Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Ende?

GeschichteDrama, Mystery / P12 / Gen
Belle Buffy Caboose Hip Hopper Krupp Volta
25.09.2019
11.05.2020
20
43.870
4
Alle Kapitel
67 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
23.04.2020 2.297
 
Kapitel 18 Gefahr




Volta sah nur noch, wie Krupp und Caboose in die Tiefe gezogen wurden, sie hörte ihre Schreie, doch helfen, das war in keiner Weise möglich.

„Krupp!”, schrie sie noch einmal und lehnte sich über die Abbruchkante, auch wenn sie damit nichts bewirken konnte, tat sie es, doch sie sah nur noch eine unerreichbare Hand in den Tiefen verschwinden.



Diesen Schrei hatten sogar die Personenwagen und Frachtwaggons am anderen Ende der Wand gehört:„Oh mein Starlight.”
„Wisst ihr, was passiert ist?”, wollte Hip Hopper 2 wissen und starrte Dinah, die entsetzt in die andere Richtung schaute, an.
„Ja”, stotterte der Speisewagen, dich sie konnte keinen vollständigen Satz herausbringen.

„Ich kann es mir zumindest denken”, meinte Buffy.
„Was denn?”
Buffy atmete durch, wenn es wirklich das war, was sie vermutete, war das keinesfalls gut:„Der Schrei. Er hat sich nach Volta angehört, warum sollte Volta 'Krupp' schreien, wenn nicht etwas passiert ist? Krupp war ganz hinten im Zug, vor Caboose und die beiden meinten doch, dass auch bei ihnen ein Fluss wäre”, sie machte eine kurze Pause,„Also, wenn alles gut wäre würde Volta nicht nach ihm rufen, also muss definitiv etwas passiert sein, der Schrei klang nicht nach Freude.
Ich glaube, dass Caboose und Krupp von dem Fluss bei ihnen mitgerissen wurden.”

„Was?”, der blaue Hopper so wie die anderen waren entsetzt, dass Buffy so einfach das ausgesprochen hatte, was sie alle schon längst gedacht hatten, doch das aus den Mund eines anderen Waggons zu hören, war noch einmal viel schlimmer.

„Heißt... Heißt das...”, Dinah konnte ihren Satz nicht beenden.
„Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich, was meinst du Belle?”
„Also, wenn sie meint, dass die beiden gestorben sind”, während diesen Worten von Belle nickte Dinah kurz,„wäre das ziemlich wahrscheinlich, ich kann es aber nicht mit Sicherheit sagen, das steht fest, wenn sie von irgendetwas aufgefangen wurden, wobei das ist eher unwahrscheinlich, weil der Fluss schon ziemlich heftig aussieht von hier, da hat sich bestimmt nichts verhangen.”

„Wie kannst du das alles nur so kalt und unbeteiligt sagen?”
„Das auf die Lebenserfahrung, ich könnte dir, Rocky, jetzt Lügen auftischen und sagen, dass sie bestimmt überlebt haben, aber wir eh ohne sie dann weiter müssen, oder sie später finden und dann ist dir Trauer noch viel größer, als wenn ihr einfach jetzt schon damit abschließt.”
„Du verstehst das nicht! Trauer wird immer da sein!”
„Bitte, bleib jetzt ruhig und brech hier keinen Streit vom Zaun, das könnten wir hier jetzt noch weniger gebrauchen.”



Volta klammerte sich noch immer im Schock mit den Händen an den Boden, was sollte sie jetzt noch tun, sie hatte Krupp schon wieder verloren, er war immer wie ein Bruder für sie gewesen, auch wenn er immer so kalt und hartherzig schien, war er ihr doch in den vielen Jahren ans Herz gewachsen und jetzt hatte sie ihn gerade wieder, jetzt war er schon wieder fort, womöglich für immer.
Ziemlich wahrscheinlich für immer.


Auch Purse stand unter Schock, er hatte das alles auch aus nächster Nähe mitbekommen und er war tatenlos daneben gestanden, hätte er wenigstens Volta früher losgelassen, dann hätte sie noch ein Chance gehabt, die beiden festzuhalten, aber nein, wieder hatte er, Purse, der Geldtransporter, alles vermasselt, wie immer.



Derweil hatte der Regen nachgelassen und man konnte die 20 Züge und Waggons, die bunt gemischt an die Felswand gedrückt dastanden wieder besser sehen, es nieselte nur noch etwas, doch der Himmel war grau, so grau, traurig und bedrückt, wie die Laune der Züge.

Es war still, so still wie lange nicht mehr, man hörte nur noch den Regen plätschern, selbst die Frachtwaggons waren verstummt.

Dinah klammerte sich im Schock dicht an Ashley und Buffy, welche beruhigend auf sie einmurmelten.

Weltschaft überschüttete sich mit Schuldgefühlen, da er es war, der Caboose in den Abgrund gestoßen hatte, wäre er nur stehen geblieben, dann wäre das alles nicht passiert.

Ebenso ging es Purse, der Volta zu lange festgehalten hatte und sich deswegen jetzt die schlimmsten Vorwürfe machte.


Und Volta kniete immer noch an der Kante und ihr liefen stumme Tränen an den Wangen herunter, doch mit der Zeit versiegten auch diese, genauso wie die beiden Wasserfälle und sie ließen nur noch einen Weg aus Schlamm und Geröll ins Tal zurück.


Nachdem es auch aufgehört hatte zu winden, begab sich Hashamoto langsam zu Volta, er müsste ihr einfach helfen:„Hey Volta, komm her”, langsam und vorsichtig legte er seinen Arm um sie und zog sie zu sich nach oben,„Es wird alles gut.”
„Nein...”
„Doch, das wird es.”
„Aber... Aber wie? Krupp ist gestorben! Er war für mich wie ein Bruder!”, sie drehte sich zu ihm um und starrte ihn mit traurigen, eisblauen Augen an.
„Da müssen wir alle irgendwann durch”, Hashamoto strich ihr noch eine Träne von der Wange,„Aber schau, wir müssen weiter, wir können hier nicht länger stehen, es ist kalt und hier können wir nicht bleiben, der Weg hier ist immer noch zu schmal.”

Volta schüttelte sich und kniff die Augen kurz zusammen:„Ich kann nicht sagen, dass du nicht Recht hast, aber...”, sie atmete tief durch,„Aber trotzdem, das war jetzt zu viel für mich.”
„Bitte Volta, es wird alles gut werden, du hast ja immer noch mich und ich bleibe da. Versprochen!”
„Ach Hash... Ich weiß, wir müssen weiter, wir können nicht nur wegen mir hierbleiben und nichts tun, schau, es hat sogar aufgehört zu regnen, wir müssen einfach weiter, sonst passiert noch mehr von uns sowas.”


„Aber Poppa! Was ist, wenn sie noch leben und wir sie jetzt einfach da unten liegen lassen?”
„Dinah, komm, so einen Sturz überlebt doch niemand”, die alte Dampflok war sich sicher, dass sie weiterfahren mussten, noch länger hier zu stehen, wäre nicht gut für sie, schon gar nicht für den vierten Frachtwagen, der immer blasser wurde und nur noch in die Gegend starrte.


„Und wenn doch? Wir haben immerhin auch alle den Sturz von der Brücke überlebt, falls du das noch nicht vergessen hast!
Wenn wir sie jetzt einfach hierlassen und weitergehen, dann bist DU Schuld, wenn sie sterben!”
„Versteh doch, wenn wir da nach unten gehen, bringen wir uns selbst in Gefahr, schau die nur Mal den Weg nach unten an, das ist ein gutes Stück und er ist voll mit Schlamm, Steinen und Stöcken, das würden wir niemals schaffen.”
„Doch! Dann geh ich halt alleine!”
„Poppa, Dinah, ich bin auch der Meinung, wir sollten da nach unten gehen”, mischte sich noch Belle in den Streit ein.
„Da?! Nach unten? Das mach ich nicht!”, widersprach der Prince of Wales.
„Oooo, der Engländer ist sisch wohl Mal wieder zu fein für so etwas! Will sisch wohl nicht den Lack schmuzisch machön!”, giftete Bobo in Richtung des Engländers.

„Leute!”, rief Weltschaft,„Wie wäre es denn mit 'nicht streiten'? Unsere Situation fordert schon genug! Und vor allem müssen wir da wohl runtergehen, weil hier geht es nicht weiter! Das Fluss-Dings hat hier mit einem riesen Stein die Gleise, die zwar eh schon weg waren, aber eben den Weg, auf dem es weitergegangen wäre, versperrt! Hier geht es eh nicht weiter, also müssen wir wohl da lang! Ich kann auch Duvay helfen”, fügte er mit einem Seitenblick zu dem Schlafwagen hinzu.

„Wo er Recht hat, hat er Recht, da ist wirklich kein Vorbeikommen”, merkte auch Hip Hopper 1.
„Na dann, auf, wir gehen da runter! Aber vorsichtig! Ich will nicht, dass noch jemandem etwas zu stößt und der Weg sieht ziemlich gefährlich aus!”, gab Poppa nun doch das Kommando und schickte Bobo dieses Mal nach vorne.

„Das ist echt gefährlisch 'ier”, stimmte dann auch Bobo zu, nachdem er sich einen Stock gegriffen hatte und sich nun langsam auf den Weg den Anhang hinunter machte,„Ihr müsst wirklisch vorsichtisch sein!”, rief er und reichte Dinah, die sich direkt nach ihm der Gefahr ausgesetzt hatte, eine Hand, um ihr über einen Vorsprung zu helfen.

Nach und nach arbeiteten sich die beiden ihren Weg nach unten und auch die anderen Züge und Waggons folgten ihnen mit mehr oder weniger Problemen.

„Achtung!”, rief Weltschaft,„Kann Mal jemand kurz Duvay heben!”
„Was ist?”, murmelte diese, die tatsächlich während dem ganzen Trubel immer wieder kurz zu Bewusstsein gekommen war.
„Ich kann!”, rief Hashamoto zurück, der mit einer Hand der immernoch aufgelösten Volta half und mit der anderen nun Duvay so stützte, dass Weltschaft sich über einen Ast schwingen konnte.

Bei diesem Manöver rutschte der Deutsche jedoch aus und schlug mehrere Meter unter ihm wieder auf.
„Bei Starlight! Alles gut, Weltschaft?”, Weltschaft war direkt neben Ashley aufgekommen, die sich auch direkt zu ihm hinkniete.
„Jaja, mir geht's gut”, schwerfällig rappelte sich die Bundesbahnlokomotive wieder auf und strich sich mit der Hand das Blut aus den Augen, dass von einer Wunde an seiner Stirn tropfte, doch er machte sich direkt wieder auf den Weg zu Hashamoto, um ihm Duvay wieder abzunehmen.

Bei den Frachtern lief das derweil besser, denn selbst Rocky 4 war wieder mehr bei Bewusstsein und so halfen sie sich gegenseitig den Berg hinunter, was einerseits schwer war, da sie keine Schienen hatten, doch zum Glück waren die sieben Waggons gut beweglich und so konnten sie sich andererseits gut an Steinen und Ästen festhalten oder sich um sie herum schwingen.


Währenddessen waren die ersten auch schon langsam am Fuße des Berges angelangt und ihnen fiel direkt ein riesiger Stein auf:„Wow, also der ist groß!”
„Stimmt Dinah, da hast du Recht.”
„Wie viel Kraft so ein Fluss hat”, staunte auch Buffy, als sie sich die verschiedenen Haufen aus Ästen und Steinen genauer ansah.
„Und wo sind Caboose und Krupp jetzt?”, wollte Bobo wissen.
„Da sie hier nicht liegen, müssen sie wohl verschüttet worden sein”, stellte Buffy fest.

„Achtung!”, rief auf einmal Belle und kam strauchelnd von den letzten Metern des Anhanges auf sie zugerannt.
„Nicht so schnell!”, rief Poppa und versuchte sie noch aufzuhalten, doch er war zu spät und so stieß Belle mit voller Wucht in Bobo und die beiden blieben auf dem Boden liegen.

„Au! Das nächste Mal etwas vorsischtiger, wenn ich bitten darf!”, beschwerte sich der Franzose direkt und richtete sich wieder auf und auch Belle machte sich daran sich wieder  hinzustellen.


Derweil hatte Dinah etwas rotes unter einem der Steinhaufen gesehen:„Leute! Ich brauche eure Hilfe! Ich glaub ich hab Caboose gefunden!”, und sofort machte sie sich an die Arbeit, die Steine und Äste von dem roten Bremser herunterzuräumen.
„Wo?”
„Hier Ash!”, Dinah winkte die anderen wild zu sich, welche auch sofort kamen und hier beim Wegräumen der Steine halfen.


Nur Volta und Purse nicht, diese suchten lieber weiter nach Krupp, der bis jetzt unauffindbar war, doch irgendwo hier musste er ja liegen.


Nach kurzer Zeit, war Caboose komplett von den Steinen und Ästen befreit und Dinah und Belle stürzten direkt zu ihm.
„Caboose! Komm Caboose! Rede mit mir! Mach die Augen auf!”, schrie Dinah ihn an, doch vergeblich, der Bremser zuckte nicht einmal mit der Wimper und so fasste sich Dinah ein Herz und rüttelte heftig an ihm,„Komm schon! Wach auf!”

„Dinah”, Belle hatte sich neben sie und Caboose gehockt und sich den Bremser auch schon genauer angeschaut,„Dinah, du kannst es lassen, es wird nichts mehr helfen”, sagte sie bedrückt.
„Ist er...?”
„Ja, da kann auch ich nichts mehr machen, wenn seine Maschinen nicht mehr arbeiten”, sie wandte sich an alle,„Es tut mir leid”, dann stand sie auf und ließ Dinah alleine neben Caboose zurück.

„Dinah, Schatz, komm her”, Ashley hatte den Bremser nur besonders gerne gehabt, also traf sie sein Verlust nicht besonders, sich sie wusste, dass Dinah immer Spaß daran hatte, seinen Geschichten zuzuhören und so versuchte sie jetzt ihre alte Freundin zu beruhigen.



„Er muss doch hier irgendwo sein! Caboose wurde doch auch gefunden!”, rief Purse währenddessen verzweifelt,„Wo haben wir denn noch nicht gesucht?”
„Nur unter den großen Stein nicht”, antwortete Volta und lief auch direkt dorthin,„Purse, wir müssen ihn zur Seite schieben!”
„Müssen wir nicht...”
„Warum?”
„Weil Krupp dahinten liegt, in Gebüsch”, sofort machten sich die beiden auf den Weg zu dem Körper des Rüster, dessen Oberkörper noch aus dem Gebüsch schaute.

„Krupp! Lebst du noch?”, fragt Volta direkt und richtete ihn auf.
„Nicht mehr lange”, stöhnte dieser zurück.
„Doch, du schaffst das!”
„Nein, Volta, hör mir jetzt zu!”
„Es war alles meine Schuld, ich bin an allem Schuld”, sagte dabei Purse immer wieder vor sich hin.

„Nein ist es nicht, jetzt hört halt Mal zu”, begann Krupp,„Es tut mir Leid, es liegt in meiner Natur, andere zu retten, das ist die Pflicht eines Rüstungswagens. Ich musste einfach reagieren und vor allen wollte ich euch beide retten, ich hätte es nicht ertragen, wenn ihr auch noch abgestürzt wärt”, er drückte noch einmal Voltas Hand,„Ihr wart immer meine Familie, es tut mir Leid”, brachte er noch hervor und dann schlossen sich seine Augen.
Für immer.



=====================================

Guten Tag,

Ich muss jetzt zumindest ganz kurz noch etwas, zu diesem Kapitel sagen:
Ich hoffe, ihr reißt mir dafür nicht den Kopf ab, vor allem bei meiner einen Review-Schreiberin könnte ich mir sowas ziemlich gut vorstellen, ich verbarrikadier mich dann schonmal zum Schutze bewaffnet in meinem Zimmer haha

Aber nein ernsthaft, einerseits hat es mich innerlich zerrissen dieses Kapitel zu schreiben, vor allem, weil es mir im vorherigen so einen Spaß gemacht hat Krupp zu schreiben und Caboose auch immer toll zu schreiben war, aber andererseits hat es mir auch irgendwie doch gefallen es so zu schreiben, wobei ich anmerken muss, dass ich zuerst eine andere Variante ausprobiert hat, die dann aber wirklich in meinen Augen GAR NICHT ging...

Und eine Szene hab ich dann aber doch draußen gelassen und zwar eine (seeeeehr) detaillierte Beschreibung, wie Caboose da liegt und wie sein Zustand genau ist haha


Das war's auch schon, viele liebe Grüße,

Ann
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast