Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wer bist du? Teil 3 -> Eine neue Welt eröffnet sich

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Catherine Chandler Vincent
03.10.2019
03.10.2019
1
19.138
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
03.10.2019 19.138
 
Eine neue Welt eröffnet sich




Teil 3 der Saga von „Wer bist du?“


von


Ingrid Hechler






Auf dem Rückweg zu Peters Haus redeten sie nicht viel. Catherine verlor leise eine Träne nach der anderen. Peter hielt sie die ganze Zeit über in seinem Arm, tröstete sie so gut er konnte.

Schweigsam stiegen die zwei an Peters Haus aus, bedankten sich beim Fahrer und gingen zusammen hinein.

Peter: „Komm Kleines, gehen wir in die Küche. Ich mache uns einen Kaffee.“

Catherine: „Ja, danke Peter.“ kam eher flüsternd von ihren Lippen.

Während Peter den Kaffee zubereitete, setzte sich Catherine an den Küchentisch, stützte ihren Kopf müde auf ihren Händen ab, rieb sich ihr Gesicht und sah gedankenverloren ins Leere.

Peter: „Ziemlich viel auf einmal, hm?“ sie atmete tief durch, suchte nach Worten.

Catherine: „Wem sagst du das. Wie kommst du mit alldem klar?“ Peter lächelte, setzte sich zu ihr an den Tisch.

Peter: „In gewisser Weise blieb mir nichts anderes übrig. Jacob und ich wurden ins kalte Wasser geschmissen, wie man so schön sagt.“

Catherine: „Was meinst du?“

Peter: „Sieh mal…“ begann er leise und mitfühlend.

Peter: „Im Gegensatz zu dir, wurden wir nicht darauf vorbereitet. Besser gesagt, bei uns beiden war es so, dass wir innerhalb von ein paar Tagen begreifen mussten, das es Menschen auf anderen Planeten gab, die die Möglichkeit hatten in Raumschiffen durch das All zu reisen. Wir sahen das erste Mal Kampfflugzeuge die mit unseren nicht zu vergleichen waren und es noch immer sind. Und etwas ganz besonderes war es, als wir zum ersten Mal ins All geflogen wurden und ein Raumschiff sehen durften.“ Catherine sah ihn mit großen Augen an.

Catherine: „DU hast das alles schon gesehen?“ fragte sie zweifelnd. Peter nickte lächelnd.

Peter: „So ist es. Jacob ebenfalls. Das ist ein großes Privileg und es war…“ Peter sah angestrengt auf seine Tasse, dann in ihre Augen, schüttelte lächelnd seinen Kopf.

Peter: „Dafür gibt es keine passenden Worte, Cathy.“

Catherine: „Erzähl es mir genauer, bitte.“ drängte sie.

Peter: „Dann lass uns besser ins Wohnzimmer gehen, dort ist es angenehmer und gemütlicher. Ach übrigens… du bist eben auf dem selben Stuhl gesessen wie Vincent, als ich ihn zum ersten Mal persönlich traf und in die Tunnel geleitete.“ Sagte er nebenbei lächelnd und geheimnisvoll.

Catherine: „Du hast ihn zu Vater gebracht?“ fragte sie ungläubig lächelnd.

Peter: „Ja, das habe ich. Genau dort wo wir vorhin mit ihm in den Van gestiegen sind, habe ich ihn vor 2,5 Jahren das erste Mal persönlich gesehen. Die Air Force hatte sich mit mir in Verbindung gesetzt. Es gibt dort eine spezielle Abteilung, die über unsere Freunde bescheid weiß. Alle stehen unter strengster Geheimhaltung. Im Grunde genommen ich ebenfalls, aber bei dir und mir ist es eine Ausnahme. Wir gehören nicht dem Militär an. Wir zwei Zivilisten kennen den Grund für die Geheimniskrämerei. Außerdem… wer würde uns schon glauben? Nun… um auf mein erstes Treffen mit Vincent zurück zukommen… der militärische Fahrdienst der Air Force brachte ihn eines Abends zu mir. Ich erwartete ihn bereits. Wir redeten viel und er schlief eine Nacht hier in einem der Gästezimmer. Am darauffolgenden Tag brachte ich ihn zu Jacob in die Tunnel.“

Catherine: „Wie hast du reagiert, als du ihm das erste mal begegnet bist?“

Peter: „Ich war fasziniert. Zumal ich ihn vorher bereits auf Aufnahmen habe sehen können.“

Catherine: „Wie das?“ sie war sehr verwundert darüber.

Peter: „Ganz einfach… in seiner Welt sind Vincent und seine Familie bekannt wie ein bunter Hund, wie man bei uns so schön sagt. Daher existieren in seiner Welt Bilder und Filmaufnahmen von ihm und seiner Familie. Ähnlich wie bei uns. Einige dieser Aufnahmen befinden sich hier auf der Erde, werden aber unter Verschluss gehalten, wie du dir sicherlich denken kannst. Diese wurden mir gezeigt und so sah ich ihn noch vor seiner Ankunft hier.“

Catherine: „Wow… erzähl mir mehr darüber, wie du seinen Vater und seine Welt kennengelernt hast. Ich habe Vaters Version gehört. Nun bin ich auf deine gespannt.“ Mittlerweile saßen sie im Wohnzimmer mit ihren warmen Kaffeetassen in der Hand.

Peter: „Kennengelernt haben wir William… also nicht unser Tunnelkoch, sondern Vincents Vater, als Jacob und ich eines Abends ins Institut kamen. Wir waren zur damaligen Zeit noch recht jung und voller Tatendrang. Wir wurden beauftragt die nächsten Stunden eine Person zu beobachten, zu beaufsichtigen. Dies war sehr ungewöhnlich, denn wir hatten keine Ahnung was das sollte. Dennoch stellten wir anfangs keine Fragen. Dann bekamen wir ein Gespräch aus einem Nachbarraum mit. Darin hieß es, dass er und ein paar andere mit seltsam aussehenden Fluggeräten kamen und wieder davon flogen. Wir zwei konnten uns vorerst keinen Reim darauf bilden wovon sie redeten. Mein Vorgesetzter jedoch fesselte William, nahm ihm Blut ab und analysierte es.

Zu unserem Erstaunen stellte sich heraus, dass er zwar ein Mensch war, aber das sein Blut sonderbare Eigenschaften hatte und darüber hinaus ein besonderes Gen in sich trug. William war zu der Zeit, genau wie Jacob und ich, ebenfalls sehr jung… sogar sehr viel jünger als Vincent jetzt... ich denke mal um die 20, nicht älter. Als wir unter uns waren fragten wir ihn, wer er war und woher er kommt. William war, zu unserer Überraschung, sehr offen und ehrlich. Er erzählte uns grob von seiner Herkunft und was es mit dem speziellen Gen auf sich hat.“ Catherine schmunzelte leicht.

Catherine: „Vincent erzählte mir davon?“ Erstaunt darüber nickte er lächelnd.

Peter: „Ah ja gut. Interessantes Thema, oder?“

Catherine: „Das kann man wohl sagen. Irgendwie sieht man die Dinge jetzt anders als zuvor.“

Peter: „Und es wird noch besser…“

Catherine: „Was meinst du?“ mit funkelnden Augen sah er sie an, beugte sich etwas zu ihr vor.

Peter: „Cathy, du hast noch gar nichts gesehen. Deshalb schlug ich Vincent vor, dir alles nach und nach zu unterbreiten. Damit du dich Schritt für Schritt an diese besonderen Dinge gewöhnen kannst.“

Catherine: „Okay… das finde ich sinnvoll, ja.“ kam in einem Atemzug.

Peter: „Um wieder zum Thema zurück zu kehren. Jacob und ich erkannten, dass William um jeden Preis freigelassen werden musste. Er musste zurück zu seinen Leuten. Ohne weiteres hätten mein Vorgesetzter und seine Kollegen ihn irgendwann umgebracht. Sie wollten das besondere Gen entschlüsseln. Das konnten wir nicht zulassen. Nun ja… während ich eines Abends einen Wagen organisierte und mich in Position brachte, lenkte Jacob die Wachen ab, nahm William die Fesseln ab und schmuggelte ihn aus dem Institut. William delegierte uns zu einem bestimmten Ort, betätigte so eine Art Peilsender, damit seine Leute ihn finden konnten. Es dauerte keine 20 Minuten, als wir summende Geräusche hörten und so eine Art Suchscheinwerfer, der nach uns ausschau hielt. Aber es waren Williams Leute. Das kleine Flugzeug… nun ja es war kein Flugzeug… eher so eine Art Shuttle, den sie Raptor nannten, landete direkt vor uns. Es stiegen bewaffnete Soldaten aus, deren Uniformen unseren ähnlich waren. William hielt sie sofort zurück. Er erklärte ihnen, dass wir ihm zur Flucht verhalfen. William bedankte sich bei uns, wurde von seinen Leuten mitgenommen und in Sicherheit gebracht. Ein paar Tage später stand ein Militärangehöriger der Air Force vor meiner und vor Jacobs Haustür. Wir wurden höflichst gebeten mitzukommen, wurden mit einer Militärmaschine nach Nevada gebracht und von dort aus an einen besonderen Ort, den ich dir vorerst nicht sagen kann. Dort stand das selbe Shuttle, das William den einen Abend mitnahm. Wir zwei wurden zur Seite genommen und gefragt, ob wir einem besonderen Ausflug zustimmen würden. Es sei jemand sehr daran interessiert uns besser kennenzulernen und um uns zu danken. Jacob und ich wir… ahm sahen uns an und sagten natürlich nicht nein. Folglich stiegen wir in dieses Shuttle. Anfangs war es nichts Besonderes, da es sich ähnlich anfühlte wie in einem kleinen Flugzeug. Das Shuttle nahm immer mehr an Höhe zu. Doch als es draußen drum herum dunkel wurde und wir die Atmosphäre der Erde verließen, wurde uns etwas mulmig zu mute. Der Raptor, wie sie das Gerät nennen, stoppte nach ein paar Minuten, drehte sich in die entgegengesetzte Richtung und wir sahen zum ersten Mal unseren Heimatplaneten, die Erde, vom All aus… es war atemberaubend, sag ich dir. Das werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Der Raptor drehte sich wieder, flog weiter und wir passierten den Mond, Catherine. Stell dir das mal vor. Innerhalb von ein paar Minuten waren wir auf Höhe des Mondes.“

Catherine: „Unglaublich…“ mit offenen Mund verfolgte Catherine Peters Worten.

Peter: „Wir flogen durch einen Asteroidengürtel. Der Pilot erklärte uns alles was wir ihn fragten oder sahen und nicht verstanden. Als wir Pluto erreichten… ja du hörst richtig… war dort eine Erscheinung… ich werde nie diesen ehrfürchtigen Anblick vergessen. Im Schatten des Pluto, sprich dahinter, lag ein Raumschiff! Je näher wir kamen, desto größer, mächtiger und eindrucksvoller wurde es. Es war atemberaubend dieses große, schwere und bis an die Zähne bewaffnete Schiff zu sehen. Um das Schiff herum flogen viele kleinere Flugzeuge, sogenannte Viper, wie uns der Pilot erklärte. Viper sind bewaffnete Kampfflugzeuge… Abfangjäger, die das Schiff und die Begleitschiffe beschützen. Du kannst dir das wie so eine Art Bienenstock vorstellen. Wir flogen um das Schiff herum und konnten den Namen des Schiffes lesen. Der Name des Schiffes war Galactica. Der Pilot erklärte uns, dass es sich um ein Schlachtschiff handelt… einen Kampfstern.“ Catherine bekam große Augen, der Mund stand ihr noch immer offen. Sie vergaß fast ihren bereits kalten Kaffee zu trinken. Peter musste grinsen bei diesem Anblick.

Peter: „Bist du schon gesättigt oder soll ich weiter erzählen.“

Catherine: „Machst du Witze? Das ist spannender als mancher Krimi oder Science Fiction Roman.“

Peter: „Da bin ich froh. Also weiter… wo waren wir… ah ja… wir waren im Anflug auf das Schiff. Die Galactica hatte an den Seiten so eine Art Gondeln, die man ein- und wieder ausfahren konnte. Wie bei einem Katamaran sah das aus. Sie dienen als Landebahn. Wir flogen hinein, wurden eingewiesen, die Türen des Raptors öffneten sich und wir wurden vom damaligen Kommandanten des Schiffes empfangen und Willkommen geheißen. Überall waren diese Viper und Raptor und überall liefen Leute in verschiedenen Uniformen hin und her. Dann kam ein junger Mann breit grinsend auf uns zu. Er hatte einen Fluganzug an, seinen Helm in der Hand und die dunkelblauen Augen strahlten uns entgegen. Es war William. Er und sein Kommandant geleiteten uns durch das Schiff. In einem Raum mit riesigen Fenstern setzten wir uns und redeten. Ich weiß nicht mehr wie lange, aber es war beeindruckend. William war zu der Zeit noch ein junger Lieutenant. Ihm fehlte es zur damaligen Zeit an Erfahrung und war deswegen unvorsichtig, was ihm deshalb zum Verhängnis wurde. Er wurde vom damaligen Kommandanten als ´Hitzkopf´ bezeichnet. Wie ich später herausfand, war dies sein Piloten Rufname… Husker also Hitzkopf. Aber er lernte daraus und begriff die Wichtigkeit unentdeckt zu bleiben. So viel ich weiß, hat William es bis zum Admiral geschafft und kommandiert die gesamte koloniale Flotte. Er selbst ist aber auf das Flaggschiff, die Galactica, zurückgekehrt, um diese unter seinem Kommando zu führen. Flottenadmiral… wer hätte das damals gedacht.“

Catherine: „Peter… gibt es eigentlich etwas, das du nicht weißt? Ich meine… du redest von diesen Dingen, als wärst du darin vollends integriert.“ Peter druckste herum.

Peter: „Da hast du mit deiner Vermutung nicht ganz unrecht, Cathy. Seit diesem Vorfall bin ich in regem und engen Kontakt mit den Leuten in Nevada. Ich bin zwar kein Militärangehöriger, aber durch dieses Ereignis haben Jacob und ich vollstes Vertrauen bekommen. Ich bin dafür zuständig die kolonialen Piloten hier auf der Erde zu betreuen, wenn diese ärztliche Hilfe benötigen… egal wo sie sich befinden. Sollte sich Vincent oder einer seiner Leute zum Beispiel in irgendeiner Weise verletzen, dann werde ich sofort kontaktiert, muss alles stehen und liegen lassen und werde zu ihnen geflogen… wo auch immer sie sind. Sie vertrauen mir zu 100%.“

Catherine: „Wo auch immer sie sich befinden? Dann bist du ihr persönlicher Leibarzt?“

Peter: „Das kann man so sagen, ja.“

Catherine: „Was war mit Vater?“

Peter: „Das war etwas schwieriger. Er war auf allen Überwachungskameras drauf und wurde daher verurteilt. Jedoch nicht wegen William oder als Fluchthelfer… das hätte man erklären müssen und dies hätte weitere Fragen aufgeworfen. Jacob wurde der Prozess gemacht wegen etwas anderem, an den Haaren herbei gezogenen. Sie suchten einen Sündenbock und Jacob… war zur Stelle. Er opferte sich. Er konnte niemanden verraten, um nicht auch William und seine Leute oder auch mich selbst mit zu verraten. Folglich ließ er alles über sich ergehen, zog sich zurück. Um nicht ins Gefängnis gehen zu müssen suchte er Unterschlupf in den noch kalten und unbewohnten Tunneln unter New York. Ich und ein paar andere halfen ihm, es dort… nun ja… wohnlich ist das falsche Wort, aber… ich weiß nicht wie ich es sagen soll.“

Catherine: „Ich glaube, ich verstehe was du sagen willst. Ihr habt ihm dabei geholfen ein neues sicheres Zuhause zu schaffen.“

Peter: „Das kann man so in etwas sagen, ja. Mein ganzes Leben lang habe ich mir Vorwürfe deswegen gemacht.“

Catherine: „Ihr habt es aber nicht mit eurem Gewissen vereinbaren können, dass jemand sterben muss, um Experimente mit ihm machen zu können. Das wäre unmenschlich gewesen. Das hätte euer Gewissen erst recht nicht zugelassen.“

Peter: „Das ist wahr, Kleines.“

Catherine: „Kannst du mir sagen wo Vincent die nächsten Tage sein wird?“ fragte sie vorsichtig. Peter lächelte.

Peter: „Wenn ich so auf die Uhr schaue, dann wird er in etwa 2 Stunden in Nevada ankommen, direkt auf dem Stützpunkt. Nach der Einsatzbesprechung und etwas Ruhe, fliegen alle mit ihren Kampfjets samt Co – Piloten in Richtung Atlantik, wo ein Flugzeugträger sie aufnimmt und sie bis an die Küste vor Marokko bringt. Dann geht es mit den Jets in die Sahara, wo getestet wird… was auch immer gerade ansteht.“

Catherine: „Kampfjets… Flugzeugträger… Sahara… mein Gott, Peter. Aber, warum in Gottes Namen so weit weg… die Sahara? Dort ist nichts, außer Hitze und Sand…“ Peter lachte.

Peter: „Eben deswegen. Die Sahara ist größtenteils unbewohnt aufgrund der Hitze und erstreckt sich von Marokko bis zum Roten Meer, wie du sicherlich weißt. Zum Testen brauchen die Jungs viel Platz und wollen so gut es geht unentdeckt bleiben.“ Peter grinste auf einmal in sich hinein.

Catherine: „Was grinst du so schelmisch?“

Peter: „Ich dachte gerade an eine Unterhaltung mit Vincent. Als er mir sagte, dass er und seine Kollegen in der Sahara sein werden. Da musste ich ebenfalls lachen. Ich fragte ihn, ob er wie ein braungebrannter Sonnyboy wiederkommen würde.“ Catherine lachte laut auf.

Catherine: „Was hat er darauf geantwortet?“

Peter: „Er sagte: `Schon möglich Peter, aber mit den isolierten Anzügen und genügend Sunblocker wird es nicht viel werden. ´ Abwarten, Cathy…“ Dann lehnte Peter sich in seinem großen Sessel zurück, dachte nach.

Catherine: „Woran denkst du?“

Peter: „Wie es sein kann, dass so viele Zufälle von heute auf morgen zusammen kommen. Ich hätte mir nie träumen lassen, mit dir solch eine Unterhaltung zu führen. Aber ich bin froh das du es bist.“

Catherine: „Ich muss zugeben, Peter… das ist alles so fantastisch, unglaublich und aufregend. Ich denke immer noch es könnte ein Traum sein. Aber es ist keiner… alles ist wahr. Ich bin so heil froh mit dir darüber reden zu können. Bei jemand anderem… ich weiß nicht, ob ich so entspannt wäre und es einfach hinnehmen würde.“ Sie klang zweifelnd.

Peter: „Das sehe ich ebenso, Cathy. Unser beider Zugewinn.“

Catherine: „Wenn Vincent wieder zurück ist, dann bringst du mich zu ihm, ist das richtig?“ fragte Catherine zögerlich.

Peter: „Ja, so ist es.“

Catherine: „Und ähm… was erwartet mich dort? Wo übernachte ich da? Wo ist Vincent in der Zeit? Oh Gott, Peter… ich habe so viele Fragen.“ Peter musste breit lächeln über so viele Fragen.

Peter: „Ganz ruhig, Kleines. Dich erwartet dort einiges, aber… eins nach dem anderen. Die Piloten, wie Vincent und seine Leute, bleiben nach Dienstschluss hauptsächlich unter sich. Es gibt in der Nähe des Stützpunktes eine große Oase, mit Lodges drauf und viel grün drum herum. Jeder hat sozusagen seine eigene private Lodge… so auch Vincent. Sie sitzen manchmal abends zusammen und reden oder was auch immer. Oft aber sind sie viel zu müde und fallen einfach ins Bett. Nach dem jetzigen Einsatz zum Beispiel werden die Jungs ziemlich kaputt sein.“

Catherine: „Das glaube ich gern… hmm… eine Lodge in einer Oase… unglaublich.“

Peter: „Du wirst begeistert sein. Die wurde eigens für unsere Freunde geschaffen.“

Catherine: „Jetzt sag bloß, du warst dort auch schon.“

Peter: „Ein paar Mal schon, ja. Wenn ich dort gebraucht wurde, schlief ich in einem der Gästezimmer.“

Catherine: „Peter, ich muss zugeben… ich werde langsam neidisch und eifersüchtig.“ Peter lachte.

Peter: „Ich kann dir versichern, dass du in etwa 10 Tagen ebenfalls dort sein wirst.“ Catherine sah erstaunt zu ihm auf. Daran hatte sie gar nicht gedacht. Ihre Augen strahlten ihn an.

Catherine: „Stimmt, ja… oh mein Gott. Kannst du mir bitte verraten, wie ich die nächsten 10 Tage überstehen soll? Ich werde ein nervöses Frack sein. Joe wird mich wieder mit Fragen löchern… das weiß ich jetzt schon.“

Peter: „Lass ihn… wenn er dich fragt was dein Freund beruflich macht, dann sag einfach, er ist Pilot bei der US Air Force. Mehr braucht er vorerst nicht zu wissen.“

Catherine: „Das er Soldat ist weiß er bereits. Ich werde die nächsten Nächte kein Auge zumachen. Ich muss das nach und nach alles verarbeiten.“

Peter: „Das ist ganz normal. Wie glaubst du erging es Jacob und mir, hm?“ Catherine ging in sich, dachte nach.

Catherine: „Vincent… Kampfpilot… Testpilot…“ sprach sie leise in sich hinein, schüttelte zweifelnd ihren Kopf. Peter grinste leicht und nickte.

Peter: „Er ist TOP in dem was er tut… ein Profi. Dementsprechend fliegt er auch.“ sprach Peter ehrfurchtsvoll.

Catherine: „Du hast ihn nicht zufällig auch beim Fliegen zusehen können?“ sie klang zweifelnd.

Peter: „Ich muss zugeben, Liebes… doch das habe ich. Wenn er fliegt, dann… wie soll ich sagen… er spielt mit diesen monströsen Jets, als wäre er eins mit ihnen. Das sieht so leicht aus, so spielerisch. Nicht ohne Grund wird Vincent intern Skydancer genannt.“ Peter erzählte dies in einer sehr spannenden und erstaunten Art und Weise. Catherines Augen strahlten über diese Bemerkung.

Catherine: „Skydancer? Haben Piloten nicht auch Rufnamen?“

Peter: „Ja, das ist richtig. Aber Skydancer ist nicht sein Rufname.“ lächelte er.

Catherine: „Wie ist er dann?“ fragte sie neugierig.

Peter: „Vincent’s Rufname ist Ares.”

Catherine: „Ares… Warum gerade Ares?”

Peter: „Nun, da muss ich etwas ausschweifen. Rufnamen werden von älteren erfahrenen Piloten an die neuen Piloten vergeben. Aufgrund seiner Familie wurde ihm speziell dieser Name zu Teil. Ares ist im griechischen der Gott des Krieges, des Gemetzels. Er ist ein Sohn von Zeus. Die selbe Bedeutung hat Mahes im ägyptischen... ebenfalls Herr des Krieges, des Gemetzels… Vincent erzählte dir sicherlich von seinen ägyptischen Ur-Ahnen. Sein Vater William hat den Rufnamen Husker, wenn er selber als Pilot Einsätze fliegt, ist dessen Name eher unauffällig. So viel ich von Vincent weiß, wurde William ein zweiter Rufname zugeteilt, als er das Commando über das Flaggschiff der kolonialen Flotte übernahm… er ist Zeus und die Galactica, das Flaggschiff, wird als der Olymp bezeichnet. Zeus ist im griechischen der Göttervater, das Oberhaupt, der Erste. Die Vorgeschichte der Familie Adama hat großen Einfluss auf die Namenfindung und die Bedeutungen in den 12 Kolonien. Vincents Bruder Leland zum Beispiel hat den Rufnamen Apollo. Ebenfalls ein Sohn von Zeus. Gott des Lichts, der Heilung, der Mäßigung, der Weisheit. Die ägyptische, die griechische und die römische Mythologie wirst du in deren Welt überall wiederfinden.“

Catherine: „Ich glaube, ich werde noch einmal die Schulbank drücken müssen, um die verschiedenen Mythologien der Erdgeschichte zu studieren.“ Peter lachte.

Peter: „Cathy, der schnellere Weg ist die Familie Adama. Da erfährst du alles, sozusagen, aus erster Hand.“

Catherine konnte darauf nichts sagen. Sie sah Peter ungläubig, fragend an, schüttelte ihren süßen Kopf.

Der Abend zog sich weiter in die Länge. Peter bestellte für sich und Catherine Pizza, die die beiden genüsslich verspeisten. Erst spät gingen sie schlafen. Catherine bezog ein Gästezimmer in Peters Haus und fand ewig keinen Schlaf.



Am nächsten Tag, es war Freitag, nahm sich Catherine einen weiteren Tag frei. Sie machte für sich ein verlängertes Wochenende. Sie nutzte die Tage, um sich darüber bewusst zu werden, in welch eine faszinierende und für sie fremde Welt sich vor ihr auf tat. Ihre komplette Einstellung zur Weltgeschichte und deren Hintergrund, begann sie mit anderen Augen zu sehen.

Das Wochenende verbrachte sie in ihrem Apartment. Ihr Laptop lief heiß, da Catherine diverse griechische, römische und ägyptische Mythologien durchging. In ihrem Kopf pochte und bebte es. Es war so viel, aber auch so viel interessantes. Auch den Löwengott Mahes studierte sie eingehend. Catherine fand diverse Übereinstimmungen was Mahes und Vincent anging. Die Worte wildblickender Löwe, Schutzgott ließen sie schmunzeln. Aber auch Wächter heiliger Orte, der die Feinde angreift und vernichtet. Eine griechische Urkunde gibt dem mit der Sonnenscheibe bekrönten Mahes die Namen "der Rê, Licht Feuer", sie spricht ihn weiter als den "Blitzenden und Donnernden, den Herrn des Dunkels und der Winde" an. Sie unterstreicht so die verzehrende Kräfte der sengenden Himmelsglut und des in Unwettern niederfahrenden Blitzstrahls. Dies entspricht dem Wesen des Löwen. Als Schutzgottheit taucht er in zahlreichen Varianten in Philae, Dendera und einigen nubischen Tempeln auf, wo er mit einem scharfen Messer in den Vordertatzen und/oder mit Lotuspflanzen hinter ihm dargestellt wird. In der ägyptischen Überlieferung treten noch stärker die Züge des blutrünstigen Raubtieres hervor. Mahes ist der "Herr des Gemetzels und freut sich über das Blut". Oft stellt man ihn dar, wie er als Löwe einen Gefangenen von hinten anfällt und verschlingt. Er trägt dabei die Krone des --> Nefertem (Sohn der Sachmet), mit dem er vielfach verschmolzen wird. Auch mit dem --> Horus, mit dem er sich in der Form des Horus Hekenu berührt, wird er gleichgesetzt und Harmios genannt.

Catherine konnte fast nicht aufhören in ihrem Computer nach Informationen zu suchen, doch der Montag rückte immer näher.

Es war nicht einfach für sie den Montag zu beginnen, wie zuvor. Die Erkenntnisse und Ereignisse der letzten Tage beeinflussten sie mehr, als sie dachte. Gedanklich war sie überall, jedoch nicht bei ihrer Arbeit.

Sie schaffte es mit Mühe die Stunden im Büro hinter sich zu bringen. Die Abende verbrachte Catherine in Vincents Kammer, in seinem Bett. So fühlte sie sich ihm an nächsten. Mit Vater saß sie viel zusammen, redete mit ihm über vergangenes, tauschte sich aus.



Eines Abends traf sie sich mit Vater in dessen Kammer und trank mit ihm Tee.

Catherine: „Das du dich für Vincents Vater geopfert hast war sehr nobel von dir, Vater.“ Verlegen sah er sie an.

Vater: „Ich konnte etwas anderes nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, Catherine. Als Arzt habe ich einen Eid geschworen, doch sie verlangten und taten das Gegenteil.“

Catherine: „Der Preis dafür war deine Flucht, dein Rückzug.“

Vater: „So ist es, ja. Hätte ich William und seine Leute verraten, dann hätten unsere Wissenschaftler eine Jagt auf ihn gemacht und nur Gott weiß was sie mit ihnen angestellt hätten. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken.“

Catherine: „Das unsere Wissenschaftler davor nicht zurückschrecken ein Leben zu nehmen, um an Informationen zu kommen ist unfassbar und unmenschlich.“

Vater: „Ich muss aber dazu sagen, Catherine… der Rückzug in die Tunnel war nicht meine einzigste Option.“ fragend sah Catherine ihn an, lehnte sich zurück.

Vater: „Ich hätte die Möglichkeit gehabt mit William und seinen Leuten mitzugehen.“ Erstaunt sah sie ihn an. Vater nickte verlegen.

Catherine: „Was hat dich dazu bewogen dieses einmalige Angebot abzulehnen?“

Vater: „Auf der einen Seite war es meine damalige Verlobte Margret. Sie war meine erste große Liebe und nach dieser Frau hatte mich all die Jahre umgesehen. Sie war meine Traumfrau. Daher schlug ich das Angebot mit ihnen mitzukommen aus. Margret und ich heirateten heimlich. Als ihr Vater, der großen Einfluss hatte dies mitbekam, annullierte er unsere Hochzeit. Dann wurde ich suspendiert, vor Gericht gestellt und musste untertauchen, damit ich nicht ins Gefängnis musste. William und seine Leute waren zu der Zeit bereits abgereist und unterwegs in ihre Welt. Von meinem Dilemma bekamen sie vorerst nichts mit. Es war also zu spät für mich meine Meinung zu ändern, um ihnen zu folgen. Ich musste untertauchen. Peter wiederum nahm das Angebot an, sich um die hier stationierten Piloten und Helfer zu kümmern. Er wurde in alles ärztliche eingewiesen, geschult und informiert. Er half mir am Anfang mit dem Aufbau einer neuen Welt hier unten. Ich habe es jedoch nie bereut, Catherine. Das kannst du mir wirklich glauben. Seit diese Welt hier existiert, haben wir vielen Menschen helfen können, die sonst gestorben wären.“

Catherine: „Eine sehr bewegende Geschichte. Eine einzige Begegnung hat eurer beider Leben vollkommen verändert. Unglaublich…“



Eine Woche war vergangen, seit sie und Vincent sich das letzte Mal gesehen hatten. Die Zeit verging nur schleppend für Catherine.

Eines Abends waren sie und Joe als letztes im Büro. Joe dachte erst, er sei der letzte, der das Licht ausmachen müsste, aber nach verlassen seines Büros, sah er Catherine über ihren Schreibtisch gebeugt und vertieft in ihre Arbeit. Völlig überrascht sah Catherine von ihren Akten auf, direkt in Joes grinsendes Gesicht.

Joe: „Was machst du um diese Uhrzeit noch hier, Radcliffe? Es ist spät!“ geschockt über diese Aussage und müde sah sie auf ihre Uhr.

Catherine: „Oh mein Gott… das es so spät ist habe ich gar nicht bemerkt.“

Joe: „Gibt es einen Grund weshalb du nicht nach Hause willst?“ fragend sah Catherine ihn an.

Catherine: „Was meinst du?“

Joe: „Cathy, seit Tagen schiebst du Überstunden. Man könnte fast denken du willst nicht Feierabend machen.“ Schüchtern sah sie auf ihren Schreibtisch, drehte ihren Bleistift hin und her.

Joe: „Was ist los? Hast du Stress oder Streit mit deinem Freund? Magst du deshalb nicht heim?“ leicht grinsend schüttelte Catherine ihren Kopf.

Catherine: „Nein, Joe, keine Sorge. Bei mir und meinem Freund ist alles in bester Ordnung.“

Joe: „Was ist es dann?“ hakte er nach.

Catherine: „Er ist nicht da. Ganz einfach. Du erinnerst dich sicherlich an unsere Unterhaltung von vor ein paar Tagen.“ verdutzt sah Joe drein und erinnerte sich.

Catherine: „Er ist bei einem Einsatz. Seit 1 Woche habe ich ihn weder gehört noch gesehen. Es wird auch noch ein paar Tage dauern bis er wieder kommt. Wann genau weiß ich nicht.“

Joe: „Aaah okay. Ich hätte es mir denken können, tut mir leid. Ich wollte nicht neugierig sein.“

Catherine: „Entschuldige dich nicht dafür. Du konntest es nicht wissen, Joe. Es ist nur… er fehlt mir und allein in meinem Apartment muss ich immer an ihn denken. Hier bin ich abgelenkt.“

Joe: „Ich verstehe.“

Catherine: „Joe… können wir in deinem Büro vertraulich unter vier Augen sprechen?“ überrascht sah er auf.

Joe: „Sicher.“



Gemeinsam gingen sie in Joes Büro, schlossen die Tür hinter sich.

Joe: „Worum geht es?“

Catherine: „Ich ähm… ich möchte dich in ein paar Tagen spontan um 1 Woche Urlaub bitten.“

Joe: „Eine Woche, spontan? Darf ich fragen warum? Das ist normalerweise nicht üblich.“ sie überlegte und druckste herum.

Catherine: „Ich hätte die Möglichkeit meinem Freund entgegen zu kommen, wenn er auf dem Heimweg ist und ich möchte diese Chance nutzen. Ich würde ihn sonst noch länger nicht sehen können.“

Joe: „Das wäre möglich für dich?“ er war erstaunt.

Catherine: „Ja, die Möglichkeit hätte ich. Der militärische Fahrdienst würde mich und eine Begleitperson zu ihm bringen.“

Joe: „Dein Freund ist Soldat, sagtest du einmal… ist das richtig?“

Catherine: „Das ist richtig, ja.“

Joe: „Darf ich fragen, was er genau macht?“ Catherine hob ihre Augenbrauen. Diese Frage hatte sie erwartet.

Catherine: „Er ist bei der Air Force in Nevada stationiert. Für ein paar Wochen arbeitet er dort und ist dann für einen kleineren Zeitraum zu Hause.“

Joe: „Nevada… das ist ewig weit weg.“

Catherine: „Eben und ähm… da kommen wir zu meiner nächsten Bitte, einem Anliegen das mir sehr wichtig ist.“ Joe machte große Augen.

Joe: „Du machst keine halben Sachen, was?“

Catherine: „Ich möchte mich innerhalb der Staatsanwaltschaft an einen weniger gefährlicheren Posten versetzen lassen. Die Eigenrecherchen haben mich oft in Schwierigkeiten gebracht und verletzt. Das kann ich so nicht mehr tun, Joe.“

Joe: „Da habe ich nichts dagegen, Cathy. So lange du mir und uns allen hier erhalten bleibst, gerne. Ich kann nur nicht auf dich verzichten.“

Catherine: „Mir ist es wichtig, dass ich Überstunden aufbauen kann, um im Umkehrschluss mehr Zeit mit meinem Freund zu haben, mehr Privatleben. Du weißt, ich bin nicht wirklich auf das Geld hier angewiesen. Ich würde meinen Schreibtisch jemanden überlassen, der es dringender braucht als ich.“

Joe: „Gut ähm… das lässt sich sicherlich ohne Probleme machen. Gut das du mit mir darüber redest. Wir können so besser das Personal planen.“ Erleichtert lächelte sie ihn an.

Catherine: „Danke, Joe.“

Joe: „Wofür hat man denn Freunde.“

Catherine: „Du bist ein sehr guter Freund.“



Weitere Tage vergingen. Vincent war bereits seit 12 Tagen weg. Catherine machte sich langsam Sorgen. Eines Abends rief sie bei Peter zu Hause an.

Catherine: „Peter? Hier ist Cathy.“

Peter: „Cathy, mein Schatz. Alles in Ordnung bei dir?“ sie antwortete bedrückt.

Catherine: „Bei mir schon, ja. Ich mache mir irgendwie Sorgen. Hast du schon etwas von Vincent gehört?“ am anderen Ende lächelte er sanft.

Peter: „Kleines, du brauchst dir um ihn keine Sorgen machen. Sie sind länger unterwegs als geplant, ich weiß, aber das muss nichts heißen. Sobald alle auf dem Heimweg sind, wird er mir Bescheid geben. Ich werde mich unverzüglich mir dir treffen. Pack schon mal ein paar Sachen zusammen, dann geht es umso schneller.“

Catherine: „Das hört sich gut an, Peter. Das Warten macht mich wahnsinnig.“ Sie klang verzweifelt.

Peter: „Das verstehe ich gut. In den nächsten Tagen wirst du von mir hören und dann machen wir uns zusammen auf den Weg.“ Beruhigte Peter sie.

Catherine: „Deine Gelassenheit möchte ich haben.“

Peter: „Kopf hoch, Kleines. Bald siehst du ihn wieder.“

Catherine: „Ich wünsche es mir so sehr, danke Peter. Wir hören und sehen uns bald.“

Peter: „Bis bald…“



Zwei Tage später war es dann so weit.

Catherine saß an ihrem Schreibtisch. Wie immer völlig in ihre Arbeit vertieft, als sich plötzlich jemand vor ihrem Schreibtisch räusperte. Erschrocken sah sie zu dem jenigen auf.

Catherine: „Peter…“ hauchte sie freudig erwartungsvoll. Peter lächelte warm, stützte sich mit beiden Armen an ihrem Schreibtisch ab, kam ganz nahe an Catherine heran.

Peter: „Und? Fertig zur Abreise?“ flüsterte er sanft. Catherines Herz begann kräftig zu schlagen, ihr Hals verengte sich.

Catherine: „Ist er da?“ kam bewegt über ihre Lippen. Peter schmunzelte.

Peter: „Noch nicht ganz… aber auf dem Weg.“

Catherine: „Wann…“

Peter: „Morgen am frühen Nachmittag. Ich dachte mir du würdest vielleicht gern heute Abend mit mir in der Lodge zu Abend essen, dort übernachten und dich mit allem vertraut machen. Morgen frühstücken wir zwei zusammen und empfangen ihn persönlich am Airport. Hm? Wie klingt das?“ Catherine war den Tränen nahe vor Freude. Sie nickte glücklich.

Catherine: „Ist das dein Ernst, Peter? Kein Scherz?“

Peter: „Kein Scherz, kleines…“ Catherine stand auf und flog in Peters Arme.

Von der offenen Tür seines Büros aus, konnte Joe Catherines Reaktion gegenüber diesem älteren Herren ohne weiteres mitverfolgen. Neugierig näherte er sich.

Joe: „Ich gehe mal nicht davon aus, dass dies dein Freund ist, Radcliffe, oder?“ Joe lächelte bei dieser Bemerkung und sah in zwei verdutzte Gesichter. Peter und Catherine trennten sich, während sie sich ein paar Freudentränen aus den Augen wischte und verlegen lächelte.

Catherine: „Peter, darf ich dir meinen Boss, Joe Maxwell, vorstellen? Joe, das ist Dr. Peter Alcott, ein sehr enger Freund meiner Familie.“ Beide Männer gaben sich die Hand, nickten und lächelten sich an.

Joe: „Es freut mich sie kennen zu lernen, Dr. Alcott. Es gibt nicht viele Menschen in Cathys Umfeld, die ich kennenlernen durfte.“

Peter: „Dann sehen sie es als Privileg, Mr. Maxwell. Die Freude ist ganz auf meiner Seite. Catherine lässt nicht jeden in ihr Privatleben blicken.“

Catherine: „Joe ist ein guter Freund, Peter. Er weiß, dass ich spontan Urlaub nehmen werde und warum.“

Peter: „Ahja… gut zu wissen.“

Joe: „Dann sind sie die Begleitung, die Cathy zu ihrem Freund bringen wird.“

Peter: „So ist es, ja. Ich werde Catherine jetzt mitnehmen, Mr. Maxwell. Der Fahrdienst wird uns in etwa 1 Stunde abholen und zum LaGuardia Airport bringen.“ Joe staunte nicht schlecht über Peters aussagen und Catherine grinste ihn glücklich an.

Joe: „Mit persönlichem Fahrdienst? Oh wow… okay. Dann würde ich sagen… raus mit euch, gute Reise und eine schöne Woche.“ Catherine drückte Joe einen Kuss auf dessen Wange.

Catherine: „Danke Joe.“ Peter und Joe nickten sich zum Abschied zu.

Peter: „Komm Cathy. Wir müssen noch in dein Apartment. Ich gehe mal davon aus, dass du dort schon auf gepackten Koffern gesessen bist.“ Verlegen sah Catherine ihn an, als dieser breit grinste.

Peter: „Ich verstehe das und kann es vollkommen nachvollziehen. Bei mir muss dir nichts peinlich oder unangenehm sein.“

Catherine: „Was würde ich nur ohne dich machen?“

Peter: „Ich sage es keinem weiter, versprochen. Jetzt lass uns von hier verschwinden.“



Der Abstecher in Catherines Wohnung und die Fahrt zum Airport war eine aufregende Sache für sie. Eine kleine Militärmaschine wartete bereits auf die beiden. Wie selbstverständlich begrüßte Peter die Leute drum herum und den Piloten. Gepäck und die beiden Passagiere wurden verladen und es ging Himmelwärts in Richtung Westen, nach Nevada.

Unterwegs fiel Catherine auf, dass sie und Peter die einzigsten, außer dem Piloten, an Bord waren.

Catherine: „Peter? Ist es normal, dass wir die einzigsten Passagiere hier an Bord sind?“

Peter: „In der tat, ja. Die Familienangehörigen der normalen Piloten und Mitarbeiter der Nellis Air Force Base werden nordöstlich von Las Vegas untergebracht. Das ist ein Ort, den man auch als normaler US Bürger Besichtigen kann.“

Catherine: „Dort soll es richtige Familienunterkünfte geben, hab ich gelesen.“

Peter: „Du bist gut informiert. Wir jedoch fliegen weiter. Unser Endziel ist der Ort Mercury Desert Rock und liegt etwa 150 Km weiter nordwestlich von Las Vegas. Dort gibt es ebenfalls einen kleinen Stützpunkt, aber dieser liegt im Sicherheitssperrbereich. Nur sehr weinigen wird dieser Bereich zugänglich gemacht.“

Catherine: „Wenn das ein militärisches Sperrgebiet ist, dann muss ich doch sicherlich einige Dinge beachten.“

Peter: „Das ist wohl wahr, Cathy. Aber nichts schlimmes oder außergewöhnliches. Wenn wir dort ankommen, wird nach unseren Ausweispapieren verlangt. Mich kennen sie bereits, also geht es bei mir schneller. Von dir wird ein Lichtbild gemacht, Fingerabdrücke genommen und deine Identität wird überprüft. Vincent und ich haben bereits alles in die Wege geleitet. Du wirst nicht lange mit Fragen überrumpelt werden. Immerhin ist es Vincent den du dort besuchen wirst und nicht irgendein anderer aus seinem Geschwader, der hier nicht mal annähernd auffallen würde. Das Geheimnis um ihn hast du bis jetzt gewahrt, ohne dass du vorher wusstest wer er wirklich war, oder woher er kommt. Wie dem auch sei… ähm… du bekommst eine spezielle ID, der auf deinem persönlichen Ausweis steht und jederzeit gescannt werden kann. In gewisser Weise kannst du dich fast überall frei bewegen. Wenn Vincent mit dabei ist, dann evtl. auch an Orte, wo du so ohne weiteres nicht hinein gelangen würdest.“

Catherine: „Das ist wie in einem Krimi, Peter… James Bond oder so ähnlich.“

Peter: „Das kann man fast so sagen, ja. Die Lodges zum Beispiel kann und darf auch nicht jeder betreten. Aber mit dem entsprechenden Ausweis, wie den, den du bald in deinen Händen halten wirst, ist das möglich.“

Catherine: „Ich bin so gespannt. Für mich fühlt es sich wie ein Abenteuerurlaub an.“

Peter: „So wird es auch werden, kleines. Du wirst Schritt für Schritt an seine Welt herangebracht.“ Catherine atmete tief durch. Sie war aufgeregt.

Catherine: „Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, dass du seit Jahren, ach was seit Jahrzehnten mit solch einem Geheimnis lebst. Du kanntest Vincents Vater, noch bevor du meine Familie kennengelernt hattest.“

Peter: „Schwer zu glauben, aber wahr. Und jetzt sitzen wir zwei zusammen in einem Flieger nach Nevada, um William Adamas Sohn zu besuchen… dessen Freundin du bist.“

Catherine: „Mein Gott…“

Peter und Catherine redeten über so viele Dinge. Alles was Peter ihr an Fragen beantworten konnte, sagte er ihr und Catherine quetschte Peter Wort wörtlich aus, wie eine Zitrone.



Catherine sah immer wieder aus dem kleinen Fenster des Flugzeugs. Der Boden unter ihnen wurde trockener, brauner, karger und einsamer. Sie näherten sich Las Vegas. Unter ihnen sahen sie die markanten Bauten und Hotels und Spieloasen. Catherine lächelte Peter an.

Catherine: „Las Vegas… dort war ich ewig nicht mehr.“ sprach sie nachdenklich in sich hinein.

Peter: „Wir sind fast da.“ sie lächelte aufgeregt.

Das kleine Flugzeug begann langsam mit dem Sinkflug. Beide schnallten sich an. Der Boden näherte sich immer weiter, bis die Räder Bodenkontakt hatten. Die Maschine rollte aus, rollte weiter in Richtung eines Hangars, wo es letztendlich zum stehen kam.

Als Peter und Catherine ausstiegen, wurden sie so gleich in Empfang genommen. Ein junger Uniformierter, laut seiner Schulterklappen im Rang eines Captains, stellte sich ihnen vor.

Captain Maywether: „Dr. Alcott, Miss Chandler… ich bin Captain Maywether. Willkommen in Nevada. Ich hoffe sie hatten einen angenehmen Flug.“ beiden gab er zur Begrüßung die Hand.

Peter: „Captain, vielen Dank für den netten Empfang.“

Captain: „Miss Chandler, für ein paar Formalitäten muss ich sie leider bitten mit mir zu kommen.“

Catherine: „Selbstverständlich, Captain Waywether.“

Captain: „Sehr gut. Wenn sie mir beide bitte folgen würden. Es wird nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.“

Catherine: „Was sein muss, muss sein.”

Captain: „Danke für ihr Verständnis.“

Catherine und Peter folgten ihm in ein separates Gebäude. Wie Peter Catherine bereits unterwegs sagte, wurde ihr Pass überprüft, Fingerabdrücke genommen und abgeglichen, ein Lichtbild angefertigt und nur wenige Fragen gestellt. Eine Frage bezog sich auf ihren Familiennamen.

Security Officer: „Chandler… sind sie irgendwie mit einem Charles Chandler aus New York verwandt?“

Catherine: „Charles Chandler ist mein Vater. Er betreibt mit ein paar Kollegen eine private Anwaltskanzlei in New York.“

Security Officer: „Ah ja… danke. Das werde ich vermerken. Gibt es sonst noch etwas, was für sie wichtig wäre, Miss Chandler?” überrascht sah sie von Peter zum Officer.

Catherine: „Nun, ich weiß nicht. Da hier ein Sicherheitsbereich ist, gehe ich mal davon aus, dass Bilder oder ähnliche Aufnahmen von mir auch hier bleiben. Durch meine Familie stehe ich in der Öffentlichkeit und habe mich weitestgehend zurückgezogen und ich möchte das das so bleibt.“ Peter grinste hinter ihr.

Security Officer: „Selbstverständlich, Miss Chandler. Alles ist weitgehend abgeschirmt und wird überwacht. Ohne unser Wissen verlässt nichts dieses Gebiet.“

Catherine: „Danke, das wäre mir sehr wichtig. Es werden zu schnell zu viele Fragen gestellt… die Dinge können unangenehm werden und das brauchen mein Partner und ich nicht im geringsten.“ Kam in einem etwas scharfem Ton über ihre Lippen.

Security Officer: „Das sehen wir ebenso, Ma´am. Hier ist ihr Ausweis. Bitte tragen sie diesen stets sichtbar bei sich und zeigen sie diesen auf Anweisung vor.“

Catherine: „Das werde ich. Vielen Dank, Captain.“

Security Officer: „Danke auch ihnen für ihre Offenheit und Geduld. Einen schönen Aufenthalt. Ach ähm Dr. Alcott… ihr Ausweis.“

Peter: „Ahja richtig, danke Captain.“



Das Gepäck wurde in einen sandfarbenen großen SUV mit getönten Scheiben umgeladen. Catherine und Peter stiegen dort ein und wurden über eine private Straße entlang erst ein paar Kilometer nach Norden und dann eine Abzweigung nach Nordosten gefahren. Beiden sahen rechts und links aus dem Fenster.

Peter: „Hast du eine Ahnung wo wir sind?“

Catherine: „Ich habe keinen Schimmer, Peter. Sag du es mir, bitte.“ sie gab auf.

Peter: „Wir befinden uns gerade im offenen Gelände (Open Range) von Nellis. Hier leben viele geschützte wildlebende Tiere. Das ist so eine Art Nationalpark. Dieses Gebiet ist jedoch hermetisch abgeriegelt für Außenstehende. Überall sind Wachposten verteilt.“

Catherine: „Das alles gehört zur Air Force?“ fragte sie ehrfürchtig und staunend. Peter nickte.

Catherine: „Unglaublich…“



Nach 20 Minuten etwa erreichte der SUV mit Peter und Catherine einen Kontrollpunkt. Der SUV musste halten, sie zeigten ihre Ausweise, die gescannt wurden und durften weiter fahren. Drum herum wurde es immer grüner, freundlicher, die Bäume und Sträucher dichter. Peter bekam Catherines Aufmerksamkeit, als er ihr nach ein paar weiteren Minuten sagte:

Peter: „Dort drüben… sieh mal…“ Catherine sah aus Peters Fenster. In etwa 300 Metern Entfernung konnte sie eine Lodge im Blockhausstil sehen. Der Wagen kam näher, hielt ein paar Meter vor dem Haus. Mit offenem Mund stieg Catherine aus, während Peter dem Fahrer half das Gepäck auszuladen, damit dieser wieder abfahren konnte.

Peter: „Gefällt es dir?“

Catherine: „Gefallen? Peter… es ist traumhaft. Das ist wie unsere Lodge in Connecticut, wo ich als Kind mit Mam und Daddy die Ferien und die Feiertage verbrachte. Mein Gott, wie schön.“

Peter: „Komm, dann lass uns rein gehen.“ Überrascht sah sie ihn an.

Catherine: „Du hast einen Schlüssel?“

Peter: „Allerdings. Vincent hat ihn mir mal einen Zweitschlüssel zukommen lassen. Wenn ich dienstlich herkommen muss, dann quartiere ich mich normalerweise hier bei ihm ein.“ Peter öffnete die Tür ging hinein und Catherine folgte ihm umgehend mit ihrem Rollkoffer. Sie staunte und strahlte über ihr ganzes Gesicht.

Alles war aus Holz und gemütlich eingerichtet. Die Lodge hatte zwei Etagen. Im Erdgeschoss war ein gemütliches Wohnzimmer mit großer Eckcouch, einem flachen Couchtisch auf einem dicken Teppich, ein großer gemauerter Kamin. Regalschränke voller Bücher. Vom Wohnzimmer aus ging es in einen separaten Raum, der sich als Büro rausstellte. Darin stand ein großer schwerer Schreibtisch mit einem Laptop und davor ein bequemer Schreibtischsessel. Drumherum Regale und Schränke, die Catherine kurz mit ihren Augen überflog. Zurück im Wohnzimmer ging ihr Blick zur anderen Seite in Richtung Küche. Es war eine offene Küche im Landhausstil mit einer Kochinsel und angrenzender Sitzgelegenheit genau in der Mitte der Küche und einem Esstisch etwas abseits. Der große Kühlschrank im Eck der Küche war voll mit Lebensmitteln und Getränken.

Catherine: „Füllt sich der Kühlschrank etwa von allein, Peter?“ fragte sie scherzhaft verhalten.

Peter: „Nein, natürlich nicht. Kurz bevor die Soldaten hier ankommen, werden die Kühlschränke bestückt. Wenn etwas gebraucht wird, dann haben wir hier eine Art Touchpad. Man gibt das hier an der Stirnseite der Kühlschranktür ein, sendet es ab und am nächsten Tag wird es geliefert.“

Catherine: „So etwas brauche ich unbedingt in meinem Apartment.“ Peter lachte über diese Aussage, denn er wusste, dass Catherine nicht gern Lebensmittel einkaufte. Im hinteren Teil der Küche war eine Terrassentür, die Catherine umgehend öffnete und trat hinaus. Ringsum waren Bäume und Sträucher… und ein Pool!!!

Catherine: „Peter… ich gehe gleich schwimmen.“ Peter lachte. Catherine war wie ein Kind im Süßwarenladen.

Im Bereich des Eingangs ging eine Holztreppe in die obere Etage. Zur linken Seite hin, sozusagen über dem Büro war ein großes Schlafzimmer. Verträumt sah Catherine auf das Kingsize Bett. Dort wird sie in Zukunft die Nächte verbringen… zusammen mit Vincent. Dieses große Schlafzimmer hatte einen direkten Zugang zum Bad, mit einer großen gefliesten Dusche, einer großen Eckbadewanne, Toilette und zwei Waschbecken. Direkt daneben war ein Ankleidezimmer. Catherine huschte ein Lächeln über ihr Gesicht… dort hatten noch viele ihrer Sachen platz, dachte sie sich. Zwei weitere Zimmer konnte Catherine als Gästezimmer einordnen, die jeweils ein kleineres Bad hatten.

Peter brachte derweil seine Reisetasche und seinen Arztkoffer in eines der Gästezimmer, packte aus. Catherine stand auf einmal nachdenklich in seiner Tür, lehnte sich an den Türrahmen, verschränkte ihre Arme.

Catherine: „Ich träume das alles, Peter.“

Peter: „Nein tust du nicht.“ lächelte er sie sanft an.

Catherine: „Ich will hier nicht mehr weg.“ Peter lachte.

Peter: „Du bist gerade erst angekommen und überwältigt, kleines.“

Catherine: „Ich weiß. Jetzt fehlt hier nur noch einer.“

Peter: „Morgen hast du ihn wieder, Cathy.“

Catherine: „Ich kann es kaum abwarten. Gott, bin ich so nervös.“ Peter ging zu ihr, nahm sie in den Arm.

Peter: „Was hältst du davon, wenn ich uns was zu essen mache, während du auspackst.“

Catherine: „Das klingt sehr gut. Ich glaube ich habe Hunger. Vor lauter Aufregung habe ich nichts essen können.“

Peter: „Dann mach ich uns was leichtes.“

Gesagt, getan. Catherine brachte ihren Koffer rauf ins große Schlafzimmer, packte ihre Sachen aus, verstaute sie in einen leer stehenden Schrank. Waschsachen, wie Zahnbürste, Duschbad und Shampoo brachte sie ins Bad und gönnte sich eine wohltuende Dusche. Mit frischen bequemen Sachen am Leib ging sie zu Peter in die Küche und half ihm beim Zubereiten des Abendessens.

Nach dem Essen ging auch Peter sich duschen. Zusammen mit Catherine saß er später auf der überdachten Terrasse. Sie tranken Tee und ließen die letzten Stunden revue passieren. So vieles war für sie neu. Die Grillen zirpten und in der Ferne konnte man Flugzeuge starten und landen hören. Immer wieder sah sie zum Himmel rauf, sah hier und dort blickende Lichter.

Catherine: „Wo ist Vincent gerade, Peter?” Er lehnte sich mit seiner Teetasse zurück.

Peter: „Aktuell kann ich dir das gar nicht 100%ig sagen. Aber ich denke mal auf einem Flugzeugträger im Atlantik.“ Catherine lächelte in sich hinein, nippte an ihrer Teetasse.

Peter: „Was schmunzelst du in dich hinein?“ fragte er sanft. Catherine atmete tief durch, sah unentwegt in ihre Tasse, drehte sie hin und her.

Catherine: „Flugzeugträger… Air Force… Vincent in Uniform… ein Testpilot…” sagte sie nachdenklich, rieb sich die Stirn.

Peter: „Wirst du mit alldem klar kommen?“ fragend sah sie ihn an.

Catherine: „Das werde ich ganz sicher. Mach dir darüber keine Sorgen. Es ist so unwirklich wie in einem Traum.“

Peter: „Du wirst dich schnell daran gewöhnen.“

Catherine: „Ich liebe diesen Mann, Peter. Ich liebe ihn wirklich.“

Peter: „Das ist nicht zu übersehen, Cathy. Du scheinst in ihm deinen fehlenden Teil gefunden zu haben.“

Catherine: „Mit ihm zusammen fühle ich mich komplett. All die Jahre war ich auf der Suche und geriet immer an die falschen. Nicht ich war ihnen wichtig, sondern mein Familienname, mein Bankkonto. Sie hatten mich deswegen benutzt. Liebe war es auf keinen Fall. Bei Vincent war es von Anfang an genau anders herum. Wir wussten beide nichts über den jeweils anderen und konnten uns in gewisser Weise außerhalb unserer wahren Welt kennenlernen. Wir meisterten Krisen und Gefahren, retteten uns gegenseitig aus diversen Situationen und kamen uns allmählich näher. Von Anfang an war ich fasziniert von ihm, wollte es jedoch nicht wahr haben.“

Peter: „So viel ich weiß erging es Vincent nicht anders.“ verblüfft sah sie ihn an, Peter nickte.

Peter: „Er haderte ebenfalls mit sich, was dich betraf. Er wusste nicht was er tun oder wie er sich dir gegenüber verhalten sollte. Erst das Unglück, als Jacob und er verschüttet wurden, brachte die endgültige Wendung… die Gewissheit was er für dich empfindet.“

Catherine: „An dem Tag wurde mir bewusst, wie sehr ich mich in ihn verliebt hatte. Ich erkannte, dass es keine harmlose Schwärmerei war. Ich hatte Angst um ihn. Ich hatte Angst ihn zu verlieren, ihn nicht mehr in der Nähe zu wissen oder seine Stimme nicht mehr zu hören. Ganz zu schweigen seine blauen Augen nicht mehr ansehen zu können. Alles an ihm. Der Ganze Mann.“

Peter: „Vincent liebt dich ebenfalls, Catherine. Nicht ohne Grund hat er sich dir anvertraut. Nicht ohne Grund bist du jetzt hier.“ Verlegen sah sie ihn an, grinste.

Catherine: „Was wohl mein Dad dazu sagen würde, wenn es mal dazu kommen sollte.“

Peter: „Ach Gott, dein Vater… an ihn hatte ich gar nicht mehr gedacht. Mach dir darüber keine Sorgen. Es wird die richtige Zeit kommen.“

Catherine: „Da bin ich gespannt. Aber wie du schon sagtest, Peter… die richtige Zeit und der richtige Ort.“

Peter: „Und da wir jetzt schon von Zeit und Ort reden… für mich ist es an der Zeit ins Bett zu gehen.“

Catherine: „Das du jetzt schlafen kannst?“

Peter: „Für mich ist es nichts neues, aber für dich schon. Schließlich treffe ich mich morgen mit Susan in Las Vegas und verbringe dort ein paar herrliche Tage mit ihr.“ sagte er geheimnisvoll.

Catherine: „Wirklich? Wann wolltest du mir davon erzählen?“

Peter: „Hab ich soeben getan… Außerdem, mein Schatz… Du und Vincent werdet von Anfang an eure Privatsphäre haben. Da bin ich alter Mann nur ein Störfaktor.“ Peter lächelte breit, Catherine wurde leicht rot im Gesicht. Aber sie wusste, er hatte recht.

Peter: „Du brauchst mir nicht zu antworten, Cathy. Ich wollte dich nicht in Verlegenheit bringen.“

Catherine: „Sehr rücksichtsvoll von dir, danke.“ entgegnete sie galant.

Peter: „Ich lasse dich jetzt allein. Meine alten Knochen müssen sich ausruhen. Gute Nacht, Cathy.“

Catherine: „Gute Nacht, Peter und danke für alles.“ Peter gab Catherine als Antwort einen Kuss auf ihren Kopf und verschwand ins Haus.

Catherine saß noch eine Weile draußen bis auch sie die Müdigkeit einholte. Aus Vincents Kleiderschrank suchte sie sich einen kuscheligen Pullover raus, schlüpfte hinein und kuschelte sich in die dicken Kissen des großen Bettes. Mit den festen Gedanken an Vincent und das sie ihn morgen endlich wiedersehen würde driftete sie in den Schlaf.



Am nächsten Morgen wachte Catherine auf. Frischer Kaffeeduft stieg ihr in die Nase. Nach einer kurzen Orientierung lächelte sie in sich hinein, stieg aus dem Bett, ging sich Duschen und gesellte sich zu Peter in die Küche.

Catherine: „Mmmhh das duftet sehr einladend, Peter.“

Peter: „Guten Morgen. Gut geschlafen?“

Catherine: „Erstaunlicher Weise ja.“

Peter: „Erstaunlicher Weise?“

Catherine: „Nun, wenn man bedenkt wie es in meinem Kopf arbeitet und wie aufgeregt ich bin.“ Peter lachte breit.

Peter: „Ah ja…, ich verstehe, komm setz dich. Ich war so frei und habe uns Frühstück gemacht.“

Catherine: „Das sieht köstlich aus. Da bekommt man direkt Hunger.“



Nach einem ausgiebigen Frühstück sah Catherine immer wieder auf die Uhr. Peter musste lächeln.

Peter: „Bist du aufgeregt?“

Catherine: „Du ahnst gar nicht wie sehr. Das letzte Mal war ich so nervös… lass mich nachdenken… vor meinem aller ersten Date in der High-School.“ Nun musste auch sie darüber lachen.

Peter: „Das muss dir nicht peinlich sein, Cathy. Es sind schließlich besondere Umstände.“

Catherine: „Meinst du wirklich? Ich komme mir so albern vor.“

Peter: „Du bist verliebt. Immerhin geht es hier nicht um ein einfaches Teenager Date. In diesen Bereich haben nur wenige Menschen auf dieser Welt Zutritt. Aber eine Besonderheit wird heute auf dich warten!“ erstaunt fragend sah sie ihn an.

Peter: „Vincent weiß nicht, dass du schon hier bist. Er ist der Annahme, dass er dich am Airport empfangen bzw abholen wird… und nicht du ihn.“

Catherine: „Ist nicht dein Ernst…“ sagte sie entgeistert.

Peter: „Mein voller Ernst.“ Kurz dachte sie nach.

Catherine: „Was meinst du damit… ich werde ihn empfangen?“ fragte sie vorsichtig. Peter schmunzelte.

Peter: „Wir zwei werden nachher von einem Hubschrauber abgeholt, der uns zum Tonopah Test Range Airport bringen wird. Der befindet sich etwas 160Km nordöstlich von hier entfernt. Heute Nachmittag werden dort die drei Test Staffeln erwartet… unter anderem der Teamleader Ares.“ Catherines Augen wurden größer, ihr Herz klopfte. Sie flog Peter entgegen, umarmte ihn fest.

Catherine: „Danke…“ brachte sie als einzigstes hervor.

Peter: „Schon gut… ich weiß wie viel er dir bedeutet. Und außerdem… wird Vincent ziemlich überrascht sein dich dort zu sehen.“ Hoffnungsvoll sah Catherine ihn an.

Catherine: „Meinst du wirklich?“

Peter: „Das glaube ich nicht nur, sondern ich weiß es. Wie gesagt… er hat keine Ahnung das du bereits seit gestern hier bist.“ sagte er eindringlich.

Catherine: „Ich kann es kaum noch erwarten, Peter.“

Peter: „Es dauert nicht mehr lang. Bald hast du ihn wieder.“



Für Catherine verging die Zeit viel zu langsam. Peter versuchte sie mit diversen Gesprächsthemen abzulenken. Doch irgendwann hörten sie schlagende Geräusche, die näher kamen und sehr laut wurden. Peters Kopf hob sich, er nahm seine Arzttasche und grinste Catherine an, die gerade auf der Couch saß.

Catherine: „Peter? Was ist das?“ sie drehte sich in Richtung Fenster, welches hinter ihr befand.

Peter: „Unser Taxi…“ Abrupt sprang Catherine von der Couch, schnappte sich ihre Jeansjacke, die Umhängetasche und verließ mit Peter aufgeregt die Lodge.



Etwa 200 Meter von der Lodge entfernt, landete ein großer Militärhubschrauber. Die Schiebetür öffnete sich und ein Airman hüpfte heraus.

Airman: „Dr. Alcott, Miss Chandler… bitte kommen sie an Bord. Colonel O’Neill erwartet sie bereits.“

Sie stiegen in den Hubschrauber, schnallten sich an, bekamen Funkkopfhörer und hoben ab. Unterwegs besprachen sie ein paar Dinge.

Peter: „Airman Scott… gibt es einen besonderen Grund, weshalb wir erwartet werden?“ fragte er verwundert. Catherine machte ein besorgtes Gesicht. Der Airman beruhigte beide.

Airman: „Nichts besorgniserregendes, Sir. Nur einer der Co – Piloten hat sich beim Start vom Flugzeugträger eine Nackenzerrung zugezogen. Sie müssten sich den jenigen bitte als erstes ansehen.“

Peter: „Das werde ich, keine Sorge. Wann werden die Piloten eintreffen?“

Airman: „In ca. 45 Minuten wir die erste Staffel erwartet. Staffel 2 und 3 im Abstand von 10 Minuten.“

Peter: „In welcher Staffel fliegt der Teamleader?“ bespannt hörte Catherine zu, als das Wort Teamleader fiel.

Airman: „So viel ich weiß hat sich Lt. Col. Adama dazu entschlossen in der 3. Staffel zu fliegen, damit niemand verloren geht. In jeder Staffel ist ein Test - Jet dabei. Die sollten nicht in fremde Hände geraten.“ Zwinkerte er beiden zu.

Peter: „Ich verstehe, Airman. Danke.“

Catherine blieb die ganze Zeit über ruhig. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt den Unterhaltungen zu folgen und sich dem drum herum bewusst zu werden.



Nach etwa 30 Minuten erreichte der Hubschrauber den Tonopah Test Airport. Hier sah es ganz anders aus, als der Airport in Mercury Desert Rock. Überall befanden sich verschieden farbige Markierungen, die von einer riesigen Landebahn zu Flugzeugbunkern und Hangars führten. Markierungen in Blau, Rot, Gelb führten zu den Flugzeugbunkern und die grüne Markierung zu den Hangars. Es war ein faszinierender Anblick von oben.

Neben dem Hauptgebäude landete der Hubschrauber. Peter und Catherine gingen als erstes ins Hauptgebäude. Peter steuerte direkt auf einen Mann zu, begrüßte ihn und gab ihm die Hand.

Peter: „Jack, schön dich zu sehen.“

Jack: „Peter, willkommen zurück. Einen guten Flug gehabt?“

Peter: „Allerdings, danke. Jack… ich möchte dir Catherine Chandler vorstellen. Sie ist Vincents bessere Hälfte. Catherine, das ist Col. Jack O ´Neill.“

Jack: „Sehr erfreut, Miss Chandler. Nennen sie mich einfach Jack. Wir sind hier etwas lockerer.“

Catherine: „Es freut mich ebenfalls, Jack. Nennen sie mich bitte Catherine. Ich bin froh darüber, dass das Militärprotokoll hier nicht zu streng ist.“

Jack: „Es reicht schon, dass wir hier unter Geheimhaltung schalten und walten müssen. Das lockere ungezwungene macht es hier in allem sehr viel einfacher. Sehr beeindruckend das drum herum, stimmts?“

Catherine: „Das kann man wohl sagen, ja.“

Peter: „Ach ähm, da du gerade von locker und ungezwungen redest… warum hast du dich so rausgeputzt und trägst du deine offizielle Uniform?“ Jack grinste gezwungen.

Jack: „Hast du die drei schwarzen Wagen vor dem Gebäude sehen können?“ Peter überlegte und nickte.

Peter: „Ich glaube schon, ja.“

Jack: „Das sind Sonderbeauftragte, die die drei Test – Jets in Aktion sehen wollen.“ Peter sah Catherine an.

Peter: „Genau diese drei, die gerade für mehrere Stunden unterwegs waren?“ Peter stemmte seine Hände an die Hüfte und atmete tief durch.

Jack: „Du sagst es. Wir haben ihnen gesagt, das die Piloten nach diesem Trip eine Ruhepause brauchen und frühestens morgen wieder fit sein werden, aber die ließen sich nicht abbringen und baten… nein, sie flehten und bettelten fast.“ sagte er ironisch und grinste.

Peter: „Wirklich begeistert bin ich davon nicht, Jack. Die Jungs werden am Ende sein. Eine Ruhepause muss auf jeden Fall eingehalten werden. Wissen das die Piloten schon?“

Jack: „Nein, wir haben ihnen noch nichts gesagt. Ich werde es mit ihnen nachher persönlich besprechen.“ an Catherine gewandt:

Jack: „Tut mir leid, Catherine. So wie es aussieht, wirst du ihn nicht gleich mitnehmen können. Wie ich unseren Teamleader kenne, wird er sich trotzdem breit schlagen lassen.“

Catherine: „Nun ja… es ist sein Job, oder?“

Jack: „Das ist wahr, ja. Aber nach solch einem Einsatz könnten er und die anderen den Sonderflug für heute ebenso gut ablehnen.“ räumte er ein.

Catherine: „Ich sehe es positiv, Jack. Sollte er fliegen, dann kann ich ihm dabei zusehen.“ Jack lächelte.

Jack: „Diese Einstellung lobe ich mir, Catherine. Ich kann dir versichern, dass du nicht enttäuscht sein würdest.“

Catherine: „So lange ich ihn dann für mich haben kann?“

Jack: „Das wirst du. Die Piloten haben morgen Nachmittag nur eine Abschlussbesprechung und danach zwei Tage frei, um sich zu regenerieren.“

Catherine: „Das hört sich gut an, finde ich.“

In dem Moment erreichte Col. O ´Neill über seinen Sprechfunk die Meldung, dass die erste Staffel im Landeanflug war.

Funk vom Tower: „Tower an Col. O ´Neill… Ankunft der Staffeln in wenigen Minuten. Bitte begeben sie sich zu den Bunkeranlagen.“

Jack: „O ´Neill hier, verstanden. Begebe mich zu den Bunkeranlagen. O ´Neill ende.“ gab er über Funk zurück.

Peter: „Der verletzte Co – Pilot fliegt in der ersten Staffel mit?“

Jack: „Korrekt, Peter.“

Peter: „Gut, ich werde alles im Behandlungsraum vorbereiten. Vielleicht ist noch jemand dabei der ärztliche Hilfe benötigt.“

Jack: „Ich werde ihn direkt zu dir schicken, Peter.“ Mit einem Kopf nicken bestätigte Peter.

Jack: „Catherine, wenn du möchtest, dann kannst du gern mit mir kommen. Die Bunker der Staffeln liegen nahe beieinander.“

Catherine: „Wenn das möglich ist, ja sehr gerne.“

Jack: „Perfekt, dann komm…“



Jack und Catherine machten sich auf den Weg zu den Flugzeugbunkern. In der Ferne konnte man die ersten Jets bereits sehen. Eine nach der anderen landete sanft, rollte aus und fuhr entlang der Markierung an ihren Platz. Einweiser halfen bei der Orientierung.

Catherine: „Was sind das für Kampfflugzeuge? Die sehen unterschiedlich aus.“ er deute auf die drei verschiedenen Typen.

Jack: „Das sind zwei F – 16 Fighting Falcon, die beiden dort hinten F – 22 Raptor. Und die grün camouflagefarbene, die gerade zu ihrem Bunker rollt, ist eine Sukhoi SU – 35 Flanker. Das ist eine von drei Test – Jets, die die Sonderbeauftragten später in Aktion sehen wollen.“

Catherine: „Sukhoi… das klingt irgendwie Russisch. Kann das sein?“

Jack: „Gut kombiniert, Catherine. Wir arbeiten mit der russischen Air Force in punkto Luftsicherheit, Entwicklung und Training zusammen.“ Catherine sah ihn überrascht an.

Catherine: „Seit wann denn das?“ fragte sie entgeistert. Jack grinste leicht.

Jack: „Seit dem kalten Krieg. Die Russen haben es geschafft Kampfjets zu konstruieren, die viel wendiger sind als unsere. Unsere sind zwar zum Teil schneller, aber die schaffen nicht diese komplexen Manöver. Die Sukhoi dagegen… wow… das muss man gesehen haben. Es ist atemberaubend den Piloten bei diesen Manövern zuzuschauen.“ Seine Worte klangen voller Ehrfurcht und Bewunderung.

Catherine: „Ich lass mich überraschen.“

Jack: „Das kannst du sein. Ich muss kurz zu den Piloten. Wartest du bitte hier?“

Catherine: „Sicher, natürlich.“ Sie blieb weit im Hintergrund und beobachtete das rege Treiben.

Col. Jack O ´Neill ging zu den Kampfjets, begrüßte alle Piloten persönlich, hieß sie willkommen.

Der verletzte Co – Pilot wurde zu Peter delegiert, der sich seiner sofort annahm und der Pilot der Sukhoi wurde an Ort und Stelle über die zusätzliche Demo Flugschau informiert. Wirklich glücklich schien dieser jedoch nicht zu sein. Für ihn war es ein anstrengender Flug. Anhand von Jacks Handbewegungen tat es ihm leid.



10 Minuten später wurde die nächste Staffel angekündigt. Und auch dort die selbe Vorgehensweise. Erst kamen zwei F –16 Fighting Falcon, dann zwei F – 22 Raptor und zum Schluss eine sandcamouflagefarbene SU – 35 Flanker. Auch dieser Sukhoi Pilot wurde über den Extraflug informiert. Doch dieser zuckte mir seinen Schultern, nickte leicht und nahm es eher gelassen hin.

Jack deutete Catherine mit einer Handbewegung, dass sie ihm folgen sollte. Völlig gespannt lief sie Jack hinterher, bis zu den hinteren Bunkern.

Jack: „Catherine, am besten du begibst dich seitlich an die Front des Bunkers. Da bist du sicher und es kann nichts passieren.“ Ehrfürchtig sah Catherine ihn an.

Catherine: „Okay…“

Jack hielt mit einem Fernglas ausschau nach der dritten Staffel.

Jack: „Ah ja… da kommen sie.“ Catherine folgte seinem Zeichen. Ganz in der Ferne konnte sie weitere, noch sehr kleine, dunkle Punkte am Himmel ausmachen. Jack reichte ihr sein Fernglas. Gespannt beobachtete Catherine das Näherkommen der dritten Staffel. Nach und nach begannen sie mit dem Landeanflug. Wie bei den vorherigen Staffeln landeten als erstes die beiden F – 16, direkt dahinter die zwei F – 22 Raptor und zum Schluss eine blaucamouflagefarbenen SU – 35 Flanker.

Catherine: „Welcher Jet gehört zu Vincent?“

Jack: „Die blaue Sukhoi, die zuletzt gelandet ist.“

Catherine: „Dieses riesige Monstrum?“ sagte sie leise entgeistert. Jack nickte und grinste amüsiert.

Jack: „Die ist auch nicht viel größer, als die grüne oder die sandfarbene von vorhin.“ lächelte er.



Sie beobachtete seine federleichte und sanfte Landung. Keinen Moment ließ sie ihn aus den Augen. Irgendwann war die SU – 35 so nahe, dass sie kein Fernglas mehr brauchte, um ihn mit bloßem Auge zu verfolgen. Es war beeindruckend dies zu beobachten. Einweiser gaben Zeichen zur Orientierung. Die blaue SU – 35 rollte immer der blauen Markierung entlang, rollte von hinten auf ihren Bunker zu, rollte hinein und blieb an bestimmten Markierungen stehen, die ein anderer Einweiser ihm zeigte. Pilot und Co – Pilot gaben das ´OK´ Zeichen für eine problemlose Ankunft. Catherine konnte aus ihrer Entfernung das Cockpit und die Helme der Piloten, bis zu den Schultern sehr gut sehen.

Die Räder des Jets wurden vorn und hinten fixiert, die Turbinen wurden abgeschaltet. Diverse Handbewegungen, die als stumme Handzeichen dienen, wurden von drinnen nach draußen und umgekehrt gegeben. Es dauerte ein paar Minuten bevor sich die Kanzel des Jets öffnete. Fasziniert sah sie dem Treiben zu. Catherine entdeckte am Rand des Einstiegs zwei Namen. In Höhe des Piloten stand ´Lt. Col. V. Adama´, darunter ´Ares´ und in Höhe des Co – Piloten ´Lt. B. Green´, darunter ´GreenBeen´. Zwei mobile Leitern wurde herangefahren, an der Seite der SU – 35 eingehakt und Col. Jack O´Neill kletterte nach oben zum Piloten, der noch immer seinen Helm auf hatte. Pilot und Jack gaben sich Kumpelhaft die Hände, ebenfalls mit dem Co – Piloten. Catherine konnte nur Wortfetzen hören, die etwas mit den Zusätzlichen Flug zu tun hatten. Der Pilot lehnte sich schwer zurück und nickte. Der Co – Pilot stieg kopfschüttelnd als erstes aus, klopfte dem Piloten mitleidserregend auf die linke Schulter und beide nickten sich zu. Auf einmal hörte Catherine Jack laut sagen:

Jack: „Ach ja… das hätte ich fast vergessen. Doc Peter ist auf dem Stützpunkt.“

Pilot: „Peter ist schon hier?“ vernahm sie leise.

Jack: „So ist es mein Freund und nicht nur Peter! Er hat dir etwas süßes mitgebracht “ Jack lächelte, drehte sich um und zeigte mit seiner Hand auf Catherine, die aufgeregt schmunzelnd und schüchtern mit ihrer Hand dezent winkte und langsam näher kam. Der Pilot hatte sie vorher nicht sehen können, da sie außerhalb seines Blickwinkels war… nun blickte er an Jack vorbei in Richtung Catherine. Dieser traute seinen Augen nicht. Der Pilot ließ seinen linken Arm lässig an der Seite des Cockpits raushängen, machte ebenfalls eine dezent winkende Bewegung mit seiner Hand und ließ Catherine breit lächeln. Sie war so aufgeregt. Ebenfalls eine typische Kopfbewegung von ihm, die trotz seines Helmes jemand ganz bestimmten zugewiesen werden konnte… es konnte nur einer sein… Vincent.

Jack: „Wir sehen uns später, mein Freund.“ verabschiedete er sich. Der Pilot brachte seine Maschine Offline, schnallte sich ab, kletterte vorsichtig aus dem Jet und ging langsam auf Catherine zu. Trotz des gesamten Equipments, welches er am Körper trug, erkannte sie diesen besonderen Gang, doch war es ungewohnt für sie, ihn in dieser Kluft zu vermuten. Währenddessen lockerte er erst rechts und dann links die Verschlüsse seines Helms. Man konnte ein leises Zischen hören, denn die Helme der Testpiloten waren um einiges anders konstruiert, als die der normalen Piloten. Jacke, Anzug und Helm bildeten eine Einheit. Catherine musterte ihn von oben bis unten und erkannte die azurblauen Augen hinter dem Visier dieses Helmes. Der Rest seines Gesichtes war abgedeckt mit einer Gesichtsmaske, welche mit dem Atemgerät kombiniert war. An der Stirn des Helms stand sein Rufname „ARES“. Catherine hielt die Luft merklich an, als sie eine ihr bekannte überraschte Stimme hörte.

Pilot: „Catherine… das nenne ich einen herzlich warmen Empfang. Mit dir hätte ich hier nicht gerechnet.“ sagte eine bekannte Stimme unter dem Helm. Sie bekam eine Gänsehaut. Es war seine Stimme und seine Augen blickten sie an. Er nahm vor ihren Augen gekonnt seinen Helm ab, entfernte seine Funkohrstöpsel, verstaute diese in seinem Helm, wuschelte seine langen Haare zurecht, lockerte diese auf und atmete tief die frische Luft ein, lächelte sie an. Catherine realisierte, das er es wirklich war.

Catherine: „Hi…“ hauchte Catherine bewegt. Mehr brachte sie vorerst nicht heraus.

Vincent: „Hey du… das du schon hier bist?“ sagte er sanft. Ihre Hand strich erst über seine Wange, dann nahm er sie in die Arme. Ihre Arme umfassten ihn an Nacken und Rücken, hielten ihn fest.

Catherine: „Es sollte eine Überraschung sein…“ sagte sie bewegt und glücklich.

Vincent: „Die ist dir gelungen, meine Süße.“ Catherine lächelte, als er sie meine Süße nannte.

Catherine: „Du hast mir so gefehlt.“ flüsterte sie.

Vincent: „Du mir auch. Zwei Wochen… eindeutig zu lang.“ Dann sahen sie sich an, lächelten. Ihre linke Hand ruhte an seiner Brust, ihre Augen wanderten ehrfurchtsvoll über sein Equipment. Abwartend sah Vincent sie an.

Catherine: „Es ist ganz ungewohnt für mich dich in dieser Art und Weise und in diesen Klamotten zu sehen. Ganz zu schweigen von dem Ungetüm direkt hinter dir.“ kam schmunzelnd ironisch über ihre Lippen und zeigte auf den Kampfjet direkt hinter ihm. Vincent folgte ihrem Blick, sah sie dann mit funkelnden Augen an.

Vincent: „Das meine Süße, ist mein kleiner Liebling.“ sagte er lächelnd mit Nachdruck.

Catherine: „Dein kleiner Liebling? Muss ich eifersüchtig werden?“

Vincent: „Nicht im geringsten. Wir haben lediglich ein Arbeitsverhältnis.“

Catherine: „Gut zu wissen…“ sie schmiegte sich lachend in seine Arme, genoss seine Nähe. Vincent atmete tief ihren Duft ein, küsste ihren Scheitel.

Vincent: „Das hat mir gefehlt… du hast mir gefehlt.“ flüsterte er sanft in ihr Ohr.

Catherine: „Ich lass dich so schnell nicht mehr gehen.“ Verliebt sahen sie sich an, küssten sich.

Vincent: „Komm, lass uns rüber ins Hauptgebäude gehen. Ich muss mich bewegen und unbedingt etwas essen. Der Proteinriegel hat nicht lange angehalten.“ Sie machten sich Hand in Hand auf den Weg. Die Flughandschuh hatte er angelassen, seinen Helm hielt er in seiner linken.

Catherine: „Wie lange warst du unterwegs?“

Vincent: „Etwa 8 Stunden.“

Catherine: „8 Stunden? So lange?“ verwundert sah Catherine ihn an, doch Vincent nickte und lächelte.

Vincent: „Deshalb brauche ich Bewegung. Seit wann bist du hier?“

Catherine: „Peter hat mich gestern von der Arbeit abgeholt und mich im Anschluss hier her gebracht. Im Grunde genommen hat er erst mich mit dieser Idee überrascht, damit ich im Anschluss dich überraschen kann.“

Vincent: „Peter… ich muss ihm nachher dafür danken. Eine brillante Idee von ihm. Seit gestern also… ah ja… und wo hast du geschlafen?“

Catherine: „In der Lodge… in deinem riesig großen kuscheligen Bett.“ Erstaunt lächelnd blieb er stehen, blickte sie liebevoll an, strich mit seiner rechten Hand eine Haarsträhne aus ihrem Gesicht.

Vincent: „Ich hab dich vermisst.“ sagte er eindringlich.

Catherine: „Ich dich auch... sehr sogar.“ Ihre Stimme war bewegt. Vincent beugte seinen Kopf ihrem entgegen, küsste sie zärtlich. Catherine fühlte sich wie im siebenten Himmel, öffnete ihre Lippen und erwiderte seinen Kuss umgehend. Danach standen sie sich ein paar Minuten Stirn an Stirn gelehnt gegenüber, bevor sie weiter Arm in Arm ins Hauptgebäude gingen.

Vincent steuerte als erstes einen Bereich im Hauptgebäude an, wo er seinen Flugplan und alle wichtigen schriftlichen Unterlagen abgab, die auf einer flexiblen Unterlage an seinen Oberschenkeln befestigt waren, trug sich in eine Ankunftsliste ein und ging mit Catherine in einen Nebenraum. Dort befand sich das ganze Equipment der Piloten. Jeder hatte seinen eigenen persönlichen Kleiderspint, seinen eigenen Platz für den Helm. Vincent legte als erstes seinen Helm ins Regal, löste die Verschlüsse seines Nackenschutzes und nahm ihn ab. Zog seine Handschuhe aus, legte diese ins obere Fach seinen Spintes, öffnete seine Fliegerjacke, holte seine Waffe aus dem Brustholster. Fragend und staunend sah Catherine ihm dabei zu. Vincent sicherte gekonnt die Waffe, entfernte innerhalb von Sekunden das Magazin und die letzte Patrone die im Lauf steckte und legte die Waffe in seinen Tresor. Dann zog er seine Kompressionsjacke mit all den Anschlüssen aus und hängte diese ebenfalls in seinen Spint. Zum Schluss kam seine Kompressionshose, die mit Reisverschlüssen an den Beinen und um die Hüfte fixiert wurde. Es war interessant ihm dabei zuzusehen.

Catherine: „Interessant dies alles aus der Nähe zu betrachten.“ Vincent lächelte.

Vincent: „Vorallem sehr umfangreich… und unverzichtbar.“

Catherine: „Wie lange brauchst du, um das alles wieder anzuziehen und anzulegen?“

Vincent: „Definitiv länger als das ablegen. Aber wenn wir in Bereitschaft sind, lassen wir diverse Dinge an, damit es schneller geht, und die erst nach Dienstschluss abgelegt werden.“

Catherine: „Was bedeuten all die Abzeichen an den Ärmeln und an der Brust deines Anzugs?“ Vincent sah an sich herum.

Vincent: „Einmal das Symbol meiner Staffel ´Air Combat Command´ (ein Schwert mit goldenen Flügeln)… auf der anderen Seite meinen Zugehörigkeitsbereich ´Nevada Test & Training Range´ (ein goldener Olivenkranz und eine goldene Hand, die eine Rakete hält auf lila Untergrund). Hier vorn links… meine Seniorflügel mit Namen und rechts das Logo dieser Basis.“

Catherine: „So viele?“ Vincent schmunzelte.

Vincent: „Das sind noch lange nicht alle Patches. Je nach Einsatzort werden diese gewechselt, bzw angepasst.“ Catherine lächelte breit.

Vincent: „Was ist so lustig?“

Catherine: „Du könntest als Werbebanner durchgehen.“

Vincent: „Punkt für dich… da ist was Wahres dran, ja. Jetzt lass uns in die Mensa gehen. Ich bin am Verhungern.“

Catherine: „Um ehrlich zu sein… ich habe ebenfalls Hunger. Vor lauter Aufregung habe ich heute kaum was essen können... gerade mal das Frühstück.“

Vincent: „Dann haben wir die besten Voraussetzungen zum Essen.“ Glücklich freudestrahlend gingen sie eng beieinander in Richtung Mensa.



In einem anderen Gebäude befand sich die Mensa. Überall im Raum waren kleinere und größere Tische gemütlich eingedeckt. Es gab warmes und kaltes Buffet. Für alle Geschmacksrichtungen wurde gesorgt. Für Vincent stand eher leichte Kost auf dem Speiseplan. Catherines Augen erblickten Peter zusammen mit           Col. O ´Neill an einem Tisch speisen.

Catherine: „Dort drüben ist Peter.“

Vincent: „Sehr gut, dann lass uns zu ihnen gehen. Wir müssen noch einiges zwecks später besprechen.“

Mit ihren Tellern begaben sich die beiden zu Peter und Jack an den Tisch. Peter strahlte Vincent an und stand auf, um ihn zu begrüßen.

Peter: „Vincent… schön dich zu sehen.“ Beide Männer umarmten sich.

Vincent: „Es tut auch gut dich zu sehen, Peter. Und ähm… danke für dein Mitbringsel.“ sagte er kleinlaut. Dabei sah er Catherine lächelnd an, nahm ihre Hand in seine. Catherine grinste breit.

Peter: „Jederzeit wieder… immer wieder gern.“

Vincent: „Ich nehme dich beim Wort.“ witzelte er zurück. Am Tisch wurde viel geredet und gelacht.

Beim gemeinsamen Essen besprachen Vincent und Jack nebenbei ein paar Details.

Jack: „Was meinst du, ob ihr euch sechs fit genug fühlt für den zusätzlichen Flug?“ Vincent lehnte sich müde zurück.

Vincent: „Bei ´HotDog´ und mir sehe ich kein Problem. Wir haben den Flug gut überstanden. ´BoJay´ dagegen hat das alles ziemlich mitgenommen, da ´Jolly´ sich beim Katapultstart verletzt hat. Für ihn war es um ein vielfaches anstrengender.“

Peter: „Es wird auch eine Weile dauern bis die Nackenzerrung geheilt ist. ´BoJay´ wird sich vorübergehend mit einem anderen Waffenoffizier abfinden müssen.“

Catherine: „Ist das ein Problem?“

Jack: „Ein Problem nicht, nein, nicht wirklich… aber Pilot und Waffenoffizier sind ein eingespieltes Team.“

Vincent: „Man muss sich nicht erst an einander gewöhnen. Wir besprechen den Einsatz, steigen ein, fliegen los und machen unseren Job. Viele Worte brauchen wir nicht. Schon am Klang der Stimme erkennt der jeweils andere, ob etwas nicht stimmt oder wie es dem jenigen geht. Wie gesagt, wenn man sich lange kennt. In gewisser Weise haben wir unsere eigene Kommunikation.“

Jack: „Das ist im echten Einsatz lebenswichtig.“ Vincent massierte seinen verspannten Nacken, verschränkte seine Arme hinter dem Kopf, lehnte sich in seinen Stuhl zurück.

Vincent: „Wie umfangreich soll die Demonstration werden?“ er klang müde. Besorgt sah Catherine ihn an.

Jack: „Das volle Programm. Die Interessenten brennen darauf den ´Flanker´ in Aktion zu sehen. Inklusive ´Dogfight´.“ Vincent sah nicht gerade begeistert aus, nickte trotzdem. Dies bemerkte sogar Catherine.

Catherine: „Dogfight?“

Vincent: „Ein simulierter Luftkampf, Verfolgungsjagd, Manöver…“

Catherine: „Nachdem ihr so lange unterwegs wart und die zwei Wochen davor?“

Vincent: „So sieht es aus, ja.“ gab er sich geschlagen, an Col. O ´Neill gewandt.

Vincent: „Wann wäre die Alternative zu heute?“

Jack: „Morgen… aber ich denke mal, dass ihr morgen alle lieber eure verdiente Ruhe haben wollt. Jetzt seid ihr Jungs noch im Flugmodus.“

Vincent: „Da ist was Wahres dran.“ Vincent sah zu Peter, der ihm zunickte.

Peter: „Fühlst du dich fit genug dafür?“ Vincent sah von Jack zu Peter und nickte.

Vincent: „Ich denke schon, ja. Jack, gib uns 2 Stunden zum Akklimatisieren.“ bat er.

Jack: „Einverstanden. Das stand nie zur Debatte. Die Interessenten werden sich gedulden. Ich gebe ´HotDog´ und ´Narcho´ bescheid.“

Vincent: „Gut, ´GreenBean´ übernehme ich.“ In diesem Moment kam dieser gerade rein.

Vincent: „Ah ja… wenn man von Teufel spricht.“ Mit einem Kopf nicken deutete er ihm an, sich zu ihnen an den Tisch zu setzen.

Mit ebenfalls einem Teller leichter Kost, wie Vincent, setzte sich ´GreenBean´ zu ihnen an den Tisch.

GreenBean: „Hey Leute, was geht…“ kam müde über seine Lippen. Alle grinsten ihn an, als er sich dazu setzte.

GreenBean: „Endlich wieder sitzen… ha Vince?“ sagte er ironisch geschafft. Vincent sah ihn wehleidig schmunzelnd an, schüttelte seinen Kopf, widmete sich seinem Teller. Seine Augen wanderten den Tisch entlang und entdeckten Catherine.

GreenBean: „Wo bleiben meine Manieren?“ Vincent sah kurz auf und sagte trocken.

Vincent: „Du hast Manieren, Bax?“ funkelte er Bax an und grinste in sich hinein. Catherine musste Lachen. Dies war eine ganz neue Seite an ihm, die sie noch nicht kannte.

Bax: „In der tat, ja… stell dir vor, dank meiner Mama.“ funkelte er zurück.

Vincent: „Mit deiner Mama werde ich mich mal eingehend unterhalten müssen…“

Bax: „Ich müsste dringend mal mit deiner reden…“ beide grinsten sich an.

Bax: „Hi, ich bin Baxter. So nahe wie ihr zwei beieinander klebt, gehört ihr wohl zusammen.“ an Catherine gerichtet. Catherines Wangen färbten sich leicht rot und sie sah verlegen zu Vincent, der ungestört aß und leicht lächelte. Dann lehnte sich Vincent zurück und stellte die zwei gegenseitig vor.

Vincent: „Bax, das ist Catherine… meine bessere Hälfte. Catherine, das ist Bax oder Baxter oder ´GreenBean´… meine berufliche bessere Hälfte.“ Baxter und Catherine grinsten sich breit an, gaben sich die Hände.

Catherine: „Freut mich dich kennen zu lernen, Baxter. Du bist also sein Co – Pilot?”

Bax: „Die Freude ist ganz auf meiner Seite, Catherine… und ähm ja, System- und Waffenoffizier… ohne mich weiß er gar nicht wo er hin fliegen muss und soll. Von Dingen die ich ihm zum Schießen gebe ganz zu schweigen.“ Dabei sah er Vincent triumphierend an, der zustimmend nickte.

Vincent: „Stimmt. Er ist mein Mädchen für alles. Bei Langstreckenflügen bin ich ohne ihn aufgeschmissen. Das nutzt er schamlos aus.“

Bax: „Mädchen für alles… besser hätte ich es nicht sagen können. Danke Schatz…“ nahmen sie sich auf den Arm.

Vincent: „Bitte Liebling…“ gab er ebenso frech zurück. Alle drum herum lachte herzlich.

Jack: „Bei euch beiden wäre ich gern einmal ein Mäuschen im Cockpit.“ Vincent und Baxter sahen sich an, lachten schelmisch, schüttelten den Kopf fast gleichzeitig.

Vincent + Bax: „Besser nicht.“

Jack: „Ich lass mir was einfallen.“ sagte er spaßeshalber.

Bax: „Catherine, du hast es tatsächlich geschafft ihn zu zähmen… was sagt man dazu?“ sagte er ehrfürchtig. Catherine schmiegte sich an seine Seite, sah ihn verliebt an. Vincent entgegnete ihrem Blick, küsste ihren Kopf.

Vincent: „Da hast du vollkommen recht.“

Catherine: „Das war kein Hexenwerk, wenn es das ist was du meinst.“ lächelte sie schelmisch.

Bax: „War es nicht? Kaum zu glauben…“ sagte er gespielt verwundert, aber um vom Thema abzulenken, wechselte Vincent zur eigentlichen Situation zurück.

Vincent: „Ja, ja ihr zwei… macht nur so weiter. In 2 Stunden geht es weiter, Bax.“ Bax ´GreenBean´ stoppte mit seiner vollen Gabel direkt vor dem Mund, sah ihn abwartend an. Bax Blick wanderte zu Col. Jack O ´Neill, der mitfühlend nickte.

Bax: „Ach komm… Ist nicht wahr… Dann war das bei der Ankunft vorhin doch kein Scherz, Jack? Den fand ich nämlich gar nicht witzig!“

Jack: „So leid es mir tut, Bax. Die Alternative wäre morgen.“

Bax: „Morgen? Nein… dann besser heute.“

Jack: „Allerdings erst in 2 Stunden.“ Resigniert sah Bax Vincent an, dieser zuckte nur mit seinen Schultern.

Jack: „Nach dem Essen ruht ihr euch bitte aus, damit ihr in 2 Stunden fit seid. Sehe ich das richtig, Peter?“ war an beide gerichtet.

Peter: „Dem kann ich nur zustimmen, Jack. Hinlegen und ausruhen! Anordnung eures Arztes!“

Vincent und Baxter: „Ja, Sir… verstanden.“



Nach dem Essen verabschiedeten sich alle von einander. Catherine und Vincent verließen Hand in Hand die Mensa in Richtung Unterkünfte, die unweit entfernt waren. Es war ein eher unscheinbares Gebäude und ziemlich klein. Doch als sie es betraten, standen sie vor einer Fahrstuhltür. Vincent nahm seine ID-Card, scannte diese ein und die Tür öffnete sich. Im Innenraum befanden sich keine Knöpfe zum drücken, sondern ein weiteres Scan Feld. Wieder ließ er seine ID-Card scannen, die Tür schloss sich und der Fahrstuhl fuhr langsam nach unten… weit nach unten… es dauerte fast 1 Minute bis dieser zum Stehen kam. In dieser Zeit hielten sie sich in den Armen, küssten sich sanft, tauschten Zärtlichkeiten aus. Die Fahrstuhltür öffnete sich. Sie sah sich um, als sie mit Vincent den Aufzug verließ. Catherine sah Vincent immer wieder fragend an, doch dieser schmunzelte, nahm sie in den Arm, hielt sie fest. Sie brauchte sich keine Sorgen machen.

Catherine: „Wo sind wir hier? Es sieht hier fast so aus wie die Tunnelwelt in New York.“

Vincent: „Wir befinden uns gerade ein paar Hundert Meter unter der Oberfläche. Dies hier sind spezielle Bunkeranlagen. Wenn der Aufzug außer Betrieb ist, dann gibt es einen direkten, aber langen und anstrengenden Fußweg hier runter.“

Catherine: „Tiefgelegene Bunkeranlagen…“ flüsterte sie ehrfürchtig.

Vincent: „Komm… wir müssen diesen Gang hier entlang.“ Nach etwa einhundert Metern gab es eine Wegkreuzung. Catherine sah Vincent grinsend an.

Catherine: „Mir ist, als würden uns in jedem Moment Mouse und Jamie entgegen kommen.“

Vincent: „Vermisst du sie?“

Catherine: „Ja, was ist mit dir?“

Vincent: „Ich vermisse alle in den Tunneln und freue mich bereits darauf alle wieder zu sehen. Im Moment ist es für mich nur wichtig, dich an meiner Seite zu haben.“ Eng umschlungen hielten sie sich fest, küssten sich. Nach und nach kamen ihnen vereinzelte uniformierte Leute entgegen. Es wurde lebhafter drumherum. Irgendwann standen die zwei vor einer metallenen Zugangstür. Vincent nahm seine ID-Card, scannte sie und die Türverriegelung entsperrte sich. Er gab seine persönliche ID Nummer ein, die Tür öffnete sich, beide traten hinein und das Licht ging von allein an. Catherine staunte nicht schlecht, als sie sich umsah. Bis auf eine Küchenzeile, die aus Sicherheitsgründen niemand in seinem Quartier hatte, war dort alles vorhanden. Es gab einen abgetrennten Wohn- und Schlafbereich und ein Bad mit großer Dusche.

Catherine: „Wow… das hätte ich nicht erwartet.“ sagte Catherine begeistert.

Vincent: „Denk ich mir. Ich habe genauso überrascht reagiert wie du, als ich das erste Mal hier unten war.“

Catherine sah die Müdigkeit in seinen Augen, ging langsam auf ihn zu, legte ihre Handfläche sanft an seine Brust und strich darüber.

Catherine: „Du siehst müde aus.“ flüsterte sie sanft. Er gab sich geschlagen.

Vincent: „Bin ich auch.“ gab er ebenso zaghaft zurück.

Catherine: „Dann komm… leg dich hin.“ Vincent sah unschlüssig aus. Er wollte die Zeit mit Catherine verbringen und nicht schlafen. Doch Catherine sah ihm seinen inneren Kampf an und lächelte verständnisvoll.

Catherine: „Ich bin bei dir. Wenn du dich hinlegst, lege ich mich zu dir… versprochen. Denk dran… Anordnung des Arztes… Hinlegen und Ausruhen!!!“ schmunzelte sie schelmisch, worüber er lächeln musste.

Vincent: „Du bleibst wirklich bei mir?“

Catherine: „Ja…“ war nur ein Hauch. Ihre Augen verließen nie seine.

Vincent öffnete den Reisverschluss seines Overalls bis zur Hüfte, schlüpfte mit seinen Armen aus den Ärmeln. Darunter trug er einen dünnes feuerfestes Oberteil, welches sich eng, aber leger an seinen Oberkörper anschmiegte.

Er nahm ihre Hand in seine, zog sie sanft hinter sich her, bis zu seinem Bett.

Vincent: „Wartest du hier während ich mich dusche?“

Catherine: „Ich gehe nirgendwo hin. Nach 2 Wochen ohne dich weiche ich nicht mehr von deiner Seite.“ entgegnete sie ihm schelmisch.

Vincent: „Gut… gib mir ein paar Minuten.“ sanft küssten sie sich, sahen sich an.

Catherine: „Ich bin hier…“ flüsterte sie an seine Lippen.

Vincent: „Ja, das bist du… hier bei mir…“ sagte er andächtig.



Während Vincent sich duschte, zog Catherine ihre Jacke und Schuhe aus, legte sich auf sein großes Bett. Völlig entspannt lag sie auf ihrem Bauch, las und blätterte in einem Buch das auf dem Nachtschrank lag.

Als Vincent herein kam, trug er einzig und allein eine olivgrüne Militärhose. Gerade als er zum Schrank ging, um einen Pullover rauszuholen, hielt Catherine ihn zurück.

Catherine: „Nicht… lass den Pullover… bleib so…“ flüsterte sie ihm zu, schmunzelte leicht, biss sich auf die Unterlippe. Vincent erkannte diesen gewissen Ausdruck in ihren Augen. Den Pullover legte er achtlos zurück, kniete sich erst mit dem rechten Bein auf sein Bett und ließ sich sanft neben sie auf den Rücken gleiten. Sein rechter Arm fuhr dabei um ihre schmale Hüfte, zog sie an sich heran, bis sie fast auf ihm lag. Mit seiner linken Hand streichelte er sanft Catherines hübsches Gesicht. Catherines linker Arm lag über seinem Kopf und ihre linke Hand spielte mit seinen weichen langen Haaren, während die Finger der rechten Hand seinen Hals abfuhren. Verträumt sahen sie sich an, kamen sich näher und näher, bis sich Vincents große Hand unter ihre Haare am Hinterkopf schob und sie zu sich an seinen Mund zog. Catherines Lippen und Mund öffneten sich umgehend für ihn, ließen ihn gewähren. Hungrig hingen Catherine und Vincent aneinander, kosteten und ertasteten sich gegenseitig mit ihren neugierigen Zungen, knabberten an den Lippen des jeweils anderen. Vincents Hand rutschte vom Hinterkopf zu ihrem zarten Nacken, streichelte ihren Hals.

Catherine: „Nennst du das etwa ausruhen?“ brachte Catherine schmunzelnd hervor. Vincent lächelte leicht und flüsterte in ihre Lippen:

Vincent: „Mir wurde nicht gesagt, wie ich mich ausruhen soll. Es hieß lediglich hinlegen und ausruhen.“ kam eher schelmisch von ihm. Worüber Catherine nun lächeln musste.

Catherine: „Du tust genau das was der Doktor dir befohlen hat.“

Vincent: „Das sehe ich auch so. Keine Befehlsverweigerung!“ Sie lachte nun lauter.

Catherine: „Nicht das du wegen Befehlsverweigerung vors Kriegsgericht gestellt wird.“

Vincent: „Ja ähm… die Erklärung würde durchaus interessant und delikat ausfallen.“ Catherines Lippen berührten fast seine, als sie fragte:

Catherine: „Und wie gedenkst du deine Ausruhzeit sinnvoll auszufüllen?“ er grinste leicht in sich hinein, blickte sie verführerisch an. Seine Augen funkelten.

Vincent: „Ausfüllen… welch zweideutiges Wort…“ hauchte er ihr knabbernder Weise entgegen.

Catherine: „Wirklich… hatte ich gar nicht bemerkt.“ Eindringlich sah er Catherine an, küsste sie immer wieder.

Vincent: „Ich will dich, Cath…” zu mehr kam er nicht. Abrupt küssten sie sich innig, leidenschaftlich, lagen sich gegenseitig in den Armen und entledigten sich ihrer wenigen Sachen, die achtlos beiseitegeschoben wurden. Catherine und Vincent liebten sich, küssten sich unentwegt, gaben sich einander hin, vereinigten sich.



Nach ihrem Liebesspiel lagen sie beieinander, küssten sich sanft, streichelten sich gegenseitig.

Catherine: „Wann musst du wieder los?“ durchbrach sie als erste das Schweigen. Vincent sah auf seine Uhr, die er seitlich abgelegt hatte.

Vincent: „In etwa einer Stunde. Wir haben noch genug Zeit.“ flüsterte er müde. Catherine lag in seinen muskulösen Armen, streichelte sanft sein Gesicht.

Catherine: „Versuch zu schlafen.“

Vincent: „Ich stelle meine Uhr, dann können wir beide etwas schlafen.“ Er nahm seine Uhr, aktivierte den Timer, legte sie beiseite und driftete mit Catherine in einen erholsamen Schlaf.



Viel zu schnell war die Zeit vergangen. Catherine vernahm aus der Ferne ein piependes Geräusch. Sie kam langsam zu sich, suchte nach dem Störenfried und wickelte sich zaghaft aus Vincents Armen, der tief und fest zu schlafen schien. Mit zärtlichen Liebkosungen holte sie ihn aus dem Schlaf.

Catherine: „Hey du Schlafmütze. Deine Uhr sagt du musst aufstehen.“ flüsterte sie ihm ins Ohr. Vincent drehte sich auf den Rücken, zog seinen rechten Arm mit sich bis über seinen Kopf. Er versuchte seine Augen zu öffnen, aber es fiel ihm sichtlich schwer. Leicht grummelte er in sich hinein.

Vincent: „Ich mag nicht aufstehen.“ Catherine hatte Mitleid mit ihm, denn er war wirklich müde. Ihre linke Hand fuhr über seine Brust, seinen festen, durchtrainierten Bauch.

Catherine: „So gern wie ich hier mit dir liegen bleiben würde, aber du musst leider aufstehen, mein Schatz.“

Vincent: „Ich weiß…“ von Minute zu Minute konnte Vincent seine Augen Stück für Stück weiter öffnen.

Er schaffte es tatsächlich nach ein paar Minuten aus dem Bett, machte sich im Bad frisch und zog sich einen frischen Fliegeroverall an. Catherine half ihm dabei die Patches vom vorherigen Anzug zu entfernen. Diese waren lediglich mit Klett befestigt. Vincent holte jedoch aus einer Schublade ein paar andere Patches heraus und befestigte diese an seinem neuen Anzug.

Catherine: „Du wechselst die Marken aus? Warum?“

Vincent: „Jetzt haben wir eine andere Situation.“ Vincent zeigte und erklärte Catherine die Patches, die er an seinem Anzug befestigte.

Vincent: „Diese hier kommt an meine rechte Brusttasche… ´Air Education and Training Command ´. Das bedeutet, die Air Education and Training Command (AETC) ist als eines von zehn Hauptkommandos der United States Air Force zuständig für Ausbildung und Training der Air Force Soldaten.

An die linke Brusttasche mein Fliegerabzeichen, aber in Leder damit während des Fluges nichts drückt oder verloren geht und darunter Name und Rang.

Hier haben wir das Hoheitsabzeichen dieses Landes, aber weitestgehend farblos. Zusammen mit dem Logo dieser Basis hier kommt das an den rechten Oberarm. Der letzte hier steht für das was ich aktuell ausführe. ´AGGRESSOR SQUADRON SU – 35 NELLIS AFB NV ´. In diesem Fall Testen und demonstrieren wir ein bestimmtes Kampfflugzeug, welches du vorhin bereits gesehen hast und spielen Kampfsituationen durch.“

Catherine: „Bemerkenswert… ich dachte nicht, dass es so viele Unterschiede gibt.“

Vincent: „Es sind wirklich sehr viele verschiedene, aber wir grenzen es ein. Es kommt immer darauf an was für hochrangige Leute hier auftauchen. Sind es Politiker, dann haben die ihre Augen ganz woanders. Im Gegensatz zu Militärpersonen. Für die muss alles ein ordentliches Gesamtbild ergeben.“

Catherine: „Musst du mit ihnen reden?“ fragte sie vorsichtig. Vincent lächelte.

Vincent: „Nur mit denen die mich kennen. Bei denen die mich nicht kennen lasse ich anderen gern den Vortritt. Aber jetzt lass uns gehen. Damit ich das alles hinter mich bringen kann.“

Auf dem Weg an die Oberfläche redeten sie weiter.

Catherine: „Fliegst du gern?“

Vincent: „Normalerweise schon, ja. Ich liebe es zu fliegen. Ganz ehrlich… Aber nach diesem Tag noch 100% zu geben ist selbst für mich eine Herausforderung. Keine Sorge… ich stehe das durch.“



Oben angekommen trafen zur selben Zeit Peter und Col. O ´Neill ein. HotDog, Narcho und GreenBeen waren kurz vor ihnen eingetroffen.

Jack: „Ahja, du kommst gerade richtig. Und? Fit für einen Sonderflug?“ gespielt Fit und munter sah er Jack an.

Vincent: „So gut wie fit. Von munter reden wir ein anderes Mal.“

Catherine: „Peter… du bist noch hier?“ kam eher verwundert.

Peter: „In der tat, ja. Mit Susan treffe ich mich erst in ein paar Stunden in Las Vegas. Sie sitzt noch im Flieger.“

Catherine: „Schaust du mit zu?“ fröhlich nickte er und sah zu Vincent und Jack.

Vincent: „Peter liebt es zuzusehen und mitzufiebern.“

Catherine: „Mitzufiebern? Was machst du denn dort oben?“

Vincent: „So einiges…“ kam geheimnisvoll lächelnd.

Catherine: „Warum beunruhigt mich deine Antwort gerade!“ fragte sie verhalte, verlegen sah Vincent sie an.

Jack: „Diese Art und Weise zu fliegen ist nichts für schwache Nerven.“ fragend sah sie Vincent an.

Vincent: „Jack will damit sagen, dass wir nicht einfach nur schnell hin und her oder hoch und runter, sondern verschiedene Manöver fliegen, die teilweise extrem anzuschauen sind. Dir könnte evtl. komisch werden in der Magengrube.“ Sie sah in die Männerrunde und alle nickten lächelnd.

Catherine: „Ich bin hier am Boden und nicht dort oben. Wie soll mir da komisch werden? Macht ihr euch gerade über mich lustig?“ fragte sie entgeistert.

Vincent: „Nein Süße… wir wollten dich nur darauf vorbereiten.“

Catherine: „Ich bin gespannt…“

Vincent: „Das kannst du sein. Gut, ich muss vor dem Flug mit den anderen zur Einsatzbesprechung und zur Flugleitung. Dann würde ich sagen, Catherine… du und Peter ihr begebt euch zur Beobachtungsplattform. Wir starten nachher direkt davor. Peter, du kennst den Weg.“

Peter: „So ist es, ja. Wir sehen uns später und guten Flug.“

Vincent: „Danke, wir sehen uns später.“ An Catherine gerichtet:

Vincent: „Sei tapfer und du brauchst keine Angst zu haben. Ich werde alles im Griff haben.“ Catherines Herz begann schneller zu schlagen vor Aufregung. Was er wohl damit meinte?

Catherine: „Okay…“ beide küssten sich leicht und trennten sich.



Während Peter mit Catherine zur Beobachtungsplattform ging, wo sich ebenfalls die Interessenten versammelten, trafen sich Piloten, Co – Piloten und Col. O ´Neill zur Einsatzbesprechung und gingen grob die Abläufe der Demonstration durch. Alles wird über Funk koordiniert.

Im Anschluss gingen sie zusammen ins Hauptgebäude, um ihre Flugausrüstung anzulegen.



Von der Beobachtungsplattform aus konnten man sehen, wie die vier in voller Montur zu ihren Maschinen gingen. Col. Jack O ´Neill gesellte sich zu der Gruppe auf die Beobachtungsplattform. Er hatte sein Head-Set angelegt. Interessiert sah Catherine zu ihm rüber.

Col. O ´Neill: „Na dann, Ares… gib mir Go oder No-Go für den Start.“

Col. O ´Neill: „Go… Verstanden… Show Time… das wird ein Spaß.” grinste er heiter. Peter und Catherine sahen sich schmunzelnd an.

Peter: „Jack ist über Funk mit den Piloten verbunden. Von ihnen erfährt er die Maneuver, die sie fliegen werden und gibt die Info an die Gruppe hier weiter und erklärt die Bedeutung.“

Catherine: „Dann hören die Piloten alles was hier gesprochen wird?“

Jack: „Nein, das nicht. Das ist keine ständig offenstehende Verbindung. Die Piloten würden nur unnötig abgelenkt. Ares und HotDog geben mir kurz und knapp die bevorstehenden Maneuver durch. Ich habe dann Zeit dies den Interessenten anzukündigen und diese zu erklären. Wenn ich fertig bin gebe ich ihnen das ´OKAY´ für das nächste Maneuver.“

Catherine: „Redet ihr viel währenddessen?“ Jack dachte kurz nach.

Jack: „Es kommt auf die Situation an. Bei schwierigen Maneuvern oder wenn mehr wie zwei Maschinen oben sind und beim Dogfight eher nicht. Dort oben ist absolute 100%ige Konzentration gefordert. Ist einer von ihnen jedoch allein, dann wird zwischendurch mehr kommuniziert.“

Catherine hatte keine Ahnung was auf sie zukommen würde.

Aus der Ferne konnte man das Starten der Turbinen hören. Gespannt aufgeregt sahen Catherine und Peter zu den Bunkern. Nur wenige Minuten später rollten eine beige Camouflage farbene und eine bläulich Camouflage farbene SU – 35 Flanker in Richtung Startbahn, die sich direkt vor der Beobachtungsplattform befand.

Col. O ´Neill erklärte den Interessenten wer in welcher Maschine flog.



Col. O ´Neill: „Als erstes startet die blaue SU – 35 Flanker mit Lt. Col. Adama als Pilot und Lt. Green als Co -Pilot. Um die Luftströmungen und Verwirbelungen während der Manöver sichtbar darzustellen, haben wir den blauen Jet mit Rauchbomben versehen. Im Anschluss an die Standartmaneuver starten Major Constanza als Pilot und Major Nash als Co – Pilot und simulieren einen Dogfight, auch Luftkampf genannt. Die Piloten beginnen mit einem Quickstart und vertikalen Take-off. So ist es üblich bei einem alarmiertem Einsatz zu starten. Der Quickstart wird ebenfalls auf Flugzeugträgern durchgeführt. Hier betätigt der Pilot die Feststellbremsen, um die Maschine bis zu ihrer vollen Leistung an Ort und Stelle zu halten. Auf dem Flugzeugträger sind es die Feststellhaken, die am Jet befestigt werden und die zusätzlich den Jet über das Deck ziehen. Durch die maximale Beschleunigung herrscht für die Piloten, je nachdem welches Maneuver sie ausführen, eine Belastung von 9 G.“



Die Triebwerke machten einen enormen Lärm. Die blaue SU 35 wurde vor der Plattform immer lauter. Man konnte sehen, dass der Jet absichtlich mit den Bremsen an Ort und Stelle gehalten wurde, bis die Maschine eine gewisse Schubkraft entwickelt hatte, denn die Nase des Jets ging sichtlich weit nach unten. Als die Bremsen gelöst wurden, kam die Maschine schnell ins Rollen, zündete zusätzlich die Nachbrenner und ab einem gewissen Punkt hob sie wie ein Pfeil ab. Nach ein paar Sekunden stieg die Maschine steil nach oben in den Himmel, vollbrachte die ersten Drehungen, flog auf dem Rücken, schlug diverse Kurven und Haken.

Col. O ´Neill: „Verstanden…“ kam über Funk.

Col. O ´Neill: „Nach dem vertikalen Take-off und den Aufwärmmaneuvern folgt das BELL – Maneuver.

Das Bell-Manöver beginnt als vertikaler Aufstieg, wobei die Fluggeschwindigkeit schnell auf etwa 0 Knoten oben abfällt. Mit TVC hält der Pilot diese Position für 2 bis 4 Sekunden, stellt das Flugzeug dann auf den Rücken, lässt die Nase in Richtung der Vertikalen fallen und rollt beim Beschleunigen in einer anderen Ebene aus.“

Zusammen mit Peter sah Catherine diese unglaubliche Flugshow. Teilweise waren die Flugzeuge so weit oben, dass sie Ferngläser benutzen mussten. Auf einer großen Leinwand im Hintergrund konnte man dies von nahem sehen, aber alle wollten diese Manöver mit ihren eigenen Augen sehen.

Nach dem BELL – Maneuver beschleunigte die Maschine und ging ins nächste Maneuver über.



Col. O ´Neill: „Als nächstes folgt das Cobra Maneuver.“ Ein erstauntes Raunen ging von einem zum anderen.

Gruppe: „Cobra… davon habe ich nur Bilder gesehen und etwas darüber gelesen.“

Col. O ´Neill: „Das Cobramanöver ist ein Flugmanöver, bei dem das Flugzeug aufgerichtet wird und stark abbremst, bevor es in die normale Fluglage zurückkippt und beschleunigt. Überschreitet dabei der Nickwinkel die 90°, spricht man von einem Cobramanöver, weil sich das Flugzeug wie eine warnende Kobra aufrichtet.

Das Manöver kann nur von wenigen militärischen Strahlflugzeugen geflogen werden.

Durch das Aufrichten präsentiert das Flugzeug seine größte Fläche in Flugrichtung, wodurch sich der Luftwiderstand stark erhöht und das Flugzeug fast vollständig abbremst. Im Einzelnen ist das Manöver in vier Phasen unterteilt:

Das Flugzeug kommt bei 110° Nickwinkel zum Stehen;

…es sackt vertikal über das Heck ab;

…es kippt mit der Nase zurück in die Flugrichtung;

…es beschleunigt wiederum im Horizontalflug.



Das Fliegen des Manövers erfordert neben hohem fliegerischen Können eine ausgefeilte Aerodynamik des Flugzeuges, um unkontrollierbare Flugzustände zu vermeiden. Daneben werden leistungsfähige Triebwerke benötigt, die das Flugzeug im Stehen tragen können und den abrupten Frischluftstromabriss ohne einen Flammabriss überstehen.

Zur Durchführung einer solchen extremen Fluglage mit Strömungsabriss muss – so vorhanden – der automatische Anstellwinkelbegrenzer deaktiviert sein.“



Catherine blieb fast ihr Herz stehen. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Peter schielte zu ihr rüber und sah ihr angespanntes Gesicht.

Peter: „Catherine? Sieh mich an.“ Wiederwillig konnte sie ihren Blick abwenden.

Peter: „Alles okay? Geht es dir gut?“

Catherine: „Ist das echt? Ist das Vincent da oben, der diese Maschine fliegt? Er spielt mit diesem Monstrum von Flugzeug, als wäre es aus Papier oder ferngesteuert. Das ist der Wahnsinn, Peter.“ plauzte es aus ihr heraus.

Peter: „Das ist alles Realität, Kleines. Ich sagte dir bereits… er ist ein Profi und weiß was er tut.“ Kopfschüttelnd sah sie wieder rauf und verfolgte jede Bewegung.



Col. O ´Neill: „Das nächste Maneuver ist dem Cobra Maneuver ähnlich. Zu ihrer Verwunderung muss ich gestehen, dass es dafür noch keinen offiziellen Namen gibt. Dies ist im Ernst das Verrückteste, was wir jemals bei einem Jet gesehen haben. Wir haben F-22-Raptoren gesehen, die Falling Leaf und Cobra spielen, und sind uns bewusst, dass Su-35-Modelle wie das in diesem Fall übermanövrierfähig sind, aber wir wissen nicht einmal, wie wir das nennen sollen. Unsere Piloten sagen dazu einfach ´Crazy Maneuver´. Wenn einer von Ihnen den offiziellen Namen für dieses Manöver hat, lassen Sie es uns wissen. Es ist nicht Pugachevs Cobra, weil die Nase des Suchoi nicht direkt nach unten kommt. Stattdessen macht der Pilot eine Cobra und rollt das Flugzeug dann in einer Art 360 ° -Drehung, bevor er weitermacht. Haben sie jemals so etwas gesehen?“

Catherine hörte neben sich Worte, wie… heilige Mutter Gottes… fantastisch… seht euch das an… das muss man gesehen haben… wahnsinns Pilot… er spielt mit diesem Ding, wie mit einem Spielzeug… und wow…

Selbst Peter schwärmte in den höchsten Tönen und starrte wie gebannt in den Himmel.

Col. O ´Neill: „Nun sehen wir das Kulbit Maneuver. Das " Kulbit " (auch bekannt als " Frolovs Chakra ", ein Name, den der russische Testpilot Evgeny Frolov gegeben hat) ist ein akrobatisches Manöver, bei dem das Flugzeug eine sehr enge Schleife ausführt, deren Durchmesser nicht viel größer als die Länge des Flugzeugs selbst ist. Dies ist ein Beispiel für ein Post-Stall-Manöver. Der Kulbit verlangsamt die Geschwindigkeit des Flugzeugs drastisch. Es kann daher theoretisch verwendet werden, um sich von einem feindlichen Flugzeug überwältigen zu lassen, das sein eigenes Flugzeug in eine günstige Schussposition zurückbringt. Dieses Manöver ist eng mit der " Cobra of Pugachev " verwandt, aber der Kulbit schließt die Schleife, die in der Cobra endet, fast sofort ab.“

Und wieder hörten sie Worte, wie beeindruckend… atemberaubend… seht euch die Wendigkeit an…

Wahnsinn… genial.

Col. O ´Neill: „Das Herbstmaneuver folgt im Anschluss. Es beginnt mir hoher Geschwindigkeit bei etwa Mach 0,5 oder höher. Das Flugzeug bremst stark und erhöht den Anstellwinkel. Der Luftstrom reist ab und die Steuerung erfolgt über die Schubvectorsteuerung. Der Anstellwinkel erhöht sich auf maximal 70°. Das Flugzeug rollt in die neue Flugposition. Die Nase wird abgesenkt und das Flugzeug beschleunigt und fliegt in die entgegengesetzte Richtung.

Col. O ´Neill: „Das folgende Maneuver haben wir ´Sinting´ genannt. Wie der F-22 ist der Su-35S in der Lage, Schubvektoren zu erzeugen, dh die Schubrichtung der Motoren zu ändern. Dies vereinfacht (zumindest relativ gesehen) die Ausführung von Pugachevs Cobra, einem Manöver, bei dem ein Düsenjäger seine Nase in eine vertikale Position hebt (oder sich sogar nach hinten neigt) und seine Vorwärtsgeschwindigkeit stark verringert. In dieser Position muss der Pilot die Leistung erhöhen, um die Höhe konstant zu halten. Dies ist in Kombination mit einer fortgesetzten Vorwärtsbewegung ohne Wanken oder Gieren eine Grundvoraussetzung für eine ordnungsgemäß ausgeführte Cobra. Unsere Piloten haben daraus so eine Art Spiel gemacht.“

Ein lachen ging durch die kleine Gruppe. Catherine war völlig perplex als sie sah, wie ein mehrere Tonnen schweres Kampfflugzeug für ein paar Sekunden in vielen Kilometern Höhe senkrecht nach oben stehen kann, dann abfällt, mit der Nase nach unten in einen Sturzflug übergeht und mit vollem Schub davon flog.  

Col. O ´Neill: „Ein ebenfalls beeindruckendes Maneuver ist das Roll off the Top, das auch das Immelman Maneuver genannt wird. Diese Kunstflugfigur besteht aus einem halben Überschlag und einer unmittelbar anschließenden halben Rolle. Der halbe Überschlag wird aus der Horizontalen kommend ansteigend nach oben bis zur Rückenlage geflogen. Mit einer halben Rolle wird dann wieder in die Normalfluglage gerollt. Mit dem Immelman lässt sich die Flugrichtung schnell und auf engem Raum umkehren und dabei Höhe gewinnen. Diese Flugfigur wird ohne Strömungsabriss geflogen.“

Col. O ´Neill: „Die Aileron Roll, auch Querruderrolle, ist ein Kunstflugmanöver, bei dem ein Flugzeug eine volle 360 ​​° -Umdrehung um seine Längsachse ausführt. Bei ordnungsgemäßer Ausführung gibt es keine nennenswerte Höhenänderung, und das Flugzeug verlässt das Manöver auf dem gleichen Kurs wie es eingegeben hat. Dies ist üblicherweise eines der ersten Manöver, die in Grundkursen für Kunstflug unterrichtet werden. Die Gesteuerte Rolle ist häufig verwechselt mit einer Fass - Rolle. Mit der SU – 35 ist es möglich eine doppelte 360° rolle auszuführen, wie sie sehen können.“

Col. O ´Neill: „Das Flat Spin Maneuver, auch Trudeln genannt. Trudeln ist ein Flugzustand, bei dem sich das Flugobjekt nach einem einseitigen Strömungsabriss an einer Tragfläche in einer steilen Spirale respektive Schraubenlinie um die vertikale Achse Richtung Boden bewegt.“

Col. O ´Neill: „HotDog… gib Go oder No-Go für den Start.”

Col. O ´Neill: „Go… Verstanden… Show Time…”

In dem Moment startete die zweite Maschine vor der Beobachtungsplattform mit einem vertikalen Take-off und gesellte sich zur ersten Maschine mit Ares und GreenBeen an den Himmel. Zusammen flogen die beide Sukhoi SU 35 alle vorab demonstrierten Maneuver einige Male und gingen in einen simulierten Luftkampf über.

Sie jagten sich gegenseitig, entkamen dem anderen durch Loopings, Drehungen, 360° Rollen, Cobra, Kulbit, Flat Spin… das volle Programm. Alle Anwesenden blickten unaufhörlich in den Himmel, teils mit und teils ohne Fernglas.



Nach über einer Stunde ´Flugshow vom feinsten´, entspannte sich die Lage am Himmel. Beide Sukhoi flogen ein paar Mal parallel im Formationsflug im Low Flight (Tiefflug) an der Beobachtungsplattform vorbei, dann mit Top Speed über ihre Köpfe, stiegen wieder auf, flogen einen weiten Bogen, fuhren währenddessen die Fahrgestelle aus, setzten zur Landung an und bekamen fast gleichzeitig Bodenkontakt.

Die kleine Gruppe von Interessenten klatschte und applaudierte vor lauter Begeisterung.

Catherine sah Peter ehrfürchtig an, lächelte angespannt, schüttelte ungläubig ihren Kopf, rieb sich erleichtert ihre Stirn, stellte das Fernglas zur Seite. Peter legte seinen Arm um ihre Schultern, stützte sie leicht.

Peter: „Wie geht´s dir?“ war eher eine besorgte Frage.

Catherine: „Etwas wackelig auf den Beinen. Ich muss zugeben…“ Catherine atmete tief durch, versuchte ihre Gedanken zu sammeln.

Catherine: „… ich bin etwas verkrampft… angespannt. So etwas habe ich noch nie Live gesehen. Und ähm… zu wissen das mein Partner dort oben ist und… das er diese extravaganten halsbrecherischen Maneuver in solch einem Monstrum von Flugzeug vollbringt… bringt mich leicht um den Verstand.“ sagte sie ironisch und schüttelte ihren hübschen Kopf.

Peter: „Ich glaube, ihr zwei werdet eine Menge zu besprechen haben. Aber glaube mir, Cathy… so radikal und draufgängerisch es aussieht… Vincent weiß jede Sekunde was er tut. Er würde nie ein unnötiges Risiko eingehen. Schon gar nicht weil er weiß, dass hier jemand auf ihn wartet.“ sagte er einfühlsam, worüber sie lächeln musste.

Catherine: „So müde wie er vorhin war… ich meine… er muss sich doch konzentrieren. Bist du sicher?“ sie klang eher besorgt.

Peter: „Da bin ich mir sogar sehr sicher. Ich kenne ihn gut genug, um meine Hand für ihn ins Feuer zu legen. Sobald die Piloten in ihre Jets steigen, erhöht sich ihr Adrenalinspiegel und hält sie zusätzlich wach. Wäre er oder einer der anderen nicht flugfähig, dann hätte ich diese Flugdemonstration unterbunden. Egal was die Interessenten oder Piloten davon gehalten hätten.“ Sie sah Peter geschafft an und resignierte.

Catherine: „Du hast das letzte Wort?“ fragte sie zweifelnd verhalten.

Peter: „In gewisser Weise schon, ja. Ich beäuge die Jungs ganz genau. Durch Gespräche die Konzentration erfordern erkenne ich, wer fliegen kann und wer nicht.“

Catherine: „Ich werde wohl jedes Mal Gott im Himmel dafür danken, wenn er ihn mir unbeschadet und lebend wiederbringt.“ Peter sagte darauf nichts. Er nahm sie noch einmal in seine Arme, drückte sie väterlich, küsste ihre Schläfe.

Catherine: „Können wir zu ihm?“ fragte sie leise.

Peter: „Hmm… lass uns schauen, ob er freigegeben wurde. Die Interessenten kennen Vincent bereits persönlich und sind begeistert von ihm. Es kann sein, dass er ihnen noch Rede und Antwort stehen muss. Also geben wir ihm ein wenig Zeit.“ Stumm nickte sie und sah unentwegt in Richtung der heranrollenden Jets.

Catherine: „Gott, ich bin so froh ihn endlich wieder hier am Boden zu haben.“ scherzte sie.

Peter: „Bald gehört er dir.“

Catherine: „Ich kann es kaum abwarten.“



Als Catherine und Peter von der Plattform in Richtung der Flugzeugbunker sahen, waren die zwei Kampfjets gerade an ihren vorgesehenen Platz gerollt und stabilisiert worden. Die kleine Gruppe von Leuten, die sich die Show mit Begeisterung ansahen, erwarteten beide mit Applaus und strahlenden Gesichtern.

Beide Piloten und Co – Piloten deaktivierten die Turbinen, brachten die Jets Offline, öffneten nach kurzer Zeit ihre Kanzeln, schnallten sich ab, stiegen aus ihren Maschinen, nahmen ihre Helme ab und wurden herzlichst mit kräftigem Händeschütteln und Schulterklopfen empfangen. Alle vier wurden mit Fragen überhäuft, kletterten vereinzelt mit dem einen oder anderen wieder hoch zum Cockpit und erklärten die Instrumente und dessen Funktion.



Nach etwa 30 Minuten löste sich die kleine Gruppe auf. Jeder der Interessenten hatte sich Unmengen von Notizen gemacht und sie verabschiedeten sich kumpelhaft von den Flugacrobaten. Catherine und Peter hielten sich vorerst im Hintergrund und beobachteten das wilde Treiben um die Jets und die Piloten, die die Maschine zum Abschluss ordnungsgemäß kontrollierten.

Aus dem Augenwinkel vernahm Vincent zwei Personen näher kommen… es waren Peter und Catherine. Er übergab den Schreibkram Col. Jack O ´Neill, meldete sich ordnungsgemäß bei seinem Vorgesetzten ab, verabschiedete sich von den Leuten und ging auf Catherine und Peter zu. Mit seinem Spezialhelm in der linken Hand, öffnete er lässig mit seiner rechten Hand die spezielle Fliegerjacke, schaute gelegentlich zu seinem Jet zurück, begutachtete ihn. Dann sah er ihr gespannt entgegen. Catherine war so heil froh und glücklich über seine Unversehrtheit. Ihre Schritte beschleunigten sich, flog in seine Arme, umarmte ihn fest. Es war ein bewegender Moment. Peter kam langsam näher und lächelte mitfühlend. Die beiden Männer sahen sich vielsagend an. Catherine hielt Vincent erleichtert fest, ließ ihn jedoch nicht los.

Vincent: „Geht es dir gut?“ fragte er vorsichtig. Stumm nickte sie, bettete ihr Gesicht an seiner Brust.

Peter: „Eine unsagbar atemberaubende Flugshow, mein Freund.“ sagte er ehrfürchtig.

Vincent: „Danke, Peter. Es war nicht zu heiß heute. Wir hatten dadurch glücklicherweise die besten Bedingungen für diese Demonstration.“ Nun sah Catherine zu ihm auf. Vincent hatte ein bestimmtes funkeln in seinen Augen, als er ihren Blick erwiderte.

Vincent: „Geht es dir wirklich gut? Du schaust mich an, als hättest du den Teufel persönlich gesehen.“ grinste er frech. Mit blitzenden Augen gab sie zurück:

Catherine: „Den Teufel hab ich zwar nicht gesehen, aber du fliegst auf jeden Fall wie einer.“

Vincent: „So, so… danke. Das nehme ich als Kompliment an, meine Süße. Nicht ohne Grund habe ich hier meine Seniorflügel.“

Catherine: „So etwas habe ich vorher nie gesehen.“ hauchte Catherine bewegt. Vincent strich sanft ihr Gesicht, um sie zu beruhigen.

Vincent: „Das hat dich doch mehr beeindruckt als ich dachte, hm?“ sie druckste herum.

Catherine: „Das kann man wohl sagen, ja.“

Peter: „Aber sie hat alles genauestens verfolgt und nichts verpasst.“

Vincent: „Das ist mein Mädchen…“ sagte er stolz, drückte sie mit beiden Armen fest an sich.

Vincent: „Ganz wohl war dir dabei nicht. Das konnte ich dir ansehen.“

Catherine: „Es war außergewöhnlich, gigantisch und atemberaubend dir dabei zuzusehen. Bei einigen Maneuvern hatte ich gelegentlich Angst um dich… das muss ich zugeben.“

Vincent: „Du musst eines wissen, Catherine. Wenn ich dieser Maschine nicht zu über 100% vertrauen würde, dann könnte ich mich niemals auf solche Flugmaneuver einlassen. Deshalb trainieren wir mehrfach die Woche für einige Stunden.“ Verständnisvoll, aber mit bewegender Mine akzeptierte Catherine seine Erklärung und drückte ihn fest. Peter legte beide Hände auf die Schulter von Catherine und Vincent, um ihre Aufmerksamkeit zu erhaschen.

Peter: „Ihr zwei… ich werde mich nun zurückziehen. Susan erwartet mich in Las Vegas.“ Catherine löste sich kurz von Vincent, um Peter dankend zu umarmen.

Catherine: „Danke Peter… für alles.“ Dieser lächelte sie warmherzig an.

Peter: „Nichts zu danken, Kleines. Jederzeit wieder! Für dich würde ich alles tun. Sollte irgendetwas sein, dann weißt du wo du mich findest.“ Peter löste sich von Catherine, nahm Vincent in die Arme, klopfte väterlich seine Schultern.

Peter: „Gut gemacht, mein Freund. Du bist ein Teufelspilot!“ verlegen lächelte er Peter an und nickte dankend.

Catherine: „Genau das habe ich vorhin gemeint.“ Sagte sie leise, worüber beide Männer verschmitzt lachen mussten.

Vincent: „Auch dir vielen Dank, Peter. Viel Spaß und vorallem guten Flug.“ Peter witzelte herum.

Peter: „Ach weißt du, ich wäre wesentlich schneller, wenn du mich hinfliegen würdest.“ Alle drei lachten.

Vincent: „Keine Chance, Peter… so müde wie ich mich gerade fühle, steige ich heute nur noch in einen Hubschrauber und lass mich mit Catherine zur Lodge fliegen.“ Peter senkte gespielt traurig seinen Kopf, grinste anschließend und zwinkerte beiden zu.

Peter: „Sehr vernünftig von dir.“

Vincent: „Ich will schließlich nicht, dass du mir das Fliegen untersagen musst.“

Peter: „Welch weise Worte.“ sagte Peter andächtig.

Vincent: „Ich lerne dazu…“ kam eher geheimnisvoll, worüber Catherine verdutzt von einem zum anderen schaute.

Catherine: „Gibt es etwas das ich wissen müsste?“ beide Männer sahen sich fragend an.

Vincent: „Das erzähle ich dir ein anderes Mal.“ und küsste ihre Stirn. Die drei verabschiedeten sich lächelnd voneinander. Peter ging seines Weges direkt zum wartenden Flugzeug, welches ihn nach Las Vegas zu seiner Frau Susan bringen sollte.

Vincent sah zu Catherine, musterte sie abwartend, zog sie an sich heran.

Vincent: „Und? Was machen wir zwei?“ Catherine sah zu ihm rauf.

Catherine: „Als erstes von hier verschwinden, bitte.“ kam ohne nachzudenken in einem Atemzug. Vincent lächelt sie an.

Vincent: „Die beste Idee des Tages. Komm… ich muss aus diesen Sachen raus. Es wird unerträglich warm darin.“

Catherine: „Jetzt erst?“

Vincent: „Der Anzug wird normalerweise innen gekühlt. So eine Art Klimaregulierung. Da ich jedoch seit etwa einer halben Stunde nicht mehr mit dem Jet verbunden bin, wurde es allmählich wärmer.“

Catherine: „Ahja verstehe, deshalb die ganzen Anschlüsse.“

Vincent: „Richtig…“

Arm in Arm ging er mit Catherine zum Hauptgebäude und schälte sich aus seiner Fliegerkluft. Eine Wohltat in seinen Augen. Catherine wich nicht von seiner Seite und setzte sich derweil auf eine Bank, die direkt neben ihm stand. Dann wechselte er von seinem Flugoverall zur normalen beige grau farbenen Einsatzuniform.

Als er fertig war, kniete er sich vor Catherine hin, sodass er in selber Augenhöhe war wie sie, seine Hände stützte er rechts und links von ihr auf der Bank ab. Vincent fing ihren Blick ein.

Vincent: „Wie geht´s dir?“ er klang besorgt. Catherines Hände umschlangen seinen Nacken, sie atmete mehrmals tief durch, suchte nach Worten.

Catherine: „Etwas geschafft, ausgelaugt… ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll.“

Vincent: „Du siehst auf jeden Fall müde aus. Deine Augen sind unruhig. Du weißt nicht recht, wie du auf das alles hier reagieren sollst, hab ich recht?“ Sie dachte nach, machte ein angestrengtes Gesicht.

Catherine: „Das kommt in etwa hin, ja. In solch einer Situation habe ich mich noch nie befunden. So vieles habe ich heute neu dazu erfahren und gesehen… zu alldem kann ich einfach nur wow sagen.“

Vincent: „Hmm… wow finde ich mal um ein vielfaches besser, als Oh mein Gott, nein!“ Darüber musste sie herzlich lachen. Eindringlich sah sie ihm in seine strahlend azurblauen Augen.

Catherine: „Mach dir keine Sorgen. Ich komm damit klar.“

Vincent: „Bist du sicher?“ kam zaghaft über seine Lippen. Liebevoll nickte sie.

Catherine: „Ja… ziemlich sicher.“ Kam ebenso sanft zurück.

Vincent: „Klingt gut für mich.“

Catherine: „Für mich auch.“

Diese positive Erkenntnis besiegelten sie mit einem innigen Kuss.

Vincent: „Komm… lass uns von hier verschwinden. Ich brauche eine normale Umgebung… und eine Couch… oder Bett… oder was auch immer.“

Catherine: „Okay… worauf warten wir dann noch?“

Sie verließen das Gebäude, gingen zum nahegelegenen Hubschrauberlandeplatz und ließen sich mit dem Militärhubschrauber zur Lodge bringen.



Der Rückflug verging für beide relativ schnell und war im Gegensatz zum restlichen Tag eher unspektakulär.

Beide waren zwar angeschnallt im Hubschrauber, hielten sich aber trotzdem fest an den Händen. Vincent lehnte sich mit geschlossenen Augen im Sitz zurück, genoss den monotonen Sound der Rotorblätter, entspannte sich zunehmendst und liebte die kleine warme Hand in seiner eigenen. Catherine dagegen sah immer wieder ungläubig verträumt zu ihrer rechten, zu Vincent oder zum Fenster hinaus. Die letzten paar Stunden liefen wie ein Film vor ihrem inneren Auge ab. Es war ein unglaublich aufregender Tag.

Der Hubschrauber landete am selben Platz, an dem Catherine und Peter vor ein paar Stunden abgeholt wurden. Beide schnallten sich ab, wobei Vincent Catherine half, dann stiegen sie aus dem Hubschrauber, verabschiedeten sich von den freundlichen Piloten und gingen Arm in Arm in Richtung Lodge.

Beide Augenpaare verfolgten von der Eingangstür aus den Abflug des Hubschraubers, bevor sie hinein gingen und die Tür hinter sich schlossen.

Abwartend drehte sich Catherine zu ihm. Ihre Blicke trafen voller Sehnsucht. Von einer Sekunde auf die andere zog er sie in seine Arme, umfasste ihr zartes Kinn, nahm hungrig ihre Lippen, ihren süßen Mund, ihre Zunge und spielte zärtlich mit ihr. Catherine ergriff den Kragen seiner Jacke, zog ihn noch enger an sich heran und vertiefte diesen leidenschaftlich innigen Kuss.

Kurz hielt Vincent inne und sprach völlig außer Atem in ihre Lippen:

Vincent: „Gott… wenn du wüsstest, wie gut du schmeckst…“ nach ein paar Sekunden, sagte er:

Vincent: „Halt dich an meinem Nacken fest…“ und sie tat was er verlangte. Catherine umfasste mit beiden Armen seinen Nacken, er hob sie hoch, sodass sie mit ihren Beinen seine Taille umschlang. Vincent stütze ihren Körper mit seinen starken Armen, ging mit ihr die Treppe hinauf bis ins Schlafzimmer.

Oben angelangt ließ er sie vor dem großen King Size Bett herunter, küsste sie innig. Stück für Stück entledigten sie sich langsam ihrer Sachen, küssten sich immer wieder leidenschaftlich, knabberten an einander und ließen sich in die weichen Kissen gleiten. Zärtliche Krallenhände glitten über samtweiche weibliche Haut und sorgten für Gänsehaut, während sein Mund, seine außergewöhnlichen Lippen und seine leicht raue Zunge ihre Brüste suchten, fanden und eingehend liebkosten. Catherine lag auf ihrem Rücken, griff in seine dicke Mähne und zog ihn immer näher an sich heran. Ihre Atmung war unregelmäßig, ihre Augen geschlossen, ihren Körper bog sie ihm entgegen, kraulte mit den Fingernägeln seinen Hinterkopf, seinen Nacken, stöhnte immer wieder seinen Namen. Sein Mund wanderte zu ihrem Bauchnabel.

Vincent: „Ich will dich schmecken…“ raunte er hart. Vincent war völlig erregt. Bereitwillig öffnete sie sich ihm und gewährte ihm den Platz, der ihm zustand… ihren intimsten Bereich. Hungrig durchfuhr seine Zunge ihre zarten Blütenblätter, saugte sanft aber bestimmend an ihnen, ließ seine Zunge über ihr empfindliches Knöpfchen kreisen, kostete dabei von ihrem Saft. Catherines Körper wandte sich unter ihm, gab erotische Laute von sich, die er vorher nie von ihr gehört hatte… das machte ihn wild… seine Augen waren fast schwarz vor Verlangen… aus seiner Kehle entkam ein besitzergreifendes Grollen, welches Catherine fast zum Höhepunkt brachte.

Catherine: „Oh bitte… bitte, Vincent… ich kann mich nicht mehr lang zurück halten…“ Vincent kam über sie und nahm sie in seinen Besitz, wie der Jäger seine Beute. Seine Männlichkeit war stark angeschwollen, pulsierte… der erste Saft trat aus seiner Spitze heraus. Auch er konnte nicht mehr warten. Vincents linke Hand packte Catherines rechten Oberschenkel, während seine rechte Hand sich neben ihrem Kopf abstützte und betrat sie in voller Länge. Er war groß, lang, hart und heiß. Catherines stieß es fast die Luft aus ihren Lungen, als er in sie eindrang. Ihr Körper bog sich ihm stark entgegen. Sie wollte ihn komplett in sich aufnehmen und begann sofort sich seiner Bewegung anzupassen. Beide Körper waren so erregt, dass sie schnell zum Höhepunkt kamen.

Für ein paar Minuten verharrten sie in dieser engen Position, bis Vincent seinen Kopf leicht anhob, Catherine sanft küsste und sich zur Seite rollte.

Vincent: „Ich konnte nicht länger warten… ich musste dich unbedingt nehmen.“

Catherine: „Es musste für mich auch schnell gehen, mein Schatz. Zum Glück haben wir genug Zeit, um es die anderen Male langsamer angehen zu lassen.“ grinste sie ihn neckisch an.

Vincent: „Die nächsten Male langsamer? Wohl eher spontaner und noch leidenschaftlicher…“ flüsterte Vincent verführerisch an ihr Ohr. Catherines Augen strahlten.

Catherine: „Ich kann es kaum erwarten und freue mich darauf.“

Vincent: „Wie wäre es mit sofort…“ Vincent verschloss ihren Mund mit seinem und begann seine Erkundungstour mit allem drum und dran von vorn, vereinigte sich mit Catherine ein weiteres Mal.

Irgendwann schliefen sie vor Erschöpfung nebeneinander ein.



Ende Teil 3




-> Fortsetzung der Saga „Wer bist du?“ -> „Familie und Freunde“ Teil 4
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast