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Das Ende?

GeschichteDrama, Mystery / P12 / Gen
Belle Buffy Caboose Hip Hopper Krupp Volta
25.09.2019
11.05.2020
20
43.870
4
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Kapitel 19 Das Ende?





Ashley versuchte schon seit circa einer Stunde Dinah zu beruhigen, doch bis jetzt, hatte der blonde Speisewagen immer wieder Weinkrämpfe erlitten und wurde von dem ganzen Weinen immer wieder durchgeschüttelt.


Der Rauchwaggon wusste nicht mehr, was sie noch machen konnte, auch für die war das alles zu viel, sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie es Dinah ergehen musste: Erst hatte sie ihren Freund Greaseball und ihre ganzen anderen Freunde verloren, an denen der Speisewagen immer sehr hing und jetzt war auch noch Caboose, ein sehr guter Freund von Dinah gestorben und auch sie selbst hatte gesehen, dass es keine Hoffnung mehr für den Bremser gab, er war in einem so schlimmen Zustand, den konnte nicht einmal mehr der beste Reparaturwaggon wieder beheben und ihn reparieren, es war einfach nicht mehr möglich.


Seit einiger Zeit hatte sich auch Buffy zu den beiden begeben und Dinah sogar ohne zu meckern ihren restlichen Wodka gegeben und den Speisewagen dann lange umarmt und immer wieder versucht ihr Mut zuzusprechen.

Das hatte wohl letztendlich auch funktioniert, denn Dinah hatte sich wieder einigermaßen gefasst, strich sich nun durch die Haare und über die Augen, hob den Kopf und sah ihre beiden Freundinnen an:„Ashley, Buffy, danke. Danke, dass ihr immer für mich da seid, auch jetzt, ich bin bestimmt anstrengend, es tut mir Leid, ich weiß, wir müssten eigentlich weiter, aber...”
„Shhhhh, Dinah, also erstens bist du nicht anstrengend und zweitens müssen wir auch nicht unbedingt jetzt weiter.”

Doch in dem zweiten Punkt musste Buffy Ashley widersprechen, wenn sie wirklich mit ihrer Theorie mit den Menschen Recht hatte, dann müssten sie schnellstmöglich zu einem neuen Bahnhof gelangen:„Dinah Schatz, das ist doch selbstverständlich, dass wir für dich da sind, aber ich glaube tatsächlich, dass wir weiter müssen...”

„Gut”, Dinah trat einen Schritt zurück,„Aber wir können Krupp und Caboose doch nicht einfach so hier liegen lassen.”
„Wir könnten sie begraben, unter den Steinen”, schlug Belle vor, die auch Dinahs Meinung war, aber auch, wie Buffy, wusste, dass sie weiter mussten,„Komm Dinah, wir holen Steine.”

Und tatsächlich war Dinah froh, dass sie jetzt wenigstens etwas zu tun hatte und so folgte sie dem Schlafwagen direkt.


Derweil war Buffy zu Volta gegangen, die zuvor Krupp neben Caboose getragen hatte und nun vor ihm kniete.
„Hey Volta, wir haben beschlossen, die beiden zu begraben, kommst du Mal kurz mit, bitte?”
„Von mir aus”, auch Volta wusste, dass sie nicht ewig hierbleiben könnten,„Purse, du bist nicht Schuld! Wir hätten nichts ändern können”, sagte sie nochmals zu dem Geldtransporter und strich ihm über den Kopf, dann folgte sie Buffy ins Unterholz,„Was machen wir hier?”

„Ich dachte, wir könnten vielleicht ein paar Blumen für die beiden Pflücken”, der Buffettwaggon lächelte traurig.
„Die Idee ist gut”, auch Volta lächelte leicht bei der Vorstellung, Krupp sah zwar nicht daraus aus, er hatte sich aber immer für Pflanzen interessiert, zumindest die giftigen„Was sind das für welche?”, fragte sie Buffy und zeigte auf eine hochgewachsene Pflanze, mit rosaner Blüte und auf eine etwas kleinere, doch immer noch große, mit blass gelben Blüten.
„Das rosane ist eine Digitalis Purpurea, ein Fingerhut und die gelb-weißliche eine Atropa Belladonna, eine Tollkirsche, beide wunderschön, aber hochgiftig.”
„Das hätte Krupp gefallen und Caboose bestimmt auch”, Volta machte sich direkt daran vorsichtig einige der Pflanzen abzutrennen,„Das wird reichen.”


In dieser Zeit hatten die anderen es geschafft einen ordentlichen Steinhaufen über den beiden aufzutürmen, vor den die beiden dann ihre Blumen legten.
Doch viel Zeit, den Haufen zu betrachten, blieb nicht, denn plötzlich kreischte Rocky 4:„Hier ist ein Gleis!”
„Was?”
„Wo?”
„Wie?”
„Wie sieht es aus?”
„Ist es befahrbar?”
Daraufhin riefen alle durcheinander, einige der Meinung, dass sie jetzt doch nicht weiter könnten, andere wollten sich direkt auf den Weg machen.

„Alle Mal hörheren!”, rief Buffy über den Lärm hinweg und tatsächlich verstummten sofort alle und wandten sich zu dem Buffettwaggon, die kurz einen Blick mit Belle wechselte, welche ihr zunickte,„Also, ich muss euch etwas sagen, hört jetzt einfach zu. Ich glaube, ich weiß, was mit Duvay passiert: Control hat sie vergessen und Starlight schickt seine Kraft nicht mehr durch sie hindurch, aber warum?
Ich glaube, dass die Menschen damit zu tun haben, dass auch ihre Erfahrungen mit uns Starlight die Kraft geben, die er dann in uns schickt, natürlich nicht die ganze, aber das würde erklären, warum Duvay noch lebt, aber nichts mehr tun kann, Starlight schickt seinen Teil der Kraft noch durch sie hindurch, doch ihm fehlt die Kraft von den Erinnerungen der Menschen, die er ihr sonst noch geben würde!
Und wenn wir jetzt losgehen, einen neuen Bahnhof finden, bekommen wir so Duvay vielleicht wieder auf die Beine und beugen vor, dass uns das allen früher oder später auch passiert!
Ich weiß, das ist jetzt ziemlich viel und ziemlich wirr, aber ich glaube unsere einzige Chance ist es, jetzt weiterzugehen, wir können eh nicht ewig trauern.”

„Das war zwiemlich viel Information, aber es klingt tatsächlich logisch, ich meine eine derartige Theorie sogar einmal in einem meiner Bücher gelesen zu haben, aber das ist schon sehr lange her”, meinte auch Poppa und auch Belle stimmte nickend Buffy zu.
„Und was machen wir dann jetzt?”, schluchzte Dinah, es war schon schrecklich die beiden Waggons verloren zu haben, aber die Vorstellung, dass ihr – ihnen allen – etwas passieren könnte, wie es mit Duvay passiert war, war genauso schrecklich, wenn nicht noch schlimmer.

„Dann hatte Krupp also Recht”, sagte Volta mehr zu sich selbst, als zu den anderen,„Es gibt keine No-Win-Szenarien, er musste sein Leben geben, aber wir haben hier eine Chance auf ein neues Leben gefunden, wer weiß, wo wir rauskommen, wenn wir dem Gleis folgen, irgendwo muss doch wieder ein Bahnhof kommen, so unwahrscheinlich ist es nicht.”
„Vor allem sieht das Gleis ganz gut aus!”, krähte Hip Hopper 3 dazwischen.

„Gehen wir dann weiter?”, fragte Ashley, der auch langsam kalt wurde, vor allem verdunkelte nun auch noch die hereinbrechende Nacht den Himmel.
„Das sollten am besten Belle und Poppa entscheiden, die sind am erfahrensten”, entschied Buffy und schaute die beiden auffordernd an.
„Wir besprechen das kurz Mal, komm Belle”, sagte Poppa und verschwand mit Belle etwas abseits.

„Mal sehen, ob wir weitergehen oder nicht”, sagte Hashamoto zu den anderen.
„Wir müssen abwarten, sie kommen bestimmt gleich wieder”, und tatsächlich hatte Volta Recht, denn nur wenige Minuten später tauchten Poppa und Belle wieder aus dem Unterholz auf.

„Also, wir haben uns entschieden, aber ihr müsste alle damit einverstanden sein”, dabei schaute Poppa vor allem Purse und Volta an, die direkt betrübt den Kopf senkten,„Belle und ich sind uns übereingekommen, dass es besser wäre weiterzufahren, vor allem, da Drei meinte, dass das Gleis gut in Schuss sei, vielleicht treffen wir ja schon bald auf einen neuen Bahnhof und auch nach Buffys Erklärung wäre es am besten, jetzt weiterzugehen, seid ihr alle damit einverstanden?”

Purse spürte, wie alle Blicke auf ihm, Volta und Dinah ruhten:„Ja, wegen mir können wir weiter.”
„Krupp hätte uns auch dazu aufgefordert weiterzugehen”, fügte Volta noch leise hinzu.
„Ja”, Dinah atmete einmal tief durch,„Wir können eh nichts mehr daran ändern, also sollten wir uns wenigstens selbst noch retten, also, wir können gehen.”
Bei diesen Worten des Speisewagens schauten sich Buffy und Ashley überrascht an, so etwas hätten sie von Dinah nicht erwartet, aber sie hatte Recht, also nickten sie.

„Na dann. Dann gehen wir am besten schnell los, Hashamoto geh du diesmal nach vorne”, und so stellten sich alle wieder auf das neu entdecke Gleis, in derselben Reihenfolge, wie davor, nur hatten Hashamoto und Weltschaft die Positionen getauscht und ganz am Ende fehlten Krupp und Red Caboose.

„Auf geht's!”, rief Hashamoto und fuhr mit Hilfe der anderen Loks langsam an.

Volta schaute noch einmal zurück auf den Steinhaufen, doch dann drehte sie sich wieder um, wischte sich eine Träne von Gesicht und schaute von da an nur noch nach vorne.


Die Zeit der Fahrt durch den tiefen Wald verlief schweigend, alle trauerten um die zwei verlorenen Waggons und hingen ihren eigenen Gedanken nach, sie alle waren bedrückt, aber sie mussten weiter, also fuhren sie, Hashamoto vorweg, so lange einfach weiter und schwiegen sich gegenseitig an.

Zumindest bis Hashamoto nach einer ganzen Zeit langsam langsamer wurde:„Leute, da ist eine Weiche und nein, wir teilen und jetzt nicht auf und schicken jetzt auch keinen mehr vor, wir bleiben jetzt zusammen”, beschloss er direkt, wofür er sofort zustimmendes Gemurmel erhielt.

„Wo sieht es besser aus zum entlangfahren?”, fragte Bobo von hinten, er war, wie die anderen zu fertig, als dass er jetzt auch noch Weichen vergleichen musste.
„Soll ich das jetzt einfach alleine entscheiden?”, gab der Japaner etwas entsetzt zurück.
„Exakt.”
„Poppa?”
„Ja, entscheide du es.”
„Wenn's denn sein muss...”, Hashamoto brauchte sich nicht einmal hinzuknien, das Gleis, das nach links wegführte war in einem schrecklichen Zustand, also ging es geradeaus weiter,„Na dann, einfach gerade weiter.”, teilte er seine Entscheidung auch den anderen mit, atmete noch einmal durch und fuhr dann wieder an, er hätte nie gedacht, dass es so schwer sein würde, einen Zug zum Anfahren zu bringen, aber er war ja auch sehr lang, ohne die Hilfe der anderen, hätte er das niemals geschafft, das musste er zugeben.


Nach einer Weile lichtete sich der Wald etwas und es kam ein leichter Wind auf, der einen neuen Geruch mit sich brachte.
„Was ist das für ein Geruch?”, brach Dinah das Schweigen.
„Das ist... Das ist”, begann Rocky 2.
„Das ist Meer, es riecht nach Salzwasser”, kam Weltschaft ihn zuvor.
„Aber was macht das Meer hier?”, wollte der Prince of Wales wissen
„Erstens trägt Wind ziemlich weit Gerüche mit sich und zweitens sind wir echt lange gefahren, in eine Richtung, in die vor uns, soweit ich weiß, noch niemand ist, zumindest nicht von unserem Bahnhof, Zivilisation ist hier sicher auch irgendwo, es ist so natürlich möglich, dass hier bald das Meer kommen könnte.”, erklärte Poppa.

„Hier geht es hoch! Achtung! Aber vielleicht sehen wir dann mehr!”, rief in diesem Moment Hashamoto von vorne und tatsächlich kamen sie nun an einen Steigung, was das Ziehen des Zuges nicht leichter machte und so musste Hashamoto sich noch mehr anstrengen, damit der Zug nicht anhielt und wieder den Berg herunterrutschte.

Doch nach einiger Zeit hatte er es mit Hilfe der anderen bis nach oben geschafft und blieb staunend stehen:„Wow, das müsst ihr euch anschauen!”

Die Aussicht von dem Gipfel des kleinen Berges war gigantisch: In der Ferne konnten sie den Mond sehen, der schon ziemlich hoch am Himmel stand und sich tatsächlich in einer weiten Wasserfläche, dem Meer, spiegelte.

Doch nicht nur das brachte die Waggons und Loks so zum Staunen, denn direkt am Fuße des Berges streckte sich ein riesiger Bahnhof von rechts nach links.
Der Bahnhof war wirklich gigantisch, noch größer, als ihr ehemaliger Heimatbahnhof und dieser war schon groß gewesen.
Und die ganzen Lichter die dort unten Leuchteten verstärkten diese Atmosphäre, die sich nun um die  ganzen Ausrangierten legte, noch: Überall waren erleuchtete Depots oder Lampen, die die Gleise beleuchteten, sowie vereinzelte Signallichter, die größtenteils rot leuchteten.
Es war gigantisch.


„Wow”, staunte Hip Hopper 1 nur.
„Das ist riesig, wow, einfach nur wow”, so einen Bahnhof hatte auch Bobo noch nie gesehen und er in seinem Leben schon durch sehr viele Bahnhöfe gekommen.
„Ob die wohl Verwendung für Waggons und Züge wie uns haben?”, fragte sich Dinah direkt und tatsächlich leuchteten ihre Augen wieder, genauso wie die von Purse und Volta, denn alle drei wussten, dass Krupp und Caboose auch mit ihnen staunen und sich freuen würden, wären sie noch unter ihnen.

„Das werden wir wohl bald erfahren”, Belle deutete auf eine Gestalt, die sie anscheindend bemerkt hatte und nun zu ihnen den Berg hochgefahren kam.
„Jetzt können wir nur noch hoffen”, sagte Buffy, ergriff Bobos Hand und drückte sie einmal fest,„Mal sehen, was er oder sie sagen wird...”


Und so standen Ashley, Dinah, Belle, Vicki, Lin, Hip Hopper 1, Hip Hopper 2, Hip Hopper 3, Rocky 1, Rocky 2, Rocky 3, Rocky 4, Volta, Purse, Poppa, Hashamoto, der Prince of Wales, Weltschaft und Buffy da und schauten dem anderen Zug erwartungsvoll gemeinsam entgegen.



Aber ist das jetzt das Ende?

Oder doch ein ganz neuer Anfang?



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Okay, okay, das ist noch nicht ganz das Ende, im Laufe der Woche oder der Nächsten werde ich noch einen kleinen Epilog hochladen, ich wollte das nur noch sagen, bevor ihr jetzt schon mit der Geschichte abschließt :)

Alles Liebe

Ann
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