Galdur - Mahou Akademie

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Zauberer & Hexen
06.10.2019
12.11.2019
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Kapitel 41

Er hoffte, dass sie sich nicht schämte oder es ihr peinlich war, dass Haru sie kurz gesehen hatte. Immerhin hatte er so schnell wie möglich weggesehen, wobei er nicht verhindern konnte, dass er zumindest ein wenig gesehen hatte.

Er wusste nicht genau, wie er mit der Situation umgehen sollte. Ihm war so etwas noch nie passiert. Wahrscheinlich, weil er sonst nicht annähernd so viel Zeit mit Frauen verbrachte, wie er es mit Sezuna tat.

Haru hörte, wie Sezuna das warme Bad genoss und er war froh, ein wenig Zeit zum nachdenken zu haben. Sie war wirklich die erste Frau, mit der er mehr Zeit verbrachte seit diesem Unfall. Schon allein der Gedanke daran ließ ihn traurig werden. Zur gleichen Zeit fragte er sich, wie wohl das dunkelhäutige Mädchen damit umging. Machte es ihr etwas aus? Oder war es sogar gewollt gewesen?

Sie hatte sich entschuldig und nicht wie alle anderen ihm die Schuld gegeben, obwohl er nichts dafür kannte. Genau so wenig hatte sie es ausgenutzt. Immerhin hätte sie die Decke auch lassen können, wenn sie geplant hätte, ihn zu verführen. Wobei sich Haru nicht einmal sicher war, ob Sezuna überhaupt in der Lage war, andere zu verführen.

Nachdem, was Leila und Nadja zu ihm gesagt hatten, glaubte er das weniger. Und er war froh darüber, denn das bedeutete weniger Ärger und Sorgen. War es vielleicht gerade deswegen, warum Haru ihre Nähe er ertrug als alle anderen? Haru hörte, wie Sezuna aus der Wanne stieg und er wusste, dass sie in wenigen Minuten wieder hierherkommen würde.

Um sich abzulenken, widmete er sich wieder den Karten von ihr, wobei er sich nicht darauf konzentrieren konnte.

Als sie den Raum betrat, hatte sie ein Handtuch um sich gewickelt und lief auf ihren Schrank zu, um sich einige Kleidungsstücke daraus herauszusuchen. Sie wirkte ein wenig entspannter als vorher, doch noch immer nicht schmerzfrei.

„Hat es geholfen?", wollte er wissen, wobei er sich nicht umdrehte. Die Wärme des Feuers erhitzten sein Gesicht und es entspannte ihn selbst ein wenig, sodass er sich ein wenig nach hinten lehnte und sich auf seinen Armen abstützte.

"Ja, es hat ein wenig geholfen", murmelte sie und zog sich schnell um, während sie ihm den Rücken zudrehte.

„Das ist gut. Was machen wir eigentlich jetzt mit dem Vertrag, nachdem der Dickkopf ihn nicht abbrechen will?", fragte er sie. Ihm lag nichts an dem Vertrag und auch nicht, dass jemand für ihn arbeitete. „Übrigens hier ist Geld für deinen Einkauf", fiel ihm ein und warf einige Taler in die Luft die er, ohne hinzusehen, auf ihren Tisch schweben ließ.

"Du weißt, dass ich nichts gegen diesen Vertrag habe", widerholte sie, da er der einzige war, der damit Probleme zu haben schien. "Auch habe ich keine Probleme für Dinge zu arbeiten, die ich bekomme."

„Ich aber. Das Geld ist bezahlt, aber ich will es nicht, dass du für mich arbeitest, nachdem du mir schon genügend mit dem Lernen hilfst", beharrte er und seufzte laut. Manchmal waren diese Diskussionen mehr als anstrengend.

Sezuna seufzte. "Es ist nur einen Monat. Steh zu deinen Entscheidungen und zieh es durch", murmelte sie, wobei sie weniger befehlerisch, als ein wenig erschöpft klang.

„Mag sein, aber es gibt viel zu tun, du wirst keine Zeit zum Arbeiten haben", erinnerte er sie daran.

"Dann ist das halt so. Du entscheidest in dem Fall doch sowieso, was du als Arbeit ansiehst und was ich für dich machen soll", meinte sie und zuckte die Schultern, was sie jedoch gleich wieder bereute.

„Gut kombiniert. Daran habe ich fast schon nicht mehr gedacht", kicherte er plötzlich, als ihm etwas einfiel. „Das werde ich morgen ausnutzen, sollte Carolin sich einfallen lassen, aufzukreuzen. Komm her, ich massiere dich. Aber nur den Nacken", sagte er und winkte mit der Hand das Mädchen zu sich.

"Der Vertag ist überhaupt nicht so eng gefasst", murmelte sie und setzte sich so auf den Stuhl, dass sie ihm den Rücken zudrehte und ihre Hände auf der Stuhllehne platzieren konnte. "Im Grunde kannst du das Lernen auch als Arbeit sehen."

„Tue ich auch, deswegen sagte ich, dass ich nicht will, dass du andere Arbeit für mich erledigst, wenn du mir schon so viel beim lernen hilfst", gab er zurück und stand mit einem Ächzen auf. Er wollte nicht von der Wärme weg, die ihn schläfrig gemacht hatte. Seine Hände waren von der Wärme des Feuer sehr warm, als er sie auf Sezunas Schultern legte und anfing, sie zu massieren. Dabei stand er hinter ihr und fuhr mit den Fingern die schmerzenden Stellen nach, von denen er wusste, dass sie am meisten Schmerzen verursachten.

Erst gab Sezuna ein Seufzen von sich, allerdings schien sie dieses Mal so starke Schmerzen zu haben, dass ich auch das ein oder andere leise Stöhnen herausrutschte. Doch im großen und ganzen wirkte sie entspannt, während er sie massierte. "Du kannst das wirklich gut", murmelte sie und wirkte zufrieden. "Soll ich dir währenddessen wieder eine Geschichte erzählen?", wollte sie wissen, da sie sich ein wenig schuldig fühlte. Immerhin hatte er die meiste Zeit mit ihr geübt und nicht sie mit ihm.

„Gerne, vielleicht hält mich das wach", erwiderte er und lächelte. Das Massieren hatte er sich selbst beigebracht und alles andere im Heilunterricht gelernt. Trotzdem setzte er es normalerweise nur für sich selbst ein. Harus Daumen fuhr von den Schulten ihren Nacken hinauf zum Haaransatz, wo er sie massierte. Dann ließ er seine Hände wieder zurück zu den Schultern gleiten, um die Schultern zu massieren, bevor er seine Schritt wiederholte.

Währenddessen begann Sezuna ihm zu erzählen. Er wusste, dass in der Geschichte wieder Elemente des Unterrichts eingebaut waren, doch er konnte nur schwer sagen, wo sie sich befanden.

Es war im Grunde eine kleine Abenteuergeschichte mit Magie und Rätseln, die man überwinden musste.

Manchmal war er versucht, sie etwas zu der Geschichte zu fragen, aber er wusste nicht, ob das geplant war oder ob sie nur wollte, dass er zu hörte. Wenigstens gingen seine Gedanken endlich in eine andere Richtung, während er sie massierte und Haru war ihr dankbar, dass sie vielleicht einen Weg gefunden hatte, ihm beim lernen zu helfen. Nach einer Weile war er fertig mit der Massage, denn er konnte fühlen, dass die Muskeln nun entspannt waren. Die Schmerzen würden wahrscheinlich noch einige Zeit bleiben, aber sie konnten damit gelindert werden.

Sezuna schien ihre Geschichte genau geplant zu haben, denn nur wenige Minuten nachdem Haru fertig war, beendete sie auch ihre Geschichte.

„Danke für die Geschichte. Muss nämlich noch Hausaufgaben machen", meinte er. Aber anscheinend wollte er noch nicht gehen, denn anstatt das zu tun, ließ er sich wieder vor dem Feuer nieder und rieb sich den Nacken gedankenverloren. „Manchmal frage ich mich, ob du willst, dass ich dich während der Geschichte etwas frage oder nicht."

"Das ist dir überlassen", meinte sie und erhob sich, um sich ebenfalls zu ihm ans Feuer zu setzen. "Ich habe keine Probleme die Geschichte nach deiner Frage anzupassen", fügte sie hinzu und blickte ins Feuer.

„Gut zu wissen fürs nächste mal. Ich glaub, ich muss nochmal zu Leila und Tabletten holen", murmelte er. „Ist es warm genug, oder brauchst du es wärmer?, wollte er dann wissen.

"Für was brauchst du die Tabletten?", wollte Sezuna leise wissen. "Du musst aber nicht antworten", fügte sie hinzu, während sie weiter ins Feuer blickte. "Es ist warm genug, vielen Dank."

„Kribbeln und Taubheitsgefühle", antwortete er. „In der letzten Zeit ist das Kribbeln vor allem im Nacken schlimm geworden. Früher war es nicht so. Es fühlt sich an, als ob jemand mit einer Menge Nadeln dort zustechen. Vor allem wenn ich zu viel nachdenke. Oft habe ich mittlerweile abends oder nachts ein unangenehmes Taubheitsgefühl in den Armen und Beinen. Die Tabletten sind dafür da, dass es aufhört und ich schlafen kann", fuhr er fort. Haru ließ seinen Kopf kreisen, als wollte er das unangenehme Gefühl abschütteln.

"Weißt du denn woher das kommt?", fragte sie, da es nicht normal sein konnte. Und das er Tabletten dafür bekam, war auch seltsam.

„Nein, ich vermute es ist wegen zu viel Energie. Aber selbst Leila oder Nadja wissen es nicht. Solange sie Tabletten helfen, soll es mir recht sein", gab er zur Antwort. Nun ließ er seinen Kopf nach hinten fallen und starrte an die Decke. „Es ist ungefähr so, als würde es vor etwas warnen, ich kann es nicht genau beschreiben. Wenn ich es selbst wüsste, könnte ich was dagegen tun." Haru gähnte und schloss für einen Moment die Augen.

"Wenn es dich vor etwas warnen soll, was alle körperlichen Schmerzen eigentlich tun, dann solltest du es nicht auf die leichte Schulter nehmen. vielleicht musst du deine Energie wieder abgeben", sagte sie und hob den Stein aus ihren Sachen und hielt ihn Haru hin.

„Hast du sie denn schon benutzt?", wollte er wissen. Wenn er genau darüber nachdachte, hatte er diese Probleme normalerweise nicht, wenn er sich wirklich ausgepowert hatte. Er hatte schon vermutet, dass es mit zu viel Magie zusammen hängen könnte, aber sicher war Haru sich da nicht. Trotzdem legte er seine Finger um ihren Stein und schloss sie.

"Ja, ich habe vorhin einige Zauber ausprobiert", gestand sie und wurde ein wenig kleinlaut, als hätte sie damit etwas anderes tun sollen.

„Gut, dann ist sie wenigstens zu etwas nütze", meinte der blonde Junge nur und gab seine Magie an den Stein ab, bis er das Gefühl hatte, dass der Stein vollgeladen war. „Ich habe Dir nicht vorgeschrieben, für was du sie nutzen sollst, Sezuna. Du kannst mit ihr machen was du willst. Deswegen brauchst du dich weder schuldig fühlen noch schämen", bemerkte er, als er in ihr Gesicht sah.

"Na ja, mein Vater hat mir den Stein für viel Geld gekauft, als ich hierher kam. Er meinte ich soll die Macht darin nutzen, falls ich in Schwierigkeiten geraten sollte", erklärte sie murmelnd und betrachtete den Stein mit einem schiefen Lächeln.

„Das solltest du auch, vor allem wenn du weniger als andere hast. Ich kann ihn Dir jederzeit auffüllen, wenn du willst", bot er ihr an und richtete sich schwerfällig auf. Sein Magen knurrte und er seufzte. „Ich glaube, ich geh erstmal was zu Essen holen und dann zu Leila bevor ich die Aufgaben mache. Ruh dich gut aus und komm morgen früh zu mir. Und pass auf, dass Carolin dich nicht abfängt. Sonst kann sie was erleben", sagte Haru und stand auf. „Autsch", stöhnte er kurz auf und rieb sich fest den Nacken, denn das Kribbeln war heute besonders unangenehm und er war nicht so sehr empfindlich für schmerzen.
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