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Wir sind alle Kunst; gezeichnet vom Leben.

von Calypso
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Clarke Griffin Lexa
04.10.2019
22.11.2020
13
40.670
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Dieses Kapitel
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22.11.2020 3.594
 
Lexas PoV

Die ganze Körperhaltung der Blonden änderte sich, nachdem sie den Anruf beendet hatte.
Lexa konnte nicht genau sagen, was es war. Aber Clarke wirkte sofort unter Hochspannung.
Die Luft um die Blondine schien zu flimmern, so angespannt war sie.
„Wer war das?“, brachte sie atemlos heraus; so leise wie möglich aus Angst, dem Feuer noch zusätzlich Benzin zuzuführen. Clarke schloss mit einem sehr tiefen Atemzug die Augen.
Ihr Brustkorb hob und senkte sich ein paar Mal sehr stark; sie schien in sich zu gehen und ein wenig Kraft zu tanken.

„Meine Mutter.“
Ihre Mutter. Die Frau, die der armen Clarke in schon so frühen Jugendjahren so tiefe emotionale Wunden zugefügt hat. Heiße Wut stieg in ihr auf – erneut.
Nicht annähernd so stark wie ein paar Minuten zuvor, als Clarke ihr von ihrem Ex erzählt hatte.... aber diese Art von Wut war auch mit nichts zu vergleichen.
Lexa konnte sich nicht erinnern, je so eine Wut verspürt zu haben.
Würde sie diesem widerlichen Bastard von Hurensohn je über den Weg laufen... sie würde ihn umbringen. Hart, langsam, quälend.

„Raven kann anscheinend aus der Notaufnahme abgeholt werden.“, durchbrach Clarke ihre Mordgedanken. Sofort wanderten ihre Gedanken zu ihrer besten Freundin. Hoffentlich war mit ihrer Hand alles gut verlaufen. Als Mechanikerin war sie auf ihre beiden funktionstüchtigen Hände angewiesen und Lexa mochte nicht mal an das tiefe emotionale Loch denken, in das die hübsche Latina fallen würde, sollte sie ihrer großen Leidenschaft nicht mehr nachgehen können.

„Na dann wollen wir sie mal abholen und dann sehen wir zu, so schnell wie möglich wieder zurück zu dir zu fahren. Wir haben schließlich eine Ausstellung vorzubereiten, nicht wahr?“
Clarkes Lächeln erhellte ihr ganzes Gesicht. „Erstmal hohlen wir Raven und dann sehen wir weiter.“
Lexa stand auf und hielt Clarke ihre Hand hin. Die Blondine ergriff sie und das Kribbeln in ihrer Hand wanderte ihren ganzen Körper entlang. Ob sie sich je an dieses heiß-kalte Gefühl in ihrem Körper gewöhnen würde, wenn Clarke sie berührte? Lexa konnte es sich nicht vorstellen.

Hand in Hand und in gemäßigter Geschwindigkeit gingen die zwei wieder zurück ins Krankenhaus, am Empfang entlang und direkt in den Wartebereich der Notaufnahme.
Der dunkelhäutige Arzt von vorher wartete schon auf sie. Er machte einen auf wichtig und tippte wie wild mit seinen Händen auf einem Laptop. Raven, die in einiger Entfernung neben ihm saß beobachte seine angestrengte Miene halb genervt und halb belustigt.

Also Lexa und Clarke in ihr Blickfeld kamen, lächelte die Latina.
„Na endlich. Ich warte schon seit Ewigkeiten darauf, von euch abgeholt zu werden. Die Gesellschaft hier lässt echt zu wünschen übrig.“ Sie deutete mit ihrem Kinn auf den gestressten Wells und Lexa grinste vor Schadenfreude. Sie hatte genau gesehen, wie dieser Wichtigtuer Clarke bei ihrer Ankunft gemustert hatte. So voller Gier und Anbetung.
Nicht, dass sie es ihm verdenken könnte, oh nein. Aber am liebsten wollte sie Clarke vor seinen Augen abknutschen; nur damit er wusste dass er sich keine Hoffnungen mehr zu machen brauchte. Wobei – durfte sie das überhaupt? In der Öffentlichkeit? Darüber hatten sie noch überhaupt nicht gesprochen.
Sie hatte ja nicht mal eine Ahnung davon, was das jetzt eigentlich zwischen den beiden war.

Während Clarke sich um den Papierkram kümmerte, befragte sie Raven nach ihrer Behandlung und ihrer Wunde. Nebenbei versuchte sie die goldene Karte in Clarkes Hand zu ignorieren. Es waren schließlich keine Almosen, nicht wahr? Wieso kam sie sich jetzt trotzdem so beschmutzt vor?
„Du wirkst sehr angespannt. Was ist los?“, fragte Raven ruhig und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen, fast so als ob sie mögliche Probleme oder Gefahren scannen würde.
„Ich mag es nicht, wie er sie ansieht.“, rutschte es Lexa heraus und Raven sah sie ungläubig an.
„Spinnst du? Ist dir eigentlich klar, wie sie dich ansieht? Da brauchst du dir echt keine Gedanken machen, du Nuss. Die Kleine ist super scharf auf dich.“
Lexa fuhr sich mit der Hand über den Nacken und kniff sich in die gerümpft Nase.
„Ich befürchte, es ist mehr als das. Es könnte sein, dass ich sie echt gern hab.“
Die kohlschwarzen Augen bohrten sich in ihre eigenen und Lexa könnte schwören, dass Raven direkt ihr Hirn anzapfte. Und ihr Herz.

„Ein bisschen mögen, hm?“ Sie machte ein prustendes und abfälliges Geräusch.
„Mensch, du bist echt ganz schön bekloppt. Aber okay, steh dir nur ruhig weiter selbst im Weg. Mal sehen, wann du dir deine Gefühle endlich selbst eingestehst und es ihr dann auch zeigst. Ein bisschen PillowTalk auf unserer Couch und Vögeln reichen da nämlich nicht. Zeig ihr, was du fühlst. Also, dass du sie magst. Du weißt schon.“ Lexa musste schon zugeben, dass es nicht die schlechteste Idee war. Fuck, auch wenn sie es ihrer besten Freundin niemals sagen würde – sie war ein verfluchtes Genie.

Clarke wedelte mit einem Stapel Papiere und lächelte sie beide an. „Können wir los? Ich bin fertig und möchte möglichst schnell von hier verschwinden.“ Raven knuffte sie in die Hüfte und rollte dann auf Clarke zu. „Ich komme, Prinzessin. Und nochmal vielen vielen Dank.“
Lexa ging ebenfalls auf die schöne Blondine zu. Wells näherte sich von der anderen Seite und machte Anstalten Clarke zu umarmen.
Bevor sie wirklich darüber nachgedacht hatte, beschleunigte sie ihren Schritt um eine Kleinigkeit, war eine Sekunde vor Wells bei Clarke und zog diese in einen sengenden Kuss.

Clarkes überraschtes „Oh“ ließ ihren Mund leicht offen stehen, wodurch Lexas Zunge ein leichtes Spiel hatte. Zärtlich fuhr sie die Kontur ihrer Unterlippe nach und saugte danach leidenschaftlich an dieser. Lippen umwanden einander und Hände krallten sich in Hüften und Haare.
Ein paar Wimpernschläge später lösten sie sich schwer atmend voneinander. „Ich.. ähm.. ich wollte mich auch nochmal bedanken. Wegen Raven und so.“, brachte Lexa nun doch ein wenig verunsichert heraus. Aus dem Augenwinkel konnte sie Wells fassungsloses und enttäuschtes Gesicht sehen.
Sie schnurrte innerlich. Clarke lachte heiser und fuhr ihr mit dem Daumen die Kieferpartie entlang.
„Also wenn das so ist, darfst du dich gern öfter bei mir bedanken.“

„Ich würde es allerdings vorziehen, wenn das nicht in meinem Krankenhaus passieren würde.“
Eine Stimme, so spitz und kalt wie ein Eiszapfen, durchbrach die romantisch angehauchte Stimmung. Clarkes Gesichtsausdruck wechselte von verspielt zu angespannt, ihre Lippen pressten sich fest zusammen und das magische Blau verdunkelte sich.
Sie sah aus wie ein wunderschöner, aber gefährlicher Racheengel.

„Mutter.“
Sie hätte es im Prinzip nicht aussprechen müssen, Lexa hatte es auch so gewusst.
Die Stimme, die Art wie Clarke sich versteifte und die generelle Tatsache, dass sie ein wenig vom Pech verfolgt schienen. Aber spätestens nachdem Abgail Griffin mit verschränkten Armen und hochgezogenen Augenbrauen vor ihr zu stehen kam und das Kinn reckte, hätte sie es definitiv gewusst. Clarke sah ihr unfassbar ähnlich. Nur das Blau ihrer Augen schien sie von ihrem Vater zu haben.

Dr. Griffin kümmerte sich erst gar nicht um eine herzliche Begrüßung.
Der stechende Blick ihrer braunen Augen musterte sie von oben bis unten. „Und Sie sind wer?“
Raven rollte ein wenig näher dran, als würde sie ihre Anspannung spüren. „Mein Name ist Lexa.“
Es klang so dämlich. Alexandria Woods – DAS war ein Name für eine eindrucksvolle Vorstellung gewesen! Aber Lexa?

„Lexa? Und wie weiter?“ Dr. Griffin rümpfte angewidert die Nase, als wäre diese eine Frage schon zu viel ihrer wertvollen Zeit gewesen. „Einfach nur Lexa.“, antwortete Lexa mit ruhiger aber kräftiger Stimme. Deutlich ruhiger als sie sich fühlte. Zum Glück war ein Pokerface in ihrem Job notwendig und sie war mehr als geübt darin. „Nun, Lexa. Der Name ist geklärt aber dennoch weiß ich noch nicht WER SIE SIND.“

Gute Frage, Frau Doktor. Nahezu exzellent. Wer war sie? Das Model der Ausstellung ihrer Tochter? Die Frau, die ihre Tochter bumste? Eine traurige kleine Nutte vom anderen Ende der Stadt? Nun, das waren wohl alles keine Trümpfe für dieses Gespräch.

Clarke legte ihr beruhigend die Hand zwischen die Schulterblätter. „Sie ist meine Muse für die Ausstellung, Mutter. Aber in erster Linie ist sie eine ganz besondere Frau, die ich sehr schätze und gerne um mich habe.“ Wäre Lexa es nicht gewohnt, in allen möglichen Situationen möglichst cool und unnahbar auszusehen, so wäre ihr wohl jetzt die Kinnlade auf den Boden gekracht. Sie wusste schließlich von der schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung der beiden und war sich sicher, dass Clarke normalerweise nicht mit ihrer Mutter über „geschätzte Menschen“ sprach.

Doch Dr. Griffin schnaubte nur und machte eine abwertende Handbewegung.
„Okay, sie ist das Liebchen des Monats, aber das erklärt noch lange nicht wieso du deine Familienbonuskarte für noch eine weitere von ihnen verwendest... oder eher verschwendest. Wieso hat die Latina nicht selbst bezahlt? Bist du mal wieder in deiner Gossenphase? Dann schlag ich vor, du gehst lieber gleich zu deinem Knackifreund zurück. Du bist triffst echt immer wieder die selben schlechten Entscheidungen, was deine Bettgefährten angeht.“

Clarke schien in sich zusammen zu sinken und die sonst so stolze Frau wirkte plötzlich wieder wie sechs Jahre und frisch von der Mutter gerügt. Doch bevor Lexa sie in Schutz nehmen oder sich selbst und Raven verteidigen konnte, ergriff diese schon das Wort. „Wow, Doktor. G. Ihr Exmann muss wirklich ein Heiliger sein.“ Clarkes Mutter runzelte die Stirn. „Ich bedaure, doch ich kann diesem Gedanken nicht ganz folgen.“ Raven verschränkte die Arme vor der Brust und hob angriffslustig das Kinn ein wenig.
„Clarke ist so eine gütige und herzensgute Person. Von Ihnen hat sie das ja offensichtlich kein Stück, demnach muss es wohl eher von Mr. Griffin kommen.“

Dr. Abigail Griffin lief rot an. Ob vor Wut oder Scham konnte Lexa nicht genau sagen.
„Was erlaubst du dir eigentlich? Hast du eine Ahnung, wer hier vor dir steht?!“
Clarke straffte die Schultern und räusperte sich laut.
„Ein selbstgerechtes Miststück, das nicht noch eine einzige weitere Minute unserer Zeit verdient hat. Vielen Dank Mutter, aber wir müssen jetzt los.“
Das Rot wurde noch eine Spur dunkler und Lexa bildete sich ein, so etwas wie Schmerz über das Gesicht der Chirurgin huschen zu sehen. Doch sie verbarg es sofort wieder hinter ihrer einstudierten Miene.
Lexa war hier offenbar nicht die einzige, die es gewohnt war ein Pokerface zu tragen.

„Nun, wie bedauerlich dass uns dein Temperament erneut einen Strich durch die Rechnung macht. Ich hatte gehofft, vielleicht mit dir einen Kaffee trinken gehen zu können und über die Ausstellung zu sprechen. Aber gut, benimm dich wieder wie ein kleines Kind und verschwinde. Darin bist du schließlich am besten.“

Clarke schüttelte Lexas beruhigende Hand ab und ging mit einem leichten Zittern in der Stimme auf ihre Mutter zu. „Woher willst du denn wissen, wie ich mich als kleines Kind aufgeführt habe? Du warst doch nie da!“ Dr. Griffin zuckte zurück, als hätte Clarke ihr eine Ohrfeige verpasst.
So aufgeladen wie Clarke in dem Moment wirkte, war das vielleicht sogar im Bereich des Möglichen.
Lexa legte ihr federleicht aber bestimmt, beide Hände von hinten an die Hüfte. „Komm schon, Clarke. Lass uns nach Hause fahren.“

Dr. Griffin fielen fast die Augen aus dem Kopf. „DU WOHNST MIT IHR ZUSAMMEN?! Hast du den Verstand verloren? Ich dachte nach der Sache mit Finns Freund wärst du ein wenig vorsichtiger mit der Info, wo du wohnst. Gerade wenn es um solche Leute geht.“

Lexa und Raven wechselten einen Blick, keine von beiden konnte das Problem der Ärztin wirklich nachvollziehen. „Entschuldigung, aber habe ich Sie irgendwie verletzt oder angegriffen? Ich weiß nicht, wieso Sie sich so feindselig aufführen aber Sie können sich sicher sein – Ihre Tochter ist bei mir in guten Händen.“ Die braunen Augen spießten sie förmlich auf. „Oder hast du deine Hände gut in meiner Tochter?“

Lexa fielen fast die Augen aus dem Kopf. „MUTTER! WAS FÄLLT DIR EIN?!“, knurrte Clarke laut und ballte die Fäuste. „Du hast kein Recht darauf, Lexa und Raven so zu behandeln. Betrachte dich hiermit als von meiner Ausstellung ausgeladen.“ Nun war es an Dr. Griffin zurück zu taumeln, als hätte sie einen Schlag eingesteckt. „Clarke, ich habe noch nie eine Ausstellung von dir verpasst. Egal wie viel ich zu tun hatte.“

„Nun ja, irgendwann ist immer das erste Mal. Wenn du ein Problem mit Lexa hast, hast du ein Problem mit mir. Auf hoffentlich nicht so baldiges Wiedersehen, Mutter.“
Clarke schnappte sich ihre Hand, mit der anderen gab sie Raven ein Zeichen, sich dem Ausgang zu zu wenden. Lexa sah aus dem Augenwinkel, wie Dr. Griffin sich mit der Hanf an die Brust fasste, als ob der Abschied ihr wirklich körperlichen Schmerz bereiten würde. Oder hatte sie einen Herzinfarkt?
Hoffentlich nicht. Doch Clarkes Mutter räusperte sich, strich ihren Kittel glatt und ging in dem Moment um die nächste Ecke, in dem sie mit Clarke und Raven durch die Tür verschwand.

Ohne ein Wort zu sagen, packte Lexa Raven ins Auto, klappte ihren Rollstuhl zusammen und setzte sich dann auf den Beifahrersitz neben Clarke. Diese sah erstaunlich gefasst aus. „Dann fahr ich euch jetzt mal nach Hause, oder? Raven, geht’s deiner Hand soweit wieder gut?“
„Na sicher. Es ist ordentlich genäht und verpflastert worden, die Stelle ist betäubt und ich mit Schmerzmittel zugedröhnt. Ich fühl mich pudelwohl.“ Clarke nickte und lächelte leicht, aber es erreichte ihre Augen nicht. Diese wunderschönen Ozeane, die nach der Unterhaltung mit ihrer Mutter unbeschreiblich zerbrochen und matt aussahen.

„Was ist mit dir, Lex?“ Die blauen Augen taxierten sie und Lexa konnte nicht anders, als Clarke mit ihren Fingerspitzen den nackten Arm vom Schlüsselbein bis zur Fingerkuppe nach zu fahren.
Die Blondine bekam eine Gänsehaut und die matten Augen wurden ein wenig lebhafter.
„Wir schmeißen Raven bei uns raus und dann fahren wir zu dir. Arbeiten weiter oder machen das, was du nach dieser Begegnung sonst so brauchst.“ Sie formulierte es nicht wie eine Frage, denn es war keine. Es stand nicht zur Diskussion, dass sie Clarke in dem Zustand alleine lassen würde.
Das Lächeln der Künstlerin, das auf diese Worte folgte, war schon bedeutend echter als das ein paar Minuten zuvor. „Okay.“ Sie straffte sichtlich die Schultern und konzentrierte sich dann ganz darauf, aus der viel zu kleinen Parklücke und hinein in den Nachmittagsverkehr zu navigieren.

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„Worüber denkst du gerade nach?“, fragte Clarke und stupfste ihren Fuß mit ihrem eigenen an. Als sie vor ein paar Stunden in ihrem Loft angekommen waren, hatte Clarke sehr schnell sehr deutlich gemacht, dass sie heute nicht mehr arbeiten wollte. Das Treffen mit ihrer Mutter beschäftigte sie wohl doch mehr als sie zugeben wollte. Wobei Clarke sich noch gar nicht dazu geäußert hatte. Sie hatten Essen bestellt, eine Flasche Wein aufgemacht und sich nach dem sehr leckeren Mahl in die Badewanne verzogen. Gemeinsam.

Lexa lehnte an dem breiten Rand der frei stehenden Wanne; Clarke saß ihr gegenüber. Auch wenn sie einiges an Schaum zwischen sich hatten, so konnte sie doch die vollen und einladenden Brüste ihres Gegenübers sehen. Zusammen mit dem unordentlichen Dutt und der leicht geröteten Haut und den mittlerweile wieder so strahlenden Augen, gab es eigentlich nur eine Sache, über die Lexa gerade nachdachte.

„Weißt du eigentlich wie wunderschön du bist?“
Die blonde junge Frau senkte beschämt den Blick und nippte noch ein weiteres Mal an ihrem Weinglas.
„Ach was. Die Luft hier drin ist super nebelig, du siehst mich gar nicht richtig.“
Lexa schnaubte verärgert.

„Und wenn ich jetzt sofort erblinden würde, so würde das nicht im Geringsten etwas an deiner Schönheit ändern.“ Clarke hob wieder den Blick und die blauen Ozeane sahen sie aufmerksam an.
„Dafür dass du am Anfang gesagt hast, dass du keine Frau der großen Worte bist, bist du ganz schön gut mit Worten.“ Sie grinsten sich an und beide nahmen noch einen großen Schluck des wirklich fabelhaften Weins. Lexa zweifelte nicht daran, dass die eine Flasche mehr kostete als sie in einem Monat für Getränke generell ausgab.

„Du bist auch wunderschön, Lex. Nicht nur von außen. Von innen bist du sogar noch schöner.“
Sie bemerkte ein leichtes Flattern in ihrer Bauchgegend und wusste nicht so recht mit diesem Kommentar umzugehen. Wie oft sie für ihre schönen Augen, ihre festen Brüste oder ihren knackigen Arsch gelobt worden war, konnte sie schon gar nicht mehr zählen.
Aber für ihre inneren Werte? Das war schone eine Weile her. Sie konnte dem Blick dieser faszinierenden Saphire nicht länger standhalten. „Was? Du meinst, ich habe schöne Organe?“ Clarke warf den Kopf zurück und lachte laut auf. „Du hast mit Sicherheit auch eine wunderschöne Milz und einen beeindruckenden Magen... aber vor allem hast du ein Herz aus Gold.“

„Dabei bist du diejenige, die sich heute todesmutig meinem Sturrkopf gestellt und Raven großzügig auf eine kleine Hand-OP eingeladen hat. Wenn dann bist du die mit dem goldenen Herz.“
Clarke sah sie spitzbübisch an und stellte ihr Glas beiseite. „Du fandest mich dabei todesmutig?“ Lexa grinste so breit, dass sie merkte wie ihre Grübchen sich zeigten. „Auf jeden Fall. Ich hab mich bisher eher für eine wilde und unbeugsame Person gehalten... aber ein Blick in deine Augen und auf dieses süße kleine Muttermal in deinem Gesicht und ich bin gezähmt. So eine Wirkung hast du auf mich.“

Clarke legte den Kopf schief und machte dann eine lockende Bewegung mit ihrem Zeigefinger.
„Komm ein bisschen näher, Lex.“ Sie schluckte hörbar, stellte ebenfalls ihr Weinglas an den Rand und rutschte vom Rand weg, eher in die Mitte der riesigen Whirlpoolwanne.
Clarke kam ihr ein bisschen entgegen und schlang plötzlich ihre langen und geschmeidigen Beine um ihre Hüfte. Lexa stöhnte leicht auf, als ihre beider glitschigen und nassen Körper aneinander rieben. Ihre Mitten berührten sich auf so erotische Art, dass ihr ganz schummerig wurde.

„Ich denke, ich komm ganz gut mit dir klar, du Sturrkopf. Ich hab dich gut im Griff.“, hauchte Clarke und nahm ihr Gesicht in beide Hände. Lexas Herz schien fast aus ihrer Brust zu springen. Die ganze Situation war so heiß. Und Clarke... fuck. Sie war eine Göttin, die jetzt gerade auf der Welt wandelte und in ihren Armen lag. Es war pure Anmaßung zu glauben, dass sie sie jemals verdient haben könnte. „Küss mich.“, hauchte Clarke und Lexa verlor fast den Verstand. Sie griff in ihre nassen feuchten Locken und küsste die Künstlerin mit einer rohen Leidenschaft, die die Badewanne genauso gut in Flammen setzen könnte.

Lippen prallten aufeinander, Zungen umspielten einander und Lexa krallte sich mit ihren Fingern in Clarkes Hüfte. Die Blondine stöhnte laut auf und ihre Nippel stellten sich auf. Lexas Finger wanderten automatisch zu den kleinen spitzen Knospen, die durch die Hitze und Erregung ein dunkles Himbeerrot angenommen hatten. Lexa merkte, wie sich zwischen ihren Schenkeln eine Feuchtigkeit bildete, die nichts mit Badewasser zu tun hatte.

Clarke warf den Kopf zurück und sie nutzte die freie Fläche und benetzte ihren ganzen Hals mit Bissen und Küssen. Mit einem Knurren saugte Lexa sich an ihrem Hals fest und Clarke keuchte ihren Namen. „Fick mich.“

Es war eine Mischung aus Wunsch, Bitte und Befehl. Es war so heiß.
Lexa ließ ihre Finger weiter nach unten und zwischen sich und Clarke wandern und umspielte erst deren bereits hervorstehende Perle. Die Blondine rieb sich stoßweise an ihr und saugte nun ebenfalls an ihrem Hals. Ihre Zähne knabberten an ihrem Pulspunkt und sie konnte sich komplett in dieser Lust verlieren und fallen lassen. Sie richtete ihre Hand auf und Clarke drückte sich automatisch dagegen. „Fick mich, Lex. Bitte. Fick mich.“

Und Lexa kam dem Wunsch nur zu gerne nach. Sie hätte Clarke in diesem Moment vermutlich jeden Wunsch erfüllt und ihr die ganze Welt zu Füßen gelegt. Die Kerzen im ganzen Raum, der Schaum und diese ungezügelte Leidenschaft, die die Wanne fast zum Beben brachte... es war ein vollkommener Moment. Noch vollkommener wurde es, als Clarke einen Knopf am Rand der Wanne drückte. „Fuck, Clarke.“, stöhnte sie und riss die Augen auf. „Na wie gefällt dir die Massagefunktion der Wanne?“, fragte Clarke zwischen zwei Stöhnen und zwinkerte ihr keck zu. „Diese Wanne ist ein Traum. Du bist ein Traum. Fuck, Clarke du fühlst dich so gut an.“

Sie rutschte vor und zurück, hin und her über die Düsen und nahm Clarke, die sich immer noch mit ihren Beinen um ihre Hüfte gekrallt hatte, gleich mit. Drei ihrer Finger steckten bis zum Anschlag in der Blondine und ihre Lippen bearbeiteten unaufhörlich ihren Hals und Mund. „Oh Gott, Lex. Hör nicht auf... ich … ich … oh, fuck. Ich komm gleich... fuck.“ Und sie kam. Lexa schrie ihren Namen, als sie merkte wie Clarke sich um ihre Finger zusammenzog und sie ebenfalls über die Klippe der Lust sprang. Die beiden zuckten, bebten und kamen in absoluter Eintracht und es dauerte ein paar Minuten, bis eine von beiden wieder halbwegs zurechnungsfähig war.

„Das. War. Unglaublich.“, hauchte Clarke und Lexa nickte einfach nur. Zu mehr was sie nicht fähig.
Das war weltverändernd gewesen. Fuck. Was zur Hölle war das gewesen?!

Sie hielten sich noch ein paar Minuten im Arm, doch irgendwann wurde es doch Zeit aus dieser Wanne der Lust zu steigen. Ihre Beine waren Pudding und sowohl Lexa als auch Clarke mussten sich am Rand abstützen.

Als sie wenig später mit Bademantel und Handtuchturban auf dem Sofa saßen und den Rest der Flasche Wein teilten, musste Clarke sich ein paar Mal räuspern, bevor sie ihre Stimme fand. „Bist du bereit morgen wieder ein wenig zur Arbeit zurück zu kehren? Ich würde dich morgen ein wenig zeichnen und du müsstest dafür länger still stehen. Kriegst du das hin?“ Sie nickte. „Natürlich kriege ich das hin. Ich freu mich drauf.“

Und das tat sie! Wirklich! Auf der einen Seite zumindest. Auf der anderen Seite wusste sie, dass je näher die Ausstellung kam, desto näher rückte auch der Tag des Abschieds.
Und der lag ihr wie ein Stein im Magen.

Vor allem nach diesem Abend.
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