Die Armee der Lustsklaven

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
29.09.2019
17.11.2019
19
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Anmerkung: Ihr wisst natürlich noch nicht, was kommt, aber ich tue es. Und deswegen bin ich so aufgeregt - für euch. ;-) Es macht unglaublich viel Spaß diese Geschichte mit euch zu erleben. Ich danke euch wie immer herzlich für eure Kommentare.

Und nun wünsche ich euch die allerbeste Unterhaltung!


Kapitel 16: Showdown zum Niederknien

Harry hatte mit Dobby gesprochen wegen der Idee, dass vielleicht irgendwer regelmäßig oder besonders viel Fisch aus der Küche nahm oder stahl. Aber leider war dies eine Sackgasse. Keinerlei ungewöhnliche Vorkommnisse gab es diesbezüglich zu berichten.

So setzte sich Harry seufzend in die Bibliothek und verfasste einen Brief ans Ministerium mit der Bitte Einsicht in jene Akten zu erhalten, für welche Todesopfer Nagini verantwortlich war. Er ließ Hermine noch mal über den Brief gucken, damit er alles richtig formuliert hatte. Als sie einverstanden war, brachte er den Brief hoch in die Eulerei. Er war lange nicht mehr hier gewesen. Genau gesagt, über ein Jahr nicht mehr, denn seit Hedwigs Tod hatte er es nicht mehr über sich gebracht. Es zog schmerzhaft in seiner Brust. Der Verlust seiner Eule tat immer noch weh. Und auch wenn er Zari ebenfalls liebte, hatte Hedwig doch für immer einen besonderen Platz in seinem Herzen.

Er saß beim Frühstück am Ravenclawtisch, als plötzlich Blaise herein gerannt kam. Es war ein ziemlich spektakulärer Auftritt, denn offenbar kam er gerade vom Joggen, hatte nur eine kurze Hose und ein enges Oberteil an - beides war nass vom Schweiß und klebte an seinem Körper, offenbarte seine ansehnlichen Proportionen. Es wäre ein heißer Anblick gewesen, wäre da nicht sein Gesichtsausdruck gewesen. So ernst hatte Harry den anderen noch nie gesehen.

Harry sah, wie Blaise sich zu Draco und Rob beugte, ihnen etwas zuflüsterte und wieder aus der Halle rannte. Harry sah irritiert, wie es plötzlich an diversen Stellen am Slytherintisch zu tuscheln begann. Immer wieder steckten sie die Köpfe zusammen. Das war in sofern ungewöhnlich, als dass es sich durch den ganzen Haustisch zog. Gemurmel wurde hin und wieder laut, nur um von wem anders mit einem energischer "Scchhht", besänftigt zu werden.

Und dann gab es plötzlich auch immer wieder seltsame Blicke zu Harry hin. Sie versuchten es zu verstecken, aber Harry wusste, wenn er beobachtet wurde.

"Es reicht", rief plötzlich John. "Jetzt sofort. Sonst ist er weg." Und mit diesen Worten erhoben sich etliche Schüler des Slytherintisches und rannten aus der Großen Halle. Während die anderen Schüler ihnen nur irritiert hinterher sahen, mit den Schultern zuckten und weiter aßen, beschlich Harry ein ganz ungutes Gefühl. Sein Blick glitt hoch zum Lehrertisch. Snape war nicht da, wie es seine Art war. Ob ihn irgendwer informierte?

Harry sprang auf, denn sein Gespür riet ihm zu handeln. Er versuchte unbeteiligt zu wirken, als er aus der Großen Halle gemächlichen Schrittes ging. Er wollte auf gar keinen Fall, dass irgendwer in Panik ausbrach. Als er aus der Großen Halle trat, begann er zu rennen, denn die Türen des Schlosses waren weit geöffnet. Er sah die Slytherins sich schnell auf dem Gelände Richtung Verbotenen Wald fortbewegen.

Kurz hielt reine. "Dobby", flüsterte er. Der Elf erschien sofort. "Sag Professor Snape Bescheid, dass etliche Slytherins zum Verbotenen Wald laufen. Sie haben irgendwas vor. Ich habe ein ungutes Gefühl." "Ja, Harry Potter", piepste der Elf und verschwand.

Harry zückte seinen Zauberstab und rannte los. Immer näher kam er den Slytherins, die inzwischen am Rande des Verbotenen Waldes angehalten und einen Halbkreis gebildet hatten. Irgendwas vor dem Wald starrten sie an. Oder jemand. Harry rannte weiter, seine Lungen brannten, doch der lief weiter. Schließlich war er bei den Slytherins angelangt. Und das, was er sah, ließ das Blut in seinen Adern gefrieren.

Die Slytherins standen einem Jungen gegenüber. Sie schrieen und bedrohten ihn. "Was ist los?", fragte Harry Clint, der am Rande der Gruppe stand. Mit vor Wut verzerrtem Gesicht sah Clint ihn an. "Er war es. Er hat Zaris Familie ermordet."

Harrys Augen wurden groß. "Woher weißt du das?", fragte er.

"Blaise hat Steven eben aus dem Wald kommen sehen. Und nicht nur das. Er roch nach erhitzter Somnuswurzel. Wir dachten ja immer an einen Lähmungszauber, aber als Kräuterkundler ist es natürlich viel naheliegender und vor allem unaufspürbar bei den Opfern. Er hat sie betäubt und danach getötet." Wutentbrannt sah Clint wieder zu Steven. Dieser fuhr zwischen zusammen gebissenen Zähnen hindurch fort. "Wir haben immer wieder alle Hinweise erörtert. Jetzt passt alles. Er ist Kräuterkundler, er hatte die Gelegenheit und das Wissen. Er konnte sie betäuben. Die Messer in den Gewächshäusern sind scharf genug. Er war im Verbotenen Wald. Er war es." Clints Blick richtete sich vernichtend auf Steven. "Und nun wird er büßen."

Jetzt wusste Harry, dass hier etwa 25 Slytherins standen. Blitzschnell musste Harry eine Entscheidung treffen. Er zweifelte nicht an der Entschlossenheit seiner Mitschüler. Dafür mochten sie Zari zu sehr, sie würden sie rächen wollten. Aber wenn er jemals wissen wollte, was mit Zaris Familie geschehen war, dann musste er das hier friedlich beenden.

Er trat zurück und umrandete die Gruppe. Stevens Blick war beunruhigend leer für jemanden, der wütenden Slytherins gegenüber stand. Harry stellte sich seitlich der Gruppe, aber so, dass ihn alle gut sehen konnten. "Ihr müsst es lassen", sagte er dann laut zu den Slytherins, die ihn direkt ansahen. "Wenn er es war, wird er seiner gerechten Strafe zugeführt werden-"

Das Grölen seiner Mitschüler übertönte ihn. "Er war es!", rief Rob, seine Stimme so dunkel und dröhnend wie Harry sie kannte. Aber nun schwang unverhohlene Wut in ihr mit.

"Wir werden ihn nicht davon kommen lassen", schrie Megan mit wutentbranntem Gesicht.

"Er wird büßen - mit Blut", rief Joseph.

Die Sache drohte zu eskalieren. Das konnte Harry spüren. Die geballte Wut der Slytherins steigerte sich von Augenblick zu Augenblick, sodass sich Harry nicht anders zu helfen wusste. Er flüsterte "Sonorus" und sprach dann laut und deutlich: "Lasst es sein!" Sämtliche Slytherins hielten für einen Moment inne und sahen ihn an. "Ich will, dass ihr ihn in Ruhe lasst. Wenn er es war, wird er büßen für das, was er getan hat. Aber erst kümmere ich mich um ihn."

"Das machen wir selbst", rief Jack und zückte seinen Zauberstab. Ihm folgten etliche seiner Mitschüler, bereit zum Kämpfen. Steven zückte seinen Zauberstab dummerweise ebenfalls, was zu erneuten Wutausbrüchen der Slytherins führte.

"Das wirst du bereuen", rief Sara. "Wir werden dir zeigen, was es heißt, eine Schlange anzugreifen."

Er musste die Situation unter Kontrolle bringen oder es würde noch jemand sterben. Steven sah nicht so aus, als würde er klein beigeben. "Ihr könnt mir gar nichts", flüsterte er hochnäsig.

"Das werden wir ja sehen", erwiderte Lloyd mit überheblichem Grinsen und schwang seinen Zauberstab. Harry entwaffnete ihn unter den vernichtenden Blicken der Menge, aber auch Stevens Zauberstab ließ er in hohem Bogen durch die Luft sausen. Aus den Augenwinkeln sah Harry, dass noch jemand zu ihrer Gruppe stieß, aber er konnte sich jetzt nicht damit beschäftigen. Denn alle anderen Slytherins griffen zu ihren Zauberstäben.

"Du wirst es nicht wagen, uns alle herauszufordern", zischte Fiona, die trotz ihrer zwölf Jahre tödlich entschlossen klang.

Steven sah sie überheblich an. "Versuch es doch, Kleines."

"Du wirst bezahlen", zischte John ihm zu. Das hier würde jeden Moment eskalieren. Schon sah er den ersten in einer großen Geste mit dem Zauberstab ausholen.

Rasende Wut aufgrund dieser Unvernunft überkam Harry. Warum konnten sie keine Vernunft annehmen? Er ballte die Händen zu Fäusten, seine Wut wurde übermächtig. Er musste dem Einhalt gebieten. Während seine Emotionen in ihm kochten, rief er instinktiv, immer noch mehrfach verstärkt durch den Sonorus-Zauber: //Ich werdet es lassen! Ihr werdet eure Zauberstäbe senken und mich das machen lassen.// Harry war so wütend, dass er innerlich zitterte er. Wann würden sie endlich auf ihn hören?

Und dann geschah etwas Unglaubliches.

Die ersten Schüler knickten ein. Einer nach dem anderen sank zu Boden, kniete sich hin und hatte den Kopf demütig gesenkt. Nur am Rande nahm Harry wahr, dass sämtliche Schüler, die er mit Parsel sexuell erregte, knieten. Alle anderen lagen auf dem Boden; schienen spontan in Ohnmacht gefallen zu sein. Er konnte es nicht fassen. Was war hier gerade geschehen?

Sein Blick glitt über die Slytherins hinweg, sah ungläubig, wie sie alle knieten. Da war sie, seine Armee der Lustsklaven.

Und dann sah er ihn: Severus, wie er die Knie geknickt zusammengepresst hatte, den Rücken nach vorne übergebeugt. Er stand noch, aber nur gerade so. Seine ganze Haltung drückte widerwillige Unterwürfigkeit aus. Nur sein Blick war starr auf Harry gerichtet. Und dieser starrte zurück, konnte nicht glauben, was er sah. Severus war nur mit Mühe und Not in der Lage seinem Willen zu widerstehen.

Und dann wusste Harry noch etwas anderes: Auch Severus gehörte zu denjenigen, die sexuell auf ihn reagierten - er hatte nur eine beinahe grenzenlose Selbstkontrolle. Severus begehrte ihn.

Auf diese Eröffnung hin merkte Harry, wie es ihn selbst erregte. Sie sahen sich etliche Sekunden in die Augen, das Geheimnis war offenbart. Und so sah Harry zum ersten Mal das Verlangen in den schwarzen Augen. Etliche Atemzüge lang konnte Harry nicht anders, als in diesen Augen zu versinken. Wie sehr hatte er sich das gewünscht! Wie sehr hatte er gehofft, Severus würde ihn begehren!

Dann schüttelte Harry sich und wandte den Blick ab. Im Moment hatte er eine dringendere Aufgabe zu erledigen. Er beendete den Sonoruszauber. Dann wandte er sich mit Zauberstab in der Hand Steven zu. "Hast du den Goldschuppenschlangen etwas getan?", fragte er leise.

Stevens Mundwinkel zuckten verächtlich. "Was getan ist eine Untertreibung." Es glitzerte manisch in seinen Augen. "Willst du es wirklich wissen, Harry?"

Angesprochener nickte. Es schien fast, als würde sich Steven freuen, seine Geschichte endlich jemandem erzählen zu können. "Die männliche Schlange wusste gar nicht, wie ihr geschah. Sie war sofort tot." Steven grinste. "Der weiblichen habe ich den Kopf abgeschlagen. Sie wollte mich angreifen." Harry schluckte. Zaris Mutter hatte ihre Kinder mit ihrem Leben beschützt. Harry konnte nichts gegen die Tränen tun, die in seine Augen traten. Sein Herz und seine Gedanken waren bei seiner eigenen Mutter.

Doch Steven sprach einfach weiter: "Und das trotz der Lähmung." Er klang überrascht. "Eigentlich hätte sie sich gar nicht mehr bewegen dürfen. Doch sie war stark. Genützt hat es ihr nichts." Harry musste sich auf die Lippe beißen, um Steven nicht sofort zu bestrafen. "So wunderschöne Tiere habe ich noch nie gesehen. Ich sammle gerne, weißt du, Harry." Er starrte in die Ferne.

Harry erschauerte. Er wurde jäh an die Erinnerungen erinnert, die ihm Dumbledore vom jungen Tom Riddle gezeigt hatte. Auch er war ein Sammler gewesen. Es war offensichtlich, dass Steven psychisch krank war. Bei dem Gedanken, dass dieser schon so lange in Hogwarts verweilte, lief es ihm eiskalt den Rücken runter.

"Solche Tiere bringen einige Galleonen ein. Und die beiden anderen werden mich noch reich machen. Sie sind fast soweit", flüsterte er mit einem gehässigen Grinsen in den Augen. Harry horchte auf. Konnte es sein? Konnte es wirklich sein, dass Zaris Geschwister noch lebten? "Wo sind Sie?", fragte Harry drängend.

Steven lächelte dunkel und spottete. "Als würde ich dir das sagen."

"Das werden Sie, Mister Jones", säuselte plötzlich eine dunkle, ölige Stimme. Steven starrte Snape an, der sich neben Harry gestellt hatte, auch sein Zauberstab war auf den Schüler gerichtet. Aus den Augenwinkeln nahm Harry war, dass die ohnmächtigen Slytherins wieder zu sich gekommen waren. Der Rest kniete immer noch, hatten Mühe sich aufzurichten.

"Muss ich Sie erst darauf hinweisen, was ein Meister der Zaubertränke vieles im Stande ist zu brauen?", fragte Snape dann scheinheilig. Die Drohung war offensichtlich.

Steven sah ihn abschätzig an. "Sie sind Lehrer, Sie dürfen mir nichts tun."

Snape trat einen Schritt auf ihn zu, verströmte eine unglaubliche Gefahr, die Steven einen Schritt zurückwichen ließ. "Glauben Sie mir, Mister Jones, gerade bin ich lediglich ein Slytherin, der die grausame Ermordung der edelsten und heiligsten Tiere rächen will."

Er ließ seine Worte kurz wirken und fügte dann hinzu: "Und ich war nicht immer Lehrer. Sicherlich haben Sie von meiner Nebenbeschäftigung in früheren Jahren gehört." Noch nie hatte Harry jemanden so verharmlosend über seine Taten als Todesser sprechen gehört. Es machte die Gefahr, die von Snape ausging, nur umso greifbarer. "Also zu letzten Mal: Wo sind sie?"

Steven rollte doch tatsächlich mit den Augen und betrachtete dann seine Nägel. "Da ist ein Schuppen neben dem Fluss. Die Biester mussten den Fisch immer selbst fangen, sonst aßen sie nicht. Dabei wäre mir eine fast entwischt. Zum Glück konnte ich sie noch fassen." Die Art wie Steven sprach, war unheimlich und ließ in Harry die dunkle Vermutung aufsteigen, dass die Schlangen nicht so unversehrt waren, wie er sich das wünschte.

Er wandte sich zu den Slytherins um. Viele knieten noch, einige hatten es geschafft, sich wenigstens hinzusetzen. "Ich möchte, dass ihr alle zurück in den Gemeinschaftsraum geht. Clara und Brent, ihr bewacht Steven. Lasst ihn nicht aus den Augen und reagiert auf nichts, was er sagt. Brian, geh bitte mit May und Fiona zu Professor McGonagall. Erkläre ihr die Lage und sorgt dafür, dass sie Steven in Gewahrsam nimmt." Die Slytherins nickten und taten sofort das, was er sagte. Harry überlegte flüchtig, ob sie noch unter dem Parsel-Bannspruch standen, oder ob sie es freiwillig taten.

Clara und Brent kamen zu ihnen und fesselten Steven. Entschlossen stellten sie sich neben ihn, die Zauberstäbe unentwegt auf ihn gerichtet. Sie nickten Harry zu, der die Geste erwiderte.

Dann richteten sich Harrys Blick auf den Verbotenen Wald. Energisch schritt er darauf zu. "Harry!", kam es warnend von Severus. Angesprochener drehte sich um. Severus' Blick war ernst, er schien etwas sagen zu wollen, um ihn daran zu hindern, doch dann besann er sich und sagte: "Ich komme mit dir."

Harry nickte. Gemeinsam schritten sie in den dunklen Wald hinein. Es war wie immer im Verbotenen Wald. Kaum, das man diesen betreten hatte, wurde es stiller, dunkler, kühler und feuchter. Die Atmosphäre, die in dem Wald herrschte, war dunkel und bedrohlich. Harry folgte dem kleinen Fluss, der sich schon bald zu ihrer Linken schlängelte. Kein Laut war hier zu hören außer dem leisen Plätschern des Wassers. Vögel gab es hier keine.

Schweigend und mit gezückten Zauberstäben gingen sie immer weiter in den Wald hinein. Harrys Herz pochte wie wild in seiner Brust. Alle seine Sinne waren geschärft, er sah sich um, nahm alles war, hörte jedes Geräusch. Dieser Wald war gefährlich, das wusste er seit seinem ersten Schuljahr. Er konnte nur hoffen, keinen Zentauren oder sonstigen magischen Wesen zu begeben. Sie waren über Eindringlinge nie besonders erfreut.

Und dann sah er sie, die kleine Hütte, die Steven erwähnt hatte. Seine Schritte beschleunigte sich, doch eine Hand an seiner Schulter hielt ihn zurück. Er wandte sich um, sah Severus den Kopf schütteln und dann mit seinem Zauberstab diverse Zauber vollziehen. "Alles in Ordnung", murmelte er schließlich und setzte seinen Weg mit Harry fort.

Die Tür öffnete sich knarzend und Harry leuchtete mit seinem Zauberstab ins Dunkel. Seine Augen brauchten einen Moment um sich an das helle Licht des Zaubers zu gewöhnen. Dann sah er sie. Die beiden Schlangen lagen zusammengekauert in der hinteren Ecke. Langsam trat er ein. Es war ein Bild des Elends. Die beiden lagen auf einer dreckigen Decke, ihre Augen blass und ihre Schuppen irgendwie stumpf.

Dann erkannte Harry, das sich durch ihre Mäuler ein feiner Draht zog, der sie mit einem Eisenpfeiler in der Ecke des Raumes verband und sie daran hinderte zu fliehen - es sei denn sie wollten sich bei lebendigem Leibe des Gesicht zerreißen. Harry unterdrückte in Schluchzen und kniete sich zu ihnen. //Habt keine Angst. Ich komme, um euch zu helfen.// Die Schlangen sahen ihn erschöpft an. //Ich habe eure Schwester Zari gefunden. Sie ist bei mir. Ihr geht es gut.//

Dann streckte er seine Hand aus und befreite die Schlangen von ihren Drähten. Sofort zischten die beiden freudig. //Wir danken dir//, sagte das Männchen.

//Würdest du uns aus diesem Loch holen? Wir mögen eigentlich keine Dunkelheit.// Harry nickte und riss den Schuppen mit einem kurzen Schwung seines Zauberstabs ein.

//Wie heißt ihr?//, fragte Harry freundlich. //Zoey und Zacharias.//

Harry lächelte. //Schön euch kennenzulernen. Wir werden euch hier rausholen. Dazu würden wir euch gleich auf den Arm nehmen, in Ordnung? Severus, mein Freund, hilft euch.//

//Ist das der andere Mann, der geradeso heftig erregt ist?//, fragte Zoey zurück.

Harrys Augen wurden groß. //Ich weiß nicht-//

In diesem Moment wurde Harry an seinen Schultern gepackt, hochgerissen und gegen den nächsten Baum gepresst. Überrascht sah er in schwarze Augen, die so voller brennendem Verlangen waren, dass es Harry die Sprache verschlug. "Du", zischte Severus.

Und im nächsten Moment waren da Lippen auf seinen, pressten sich mit einer heftigen Intensität an seine, eine Zunge, die verlangend in seinen Mund stieß, Zähne begannen an seinen Lippen zu knabbern. Es war feucht, es war wild, es war das heißeste, was Harry jemals erlebt hatte.

Stöhnend gab er sich dem Kuss hin, umschlang Severus' schlanke Gestalt mit seinen Armen und presste ihn noch näher an sich. Sie berührten sich von Kopf bis zu den Oberschenkeln. Severus verströmte eine berauschende Hitze, die sich mit jedem Augenblick immer weiter steigerte, bis Harrys Erektion gegen Severus stieß und er nur noch inbrünstig aufstöhnen konnte, als er Severus' Ständer an seinem Bauch fühlte.

Noch nie in seinem Leben war er so erregt gewesen und das Wissen darum, dass Severus ihn tatsächlich auch wollte, war unfassbar betörend. Severus' Hände hielten sein Gesicht liebevoll und doch so kraftvoll, glitten in sein Haar, krallten sich fest, als wollten sie Harry noch näher an sich pressen in dem Versuch zu verschmelzen. Harry hatte der Wucht der Leidenschaft nichts entgegenzusetzen. Es war alles, was er je wollte.

Doch dann zischte Zacharias plötzlich: //Wo ist Zari?//

Als hätte das Zischen der Schlange den Zauber wieder gebrochen, rückte Snape plötzlich von Harry ab, starrte ihn fassungslos an. Dann wich er etliche Schritte zurück, ganz so als könne er nicht fassen, was er getan hatte.

Harry atmete tief ein und aus, versuchte sein hämmerndes Herz und seine pochende Erektion zu beruhigen. Er wandte sich den Schlangen zu. So leise wie möglich flüsterte er: //Entschuldigt.// Die Schlangen sahen beinahe amüsiert aus. //Es ist offensichtlich, dass ihr beide das schon lange tun wolltet.//

//Da habt ihr recht. Wir werden euch nun zu eurer Schwester bringen. Sie ist im Schloss, wo wir beide wohnen.// Harry streckte seine Hände aus und nahm erst Zacharias, dann Zoey zu sich. Er wandte sich zu Severus um und streckte seinen Arm aus. //Einer von euch müsste zu ihm.//

//Ich gehe//, sagte Zoey. //Er riecht unglaublich gut.// Harry lachte und legte seine Hand an Severus' Unterarm. Zoey kroch genüsslich zischelnd zu ihm und vergrub ihre Gesicht samt Zunge an einem Hals. Irritiert sah Severus zu Harry. Dieser grinste. "Sie findet, dass du gut riechst." Severus' Blick war für Harry nicht zu deuten. Er meinte eine gewisse Distanz zu sehen.

Sie setzen sich in Bewegung. Die frische Luft vertrieb auch die letzten Überbleibsel des heißen Kusses. Sie waren beinahe aus dem Verbotenen Wald raus, als Severus innehielt. "Harry", sagte er langsam. Dieser hielt inne und wandte sich dem Älteren zu. "Entschuldige mein Verhalten. Es war unangemessen. Ich hatte mich nicht mehr unter Kontrolle."

Harry sah ihn offen an. "Seit Wochen warte ich darauf, eine Reaktion von dir zu erhalten. Seit Wochen erhoffe ich mir genau diese Reaktion." Severus' Augen weiteten sich bei seinen Worten vor Unglauben. "Und falls du mich jetzt fragst, warum ich mir das erhoffe, lautet die Antwort wie folgt." Harry beugte sich vor und hauchte einen zarten Kuss auf Severus' Lippen. Es war kühn, aber er wollte seine Botschaft verdeutlichen. Er wollte, dass Severus wusste, dass er Gefühle für ihn hatte. Jetzt war es an Severus zu entscheiden, was gesehen würde.

Doch dieser starrte den Jüngeren einfach nur fassungslos an, schien nicht ganz zu begreifen, was gerade geschehen war.

Harry schüttelte amüsiert den Kopf. "Wenn ich gewusst hätte, dass man dich mit einem Kuss zum Schweigen bringen kann, hätte ich das schon vor Wochen gemacht." Der freche Ton schien Severus wachzurütteln, denn er blickte Harry finster an. Sie gingen weiter.

"Wir sollten sie verbergen", sagte dann Severus, und als Harry für einen Moment irritiert schaut, fügte er hinzu: "Niemand weiß, dass es sich um Goldschuppenschlangen handelt."

Das hatte Harry vollkommen vergessen. Er flüsterte kaum hörbar: //Bitte kriecht in unsere Umhänge. Es darf euch niemand auf dem Weg ins Schloss sehen.// Die Schlangen taten wie geheißen und verschwanden in den Umhängen. Sie setzten ihren Weg fort.

Als sie wieder aus dem Wald traten, stand dort nur noch Brent. "Professor McGonagall hat Steven in Gewahrsam genommen. Die anderen Schüler sind in den Gemeinschaftsraum zurückgekehrt", informierte er seinen Hauslehrer. Dieser nickte. "Gehen Sie auch zurück. Ich komme bald zu Ihnen, um Sie über die Ereignisse zu informieren." Brent nickte und verließ sofort die Szenerie.

Schweigend gingen Harry und Severus zum Schloss zurück, steuerten direkt auf Snapes Quartier zu, wo Zari im Moment war. Harrys Gedanken kreisten ausschließlich um das Schlangenmädchen und ihre Wiedervereinigung mit ihren Geschwistern. Endlich hatten sie Klarheit, was mit Zaris Familie geschehen war.

Sie traten zu dem Terrarium und setzten die beiden Schlangen hinein. Zari sah sie mit großen Augen an. //Du hast sie gefunden?//, fragte sie.

//Das haben wir.// Dann fügte er leise hinzu: //Deine Eltern jedoch-// Er brach ab und Zari zischelte ebenso leise.

//Sie sind tot?"//, fragte sie. Harry nickte betroffen. Zari blickte zu ihren Geschwistern, schlängelte sich dann zärtlich um sie. Alle begannen sich leise zischend aneinander zu pressen, ihre Köpfe beinander, ihre Zungen zueinander gestreckt. Es war eine rührende Szene.

Als Harry und Severus schließlich näher traten, hoben alle drei ihre Köpfe und Zari zischte. //Dies sind Mama Professor und Papa Harry. Sie haben mich aufgenommen und sich um mich gekümmert.//

"Sie hat uns gerade als ihre Eltern vorgestellt", übersetzte Harry. Severus rollte mit den Augen, während Zari, Zoey und Zacharias ihre Köpfe hoben und ihnen mit ihrer Zunge zischelnd entgegensahen.

"Großartige Wendung, Potter. Nun haben wir statt einem Kind, drei Kinder", äußerte Severus sarkastisch.

Harry grinste ihn unverhohlen an. "Das kann schnell gehen, wenn man nicht verhütet." Severus starte ihn ungläubig an, dann brach tatsächlich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht hervor. Ein schöneres Geschenk gab es für Harry gar nicht. "Du bist unmöglich. Was mache ich nur mit dir?", fragte Severus dunkel.

"Küssen", gab Harry übermütig zurück. Die Freude wich aus Severus' Gesicht und Harry wusste, dass er das Falsche gesagt hatte. "Harry, du bist mein Schüler."

"Ja, ich weiß. Aber die Schulregeln sagen nichts gegen das Küssen."

Severus zog skeptisch die Augenbrauen hoch. "Seit wann kennst du die Schulregeln?"

"Seitdem ich Hermine gefragt habe. Paragraf 1173 Absatz 2 c besagt eindeutig, dass wir fast alles machen dürfen." Harry brachte es nicht über sich, die Details zu nennen.

"Du hast mit Miss Granger darüber geredet?", fragte Severus.

"Ich musste wissen, ob ich dir schaden würde, wenn ich Parsel mit dir rede und du so reagierst wie die meisten Slytherins", erwiderte Harry energisch.  

"Dann bin ich froh, dass ich dieses Gespräch mit der Schulleiterin hatte."

Harry starrte Severus mit großen Augen an. "Du warst bei McGonagall?"

Dieser nickte. "Ja, denn die Schulregeln sind auch immer Auslegungssache des jeweiligen Schulleiters. Sie nimmt diese recht wörtlich."

"Was spricht dann noch dagegen?", fragte Harry und schwankte zwischen Hoffen und Bangen.

"Du bist immer noch mein Schüler und es wäre nicht richtig." Severus fuhr sich durch die Haare. Zum ersten Mal beschlich Harry das Gefühl, dass ihn das alles mehr mitnahm, als es bisher den Eindruck gehabt hatte. "Die Schulregeln mögen es etwas lockerer sehen als ich. Aber des gehört zu meinem Selbstverständnis, dass ich keine Beziehung mit einem Schüler eingehe. Und schon gar nicht eine sexuelle. Ich halte das aus vielen Gründen für grundlegend falsch. Und nur, weil es mich jetzt direkt betrifft, möchte ich mich nicht darüber hinweg setzen."

Harry senkte den Kopf. Er verstand es, aber er war trotzdem enttäuscht. Plötzlich war da eine Hand an seiner Wange, ließ ihn aufsehen. Schwarze Augen sahen ihn mit einem tiefen Blick an und eine leise Stimme raunte flüsternd: "Wenn es jemals einen Mann gab, der mich hätte in Gefahr bringen können, meine eigenen Regeln zu missachten, dann du."

Harry lächelte sein strahlendstes Lächeln. Das war eine Liebeserklärung.

"Und wie lösen wir nun das Problem?", fragte Harry etwas atemlos, hoffte er doch auf einen Kuss.

Severus schmunzelte und rückte ein Stück ab. "Die Zeit, Harry. Die Zeit löst unser Problem."

"Es ist November! Wie soll ich bis Juni warten?", fragte Harry empört zurück.

Severus beugte sich zu ihm, für einen Moment dachte Harry, er würde ihn endlich küssen. Dann streifte er an ihm vorbei und hauchte in sein Ohr: "Wir müssen." Er nahm wieder Abstand und sah Harry direkt an. "Und nun geh. Oder ich vergesse mich."

Harry ging - wenn auch widerwillig. Auf dem Weg in sein Zimmer wusste er ehrlich nicht, wie er der Versuchung sieben Monate lang widerstehen sollte.

***
Fortsetzung folgt…

Ich nehme auch ein reines *quietsch* als Review sehr gerne entgegen. ;-)

Wie hat es euch gefallen? War es ein "Showdown zum Niederknien"? :-)
Ich freue mich auf eure Äußerungen.

Wir lesen uns!
Eure Krissy
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