Die Wahrheit

OneshotRomanze, Freundschaft / P12 Slash
03.10.2019
03.10.2019
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Nils und ich waren in der Turnhalle gerade in einen Kampf verwickelt, als Constanze am Fenster vorbei lief. Ich sah ihr nach und sah deshalb Nils Faust nicht, die direkt auf mich zukam. Das nächste was ich wahrnahm war, dass ich am Boden lag, Nils über mir gebeugt und mir der Kopf brummte wie Hölle.

,,Tommy, man alles gut? Warum hast du nicht geblockt?"
,,Sorry Man ich war abgelenkt."
,,Immernoch wegen Constanze? Man Tommy vergiss sie, sie ist es nicht wert, sie hat doch längst einen anderen."
,,Das ist nicht so einfach."
,,Tut dir eigentlich was weh? Ich meine ich hab schon richtig hart zugeschlagen."
,,Mein Kopf pocht wie verrückt aber sonst ist alles gut."
,,Sag mal hakts bei dir? Das sagst du mir erst jetzt?"
,,Ist doch nicht so schlimm."

Am liebsten hätte Nils mir gleich noch eine gegeben das sah ich ihm an.

,,Nicht so schlimm? Tommy du weißt wie gefährlich Verletzungen am Kopf sind. Wir gehen jetzt sofort zur Krankenstation."
,,Na gut, weil du sonst heute kein Auge zukriegen würdest machen wir das."

Auf der Krankenstation stellte sich heraus, dass ich eine leichte Gehirnerschütterung davon getragen habe. Ich sollte auf der Krankenstation für drei Tage bleiben, doch das lehnte ich ab. Dieser Ort würde mich nur dazu bringen an Constanze zu denken und das tat mir, wie wir eben gemerkt haben nicht gut.

Ich "entließ" mich also auf eigene Verantwortung. Kurz vor meinem Zimmer hielt Nils mich auf.

,,Tommy, ich möchte heute Nacht bei dir bleiben, um nah ja du weißt schon, ein Auge auf dich zu haben."
,,Aber Nils, Hubertus und Dominik sind doch da und können mich im Auge behalten."

Ich sah ihm an, dass ihm das nicht reichen würde. Also willigte ich ein.

Wir machten uns zu viert einen schönen Abend. Wir spielten Wer bin ich, Pantomime und Mensch ärgere dich nicht, wo drin Hubertus verdammt schlecht war. Also im nicht ärgern meine ich.

Schließlich war es an der Zeit schlafen zu gehen.

,,Du Tommy, kannst du mir ein Shirt leihen?"
,,Klar."

Ich warf ihm eins meiner Lieblingsshirts zu. Nils machte sich sofort daran sich aus seinen Klamotten zu befreien. Erst zog er sein Oberteil aus und entblösste seine nackte männliche Brust, die ziemlich durchtrainiert war. Dann zog er seine Jeans aus und stand nur noch in Boxershorts vor mir.

Ich spürrte wie ich vor Scham rot anlief.

,,Hast du noch nie einen Mann halb nackt gesehen? Du bist rot wie eine Tomate Tommy", scherzte Nils.

Ich fand das gar nicht lustig. Natürlich hatte ich schon Männer halb nackt, bis nackt gesehen, doch das hier fühlte sich anders an. Mir war heiß, Nils war heiß, dass war das Problem.

Ich wandte mich ab um so zu tun als ob ich mich auch umziehen wollte.

Plötzlich spürte ich Nils hinter mir.
,,Tommy, gehts dir gut? Ist alles in Ordnung ?"

Ich nickte. Zu mehr war ich nicht im stande. Dann gähnte ich einmal herzhaft auf.

,,Ach du bist müde, na das erklärt warum du so abwesend bist. Hättest ruhig schon eher was sagen können."

Ich lächelte ihn entschuldigend an, dann zog ich mir mein Schlafshirt über.

Nils lag bereits in meinem Bett als ich dort ankam und hielt meine Decke hoch. Peinlich berührt schlüpfte ich zu ihm.

Das Bett fühlte sich warm an, wahrscheinlich durch ihn, und da es nicht gerade groß war, konnte ich ihn direkt hinter mir spüren.

Ich ignorierte diese Feststellung und schloss meine Augen. Wenig später spürte ich seinen Arm um meine Hüfte und hörte ihn flüstern: ,,Schlaf gut Tommy."
Und das tat ich dann auch. Ich schlief ein und fiel in einen traumlosen Schlaf.

Als ich am nächsten morgen wach wurde war Nils weg.

Ich war gerade auf dem Weg ins Bad, da hörte ich seine und Hubertus Stimmen.

,,Was geht da eigentlich zwischen euch?"
,,Nix, wir sind Freunde."
,,Erzähl mir doch nichts, ich sehe doch wie du ihn ansiehst."
,,Ja, ich liebe ihn, aber er ist immer noch in Constanze verliebt."
,,Aber die hat doch längst einen neuen."
,,Das lässt ihn sie aber auch nicht vergessen. Mann Hubi, ich werde bald noch wahnsinnig."
,,Sag mal kann es sein, dass du ihn mit Absicht getroffen hast gestern?"
,,Ja, verdammt als er Constanze hinter her geschmachtet hat, da hab ich rot gesehen. Ich hab es aber sofort wieder bereut, aber da war es schon zu spät."
,,Ach deshalb hast du hier übernachtet."

Mehr wollte ich nicht hören. Ich zog mich in Windeseile an und rannte aus dem Zimmer, ich musste hier raus, ich brauchte frische Luft.

Ich lief so weit wie meine Beine mich trugen, irgendwann ließ ich mich einfach an Ort und Stelle nieder, mein Kopf tat mir weh, ob noch von gestern oder davon dass ich so verwirrt war wusste ich jedoch nicht. Verdammt, warum musste Nils mir das antun? Reichte es nicht, dass ich mich mit meinen Gefühlen für Constanze nicht unter Kontrolle habe, jetzt muss ich mich auch noch damit rum schlagen, das er sich in mich verliebt hatte. Warum kann mein Leben nicht einfach normal sein? Warum musste ich auf diesem Scheiß Internat leben, wo ich denn beiden ständig über den Weg laufe? Moment, das ist doch die Lösung. Ich verlasse das Internat.

Ich rappelte mich auf, mit meinem Entschluss vollkommen zufrieden. Im Internat angekommen wurde ich bereits von Domenik und Raphael mit den Worten: ,,Tommy, da bist du ja, wir haben dich schon überall gesucht", in Empfang genommen.

Ich zuckte bloß meine Schultern und ließ die beiden vollkommen verdattert allein zurück, ich hatte immerhin einen Koffer zu packen.

Etwa zehn Minuten später hörte ich wie die Zimmertür geöffnet wurde und wusste sofort das es Nils war, der gerade mein Zimmer betrat.

,,Was machst du da?"
,,Frag nicht so blöd, siehst du doch, ich verlasse das Internat."
,,Du hast uns gehört oder?", fragte Nils kleinlaut.
,,Ja habe ich und ganz ehrlich ich hab gerade ganz andere Probleme, da kann ich das jetzt nicht auch noch brauchen, deshalb gehe ich."
,,Tommy, du kannst mir doch nicht weißmachen wollen, dass du immer noch so starke Gefühle für sie hast, immerhin warst du derjenige, der sie verarscht hat und der Schluss gemacht hat."
,,Ich hab einfach festgestellt das sie meine Traumfrau ist."
,,Dann sag ihr das, statt einfach abzuhauen."
,,Nein das werde ich nicht tun. Und jetzt geh, ich muss weiterpacken."
,,Aber Tommy..."
,,Nein, geh!"

Nils sah mich prüfend an, dann zuckte er mit den Schultern und wandte sich um.

Plötzlich verschwamm meine Sicht vor mir und gleich darauf war alles schwarz. Ich spürrte noch wie ich fiel, dann war alles vorbei.


Als ich meine Augen wieder aufschlug, sah ich in Nils Augen. Mein Kopf lag in seinem Schoß und ich sah Tränen über sein Gesicht laufen. Ich mochte diesen Anblick nicht und schloss deshalb die Augen wieder. Ein dicker Kloß setzte sich in meinem Hals fest.

,,Tommy, sieh mich an, ich weiß das du wach bist."

Ich schüttelte leicht meinen Kopf.

,,Tommy, was ist los? Irgendetwas stimmt nicht, ich habe schon die ganze Zeit das Gefühl als würdest du etwas verheimlichen. Sag es mir, du kannst mir vertrauen."
,,Du willst wissen was los ist? Verdammt, ich ertrage deinen Anblick nicht, du bist Schuld, dass ich mit Constanze Schluss gemacht habe, du bist Schuld, dass ich mich in kein anderes Mädchen verlieben kann und du bist Schuld, dass ich die Schule verlassen muss. Ich hasse dich."

Ich hatte meine Augen geöffnet und ihn böse angefunkelt. Während meinen Worten hatten sich in Nils Augen noch mehr Tränen gesammelt doch ich hatte ihm noch weiter wehtun wollen. Warum ich das jedoch tat wusste ich nicht, denn eigentlich tat ich mir damit nur selbst weh.

,,Nein Tommy du hasst mich nicht, es klingt für mich eher so, als ob ... du mich liebst."
,,Ach tut es das? Ja verdammt es stimmt, ich empfinde etwas für dich, doch das will ich nicht. Doch egal welches Mädchen ich ansehe, ich empfinde nicht das gleiche wie für dich und das macht mich wahnsinnig."
,,Warum Tommy?"
,,Warum was?"
,,Warum willst du nichts für mich empfinden?"
,,Weil, weil, weil ich noch nie etwas für einen Jungen empfunden habe und das macht mir Angst."
,,Ich habe auch noch nie etwas für einen Jungen empfunden, aber wir können doch gemeinsam herausfinden, was das für uns beide heißt."
,,Ich hab Angst Nils."
,,Wovor?"
,,Dich zu verlieren."
,,Du machst mich wahnsinnig. Weißt du wie gerne ich dich gerade für diesen letzten Satz umarmen, dich küssen und dich nie wieder loslassen möchte?"
,,Und warum tust du es dann nicht einfach?"

Und das tat er dann auch. Er beugte sich über mich und legte seine Lippen auf meine. In diesem Moment vergass ich alles, ich vergass Constanze, ich vergass meinen Plan, die Schule zu verlassen und ich vergass meine Mitbewohner, die plötzlich im Zimmer standen  und mit hochrotem Kopf zu uns sahen.

,,Ent..schuldigung fürs reinplatzen w...wir wussten ja nicht ... Seit ihr jetzt zusammen?"

Nils sah mich an. Er wusste scheinbar die Antwort nicht, doch für mich war sie ganz klar: ,,Ja, ich meine wenn du das möchtest Nils Kupferschmied."

Zur Antwort legte Nils seine Lippen erneut auf meine.

Ich lächelte in den Kuss hinein.
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