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"Wer bist du?" Teil 1 -> Jede Geschichte hat ihren Anfang

GeschichteFantasy, Sci-Fi / P12 / Gen
Jacob Wells Vincent
02.10.2019
02.10.2019
1
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Jede Geschichte hat ihren Anfang


Wer bist du?




Teil 1 der Saga


von


Ingrid Hechler






Vorgeschichte:




Eine Million Lichtjahre von der Erde entfernt, im Cyrannus Sternensystem.

Dieses System beherbergt viele unterschiedliche Planeten, deren Namen unserer Tierkreiszeichen und der griechischen Mythologie ähneln bzw gleichen. Das Cyrannus System ist in 4 Quadranten aufgeteilt: Helios Alpha, Helios Beta, Helios Gamma und Helios Delta. In diesen Quadranten befinden sich die jeweiligen Hauptplaneten Picon, Caprica, Gemenon, Tauron und kleineren Planeten und Monden, dann Leonis und Virgon, mit weiteren Planeten und Monden, Scorpia, Sagittaria und Libra, mit weiteren Planeten und Monden und zu guter Letzt,  Aerilon, Canceron und Aquaria, die ebenfalls weitere Planeten und Monde besitzen. Diese 4 Quadranten des Cyrannus Systems, mit ihren 12 Hauptplaneten, werden die 12 Kolonien von Kobol genannt.

Der Planet Kobol ist die Ursprungswelt der Menschheit. Auf Kobol gab es dreizehn Stämme. Nach zahlreichen Naturkatastrophen entschlossen sich jene Stämme, Kobol zu verlassen, um im Weltraum nach einer neuen Heimat zu suchen. Die ersten zwölf Stämme gründeten die zwölf Kolonien der Menschheit. Der dreizehnte Stamm galt als verschollen und gründete laut alten Legenden die Erde. Nachdem die Erde von den 12 Kolonien gefunden wurde, ließ man diese jedoch vorerst autark leben und mischte sich nicht weiter ein.

Im nördlichen Teil von Afrika, in Ägypten, verehrte man den Löwengott „Mahes“. Mahes wird entweder als Löwe oder als Mensch mit Löwenkopf dargestellt. Auf Abbildungen erscheint er als Schutzgottheit, die ihn mit einem Messer in den Pranken und einer hinter sich stehenden Lotospflanze zeigen. Als verehrte Form des Sonnengottes trägt er eine Sonnenscheibe oder die Atef-Krone auf seinem Kopf. Der Löwe galt im Alten Ägypten, wie auch in Mesopotamien, als solares Tier und war anfänglich nur ein gleichnishaftes Bild für den Sonnengott. In Kapitel 62 des Totenbuches heißt es von ihm: „Ich bin der löwenköpfige Gott, ich bin Re.“ Es treten aber auch sehr stark die Wesenszüge eines blutdürstigen Raubtieres in den ägyptischen Überlieferungen hervor. Hier ist er „Herr des Gemetzels“ und „freut sich über Blut“.

Eine griechische Urkunde nennt Mahes „der Re, Licht, Feuer, Flamme“ und bezeichnet ihn als den „Blitzenden und Donnernden, den Herrn des Dunkels und der Winde“.

Mahes galt seit dem Neuen Reich als Sohn der Katzengöttin Bastet und des Sonnengottes Re, aber auch der Löwengöttin Sachmet. Mit Bastet und Atum bildet er in Bubastis eine göttliche Triade. In Verbindung und Gleichsetzung mit Horus Hekenu („Horus der Gepriesene“) wird Mahes Harmios genannt und als Sohn der Sachmet auch oft mit Nefertem gleichgesetzt. Bereits aus der Zeit des Mittleren Reiches sind Personennamen bekannt, die Bezug zu einem Löwengott Mahes haben: Mahes user („Mahes ist stark“) oder Mahes hetep („Mahes ist zufrieden“).

In der Spätzeit sind als Kult die Orte Bubastis und Letopolis bekannt. Hier wurde er als „lebender Löwe“ verehrt, der nach seinem Tod in dem „heiligen Grabhaus des Löwen“ beigesetzt wurde. Dadurch genoss er einen Kult als „Osiris-Mios“. Weitere Verehrung fand er in Aphroditopolis, Edfu sowie in den Oasen Bahariyya und Siwa. In ptolemäisch-römischer Zeit wurde er auch in Debod und Dendur verehrt. In Sakkara fand man das Skelett eines Löwen, der möglicherweise die Verkörperung des Mahes gewesen ist. Dies ist geschichtlich belegt.



Doch was niemand in unserer heutigen Zeit vermutet ist, das es den Löwengott „Mahes“ wirklich gab. Sein Erbe tritt seit Jahrtausenden in nur einer Familie alle 10 Generationen, d.h. alle 250 Jahre, in Fleisch und Blut hervor. Sowohl die leonischen Merkmale, als auch das Wissen wird in der männlichen Linie, einer bestimmten Familie, weiter vererbt.

Nachdem im alten Ägypten diverse Gottheiten aberkannt wurden, flohen die Nachfahren des „Mahes“ mit Hilfe der Kolonisten in die neue Heimatwelt, zu den 12 Kolonien von Kobol. Der 13. Stamm, die Erde, stand seither unter dem geheimen uneingeschränkten Schutz, der 12 Kolonien.



Als die Technologie der Erde so weit fortgeschritt, dass bemannte Raumfahrt möglich war, erkundeten sie unbemerkt die verschiedenen Länder, Leute, Bräuche und ihre Lebensweisen. In gewissen Bereichen halfen sie bei Entwicklungen und Erfindungen. Unter anderem unterstützten sie die Farmer auf dem Lande, als eine große Dürreperiode das Land beherrschte. Zum Beispiel bei der Familie Carter in Georgia, die eine Erdnussfarm besaß und deshalb vor dem Ruin stand. Durch ihre fortgeschrittene Technologie schafften es die kolonialen Helfer die Farm zu retten. Einige blieben weiterhin viele Jahre auf der Farm und halfen der Familie. Nachdem das Familienoberhaupt der Carters verstarb, musste Sohn James die Farm weiter führen, aber mit Hilfe seiner Freunde und fleißigen Helfer. James und sein Vater erkannten bereits vor Jahren die Besonderheit der Helfer, die ihnen ganz offen gegenüber standen.

Nun ja… wer hätte damals gedacht, dass James Earl Carter, jr, einmal der 39. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden würde. Das Wissen über die Freunde und Helfer aus der anderen Welt nahm er mit ins „Weisse Haus“. An bestimmten Punkten in seiner Amtszeit, bat er seine Freunde um Hilfe, um keinen Krieg anfangen zu müssen. So bekam der „Militärische Stab“ und seine „Stabchefs“ Kenntnis von den besonderen Menschen und dessen Technologie. Diese Kenntnisse wurden unter „Top-Secret“ gehalten und von Präsident zu Präsident weitergegeben. Die neuen Brüdern und Schwestern wurden zu einem festen Bestandteil in Sachen Militärentwicklung, Tests mit diversen Flugobjekten, Agrarwirtschaft, medizinische Weiterentwicklung.



Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort, brachte eine junge Frau ihr drittes Kind zur Welt. Es war ein Junge mit leonischen Gesichtszügen und blauen Augen. Die Eltern, Elisabeth und William Adama, sahen stolz auf ihren kleinen Sohn, der in eine kuschelige Decke gewickelt wurde.



Elisabeth: „Sieh nur, Bill… dein Familienerbe… endlich… ist er nicht schön…“ kam voller Ehrfurcht und Glück über ihre Lippen. William hatte Freudentränen in den Augen.

William: „Wir sind gesegnet mit unserem Sohn. Er wird ein Sieger von Anfang an sein,“

Elisabeth: „Ja. Seine Zukunft ist ihm vorherbestimmt. Hast du schon einen Namen für ihn?“

William: „Ich würde ihn gern Vincent nennen. Ein starker und Ehrwürdiger Name.“

Elisabeth: „So sei es… willkommen in deiner Familie, Vincent William Adama… mein wunderschöner Sohn.“



Die Jahre vergingen. Vincent wuchs mit insgesamt vier Geschwistern auf. Der Älteste war Leland, genannt Lee; Schwester Alyssa, kurz Lizzy; Vincent selbst, kurz Vinc genannt; Schwester Penelope, Kosename Poppy und Bruder Zacchary wurde kurz Zac genannt.

Die Familie Adama besteht hauptsächlich aus Soldaten und Anwälten. Wobei die Frauen in der Familie das Amt der Anwälte am meisten besetzen. Vincent wurde von Anfang an mit den Gepflogenheiten des Militärs vertraut gemacht. Durch seinen Vater William, der einen Kampfstern Kommandierte, begann er frühzeitig mit dem Fliegen kleinerer Shuttles und erwiess sich als Naturtalent. Nach seinem Schulabschluss, den er mit links machte, wurde er ohne große Diskussion auf die Militärakademie geschickt, die er mit Bravour meisterte. Mit seinem Studium in diversen militärischen Bereichen folgte sein Offizierspatent.

Sein vererbtes Wissen, seine Schnelligkeit, sein strategisches Denken, seines Fähigkeit jedes Flugobjekt ohne Probleme fliegen zu können, seine Treffergenauigkeit machten ihn zu einem unersetzlichen Individuum und Mitglied der Besatzung. Er flog und kämpfte an der Seite seines Vaters und seiner Brüder für den Frieden in seiner Welt, bis ein Schicksalsschlag ihn aus der Bahn warf.

Der jüngste Bruder, Zacchary, wurde bei einem Luftkampf abgeschossen und verstarb, während Lee und Vincent alles mit ansehen mussten. Admiral William Adama stand zu der Zeit auf der Kommandobrücke der Galactica und hörte über Funk alles mit an. Seine beiden anderen Söhne hörte er über Funk schreien. Auch für ihn brach eine Welt zusammen. Er stützte sich bestürzt auf sein Kommandopult, ließ seinen Kopf hängen, musste tief durchatmen, um Herr der Lage zu bleiben. Die Brückenbesatzung sah sich geschockt an. Sie konnten es nicht glauben. Viele kannten Zac und ließen ihren Tränen freien Lauf. William durfte trotz seines Verlustes, nicht schwach werden. Sein „XO“, der executiv Officer, Col.  Saul Tigh kam an die Seite seines alten Freundes, legte eine Hand auf dessen Schulter und wartete auf eine Reaktion. Er sah den Schmerz seines Freundes und litt mit ihm.

Vincent und Lee landeten nach Beendigung der Kampfhandlungen, umgehend, aber mit Mühe durch den Schock auf dem Hangar Deck des Battlestars Galactica, konnten jedoch vorerst nicht aus ihren Kampfjets steigen… sie waren wie gelähmt. Als sich ihre Kanzeln öffneten, konnte Vincent nicht schnell genug seinen Helm ausziehen. Durch den Schock, über den eben erlebten Verlust, geriet er fast in Panik. Den Helm warf er unsanft im hohen Bogen aus dem Cockpit, schnallte sich hastig ab, um fast fluchtartig das Cockpit zu verlassen. Auf dem Boden des Hangar Decks knieend atmete er hastig. Aus dem Augenwinkel konnte er Lee sehen, der ebenfalls am Boden lag, zitterte, den Arm über sein Gesicht. Die zwei Brüder nahmen alles wie in Trance wahr… wie ein schlechter Traum. Die Stimmen drumherum verblassten, entfernten sich. Zwei Ärzte nahmen sich ihrer an, geleiteten sie auf die „Sick Bay“, die Krankenstation. Nur kurze Zeit später betrat der Admiral, ihr gemeinsamer Vater, hastig die Sick Bay. Beide Söhne hatten noch ihre Einsatzanzüge an, saßen getrennt voneinander, sprachen kein Wort, sahen nicht auf, aber ins Leere. Seine Jungs reagierten nicht auf seine Anwesenheit. William Adama versuchte gefasst zu wirken, sah von einem Sohn zum anderen. Der Schock stand ihnen beiden ins Gesicht geschrieben. William sagte einen Satz…

William: „Kommt her, meine Söhne…“ Vinc und Lee blickten auf, sahen den Schmerz in den Augen ihres Vaters. Abrupt gingen sie zu ihm, ließen sich rechts und links in den Arm nehmen, wie die kleinen Jungs, die sie einst waren. Gegenseitig spendeten sie sich Trost, Kraft, rangen um Fassung. Reden konnte keiner.

Der schwierigste Teil kam aber noch. Die drei Männer mussten Mutter Elisabeth und den beiden Schwestern die Hiobsbotschaft über Zacs Tot überbringen.



Noch am selben Tag flogen die Drei zum gemeinsamen Elternhaus. Vorab wurden Alyssa und Penelope gebeten, sich dort einzufinden. Unsicher und gespannt abwartend blickten die drei Frauen ständig aus dem Fenster zum Landeplatz, der sich direkt vor dem Elternhaus befand.

Gegen Abend erreichte ein Raptor das Familienanwesen. Sehr zur Verwunderung von Elisabeth, saß jedoch keiner ihrer Männer im Cockpit, dass eher untypisch war. Elisabeth und ihre Töchter traten aus der Tür, als sich im selben Moment der Raptor öffnete und ihr Mann William, mit zwei von drei ihrer Söhne ausstieg. Die Mimik der Männer verrieten ihr nichts Gutes. Elisabeth sah die drei, aber konnte ihren 3. Sohn nicht sehen. Ihre Augen suchten Zacchary… vergebens. Stumm nahm William sie ihn seine Arme, hielt sie fest, atmete schwer, rang mit seinen Emotionen. Söhne und Töchter sahen sich fragend an.

Elisabeth: „Wo ist Zac?“ war ein leiser zarter Hauch. Lelands und Vincents Augen füllten sich mit Tränen, ihre Blicke senkten sich. Sie rangen um Fassung. Elisabeth trat einen Schritt von ihrem Mann zurück, um ihm in die Augen zu schauen. Dabei sah sie ihre beiden gebrochenen Söhne, die ihre Schwestern in die Arme nahmen. Verstört fragend, ängstlich blickte sie noch einmal in seine dunkelblauen Augen.

Elisabeth: „Bill… wo ist Zacchary? Wo ist unser dritter Sohn?“ William nahm ihr Gesicht in seine Hände. Seine Augen füllten sich mit Tränen, rannen an den Wangen herunter.

William: „Liebling… unser Jüngster… Zac… er ist… oh Gott, Liebes…“ Er konnte nicht weiter reden, schüttelte schluchzend seinen Kopf, zog sie fest an sich.

Elisabeth: „Nein, Bill… nein… bitte…“

William: „Es tut mir so leid, Liz. Es tut mir so leid…“ flüsterte er. Alyssa und Penelope klammerten sich weinend an ihre Brüder.



Die Trauerbewältigung war für alle in der Familie Adama eine große seelische Herausforderung. Auf der einen Seite schweißte es die Familie weiter zusammen, aber auf der anderen Seite veränderten sich Leland und Vincent. Beide trainierten sich ihren Unmut wie wild in der großen Trainingshalle der Galactica ab, ließen sich wiederum für gefährliche Einsätze einteilen, flogen riskante Manöver, waren haltlos, riskierten gezielt Kopf und Kragen.

Nach mehreren Wochen wurde es Vincent zu viel. Er zog sich immer mehr zurück, bat irgendwann um ein Gespräch mit seinem Vater.

An einem Abend traf er sich mit seinem Vater in dessen Quartier.

William: „Setz dich, mein Junge. Nimmst du ein Drink mit deinem alten Vater?“ sagte er sanft mit seiner tiefen Stimme. Vincent nickte und schmunzelte leicht.

Vincent: „Ja, danke, Dad. Ich habe Dienstschluss und für die nächsten Tage frei. Ein Drink könnte tatsächlich genau richtig sein.“

Adama schenkte sich und seinem Sohn einen Single Malt Bourbon ein, setzte sich mit ihm in die Lounge, sah ihn prüfend an. Vincent sah auf sein Glas, drehte es in seinen Händen hin und her.

William: „Auf Zac…“ Vincent quälte sich ein lächeln heraus.

Vincent: „Auf Zac… und alle die wir verloren haben.“

William: „Du hast dich verändert.“ kam vorsichtig über seine Lippen.

Vincent: „Ja, ich weiß… seit Zac… etwas in mir ist zerrüttet. Mein inneres Gleichgewicht stimmt nicht. Ich bin wütend, haltlos und…“ er klang verzweifelt, suchte nach den richtigen Worten.

William: „Ich weiß was du meinst. Es ist schwer seine Arbeit zu machen, den Alltag selbst auf diesem Schiff als normal zu betrachten. Ich kann es ebenso wenig. Lee macht das Selbe wie du, Vincent. Ihr zwei seid euch so ähnlich.“

Vincent: „Ich muss hier weg, Dad.“ Platzte es aus ihm heraus. Erschrocken sah William ihn an. Vincent nippte an seinem Glas, sah ihn abwartend an. Sein Vater atmete tief durch, nickte.

William: „An was genau hast du gedacht?“ Vinc lehnte sich nachdenklich zurück in die Kissen, schüttelte seinen Kopf.

Vincent: „Auf jeden Fall weg von der Flotte. Irgendwo hin, wo mich niemand kennt, ich aber weiter meinem Job nachgehen kann. Keine Ahnung… ich muss nur weg…“ Bill dachte nach.

William: „Es gäbe eine Möglichkeit, aber…“

Vincent: „Aber?“ wurde er hellhörig.

William: „Nun… sagt dir die Erde etwas?“ Vincent dachte nach, nickte.

Vincent: „Der 13. Stamm? Ja. Die Erde steht, soviel ich weiß, unter dem Schutz der 12 Kolonien.“ Adama stimmte zu.

William: „Dort gäbe es für dich die Möglichkeit, in gewisser Weise… unterzutauchen.“

Vincent: „Erzähl weiter.“

William: „Die Geschichte des 13. Stammes ist dir geläufig. Die Bevölkerung der Erde ist nicht so fortschrittlich, wie wir es sind. Das musst du unbedingt wissen. Jemanden wie dich, mit diesen besonderen Genen, gibt es dort nicht und davon hat niemand jemals gehört oder gesehen. Einzig und allein die geschichtlichen Überlieferungen im gelobten Land. Aber selbst dort eher eine Sage, ein… Mythos. Jeden falls ist das tausende Jahre her. Das würde für dich bedeuten, mein Sohn, dass du im Untergrund leben müsstest. Aber… wir arbeiten mit dem Militär der Erde eng zusammen.“

Vincent: „Das Militär weiß also von uns?“

William: „Das geheime Militär, ja. Es gibt auf der Erde viele geheime Stützpunkte, von denen die normale Bevölkerung keine Ahnung hat. Wir testen ihre neuen Flugzeuge, Kampfjets usw. In vielen anderen Bereichen unterstützen wir die Menschen dort. Vor vielen Jahren, noch bevor es Lee gab… ich glaube sogar noch vor eurer Mutter, war ich auf der Erde. Dort lernten wir einige Ärzte und Wissenschaftler kennen.“ Adama lächelte leise.

Vincent: „Was?“ kam sanft.

William: „Das ist über 40 Jahre her. Ich frage mich, ob es die Männer überhaupt noch gibt.“

Vincent: „Wie waren ihre Namen?“

William: „Lass mich mal nachdenken… der eine hieß Jacob und der andere war sein Freund Peter. So viel ich weiß, musste Jacob untertauchen, da er fälschlicher Weise für etwas beschuldigt wurde, was ein anderer unter seinem Namen anstellte. Der Jenige war einer von uns, aber Jacob nahm die Schuld auf sich.“

Vincent: „Warum erzählst du mir das?“

William: „Dieser gewisse Jacob, lebt mit einigen anderen Menschen an einem geheimen Ort, tief unter einer Stadt. Versteckt von den Leuten, die nach ihm oder den anderen suchen.“

Vincent: „Kann man ihm vertrauen?“

William: „Ja… ich vertraue ihm. Ich habe ihn kennengelernt. Ebenso seinen Freund Peter.“

Vincent: „Ich würde also mit diesen Menschen im Untergrund leben, kann aber diesen gewissen Ort verlassen, um meinem Job weiter nachzugehen.“ fasste er kurz zusammen.

William: „Mhmm, so ist es, ja.“

Vincent: „Klingt für mich sehr vielversprechend.“

William: „Ist es wirklich das was du willst, mein Sohn?“

Vincent: „Ich muss wieder zu mir finden, Dad. Ich brauche Abstand. So kann ich nicht weiter machen.“

William: „Was ist mit Serena?“ Vincent sah auf sein Glas.

Vincent: „Wir haben uns getrennt… ich habe mich von ihr getrennt.“

William: „Ich verstehe… das war sicherlich nicht leicht.“

Vincent: „Nein… aber sie hat es verstanden… denk ich. Sie hat meine Veränderung ebenso wahrgenommen, wie du, Dad. Wir haben lange geredet. Ich sagte ihr, dass ich nicht ich selbst bin. Das ich… mich wiederfinden muss und ihr diese Ungewissheit zwischen uns auf Dauer nicht zumuten möchte. Ich sagte ihr auch, dass ich mich auf unbestimmte Zeit zurückziehen werde.“

William: „Du warst offen und ehrlich zu ihr. Das ist sehr wichtig. Nun ja… jetzt müssen wir das noch deiner Mutter beibringen. Sehr glücklich wird sie nicht sein.“

Vincent: „Im Nachhinein wird sie es hoffentlich verstehen. Lee weiß über meinen Entschluss bescheid. Lizzy und Poppy jedoch nicht.“

William: „Unsere Mädchen werden es verstehen, mein Sohn. Es wird nicht einfach, aber im Endeffekt… wir wollen alle nur dein Bestes.“

Vincent: „Das weiß ich. Danke, Dad.“

William: „Das wird auf der Erde nicht einfach für dich.“

Vincent: „Ja, davon gehe ich aus. Doch… die momentane Situation ist ebenfalls nicht einfach. Ich brauche einen radikalen Schnitt. Das wird mir hoffentlich helfen.“

William: „Lass uns diese Gläser leeren, eine Nacht darüber schlafen und ich werde alles in den nächsten Tagen in die Wege leiten.“



Gesagt, getan…

Vincent Adama reichte formell über den Dienstweg seine sofortige Freistellung vom Dienst in der kolonialen Flotte auf unbestimmte Zeit ein, während sein Vater, der Admiral, sich mit dem Flottenkommando in Verbindung setzte, um die Versetzung seines Sohnes auf die Erde zu arrangieren.



Eine weitere Woche später war es dann soweit. Vincent traf sich mit seinem Vater in dessen dienstlichen Quartier. Vincent salutierte vor ihm.

Vincent: „Admiral, sie haben mich rufen lassen.“

William: „Rühren, Major. Setz dich.”

Vincent: „Nun?“

William: „Deine Versetzung wurde zur Kenntnis genommen, schweren Herzens akzeptiert und das nächste Schiff in Richtung Erde wird in den nächsten Tagen aufbrechen.“ Vincent lehnte sich zurück, schloss seine Augen, atmete tief durch.

Vincent: „So bald schon. Das hört sich gut an.“ William nickte bedrückt, lächelte traurig, sah zu seinem Sohn.

William: „Du hinterlässt hier eine riesen Lücke, mein Sohn. Das wir dich schmerzlich vermissen werden ist kein Geheimnis. Speziell deine Mutter. Sie hat schon Zacchary verloren. Wenn sie sich von dir verabschieden muss… ich weiß nicht wie sie reagieren wird.“

Vincent: „Mir wird es nicht anders gehen, Dad, doch es muss sein. Ich werde zurückkehren, versprochen. Sieh es als unbegrenzten Urlaub, den ich dringend nötig habe.“ beide lächelten.

William: „Wir brauchen dich hier. Deine Familie braucht dich. Mit dir verliere ich nicht nur einen weiteren Sohn, sondern einen wichtigen Teil meiner Crew. Deine Kampferfahrung, dein Allgemeinwissen. Du bist unser Hauptausbilder in Sachen `Frischlinge´, die direkt nach der Akademie und Grundausbildung bzw Flugschule zu uns stoßen. Kara und Lee werden diesen Part bis auf weiteres übernehmen.“ Vincent stimmte stumm zu.

William weiter: „Ein Kampfstern wird dich und ein paar andere Crewmen zur Erde bringen.“

Vincent: „Welcher Kampfstern wird es sein?“ Adama grinste verlegen.

William: „Du wirst standesgemäß mit der `Sachmet´ zur Erde eskortiert. Der Commander der ´Sachmet´ kann es kaum erwarten dich an Bord willkommen zu heißen.“ verlegen schmunzelte Vincent.

Vincent: „Standesgemäß? Ach, komm schon, Dad… muss das wirklich sein? Ich hatte etwas weniger Aufsehen erwartet.“ sagte er verhalten.

William: „Nun, mein Sohn. In deinem Fall ist das nicht so einfach. Du bist nun mal jemand, den man nicht so einfach verstecken kann. Unauffällig bist du nun mal nicht. Die Erkenntnis, dass du ins ´gelobte Land´ reisen wirst, zu unseren Brüdern und Schwestern des 13. Stammes. Was soll ich sagen? Irgendwie beneide ich dich.“ Vincent gab sich geschlagen.

Vincent: „Ins ´gelobte Land´. Du hast gewonnen. Ich habe es verstanden. Wie wird es ablaufen?“

William: „Wenn ihr ¾ der Strecke hinter euch habt, wird sich der Commander der ´Sachmet´ mit unseren Leuten auf der Erde in Verbindung setzen. Die ´Sachmet´ wird hinter einem der äußeren Planeten versteckt. Ein Raptor bringt euch zu der geheimen Militärbasis. Diese liegt irgendwo in der Wüste. Weit abgelegen von jedweder Zivilisation. Die Männer und Frauen unserer Kolonie sind auf der gesamten Erdkugel verteilt. Wir dachten jedoch, es wäre für dich vom Vorteil, wenn du dich auf der einen Seite vor der hiesigen Bevölkerung versteckt hältst, aber weiterhin auf ihren geheimen Militärstützpunkten die Kampfjets testest und unsere Leute dort an diesen Flugzeugen ausbildest.“

William weiter: „Auf dem nördlichen Teil der Erde, gibt es ein Land namens Amerika. Dort traf ich vor vielen Jahren diese beiden Wissenschaftler. Du weißt schon, wir redeten erst kürzlich darüber. So viel ich weiß, leben die beiden in einer großen Metropole namens New York. Der eine Mann, Peter, praktiziert dort als Allgemeinmediziner. Peter ist vollends integriert, was uns betrifft. Er betreut unsere Piloten dort. Er wird sich deiner Annehmen und dich zu Jacob bringen, der unter der Metropole lebt. Wo genau wirst du dann sehen.“

Vincent: „Mit ihm wurde bereits Kontakt aufgenommen, kann ich raushören.“

William: „So ist es ja. Er informiert seinen Kollegen und Freund Jacob.“

Vincent: „Gut, dann werde ich meine wichtigsten Sachen zusammen packen, mein Quartier versiegeln lassen und mich von allen verabschieden.“

William: „Du willst das wirklich? Noch kannst du zurück.“

Vincent: „Kein zurück, Dad. Ich muss das für mich tun.“



Während Vincent Adama die noch verbleibenden Tage nutzte, um sich schweren Herzens von seinen Freunden und Familie zu verabschieden, bereiteten sich mehrere hunderttausend Lichtjahre entfernt, ein paar Menschen auf Vincents Ankunft vor. Peter Alcott, einst Wissenschaftler, betreibt eine gut gehende Praxis am Stadtrand von Manhattan, in New York. Peter besuchte seinen alten Freund Jacob Wells, der tief unter den Straßen von New York, in einem verzweigten Tunnelsystem, mit anderen Gleichgesinnten lebt.

Durch einen eigenen Zugang im Keller seines großen Hauses konnte er unbemerkt die geheime Tunnelwelt betreten. Er musste schon eine Weile laufen, bis er zu den ersten bewohnten Abschnitten kam. Peter wurde sogleich herzlich begrüßt. Ein junges Mädchen, vielleicht 10 oder 11 Jahre alt, kam ihm entgegen, nahm ihn an die Hand und geleitete ihn sicher zum Tunnelpatriarchen Jacob Wells, den bis auf ein paar Auserwählte alle ´Vater´ nannten.



Vater: „Peter, mein alter Freund. Schön dich zu sehen.“

Peter: „Schön auch dich zu sehen, Jacob. Samantha berichtete mir auf dem Weg hier her, das ihr bereits alles vorbereitet habt.“

Vater: „Ja… ich kann es immer noch nicht glauben. Nach all den Jahren. Ich war wirklich sehr überrascht, als du mir die Nachricht überbracht hattest.“

Peter: „Da ergeht es dir wie mir. Zumal explizit nach einem geheimen Ort angefragt wurde.“

Vater: „Was glaubst du könnte der Grund sein?“

Peter: „Nun, so viel ich seit heute weiß, handelt sich um jemand besonderen.“ Vaters Augen weiteten sich gespannt. Peter grinste breit.

Peter weiter: „Lass es mich so erklären, Jacob. Sein äußerliches Erscheinungsbild würde unter der normalen Bevölkerung für Aufsehen sorgen. Ich habe auf diesem Stützpunkt in Nevada Bilder von ihm gesehen und ich muss sagen… ja… er ist definitiv besonders. Er würde dir gefallen.“

Vater: „Mir gefallen?“

Peter: „Sein Name ist Vincent Adama.“ Vaters Augen verengten sich. Er überlegte angestrengt.

Peter: „Der Name müsste dir eigentlich bekannt vorkommen.“ Da sah er plötzlich auf.

Vater: „Ich… wir… wollte ich sagen, lernten doch mal einen William Adama kennen. Wie lange ist das her, Peter? 40, 45 Jahre? Kann das sein?“ Peter nickte.

Peter: „So ist es, ja. Vincent ist sein Sohn. Doch warum, wieso oder weshalb er sich hierher versetzen ließ kann ich dir nicht sagen. Ich kann dir nur sagen, dass er leonische Gesichtszüge hat, fast 2 Meter groß ist und gebaut ist wie Herkules.“

Vater: „Leonische Gesichtszüge… dann verstehe ich, warum er nicht einfach oben herumlaufen kann. Was muss ich noch wissen?“

Peter: „Er wird oft hin und her pendeln zwischen New York und Nevada. Vincent ist Kampfpilot, so viel ich weiß und wird in Nevada Kampfjets testen. Von daher gehe ich mal aus, das er hin und wieder für mehrere Tage nicht anwesend sein wird. Aber diese Dinge könnt ihr besprechen, wenn er angekommen ist. Für ihn scheint diese Situation ebenso neu zu sein. Irgendetwas muss passiert sein, weshalb er sich schnell um eine Versetzung bemüht hat.“

Vater: „Nun ja, dann ist er hier genau richtig. Wir alle haben in gewisser Weise unser Schicksalspaket zu tragen. Also warten wir und sind gespannt auf unseren Gast.“

Peter: „Er wird sich hier wohl fühlen. Da bin ich mir sicher.“



Zwei Wochen später

Der Kampfstern ´Sachmet´ erreichte die Milchstraße und positionierte sich zwischen dem Planeten

Pluto und dem Kuiper Gürtel, um nicht von ungebetenen entdeckt zu werden. Ein Raptor verließ die ´Sachmet´. An Bord sechs koloniale Krieger, darunter Vincent Adama. Aus Sicherheitsgründen trugen alle Insassen ihre Einsatzanzüge inklusive Helm. Kinn, Mund und Nasenbereich waren verstärkt abgedeckt, nur die Augenpartien waren zu sehen.

Der Raptor flog getarnt und unauffällig die Planeten von hinten an, schmuggelte sich am Weltraumschrott vorbei und gelang nach einer gewissen Zeit in die Erdumlaufbahn. Über dem Luftraum Nevadas übermittelten sie die Kennung zur Identifizierung und landeten in `Groom Lake´ in einem speziellen Bereich der ´Aria 51´.  Ein Sonderbeauftragter des Militärs nahm die 6 als erstes in Empfang. Als die 6 ihre Helme abnahmen gab es positiv erstaunte Reaktionen. Vincent war der ´Paradiesvogel´ unter seinen Militärkollegen, doch erschrocken oder verängstigt war keiner von den Anwesenden. Auch nicht, als die sechs den anderen dort arbeitenden Erdlingen vorgestellt wurden. Ein kolonialer Krieger, der schon viele Jahre in der Aria 51 stationiert war, ging sofort auf Vincent zu, salutierte, reichte ihm seine rechte Hand zur Begrüßung und stellte sich vor.

Constanza: „Ich glaube ich träume. Hätte mir mal jemand gesagt, dass ich dich gerade hier treffen würde, hätte ich den jenigen für einen Lügner gehalten. Ich bin Lt. Constanza.“

Vincent: „Wie du siehst hättest du ihm unrecht getan. Ich bin Vincent.“

Constanza: „Oh hey… wir wissen genau wer du bist. Dich hier zu wissen ist magisch. Wirst du als Testpilot eingesetzt?“

Vincent: „Ja so ist es. Wie sieht es mit dir aus?“

Constanza: „Ich ebenfalls.“

Vincent: „Wie ist dein Rufname?“

Constanza: „Hot Dog… deinen musst du mir nicht verraten… Ares, Sohn des Zeus.“ Er schmunzelte verlegen.

Vincent: „Mein Ruf eilt mir um ein vielfaches voraus, wie es scheint.“

Constanza: „In unserer Welt kennt man dich, deine Familie und deine Vorfahren, Major Vincent ´Ares` Adama. Das ist kein Geheimnis.“

Vincent: „Nun denn… wir werden uns sicherlich öfters sehen und über den Weg laufen. Ich muss mich erst einmal mit allem hier vertraut machen.“

Constanza: „Wenn du was brauchst oder wissen willst, dann frag einfach.“ beide salutierten zum Abschied.

Der Sonderbeauftragte erklärte den sechs Soldaten ihr Einsatzgebiet und wie es mit dem hin und her Transport funktionierte.

Eine Militärmaschine flog Vincent von ´Groom Lake´ zum ´La Guardia Airport´ nach New York. Es war bereits dunkel draußen und weit nach 22 Uhr. Dort wartete bereits ein schwarzer unauffälliger Van auf ihn, der ihn direkt zu Peters Haus brachte. Der Van fuhr direkt hinter das Haus, wo er ohne neugierige Blicke hielt. Peter kam aus der Tür. Als sich die Autotür des Vans öffnete und Vincent ausstieg, war Peter verblüfft. In realer Größe, Statur und Stolz stand Vincent nun vor ihm.

Peter: „Entschuldige bitte, wenn ich dich anstarre, aber… solch einer imposanten Erscheinung stehe ich nicht jeden Tag gegenüber.“

Vincent: „Das sehe ich als Kompliment an. Du musst Peter sein. Mein Vater konnte mir einiges von dir und Jacob erzählen.“ Die beiden Männer reichten sich die Hände zur Begrüßung. Peter war positiv überrascht. Vincents tiefe, aber sanfte Stimme hatte eine beruhigende Wirkung auf ihn, denn er war aufgeregt.

Peter: „So ist es, ja. Verzeih mir meine Aufregung.“

Vincent: „Schon gut. Du musst dich nicht bei mir entschuldigen, Peter. Deine Aufregung ist normal. Wäre es anders würde ich mir eher Sorgen machen. So jemanden wie mich gibt es nicht alle Tage.“

Peter: „Das kann man wohl sagen, ja. Komm… lass uns ins Haus gehen und wir besprechen alles weitere.“ Vincent nickte, griff nach seinen beiden Rucksäcken und folgte Peter ins Haus.

Peter: „Ich würde vorschlagen, du verbringst die heutige Nacht hier in meinem Haus. Du musst müde sein. Hast du schon gegessen?“

Vincent: „Wenn es dir nichts ausmacht, würde ich gern einen Zwischenstopp bei dir einlegen.“

Peter lächelte breit und freute sich.

Peter: „Sehr gut. Ich zeige dir wo du dich frisch machen und schlafen kannst. Danach essen wir was in der Küche.“

Vincent: „Das klingt verlockend.“



Zwanzig Minuten später kam Vincent mit frischen Sachen am Leib zu Peter in die Küche. Er ging immer dem Duft nach.

Vincent: „Wie zu Hause…“ schwärmte er. Peter grinste breit.

Peter: „Ist es hier sehr viel anders, als bei dir?“

Vincent: „Nicht sehr viel anders. Unsere Häuser und Grundstücke sind diesem hier sehr ähnlich. Wir legen großen Wert auf Privatsphäre, was die Familie angeht. Von daher könnte meine Mutter auf einmal durch die Tür da kommen.“

Peter: „Dein Vater ist William Adama?“

Vincent: „Ja.“

Peter: „Das muss mindestens 40 oder 45 Jahre her sein, als ich ihn das erste Mal traf. Geht es ihm gut?“

Vincent: „Ja es geht ihm gut. Er steckt bis zu den Ohren in Arbeit, aber es geht ihm gut. Wir hatten vor ein paar Wochen genau das selbe Thema. Er war hier auf der Erde, da hatte er noch nicht einmal meine Mutter kennengelernt.“

Peter: „Gespenstisch, was?“

Vincent: „Ein wenig komisch, aber nicht ungewöhnlich, wenn man die Distanz berücksichtigt.“

Vincent weiter: „Er erwähnte auch, dass sich dein Freund Jacob eine Schuld auflud, um uns nicht zu verraten und er sich aus diesem Grund von der Gesellschaft zurückziehen musste.“ Peter nickte.

Peter: „So ist es, ja. Zu jener Zeit war Genetic ein umstrittenes Thema. Wir steckten alle bereits zu tief drin. Dein Vater wurde gegen seinen Willen festgehalten. Durch einer unserer Wissenschaftler, sein Name war John Pater, kamen uns die nicht wohlgesonnenen Ärzte auf die Schliche. Sie nahmen deinem Vater Blut ab, um irgendwelche Anomalien festzustellen. Jacob war zur falschen Zeit am falschen Ort, aber er und dein Vater wechselten viele Worte miteinander und wir erkannten den wahren Grund hinter der Blutuntersuchung. Zusammen befreiten wir ihn und ihm gelang die Flucht. Tage später suchten uns Leute unserer Air Force auf, um uns zu ihn zu bringen, um sich bei uns zu bedanken.“

Vincent: „Wärt ihr zwei nicht gewesen, würde es keinen von uns Adamas geben. Unsere Familienlinie wäre komplett ausgelöscht. Danke… ich stehe tief in eurer Schuld.“ Peter wurde verlegen.

Peter: „Ich weiß nicht was ich sagen soll. Danke auch euch, das ihr uns wenige auserwählt habt. Es ist ein besonderes Privileg ein kleiner Teil von euch zu sein.“

Vincent: „Ich sehe schon… wir werden gut miteinander auskommen.“

Peter: „Was sagst du, legen wir uns für ein paar Stunden aufs Ohr?“

Vincent: „Das hört sich gut an. Ein paar Stunden könnten wirklich gut tun.“

Peter: „Gut. Morgen wird ein aufregender Tag.“

Vincent: „Ich bin gespannt was mich erwartet.“

Peter: „Das kannst du sein.“ Peter legte freundschaftlich seine kräftige Hand auf Vincents Schulter, lächelte ihm zu.



Am nächsten Morgen gab es ein einfaches Männerfrühstück, bevor die beiden Männer den Zugang in Peters Keller betraten. Vincent traute seinen Augen kaum. Die Ruhe und Atmosphäre die dort auf ihn wirkte beeindruckte ihn. Peter hielt an, nahm einen naheliegenden Stein und klopfte in einem bestimmten Rhythmus etwas auf ein Metallrohr. Verwundert sah Vincent ihn an.

Peter: „Ich schicke damit eine Nachricht und kündige uns zwei an.“

Vincent: „Morsecode… raffiniert…“

Peter: „Das ist noch gar nichts.“ machte Peter ihn neugierig.

Immer tiefer und weiter liefen sie in die geheimnisvolle Tunnelwelt.

Peter: „Wir müssten eigentlich bald unserer Eskorte begegnen.“ fragend sah Vincent ihn an.

Peter: „Hier kann man sich schnell verirren. Um dem vorzubeugen kommt ab einem bestimmten Punkt Hilfe. Oooh ja und da kommt schon wer… wer ist es heute? Geoffrey? Bist du das?“

Geoffrey: „Hallo Peter. Wo ist dein Freund?” in dem Moment trat Vincent hervor. Geoffrey stand der Mund offen.

Geoffrey: „Wow… du bist der Wahnsinn. Wie heißt du?“ Vincent ging an Peter vorbei, stellte sich vor den Jungen.

Vincent: „Für das Kompliment danke ich dir, Geoffrey. Ich bin Vincent. Du zeigst uns den Weg?“

Geoffrey: „Ja. Vater erwartet euch.“

Peter: „Dann sollten wir keine zusätzliche Zeit verlieren, Geoffrey.“



Nach weiteren 20 Minuten erreichten die drei Vaters Bibliothek. Geoffrey ging voran und meldete sich bei Vater zurück.

Geoffrey: „Vater, Vater…“ er klang aufgeregt.

Vater: „Geoffrey, da bist du. Hast du unsere Gäste ausfindig machen können?“

Geoffrey: „Oh ja. Er heißt Vincent und ist einfach nur… wow.“ Vater nahm seine Brille ab, lächelte den Jungen an und war vorab schon begeistert von dessen Reaktion. Als Vater Schritte hörte wandte sich seine Aufmerksamkeit auf den Eingang der kleinen Treppe. Peter trat herein, dicht gefolgt von einem schwer bepackten Mann mit leonischen Gesichtszügen. Prompt stand Vater auf, nahm seinen Stock und ging auf sie zu. Vater und Peters Blicke kreuzten sich freundlich, nickten einander zu. Seine Augen hatte er jedoch gebannt auf Vincent gerichtet, der seine beiden großen Rucksäcke zur Seite stellte.

Peter: „Vincent… darf ich euch miteinander bekannt machen? Jacob Wells, das ist Vincent Adama.“ Vincent ging auf ihn zu, reichte ihm seine Hand. Vaters Gesicht nahm noch weichere Gesichtszüge an.

Vater: „Das ist für mich ein sehr besonderer Moment.“

Vincent: „Ich muss zugeben für mich ebenfalls. Nachdem was ich gesagt bekam, stehen meine Familie und ich tief in deiner Schuld. Es ist mir eine große Ehre dich persönlich kennen zu lernen.“

Vater: „Die Ehre liegt ganz auf meiner Seite, Vincent. Ich hätte nie gedacht einmal Williams Sohn hier bei mir zu haben.“ Vincent schmunzelte dankbar. Er sah sich um und entdeckte Unmengen von Büchern, die im ganzen Raum verteilt, gestapelt und aufgeschlagen da standen.

Vincent: „Die Menge an Literatur ist bemerkenswert!“ staunte er.

Vater: „Die Bücher haben sich im Laufe der Jahre hier angesammelt. Unsere Helfer aus der oberen Welt versorgen uns regelmäßig mit neuer Lektüre. Du wirst hier alles finden wofür du dich interessierst.“

Peter: „Was unsere Erde angeht, versteht sich. In Geschichtsbüchern kannst du alles nützliche über unser Land, Leute und auch die anderen Länder unserer Welt erfahren und studieren.“

Vincent: „Das werde ich. Auf meiner Reise hatte ich Gelegenheit mich in die Geschichte dieses Landes einzulesen, aber es gibt viel mehr. Ich bin gespannt.“

Vater: „Jetzt lass mich dir deine Kammer zeigen und in der Mittagszeit werde ich eine Versammlung einberufen. Die Tunnelgemeinschaft wird dich so gleich kennen lernen. Wir essen nebenbei, da lässt es sich besser reden. Nach und nach wirst du dich hier einleben.“



Peter verabschiedete sich und überließ alles seinem Freund, den alle Vater nannten. Vincent schnappte sich seine Sachen, trottete Vater hinterher. In seiner zukünftigen Kammer erklärte Vater die Räumlichkeit, Waschgelegenheit. Nachdem Vincent ausgepackt hatte kamen schon die ersten Besucher. Geoffrey hatte sie neugierig gemacht. Im Handumdrehen hatte Vincent seine persönliche Eskorte und Führer durch die Tunnel. Zum Mittagessen wurde er im Essenssaal allen vorgestellt. Er wurde mit Fragen über Fragen überworfen. So gut es ging und insoweit die Geheimhaltung es zu ließ, beantwortete Vincent alle Fragen.



Im Laufe der Wochen und Monate wurde Vincent zu einem wichtigen Mitglied der Tunnelgemeinschaft. Seine enorme Kraft, Ausdauer, scharfer Verstand kamen der Gemeinschaft zu gute. Neue Kammern wurden in Rekordzeit ausgebaut, umgebaut, vergrößert. Von Pascal lernte er im nu den Tunnelcode. Mary nähte ihm einen schwarzen Patchwork Ledermantel mit Kapuze, damit er nachts durch den Central Park schlendern konnte, ohne sofort gesehen zu werden. In seiner Freizeit machte er mit ein paar Männern Exkursionen durch die tieferen Tunnel und entdeckte weitere geheimnisvolle Orte oder schwamm abends mehrfach durch einen der unterirdischen Seen. Gelegentlich las er den Kindern eine Gute Nacht Geschichte vor. Seine Stimme hatte eine beruhigende Wirkung auf die Kinder, die nicht lang zum Einschlafen brauchten.

In regelmäßigen Abständen ging er seiner Bestimmung in Nevada nach. Mit seinen Militärkollegen testete er Kampfjets, half bei Weiterentwicklungen, Verbesserungen in der Strategie von Kampfhandlungen, Ausbildung und Schulung von Neulingen.



18 Monate später… 12. April



Eines Abend schlenderte Vincent durch den Central Park, als er die quietschenden Reifen eines Lieferwagens hörte. Dieser hielt nur unweit von ihm. Die Schiebetür öffnete sich abrupt, etwas wurde aus dem Lieferwagen geworfen und liegen gelassen. Nachdem der Van außer Sichtweite war, sah Vincent sich vorsichtig um, ging zu dem was aus dem Lieferwagen geworfen wurde. Ihm stockte der Atem. Es war eine junge Frau, die über und über mit Blut verschmiert war. Kurz entschlossen nahm er sie auf und brachte sie zu Vater.



Die Geschichte nahm so seinen Lauf…. Aber sie geht weiter… ihr denkt, ihr wisst wie es weiter geht? Das glaube ich eher weniger.





Ende Teil 1 -> Fortsetzung Teil 2 von „Wer bist du?“ folgt























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