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Noragami - Der Himmel muss warten

von Nesaia
KurzgeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Yato Yukine
29.09.2019
27.10.2019
13
9.792
4
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
29.09.2019 1.508
 
Noragami - Der Himmel muss warten


Vorneweg:

Ich habe keinerlei Rechte an Noragami. Die Geschichte ist von einem Fan für Fans geschrieben nur zur Unterhaltung. Sie entspringt meiner eigenen Fantasie. Dennoch bezieht sie sich teilweise auf den Manga. Deshalb: Spoiler-Warnung! (Boys' Love)

Ein paar Begriffe:
Amagiri No Mikoto – göttlicher Himmelsspalter
Amaterasu –oberste Gottheit
Ayakashi – Dämon, die besitz von Menschen ergreifen können
Hafuri-Shinki gesegnete Gotteswaffe/Gotteswerkzeug
Jutsu – Technik/Kunst
Kamuhakari – Götterversammlung
Magatsukami - Unheilsgott
Masken – Vom Meister der Künste kontrollierte Dämonen
Shinki- Gotteswaffe/Gotteswerkzeug,
Takamagahara- Himmel, Wohnort der anerkannten Götter
Yasumi – Verderbnisflecken, die tödlich sein können
Yomi – Unterwelt


Kurzbeschreibung:
Ausgerechnet als Yukine sich endlich seiner wahren Gefühle für Yato bewusst wird, erfahren sie, dass die für tot gehaltene Hiyori lebt und sich die ganze Zeit in den Händen von Yatos Vater befand. Die beiden machen sich auf den Weg sie zu befreien. Wird Yato zu seiner geliebten Hafuri stehen, oder holt ihn die Vergangenheit mit Hiyori ein?


Prolog:
Ich wandelte in der Dunkelheit und die Dunkelheit wandelte mit mir. Lange. Einsam. Dann kam er. Mein Wegweiser. Er führte mich auf den Pfad des Lichts. Berührte meine Seele. Nun stehe ich aufrechten Hauptes in der Sonne mit ihm an meiner Seite.



Kapitel 1/13
Ein kleiner Schubs

Die Zikaden zirpten in der flimmernden Hitze der hoch über Japan stehenden Mittagssonne. Yato nahm einen Schluck aus der Flasche mit dem heiligen Quellwasser und kippte sich den Rest über den Nacken. Das kühle Nass nahm den Schmerz und ließ die Yasumi verschwinden.

„Du hast WAS zu Yukine gesagt?! Du verdammter Idiot. Und jetzt wunderst du dich, dass er dir einen Stich versetzt hat und weggelaufen ist? Ich hätte dir 100 Stiche versetzt. Was um Himmels willen denkst du dir dabei? Willst du ihm sein Herz herausreißen? Wie dumm kann ein Gott sein?“ Kofuku stand mit gebleckten Zähnen und zitternden Fäusten vor ihm.

Yato ließ die Schimpftirade über sich ergehen. Denn er hatte jedes Wort davon verdient. „War er hier?“ Der Glücksgott blickte nicht auf. Auch wenn er es gehofft hatte, kannte er die Antwort.

„Nein! Und auch wenn, würde ich es dir nicht sagen. Yuki ist maximal 14, 15 Jahre. Du kannst doch nicht so etwas zu ihm sagen.“

Yato verzog das Gesicht zu einem gequälten Lächeln. „Sicher - und das seit über 3 Jahren. Selbst wenn er so aussieht, er ist längst kein Kind mehr. Nicht nach dem was wir durchgemacht haben.“ Er wusste nicht, seit wann er so für Yukine empfand, doch Yato hatte sich mehr und mehr in ihn verliebt. So sehr, dass es ihm manchmal die Luft zum Atmen nahm.

„Nein, der Kindskopf bist du. Glaubst du allen Ernstes, dass das der richtige Weg war?“

Er funkelt die Unglücksgöttin mit seinen Himmelsaugen an. „Du weißt so gut wie ich, dass sich Götter ihren Shinkis nicht auf diese Art näher dürfen. Zumindest …“

„Ah Yato! Lange nicht gesehen. Seit du ein anerkannter Glücksgott mit dem einen oder anderen Schrein in Hinterhöfen geworden bist und ein Häuschen in Takamagahara besitzt, lässt du dich gar nicht mehr blicken.“ Daikoku betrat freudestrahlend den Garten. „Wie ich sehe, trägst du einen neuen Kimono. Bist wohl jetzt endgültig seriös geworden, was? Wo ist Yukine?“

„Nicht da. Und wer weiß, wo er steckt. Ich hab ihn überall gesucht.“

Das Lächeln auf Daikokus Gesicht verschwand. „Verstehe, deswegen das Wasser. Was hast du angestellt, Yato? Du weißt doch, wie angespannt er zurzeit ist.“

„Natürlich weiß ich das. Aber wieso gehst du automatisch davon aus, dass es meine Schuld ist?“

„Ist es?“

„Na ja, irgendwie schon.“ Tränen bilden sich in seinen Himmelsaugen, die er schnell wegblinzelte. „Was auch der Grund dafür war…“

„Du kannst dir nicht vorstellen, was dieser perverse Glücksgott dem armen Jungen an den Kopf geworfen hat“, unterbrach ihn Kofuku. Die Fäuste immer noch geballt. „Er hat doch tatsächlich zu ihm gesagt, dass Yukine ihn so ansehe, als ob er ficken möchte.“ Die Göttin knurrte die Worte regelrecht. Sie konnte gruslig sein, wenn sie es darauf anlegte.

Yato wandte sich mit geschlossen Augen und eingezogenen Kopf ab, als hätte er erwartet, das Kofukus Shinki ihm eine überziehen würde. Doch alles was folgte, war minutenlanges Schweigen.

„Verstehe.“ Daikoku legte die Hand auf Yatos in der Sonne lila schimmerndes Haar. „Du hast ihn provoziert, damit er aus sich heraus geht und sich endlich über seine eigenen Gefühle klar wird, hab ich Recht? Ein kleiner Schubs, dass er sich traut die unsichtbare Grenze, die euch trennt, zu überschreiten?“

Der Glückgott ließ die Schultern sinken. „Ich musste etwas tun! Irgendwas… Wir haben ja diesem Spielchen zwischen Bishamonten und Kasuma seit Jahrhunderten zusehen können. So etwas kann ich nicht. Das würde mein Herz nicht mitmachen. Ich bin nicht so stark, nicht wenn es um ihn geht. Ihn jeden Tag zu sehen, mit ihm gegen das Böse zu kämpfen, seine Gefühle zu kennen, ihn mit all meinen Sinnen wahrzunehmen und ihm dennoch nicht nah sein zu dürfen. Ich …“

„Yato, du liebst ihn wirklich.“ Kofukus Stimme wurde zu einem entschuldigenden Flüstern.

„Natürlich tu ich das. Er ist meine Hafuri-Shinki, mein Wegweiser. Ohne ihn wäre ich nicht das, was ich heute bin. Er hat mich auf den rechten Pfad gebracht. Er hat dieses selbstlose, herzerwärmende Wesen und gleichzeitig eine gnadenlose Ehrlichkeit. Er hat mir durch schwere Zeiten geholfen und an meiner Seite gegen die Ayakashi und den halben Himmel gekämpft. Er würde alles für mich tun und ich…“ Seine Stimme brach. Tränen kullerten ihm über die Wangen.

„… und du würdest alles für ihn tun“, beendete Kofuku den Satz.

„Ja, ich liebe ihn. Wahrscheinlich schon von dem Moment an, als ich ihm seinen Namen gab und er zu meiner Gotteswaffe wurde.“

„Natürlich hast du das, oder glaubst du, es gibt viele Gottheiten, die an ihrer Shinki festgehalten hätten, obwohl sie dich zu Beginn verraten hatte und du wegen der vielen Stiche fast gestorben wärst? Und sag nicht, dass es nur so war, weil er so verdammt begabt ist. Sei ehrlich! Er war der Grund warum du und Hiyori nie wirklich zusammen gefunden habt. Er war immer unbewusst zwischen euch gestanden.“

Yato verzieht gepeinigt das Gesicht, als die schmerzhafte Erinnerung in sein Gedächtnis sickert. „Hiyori war schon immer mehr für mich, als nur eine Freundin. Ich liebte sie. Ich meine, wer konnte Hiyori nicht lieben. Sie war der liebenswerteste Mensch, den ich je kannte. Und sie rettete mir nicht nur einmal völlig selbstlos das Leben. Ich werde sie für alle Zeiten in meinen Herzen tragen. Mag sein, dass du Recht hast, Kofuku. Aber jetzt ist sie diejenige, die zwischen mir und Yukine steht. Er gibt sich die Schuld daran, dass er sie nicht retten konnte. Dabei war ich es, der ihn zurückgelassen hat um gegen den Meister der Künste zu kämpfen. Es wäre allein meine Aufgabe gewesen die beiden vor meinem sadistischen Drecksack von Vater zu beschützen. Ich versteh es bis heute nicht. Wie konnte sie sich Vater alleine entgegenstellen? Ich kam zu spät. Er hat sie getötet und nicht nur auf Yukis Seele tiefe Narben hinterlassen. Das Ganze ist jetzt zwei Jahre her und es vergeht kaum eine Woche, in der er nicht ihr Grab besucht. Er hat all diesen Schmerz tief in sich verschlossen, nur damit er mir nicht schadet. Dabei zieht er sich emotional immer wieder zurück. Manchmal ist er anhänglich wie ein Welpe und dann wieder kalt wie eine Hundeschnauze. Ich weiß nicht, was ich für ihn tun kann.“

„Du kannst genau das machen, was du tust. Sei für ihn da, wie er für dich da ist und liebe ihn, wie er dich liebt“, mischte sich Daikoku ein. „Liebe ist das Einzige, was solche Wunden heilen lässt. Du bist sein Gebieter und darfst dich nicht auf diese Art nähern, wenn die Initiative nicht von ihm ausgeht. Aber ich weiß, was er für dich empfindet, du weißt es und Yukine muss es sich nur noch eingestehen.“

Der Glücksgott wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Und wenn nicht? Was wenn wir uns alle irren?“

„Blödsinn!“, raunte Daikoku. „Um dir das Leben zu retten, hat er sich todesverachtend der stärksten Kriegsgöttin Bishamon in den Weg gestellt. Und wurde so zur Hafuri, deiner gesegneten Waffe. Du weißt, wie selten das ist und welche tiefe Bande dafür nötig sind. Er hat dich nicht einfach beschützt. Er wäre für dich gestorben. Er würde es jederzeit wieder tun.“

Ohne Vorwarnung fiel Kofuku ihm um den Hals. Riss ihn beinahe zu Boden. „Meine Güte Yato, seit wann bist du eine von Selbstzweifeln zerfressene Heulsuse. Das ist doch gar nicht deine Art. Ihr beide seid auf eine ganz besondere Art miteinander verbunden. Ihr seid Eins. Du weißt immer, was er fühlt, selbst wenn er versucht, es vor dir zu verstecken. Hab ich Recht? Vielleicht braucht Yuki noch ein bisschen Zeit, aber wenn du hier rumjammerst findest du es nicht heraus. Jetzt geh und such ihn! Rede mit ihm. Reden ist nicht verboten, oder?“

„Der Gott nickte und war im nächsten Moment ohne ein weiteres Wort verschwunden.

Daikoku nahm seine Göttin in den Arm. „Wer hätte gedacht, dass dieser Spinner je erwachsen wird oder je zu solchen Gefühlen fähig ist.“
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