Die besessene Tochter

GeschichteSchmerz/Trost, Übernatürlich / P16
28.09.2019
10.10.2019
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Wie in Zeitlupe drehte ich mich um und sah zu meinem Bett, wo, als wäre alles Bestens, Satanick saß und mich hämisch angrinste.
Wie lange hatte er mich wohl schon beobachtet, ohne dass ich es gemerkt hatte? Wahrscheinlich war er schon lange hier, sah aber nicht die Nötigkeit, mich darauf hinzuweisen.
Bevor ich allerdings etwas erwidern konnte, hörte man schon das Poltern, dass jemand in Richtung des Zimmers kam.
‚Verdammt, verdammt, verdammt...! So wie die drauf sind, lande ich doch noch auf dem Scheiterhaufen...!' Schrie ich innerlich und lief auf und ab, um irgendeine Lösung zu finden, welche mir dann ein gewisser Teufel gab, als er sagte: „Weißt du~ In meinem Schloss habe ich haufenweise Platz und wenn du nicht hier wohl noch schlimmes durchmachen willst, nehme ich dich gerne mit. Du musst nur deine Tasche packen."
In seinen Augen schimmerte förmlich die Gewissheit, dass ich zustimmen würde. Wieso sollte ich es auch nicht? Denen dort draußen würde ich alles zutrauen und auch, wenn für Satanick das gleiche galt, in diesem einen Moment, war er meine Rettung.
Im Nachhinein hätte ich mich wahrscheinlich selbst für geschlagen, doch ohne mit der Wimper zu zucken, packte ich meine Tasche mit allem nötigen und verschnellerte mich auch noch, als plötzlich jemand am Türgriff rüttelte und schrie: „Mach die verfluchte Tür auf! Dann kannst du was erleben!" „Hm...da scheint jemand seinen Druck nicht im Bett ablassen zu können~." Meinte der Gehörnte nur daraufhin, wodurch mein Gesicht mal wieder einen leichten Rotschimmer annahm. Eigentlich sollte ich mich ja an seine perversen Sätze gewöhnt haben, doch immer wieder aufs Neue belehrte er mich eines besserem.
Sobald ich dann aber meine Tasche bis zum Anschlag gefüllt hatte, schnappte ich mir noch eine Jacke und ließ, selbst wenn es widerwillig war, zu, wie Satanick meine Hand nahm und er mit mir durch in tiefschwarzes Portal ging, dass einfach so entstanden war.
‚Klasse...ich gehe mit dem Typen mit, wer für all das verantwortlich ist...' Dachte ich seufzend und sah mich zum Schluss um, als wir an unserem Ziel ankamen. Wir befanden und auf einem Vorhof von einem riesigen, schwarzen Schloss. Auch die Umgebung um uns herum wirkte sehr dunkel, wodurch wohl der Name seiner Welt mehr als passend war.
„Das...ist beeindruckend." Gestand ich ihm dadurch auch, wodurch Satanick meine Hand leicht drückte und glücklich erwiderte: „Das freut mich ja sehr~! Dann lass uns mal in dein neues Zimmer gehen oder...willst du vielleicht mit in meines~?" „N-nein, Danke...!" Antwortete ich sofort mit einem vor Scham rotem Gesicht, was den Größeren nur zum lachen brachte, bevor er mich dann auch in mein Zimmer brachte, welches wohl alle meine Erwartungen überragte. Nicht nur, dass es ziemlich groß war, es hatte etwas, als würde eine Prinzessin darin wohnen würde. Zum Glück war auch das Farbschema im Zimmer der Welt angepasst und in dunklen violetten Tönen gehalten, wodurch ich mich gleich viel heimischer fühlte.
Zudem standen im Raum noch ein größeres Regal mit einigen Büchern, sowie ein Schreibtisch und Kleiderschrank. Mehr brauchte man ja auch nicht.
„Okay~ Du richtest dich hier etwas ein und dann wird dich mein oberster Untergebener Envi abholen. Er wird dich dann in die Bar bringen, wo das Treffen stattfindet. Oh und es wäre besser für dich, wenn du auf ihn hören würdest~!" Erklärte mir der Größere mit seinem gewohnten Grinsen, bevor er meine Hand nahm und noch einen kurzen Kuss auf meine Handknöchel hauchte, ehe er auf dem Absatz kehrt machte und mich alleine ließ.
Was sollte ich nur von der ganzen Situation halten? Aus Angst, dass mir etwas passieren könnte, verließ ich mein eigenes Haus und flüchtete in die Welt der Person, welche für all dies die Schuld hatte. Was würde meine Mutter wohl darüber sagen, wenn sie das Haus ohne mich vorfindet? Vielleicht hatte sie nun Frieden...doch hatte ich ihr wohl sicher mit dieser Aktion das Herz gebrochen.
Komplett von diesen Gedanken eingenommen begann ich meine Tasche auszupacken, wodurch alles irgendwie seinen Platz fand, zumindest, bis auf den letzten Gegenstand, welcher am Grund der Tasche noch ruhte und mir entgegensah. Es war ein schon sehr altes Foto...damals, wo alles noch normal war und mein Vater nicht Hals über Kopf verschwunden war.
Vorsichtig griff ich danach und kam nicht drum herum, dass ein leichtes Lächeln sich auf meinen Lippen widerspiegelte. Das Foto war zu meinem sechsten Geburtstag entstanden und ich saß auf den Schultern meines Vaters. Dieser wirkte zu dieser Zeit noch voller Lebensfreude, zumindest sagten das seine braunen Augen, welche in die Kamera sahen.
‚ ...wahrscheinlich hast du auch mit dem verschwinden von Mattes zutun, oder?!' Hörte ich plötzlich die Stimme des Bäckers in meinen Gedanken widerhallen, was das Lächeln auch wieder verschwinden ließ.
Das stimmte nicht...ich war mit Sicherheit nicht Schuld daran, dass er verschwand...oder doch?
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