Die Armee der Lustsklaven

GeschichteHumor, Romanze / P18 Slash
Harry Potter Severus Snape
29.09.2019
09.01.2020
38
149.869
385
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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29.09.2019 4.136
 
Titel: Die Armee der Lustsklaven

Genre: Romantik, Humor, Drama und verdammt viel erregte Slytherins :-) Yiiiihaaaaa! ;-) (Hierfür sollte es ein eigenes Genre geben. Namensvorschläge nehme ich gerne entgegen. ;-))

Hintergrund: Voldemort ist besiegt. Dobby und Severus leben. Daher verlief die Schlacht etwas anders, aber nicht viel. ;-) Harry war kein Horkrux, hat somit auch nicht die Erinnerung von Snape gesehen. Er hat lediglich alle Horkruxe zerstört, und dann Voldemorts Todesfluch mit einem Expelliarmus zurückgeschleudert. Snape kämpfte in der Schlacht mit Harry und wurde in anschließenden Verhandlungen freigesprochen. (Die Hintergründe zu Dumbledores Tod hat dieser selbst in Erinnerungen Minerva überlassen, sodass sie aussagen konnte.)

Anmerkung: Ich kann nicht mehr aufhören zu schreiben. :-) Nachdem "Das Blau der Nacht" beendet ist, kommt hier eine leichte, lockere Geschichte, die einen kurzweiligen Zeitvertreib bieten soll. :-D Zum Auftakt gibt es eine Menge Lesestoff. Ich hätte ihn auch in der Mitte teilen können, aber ich dachte, dass sich meine geschätzte Leserschaft wahrscheinlich über Mehr freuen würde. ;-) Also her mit den Kommentaren! Ich dürste nach eurer Meinung!

Dankeschön: Mein Dankeschön geht an alle Reviewer von meinem Oneshot "Parselmund", denn sie haben mich mit ihrem Feedback dazu gebracht, die Idee zu einer langen Story auszudehnen.

Hinweis: Diese Geschichte ist nicht so lustig wie der Titel vermuten lässt. xD "Die Armee der Lustsklaven" war mein Arbeitstitel, von dem ich mich nicht mehr lösen konnte. Die Geschichte ist in erster Linie eine Romanze, gemischt mit etwas Humor und einem Hauch Dramatik.

Darüberhinaus hat die Geschichte nichts mit "Parselmund" zu tun. Abgesehen von der Ausgangsidee und Snarry, gehen die beiden in vollkommen andere Richtungen. ;-)

Und nun viel Spaß mit dem ersten Kapitel! :-)


Kapitel 1: Die verborgene Schlange

Zum ersten Mal in der langen Geschichte der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei gab es eine achte Klasse. Sie bestand aus all denjenigen, die im letzten Jahr ihren Abschluss nicht machen konnte, weil sie ihr Leben im Krieg gegen Voldemort riskiert hatten. Es waren nur wenige zurückgekehrt, doch Harry Potter, der Bezwinger Voldemorts, war unter ihnen.

Neben ihm waren Hermine, Seamus und Parvati die einzigen Gryffindors. Auch aus den anderen Häusern waren nur wenige zurückgekehrt. So hatten sie in allen Fächern zusammen mit den Siebtklässlern Unterricht, die ebenfalls nicht so zahlreich waren - auch hier hatte der Krieg seine Spuren hinterlassen.

Das Schuljahr war erst zwei Wochen alt und Harry hörte Hagrid zu, der über seine neuste Kreatur ins Schwärmen geriet. Harry bedachte den Halbriesen mit einem liebevollen Blick, während der Herbstwind durch seinen Umhang fuhr. Er hatte dieses Fach nur Hagrid zu Liebe belegt, aber er bereute es nicht. Seine Freundschaft zu dem Halbriesen war immer nur gewachsen und Harry wollte ihn in seinem Leben nicht mehr missen.

Harry stand am Rand der Gruppe. Sein Blick schweifte kurz ab zum Verbotenen Wald, dessen mächtige Bäume vom Herbstwind durchzogen wurden.

//Nein.// Ein Wimmern drang an sein Ohr. Harry sah sich um. //Bitte nicht.// Die Stimme war leise und weinerlich. Irritiert blickte sich Harry erneut um, doch keiner seiner Mitschüler schien in irgendeiner Notlage zu sein, geschweige denn das zu hören, was er hörte.

//Mama? Papa?//, fragte die Stimme. //Hilfe!// Sofort zückte Harry seinen Zauberstab. Noch einmal sah er sich um. Niemand achtete auf ihn oder den Hilferuf. Dann ging er in den Verbotenen Wald, aus dem die Rufe ihn ereilten.

Die Dunkelheit des Ortes hatte ihn nach wenigen Schritten umschlossen, das Dickicht des Waldes undurchdringlich, während die Laute der Verzweiflung immer deutlicher wurden. Langsam schlich er näher an die Quelle der Rufe heran. Er umrundete einen Busch und schaute sich um. Hier musste es sein.

"Wo bist du?" Sein Blick glitt zufällig nach unten. Harry hielt verblüfft inne. Dort im Boden war eine Kuhle und in dieser lag eine Schlange. Sie war ungefähr dreißig Zentimeter lang und hatte unfassbar schöne goldene Schuppen, die zu ihrem Bauch und zum Schwanz hin schwarz wurden. Ihre schwarzen Augen funkelten wie dunkle Diamanten.

Erst dann sah Harry die dunkle Flüssigkeit, die sie umgab. Es war Blut. Er kniete sich hin. //Bist du verletzt?//, fragte er auf Parsel.

Die Schlange zuckte zurück und sah ihn aus großen Augen an. Sie hatte Angst, das konnte Harry sehen. Und wenn er sich nicht irrte, war sie noch ein Kind. //Keine Sorge. Ich tue dir nichts//, beruhigte er die Schlange. //Mein Name ist Harry. Ich bin Schüler in dem großen Schloss hinter dem Wald. Kann ich dir helfen?//, fragte er ruhig und liebevoll.

Plötzlich begann die Schlange zu zittern. //Meine Eltern und meine beiden Geschwister sind nicht mehr da. Heute Morgen kam jemand. Ich habe mich in dem Busch versteckt. Doch ihre Schreie konnte ich hören.// Die kleine Schlange begann zu schluchzen. Es war ein seltsamer zischender Laut und doch berührte er Harry zutiefst.

Er streckte seine Hand aus. Die Schlange richtete ihren Kopf auf, ihre Zunge kam zum Vorschein, offensichtlich beschnupperte sie ihn. Dann schlängelte sie sich auf seine Hand. Ihr entkam ein Seufzen und sie murmelte nur //Warm.// Sie rollte sich auf Harrys ausgesteckter Hand zusammen, schien seine Wärme wortwörtlich zu tanken.

Harry empfand tiefes Mitgefühl für dieses kleine, schutzlose Wesen und er hatte in Windeseile einen Entschluss gefasst. //Möchtest du erst einmal bei mir bleiben?//, fragte er.

Das Schlangenkind sah auf. //Wenn ich darf.// Sie klang zögerlich.

Harry lächelte sie an. //Sehr gerne.// Er hätte nicht gedacht, dass er nach Hedwig noch mal ein Haustier hätte haben wollen, aber nun war er sich vollkommen sicher.

//Ich würde dich mit ins Schloss nehmen. Du darfst gerne in meinen Ärmel kriechen, da ist es noch wärmer.// Es war beinahe ein Schnurren, was die Schlange von sich gab und kroch dann immer noch leicht zitternd in Harrys Hemdsärmel.

Harry besah sich noch einmal das blutgetränkte Nest. Nirgendwo konnte er Blutspuren sehen. Er ließ seinen Zauberstab aufleuchten und sah sich noch einmal genauer um. Aber er konnte nichts Ungewöhnliches entdecken. Entweder hatte jemand die gesamte Familie noch im Nest ausgelöscht und ihre Überreste mitgenommen oder sie lediglich heftig verletzt und mitgenommen. Beides jagte ihm eiskalte Schauer über den Rücken. Er befürchtete das Schlimmste. Die Schlange war vermutlich eine Waise wie er selbst.

//Hast du einen Namen?//, fragte er, als er zurück zu seinem Unterricht ging.

//Zari//, kam die zischende Antwort. Harry lächelte und machte sich dann mit erhobenem Zauberstab auf den Weg zurück zu seinem Unterricht. Bald war er wieder bei der Klasse und niemand schien seine Abwesenheit bemerkt zu haben. Er spürte die seichten Bewegungen der Schlange in seinem Ärmel, als er zu Feder und Pergament griff und sich Notizen zum Augurey machte, den Hagrid gerade mit einer Maus fütterte. Dann war es ruhig und Harry überlegte, ob Zari vielleicht eingeschlafen war.

Immer wieder glitten seine Gedanken zurück zu dem Schlangenkind. Ob seine Familie wirklich tot war? Er musste es unbedingt herausfinden. Aber wie sollte er das machen? Er hatte keine Ahnung von Schlangen. Harry beschloss erst einmal in Erfahrung zu bringen, was für eine Schlange er gefunden hatte und wie man sich richtig um sie kümmerte.

Als er auf dem Weg ins Schloss war, rührte sich Zari erneut, war wohl aus ihrem Schlummer erwacht. //Geht es dir soweit gut? Brauchst du irgendwas?//, fragte Harry.

Zari schob ihren Kopf aus Harrys Ärmel. //Ich bin traurig. Meine Mama war immer so warm und ihre Augen waren die schönsten Augen, die ich jemals gesehen habe.// Harrys Herz zog sich schmerzhaft zusammen.

//Sie ist tot, oder?//, fragte Zari weiter.

Harry schluckte. Das war unglaublich schwer. //Ja, ich befürchte es.//

Harry ging ins Schloss hinein, bemerkte nebenbei wie ihn einige Slytherins seltsam musterten. Harry war dies gewöhnt und so dachte er sich nichts dabei, während er in die Große Halle zum Mittagessen lief. Zari kroch noch tiefer in sein Hemd hinein, versteckte sich aus Furcht vor den vielen Personen.

//Und mein Papa. Ist er auch tot?//, fragte sie plötzlich, als Harry zwischen den Haustischen hindurch lief.

Harry schluckte, versuchte die Emotionen aus seiner Stimme zu verbannen. //Wahrscheinlich.// Zari zischelte traurig, vergrub ihren Kopf an seinen Arm. //Papa war immer so warm.// Wieder erklang dieses herzzerreißende Schluchzen der kleinen Schlange.

//Es tut mir leid//, murmelte Harry aufrichtig und streichelte kurz über seinen Ärmel. Dann ließ er sich am Gryffindortisch nieder. Wenn er in Gedanken war, setzte er sich noch immer dorthin. Ansonsten wechselte er zu jeder Mahlzeit gerne den Tisch, war er es doch seit dem Krieg leid, dass die Hogwartsschüler zwanghaft durch ihre Häuser getrennt wurden.

//Hast du Hunger?//, fragte er, als er die vielen Köstlichkeiten vor sich stehen sah.

//Nein//, kam es leise von Zari und Harry tat sich selbst ein wenig Essen auf.

"Harry, es ist unheimlich, wenn du dauernd Parsel redest", beschwerte sich plötzlich Seamus. Harry sah von seinem Gespräch mit Zari auf. "Mit wem redest du da überhaupt?"

"Ich habe ein neues Haustier", gab Harry zurück.

"Eine Schlange?", kam es entsetzt. Harry seufzte. "Denkst du etwa immer noch in diesen starren Mustern?", fragte er resigniert.

Seamus wurde rot. "Nein… es ist nur…" Er druckste rum.

"Ja, was?", fragte Harry provokant zurück. Er wusste, dass er ein Spur aggressiv klang. Er konnte es einfach nicht ausstehen, dass es auch nach dem Krieg immer noch Leute gab, die meinten Slytherins und Schlangen seien von Natur aus böse.

"Nichts", gab sich Seamus kleinlaut geschlagen.

Harry ließ es auf sich beruhen, aß in Ruhe weiter und stand dann auf, um seine Hausaufgaben in seinem Zimmer zu machen. Die Achtklässler hatten alle eigene Zimmer, teilten sich aber den Gemeinschaftsraum mit den anderen ihres Hauses. Der Gang zu den Zimmern der Gryffindor-Achtklässler war sowohl durch den Gemeinschaftsraum als auch von der anderen Seite erreichbar.

Auf dem Weg zum Turm gesellte sich Hermine zu ihm. "Ich weiß, dass du im Zug noch keine Schlange hattest. Magst du mir sagen, woher du sie hast?", fragte sie flüsternd. Harry grinste seine Freundin an. Hermine war einfach wunderbar clever.

Er nickte und bat sie schließlich in sein Zimmer. //Zari, komm mal raus. Ich möchte dir meine beste Freundin Hermine vorstellen.// Zari zögerte nur einen Moment, dann schlängelte sie sich aus Harrys Ärmel hervor auf sein Bett, wo die beiden sich ebenfalls niederließen.

Augenblicklich schlug Hermine ihre Hand vor den Mund und starrte das Geschöpf an.

"Was?", fragte Harry verwirrt.

"Harry", entwich es ihr noch immer mit vor Schreck geweiteten Augen. "Weißt du, was das für eine Schlangenart ist?"

Harry zuckte unwissend mit den Schultern. "Ich wollte das später in der Bibliothek recherchieren", gab er verteidigend zurück.

"Das ist eine Goldschuppenschlange", erklärte Hermine. "Eine der seltensten Schlangen überhaupt." Ihr Blick glitt an dem Geschöpf entlang und blieb an ihrem Schwanz hängen. "Ich glaube es nicht", sagte sie kopfschüttelnd.

Harry kam sich inzwischen recht unwissend und naiv vor. "Was?", fragte er irritiert.

"Sie gehört zur Gattung Schwarzschwanz."

Da Harry verständnislos guckte, erklärte Hermine geduldig, wenn auch einen Hauch genervt: "Eine Goldschuppenschlange der Gattung Schwarzschwanz ist wie ein Sechser im Lotto. Sie ist die einzige Schlange, die nicht giftig ist, sondern heilt. Ihr Biss ist vergleichbar mit Phönixtränen."

Harrys Augen weiteten sich so sehr, dass Hermine lachten musste. "Dementsprechend wird sie von vielen gejagt, da sie hochpotente Zutaten für Zaubertränke liefert."

Harrys Eingeweide froren. "Ich habe sie in einem blutverschmierten Nest gefunden. Ihre Eltern und Geschwister waren fort."

Hermine wurde bleich und mit traurigem Blick sah sie auf das kleine Wesen hinab, das sich um Harrys Hand geräkelt hatte.

"Wie kann ich sie schützen?", fragte Harry seine Freundin.

Hermine überlegte nur einen Moment. "Hast du noch Sirius' Ring?", fragte sie.

Harry seufzte innerlich. Nach Sirius' Tod hatte er dessen ganzen Besitz geerbt. Vieles davon war vom Ministerium erst einmal beschlagnahmt worden und seit der Prüfung auf Schwarze Magie, lag es in einem Verließ in Gringotts. Harry hatte sich bisher lediglich einen Ring genommen, um so wenigstens ein Stück von Sirius bei sich zu haben. Getragen hatte er den Ring nie. Dafür war ihm die ganze Geschichte des Hauses Black zu widerwärtig.

Harry tauchte aus seinen Gedanken auf und, auch wenn ihn Hermines Frage etwas irritierte, zückte er seinen Zauberstab und ließ den Ring aus seinem Koffer herschweben. Hermine nahm den Ring und murmelte einen Zauberspruch, den Harry weder kannte noch verstand. Dann schob sie den Ring vorsichtig über Zaris Schwanz. Die Schlange zischelte lediglich etwas und sah Hermine aufmerksam an.

Harry sah mit Verblüffung wie sich ihr Äußeres änderte und sie nun einer Wiesenschlange glich, braungrün in der Schuppenfärbung, schwarze Augen und insgesamt vollkommen unauffällig.

"Du bist eine Wucht", äußerte Harry verblüfft, was Hermine einen Hauch Rot ins Gesicht jagte. "Solange sie den Ring trägt, wird niemand ihr wahres Wesen sehen können. Pass gut auf sie auf." Hermine legte Harry eine Hand auf die Schulter, dann stand sie auf.

"Ich muss mich um meine Hausaufgaben kümmern." Harry schmunzelte. Manche Dinge änderten sich nie.

"Bis morgen", murmelte er und betrachtete wieder die kleine Schlange. Nachdenklich legte er sich ins Bett und platzierte sie auf seiner Brust. Gedankenverloren streichelte er das kleine Schlangenkind, das sich genüsslich zusammenrollte. Er musste sie beschützen. Und er musste in Erfahrung bringen, wer für den mutmaßlichen Mord an ihrer Familie verantwortlich war.

***

Es war am nächsten Morgen, als Harry mit Zari in die Große Halle zum Frühstück ging. Wie zuvor unterhielt er sich leise mit dem Schlangenkind, versicherte sich, dass es ihr gut ging und sie alles hatte, was sie brauchte. Aber Zari schien Harrys Körperwärme vollkommen auszureichen und so erzählte Harry ihr ein bisschen was zu der Schule, den Lehrern und den anderen Schülern.

Aus den Augenwinkeln sah er, dass ihn die Slytherins mit seltsamen Blicken bedachten. Es war nicht die Abneigung, die er so viele Jahre zu Gesicht bekommen hatte. Stirnrunzelnd wandte er sich wieder seinem Frühstück zu und ging danach zum Verwandlungsunterricht. Da McGonagall inzwischen Schulleiterin war, hatte sie eine neue Lehrerin eingestellt. Professor Lisa McClaire war eine mittelalte Hexe, die anspruchsvoll, aber freundlich war. Ihr Unterricht war klar strukturiert, informativ und machte meistens Spaß.

Als Harry mit Zari eintrat, kam sie direkt auf ihn zu und beugte sich neugierig zu der Schlage. "Wen haben wir denn da?", fragte sie.

Harry lächelte. "Das ist Zari, mein neues Haustier."

Professor McClaire besah sie sich genau. "Ein sehr schönes Tier. Wenn sie ruhig bleibt, darf sie gerne dem Unterricht beiwohnen, Mister Potter."

"Danke, Professor", entgegnete Harry höflich.

//Wer ist das?//, zischelte Zari, die neugierig der Lehren hinterher sah, die gerade wieder nach vorne ging.

//Das ist meine Lehrerin für Verwandlung//, erklärte er dem Schlangenkind.

"Ich kann nicht mehr", rief plötzlich Rob, ein Siebtklässler aus Slytherin. Alle Augen richteten sich auf ihn. Lediglich die anderen Slytherins hatten ihre Köpfe gesenkt.

Irritiert sah Harry ihn an. Rob hatte ein ganz rotes Gesicht. War er krank? "Geht es Ihnen nicht gut, Mister Clark?", fragte Professor McClaire besorgt und ging zu ihrem Schüler. Dieser winkte ab. Seltsam, dachte Harry. Warum guckten ihn die Slytherins nur so komisch an?

Dann konzentrierte er sich auf den Unterricht, doch beschloss er, Blaise zu fragen, ob er etwas wusste. Sein Blick ruhte auf dem dunkelhaarigen Slytherin. Seit Voldemorts Vernichtung hatte er einige Male mit ihm gesprochenen und festgestellt, dass er ein sympathischer und ziemlich gut aussehender Junge war. Er mochte ihn und irgendwie beruhte das auf Gegenseitigkeit.

So ging Harry nach dem Pausenklingeln zu ihm. "Blaise? Hast du einen Moment?"

Der große, attraktive Junge blieb stehen. Seine dunklen Augen richteten sich auf Harry. "Na klar, Schöner", gab er lässig zurück - ein Grund, warum Harry ihn mochte. Er war schwul, stand dazu und war ein tierisch netter Kerl, der allen entspannt und höflich gegenübertrat.

"Komm mal mit." Harry lotste ihn in ein leeres Klassenzimmer.

"Willst du mir an die Wäsche? Muss ich mir um meinen Ruf Sorgen machen?", neckte er.

Harry verdrehte nur die Augen. "Ich möchte eine Information von dir", sagte Harry.

"Wie langweilig", scherzte Blaise und lehnte sich lässig gegen ein Pult.

"Warum schauen mich alle Slytherins so seltsam an, seitdem ich Zari habe und mit ihr rede?" Zu Harrys Ärgernis wich das Amüsement nicht aus Blaises Blick. Er schien für einige Momente abzuwägen, was er sagen sollte.

"Slytherins haben eine angeborene Ehrfurcht vor Schlangen. Wir schätzen diese Tiere."

Harry legte den Kopf schief. Da war noch etwas mehr, es sei denn die Tatsache, dass Blaise sich auf die Unterlippe biss, war eine Anmache. "Was sagst du mir nicht?", fragte er.

Anerkennung huschte kurz über Blaises Gesicht. "Parsel, wenn es von einem Menschen gesprochen wird, hat auf Slytherins eine Wirkung. Je nach Alter und Persönlichkeit hat es eine andere. Auf einige wirkt es einschläfernd, auf andere beruhigend, aber auf die meisten-" Blaise hielt inne, leckte sich über die Lippen und sagte dann mit leicht kratziger Stimme: "erregend."

Harry riss die Augen soweit auf, dass es weh tat. "Das ist nicht dein Ernst?", fragte er fassungslos.

Blaise grinste. "Du darfst es gerne an mir testen."

Harry öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, dann schloss er ihn, dachte nach. Blaise wollte ihm wirklich einreden, dass Parsel einige Slytherins sexuell erregte? Und Blaise war einer von ihnen? //Ich glaube dir nicht//, sagte er auf Parsel.

//Was glaubst du nicht?//, fragte Zari zurück.

//Ich probiere etwas aus. Bitte entschuldige, falls ich dich geweckt hab.//

//Hm//, kam es lediglich, dann war es wieder ruhig.

//Was sollte Parsel schon ausrichten können?//, fragte er und sah Blaise wieder an. Und was er sah, konnte er kaum glauben. Blaise schluckte umständlich, sein Blick wurde verklärt und er wandte sich unruhig. Als Harry seinen Blick an dem schönen Körper hinbegleiten ließ, konnte er deutlich die Auswirkungen in dessen Körpermitte sehen. Harry schlug verlegen die Augen nieder. Verdammt, war es plötzlich heißer hier drin geworden?

"Wieviele Slytherins reagieren so?", fragte er dann, um sich irgendwie von dem Ständer in einem Meter Entfernung abzulenken. War er sich zuvor noch nicht sicher, ob er wirklich schwul war, wusste er es jetzt mit Sicherheit.

Blaise lächelte geheimnisvoll, was Harry wieder dazu brachte, die Augen zu verdrehen. Blaise wollte spielen, das konnte er haben. "Ein Fünftel?", fragte Harry.

Blaises Grinsen wurde breiter. "Ein Viertel?", fragte Harry, seine Stimme wurde unsicherer.

Blaise rieb sich doch tatsächlich genüsslich über den Schritt. Er genoss es offensichtlich Harry zu schockieren. "Die Hälfte?" Harrys Stimme war nur noch ein ungläubiges Flüstern.

"Ich würde schätzen, es sind achtzig Prozent." Blaise genoss es wirklich, denn mit einem wollüstigen Grinsen fügte er hinzu: "Du könntest dir damit eine Armee der Lustsklaven schaffen."

Nun brach ein Lachen schallend aus Harry hervor. Er konnte das alles nicht glauben. Diese Situation war einfach zu irrwitzig. "Das heißt, ich muss aufpassen, dass ich beim Gang durch Hogwarts nicht von Ständern niedergestochen und von feuchten Höschen beworfen werden?"

Nun lachte auch Blaise. "Die Erst- bis Dirttklässler dürften noch etwas anders reagieren, aber bei allen anderen ist das äußerst wahrscheinlich."

Harry schüttelte aufgrund dieser Absurdität den Kopf . "Danke für deine Aufklärung", sagte Harry dann.

Blaise zwinkerte ihm zu. "Wenn du bei etwas anderem Aufklärung brauchst, sag Bescheid. Ich helfe dir gerne. Vor allem, wenn du mit mir ein bisschen Parsel sprichst." Mit einem lockeren Hüftschwung verließ Blaise das Klassenzimmer. Harry konnte ihm nur sprachlos nachstarren.

***
Harry vermied es in den kommenden Tagen tunlichst in der Öffentlichkeit mit Zari zu sprechen. Er hatte ihr grob erklärt, dass einige Schüler "seltsam" reagierten, wenn sie Parsel hörten. Das Schlangenkind gab sich damit zufrieden und blieb still in Harrys Ärmel verborgen.

Es war ausgerechnet im Zaubertrankunterricht, als Zari aus ihrem Versteck in Harrys Ärmel herauskam und ihren Kopf in alle Richtungen streckte. //Hier riecht es gut//, zischte sie und sah sich um.

Harry wollte schon zum Antworten ansetzen, biss sich dann aber auf die Lippe. Er beugte seinen Kopf zu ihr und sagte so leise er konnte: //Sei vorsichtig. Der Trank ist äußerst empfindlich.//

Malfoy, der neben ihm saß, starrte ihn plötzlich an. Harry tat so, als bemerke er es nicht. Dann sah er aus den Augenwinkeln, wie Malfoy sich die Hose neu richtete. Bei Merlin! Malfoy auch? Wenn jetzt noch Snape sich ihm lechzend vor die Füße warf, würde er das Schuljahr abbrechen.

Plötzlich erstarrte Zari. Harry folgte ihrem Blick und sah direkt in schwarze Augen. Snape stand vor seinem Pult und blickte ihn düster an. "Mister Potter!", raunte er dunkel. "Es ist nicht gestattet, Haustiere in den Zaubertrankunterricht mitzubringen. 10 Punkte Abzug für Gryffindor und Nachsitzen heute Abend."

Doch Harry konnte die Worte kaum erfassen, denn Zari zischte plötzlich: //Mamas Augen.//

Während Snape sich umdrehte und wieder nach vorne ging, entschlüpfte Zari Harrys Ärmel und glitt hinter Snape her. //Zari komm zurück!//, rief Harry panisch, sprang auf und hechtete hinter der Schlange her.

Snape erstarrte mitten im Gehen. Zari hatte ihn fast erreicht. Harry kniete sich auf den Boden und griff Zaris Körpermitte. //Zari, lass das. Snape ist mein Lehrer. Er bringt mich um, wenn du hier rum kriechst.//

Snape drehte sich um. Harry sah von seiner knienden Postion auf in gefährlich blitzenden Augen. Verdammt! Er kannte diesen Blick. Schnell senkte Harry den Kopf, nahm Zari hoch und murmelte "Entschuldigen Sie, Sir." Er rechnete schon mit weiterem Punktabzug, doch Snape sagte gar nichts.

Während Harry zurück zu seinem Trank ging, die Augen der Klasse waren auf ihn gerichtet, drehte Snape sich ebenfalls um und ging zu seinem Schreibtisch zurück. "Machen Sie weiter!", fauchte Snape und sein durchdringender Befehl schreckte jeden sofort auf.

Harry hörte noch ein leises //Mamas Augen// von Zari, bevor sie wieder in seinem Ärmel verschwand. Harry nahm sich vor, vor dem Schlafengehen seiner Schlange zu erklären, was sie durfte und was nicht.

Zuerst wollte er aber noch etwas essen, bevor er danach zu Snapes Nachsitzen musste. Hungrig ließ er sich auf einer der Bänke in der Großen Halle nieder und begann zu essen. Er bemerkte nicht, dass er sich an den Slytherintisch gesetzt hatte. Es war ihm auch reichlich egal.

Allerdings war es heute ein Fehler gewesen, denn Snape ging wie immer ganz links am Tisch der Slytherins vorbei. //Da ist er wieder//, flüsterte Zari.

Harry sah sich kauend um und begriff dann, dass sie von Snape sprach. //Was ist so toll an ihm?//, fragte er so leise es ging.

//Er riecht fantastisch//, zischte Zari. Harry prustete lachend in sein Abendessen. Er sah hoch zum Lehrertisch, wo Snape Platz genommen hatte. Ob Snape nur für Schlangen gut roch oder auch für Menschen? Verwirrt von seinem Gedankengang wandte sich Harry wieder dem Essen zu.

Daher entging ihm auch im ersten Moment, dass Zari sich aus seinem Ärmel schlängelte. Erst als er wieder //Mamas Augen// in einiger Entfernung hörte, blickte sich Harry alarmiert um, sah gerade noch, wie Zari zwischen dem Slytherin- und dem Ravenclawtisch entlang glitt. Immer wieder zischte sie //Mamas Augen//.

Harry sprang auf. //Zari//, rief er entsetzt. //Komm her! Wenn jemand auf dich tritt.// Er hatte wirklich Angst um das kleine Schlangenkind.

Er rannte los. Wer hätte gedacht, dass Schlangen so schnell sein konnten? //Du darfst nicht dahin. Es ist gefährlich.//

Doch Zari hörte nicht auf ihn, unaufhörlich glitt sie ihrem Ziel entgegen. Harry hatte sie bald eingeholt, machte schließlich einen Sprung und fing Zari ein. Sie kringelte sich um seine Hand, sah ihn direkt an. Traurigkeit stand in ihren Augen. //Ich will zu ihm//, schluchzte sie. //Er hat Mamas Augen.//

Harrys Herz schmolz dahin für das verwaiste Schlangenkind. //Ich bin heute Abend bei ihm. Dann frage ich ihn, ob du zu ihm darfst.//

Zaris Augen hellten sich auf. //Aber bis dahin musst du bei mir bleiben.// Die Schlange nickte. Harry lächelte und streichelte ihr über den Kopf.

Erst jetzt bemerkte er, dass ihn ausnahmslos jeder in der Großen Halle anstarrte. Sein Blick glitt zu Snape, der die Lippen aufeinander gepresst hatte. McGonagall schaute ihn missbilligend über ihre Brillengläser an. Harry räusperte sich, mummelte ein "Entschuldigung" und machte kehrt.

Er vermied es auch nur ansatzweise in Richtung der Slytherins zu gucken. Doch im Vorbeigehen sah er mehr, als ihm lieb war. Die meisten Schüler rutschten peinlich berührt auf ihren Bänken hin und her, einige lagen mit verträumten Blick mit dem Kopf auf dem Tisch, ein paar waren tatsächlich eingeschlafen.

Bei Merlin! Blaise hatte recht. Er könnte sich eine Armee der Lustsklaven schaffen.

***
Fortsetzung folgt…

:-) Ich bin so gespannt, was ihr sagt.
Wie hat euch der Auftakt zu meiner neuen Geschichte gefallen?

Wir lesen uns!
Eure Krissy
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