Revenge is the only Thing...

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Eustass 'Captain" Kid Killer OC (Own Character)
26.09.2019
10.10.2019
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Bevor es gleich los geht, kommt hier eine kleine Warnung.
Das Kapitel ist brutaler geworden, als ich erwartet hatte und könnte Triggern, da es echt unschöne Themen anspricht.
Heute mal früher, damit ich es nicht vergesse. Heute ist ja Donnerstag >.<
LG Cookies
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Nervös zählte Ann das Geld, welches ich gebracht hatte. Ich hoffte, dass es reichte, wenn nicht... Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe, wurde ungeduldig und schielte auf die Finger meiner großen Schwester, welche nun die Münzen zu Türmen stapelte und sie zur Seite schob. Zitternd ausatmend hielt ich inne, als sie mir in die violetten Augen starrte. Schluckend atmete sie aus, während sie sprach: ”Wenn Vater seinen Lohn mitbringt, sollten wir es gerade so schaffen.”

Erleichtert atmete ich aus und lehnte mich nach hinten in den hölzernen Stuhl. Er knirschte etwas, aber von Bedeutung war es nicht. Immerhin hatten wir auch diesen Monat hoffentlich überstanden. Geschafft seufzte nun meine Schwester auf und schob das Geld bei Seite, als ich zu ihr blickte.

“Juliet... Ich weiß du willst viel lieber zur Schule gehen und noch so viel lernen... Aber wir-”, ohne sie weiter ausreden zu lassen sprach ich: “Kein Problem Schwesterherz! Wenn ich noch viel mehr arbeite haben wir noch mehr Geld. Irgendwann habe ich so viel Geld zusammengespart, dass ich vielleicht für einen Monat nicht arbeiten muss. Dann kann ich ja in die Schule.”

Sie beugte sich zu mir vor, strich mir sanft durch die Haare und seufzte leise: “Was wären wir nur ohne dich...”

Grinsend sah ich zu ihr hoch und hörte es klopfen, überrascht lösten wir uns voneinander und blickten zur Tür. Mein Blick wanderte zur Uhr. Natürlich waren die Männer überpünktlich, weswegen ich aufstand und zur Tür ging. Ann sammelte schnell das Geld ein und steckte es wieder in den Stoffbeutel, in der Zeit öffnete ich bereits die Tür und sah den Offizier der Marine, welcher mir grinsend in die Augen sah.

Er musterte mich, während ich einen Schritt zur Seite tat und ihm damit hinein lies. Gefolgt von zwei Soldaten, ging er hinein, setzte sich auf den Stuhl, wo ich vor wenigen Minuten noch saß und sah meine Schwester an. Er leckte sich über die Lippen, strich sein schwarzes kurzes Haar nach hinten und strahlte sie an.

Mich hinter meine Schwester stellend, legte ich ihr eine Hand auf ihre Schulter, blickte unsicher zu unserer Haustür, die ich offengelassen hatte. Vater musste bald kommen, sonst hatten wir ein Problem. Ann legte sanft ihre Hand auf meine, sah mich beruhigend an, bevor sie sich zu dem Offizier wandte.

“Es ist mal wieder so weit, meine Lieben. Habt ihr das Schutzgeld beisammen, für diesen Monat?”, fragte er seine Augenbraue hebend. Ergänzte aber auch noch: “Und vergesst nicht die Extrakosten für die Kranken... Wir wollen ja auch, dass eure Mutter gut versorgt ist. Wäre schrecklich, wenn wir keine Medizin für sie mehr hätten.”

Wütend knirschte ich mit meinen Zähnen, versuchte aber ruhig zu bleiben, als meine Schwester meine Hand etwas drückte. Mein Blick glitt wieder zur Tür, in der Hoffnung Papa bald zu sehen. Als sich die Stimme, von Ann erhob, blickte ich wieder zum Geschehen: “Wir sollten das Geld auch für diesen Monat wiederhaben. Wenn ihr noch etwas Geduld haben würdet. Unser Vater sollte gleich von der Arbeit wieder da sein.”

Ein undefinierbares lächeln schlich sich auf seine Lippen. Es jagte mir einen fürchterlichen Schauer den Rücken hinunter. Meinen Blick von ihm entziehend, blickte ich hinunter zu Ann, welche den Beutel auf den Tisch stellte. Der gierige Blick des Offiziers glitt zu dem Säckchen, wo das hart erarbeitete Geld von Ann und mir war. Seine langen Finger streckten sich bereits zu dem Sack, öffnete ihn vorsichtig und er begann zu zählen.

Seit einigen Monaten war er bereits auf dieser Insel und seitdem, war einiges anders. Zwar griffen uns keine Piraten mehr an und es wurde ruhiger um uns. Aber falls wir das Schutzgeld nicht zahlten für einen Monat, spürten wir es sofort. Viele Familien haben ihr Leben dabei gelassen, da sie nicht rechtzeitig, dass Geld dafür zusammen hatten.

Er zählte vergnügt das Geld und steckte es wieder in den Beutel, bevor sein Blick zu unserer Uhr glitt. Der Druck um meine Hand wurde fester. Ann wurde immer nervöser, genau wie ich. Eigentlich hätte unser Papa schon längst da sein müssen, aber er war noch nicht da. Wo war er nur?

Während wir hier auf ihn warteten, tickte die Uhr immer laute und die Zeit verging einfach nicht. Auf meiner Unterlippe kauend, blickte ich zu dem erfreuten Gesicht, des Mannes. Dieses schadenfreudige Grinsen gefiel mir ganz und gar nicht. Wieso lächelte er und war so entspannt? Sonst wurde er immer energische und legte Extrazinsen drauf.

Aber er saß ruhig, viel zu entspannt dort und blickte hinaus. Fest auf meine Unterlippe beißend, blickte ich hinunter zu meiner Schwester. Ihre besorgten violetten Augen blickten in meine. Der Schweiß trat aus ihren Poren und ich spürte ihren Puls, der immer schneller wurde.  

“Ich werde Papa entgegenlaufen...”, Ann nickte dankbar, drückte meine Hand.

Ihr ein Lächeln schenkend lief ich los, rannte so schnell ich konnte, den Weg entlang. Den direkten Weg zu der Arbeit meines Vaters aber kaum, dass ich fünf Minuten rannte und schon nach Luft rang. Weiteten sich meine Augen und sank auf meine Knie. Wenige Schritte von mir entfernt lag mein Vater, völlig Blutüberströmt und zerfetzt. Abgesplitterte Knochen ragten hinaus und das rote Fleisch prägte sich in mein Gedächtnis ein.  

Auf allen vieren vorsichtig weiter auf ihn zu laufend, berührte ich vorsichtig seinen Rücken und murmelte leise: “Pa..pa..”

Er bewegte sich nicht, während Tränen langsam meine Sicht verschleierten. Das Aufschluchzen verhindernd biss ich auf meine Unterlippe und rüttelte immer wieder an dem noch warmen leblosen Körper. Aber es kam keine Antwort, noch ein Wimmern oder Stöhnen. Er bewegte sich nicht... Vater tat nichts... Seine Hand lag noch immer ausgestreckt auf dem Weg und zeigte zu unserem Haus.

Ich wusste, dass ich jetzt ruhig bleiben musste, wenn ich jetzt durchdrehen würde... Würde dieser Offizier uns ziemlich rannehmen. Meine Trauer hinunter Schluckend, schob ich Vater an den Wegesrand, drehte ihn um und sah sein zerfetztes Gesicht. Die Übelkeit schoss in mir hoch, würgend hielt ich meine Hände vor mein Gesicht und drehte mich schnell von ihm.

Auch dieser Anblick hatte sich in mein Gehirn gebrannt, das freiliegende Gesicht, wo die Hautfetzen noch dranhingen. Man sah alles haargenau, jeden Muskel. Mit meinem Arm über meine Augen wischend, atmete ich tief durch. Ich musste Ann berichten... Vor allen Dingen musste ich sehen, wo der Beutel von Vater war. Also wagte ich noch einen Blick auf den Leichnamen. Mein Blick wanderte über ihn, aber der kleine braune Beutel war nicht zu sehen.

Mit zittrigen Händen suchte ich also den Körper ab und fühlte mich schrecklich. Hatte Angst, dass er sich doch noch bewegte, aber der Beutel war nicht auf zu finden und meine Hände waren voller Blut. Meinen Kopf schüttelnd sprang ich auf. Ich hatte nicht mehr lange Zeit.  

So schnell es ging machte ich mich auf den Weg, ich rannte und rannte. Hoffte, dass uns die Marine etwas mehr Zeit gab und uns entgegenkam. Tränen rannen über mein Gesicht, welche mir meinen Weg verschleierten, unbeirrt lief ich weiter und wischte sie mit meinem Arm fort. Ich hatte keine Zeit, obwohl ich gerade meinen Vater tot aufgefunden hatte, durfte ich nicht trauern.

Dieser Offizier, Offizier Maman war unglaublich dreist und hatte kein Erbarmen. Er nutzte jede Chance, verdeutlichte immer wieder was passierte, wenn man das Geld nicht rechtzeitig hatte. So was schimpfte sich Mensch und Hüter der Gerechtigkeit... Und das einfache Volk hatte keine andere Wahl als dem zu Folgen...

Alle die sich wehrten, bekamen die so genannte “gerechte Strafe”, aber was diese Trottel taten war nicht gerecht. Sie nutzten ihre Macht aus um mehr Reichtum zu haben, mehr Einfluss. Als ich nur noch um eine Ecke biegen musste, damit ich mein zu Hause sehen konnte, konnte ich es nicht glauben.

Ich wurde langsamer und kam kurz vor meinem Haus zu stehen. Es brannte lichterloh... Es stand in Flammen und ich hörte Schreie aus dem Haus. Ein spitzer Schrei, welcher mich in meine Knie zwang. Langsam zerfiel der Eingang, Balken versperrten den einzigen Eingang, während die verzweifelte Stimme wehleidiger wurde.

“MAMA!”, rief ich entsetzt aus. Ihre Stimme würde ich über Meilen erkennen. Und obwohl ich sie erkannte, wusste ich das ich nichts gegen dieses Feuer ausrichten konnte. Zwar konnte ich sagen, wie lange es noch brennen würde, wie weit es schon vorgedrungen war und wo es schon was alles vernichtet hatte aber... Aber was brachte mir diese verdammte Gabe, wenn ich keinem helfen konnte!

Wütend vergrub ich meine Hände in die braune sandige Erde und schrie auf, als ich nichts mehr aus dem Flammenmeer hörte. War verzweifelt, fühlte mich nutzlos, fühlte mich alleine. Wenn Ann nur hier wäre... Wenn Ann...

Ann!

Verzweifelt hielt ich nach ihr Ausschau, versuchte sie irgendwo in der Nähe zu finden, hatte Angst um sie. Wollte nicht alleine gelassen werden. War nicht bereit alles an einem Tag zu verlieren. Nicht alles was ich besaß, ich wollte wenigstens meine große Schwester bei mir wissen.

Als ich hinter das Haus kam, leuchteten meine Augen nur für einen kurzen Moment, zwar hatte ich Ann gefunden. Aber wie ich sie vorfand, gefiel mir gar nicht. Zwei Soldaten hielten ihre Arme fest, während sie auf dem Boden kniete. Und Maman hatte seinen Fuß auf ihren Kopf, drückte diesen in die dreckige Erde und lachte bitter auf.

Ein Lachen was mir einen ekelerregenden Schauer den Rücken runterjagte. Ich zuckte zusammen, versuchte ruhig zu bleiben, konnte es aber kaum. Es war zu viel passiert an einem Tag, es musste doch jetzt aufhören. Wenn es einen Gott gab, wieso tat er so etwas. Wieso ließ er so etwas zu? Warum half er uns nicht? Waren wir dazu verdammt? Hatten wir eine Sünde begangen?

“Du bist schneller als erwartet wieder da, kleine Juliet.”, sprach dieser Kerl und blickte mich grinsend an. Sein Grinsen wurde eher zu einer hässlichen Fratze, als er auf mich zu lief. Als ich versuchte mich von der Stelle zu bewegen, spürte ich wie jeder einzelne Muskel in meinem Körper, sich dem Befehl weigerte. Egal wie ich mich anstrengte, mein Körper wollte nicht gehorchen.

Selbst als ich die verzweifelte Stimme Anns hörte: “JU! RENN!”, konnte ich mich nicht bewegen. Ich war gelähmt, von der Angst. Angst was dieser Mann mir noch alles antun würde. Als er plötzlich mit den Fingern schnipste, zuckte ich zusammen, kniff meine Augen zu.  

Alles geschah so schnell... Kaum das ich laute Schritte vernahm, spürte ich feste Griff an meinen Armen. Ich riss meine Augen vor Schreck auf, aber je mehr ich versuchte los zu kommen, je fester wurden die Griffe. Es schmerzte, die Hände bohrten sich in mein Fleisch, während ich versuchte mich zu winden. Verzweifelt blickte ich hinter mich, um den Männern einen Todesblick zu schenken. Doch als ich erkannte, dass sie nicht zur Marine gehörten, weiteten sich meine Augen. Mein Blick glitt zu Maman, welcher klatschend näherkam. Bis er vor mir zum Stehen kam, mein Kinn in seine Finger schloss und es hochhob, damit ich seinem Blick nicht weichen konnte.

“Ich hätte nicht gedacht, dass du so schnell wieder hier bist... Aber... Das ist kein Problem... Es wird einfach noch witziger und die Show beginnt erst für dich.”, sprach er meine Wangen zerdrückend.  

Schluckend versuchte ich mich aus seinem Griff zu befreien, riss mich von ihm los und fauchte: “Warum tust du so etwas? Wir haben dir immer rechtzeitig das Geld gegeben? Ich dachte du gehörst zur Marine!”

Verwundert drehte er seinen Rücken zu mir, Schritt einige Schritte vor und betrachtete den Himmel. Streckte gelassen seine Arme von sich und fokussierte meine Schwester, während er sprach: “Bedanke dich bei Ann. Hätte Ann meinen Antrag nicht abgelehnt und hätten eure Eltern zugestimmt, dann wären sie jetzt noch glücklich am Leben. Aber so... Werde ich diese Schande nicht am Leben lassen, damit ich sie endlich vergessen kann.”

Sein Kopf drehte sich zu mir, leckte sich über die Lippen, während er zu mir gewandt sprach: “Eigentlich hatte ich gehofft, dass du später dazu kommst. Das ich als strahlender Held zu deiner Rettung eile, bevor die Piraten auch dich noch mit sich nehmen würde. Aber du warst ja zu schnell... Dann wirst du wenigstens schnell mit deiner Familie wiedervereint. Ist das nicht großartig?”, lachend drehte er sich zu mir.

Ich wusste nicht wie ich fühlen sollte. Er hatte das alles nur geplant, weil er eine Abfuhr von meiner Schwester bekam. Spielte mit Menschenleben, als wären sie Gegenstände. Als wären wir Puppen... War ihm überhaupt bewusst, was er da gerade gesagt hatte? Was er heute getan hatte?

Seine schwarzen Haare nach hinten streichend, grinste er zu mir und sprach erregt: “ IT’S SHOWTIME!”

Er trat zu meiner Schwester, ich sah nicht was er mit ihr tat, aber als er sie an ihren Haaren zu mir schliff, schrie sie verzweifelt auf. Schürfte sich ihre Haut auf dem Boden auf und kam mit einem erstickten Schrei zu stehen, als er sie vor meine Füße warf.

Besorgte blickte ich zu ihr hinunter, spürte wie Tränen meine Wange entlang glitten und auf sie hinab tropften. Leise wisperte ich ihren Namen, wollte ihre Augen nochmals sehen. Als sie diese bereits öffnete, sie waren vor Schmerzen verzerrt. Meine Lippen presste sich fest aufeinander, atmete tief durch und versuchte ruhig zu bleiben.

“Maman... Bitte lass Juliet gehen... Bitte!”, sprach sie verzweifelt.

Ich sah wie ein verdreckter Mann die Arme meine Schwester über ihren Kopf zu Boden drückte. Meine Augen weiteten sich. Eine böse Vorahnung beschlich mich, während ich sah wie ein weiter Mann ihr die Kleidung vom Leib zerrte. Das zerreißen der Kleidung hallte immer wieder in meinen Ohren nach. Hart Schluckend schrie ich die Männer an, dass sie aufhören sollten. Sie loslassen sollten. Sie nicht anfassen sollten.  

Doch ihre Ohren schienen meine Stimme nicht zu hören. Als würden meine Rufe einfach an ihnen abprallen und je mehr ich schrie, desto leiser wurde ich. Ann bekam Stofffetzen in den Mund geschoben und konnte sich kaum rühren, wurde gut auf den Boden fixiert.

Maman öffnete bereits seinen Gürtel, leckte sich nochmals über seine Lippen, bevor er den Rock von Ann in Zwei riss. Gierig wanderten seine Hände über ihren bebenden Körper. Ann versuchte sich zu winden, wollte fliehen, aber es gelang ihr nicht. Gedämmte Schreie waren von ihr zu hören, Tränen rannen ihr Gesicht runter, während ich nur zu sehen konnte.

Salzige Tränen rannen meine Wange hinunter, ich konnte nicht schreien, konnte meine Augen nicht abwandten. Wollte ihr so sehr helfen, wollte diesen Mistkerl von ihr zerren, ihm die Augen ausstechen, seine Finger rausreisen, seinen Mund zu nähen. Immer wieder versuchte ich mich aus den Griffen der schmierigen Piraten zu befreien.

Die Hände von ihm fuhren über ihren nackten Körper, erkundeten alles, während ich vor Wut zitterte. Er spreizte ihre Beine, zwängte sich dazwischen und steckte sein widerliches Ding in sie hinein. Immer und immer wieder stieß er in sie hinein. Auf meine Unterlippe beißend, blickte ich in die Augen meiner Ann. Die Tränen rannen nur so über ihr schmales Gesicht. Ihr Mund war weit aufgerissen.  

Ich wusste nicht was ich tun sollte. Wusste nicht wie ich ihr helfen konnte. Fühlte wie verzweifelt und hilflos ich war. Spürte meine Kraftlosigkeit... Als er endlich von ihr abließ, strich er sich erregt durch seine Haare und wandte sich zu mir. Mit einer ausfallenden Bewegung zu den Piraten, versperrte er mir die Sicht zu Ann. Immer wieder hörte ich ihr ersticktes Schluchzen, was mich nur erahnen ließ, was sie ihr antaten.

“Und wie gefiel dir diese kleine Show?”, dabei strahlte er breit über sein Gesicht.

“Du verfickter Schweinehund! Ich werde dich töten! Ich werde-”, er drückte mir einen Finger auf meine Lippen und bedeutete mir Still zu sein.  

Er wich etwas zur Seite und neben ihm erschien ein schwerer, angeranzter Mann, mit einem schwarzen ungepflegten Bart. Lachend klopfte er seinem eigentlichen Feind auf den Rücken. Blickte dabei kurz hinter sich, wo ich auch einen Blick erhaschte. Meine Züge entglitten aus meinem Gesicht, als ich sah wie sie sich über Ann hermachten. Ich sah nur diese leblosen Augen.

“Ausgezeichnete Ware... Aber nachdem meine Männer fertig mit ihr sind, werden wir sie entsorgen.”, Wut kochte in mir hoch. Je länger ich dem zuhörte und schrie beide Männer an: “ Wenn ich euch in die Finger kriege, werde ich euch die Hölle zeigen! Ich werde jeden einzelnen von euch finden, verfolgen und heimsuchen! Nach und nach werde ich euch finden, jeden einzelnen Soldaten, jeden einzelnen Piraten und werde euch nach und nach zerbrechen!”

Amüsiert lachten die Männer über meine Worte, während der Pirat auf mich zu kam. Begeistert hob er mein Kinn zu sich hoch und begutachtete meinen Blick. Es schien ihm sehr zu gefallen, so wie er blickte. Er schnalzte mit der Zunge und sprach: “Weißte Kleine? Ich bin echt gespannt wie du uns alle zerbrechen wirst. Das wird bestimmt ein interessantes Spiel... Aber nun zu dir, ich werde dich als erstes brechen... Danach wirst du dir wünschen, einfach nur gestorben zu sein. Ich werde dir gleich Bilder der Hölle zeigen, die du nie wieder vergessen wirst!”

Dabei riss er mich zu Boden, drückte mich würgend immer fester in den Erdboden. Aber anstatt auf ihn konzentrierte ich mich auf Ann, streckte meine Hand nach ihrer aus. Versuchte sie zu ergreifen, wollte wenigstens jetzt irgendwie für sie da sein. Streckte meine Hand immer weiter zu ihrer Hand, welche einfach wie ein abgefallener Schwanz von einer Eidechse dort lag. Endlich erfasste ich ihre Hand, drückte sie fest und blickte zu ihr. Hoffte, dass sie sich irgendwie regen würde.  

Was der Pirat vor hatte konnte ich mir denken, aber es ließ mich kalt. Endlich bewegte sie sich etwas. Ihr Kopf drehte sich zu mir, sie sah mir in die Augen und versuchte schwach zu Lächeln. Dabei quälte sie sich so ab, dass ich nur den Kopf schüttelte. Sie sah mir lange in die Augen und wisperte leise: “Ju... Es tut mir so leid... Ich wünschte wenigstens du könntest unbeschadet gehen. Wenn ich nur dich beschützen könnte.”

Sanft lächelnd schüttelte ich meinen Kopf und drückte ihre Hand etwas fester und flüsterte leise zu ihr: “Ich verspreche dir, dass ich Leben werde und erst meine Ruhe finden werde, wenn ich jeden einzelnen von ihnen umgebracht habe. Ich verspreche es dir als Juliet Godsfield!”

Als ich spürte wie er in mich eindrang, bass ich auf meine Unterlippe und schmeckte plötzlich das eisenhaltige Blut. Ich schluckte hart, blickte einfach nur noch zu Ann, hoffte dass es endlich vorbei sein würde. Hoffte, dass es nur ein schlimmer Traum war und ich bald meine Augen öffnen würde. Das dann alles gut wäre, dass ich wieder bei Mama und Papa wäre... Aber es hörte nicht auf. Es wurde immer schlimmer.  

Mehrere Männer wechselten sich ab, bis Maman plötzlich über mir gebeugt stand. Er drückte meinen Kopf zu Ann. Über meine Schwester gebeugt, war dieser schmierige Piratenkäpt’n. Aber anstatt hinunter zu ihr zu sehen, blickte er zu mir. Lachte breit, meine Augen weiteten sich als ich sah wie er sein Messer zückte.

Ich schrie, wollte ihn aufhalten, aber.... Ich war Machtlos... Egal wie sehr ich mich anstrengte, egal wie viel ich mich bewegte, nichts und wieder nichts. Die leeren glanzlosen Augen starrten mich an. Würden mich immer wieder verfolgen, würden zusehen, wie ich mein Versprechen halten würde. Hatte nun endlich alles verloren an diesem einen Tag. Nach und nach hatte ich alles Geliebte, alles Wichtige, alles was zu mir Gehörte verloren.

Selbst nach ihrem Tod, taten sie ihr so etwas schlimmes an. Ich war nicht mehr in der Lage zu denken, wusste nicht wieviel Zeit vergangen war. Wusste nicht was hier geschah. War nicht mehr bei mir. Konnte nicht mehr bei mir sein, hatte mich verloren, war zerbrochen...
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