Ein Logbuch wird mit Tinte geschrieben

von Arzani92
OneshotAllgemein / P16 Slash
Ben Beckman der Rote Shanks Die Strohhut-Bande Marco der Phoenix Silvers Rayleigh
01.10.2019
29.12.2019
8
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06.10.2019 644
 
Literarische Skizze #06: husky

Sie hatten sich gestern lang unterhalten und Benn hatte da schon gemerkt, wie seine Stimme immer kratziger wurde. An manchen Tagen hatten er und Shanks einfach mehr zu besprechen. Mit dem Titel eines Yonkos kam Verantwortung, ellenlange Briefe von befreundeten Crews und Meetings. Ganz viele Meetings, da Shanks niemals irgendwelche Berichte lesen würde. Das Gute an Shanks' Lesefaulheit war, dass Benn auch keine Berichte schreiben musste. Dafür trafen sie sich einmal am Tag und besprachen alles Wichtige.

Das Kratzen im Hals hatte zwar etwas genervt, aber Benn hatte dem nicht viel Aufmerksamkeit beigemessen. Eine gute Portion Schlaf konnte immerhin alles heilen. Zumindest hatte er an dem Glauben so lange festgehalten, bis er am nächsten Morgen mit Halsschmerzen aufgewacht war. Zum Glück hatten alle in der Crew gelernt, ihn vor seinem ersten Kaffee nicht anzusprechen.

Seine Fingerspitzen wärmten sich an der lauwarmem Tasse, die er inzwischen fast leer getrunken hatte. Er hatte sich Zeit gelassen und so war die Kombüse immer voller und dann immer leerer geworden. Sein Kopf hatte auch angefangen zu schmerzen. Nicht, dass er das jemals laut aussprechen würde. Er hatte keine Zeit krank zu werden.

Als ein lauter Knall ertönte, sprang er auf. Die Tasse stand vergessen auf dem Holztisch, während er ins Freie rannte. Auf dem Deck angekommen sah er auch schon eine Traube an Männern seiner Mannschaft, die aufgeregt miteinander tuschelten. Rauch stieg in den Himmel auf und am liebsten hätte er sich einfach wieder ins Bett gelegt. Er konnte nur vermuten, was passiert war, aber inzwischen kannte er seine Vollidioten gut genug, um zu erahnen, dass jemand mit Yasopps Kanonen hantiert hatte. Ohne Yasopps Anweisung, geschweige den Erlaubnis.

Er musste sich nicht durchkämpfen. Als Vize-Kapitäns der Red Force wurde er ohne Worte durchgelassen. Die Mördermiene tat sicherlich ihr übriges.

Als er im Zentrum der Traube angekommen war, drückten sich alle aneinander. Ein oder zwei spitzbübische Grinsen waren verräterisch, aber mehr als Vermutungen konnte er nicht anstellen. Yasopp war noch nicht zugegen, was in diesem Fall etwas gutes war.

Grade wollte er fragen, wer sich freiwillig für die zusätzliche Nachtwache meldete, doch als er den Mund aufmachte kam nur ein heißeres Krächzen bei raus. Er räusperte sich, startete neu ... und seine Worte gingen in einem kratzigen Husten unter.

“Hey, Benn, alles in Ordnung?“ wurde er von der Seite angesprochen und er nickte nur. Erneut wollte er reden, doch mehr als ein Flüstern wollte nicht über seine Lippen.

“Holt mal jemand den Boss?“

Benn blickte in die Runde, bestehend aus besorgten Gesichtern, hörte schwere Schritte auf den Planken und wusste doch in der Masse nicht genau, wer da jetzt losgelaufen war. Sein vehementes Kopfschütteln wurde ignoriert.

Erneut schaute er zur Kanone, die - wie er jetzt sah - einen deutlichen Riss hatte. Yasopp würde ausrasten.

“Wer -,“ versuchte er es erneut, doch kam nicht weit. Das eine Wort war heißer flüsternd, dann war seine Stimme einfach weg. Am liebsten hätte er laut geflucht, aber auch das ging ja nicht. Überdeutlich zeigte er auf die Kanone. Zu seinem erstaunen trat auch Gill, einer ihrer neueren Rekruten vor. Er kratze sich schuldbewusst am Kopf.

“Tut mir Leid, Benn. Ich wollte bloß ausprobieren, was mir Yasopp gestern gezeigt hat. Du kannst mich auch später noch ausschimpfen, aber ich glaube du solltest zum Doc.“

Einstimmiges Nicken folgte der kleinen Ansprache, sowie zustimmendes Gemurmel. Er wollte schon protestieren, als sich hinter ihm die Menge teilte und ein Mann mit roten Haaren und einer vorwurfsvollen Miene auf ihn zusteuerte.

“Ich hab dir gestern Abend schon gesagt, dass du nicht gut klingst,“ sprach Shanks ihn an. “Doc weiß schon Bescheid.“

Kurz klappte Benns Mund auf, dann ließ er ihn ergeben wieder zufallen. Half ja alles nichts. Er würde eh keine Gegenargumente finden. Geschweige denn laut aussprechen können.

Er hasste es krank zu sein.

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Auf dem Handy getippt. Auch eine Neuheit für mich...
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