Der grausame Oberarzt

von Kary2809
GeschichteFreundschaft / P18
Dr. Niklas Ahrend Dr. Theresa Koshka Dr. Vivienne "Vivi" Kling Julia Berger OC (Own Character)
06.10.2019
16.10.2019
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Mikko

Seit einigen Tagen geht Vivi mir aus dem Weg. Genau genommen seit dem Tag an dem wir das letzte Mal Sex hatten. Langsam fange ich wirklich an mich zu fragen, ob ich etwas falsch gemacht habe.
In der Mittagspause fange ich sie ab und ziehe sie hinter mir in die Umkleide. „Mikko, was soll das? Lass mich los!“ zetert sie. „Erst wenn du mir sagst, warum du mir aus dem Weg gehst!“ entgegne ich ihr. „Ist es wegen Dr. Moreau?“ frage ich weiter. Sie muss mir jetzt einen Grund nennen. „Mikko, ich geh dir nicht aus dem Weg. Es ist nur gerade unheimlich viel zu tun, ok?!“ sie schaut mir direkt in die Augen. Irgendwas trauriges liegt in ihrem Blick. Seit ich letztens das Gefühl hatte, dass sie geweint hat wirkt sie verändert. „Vivi, bitte schließ mich nicht aus. Ich merke doch, dass es dir nicht gut geht!“ wieder schaue ich sie an. Sie schaut nur zu Boden und sagt nichts. „Vivi!“ erneut spreche ich sie an. Als sie mich anguckt glitzern Tränen in ihren Augen. „Bitte Mikko, lass mich gehen!“ Verwirrt schaue ich sie an, öffne die Tür und halte sie ihr auf. Sie schlüpft heraus und entfernt sich schleunigst.

Theresa
Heute bin ich wieder bei Dr. Clausen eingeteilt. Mir graut es jetzt schon vor ihm. Normalerweise bin ich taff aber das was letztens passiert ist steckt mir immer noch in den Knochen. In den letzten Tagen bin ich ihm aus dem Weg gegangen. Eigentlich wollte ich ja Marc davon erzählen, aber ich wusste nicht wie. Was soll er auch tun? Er kann mich ja eh nicht vor ihm beschützen.
Schweren Herzens klopfe ich an die Tür des Behandlungszimmers bevor ich eintrete. Dr. Clausen hat mich vor ein paar Minuten angepiept. Als ich die Tür öffne bin ich erleichtert als tatsächlich ein Patient auf der Liege liegt. Die Versorgung des Patienten und die Besprechung der weiteren Behandlung sind auch ohne weitere Zwischenfälle gelaufen. Er hat eine Humerusfraktur und muss operiert werden und ich habe ihn gerade auf sein Zimmer gebracht, als ich wieder angepiept werde von Dr. Clausen. Diesmal ins Labor. Mir kommen die Bilder von letztens wieder und ich fange etwas an zu zittern. Was, wenn wir alleine im Labor sind und er mich wieder angreift?! Nein. Diesmal bin ich vorbereitet. Diesmal wird er mich nicht überraschen mit so einer kranken Aktion.

Als ich das Labor betrete ist, wie bereits befürchtet, nur Dr. Clausen dort. „Frau Dr. Koshka, schön Sie zu sehen!“ säuselt er. Schlagartig wird mir schlecht. Was will der von mir? „Sie wollen doch mit Sicherheit bei der Humerusfraktur dabei sein?“ fragt er mich. Ich nicke. Was soll die dumme Frage? „Die fehlt Ihnen ja auch ein paarmal in Ihrem OP-Katalog.“ Wieder nicke ich. Er kommt ein paar Schritte auf mich zu. Ich bleibe stehen. Nur keine Angst zeigen! „Ich lasse Sie die OP alleine machen. Sie sind soweit. Das hat mir Dr. Ahrend bestätigt, aber dafür revangieren Sie sich!“ aufgegeilt guckt er mich an. Jetzt habe ich doch Angst. Das kann doch nicht sein Ernst sein. „Sie können es natürlich auch lassen aber dann kommen Sie nie wieder in meinen OP. Ihr OP-Katalog füllt sich bestimmt auch anders!“ Das ist eine ganz klare Drohung. „Meinen OP-Katalog werde ich anders füllen!“ ich will mich umdrehen und das Labor verlassen, aber er hält mich fest. „Nicht so schnell Dr. Koskha!“ er grinst mich böse an.

Niklas
Ich bin in meinem Büro und kann mich nicht konzentrieren. Meine Gedanken schweifen immer wieder zu Julia ab. Seit Tagen habe ich sie nicht gesehen und ich würde sie gerne wieder nah bei mir haben. Ich entscheide mich sie anzurufen und sie herzubitten.

Ein paar Minuten später kommt Julia in mein Büro. Ich stehe auf und gehe auf sie zu. Sie sieht verändert aus irgendwie scheint sie etwas zu bedrücken. „Hey, ich hab dich vermisst!“ sage ich zu ihr und will sie in den Arm nehmen. „Hey, Niklas. Bitte nicht. Ich kann das gerade nicht!“ antwortet sie mir. „Gehst du mir aus dem Weg?“ frage ich sie. Sie schüttelt den Kopf. „Nein, natürlich nicht, aber ich hab gerade echt viel zu tun!“ behauptet sie, aber das glaube ich ihr nicht. „Hmm, okay!“ sage ich trotzdem. Wenn sie nicht will dann muss ich das akzeptieren. Sie verlässt den Raum und verschwindet um die Ecke.

Julia
Ich bewege mich wie in Trance durch das Klinikum. Ich will irgendwo hin wo ich ungestört bin. Ich brauche Luft zum Atmen. Ich fühle mich total eingeengt. Ich vermisse Niklas so sehr aber ich fühle mich immer noch dreckig. Ich kann Niklas jetzt nicht berühren. Das nimmt mir komplett die Luft zum Atmen. Schließlich finde ich mich auf der Dachterrasse wieder. Hier bin ich alleine. Ich lehne mich an die Brüstung und hole ein paarmal tief Luft. Das frisst mich total auf. Wieso sage ich Niklas nicht endlich was passiert ist?
Ich habe Angst vor seiner Reaktion. Schließlich habe ich mit einem anderem Mann geschlafen. Ihn irgendwie betrogen.

Ich setze mich auf die Bank und einzelne Tränen tropfen mir von den Wangen. Ich habe das Gefühl in einem Teufelskreis gefangen zu sein. „Julia? Ist alles in Ordnung bei Ihnen?“ Dr. Lindner reißt mich aus meinen Gedanken. „Ja, ja, alles gut!“ antworte ich und wische mir schnell die Tränen weg. „Wenn Sie Hilfe brauchen müssen Sie es nur sagen! Wir sind alle hier um Ihnen zu helfen!“ sagt Dr. Lindner. Ich nicke nur und verlasse die Dachterrasse.