Final Masquerade

GeschichteDrama, Familie / P16
Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto
25.09.2019
09.12.2019
12
12511
1
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9 Reviews
Dieses Kapitel
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Vorab: Die Handlung ist frei erfunden und alle real existierenden Personen gehören sich selbst.
Titel und einzelne Songzeilen: Linkin Park – Final Masquerade
Viel Spaß beim Lesen  :)
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Tearing me apart with words you wouldn't say

POV Tilda (Juni 2019):

Erschöpft stieg ich von meinem Fahrrad ab und wischte mir, während ich das Rad die letzten Meter schob, den Schweiß von der Stirn. Wie auch in den letzten Tagen schien die Sonne unaufhörlich vom Himmel und die Temperaturen hatten mal wieder die 30 Grad Marke überschritten. Immer noch außer Puste, schloss ich mein Fahrrad an einer Laterne an, trank einen Schluck Wasser und versuchte bis zum Hintereingang der Halle möglichst im Schatten zu laufen. Mit dem Rad durch die Frankfurter Innenstadt bis zur Messe zu fahren war an sich schon stressig genug. Die Hitze machte das Ganze nicht gerade besser. Ich nahm meine Snapback vom Kopf, die mich vor einem möglichen Sonnenstich schützen sollte, und wedelte mir damit Luft zu. Mit Sicherheit war ich vor Anstrengung tomatenrot.
Erfolglos versuchte ich mehrere Male, meinen Onkel auf seinem Handy zu erreichen. Na toll, erst bestellte er mich her, dann ging er noch nicht mal an sein Mobiltelefon. Ohne ihn würde ich allerdings nicht einfach so in das Innere des Gebäudes kommen. Mein Onkel arbeitet seit vielen Jahren als Bühnentechniker in der Frankfurter Festhalle. Die vielen Busse und LKWs, die hinter der Halle in langen Reihen parkten, verrieten mir, dass heute anscheinend ein Konzert stattfinden sollte. Wer spielte, wusste ich nicht. Ich persönlich bevorzugte kleinere Konzerte. Dort war irgendwie alles viel persönlicher, die Leute gingen meist mehr ab und man hatte mehr von dem Event, als in einer riesigen Halle, in der man oft weit hinten stand und einen schlechten Sound und eine noch schlechtere Sicht über sich ergehen lassen musste.
Mein Onkel war immer noch nicht erreichbar. Wahrscheinlich war er gerade so in seine Arbeit vertieft, oder sein Handy lag mal wieder in seinem Büro. Missmutig überlegte ich, wer heute eventuell noch hier arbeiten konnte, den ich näher kannte und dessen Nummer ich hatte. Der erste Versuch scheiterte direkt. Matthias, ein Freund und Kollege meines Onkels, hatte Urlaub. Matthias riet mir jedoch, Jürgen anzurufen, der sei heute auf jeden Fall in der Halle. Bei Jürgen erklang jedoch direkt das typische Gelaber der Mailbox. Als nächstes versuchte ich es bei Aaron. Während ich darauf wartete, dass er den Anruf entgegennahm, beobachtete ich die Arbeiter, die bereits fleißig die LKWs entluden und das ganze Zeug in die Halle beförderten.
„Hallo?“ „Hi“, brachte ich überrascht heraus, da ich vom Umherschauen so abgelenkt gewesen war. „Hier ist Tilda.“ „Hey Tilda, wie geht’s?“ „Gut gut, Sag mal, ist mein Onkel heute da? Er wollte mich dringend sprechen, geht jetzt aber nicht an sein Handy. Ich stehe hinten an der Halle.“ „Ähm ja, David ist hier irgendwo. Moment. Ich hole dich schnell ab.“ Schon hatte er aufgelegt und stand wenige Minuten später an einer Tür und winkte mich zu sich. Wir begrüßten uns kurz und gingen in das Innere des Gebäudes.
Während wir durch die vielen Gänge liefen und nach Onkel Dave Ausschau hielten, redeten wir über dies und das. „Komisch, wenn er dich heute hier herbestellt hat, sollte er ja eigentlich irgendwo sein.“ „Naja, ehrlich gesagt haben wir keinen genauen Tag ausgemacht. Er meinte nur, ich solle die nächsten Tage mal dringend vorbeikommen und da ich abends meist nicht kann, soll ich ihn halt auf der Arbeit besuchen. Er meinte, er sei in nächste Zeit jeden Tag hier, zumindest unter der Woche.“ Schulterzuckend schaute ich zu Aaron, der mich mit hochgezogenen Augenbrauen ansah. „Was hast du denn verbrochen, dass du extra herkommen sollst? Müsstest du um diese Uhrzeit nicht eigentlich in der Uni sein?“ „Wenn ich das nur wüsste. Wir haben zur Zeit Semesterferien, daher habe ich frei.“ Ich lächelte vor mich hin. Gerade erst hatte ich das zweite Semester meines Studiums abgeschlossen und die Prüfungszeit war wirklich anstrengend gewesen. Momentan musste ich noch eine schriftliche Hausarbeit schreiben, aber bis zur Abgabe hatte ich noch genug Zeit. Ich genoss meine freien Tage in vollen Zügen.
Bevor Aaron antworten konnte, hörten wir die Stimme meines Onkels aus einem Konferenzzimmer ganz in der Nähe. Er sprach englisch, weshalb mein Gehirn sofort umschaltete. Ich war mehrsprachig aufgewachsen, was mir schon während meiner Schulzeit einige Vorteile eingebracht hatte. Jetzt im „Erwachsenenalter“ merkte ich umso mehr, wie wichtig es sein konnte, der englischen Sprache mächtig zu sein. Zögernd ging ich auf den Raum zu und schaute vorsichtig zur offenstehenden Tür hinein.
Mein Onkel stand dort und redete gerade mit einer blonden Frau, die offenbar der Gruppe an Personen angehörte, die sich dort mit meinem Onkel und ein paar weiteren Mitarbeitern befand. Bevor ich jedoch anklopfen konnte, schaute einer der Männer zu mir rüber und meine Hand stoppte mitten in der Bewegung. Das Blut gefror mir in den Adern und der Schock stand mir ins Gesicht geschrieben. Mit aufgerissenen Augen und erhobener Faust, die wenige Zentimeter vor der Tür ins Stoppen gekommen war, starrte ich zurück. Blau traf auf blau. Onkel Dave schien mich nun ebenfalls bemerkt zu haben und schaute betreten zwischen dem braunhaarigen Mann und mir hin und her. „Tilda, ich wusste nicht, dass du heute kommen wolltest. Warte doch bitte unten im Büro.“, brachte er nach einigen Sekunden Stille hervor. Ohne etwas zu sagen oder den Blick von den blauen Augen abzuwenden, ging ich einige Schritte rückwärts, ließ den verwirrten Aaron allein im Gang stehen und eilte in das untere Stockwerk, wo sich die Büros befanden. Ich war auf vieles vorbereitet gewesen, aber ganz sicher nicht auf diese Begegnung.
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