Serena Black || Nox

von Liily112
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Astoria Greengrass Fred Weasley OC (Own Character) Regulus Arcturus Black Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
03.10.2019
01.08.2020
37
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01.08.2020 1.619
 
• Nathan Novak •

Nate hatte nie ein enges Verhältnis zu Astoria Greengrass aufgebaut. Zwar war sie seit einem geraumen Jahr immer mal wieder bei den Treffen mit Serena und Hailey dabei gewesen und womöglich sogar ein fester Bestandteil ihrer Gruppe geworden, doch Zeit mit ihr allein hatte er nie verbracht. Hatte nie ein intensives Gespräch mit ihr geführt oder etwas aus ihrem privaten Umfeld erfahren. Sie war eine Slytherin, doch hatte ähnliche Ansichten wie er selbst, ihre Schwester war Daphne Greengrass und sie schien fest an Draco Malfoy's Unschuld zu glauben. Viel mehr wusste Nate nicht von ihr.

Doch ausgerechnet er sollte es sein, der eine gewisse Veränderung an dem brünetten Mädchen feststellen sollte. Seit einigen Wochen schien sie etwas zu plagen. Still und heimlich hatte es angefangen, ohne Ankündigung, beinahe wie der Winter. Er hatte es als Folge des ausbrechenden Krieges abgestempelt. Immerhin zerrte dieser an all ihren Nerven. Doch es war etwas anderes. Zumindest sagte ihm dies eine Stimme in seinem Kopf und diese irrte schließlich selten.

Es war ein Dienstagnachmittag im Dezember, den er mit Hailey und Serena in der Bibliothek verbrachte. Dicke Flocken wehten immer wieder gegen die Fenster und brachten das Glas zum erzittern. Sie befanden sich zu weit oben, als dass die kahlen Äste der Bäume gegen die Fenster klopfen könnten, doch ein bevorstehender Schneesturm ließe sich wohl dennoch nicht leugnen. Dies zeigten ihnen die klappernden Fensterläden.

Vor Weihnachten schienen es die Lehrer besonders gut mit ihren Schülern zu meinen, denn weder Nate's Jahrgang, noch der über ihm, schien sich vor Hausaufgaben retten zu können, als würden die Professoren fürchten mit dem Stoff in diesem Schuljahr nicht mehr fertig zu werden. Der Ravenclaw hatte seinen Aufsatz für Zauberkunst beinahe beendet, während Hailey's Gesicht konzentriert zu einer Grimasse verzogen war und Serena nicht einmal angefangen zu haben schien. Stattdessen sah sie mit einem, an ihr selten gesehenen, seligen Blick aus dem Fenster in den stürmischen Himmel.

Die Hufflepuff war letztendlich mit nicht mehr als einer Narbe aus dem Krankenflügel entlassen worden und hatte nicht wenige Schüler aufatmen lassen. Allmählich kehrte das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit in das Schloss zurück, doch der Schreck in den Knochen blieb. Hilfesuchend sah die Brünette auf, ihre braunen Augen streiften die von Nate und sie öffne ihren Mund, als wolle sie zu einer Frage ansetzen, ehe ihr Blick an Serena haften blieb und sie bloß den Kopf schüttelte, bevor sie doch noch ihre Frage stellte, „Wodurch bekommt das Euphorie-Elixier nochmal seine grüne Farbe?"

„Gar nicht, er ist gelb." erwiderte Nate beiläufig und ignorierte Hailey's erschütterte Miene. Stirnrunzelnd sah er auf den freien Platz neben sich und versuchte sich seine Neugierde nicht anmerken zu lassen, als er fragte, „Wo ist Astoria eigentlich?"

„Keine Ahnung, warum?" murmelte sie ohne aufzusehen, während sie einige Sätze auf ihrem Pergament mit ihrer Schreibfeder genervt durchstrich, „So ein Eulenmist, jetzt kann ich alles nochmal umschreiben!"

„Naja, sie saß schon eine ganze Weile nicht mehr bei uns..."

Hailey zog sie Stirn kraus, als würde das Suchen nach Erinnerungen ihr noch mehr zu schaffen machen, als die Schule. Schließlich öffnete sich ihr Mund verblüfft, „Du hast recht."

„Auch davor schien sie etwas zu beschäftigen." stellte der Ravenclaw fest und sah zu Serena, die sich noch immer nicht an ihrem Gespräch beteiligt hatte. Noch immer waren ihre dunklen Augen glasig in den grauen Himmel gerichtet, als wäre sie gerade an einem anderen Ort. Einem schöneren, denn ihre Mundwinkel deuteten ein verträumtes Lächeln an. Verwundert blickte er zurück zu der Hufflepuff und formte stumm mit seinem Mund, „Was ist mit ihr?"

Sie schien unsicher, was sie darauf erwidern sollte. Nach einem flüchtigen prüfenden Blick auf ihre beste Freundin gerichtet, verdrehte sie die Augen und statt mit Worten, antwortete sie mit einer obszönen Geste. Nate verstand und verzog das Gesicht.

Doch nicht bloß er. Madam Pince hatte genau in diesem Moment zu ihnen hinübergesehen und bedachte die Hufflepuff mit geschürzten Lippen. Auch Serena hatte nun ihren Kopf gedreht und warf Hailey einen bitterbösen Blick zu, „Bitte mach das nie wieder."

„Wurde ja auch Zeit." erwiderte sie mit einem weiteren Augenverdrehen, ehe ihre Miene ernst wurde, „Auch wenn ich denke, dass es eine schlechte Idee war mit Mr. Ich-kann-mich-nicht-entscheiden ins Bett zu hüpfen."

„Es war kein Bett, aber ich akzeptiere deine Meinung."

„Schluss jetzt." verlangte Nate naserümpfend und wollte ungern mehr über das Sexleben seiner ältesten Freundin erfahren. Doch schnell wurde ihre Aufmerksamkeit ohnehin auf etwas anderes gelenkt. Astoria war soeben durch die Flügeltüren der Bibliothek getreten und ließ ihre grünen Augen durch den Raum schweifen, ehe diese bei ihren Freunden hängen blieben.

Zwar lächelte sie leicht, als sie ihren Tisch ansteuerte, doch ihre Augen erreichte es nicht. Diese sahen bedrückt auf den dunklen Parkettboden und wandten sich nichtmal von diesem ab, als sie ein, „Hallo", murmelte, als würde sie fürchten, dass im diesen der Grund für ihr Verhalten geschrieben stand.

„Alles in Ordnung?" erkundete sich Hailey forschend. Anscheinend war auch ihr nun aufgefallen, dass der Slytherin ganz offensichtlich etwas auf dem Herzen lag. Etwas, was über den Krieg weit hinausging, denn Astoria Greengrass und ihre Familie hatten von diesem nichts zu befürchten. Sie standen zwar zwischen den Fronten, doch im Visier Voldemorts befanden sie sich dennoch nicht. Sie waren wie die Schweiz.

„Klar." hauchte sie bloß und ließ sich auf den freien Platz fallen. Ihre Mundwinkel deuteten noch immer ein Lächeln an. Doch es wirkte gequält. Ihr war nicht zu Lächeln zumute.

Nate war unsicher, ob er nachhaken sollte. Zwar wollte er Astoria helfen, doch so in sich gekehrt, wie er die Slytherin kennen gelernt hatte, erschien es ihm nicht der richtige Weg zu sein, sie nach einer Antwort zu drängen. Hailey schien das anders zu sehen, „Komm schon, wir sehen doch, dass dir seit Wochen etwas den Zauberstab verknotet hat."

Beinahe hätte der Ravenclaw aufgeschnaubt, denn er war derjenige gewesen, der das Thema auf den Tisch gebracht hatte. Ihr war eine Veränderung zuvor gar nicht aufgefallen. Er tauschte mit Serena einen Blick aus. Sie hatte die Lippen zusammengepresst, als würde auch sie seine Meinung teilen, Astoria nicht zu sehr auf die Krawatte zu treten.

„Es ist nichts." gab sie leise zurück und zog sich die Ärmel ihres Umhangs über die Hände. Eine Metapher des menschlichen Verhaltens. Versteckte Körperteile bedeuteten meist auch, dass derjenige etwas verbarg, was in ihrem Fall tatsächlich zutreffen sollte.

„Ihr helft mir doch auch." mischte sich Serena nun doch in die Konversation ein, „Es wäre bloß fair, wenn du ebenfalls die Chance bekommen würdest."

„Man kann mir aber nicht helfen." hauchte Astoria mit hartem Blick, welchen sie auf ihre versteckten Hände richtete, „Uns beiden nicht."

Die Gryffindor schürzte die Lippen, sagte jedoch nichts dazu. In ihren dunklen Augen stand eine Emotion, die nicht ganz deutbar war und für einige quälend lange Sekunden herrschte eine bedrückende Stille, die von Madam Pince wohl gern gesehen war. Nate wusste nicht, ob Astoria ihre Worte tatsächlich meinte oder ob sie bloß aus dem Gefühl der Bedrängnis entstanden sind.

„Was ist los?" flüsterte Hailey mit zitternder Stimme und zunehmender Beunruhigung für vermutlich beide ihrer Freundinnen.

Ausweichend sah die Slytherin in alle Richtungen ohne jemanden von ihnen direkt anzusehen. Schließlich sagte sie die Worte, die in dem gleichzeitigen Ausstoßen von ihrer angehaltenem Luft kaum zu verstehen waren, „Es ist ein Blutfluch."

Ihre drei Freunde tauschten verwunderte Blicke aus. Auch Nate konnte bloß spekulieren, was das zu bedeuten hatte, doch etwas gutes war es gewiss nicht. Astoria holte tief Luft, „Einer meiner Vorfahren wurde verflucht. E-er war wohl so etwas, was sie heute Blutsverräter nennen und seitdem zeigt jener Fluch sich immer mal wieder in unserer Linie." ihre Stimme brach, doch sie versuchte tapfer weiterzusprechen und kämpfte dabei gegen ihre feuchten Augen an, „M-meine Tante, sie hatte es, sie wurde nicht einmal dreißig Jahre alt. Es fing an wie eine einfache Erkältung, doch es wurde immer schlimmer und sie immer schwächer... es gibt keine Heilung.“

Hailey hatte tröstend nach ihrer Hand gegriffen, auch in ihren Augen glitzerten Tränen, „Wir hatten ja keine Ahnung."

„Niemand hat eine Ahnung, was in den Leben anderer vorgeht." schluchzte die Slytherin, doch fing sich recht schnell wieder. Mit einer Hand wischte sie ihre Wangen trocken und fuhr mit bebender Stimme fort, „Im St. Mungos haben sie getestet, ob auch meine Schwester und ich diesen Fluch vererbt bekommen haben. Daphne, sie hat ihn nicht, doch vor einigen Wochen bekam ich auch einen Brief mit den Ergebnissen und i-ich... Er war positiv."

„Das hast du die ganze Zeit allein mit dir rumgeschleppt?" fragte Hailey schockiert und nahm ihre Freundin in den Arm. Auch Serena hatte nun nach ihrer anderen Hand gegriffen und drückte diese tröstend. Nate begann sich ein wenig fehl am Platz zu fühlen, denn mit solch Situationen war er meist überfordert. Doch auch er wollte seinen Teil beitragen, „Du bist nicht allein, wir helfen dir."

Astoria's Kehle entwich ein Schluchzen, „D-draco hat mir beigestanden. Er wusste davon." gestand sie schließlich und schniefte, „Verurteilt ihn nicht. Er hat ebenso wenig eine Wahl wie wir und ihr wisst nicht, was in seinem Leben gerade vor sich geht."

„Wir werden dir auch beistehen." erwiderte Serena und schien die an sie zuvor gerichteten Worte vergessen zu haben. Was aus Verzweiflung gesagt wurde, sollte man wohl nicht immer zu Ernst nehmen, auch wenn sich darin meist ein wahrer Kern versteckte. Diese Tatsache erst einmal beiseite schiebend, lächelten auch Nate und Hailey ihr Mutzusprechend zu.

„Bis zum Schluss."
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