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Two Words (Nur Drei Worte)

OneshotFamilie / P12 / MaleSlash
Bram Greenfeld
04.10.2019
04.10.2019
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04.10.2019 1.169
 
Hey!
Hier die nächste Love Simon FF.  Wieder eine Übersetzung ...
Ahm, ja. Jedenfalls. Der Titel heißt 'zwei Worte', also 'Two Words', aber ich habe es als 'drei Worte' bzw als Anspielung an das Buch (das im Englischen ja komplett anders heißt) 'Nur 3 Worte' genannt, weil 'I'm gay' und 'Ich bin schwul' ja eine unterschiedliche Wortanzahl hat, egal wie man versucht es auszudrücken, im Deutschen geht's nicht in 2. AAAber egal. Ich plappere. Und eigentlich ist die Wortanzahl ja auch wurscht.
Jah. Jedenfalls ... Ich bin nicht ganz zufrieden, hoffe aber es gefällt euch trotzdem! :)


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Two Words (Nur Drei Worte)


Ich verstehe nicht ein Wort von dem, was meine Mutter sagt. Ich weiß, dass ich eigentlich aufpassen sollte, aber es ist immer das gleiche, Jahr für Jahr – sei nett zu deinem Vater, mach nichts Gefährliches, geh rechtzeitig zu Bett, blah, blah, blah.

Wenn ich ehrlich sein darf, es interessiert mich nicht. Kein bisschen. Nicht, wenn ich wichtigere Sachen habe, die mich gerade beschäftigen. Ganz besonders nicht, wenn ich Jacques habe.

„Abraham!“

Das Verwenden meines vollen Namens lässt mich von meinem Handy aufblicken.

„Ja?“, sage ich. Ich will wirklich zurück auf den Bildschirm blicken, aber ich kann nicht riskieren, dass sie mir mein Handy wegnimmt. Das wäre schrecklich!

„Hörst du mir überhaupt zu?“, fragt sie. Sie hat die Hände in die Hüften gestemmt und den Kopf zur Seite geneigt, was dazu führt, dass ihr Haar nun auf einer Seite des Kopfes herabhängt.

„Ja, die üblichen Hotel-Hanukkah Regeln, Mum“, antworte ich ihr und versuche nicht mit den Augen zu rollen.

„Bist du bereit?“, fragt sie. „Hast du all deine Sachen gepackt?“

„Ja, lass mich nur noch diese Email fertig beantworten“, sage ich und hebe mein Handy ein wenig. Sie zieht die Augenbrauen in die Höhe.

„Wem schreibst du Emails?“, fragt sie. Sie strengt ihre Augen so sehr an, dass ich glaube, dass sie tatsächlich versucht durch die Hinterseite meines Telefons auf den Bildschirm zu spähen. Das funktioniert natürlich nicht.

- Bram tippe ich, von den Worten meiner Mutter abgelenkt. Zum Glück bemerke es jedoch sogleich und lösche meinen wieder Namen. Stattdessen schreibe ich Blue hin. Gott, ich habe diesen Fehler schon so viele Male begangen, es ist ein Wunder, dass ich mich immer noch nicht verraten habe.

„Niemandem“, sage ich, klicke auf ‚Senden‘ und drehe den Bildschirm meines Handys ab. Es macht ein klickendes Geräusch dabei. Ich mag es, den Ton meines Mobiltelefons angedreht zu haben; es beruhigt mich irgendwie.

Natürlich ist das eine dicke, fette Lüge. Denn ich schreibe nicht niemandem.

Ich schreibe Jacques. Jacques, Jacques, Jacques. Kann es sein, dass ich mich in ihn verliebt habe? Ich weiß es nicht. Es ist die Frage, die ich mir die ganze Zeit stelle, Tag ein, Tag aus. Ich kenne ihn nicht wirklich und trotzdem gibt es da dieses Gefühl, dieses starke, prickelnde, tolle Gefühl.

„Ist es ein Mädchen?“, will meine Mutter wissen. Das Lächeln auf ihrem Gesicht verrät mir, dass ich gerade wie blöde grinse.

„Jap“, sage ich und betone dabei das ‚P‘ ganz besonders. „Ich habe gerade einem wirklich heißen Mädchen eine Mail geschrieben, in das ich ganz arg verknallt bin.“

Na ja, man muss halt das Geschlecht tauschen.

Sie hebt eine einzelne Augenbraue und blickt mich schweigend an.

„Wir sollten jetzt zum Hotel fahren für ein weiteres Höllen-Hanukkah“, sage ich und hebe beide meiner Augenbrauen höher als ihre einzelne.

Bram“, meint sie und in ihrer Stimme liegt eine Warnung.

„Ich meinte natürlich Hotel-Hanukkah.“ Ich schenke ihr ein strahlendes Lächeln, bevor ich aufstehe und meine Tasche hole.

~*~

„Bram!“

Die Umarmung meines Vaters fühlt sich irgendwie … künstlich an.

Sie fühlt sich an als wäre sie lediglich eine Pflicht, die er erfüllen muss, nur weil ich sein Sohn bin.

Nun, Überraschung, Vater: Ich will gar nicht dein Sohn sein.

„Dad“, zwinge ich mich zu sagen und wickle meine Arme um seine Schultern.

„Frohes Hanukkah“, meint mein Vater und löst sich von mir. Seine Augen glänzen irgendwie und ich habe den starken Drang es jetzt zu sagen. Ich bin schwul. Schwul, schwul, schwul. Schwulschwulschwulschwulschwul.

Nein, ich werde nicht ganz Hanukkah jetzt schon versauen.

„Lass uns die Menorah anzünden“, schlägt er vor und ich nicke.

Nur dass wir nicht wirklich die Menorah anzünden. Feuer und Hotelzimmer vertragen sich nicht wirklich gut. Stattdessen schraube ich die Glühbirnen langsam in ihre Halterung an der künstlichen Menorah. So schrecklich künstlich.

So verdammt unecht, wir Jacques wahrscheinlich sagen würde.

Ich sollte es Dad wahrscheinlich schon sagen – ich habe Jacques schließlich geschrieben, dass ich es ihm sagen werde.

„Hey, Dad?“, beginne ich schließlich, als er mit dem Singen bei den ‚Kerzen‘ fertig ist. Ganz ehrlich, ich bin mir ziemlich sicher, dass unser falsches Hanukkah mit jedem Jahr erbärmlicher wird. Dad dreht sich um und auf einmal fühlt es sich so extremst real an.

Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade wirklich tun will. Ich kann das nicht tun.

Nein, warte. Ich kann das. Ich kann das tun. Es wird alles gut sein.

Ich nehme einen tiefen Atemzug und will es gerade sagen, als mein Vater seine Hände hebt. Und ich bleibe stumm.

„Warte, zuerst habe ich noch ein Geschenk für dich“, meint mein Vater und dreht sich um, um in seinen Sachen nach meinem Geschenk zu suchen. Er holt schließlich ein Packerl hervor, das verdächtig nach einem Buch aussieht und wirft es mir zu. Ich hebe nur meine Augenbrauen und beginne damit, es auszupacken. Ich beiße mir so fest auf die Zunge, dass ich nachher überrascht bin, dass ich sie nicht gänzlich durchgebissen habe.

„Danke, Dad“, sage ich und sehe mir den Umschlag an. Meine Augen bleiben am Namen des Autors hängen. Natürlich. „Casanova“, sage ich und ziehe meine Wangen nach innen.

Wow. Mein Vater hat echt gar keine Ahnung, oder? Ich habe noch nie mit ihm über Mädchen geredet. Und trotzdem kauft er mir jetzt Casanova.

„Ich dachte mir nur, na ja, du wirst älter und … na ja.“

Oh, das ist typisch für meinen Vater. Peinlich berührt herumzustottern, während er versucht mit seinem absolut schwulen Sohn über absolut heterosexuellen Sex zu reden. Danke sehr, Dad.

Er denkt ich bin hetero. Großartig. Einfach nur großartig. Und so verwerfe ich den Gedanken daran, mich zu outen.

„Danke, Dad“, sage ich nichtsdestotrotz und starre einfach weiterhin auf das Buch. Irgendwie muss ich ein Lachen unterdrücken. Casanova. Jacques wird es lieben. Ich blicke zurück zu meinem Vater und irgendwie sieht er selbstzufrieden aus.

Du hast es erraten, Dad: Ich wollte unbedingt Casanova als Hanukkah-Geschenk bekommen. Danke vielmals.

„Was wolltest du denn sagen?“, erkundigt er sich und sieht mich nun vollkommen aufmerksam und interessiert an. Ich blicke zurück auf das Cover des Buches in meiner Hand: ein einfaches Bild von Casanova höchstpersönlich. Was er sich wohl denkt?

„Es ist nichts“, antwortete ich und beiße mir ein weiteres Mal an diesem Abend auf die Zunge.

Auf einmal erscheinen mir diese drei Worte wieder unaussprechlich.
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