Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Supercop Michi

von Kalela
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
27.09.2019
11.07.2020
18
34.313
1
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
27.09.2019 2.109
 
Montagmorgen.
7 Uhr.
Der Wecker klingelt.
Viel zu früh.
Klara tastete mit einer Hand nach ihrem Nachtkästchen um dieses verdammte Ding zum schweigen zu bringen. Nach kurzer Suche hatte sie den Unruhestifter gefunden und ihn verstummen lassen. Allerdings hatte es sowieso keinen Sinn an weiterschlafen zu denken, denn heute war ihr erster Arbeitstag im Polizeipräsidium Rosenheim. Sie würde heute ihre Stelle als Informationsdame antreten und war schon sehr gespannt darauf, welche Aufgaben sie dort haben würde. Klara trat die Nachfolge von Frau Grasegger an, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dort arbeiten konnte. Daher kannte sie auch schon Frau Lange, die sehr nett zu Klara gewesen war und sie hatten sich auf Anhieb gut verstanden.
Klara stand also auf und trabte ins Badezimmer um sich ein wenig herzurichten. Sie duschte, putzte sich ihre Zähne und legte ein leichtes Make-Up auf. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Um kurz vor acht bestieg Klara das Fahrrad und fuhr los. Holte sich aber vorher noch schnell einen Kaffee in der Bäckerei um die Ecke.

Punkt Acht Uhr fuhr Klara auf den Hof des Präsidiums und verschloss ihr Fahrrad gerade, als ihr jemand auf die Schulter tippte. Sie drehte sich um und sah dass Herr Achziger, der Leiter des Präsidiums, hinter ihr stand. "Guten Morgen Frau Schuster. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und viel Erfolg in Ihrer Tätigkeit. Sollten Sie irgend etwas benötigen, kommen Sie einfach zu mir" sagte er und verschwand im Haus. Klara atmete noch einmal tief durch und ging dann auch hinein.

Der Eingangsbereich war sehr hell und freundlich dekoriert. Überall wuselten schon Männer und Frauen in Polizeiuniformen umher und gerade als sie weitergehen wollte, wurde die Tür in ihrem Rücken derart heftig von außen geöffnet und ihr in den Rücken gerammt, dass Klara beinahe hingefallen wäre, hätte nicht genau in diesem Moment jemand vor ihr gestanden und blitzschnell reagiert und sie aufgefangen. Klara lief vor Scham rot an und entschuldigte sich sofort bei ihrem Retter, der sich als Andi vorstellte und sie freundlich angrinste.

Derjenige der sie fast zu Fall gebracht hatte stand immer noch hinter ihr. "Also wirklich Herr Mohr. Können sich nicht ein wenig vorsichtiger sein. Die nette Dame hier hätte sich ernsthaft verletzen können" sagte Andi zum Mann hinter Klara. "Naja. Was muss sie auch so saublöd hinter der Tür rumstehen. Die hätte auch einen Meter weiter gehen können" ereiferte er sich gerade als Klara sicu zu ihm umdrehte und sie erkannte dass er ein Polizist war. Gerade sah er noch zu Boden, doch als er Klara ansah, wurde er ganz bleich und konnte nur noch stottern. "Entschuldigung. Ich wollte sie nicht verletzen, ich konnte ja nicht ahnen, dass sie hinter der Tür stehen" sagte er und es hörte sich ganz anders an, als das was er gerade eben erst gesagt hatte. "Macht ja nichts. Nur hatte ich mir die Begrüßung hier etwas anders vorgestellt. Immerhin ist heute mein erster Tag hier" erwiderte sie. "Ach ja. Wusste ja gar nicht dass wir eine neue Kollegin bekommen" sagte Herr Mohr und bot Klara sogleich das Du an. Er hieß Michael, wurde aber von allen nur Michi genannt und war hier Polizeihauptmeister. Klara stellte sich ebenfalls vor und erklärte ihm die Situation. "Nein. Ich bin keine Polizistin. Ich trete die Nachfolge von Frau Grasegger an. Hier an der Information" sagte sie und genau in diesem Moment ging der Rollladen auf, der die Informationsstelle über Nacht verschloss. Gleich darauf streckte Frau Lange ihren Kopf heraus und sah sich im Raum um. Sie sah Andi und begrüßte ihn und er schlenderte sogleich zu ihr hinüber. Klara verabschiedete sich von Michi und sah noch wie er fast die Treppen nach oben stolperte, da er sich anstatt nach vorne zu drehen immer noch in Klaras Richtung sah.

Diese verkniff sich ein Lachen und ging zu Frau Lange um sich bei ihr zu melden. "Ach ja, guten Morgen Frau Schuster. Schön dass Sie hier sind. Dürfte ich Ihnen gleich die Aufgabe geben, die Post im Haus zu verteilen" sagte sie und Klara ging auf die andere Seite des Tresen und legte ihre Jacke und ihre Tasche ab und machte sixh gleich auf den Weg.

Klara bekam einen kleinen Wagen zur Verfügung gestellt, auf dem allerhand verschiedene Post lag und die es nun zu verteilen galt. Sie war nach Stockwerken sortiert und so begann sie mit dem obersten.

Sie fuhr gerade eine Etage tiefer und stieg aus dem Fahrstuhl.

Klara ging zum Büro von Frau Stockl und klopfte an. Als sie ein "Herein" gehört hatte, trat sie ein. Zuerst sah sie nur die dunkelhaarige Frau am Schreibtisch sitzen die Klara entgeistert ansah. "Guten Morgen. Mein Name ist Klara Schuster und ich arbeite unten an der Info und hätte die Post dabei. Wo darf ich sie denn einsortieren" sagte Klara und schob den Wagen in das Zimmer. "Guten Morgen. Stockl mein Name. Dort hinten sind die Ablagen, wenn sie die Post einfach dort hinlegen. Danke" sagte Frau Stockl und gerade als sich Klara umdrehte, lief sie schon wieder in jemanden hinein. Und es war kein Unbekannter den sie da über den Haufen lief. "Na so ein Zufall, so sieht man sich wieder" sagte Klara und grinste Michi an. "Ja. Zufall. Schön." brachte er heraus bevor er in das Zimmer neben an ging, indem schon zwei weitere Herren an Schreibtischen saßen.
"Kennen Sie sich" kam die Frage von Frau Stockl. "Flüchtig. Wir sind uns heute morgen schon einmal begegnet. Diese Begegnung war für mich aber sehr schmerzhaft. Er hat mir nämlich die Eingangstür in den Rücken gerammt. Unabsichtlich natürlich. Mich hatte Andi abgefangen und Michi kam gerade zur Tür herein" erklärte Klara die Situation von vorhin. "Ah ja" sagte Frau Stockl daraufhin. Mittlerweile war die Post komplett verteilt und sie wollte gerade den Raum verlassen, als Frau Stockl Klara noch einmal zurück ins Zimmer rief. "Ich hab ganz vergessen, ihnen das Du anzubieten. Ich heiße Miriam. Auf eine gute Zusammenarbeit", daraufhin reichte sie ihr die Hand und dann verließ Klara den Raum. Draußen auf dem Flur, begegnete sie jemandem dem Klara lieber aus dem Weg gegangen wäre. Ohne nachzudenken schlüpfte sie in ein Zimmer in ihrer nächsten Nähe. Sie bemerkte dass sie wohl neben einem Verhörzimmer sein musste, da sie den Raum nebenan sah und dort ein Tisch, eine tiefhängende Lampe und zwei Mikrofone waren.
Gerade als Klara die Tür öffnen wollte um nachzusehen ob die Luft rein war, ging ebendiese auf und niemand anderes als Michi kam herein. Auch auf der anderen Seite öffnete sich die Tür und die Kriminalkomissare kamen herein. "Klara, was machst du den hier. Du dürftest gar nicht hier sein" sagte Michi und noch bevor sie antworten konnte, führte ein weitere Polizist den Mann herein, vor dem Klara gerade geflüchtet war. "Ich weiß, ich hab mich nur vor jemanden verstecken müssen, der mich nicht sehen sollte und den ich nicht sehen wollte" antwortete sie ihm und starrte gebannt auf die andere Seite. "Aber vor wem müsstest du dich denn hier verstecken" fragte Michi und als Klara nur den Finger hob und auf den großen, grauhaarigen Mann zeigte, der dort saß, sah man Michi an, dass er rein gar nichts verstand. Warum auch, er wusste ja nicht was zwischen ihr und dem anderen Mann vorgefallen war. "Satori? Vor dem hast du dich versteckt. Warum denn?" wollte er wissen. "Woher weißt du wie er heißt" wollte Klara nun im Gegenzug wissen, da ihr schleierhaft war, woher er ihn kannte. "Naja. Er war mal ein Kollege hier. Er ist auch Kriminalkomissar, genau wie die beiden anderen. Hofer und Hansen heißen die. Arbeiten nun schon einige Zeit zusammen. Satori wurde hierher versetzt" erklärte Michi. "Aber warum hast du dich denn jetzt vor ihm versteckt?" wollte er nun wissen. "Er hat mir sehr viel weggenommen und mich sehr verletzt" sagte Klara knapp. "Woher kennst du ihn denn" fragte nun Michi. "Von hier. Ich wohne ja hier in Rosenheim und vor ein paar Jahren haben wir uns auf einer Party hier kennengelernt und sind uns schnell näher gekommen, und irgendwann gab es dann Streit und dann ist es eben passiert" verriet sie ihm.
"Und was genau ist passiert, wenn ich fragen darf" fragte Michi zögerlich. "Naja. Ich weiß nicht. Wir kennen uns doch gar nicht und dir dann meine ganze Lebensgeschichte zu erzählen, wäre ein bisschen viel" gab Klara zu. "Na dann lernen wir uns doch noch besser kennen. Wie wärs. Heute nach der Arbeit, gehen wir ins Times Square und reden und lernen uns besser kennen" sagte Michi und man sah im an, dass es ihm viel Überwindung gekostet hatte, sie das zu fragen. Klara überlegte kurz und willigte ein, Michis Augen fingen sofort zu strahlen an und Klara verließ den Raum. Sie wusste ja nun, daß sie Ulrich nicht über den Weg laufen würde. Klara fuhr hinunter ins Erdgeschoss und Andi kam ihr entgegen. "Hallo Klara. Und wie ist Ihr erster Tag bisher" fragte er freundlich. "Ach ja, ganz gut eigentlich. Mein Rücken hat sich auch schon wieder erholt" sagte sie grinsend. "Dürfte ich Sie nach der Arbeit zu einem Essen einladen. Auf meine Kosten natürlich" bot Andi an und Klara sah das gerade Michi die Treppen herunter kam und Andi sofort ins Visier nahm. Als er ganz in der Nähe zu stehen kam, sagte sie laut und deutlich "Liebend gerne, aber heute Abend habe ich leider schon ein Date mit jemand anderem. Tut mir leid. Aber ich gebe Ihnen Bescheid, wenn ich mal etwas mehr Zeit habe. Aber trotzdem danke für die Einladung. Fragen Sie doch Frau Lange. So wie sie Ihnen gerade auf den Hintern schaut, könnte da was gehen". Klara zwinkerte ihm zu und ging hinter den Tresen zu Frau Lange. "Ich bin übrigens Klara"sagte sie und streckte Frau Lange die Hand hin.
"Christin. Schön dich offiziell kennen zu lernen" sagte sie. "Du hast dir hier schon ein Date klar gemacht. Hab ich das richtig verstanden" wollte sie wissen und Klara bemerkte sofort den neugierigen Blick eines gewissen Mannes der nicht weit entfernt von ihnen an einer Anzeigetafel stand und den dortigen Aushang gewissenhaft studierte. Und sie war sich sicher, dass seine komplette Aufmerksamkeit ihrem Gespräch mit Christin galt. "Tja. Wer kann der kann" sagte sie und ging noch einmal hinauf zu Miriam.

Gerade als Klara das Büro betreten wollte hörte sie wie drinnen ein Mann Miriam erzählte dass Klara heute Abend ein Date hätte . Und ihr wurde klar, dass sich hier nichts so schnell verbreiten würde, wie interessante Neuigkeiten der anderen Kollegen. Sie lauschte noch einen Moment und trat dann ohne zu klopfen ein. Sofort herrschte Ruhe im Zimmer und Andi, der augenscheinlich eine richtige Tratschtante war, sah  schuldbewusst zu Boden. Klara spielte jedoch die unwissende und goss sich erst einmal Kaffee ein. "Habt ihr vielleicht einen Tipp wo man hier gut essen und trinken kann. Ich bräuchte da noch ein paar Tipps für heute" sagte sie und genoss den Anblick den ihr die beiden boten.
"Tja. Es gibt so einige Bars und Clubs. Ansonsten kann ich das Times Square sehr empfehlen" sagte Miriam. "Mit wem triffst du dich denn eigentlich wenn man fragen darf" wollte Andi wissen. "Fragen darfst du, eine Antwort bekommst du allerdings nicht" sagte sie und verließ das Zimmer.

Der restliche Arbeitstag verging ohne besondere Vorkommnisse und Klara verließ um 16.30 Uhr das Kommissariat.

Draußen sah sie sich nach allen Seiten um, doch Michi konnte sie nirgends entdecken. Sie saß sich auf die Stufen vor dem Eingang und wartete.

Nach einiger Zeit kam dann Miriam aus dem Gebäude heraus und verabschiedete sich. Sie stieg in ihr Auto und und fuhr los. Kurz darauf kam dann auch Michi und führte Klara zu seinem Auto. "Tschuldigung. Ich hab noch was zu erledigen gehabt und dann musste ich mich ja noch umziehen. Und Stockl wollte noch wissen was ich heute noch mache. Keine Ahnung warum sie so neugierig war. Hast du ihr irgendwas gesagt " fragte er und Klara verneinte. Bei seinem Auto angekommen, hielt er ihr die Türe auf und Klara konnte einsteigen. Nachdem auch er eingestiegen war, fuhren sie zum Times Square, das Klara natürlich schon kannte. Immerhin wohnte sie schon längere Zeit hier in Rosenheim.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast