Jurassic World: Das gefallene Königreich

von HoDari
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
25.09.2019
25.09.2019
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KAPITEL 1



Wir haben den Verlauf der Naturgeschichte verändert.
Dies ist eine notwendige Korrektur.
– Dr. Ian Malcolm



Vor der Küste der Isla Nublar, durchschnitt ein kleines U-Boot das dunkle Meerwasser und steuerte die verlassene Lagune der Jurassic World an. Der Dinosaurier-Themenpark war seit Jahren geschlossen und befand sich in einem traurigen Zustand des Verfalls. Die beiden Männer, die das U-Boot bedienten, hatten den Befehl, ein ganz spezielles versunkenes Objekt zu bergen.
Über der Wasseroberfläche leuchteten keine Sterne am Nachthimmel. Es regnete in strömen.
In einer Wachhütte an der Oberfläche am Rand der Lagune bediente ein Techniker die Kontrollen, die die mit Algen bedeckten Stahltore der Lagune öffneten, und sprach in ein Mikrofon. »Wo seit ihr, Marine One
»Wir haben gerade die Tore passiert«, antwortete der Steuermann des U-Bootes.
»Verstanden«, sagte der Techniker. »Air One, Sie haben Startfreigabe. Beginnen Sie mit der Peilung.«
Hinter ihm erhob sich ein Hubschrauber in den Himmel. »Alles klar«, sagte der Pilot. Der Hubschrauber flog über die Lagune und folgte dem U-Boot.
In der beengten Kabine des U-Boots schwitzen die beiden Männer. »Entspann dich«, sagte der Steuermann zu seinem Kollegen neben ihm. »Alles hier ist längst tot.«
In den hellen Scheinwerfer des U-Boots leuchteten gebleichte weiße Knochen auf dem Grund der Lagune auf. »Da ist sie«, sagte der Steuermann »Die Indominus rex.«
Er lenkte das U-Boot direkt über das Dinosaurierskelett. Der andere Mann bediente die Roboterarme des U-Bootes, ergriff eine Rippe und sägte sie ab.
»Air One, Probe eingesammelt«, funkte der Steuermann. »Wird an die Oberfläche geschickt.«
»Verstanden«, funkte der Hubschrauberpilot zurück.
Während die Männer im U-Boot den Knochen in einer versiegelten Glasröhre hoch schickten, die an einem aufblasbaren Ballon mitsamt eines blinkenden roten Peilsenders befestigt war, zog ein riesiger und bedrohlicher Schatten lautlos hinter dem U-Boot und ihrer ahnungslosen Besatzung vorbei.
Der Rippenknochen durchbrach die Wasseroberfläche und schaukelte in den rauen Wellen. Die Männer im Hubschrauber entdeckten den Peilsender, schoben die Tür des Hubschraubers auf und ergriffen den Knochen mithilfe einer mechanischen Klaue, die an einem langen Kabel heruntergelassen wurde. »Land One«, sagte der Hubschrauberpilot per Funk zu dem Techniker im Wachhaus, »wir haben weswegen wir gekommen sind. Wir holen Sie jetzt ab.«
»Ist in Ordnung«, sagte der Techniker. »Marine One, ich muss die Lagunentore schließen. Macht das ihr da rauskommt.«
»Verstanden«, sagte der Steuermann. »Wir machen uns auf den Weg. Haltet euch bereit.«
Aber in diesem Moment erschien eine riesige Silhouette im Wasser. Der Mann, der die Roboterarme bedient hatte, spähte durch das Cockpitfenster des U-Bootes. Plötzlich sah er ein riesiges Auge!
Im Hubschrauber flackerte das Signal des U-Bootes auf und erlosch auf der Instrumententafel. Der Pilot sah verwirrt aus. »Marine One, bestätigen Sie Ihre Position. Wir haben Ihr Signal verloren.«
Doch niemand antwortete.
Der Hubschrauber landete in der Nähe des Wachhäuschens. Und dann …
BUUUUM! Erbebte der Boden. Blätter fielen von den Bäumen. »Was war das?« fragte der Pilot alarmiert.
In dem Wachhaus sprach der Techniker immer verzweifelter in sein Headset. »Marine One, ich muss die Lagunentore schließen. Bestätigt, dass ihr da raus seit.« Stille. »Könnt ihr mich hören, Marine One? Bestätigt eure Position!«
Im Hubschrauber entdeckten die Besatzungsmitglieder was die Vibrationen verursacht hatte. Sie winkten verzweifelt mit den Armen und versuchten die Aufmerksamkeit des Technikers zu erregen. Aber er konnte sie über das Getöse des Hubschraubers nicht hören. Endlich bemerkte er, dass sie hinter ihn zeigten.
Er drehte sich um, als es aufblitzte und das Licht einen riesigen Tyrannosaurus rex beleuchtete, der hoch über ihm aufragte. Ihr kolossaler Schädel und ihre messerscharfen Zähne waren nur wenige Meter entfernt!
Der Techniker hastete in Todesangst auf den Hubschrauber zu, aber der startete bereits. »Wirf ihm die Leiter zu!« rief einer der Männer im Hubschrauber. Eine Strickleiter wurde aus dem Hubschrauber hinabgelassen. Der Techniker ergriff sie und kletterte hinauf, während der Hubschrauber immer höher stieg.
Der T. rex biss in die Strickleiter, direkt unterhalb des Technikers! Die Leiter straffte sich. Es war ein Tauziehen zwischen dem T. rex und dem Hubschrauber, mit dem Techniker mittendrin.
»Macht sie los!« schrie ein Besatzungsmitglied. »Lasst ihn zurück!«
Andere Besatzungsmitglieder begannen, die Leiter zu lösen. »Nein, wartet!« schrie der Techniker.
KRACH! Die Strickleiter brach an der Stelle, an der der T. rex sie mit den Zähnen gepackt hatte. Der Techniker hielt sich fest und baumelte an dem übriggebliebenen Stück der Leiter, als der Hubschrauber davonflog.
Er atmete erleichtert auf. Das war zu knapp gewesen, aber jetzt war er in Sicherheit.
PLATSCH! Ein Mosasaurus, eines der größten Reptilien, die jemals im Meer gejagt hatten, stürzte mit weit geöffnetem Riesenmaul aus der Lagune! KRACH! Der Mosasaurus verschlang den schreienden Techniker!
Der Hubschrauber flog in Sicherheit, hinaus in den Nachthimmel. Die Besatzungsmitglieder starrten, als der Mosasaurus wieder ins Wasser krachte.
Mit dem Indominus-rex-Knochen sicher in einem Hightech-Metallcontainer verwahrt, flog der Hubschrauber über die Berge davon. Der Mosasaurus sprang aus dem Wasser und stürzte zurück in die dunklen Tiefen. PLATSCH!!! Dann schwamm sie mit einem peitschen ihres riesigen Schwanzes durch die offenen Tore der Lagune hinaus in den Ozean.
Sie war frei.