Ein letzter Blick zurück

von Ysuran
GeschichteDrama, Familie / P16
Andreas Kringge Martin Ferchert Michael "Mick" Brisgau OC (Own Character) Roland Meisner Uschi
05.10.2019
05.10.2019
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Disclaimer: Die Rechte an der Grundstory und den Hauptfiguren aus der Serie "Der letzte Bulle" gehen alle an ihre Erfinder. Ich verdiene hiermit kein Geld. Ein paar Dinge habe ich mir, im vorgegebenen Rahmen, nach bestem Wissen und Gewissen dazu gedacht und entsprechende OC's dazu entwickelt.

Hinweis: Wir befinden uns mit der Geschichte zeitlich nach der 5. Staffel der Serie. Mick Brisgau ist vor wenigen Wochen nach seiner Auszeit im Ausland zurück nach Essen gekehrt und hat seine Arbeit als Polizist erneut aufgenommen. Die Leitung des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen hat seit dem Abdanken seines Vorgängers Rüdiger Bremme aus gesundheitlichen Gründen Andreas Kringge inne. Dana Kringge ist in der Zwischenzeit ein zweites Mal schwanger geworden und hat den jungen LKA-Chef mit einer gesunden Tochter beschert, Martin Ferchert arbeitet weiter in der Politik, Uschis Kneipe läuft so gut wie nie und Roland Meisner ist weiterhin erfolgreich als Pathologe sowie Kongresssprecher etwaiger Ärzteverbände.



Ein lautes Klirren durchbrach die nächtliche Stille und ließ den schwarzhaarigen Kriminaloberkommissar auf seinem Drehstuhl aufschrecken. - Es waren doch schon alle im Feierabend!? - Skeptisch blickte er durch die Glassscheibe des Büros auf den Gang hinaus und ließ dafür seine Arbeit am PC kurz ruhen. Es folgte eine verdächtige Stille, also schaltete Andreas den Nachtmodus per Tastendruck auf die Tastatur seines Rechners ein, stand auf, griff nach der Sicherheitsweste, die noch von Micks morgendlichen Einsatz mit einigen anderen Kollegen auf seiner Stuhllehne lag, und zog diese an. Sein Blick schwenkte dabei unaufhörlich umher. Als er langsamen Schrittes in Richtung Bürotür ging, griff er blind nach seinem Jackett, zog dieses über und schloss es, sodass die Weste nicht auf dem ersten Blick erkennbar war im diffusen Licht des nächtlichen Präsidiums. Mit einer Hand an der Pistole schlich er sodann durch die Gänge, um herauszufinden, wo das Klirren entstanden sein muss. Ein Knirschen erklang plötzlich ganz leise und ließ den erfahrenen Polizisten sich sofort rücklings an die nächstbeste Wand drücken, um wenig Angriffsfläche für potentielle Einbrecher zu bieten. Dennoch sah er vorsichtig um die Ecke in Richtung Foyer. Er sah einen maskierten Mann, offensichtlich bewaffnet, wohl Schmiere stehend. Sondierend huschte der Blick des Kriminaloberkommissars wieder hin und her, um abzuschätzen wohin der oder die zu vermutenden Komplizen entschwunden sein könnten.
Da hörte er schon zügige Schritte von links nahen. Wer auch immer da also gerade angelaufen kam, würde ihn jeden Moment unweigerlich sehen können und Deckungsmöglichkeiten gab es auf dem offenen Flurstück nicht. Schnell wollte er nach seiner Waffe zurück greifen und sie ziehen, als auch schon ein Schuss blindlings um die Ecke gefeuert wurde und Andreas nur um ein Haar verfehlte. Im nächsten Atemzug bereits lief erst ein weiterer maskierter Mann in sein Blickfeld hinein und dann auch noch eine ältere Frau, die beim heutigen Einsatz festgenommen worden war. Sofort lief Andreas auf den Mann zu, um die Schusslinie von dessen Pistole zu unterlaufen und in den Nahkampf zu gelangen, was ihm auch mit einem überraschenden Schlag in die Magengrube gelang. Zu seiner Ernüchterung aber schien auch sein Gegenüber mit Feindkontakt gerechnet, sich also entsprechend gerüstet zu haben. Es dauerte keinen ganzen Herzschlag lang, da fing sich Andreas bereits einen gekonnten Kinnhaken, sodass er mit dem Rücken gegen die Wand im Sichtfeld des ersten Maskierten stolperte. Sofort folgte eine zweite Faust mitten ins Gesicht während die befreite Frau die Gelegenheit nutzte und in Richtung Türe lief, wo sie bereits vom ersten Maskierten erwartet wurde, der ihr hektisch andeutete, durch das in die Glastür eingeschlagene Loch hindurch in Freiheit zu gelangen. Keuchend ging Andreas zu Boden, unterstützt von einem Schuss auf seinen Torso, den er trotz Schutzweste noch deutlich spürte. Aus dem Augenwinkel sah er eine scheuchende Handgeste vom Maskierten Nummer 2 in Richtung seines Komplizen, dann setzten sich beide scheinbar wieder zügig in Bewegung. Unüberlegt zog Andreas da in seiner einzigen Chance die eigene Pistole endlich vom Gurt, nahm nur kurz Ziel und feuerte zwei schnelle Schüsse ab. Einer auf den ferneren Mann, welcher daraufhin schmerzlich schreiend direkt zu Boden ging, und einer auf den nun umso schneller flüchtenden Einbrecher. Dieser stolperte aufgrund des Beinschusses allerdings nur, fing sich aber wieder und konnte schließlich entkommen, da Andreas im nächsten Moment die Lichter ausgingen und er zur Seite umkippte.
Erst eine bekannte Melodie riss ihn wieder aus seiner Ohnmacht. - Klingelton, Handy, Anruf, Rettung! - Schubweise wieder zu Sinnen kommend, tastete Andreas sich nach seinem Handy ab, richtete sich dabei ächzend auf und fand es schließlich Blut verschmiert in seiner Jackett Innentasche. *2 Anrufe in Abwesenheit - Dana* "Dana...", keuchte er atemlos, doch ihm war klar, dass sie sofort hier hin fahren würde, wenn er sie nun telefonisch über den Zwischenfall informieren würde, und das wollte er um jeden Preis vermeiden. Wer wusste schließlich, ob diese Dreckskerle noch irgendwo hier in der Nähe waren? Als einzelne Frau war seine Liebste leichter Kollateralschaden, und wer würde dann zu Hause auf Karl aufpassen? - Nein, er musste wen anderen anrufen. 110? - Seufzend wischte er grob sein Handy am Hosenbein ab, um mit zittrigen Händen die Durchwahl für den Notruf zu wählen und seinen Standort sowie Situation hervor zu stammeln, bevor er sich rücklings gegen die Wand lehnte und seine Augen schloss. Ihm war kalt und schwindelig, aber das würde er jetzt noch aushalten bis der Notarzt da war...
Ein weiteres Mal war es ihm, als werde er aus einem traumlosen Schlaf gerissen, als er eine feste, tiefe Männerstimme seinen Namen rufen hörte. Blinzelnd sah er auf und erkannte Mick, der ihn fassungslos ansah. "Was machst du um die Zeit noch hier? Hast du einen Notarzt gerufen?" "Mick... Ja..." Kurz schüttelte Andreas sich, als ihm ein Schauer über den Rücken lief. "Ist dir kalt, Andreas?", sprach der Kollege des Verletzten eindringlich mit diesem und erntete ein seufzendes: "Ja.." Ungefragt schälte Mick sich da aus seiner Lederjacke und legte sie um Andreas, der aber zumindest verbal protestierte: "Mick, die wird dreckig." "Lass das mal meine Sorge sein.", entgegnete der Ältere jedoch in seiner ruhigen, doch besorgten Art und klopfte Andreas leicht auf die Schulter. "Was hast du hier noch gemacht, Andreas?" Es folgte ein leichtes Stöhnen. "Ich weiß es nicht, Mick. - Also doch. - Ich hab noch durch Unterlagen eines aktuellen Falls geguckt. Und plötzlich war da dieses Klirren, als sei Glas zersprungen." "Ja, Einbrecher.", ergänzte Mick nickend. "Ja. Naja, und dann bin ich halt gucken gegangen, und da stand dann der Typ da hinten am Eingang. Der hat Schmiere gestanden. Ein anderer hat eine Frau befreit, die sich seit heute Morgen in Untersuchungshaft befand, und mich überwältigt. Dann sind sie geflohen." Während der Erzählungen sah Mick sich im Flur und Eingangsbereich um, ohne von der Seite seines Kollegen zu weichen. Wenig später ertönte dann auch schon das Martinshorn und die dunklen Räume wurden vom Blaulicht des Rettungswagens durchflutet. Erleichterung machte sich unter den beiden Männern breit. Während es für Andreas erstmal ins Krankenhaus ging, versicherte Mick ihm, solange Dana zu informieren und später mit ihr, Karl und Caroline rüber zu kommen.
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