My Alpha Mate (Haikyuu!! Fanfiction)

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Bokuto Koutarou Kuroo Tetsurou OC (Own Character) Oikawa Tooru
03.10.2019
09.11.2019
8
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Und schon wieder kommt das neue Kapitel mit einem Tag Verspätung. Schande über mich >o<
Ich gelobe aber Besserung xD


~ Nekoma ~


Um kurz vor zehn kam ich beim Rudelhaus an. Ich hatte geduscht und frische Kleidung angezogen. Ich steckte in einer schwarzen engen Jeans, einem weißen Tanktop und meiner schwarzen Lederjacke. Meine Füße steckten in einem Paar schwarzer knöchelhoher Armeestiefel. Meine Tasche stand neben mir auf dem Boden, während ich mit dem Rücken an die Wand gelehnt auf den Beta wartete. Ich fühlte mich etwas komisch. Nicht wegen dem was am Abend passiert war. Nicht nur. Es war eher der bevorstehende Abschied und noch viel mehr die Ankunft bei dem anderen Rudel was mir Bauchschmerzen bereitete. Aber, so wollte ich es ja. Wenn Tōru meint, dass ich dort Antworten bekomme, dann ist das auch hoffentlich so.
Ich hörte wie sich die große Tür des Rudelhauses öffnete und wieder verschlossen wurde. Ich stieß mich von der Wand ab und drehte mich in Richtung Tür. Wie ich erwartet hatte entdeckte ich den schwarzhaarigen Beta. Als ich seinen etwas merkwürdigen Blick bemerkte schossen mir Tōrus Worte vom Vortag wieder in den Kopf und trieben mir das Blut in die Wangen. Das Problem ist, dass ein anderer Werwolf deine Jungfräulichkeit riechen kann. Wenn das tatsächlich so war, dann wusste er alleine an meinem Geruch, dass es jetzt nicht mehr so war.
Oh. Mein. Gott. Okay Akane, einfach nicht daran denken, jetzt ist es eh zu spät. „Guten Morgen“ begrüßte ich ihn mit einem Lächeln. „Guten Morgen Akane“ gab er ebenfalls mit einem leichten Lächeln zurück und blieb neben mir stehen. Der anfängliche merkwürdige Gesichtsausdruck war verschwunden. Vielleicht hatte ich es mir auch bloß eingebildet. Mit Sicherheit wusste er von dem Alpha sowieso schon was passiert war. Irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Schokolocke das für sich behalten konnte. „Danke noch mal, dass du mich begleitest“ sagte ich lächelnd und hob meine Tasche auf „Ohne dich wäre ich wahrscheinlich verloren gewesen.“ „Kein Problem“ gab er schlicht zurück und gemeinsam setzten wir uns in Bewegung.
„Weiß Tōru, dass du mich begleitest?“ fragte ich ihn nach einigen Minuten der Stille. „Ja“ antwortete er knapp. „Hast du es ihm selber gesagt oder hat er es herausbekommen?“ „Ich habe es ihm gesagt. Viel mehr habe ich mich bei dem Idioten darüber beschwert, dass er dir nicht verbieten soll mich zu fragen“ sagte er brummend und ich konnte dieses Gespräch förmlich vor meinem Inneren Auge sehen. „Da wäre ich gerne dabei gewesen“ kicherte ich amüsiert bevor wieder Stille einkehrte. Wir verließen die Stadt und als wir den Wald betraten bog Iwaizumi von dem kleinen Weg ab. Auf einer kleinen Lichtung blieb er stehen. Verwundert sah ich den Schwarzhaarigen an, doch ich konnte mir schon vorstellen was er wollte. „Es geht schneller, wenn wir uns verwandeln. Habe ich recht?“ fragte ich den Beta mit einem leichten Lächeln. „Richtig“ antwortete er nickend „Ein Problem?“ „Nein. Aber du müsstest meine Tasche mitnehmen. Ich bin zu klein um sie selber zu tragen.“ „Kein Thema.“ Damit war es beschlossen. Ich drehte ihm den Rücken zu und begann meine Sachen auszuziehen und sie in meine Tasche zu stopfen. Ich spürte den frischen Wind auf meiner Haut, doch mir wurde nicht kalt. Meine innere Hitze hielt mich warm. „Als Gegenleistung dafür das ich deine Tasche mitschleppe, packe ich meine Sachen aber solange mit rein“ hörte ich Iwaizumi zwischendurch sagen. „Tu was du nicht lassen kannst“ gab ich belustigt zurück und schüttelte dabei leicht den Kopf. Als ich mich komplett ausgezogen hatte verwandelte ich mich und entfernte mich einige Meter von meiner Tasche. Noch immer waren mir solche Situationen unangenehm. Ich war es einfach nicht gewohnt und brauchte wahrscheinlich einfach noch etwas Zeit. Menschen zogen sich für gewöhnlich nicht andauernd voreinander aus. Zumindest nicht, wenn sie keinen Sex miteinander haben wollten. Es war noch immer ein wenig absurd.
Kurze Zeit später hatte auch der Beta seine Sachen in meiner Tasche verstaut und sich verwandelt. Ich drehte mich zu ihm und beobachtete wie er meine Tasche in seine Schnauze nahm. Bei ihm sah das so leicht aus, während ich meine Tasche kaum vom Boden hochbekam. Iwaizumis Blick fiel auf mich. Der Blick seiner olivgrünen Augen war stechend. Noch immer empfand ich die Erscheinung eines anderen Werwolfes als beeindruckend. Besonders seine, auch wenn er längst nicht der größte war der mir bisher begegnet war. Doch er war der erste. Der erste Werwolf dem ich gegenüberstand. Diesen Moment würde ich wohl in meinem ganzen restlichen Leben nicht mehr vergessen. Der große schwarze Wolf nickte kurz und dann setzten wir uns in Bewegung. Er legte ein ordentliches Tempo vor, doch ich hatte kein Problem mitzuhalten.

Wenn ich ein Problem mit der Wolfsform hatte, dann das ich keine Uhr dabei hatte. Ich konnte es nie abschätzen wie lange ich unterwegs war. Das hatte in den letzten Jahren schon oft Ärger mit meiner Mutter gegeben, da ich andauernd zu spät von meinen Ausflügen zurückkam. Auf unserem Weg zum Nekoma Rudel fühlte ich mich ähnlich. Wie lange waren wir unterwegs? Eine halbe Stunde? Eine Stunde? Zwei Stunden? Ich hatte absolut keine Ahnung. Doch eigentlich war es auch egal. Ich hatte eine gute Ausdauer und konnte zur Not bis heute Abend weiter rennen. Doch ich glaubte nicht, dass es so lange dauern würde.
Ich lief immer einige Meter hinter dem Beta des Seijoh Rudels, um nicht die Richtung zu verlieren. Doch irgendwann hörte ich seine Stimme in meinem Kopf und das ziemlich eindringlich. Halt an! Sofort stoppte ich und kam direkt neben ihm zum stehen. Er stellte meine Tasche auf dem Waldboden ab und starrte einfach geradeaus. Was ist los? Fragte ich ihn unsicher. Da kommt unser Begrüßungskomitee. Aufmerksam sah ich in die selbe Richtung und da bemerkte auch ich ihn. Ein einzelner männlicher Werwolf näherte sich uns.
Wenige Augenblicke später trat ein hellbrauner Wolf auf die kleine Lichtung auf der wir uns befanden. Er war recht klein, doch trotzdem verunsicherte mich der Blick mit dem er mich musterte. Erst als er zu dem Beta an meiner Seite sah, schien er sich etwas zu dir entspannen. Was führt dich denn hierher, Iwaizumi-san? Hörte ich eine unbekannte Stimme in meinem Kopf. Wir müssen zu Kuroo-san. Beziehungsweise sie. Antwortete der schwarze Wolf und so sah der Kleinere wieder zu mir. Und du bist? Wollte er dann von mir wissen. Akane Shizuko, antwortete ich ein wenig irritiert. Wer war denn jetzt Kuroo? Wollten wir nicht zu Nekomata? Gehört sie zu euch? Fragend sah der Braune wieder zu Iwaizumi. Mehr oder weniger, antwortete dieser woraufhin der andere nickte.

Dann drehte er sich um und verschwand wieder im Wald. Iwaizumi hob daraufhin meine Tasche wieder hoch und setzte sich ebenfalls wieder in Bewegung. Schnell folgte ich ihnen um den Anschluss nicht zu verlieren. Wir hatten den braunen Wolf schnell eingeholt und setzten unseren Weg in einem etwas gemütlicheren Tempo fort. Wir kamen unserem Ziel näher. Ich konnte es riechen, spüren. Aufmerksam behielt ich meine Umgebung im Auge, auch wenn ich nicht glaubte einen Angriff befürchten zu müssen. Wir waren nicht mehr weit entfernt als Iwaizumi begann sein Tempo zu verlangsamen und schließlich stehenblieb. Der braune Wolf, dessen Namen ich nicht kannte, und ich taten es ihm gleich. Geh schon mal vor. Wir werden eure Stadt nicht als Wölfe betreten, erklärte der Beta woraufhin der Kleinere Wolf nickte und weiterlief.
Wir verwandelten uns wieder zurück, zogen uns an und setzten unseren Weg zu Fuß fort. Schweigend liefen wir durch den Wald. Ich trug meine Tasche wieder selbst und sah mich ein wenig um. Dieser Teil des Waldes unterschied sich nicht wirklich zu dem, in dem das Seijoh Rudel ansässig war. Vermutlich sah es hier im Norden einfach überall gleich aus. Schließlich lichtete sich der Wald und vor uns erschien eine kleine Stadt. Direkt am Eingang stand ein junger Mann mit kurzen braunen Haaren. Es schien, als würde er auf uns warten. Als wir dichter kamen merkte ich, dass er wenige Zentimeter größer war als ich, trotzdem war ich mir sicher, dass er der kleine braune Wolf aus dem Wald war.
„Wir haben uns lange nicht mehr gesehen Iwaizumi-san“ begrüßte er den schwarzhaarigen Beta mit einem kleinen Grinsen. „Das stimmt. Es freut mich dich wiederzusehen, Yaku-san“ gab der Angesprochene zurück. Dann viel der Blick des Braunhaarigen auf mich. „Es freut mich sehr deine Bekanntschaft zu machen, Shizuko-san.“ „Ebenfalls“ gab ich etwas unsicher zurück, rang mich aber zu einem Lächeln durch. „Dafür, dass du eigentlich gar nicht so riesig bist, ist dein Wolf erstaunlich groß“ meinte er dann nachdenklich und erntete dafür ein leises Knurren von Iwaizumi. „Bringst du uns bitte zu Kuroo-san?“ fragte der Beta eindringlich und seine Stimme duldete keine Widerrede. Es war viel mehr ein Befehl als eine Bitte. Ein amüsiertes Grinsen zierte das Gesicht des Braunhaarigen als er nickte und sich schließlich in Bewegung setzte.
Von allen Seiten wurden wir aufmerksam beäugt, während wir dem Braunhaarigen folgten. Ob das an mir lag oder daran, dass der Beta eines anderen Rudels in der Stadt war, konnte ich jedoch nicht sagen. Eigentlich war es auch nicht wichtig. Es war unangenehm. Punkt. „Hajime?“ flüsterte ich leise woraufhin der Schwarzhaarige fragend zu mir herabsah. „Wer ist denn jetzt dieser Kuroo?“ wollte ich wissen „Wollten wir nicht eigentlich zu einem Nekomata?“ „Kuroo-san ist der Alpha des Nekoma Rudels“ erklärte er mir ruhig und sah dabei wieder nach vorne „Ohne seine Zustimmung kommst du hier nirgendwo hin.“ „Oh“ murmelte ich leise. So war das also. Ich sollte es mir besser nicht mit diesem Kuroo verscherzen, sonst rückten meine Antworten in weite Ferne. „Und wer ist er?“ fragte ich dann noch und nickte dabei in Richtung des Braunhaarigen, der vor uns ging. „Das ist Morisuke Yaku. Er ist der Gamma des Rudels.“ „Okay. Gut zu wissen.“ Nachdenklich betrachtete ich diesen Yaku. Der Gamma des Rudels... also die Nummer drei. Ich wusste gar nicht, dass es eine Nummer drei in einem Rudel gab. Alpha und Beta waren klar, aber einen Gamma? Ob es so etwas bei Seijoh wohl auch gab?
„Warst du schon mal hier?“ fragte ich nach einem Moment der Stille. Ich war ein neugieriger Wolf. Außerdem wollte ich mich noch ein wenig mit Hajime unterhalten, bevor ich mich von ihm verabschiedeten musste. „Ja, einmal“ antwortete er nickend „Ist allerdings schon eineinhalb Jahre her. Wir waren allerdings im Rudelhaus der Karasuno. Deren Alpha hatte Shittykawa und mich eingeladen.“ „Ach so“ nickte ich verstehend. Ich wusste noch immer nicht so recht wie ich mir den Zusammenschluss der drei Rudel vorzustellen hatte. Ich hatte eher damit gerechnet, dass sie ein Rudelhaus hatten und gemeinsam 'regierten', dem war aber scheinbar nicht so. ich versuchte mir darüber jedoch nicht allzu viele Gedanken zu machen. Ich wollte zu diesem Nekomata um Antworten bekommen. Mehr nicht.

Einige Minuten später kamen wir an einem großen Gebäude an über dessen Eingangstür 'Nekoma' stand. Wir hatten unser Ziel also erreicht. Wobei es mehr ein Zwischenziel war. Meine Endstation war immerhin eine andere. So sollte es zumindest sein. Yaku ließ uns hinein und in der Eingangshalle blieben wir erst einmal stehen. „Ich denke von hier aus findest du den Weg oder?“ fragte Yaku Iwaizumi mit einem leichten Grinsen. „Sicher“ antwortete dieser nickend. „Alles klar. Man sieht sich.“ Winkend verabschiedete der Braunhaarige sich von uns und verschwand hinter einer Tür. Zielstrebig setzte Iwaizumi sich wieder in Bewegung und ich folgte ihm schnell. „Meintest du nicht vorhin noch, dass du hier noch nie warst?“ wollte ich etwas irritiert wissen „Wie willst du ihn dann finden?“ „Ich kann ihn riechen“ antwortete er schlicht und am liebsten hätte ich mir mit der Flachen Hand vors Gesicht geschlagen.
Aufhören wie ein Mensch zu denken, aufhören wie ein Mensch zu denken. „Klar. Entschuldige die dumme Frage“ sagte ich schnell und lächelte ihn entschuldigend an. „Kein Problem“ gab er etwas angespannt zurück. „Stimmte etwas nicht?“ fragte ich vorsichtig und sah leicht besorgt zu ihm auf. „Nein, alles okay“ antwortete er seufzend, doch so recht glaubte ich ihm das nicht. Ich beließ es aber einfach dabei, etwas anderes blieb mir eh nicht übrig. Still folgte ich ihm durch den unendlich lang erscheinenden Gang.

Wir erreichten eine große Tür, welche der schwarzhaarige Beta einfach ohne zu klopfen aufriss. Irgendwie kam mir diese Situation ziemlich bekannt vor. War das Anklopfen vielleicht auch so eine 'menschliche' Sache, die unter Werwölfen einfach unüblich war? Ich wusste es nicht, doch ich empfand es als unhöflich und unangenehm. Wer weiß denn schon was die auf der anderen Seite der Tür machen? Oder konnte er das etwa auch riechen? Ich hoffte nicht...
„Ihr habt aber ganz schön lange hierher gebraucht“ kam es amüsiert aus dem Raum. Etwas verunsichert folgte ich dem Beta in das Büro, welches deutlich kleiner war als das von Tōru. Es bestand nur aus vielen Regalen, Schränken und einem großen Schreibtisch. Hinter diesem saß ein junger Mann mit chaotischen schwarzen Haaren. Auch er war kaum älter als ich. Waren eigentlich alle Apha so verdammt jung? Wenn ich an die Politiker meiner Heimat dachte... die waren alle verdammt alt. Lässig erhob er sich von seinem Stuhl und ging mit einem schiefen Grinsen auf uns zu. Zu meiner Verwunderung ging er jedoch an Iwaizumi vorbei und blieb direkt vor mir stehen. „Wie heißt es so schön? Ladies first“ sagte er grinsend und nahm dabei meine Hand in seine. Er war verdammt groß. Noch einige Zentimeter größer als Tōru. Das war so ziemlich das einzige was ich denken konnte während seine Haselnussbrauen Augen auf mir lagen. „Mit wem habe ich denn das Vergnügen?“ Fragend sah er mich an und küsste dabei sanft meinen Handrücken. „Akane Shizuko“ gab ich völlig irritiert zurück und sah wie Iwaizumi, der neben dem Alpha stand, genervt die Augen verdrehte. „Ein sehr schöner Name, sehr passend“ gab er weiterhin grinsend zurück und ließ meine Hand wieder los. Irgendwie fand ich diesen Typen etwas merkwürdig. Seine Worte passten irgendwie nicht zu dem perversen Grinsen mit dem er zu mir herabsah.
Gerade als er wieder den Mund aufmachte um etwas zu sagen, wurde er von dem kleineren Beta unterbrochen. „Hör auf zu schleimen Kuroo-san, du bist doch sonst auch nicht so nett.“ „Ich bin immer so nett“ gab der Alpha empört zurück und drehte sich damit zu Iwaizumi um. „Du bist doch einfach nur eifersüchtig. Gib es doch zu Chibi-chan“ sagte er dann und grinste den Kleineren provozierend an. Dieser schnaubte jedoch nur verächtlich. Chibi-chan... einen Beta so zu nennen... das konnte sich vermutlich auch nur ein Alpha erlauben. Der Größenunterschied der beiden war jetzt auch nicht so groß. Sieben oder acht Zentimeter vielleicht. Aber ich Zwerg sollte besser die Klappe halten. Tat ich auch.

„Lass deine Flossen von ihr, sonst bringt Oikawa dich um.“ Mit diesen Worten drehte Iwaizumi sich um und verließ das Büro. Irritiert sah ich ihm hinterher. Kein Tschüss, kein Wort des Abschieds. Nichts. Doch lange konnte ich mir darüber keine Gedanken machen, denn der noch anwesende Alpha lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf sich. „Chibi-chan ist immer so leicht reizbar“ murmelte er amüsiert und ging dann einige Schritte zurück zu seinem Schreibtisch um sich dagegen zu lehnen. „Warum nennst du ihn Chibi-chan?“ wollte ich irritiert von ihm wissen. „Na weil er so klein ist“ antwortete er mir grinsend. Skeptisch zog ich eine Augenbraue nach oben und verschränkte dabei die Arme vor der Brust. Knappe 1,80 m war für mich nicht klein, immerhin erreichte ich nicht einmal die 1,70 m.
„Ich bin übrigens Tetsurō Kuroo. Was führt dich zu mir Akane-chan?“ Das schiefe Grinsen war aus seinem Gesicht verschwunden und er sah mich ernst an. Ich konnte spüren, dass sich seine Stimmung verändert hatte nachdem Iwaizumi den Raum verlassen hatte. Auch wenn der Beta eines anderen Rudels mich hierher gebracht hatte, vertraute er mir nicht. Ich erinnerte mich daran, dass Makki und Mattsun das Nekoma Rudel als äußerst misstrauisch bezeichnet hatten. Wenn ich hier Antworten bekommen wollte, musste ich wohl genau aufpassen was ich sagte. Auch wenn Kuroo noch ein Stück größer war als Tōru und durch sein gesamtes Auftreten bedrohlicher wirkte, war ich nicht so eingeschüchtert wie bei meiner ersten Begegnung mit der Schokolocke. Ob es daran lag, dass ich jetzt schon einige Erfahrungen im Umgang mit anderen Werwölfen, insbesondere einem Alpha, gesammelt hatte oder an etwas anderem, wusste ich jedoch nicht.
Ich atmete einmal tief durch ehe ich begann ihm mein Anliegen zu erklären. Da ich wusste, dass er sowieso nachfragen würde, erklärte ich ihm lieber gleich alles. „Ich bin in den Norden gereist um etwas über meine Herkunft zu erfahren. Ich bin im Süden aufgewachsen, wurde von Menschen aufgezogen da ich als Baby ausgesetzt wurde. Durch Zufall bin ich beim Seijoh Rudel gelandet. Ihr Alpha meinte, dass es hier jemanden geben würde, der vielleicht etwas darüber wissen könnte.“ Als ich stoppte, kehrte eine bedrückende Stille ein. „Und wer soll dieser jemand sein?“ fragte er scharf und ich zuckte kaum merklich zusammen. „Nekomata“ antwortete ich schlicht, woraufhin der Schwarzhaarige kurz nickte. „Es ist irgendwie frustrierend“ seufzte er nach einem kurzen Moment der Stille leise „Da bekommen wir mal so hübschen Besuch und dann will die zu dem alten Sack.“
Irritiert blinzelte ich. Hatte ich das gerade wirklich gehört? „Jetzt guck doch nicht wie ein kaputtes Auto, Akane-chan“ lachte er amüsiert und kam wieder auf mich zu. Direkt vor mir blieb er stehen und ich musste meinen Kopf in den Nacken legen um ihm weiter in die Augen sehen zu können. Sein Blick erinnerte mich eher an eine Katze... als an einen Wolf. „Es wundert mich, dass Oikawa-san dich nicht persönlich hierher gebracht hat. Nach der Warnung von Iwa-san, könnte man meinen dem Alpha liegt etwas an dir“ meinte er schief grinsend woraufhin ich leicht die Augen verdrehte. „Wie man es sieht“ murmelte ich leise was ihn zum Lachen brachte. Ein Schauer fuhr mir durch den Körper. „Ja ja, Oikawa-san ist manchmal ein komischer Zeitgenosse.“

Belustigt trat er an mir vorbei, schnappte sich ohne zu fragen meine Tasche und öffnete die Tür seines Büros. „Wo gehst du hin?“ fragte ich ihn leicht entsetzt und folgte ihm schnell. „Na, du wolltest doch zu Nekomata“ antwortete er grinsend und setzte seinen Weg fort. Kopfschüttelnd folgte ich ihm. Er ging extrem zügig und die mehr als zwanzig Zentimeter Größenunterschied machten es mit nicht gerade leichter hinterher zu kommen. Doch noch bevor wir das Rudelhaus verließen hatte ich die Nase voll.
Ich blieb einfach stehen und verschränkte die Arme vor der Brust. Einige Schritte später merkte auch der Alpha, dass ich ihm nicht mehr folgte. Daher blieb er stehen und drehte sich verwundert zu mir um. „Was stehst du da denn so herum? So kommen wir doch nie bei Nekomata an.“ „Ich habe einfach keine Lust hinter dir herzurennen“ keifte ich ihn an und setzte mich langsam wieder in Bewegung „Kannst du mal etwas langsamer laufen? Wir sind doch nicht auf der Flucht.“ Scharf sah ich ihn als als ich neben ihm wieder zum stehen kam. Kurz erwiderte er meinen Blick sichtbar irritiert, doch dann fing er wieder leicht an zu grinsen.
„Du bist ganz schön frech, Akane-chan“ meinte er amüsiert, doch in seinem Blick lag etwas, das mich warte mich nicht zu sehr mit ihm anzulegen. Eigentlich. „Habe ich schon gehört“ gab ich unbeeindruckt zurück. „Gefällt mir. Aber das ändert nichts an dem eigentlichen Problem. Was kann ich denn dafür, wenn du einfach so klein bist?“ fragte er mich grinsend. Empört plusterte ich die Wangen auf. „Ich bin nicht klein!“ „Doch.“ „Nein!“ „Doch.“ „Meine Größe ist für eine Frau in meinem Alter vollkommen durchschnittlich.“ Wütend stemmte ich die Hände an die Hüften und funkelte ihn gereizt an. „Wenn du meinst“ gab er lässig zurück, wobei sein Blick ziemlich offensichtlich zu meinen Brüsten rutschte. „Spanner“ zischte ich böse und schob mich dann einfach an ihm vorbei. Lachend folgte er mir und war nach wenigen Schritten wieder neben mir.

Ich hatte es gar nicht für möglich gehalten, aber es gab tatsächlich einen Alpha den ich noch nerviger fand als Tōru. Und zwar Kuroo. Tetsurō Kuroo, der Alpha des Nekoma Rudels. Er ging mir so dermaßen auf den Zeiger. Immer wieder machte er dumme Bemerkungen über meine 'geringe' Körpergröße. Es nervte! Wo waren wir? Im Kindergarten? Ich blieb jedoch still. Würde ich es mir jetzt mir ihm verscherzen, rückten meine Antworten in weite Ferne. Dann würde er mich nie zu diesem Nekomata bringen. Daher hieß es Augen zu und durch. Einfach ignorieren. Einfach ignorieren. Ich hatte ihn schon genug gereizt.
Schließlich kamen wir an einem kleinen gemütlichen Haus an, welches ziemlich im Zentrum der Stadt lag. Energisch klopfte der Schwarzhaarige an die Tür und kurz darauf waren Schritte zu hören. Die Tür wurde geöffnet und ein alter Mann mit grau-blonden Haaren öffnete die Tür. Er war etwas kleiner als ich und ich würde ihn auf etwa 70 Jahre schätzen. Sein Blich war scharf auf den Alpha gerichtet, aber sonst wirkte sein Gesicht eigentlich recht freundlich. „Warum machst du hier denn so einen Radau?“ fuhr er den Jüngeren an „Ich weiß doch schon längst, dass ihr hier seid.“ Verwundert blinzelte ich den Grauhaarigen an. War das nicht etwas hart? „Entschuldige Nekomata-sama“ gab der Schwarzhaarige schnell zurück und kratzte sich leicht verlegen am Nacken. „Kommt erst einmal rein. Dann könnt ihr mir erklären, was sie hier macht“ sagte er dann etwas friedlicher und verschwand im inneren des Hauses. Mit einem Nicken deutete Kuroo mir ihm zu folgen. Schnell kam ich dieser Aufforderung nach. Ich hörte wie der Alpha die Tür hinter sich verschloss und uns dann ebenfalls folgte.
Wir kamen in einem gemütlichen Wohnzimmer an und Nekomata setzte sich dort auf einen Sessel. Er deutete mir mich auf das gegenüberliegende Sofa zu setzen. Schweigend kam ich dem nach. Als Kuroo bei uns ankam pflanzte er sich mit auf das Zweiersofa. Entspannt lehnte der Alpha sich zurück und legte einen Arm hinter mir auf die Rückenlehne. Diese Geste wirkte ziemlich besitzergreifend und in einer anderen Situation hätte ich mich vermutlich darüber beschwert, doch ich nahm es einfach so hin. „Also Mädchen“ begann der Grauhaarige schließlich und sah mich direkt an „Wer bist du und was führt dich zu mir?“ Ich atmete einmal tief durch ehe ich mich vorstellte und ihm alles erklärte. Immer wieder nickte er verstehend, unterbrach mich jedoch nicht. Den Alpha neben mir blendete ich ziemlich aus.

„Und wie kam deine Mutter zu der Annahme, dass du aus diesem Rudel stammst?“ wollte er wissen, nachdem ich ihm alles erzählt hatte. „Deshalb“ antwortete ich und holte die Kette unter meinem Top hervor. Ich nahm sie ab und reichte sie dem Grauhaarigen über den Tisch hinweg. Ich spürte Kuroos skeptischen Blick auf mir während Nekomata das Schmuckstück genau betrachtete. „Das ist in der Tat das Zeichen des Südlichen Rudels“ murmelte er schließlich und gab mir meine Kette zurück. Ich behielt sie erst einmal in der Hand und begann etwas nervös damit zu spielen. „Wissen Sie etwas darüber, was mit ihnen passiert ist?“ fragte ich vorsichtig woraufhin der Alte leise seufzte. „Nicht wirklich“ antwortete er kopfschüttelnd „Ich kann dir auch nur sagen, dass sie vor längerer Zeit verschwunden sind. Ich weiß allerdings nicht warum. Es dürfte aber kurz nach deiner Geburt passiert sein, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.“ Leise seufzte ich und ließ enttäuscht den Kopf hängen.
„Aber vielleicht kann ich dir dennoch etwas weiterhelfen“ meinte er dann nach einem Moment der Stille. Fragend sah ich ihn wieder an, doch er wandte sich zunächst an den schwarzhaarigen Alpha. „Dir wird das nicht gefallen, daher gehst du jetzt.“ Die harschen Worte des Älteren überraschten nicht nur mich, sondern auch Kuroo. Er schmiss ihn raus? Wenig begeistert knurrte der Alpha, bewegte sich zunächst jedoch nicht. „Warum sollte ich das tun? Was soll das überhaupt heißen 'dir wird das nicht gefallen'?“ wollte er wissen  und sah Nekomata scharf an. Jeder andere wäre vermutlich unter diesem Blick eingeknickt, doch der Grauhaarige blieb standhaft. „Ich meine es so wie ich es sagte, also raus jetzt.“ Schlecht gelaunt brummte der Schwarzhaarige vor sich hin, stand aber tatsächlich auf und verließ das Haus. Erst als die Haustür wieder verschlossen wurde, fing der Grauhaarige an zu sprechen.
„In einem benachbarten Rudel gibt es jemanden, der wie du, aus dem Süden kommt. Aus dem selben Rudel wie du. Er dürfte jedoch einige Monate älter sein. Der damalige Alpha hat ihn als Baby in das Rudel aufgenommen. Genaueres weiß ich auch nicht, aber dort wirst du Antworten bekommen.“ Sprachlos sah ich ihn an. Es gab tatsächlich jemanden, der aus dem gleichen Rudel kam wie ich? Und er war gar nicht so weit weg von mir... Doch eine Sache machte mich etwas stutzig. „Aber warum haben Sie Kuroo jetzt raus geschickt? Was sollte ihm an dieser Antwort denn nicht gefallen?“ Fragend sah ich den Grauhaarigen an, der zunächst amüsiert den Kopf schüttelte. „Das hat einen simplen Grund. Sowohl Kuroo als auch Tōru Oikawa aus dem Seijoh Rudel können den aktuellen Alpha dieses Rudels nicht ausstehen. Solltest du vorhaben, dorthin zu gehen, solltest du das besser für dich behalten.“