sah ihn erschöpft an. Es fiel ihr schwer die richtigen Worte zu finden. Alles war so durcheinander in ihrem Kopf. "Ja es geht", nickte sie, "Ich weiß nicht.. der Anblick der Leiche war irgendwie zu viel für mich." Er nahm sie kurz in seine Arme und sah sie etwas beunruhigt an. "Kann ich dir hier alleine lassen? Ich gehe noch zum Doc und frage ihn, ob es irgendwas interessantes gibt und werde mich etwas genauer am Tatort umsehen. Bleib du derweile hier und finde zu dir", erklärte er ihr. Sie nickte und war dankbar darüber sich das nicht nochmal ansehen zu müssen. "Was ist nur mit mir los?", fragte sie sich als Robert schon gegangen war. Er war wieder zurück beim Doc, der ihn fragend ansah. Er wunk ab. "Was denkst du?", fragte er den Doc. Der Doc sah zu ihm auf. "Also wir haben es höchst wahrscheinlich mit dem gleichen Täter wie damals zu tun, aber genau kann ich das erst nach der Obduktion sagen", sagte er knapp. "Okay ist gut" Robert wandte sich von ihm ab und ging zur Spurensicherung herüber. "Sagt mal, habt ihr nen Zeugen gesehen?", fragte er. Die Leute von der Spurensicherung sahen ihn ratlos und kopfschüttelnd an. "Nein, hier hat niemand am Tatort gewartet", entgegnete einer von ihnen. Robert sah sich daraufhin weiter am Tatort um. Das Opfer hatte keine Kleidung an und auch keine Tasche bei sich, in der Materialien waren um sich auszuweisen. "Wir wissen also nicht wer sie ist. Und so verstümmelt wie sie ist, fällt es auch schwer sie in den Vermisstenmeldungen der letzten Jahre zu finden. Sie kann wahrscheinlich nur anhand der DNA identifiziert werden, aber dazu müsste sie auch erstmal im System sein. Also nützt uns dann wahrscheinlich nur ihr Zahnschema etwas, um ihre Identität zu klären", stellte er fest. Er machte dennoch vom Opfer ein Foto für Erkennungszwecke. Neben der Kleidung fehlte auch von der Tatwaffe jegliche Spur. "Der Ort hier ist auch mehr abgelegen. Da kommt nicht so oft jemand vorbei. Der Zeuge muss zufällig vorbei gekommen sein. Anders kann es nicht gewesen sein. Also können wir mit weiteren Zeugen - die etwas gesehen haben könnten - nicht rechnen", mutmaßte er. Robert wusste was jetzt zu tun war. Sie mussten sich unbedingt nochmal den Anruf aus der Zentrale besorgen, um den Zeugen ermitteln zu können. Er kann ihnen vielleicht weitere Hinweise zur Tat geben. Nachdem er sich noch etwas vor Ort umgesehen hatte, ging er zu seiner Kollegin zurück, die sich inzwischen ins Auto auf die Beifahrerseite gesetzt hatte. Robert nahm auf der Fahrerseite Platz und sah Alex an. "Soll ich dich nach Hause bringen?", fragte er doch etwas besorgt. "Nein, alles gut. So schlimm ist es auch nicht. Mir geht es schon viel besser", sagte sie überzeugt von sich und so fuhren sie zurück auf's Kommissariat zu ihrem Kollegen.


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