Negro

von breathxx
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
FC Bayern München Premiere League Primera Division
01.10.2019
13.10.2019
5
23246
12
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Dieses Kapitel
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„Ihr habt echt eine seltsame Art, euch Haustiere zu beschaffen.“ Jesé grinste, bevor er Chew Barka einen Blick zuwarf. „Aber er ist ein echt schöner Hund.“ „Ich weiß, ich hab mich sofort in ihn verliebt.“ Sergio grinste ebenfalls, Jesé und er hatten sich mit ihren Hunden im Retiro getroffen um spazieren zu gehen – Luz und Chew Barka verstanden sich überraschend gut und Sergio war ein Stein vom Herzen gefallen.

„Versteht er sich mit eurem Kater?“ Jesé runzelte die Stirn während sie stehen blieben, Luz schnüffelte gerade an einem Busch während Chew Barka pinkelte. „Mhm, überraschend gut – Gott sei Dank.“ Sergio lachte. „Das war auch meine einzige Sorge. Er-“

„Na sieh mal einer an.“ Eine spöttische Stimme ließ sie aufsehen und Sergio runzelte die Stirn. „Kennen wir euch?“ Vor ihnen standen zwei Männer, die sie mit einem abschätzigen Blick musterten, einer der beiden lachte.

„Süß, geht ihr mit euren Hundis spazieren? Lenkt euch das von dem Desaster am letzten Freitag ab?“ Er trat einen Schritt auf sie zu, Luz fing bedrohlich an zu knurren während Chew Barka bellte. Der Mann zuckte leicht zusammen und Jesé verschränkte seine Arme vor der Brust.

„Díaz und Serrano. Was wollen zwei so unwichtige Rojiblancos wie ihr von uns?“, fragte er dann, Sergio grinste. „Wollen ein bisschen pöbeln, süß.“ Sein Griff um Chew Barkas Leine wurde jedoch fester, Díaz grinste. „Sag, Ramos, wie fühlt es sich an gegen einen 23-jährigen bei seinem ersten Rennen zu verlieren?“

„Weiß nicht, frag doch mal Koke.“ Sergio warf ihm einen genervten Blick zu, Díaz hatte einen wunden Punkt getroffen und Serrano grinste. „Wie ist es, auf dem Boden der Tatsachen anzukommen? Bist du wohl doch nicht so gut wie alle immer meinen“, spottete er und Sergio schnaubte. „Wenigstens bin ich gut genug um überhaupt Straßenrennen zu fahren, im Gegensatz zu euch.“

„Oh, wir sind keine Fahrer.“ Serranos Grinsen wurde nur noch breiter. „Wir haben andere Aufgaben in der Gang. Im Gegensatz zu euch sind wir besser organisiert.“

„Halt doch einfach die Fresse.“ Jesé warf ihm einen genervten Blick zu, bevor er Luz weiterzog. „Ich hab echt besseres zu tun, als mir die Scheiße anzuhören.“ Sergio folgte ihm, er wusste, dass sie sie nur provozieren wollten. Vor allem, da der Retiro neutrales Gebiet war und sie sich beide hier aufhalten konnten.

„War ja klar, dass ihr weglauft, wie eigentlich immer. Verdammte Feiglinge, aber ihr Schwuchtel könnt einfach nicht kämpfen.“ Jesé erstarrte bei Serranos Worten, Sergio verengte seine Augen zu schlitzen und sie drehten sich um.

„Was hast du gerade gesagt?“, fragte Jesé leise, während Díaz sichtbar schluckte, lachte Serrano nur. „Du hast mich schon gehört, maricón. Der einzige Grund, warum du noch nicht am Boden bist und Staub frisst, ist, weil wir in neutralen Gebiet sind.“

Sergio sah das eher umgekehrt und er holte tief Luft, bevor er Jesé eine Hand auf den Arm legte. Er war verdammt sauer, aber er wusste, dass wenn sie die Rojiblancos zuerst angriffen, in Schwierigkeiten kommen würden.

„Lass gut sein, Jesé“, sagte er leise, auch wenn er sich wirklich überwinden musste. „Sie sind es nicht wert.“ Jesé starrte sie nur hasserfüllt an, bevor sich ein kaltes Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete. „Wenn du die Eier dazu hast, dann triff mich heute Abend im Tormenta und wir klären das.“ Díaz wurde blass und Serranos Selbstsicherheit schien zu wanken. „Du-“

„10 Uhr - falls du nicht auftauchst, weiß jeder, dass die Rojiblancos die Feiglinge sind. “ Jesé schenkte ihm noch ein falsches Lächeln, bevor er Sergio einen kurzen Blick zuwarf. „Gehen wir.“

Sie gingen weiter, die Rojiblancos schienen immer noch wie erstarrt und Sergio runzelte die Stirn. „Tormenta?“

„Illegaler Fight Club“, erklärte Jesé knapp. „Ich war dort seit ich sechzehn war jede Woche.“ „Du warst wo?!“ Sergio starrte ihn ungläubig an, Jesé grinste leicht. Sie ließen sich auf eine Bank nahe dem See fallen, die Rojiblancos waren verschwunden und sein bester Freund fuhr sich mit einer Hand unter der Cap durch die Haare.

„Mir war langweilig geworden in meinem Karatetraining – ich war besser als alle anderen und ich hab eine neue Herausforderung gesucht.“ Er zuckte mit den Schultern, sein Grinsen wurde nur noch breiter. „Die ich im Fight Club gefunden hab. Absolut nicht legal, aber es macht so verdammt Spaß.“

Warum überraschte Sergio das nicht wirklich? Das war typisch Jesé und er grinste ebenfalls. „Das glaub ich, aber was hat das mit Serrano zu tun?“

„Seit ein paar Jahren schau ich nur noch sporadisch vorbei, vor allem, seit ich in der Gang mehr zu tun hab. Aber ab und zu kämpfe ich noch – meistens, wenn irgendein Rojiblanco meint, er sei was Besseres.“ Jesé schnaubte verächtlich. „Ich hab das dann lieber dort, dann sieht wenigstens jeder, dass sie nur eine große Klappe, aber nichts dahinter haben.“

„Du meinst, du demütigst ihn öffentlich vor der ganzen Madrider Unterwelt?“, fragte Sergio trocken, Jesé grinste. „Richtig. Hast du Lust mitzukommen?“

„Da fragst du noch? Natürlich, man!“ Sergio starrte ihn begeistert an, Jesés Grinsen wurde nur noch breiter. „Gut, ich sag noch Dani Bescheid, er will mich nie alleine gehen lassen. Vielleicht haben Isco und Álvaro ebenfalls Lust, ich frag sie mal.“


Hatten sie. Gute acht Stunden später lehnte Sergio neben Dani, Isco, Álvaro und Jesé an einer Bar und er sah sich neugierig um. Es war ein riesiger, dunkler Raum, Neonleisten an der Decke beleuchteten ihn spärlich und er war voller Menschen.

Es war fast schon eine Clubatmosphäre, abgesehen davon, dass in der Mitte keine Tanzfläche, sondern ein Ring war in dem gerade zwei Männer miteinander kämpften. Sie trugen kein Shirt, nur Shorts und die Menge war verdammt laut.

„Ist ne Weile her, dass wir hier waren.“ Isco sah sich grinsend um, Dani nickte. „Ein Jahr, glaube ich.“ „Denkt ihr, Serrano taucht auf?“ Álvaro runzelte die Stirn, Jesé lachte. Er hatte sein T-Shirt schon ausgezogen und lehnte, nur in Jogginghose, neben ihnen an der Bar, in der Hand ein Glas Wasser. „Wird er – ich hab den Blancos Bescheid gegeben und es hat sich rasend schnell rumgesprochen, deswegen sind hier auch so viele Leute.“

„Wegen dir?“ Sergio hob belustigt seine Augenbrauen, Jesé nickte nur.

„Wenn Jesé kämpft, ist der Laden immer voll.“ Eine raue Stimme erklang neben ihnen und Sergio wandte den Kopf. Ein Mann, vielleicht Mitte fünfzig, lehnte neben ihnen an der Bar und schmunzelte. Er hatte lange, braune Haare, die ihm bis zu den Schultern gingen, ein eingefallenes Gesicht und ein Bier in der Hand.

„Joaquin!“ Jesé schlug grinsend mit ihm ein, Joaquin lachte nur. „Tut gut, dich mal wieder hier zu sehen. Gang Fights gehen immer gut.“ Er warf Sergio einen kurzen Blick zu und schmunzelte. „Vor allem, wenn Jesé beteiligt ist. Er hat keinen einzigen seiner Kämpfe hier verloren.“

Sergio stieß einen beeindruckten Pfiff aus und Joaquin schenkte ihnen noch ein Lächeln, bevor er sein Bier austrank. „Wir starten gleich, viel Glück, Jesé.“ Er verschwand in der Menge und Jesé holte tief Luft. „Wir sehen uns.“ Er griff nach seinen Sachen und Sergio grinste. „Mach ihn fertig, bichito .“

Jesé nickte nur und lächelte leicht, dann machte er sich zusammen mit Dani auf den Weg zum Ring. Die Menge wich respektvoll vor ihm zurück, sie schienen ihn zu kennen und Sergio bestellte sich ein Bier.

Señoras y Señores! Jesé Rodriguez, unser ewiger Champion, ist zurück und kämpft heute gegen Ruben Serrano!“, erklang Joaquins Stimme durch ein Mikro, er stand im Ring und die Menge war verdammt aufgeheizt.

„Es ist ein Gang Fight, Blanco gegen Rojiblanco“, die Zuschauer wurden nur noch lauter und Sergio sah, wie Jesé sich seinen Zahnschutz in den Mund schob und seine Hände bandagiere. Serrano war ebenfalls schon in seiner Ecke, er schien nicht ganz so selbstischer wie Jesé und Sergio verkniff sich ein Grinsen.

„Was sind die Regeln?“, fragte er, Isco zuckte mit den Schultern. „Es gibt keine.“ „Gar keine?!“ „No. Du hast gewonnen wenn der andere entweder k.o. geht oder aufgibt.“ Álvaro grinste und nahm einen Schluck von seinem Rum. „Waffen wie Schlagringe sind im Ring nicht erlaubt aber das wars auch schon.“

Ehrlich gesagt hatte Sergio kein wirklich gutes Gefühl dabei, aber er vertraute Jesé. Und er hatte seinen besten Freund kämpfen sehen, er wusste, dass er gut war.

VAMOS!“, brüllte in diesem Moment Joaquin und Sergio spannte sich unbewusst an. Jesé und Serrano umkreisten sich kurzzeitig, bevor der Rojiblanco nach vorne langte und versuchte einen Treffer zu landen.

Jesé reagierte blitzschnell, er riss die Fäuste hoch, bevor er in den Gegenangriff ging. Er schlug auf Serrano ein, der taumelte leicht nach hinten und war mit dem Rücken in die Seile gepresst.

Die Menge wurde lauter, Serrano zog Jesé jetzt allerdings ebenfalls zu sich nach unten. Sie klammerten beide eine Weile, jeweils mit dem Versuch den anderen auf den Boden zu drücken.  

Jesé befreite sich schlussendlich, indem er Serrano sein Knie in den Bauch rammte und sich auf die Seite rollte. Sein nächster Schlag landete über Serranos Auge, der Cut fing an zu bluten und Serranos Tritt traf Jesé im Bauch.

Serrano war gar nicht so schlecht und Jesé schien das ebenfalls zu merken. Er duckte sich beim nächsten Schlag des Rojiblanco, dann konterte er mit zwei Schlägen gegen Serranos Rippen.

Der Rojiblanco schaffte es, Jesé auf den Boden zu drücken, er klammerte sich an seinen Rücken und Sergio biss nervös auf seiner Unterlippe herum. Jesé schaffte es jedoch, ihn abzuwerfen, bevor er nach Serranos Beinen griff, ihn ebenfalls zu Fall brachte und auf ihn einschlug.

„Der cabrón hält länger durch als gedacht“, murmelte Isco, Álvaro nickte nur schweigend und sie beobachteten, wie Serranos Ellenbogen einen Cut über Jesés rechter Augenbraue hinterließ.

Jesé blutete jetzt ebenfalls, schien ihn jedoch nicht wirklich zu stören und er versuchte, Serrano die Beine wegzuziehen. Der Rojiblanco taumelte leicht, er atmete schwer und Jesés nächster Schlag traf sein rechtes Auge.

„Er hält ihn hin.“ Isco grinste und Sergio zog seine Augenbrauen nach oben. „Ernsthaft?“ „Mhm. Was auch immer Serrano gesagt hat, Jesé ist verdammt angepisst.“ Das sah Sergio, in diesem Moment schubste Jesé Serrano hart, bevor er ihm einen Kinnhaken verpasste.

Sein Knie traf Serrano mit voller Wucht im Gesicht und ein Raunen ging durch die Menge. Der Rojiblanco taumelte benommen und Jesés nächster Schlag ließ ihn zu Boden gehen.

Jesé verdrehte ihm einen Arm, bevor er sich auf seinen Brustkorb setzte, Serrano schrie tatsächlich kurz laut auf vor Schmerz. Er versuchte, sich zu befreien und rammte Jesé seinen Ellenbogen in die Rippen, der verzog nur kurz das Gesicht. Sie wrestelten eine Weile am Boden, bevor Jesé anfing, auf ihn einzuschlagen.

Beinahe jeder seiner Schläge war ein Treffer, Blutspritzer übersäten den Boden und ein weiteres Raunen ging durch die Menge. Serrano hatte keine Chance. Zwei weitere Schläge reichten aus und der Rojiblanco rührte sich nicht mehr und Jesé sah auf. Er hatte ebenfalls einiges abbekommen, sah allerdings bei weitem nicht so schlimm aus wie Serrano, der bewusstlos vor ihm auf dem Boden lag.

„DER SIEG GEHT AN JESÉ RODRIGUEZ!“, brüllte Joaquin in diesem Moment und Jesé grinste. Er nahm seinen Zahnschutz heraus und griff dankend nach dem Handtuch, dass Dani ihm reichte, bevor er das Mikro von Joaquin nahm.

„Serrano hat gedacht, er könnte die Blancos beleidigen.“ Seine Stimme war rau und Jesé schnaubte. „Meinte, wir sind Feigling und wir ‚Schwuchteln‘“, er spuckte das Wort verächtlich aus, „können nicht kämpfen. Ich denke, er hat seine Meinung geändert.“

Er spuckte neben dem Rojiblanco auf den Boden, die Menge jubelte und Sergio verkniff sich ein Grinsen. Sein bester Freund hatte schon immer den Hang zu dramatischen Auftritten gehabt – musste er von Guti haben.


„Okay, warst du je auf einem Drogendeal?“ Sergio warf Santi einen kurzen Blick zu, bevor er sich wieder auf die Straße konzentrierte. Sie waren auf dem Weg zum Treffen mit einem ihrer Dealer und Santi schüttelte den Kopf. „No. Villa hat sich um die Drogen gekümmert und ich war ein paar Mal am Hafen mit dabei, aber das wars auch schon.“

„Okay, kein Stress, heute wird entspannt werden – hoffe ich jedenfalls.“ Er grinste und Santi entspannte sich ein wenig neben ihm. „Ich hoffe“, murmelte er, bevor er ebenfalls leicht grinste. „Ich will nicht gleich meinen ersten Job für Raúl verkacken.“

„So ein Bullshit.“ Sergio lachte, bevor er an der Ampel rechts abbog. „Du hast wenigstens ein bisschen Erfahrung – ich bin damals blindlings mit Iker mit, ohne irgendeine Ahnung.“ Er grinste, Santi  lachte. „Okay, was machen wir?“

„Nicht wirklich viel, um ehrlich zu sein. Wir checken, ob die Drogen alle da sind und sagen Martínez dann, dass er sein Geld bald bekommt. Waffen sind nützlich, aber wir benutzen sie nicht – nur im Notfall.“

Santis Augen fielen auf Sergios Gangtattoo, das dank seines langen, schwarzen T-Shirts gut sichtbar war und er sah den Totenkopf. Jeder in der kriminellen Unterwelt Spaniens wusste, was das bedeutet: Sergio hatte bereits jemanden getötet. Beruhigend. Santi schluckte trocken, Sergio parkte zwischen ein paar Bäumen.

„Okay, wir sind hier, bleib einfach dicht bei mir, okay?“ Er lächelte Santi kurz zu, dann stieg er aus und Santi folgte ihm schnell. Sergio trug eine Sonnenbrille, eine schwarze Beanie und wäre da nicht der Revolver im Bund seiner Jeans, er würde fast normal aussehen. Santis Griff um seine Waffe wurde fester und er war froh, dass Sergio mit ihm hier war.

„Sergio Ramos.“ Santi zuckte leicht zusammen, wie aus dem Nichts waren zwischen den Bäumen zwei Männer aufgetaucht und Sergio nickte dem linken der beiden Männer kurz zu. „Martínez.“ Der Dealer warf Santi einen misstrauischen Blick zu, bevor er langsam ein Stück näher kam. „Wer ist er?“

„Santi Mina“, antwortete Sergio ruhig, Martínez hob seine Augenbrauen. „Der Junge aus Valencia?“ „Mhm. Wie auch immer“, Sergio trat einen Schritt nach vorne, komplett unbeeindruckt, dass Martínez Bodyguard sich leicht anspannte, „wo sind die Drogen?“

Martínez zögerte für eine Sekunde, bevor er seinem Bodyguard ein Zeichen gab. Der verschwand, kam kurz darauf jedoch mit einer großen Kiste voller weißer Steine wieder.

„Hier.“ Martínez nahm einen heraus, schnitt mit seinem Messer hinein und weißes Pulver rieselte langsam heraus. Sergio und Santi kamen ein Stück näher und der Andalusier nickte. „Passt. Wir-“

„Warte einen Moment.“ Santi runzelte die Stirn und warf Martínez einen nachdenklichen Blick zu. „Können wir die andere Seite auch sehen?“ Der Dealer starrte ihn überrumpelt an, genauso wie Sergio. „Santi, ich denke nicht, dass-“

„Wenn es echtes Kokain ist, dann kann er es uns ja zeigen, no?“ Santi warf Sergio einen eindringlichen Blick zu, der zuckte nur mit den Schultern und wandte sich Martínez zu. „Okay. Zeig es uns.“ Der Dealer war vollkommen erstarrt und Sergio wurde ungeduldig.

„Martínez? Zeig. Es. Uns.“ Martínez holte tief Luft, bevor er sich zu einem Lächeln zwang und den Kopf schüttelte. „Ich denke nicht, dass das nötig ist, ich meine-“

„Was nötig ist und was nicht entscheide immer noch ich“, unterbrach Sergio ihn scharf, in seiner Stimme schwang ein warnender Unterton mit. „Also. Zeig uns die andere Seite.“ Martínez zitterte leicht, bevor er einen nervösen Blick mit seinem Bodyguard wechselte und Sergio zog seine Waffe.

„Weißt du, ich hab kein Problem damit, dich zu erschießen. Euch beide zu erschießen.“ Sein Blick fiel auf den Bodyguard, bevor er sich wieder auf Martínez fokussierte. „Entweder zeigst du mir die andere Seite oder ich erschieß dich hier und jetzt.“

Martínez schnitt mit zitternden Händen den Block in zwei Hälften und Sergios Augen weiteten sich, als er sah was drinnen war: nichts. Es war nichts weiter als Plastik, dass mit irgendeiner Schicht aus weißem Pulver bedeckt war.

„Hast du wirklich gedacht, dass du uns verarschen könntest?! Du verdammter Idiot. Wenn du versuchst wegzulaufen, erschieß ich dich“, sagte Sergio leise, bevor er sich an Santi wandte. „Ruf Karim an; sag ihm, wir haben zwei neue Gäste in Bustarviejo.“ Martínez wurde blass, während Santi nur nickte und sein Handy aus der Hosentasche zog.

„Karim? Ich bin‘s, Santi. Sergio und ich sind auf dem Drogendeal und der Kerl hat versucht uns zu verarschen, die Drogen sind fake. Sergio meinte, ich soll dich anrufen und-okay.“ Santi ließ sein Handy sinken, Sergios Waffe war immer noch auf die Beiden gerichtet und der Bodyguard warf Martínez einen fassungslosen Blick zu.

„Du verdammter Idiot! Wie konntest du so dumm sein und versuchen, Raúl zu hintergehen?!“ Martínez senkte nur seinen Blick und Sergio fluchte leise. „Verdammtes Arschloch.“

Keine zehn Minuten später tauchte Karim auf und seine Augen verdunkelten sich, als er Martínez und seinen Bodyguard sah.  Er band beiden die Hände auf den Rücken, bevor er sie unsanft auf die Rückbank seines BMW schubste.

„Wichser“, murmelte er, bevor er Sergio und Santi noch einen kurzen Blick zuwarf. „Gute Arbeit, ihr Zwei.“ Er lächelte, dann verschwand er und Sergio atmete tief aus.

„Scheiße man, danke, Santi. Wir hätten‘s wahrscheinlich erst bemerkt, wenn Javier und Mateo es an ihre Leute verteilt und verkauft hätten und das hätte ein verdammt schlechtes Licht auf Raúl geworfen.“ Er verzog das Gesicht und sie gingen zurück zu seinem Ferrari. „Woher wusstest du, dass die Drogen fake sind?“ Santi zuckte mit den Schultern und ließ sich auf den Beifahrersitz fallen.

„Irgendwas war komisch, ich weiß auch nicht - ich hatte kein gutes Gefühl. Ich hab in Valencia zwar nicht mit den Drogen gearbeitet, aber ich hab Pharmazie studiert.“ Er grinste und fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. „Heißt, ich weiß wie man welche herstellt.“

Puta madre, ich schuld dir was.“ Sergio grinste, dann startete er seinen Motor und fuhr von Campo di Casa in Richtung Innenstadt. „Und glaub mir, wenn Raúl erfährt, dass du Pharmazie studiert hast, wird er noch glücklicher sein, dass du jetzt ein Blanco bist.“

„Meinst du?“ Santi runzelte die Stirn, Sergio lachte. „Aber sowas von. Du hast mir gerade den Arsch gerettet, cariño – Freunde dich schon mal mit dem Gedanken an, dass du öfter mit Drogen zu tun haben wirst.“

„Damit kann ich leben.“ Santi grinste und setzte seine Sonnenbrille auf. „Villa und Goya haben mich von den ganzen offiziellen Gangsachen immer ein wenig abgeschirmt – meinten, ich soll mich aufs Fahren konzentrieren.“

„Ja nein, in Madrid laufen die Dinge ein wenig anders.“ Sergio grinste und schaltete einen Gang höher. „Lust, was trinken zu gehen? Ich lad dich ein.“


Als sie nach einem Zwischenstopp in einem Café in der Madrider Innenstadt in der Werkstatt ankamen, warteten Raúl und Guti schon auf sie. „Karim hat angerufen.“ Raúl musterte sie mit hochgezogenen Augenbrauen, Sergio seufzte tief auf.

„Martínez hat versucht uns zu verarschen und uns gefaktes Kokain zu verkaufen. Santi hat mir den Arsch gerettet.“ Er nahm einen Schluck von der Wasserlasche auf der Werkbank, das Wasser war bereits warm und er verzog das Gesicht. „Er hat gemerkt, dass was falsch war und als Martínez die andere Seite des Blocks aufgeschnitten hat, war er leer. Nur Plastik, mit einer Schicht weißem Pulver überzogen.“

Raúl und Guti starrten ihn fassungslos an, bevor ihr Boss ungläubig den Kopf schüttelte. „Was für ein Wicher.“ Gutis Blick fiel auf Santi und er schmunzelte. „Ich nehm an dein Pharmazie-Studium hat dir geholfen?“ „Woher-“

Santi starrte Guti fassungslos an, der lachte leise auf.

„Kleiner, glaubst du wirklich wir haben keinen Background Check gemacht, bevor wir dich in die Gang aufgenommen haben? Wir wissen, dass du Pharmazie studiert hast. Jahrgangsbester warst. Und Villa und Goya dich trotzdem immer von den Drogen ferngehalten haben.“

Santi war tatsächlich sprachlos und Sergio schüttelte amüsiert den Kopf. „Ihr seid unglaublich, wisst ihr das?“

„Wir gehen nur auf Nummer sicher.“ Raúl zuckte mit den Schultern, bevor er ihnen ein Lächeln schenkte. „Gute Arbeit ihr Zwei. Oh und Santi?“ Santi hob den Kopf, er schien immer noch überrumpelt und Raúl schmunzelte. „Test bestanden.“

„Das war ein Test?!“ Sergio starrte Raúl fassungslos an, der zuckte nur mit den Schultern. „Nicht unbedingt mit Martínez, aber wir wussten von Javier, dass einer unserer Dealer schon länger geplant hat, uns falsche Drogen zu verkaufen – wir wussten nur nicht wer. José und ich wussten, dass Santi Ahnung davon hat, deswegen haben wir ihn mit dir mitgeschickt. Dass ihr ihn gleich beim ersten Versuch erwischt, war pures Glück.“

„Ihr-“

Sergio stöhnte genervt auf und legte den Kopf in den Nacken. „Mich wundert gar nichts mehr“, murmelte er, Santi schien ebenfalls sprachlos.

„Ich versteh so langsam, warum wir die mächtigste Gang in Spanien sind“, murmelte er, Guti grinste. „Und das wird sich so schnell auch nicht ändern.“


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Guten Morgen ihr Lieben! :-)))

Zu der Szene mit Jesé und dem Fight Club hab ich ja einen One Shot geschrieben, für diejenigen von euch, die ihn noch nicht kennen: ich verlinke ihn euch mal.
El Club de la Lucha

Ich weiß, dass es anfangs noch recht ruhig und "unspektakulär" ist - das ist aber Absicht :D Setting the mood und so und damit ihr wisst, was ihr hattet, wenn ihr es nicht mehr habt haha :D

Ich freu mich trotzdem über Reviews, das wisst ihr :) Und im nächsten Kapitel wird es dann ein wenig...mehr Konfliktpotential geben. Ihr werdet sehen :D

Habt ein schönes Wochenende! :)

All the love
breathxx
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