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Abgewandtes Vertrauen

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
03.10.2019
13.10.2019
5
6.709
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Dieses Kapitel
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04.10.2019 1.463
 
Als die Rettungskapseln durch die Wolkendecke brachen, sah man einen der verwüsteten Orte Weytahns. Nicht allzu weit entfernt konnte Arian die Kumari entdecken. Das Schiff stand still auf dem Boden, Rauch drang aus mehreren Stellen hervor. Ein leichtes Grinsen schlich ihr übers Gesicht und sie funkte eine Kapsel an.
“Mei’tiv. Flieg mit Vervan zur Kumari und stell sicher, dass Shran tot ist. Egal wie tot, verstanden?”, meinte Arian mit einem scharfen Unterton und zufrieden bogen sich ihre Antennen nach außen als sie die Bestätigung bekam. Sie beobachtete wie die Kapsel von den Beiden auf die Kumari zusteuerte.

Es schmerzte die Andorianerin schon etwas, das sonst so mächtige Kriegsschiff zerstört am Boden zu sehen. Auch schmerzte sie es, dass einige Besatzungsmitglieder draufgehen mussten. Aber einen Friedensentschluss mit den Vulkaniern war schwachsinnig, was man sich auch daraus erhoffte. Vulkanier waren schon immer blutige Feinde von ihnen gewesen und man konnte deren Taten nicht verzeihen.

“Wir gehen vor wie geplant. Erstmal die trauernden Absturzopfer spielen bevor wir sie überfallen und ihr Leben ein Ende bereiten werden”, sagte Arian zu den zwei Gefährten, die mit ihr in der Rettungskapsel saßen. Beide nickten und die Kapseln näherten sich ihrem Aufprallpunkt. Sie würden noch ein ganzes Stück laufen müssen, aber dafür könnte Th’ela nochmal ihren Plan durchgehen um sicherzugehen, dass nichts schief lief.

***

“Sir, wir haben das Signal der Kumari verloren. Kurz vor Weytahn. Es gibt auch keine Antwort auf unsere Kommunikationsversuche.”
Die Aussage seines Kommunikationsoffiziers ließ den General grübeln.
“Können Sie etwas mit den Scannern erfassen?”, fragte der Andorianer als der Offizier verneinte.
“Dafür müssten wir näher dran”, kam die Antwort.
“Verstehe… sagen Sie dem Kommando Bescheid, dass wir Shran folgen werden. Sie sollen uns paar Schiffe hinterher schicken. Sagen Sie, dass wir von der Kumari kein Signal mehr empfangen und keine Antwort bekommen”, befahl der General und sein Untergebener befolgte den Befehl direkt.

“Eigentlich nicht verwunderlich dieses Geschehnis. Die Vulkanier sind zu dem Zeitpunkt nicht gut auf uns zu sprechen. Gut möglich, dass sie etwas mit dem verlorenen Signal der Kumari zu tun haben”, meinte der Andorianer leicht knurrend und seine Antennen bogen sich nach innen.
“Sir, glauben Sie… sie könnten die Kumari zerstört haben als Racheakt?”, fragte der erste Offizier ihn.
“Shran ist kein schlechter Captain. Er hat viele lebensgefährliche Situationen gemeistert. Aber sollte es so sein, dann werden die Vulkanier unsere geballte Feuerkraft zu spüren bekommen!”, knurrte der General und ballte die Hand zu Faust. Das Kriegsschiff der andorianischen Garde verschwand im Warp mit Kurs auf Weytahn.

***
Es war als würde jemand den Warpkern ständig gegen seinen Kopf werfen. Die Schmerzen pochten intensiv in seinem Schädel. Ein Kratzen in seinem trockenen Hals brachte ihn zum Husten und als er sich auf seine Arme stützte, konnte er das Zittern deutlich verspüren, dass durch seinen verletzten Körper ging.

Hustend schaffte Shran es sich aufzurichten indem er sich an seinem Sessel festhielt. Er war unsicher auf den Beinen und spürte etwas klebriges an seinem einen Auge. Er brauchte einige Momente bis er richtig bei Sinnen war und seine Brücke klar vor sich sah. Es war die reine Verwüstung.
Funken sprühten aus defekten Konsolen. Kabel hingen von der Decke und Platten waren heruntergekommen oder hatten sich von der Wand gelöst. Metallteile lagen quer verstreut über den Boden und leichter Rauch bedeckte die Brücke. Seine geliebte Kumari würde in diesem Zustand wohl nicht mehr abheben können.

Thy’lek blickte sich hustend um und vage erinnerte er sich, was zuvor passiert war. Arian hatte mit einigen Crewmitgliedern gegen ihn gemeutert um eine friedliche Lösung mit den Vulkaniern zu verhindern. Sie hatten ihn betäubt und sicherlich hatte sie danach die Kumari zum Absturz gebracht. Dabei hoffte Shran innerlich, dass sie dabei nicht noch mehr Mitglieder der Besatzung hier einem grausamen Schicksal überlassen hatte. Doch seine Hoffnungen sollten sich als nutzlos erweisen, denn der Commander nahm ein Keuchen war und suchte sich direkt ein Weg zu dessen Ursprungsort.
Sein Körper schmerzte bei jedem Schritt. Seine Uniform war zerrissen, verbrannt und mit Blut befleckt. Ein Teil seiner weißen Haare war blau und er fühlte sich schlapp. Allerdings konnte er jetzt nicht ans Ausruhen denken. Er musste Arian stoppen bevor sie einen neuen Krieg zwischen Andoria und Vulkan anzetteln konnte.

“Kethor”, krächzte Thy’lek als er sich zu seinem Piloten kniete, der neben der Steuerkonsole lag. Sein eines Bein war unter einem Trümmerteil eingeklemmt und er atmete schwer vor Schmerz.
“Sonst noch irgendwo üble Schmerzen?”, fragte der Vorgesetzte und bekam ein heißeres Nein als Antwort. Er nickte und begann ihn vorsichtig von dem Trümmerteil zu befreien. Der Offizier gab einen kurzen Schmerzenslaut von sich als das Gewicht verschwand, daraufhin folgte allerdings ein erleichterter Seufzer.
Shran besorgte sich ein Notfallkit und betrachtete das Bein. Es schien nicht gebrochen zu sein. Dies bestätigte sich als er das Bein langsam etwas bewegte in verschiedene Richtungen. Kethor zog zwar manchmal die Luft ein, aber er war wesentlich ruhiger als noch unter dem Trümmerteil.
“Da hast du wirklich Glück gehabt”, murmelte Thy’lek und behandelte das Bein etwas, obwohl er nur Erstmaßnahmen beherrschte. Er würde trotzdem auf eine Krankenstation müssen.
“Da sieht eure Kopfwunde wesentlich schlimmer aus Sir”, keuchte Kethor und mit diesen Worten seines Piloten zuckte Shran zusammen und hielt sich den Kopf. Der Pilot und die Sorgen um seine Crew hatte ihn davon abgelenkt, aber jetzt hämmerte der Schmerz erneut in seinem Kopf herum.
Der Andorianer atmete mit zusammen gekniffenen Augen tief ein und aus als er eine Hand spürte und die Augen öffnete. Kethor hatte es geschafft sich aufzusetzen und betrachtete die Platzwunde ehe er zu den geeigneten Mitteln griff und sie provisorisch behandelte.
“Da ich kein Arzt bin, brauchen Sie wohl erstmal einen Verband Sir”, meinte der Pilot.
“Solange ich mich danach besser fühle, ist es mir egal”, erwiderte Thy’lek und blieb still sitzen dabei.

“Das wärs fürs Erste”, meinte Kethor und Shran richtete sich langsam auf. Er half den Piloten auf die Beine, welcher sein rechtes Bein etwas entlastete.
Der Kommandant der Kumari sah sich um, konnte jedoch keinen sehen bzw. niemanden hören. Anscheinend waren sie die Einzigen auf der Brücke gewesen.
“Schauen wir uns auf dem Schiff um”, meinte Shran und ging vor. Immer noch zuckten Schnerzenswellen durch seinen Körper, die er zu ignorieren versuchte.
Auf dem Weg durch das zerstörte Schiff mussten sie klettern oder unter heruntergekommenen Teilen hindurch kriechen. Konnten Crewmitglieder finden, wobei einige den Absturz nicht überlebt hatten. Thy’lek entkam ein leises knurren. Um ein Krieg mit den Vulkaniern zu beginnen ging Arian also auch über Leichen der eigenen Leute. Shran fand das einfach abstoßend.

Während man sich provisorisch mit den Kits behandelte, überlegte sich Shran sein weiteres Vorgehen. Er musste seinen ersten Offizier stoppen, dafür müsste er mit einigen Leuten hier verschwinden. Er war darüber erleichtert, das manche glimpflich davongekommen waren und es so gut wie keine Schwerstverletzte gab. Die drei Toten schmerzten ihm allerdings, sie hätten nicht sterben müssen.
Nach einiger Zeit suchte sich Shran einige Offiziere aus, die ihn zum Treffpunkt mit den Vulkaniern begleiten sollten, immerhin mussten sie immer noch Arian aufhalten. Sie rüsteten sich mit vorhandenen Waffen aus und verließen das Wrack der Kumari.
“Ich werde so schnell wie möglich jemanden hierher schicken”, meinte Thy’lek zu einem seiner Männer, die beim Schiff zurückbleiben würden um etwas Sicherheit für die Verletzten zu gewährleisten. Hoffentlich würden sie alle gut davonkommen.

Nun schritt Shran mit seinen Leuten über die Oberfläche Weytahns. Noch immer war dies ein verwüsteter Planet. Gekennzeichnet von den Konflikten zwischen Vulkaniern und Andorianern, die Shran stoppen wollte. Die Überreste des ehemaligen Ortes gaben den Andorianern den nötigen Schutz als Schüsse fielen. Sie gingen in Deckung und versuchten den Gegner ausfindig zu machen.
“Betäubung”, zischte Thy’lek zu seinen Männern und lugte über die Deckung hervor. Er sah nichts und duckte sich als ein erneuter Schuss fiel. Mit einem Handzeichen befahl er seinen Leuten unbemerkt aus zu schwärmen und kroch selbst einige Meter über den Boden um einen anderen Sichtblick zu bekommen. Erneut zuckten Schüsse durch die Luft und er nahm einen dumpfen Aufprall wahr. Hoffentlich war nicht einer seiner Leute getroffen worden.
Wieder waren zwei Schüsse zu vernehmen und Shran schaute neben der Deckung hervor, dann sah er den lauernden Angreifer. Einer seiner meuternden Crewmitglieder, der darauf konzentriert war, jemanden anderes zu erwischen. Als der Andorianer mehr aus seiner Deckung hervor kam, gab Shran einen Schuss ab und der Mann kippte betäubt zu Boden.
Er beschloss die Beiden mitzunehmen. Er wollte nicht unnötig jemanden zurücklassen.

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Oh man, standen viele Autos beim Friedhof bzw. an dessen Straße. Zu viele alte Leute hier.

Wenigstens haben hier die meisten glimpflich überlebt.
Ich mag es eher dramatisch und schocke in manchen FF meine Leser. Auch wenn das hier jetzt nicht so ein Schock war, aber Drama ist eig. in jeder meiner FF vorhanden.

Grüße DarthSokratis
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