Wild like a hurricane

GeschichteRomanze / P18
Edward Anthony Masen Cullen Isabella "Bella" Marie Swan
25.09.2019
11.11.2019
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Und weiter geht’s!


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Bella


Schocktherapie.

Ist, wenn man sich total verwirrt zu Edward rennt, kein gerades Wort herausbekommt und er einen einfach in die Arme nimmt.

Einfach so, ohne nachzufragen, ohne Verhör, ohne Stirnrunzeln. Als wäre es das Normalste der Welt.

Schocktherapie ist, wenn man danach ein wundervolles Schaumbad bekommt, dem eine perfekte Massage folgt.

Schocktherapie ist, wenn man gerade dabei ist, sich ein verdammtes Sandwich zu schmieren, weil einem aufgefallen ist, dass man heute noch nichts gegessen hat, und sich von hinten langsam Hände über die Hüften, den Bauch und weiter hinab schieben.

Hände, die genau wissen, was sie tun müssen, damit es wirklich, wirklich gut wird.

Schocktherapie ist, wenn man sanft vorn über gebeugt wird und dann diesen großen, wirklich großen Penis an sich spürt, der sich mit Finesse in einen hineinschiebt. Langsam, so langsam, dass man allein davon kommen könnte.

Schocktherapie ist, wenn einem dann sprichwörtlich das Hirn rausgevögelt wird – und nein, ich hab keine Ahnung, seit wann ich diese Dinge so bezeichne, ich weiß nur, dass es Tatsachen sind, dass sie den Nagel perfekt auf den Kopf treffen.

Schocktherapie ist, wenn man Sex hat.

Viel Sex.

Den besten Sex von allen.

Eine perfekte Therapie von allen Schocks die diese Welt einem zufügen kann, ist es, wenn man irgendwann total wund und zufrieden einschläft. In warmen, samtweichen Armen, die einen halten und schützen und die dafür sorgen, dass man wenigstens für den Moment nicht länger nachdenken muss. Weil es ist, als wäre die Welt für eine Weile angehalten worden, als wäre sie gegenstandslos, als könnte nichts, absolut gar nichts passieren, weil man für den Moment sicher ist.

* * *


Ich werde wach, weil etwas an meiner Hand nestelt.

Okay, es ist Edward, wer sollte es sonst sein? Noch im Halbschlaf, mit einem Lächeln auf den Lippen, mich leicht dehnend, spüre ich kühles Metall um meine Handgelenke und höre das Klicken.

Als ich die Augen aufreiße, klickt es noch mal.

»Edward?«

Er taucht über mir auf. »Fuck, ich liebe dein Bett«, murmelt er und ich begreife, dass ich meine Hände nicht bewegen kann. Momentan hasse ich mein Bett, wegen der Querstangen, an denen man so genial Handschellen befestigen kann.

Ich … ich bin überfordert.

Ich … ich mag es nicht, mich nicht bewegen zu können. Das hat nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun, sondern eher mit einer handfesten Klaustrophobie, die ich nie wirklich hinter mir lassen konnte.

Seine Lippen streifen meinen Hals. »Du riechst so gut«, flüstert er weiter, eine Hand schiebt die Decke beiseite, sodass ich nackt vor ihm liege. Er umschließt meine linke Brust, sorgt dafür, dass er mit der Handfläche die harte, feste Spitze berührt, und stöhnt leise. »Ich kriege von dir nicht genug, egal was ich tue. Ganz ehrlich? Ich will auch gar nicht genug von dir bekommen.  Und jetzt werde ich dich halb totficken, Baby.«

Nein.

In meinem Kopf erhebt sich ein lautes, großes, lebendiges Nein.

Ich will nicht.

Ich bin immer noch fertig von gestern, ich brauche Ruhe, ich will frühstücken, einen Kaffee, ich will mich bewegen, ich klebe und rieche garantiert auch nicht sonderlich gut. Nicht nach all dem, was er heute Nacht mit mir angestellt hat. Ich … ich will einfach nicht.

»Fuck, wenn du wüsstest, wie sehr ich dich brauche, wie gut du tust.« Edward kniet zwischen meinen Beinen, die er weit gespreizt hat, und berührt mich dort, wo ich so verräterisch feucht bin. Warum kann mein Körper nicht einmal die Signale senden, die mein Kopf ihm vorgibt?

Warum kann ich nicht einmal, ein einziges Mal nicht auf ihn reagieren?

»Du wirst den ganzen verdammten Tag so bleiben. Und ich werde dich ficken. Und noch mal ficken. Bis du diesen ganzen Scheiß mit Cullen ein für alle Mal vergessen hast.«

Er ist über mir und im nächsten Moment ist er in mir.

Tief.

Groß.

So groß, dass er mich zu sprengen droht. Die Handschellen klirren, weil ich mich versteife, verkrampfe, sogar versuche, ihm auszuweichen, doch er bemerkt es nicht, während er schnell und hart in mich hineinstößt.

Nach ein paarmal umfasst er meine Schenkel, sorgt dafür, dass meine Beine noch weiter gespreizt sind und er tiefer kommt.

Und noch tiefer.

Und ich sage nichts.

Kein einziges Sterbenswörtchen.

Weil er mir dabei erzählt, wie gut ich ihm tue, und wie gern er in mir ist, und wie froh er ist, dass es mir genauso Spaß macht wie ihm. Wie grausam es wäre, wenn es sich anders verhielte.

Und wie dankbar er ist, dass ich ihn neulich in seiner Wohnung überfallen und nicht lockergelassen habe.

Sein Finger, der Kreise um meinem Lustpunkt zieht, sorgt dafür, dass ich komme, dass ich dem Höhepunkt nicht ausweichen kann, dass ich mich um ihn herum zusammenziehe und kurz und fast schmerzhaft explodiere.

Keine Chance, dem zu widerstehen.

Keine Chance, ihm zu widerstehen.

Verdammt!

Ich spüre diese einzelne, winzige, so verräterische Träne aus meinem linken Auge sickern, wende hastig das Gesicht ab, damit er sie nicht sieht, und weiß, dass ich verloren habe, als er erstarrt. Noch halb in mir, im Grunde ist es schon eine Leistung, dass er sich in dieser Stellung halten kann.

»Bella?«

Nein, frag nicht! Hör mit dieser verdammten Fragerei auf!

Ich will ihn anbrüllen, will ihn angiften, damit er mich nicht noch so dämlich fragt, sondern zu Ende bringt, was er angefangen hat. Damit ich endlich meine Hände wiederbekomme, denn ganz ehrlich, es ist nicht gerade angenehm, sie in diesen starren, metallenen Fesseln zu haben. Und ganz bestimmt nicht sexy.

Unter sexy versteh ich mal was ganz anderes. Aber völlig. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was an der derzeitigen Situation gefallen sollte.

Natürlich hört er nicht auf mich.

Natürlich macht Edward was ganz anderes.

Vielleicht wäre er auch nicht so bedeutend in meinem Leben, wenn es anders wäre.

Denn anstatt weiterzumachen, es zu Ende zu bringen, umfasst er mein Kinn und zwingt mich, ihn anzusehen.

Nein, ich will nicht.

Alles, aber nicht in seine Augen sehen.

Nicht jetzt.

Verdammt!

»Was ist los?« Es klingt lauernd.

»Nichts.«

Mit dem Zeigefinger seiner linken Hand fängt er eine neue Träne auf und betrachtet sie. »Das ist nicht nichts.«

Nein, ist es nicht. Verdammt, verdammt, verdammt! Warum sieht er mich so an? Warum kann er nicht woanders hinschauen? Aus dem Fenster, zum Beispiel. Das wäre doch gut.

»Bella?«

Ja, so heiße ich, aber wenigstens für den Moment will ich das einfach vergessen. Denn ich … ich will ihn nicht enttäuschen. Alles, aber nicht das. Und wenn ich ehrlich bin, dann werde ich ihn enttäuschen. Daran führt kein Weg vorbei. Wer hat sich das nur ausgedacht und wann noch mal bin ich eigentlich in diese spezielle Falle gegangen? Und warum tun diese verdammten Handschellen nur so weh, hätte er keine mit Fellbesatz nehmen können, und warum ist er immer noch in mir und bewegt sich nicht?

Und warum – WARUM schaut er mich immer noch an?

Edward


Hätte nicht gedacht, dass ich so schnell die Grenze erreichen würde. Und das, wo ich sie gar nicht erreichen oder gar überschreiten wollte. Es war nicht viel mehr als eine Theorie, ein Plan B für den Fall der Fälle. Nicht wenig verblüfft bin ich auch, denn ich hätte nicht geglaubt, dass sie so ein Weichei ist. Dass sie so verklemmt ist. Dass sie sich wegen … wegen so einer Kleinigkeit fast in die Hose macht.

Genau genommen pisst mich das nicht wenig an.

Gut, es ist Isabella – fucking – Swan, die wahrscheinlich irgendwann in die Klosterschule gegangen ist, die keinen Schimmer von nichts hatte, bevor sie mich traf, die noch immer ziemlich unbedarft ist, wie ich gerade bemerkt habe. Ich … könnte weitermachen, könnte einfach so tun, als hätte ich nichts bemerkt und meinen Willen durchsetzen. Schließlich tut sie ja alles, damit ich nichts von ihrem Widerwillen bemerke, oder? Zugegeben, sehr erfolgreich ist sie nicht, aber sie gibt sich Mühe.

Ganz die kleine devote Prinzessin, die sie ist. Ja, Bella lebt nach dem Motto: Immer schön auch noch die andere Wange hinhalten und bloß nichts tun, was den großen Sexgott verärgern könnte, denn ansonsten wird er gehen. Sie ist genau das Gegenteil der irren Ausgabe einer Frau, mit denen ich es früher öfter mal zu tun hatte. Die Art, die es gar nicht brutal genug haben und bekommen kann. Warum sind es immer die Extreme? Wann treffe ich mal eine Frau, die einfach weiß, was sie will, die das mit mir abklärt und genau bis dorthin geht, vielleicht ein bisschen an den Grenzen experimentiert, aber immer sofort sagt, wenn ihr das Ganze gehörig gegen den Strich geht? Okay, die heiße Rose wäre so eine Kandidatin gewesen, aber ich will nicht gerade jetzt an eine andere Frau denken. Jetzt, wo ich die, die mir wirklich nicht egal ist, gerade beim fucking Lügen erwischt habe.

Was mich nebenbei bemerkt noch ein bisschen wütender macht.

Nicht nur, weil ich jetzt meinen Plan, den ich für heute hatte – nur schemenhaft, wie gesagt, Pläne gehören nicht wirklich zu meinem Leben – nicht umsetzen kann, sondern auch, weil sie mich anlügt.

Weil sie Schiss vor mir hat.

Weil sie … lieber irgendeine Scheiße erträgt, stumm und mit niedergeschlagenen Lidern, demütig und leidensbereit, als mich zu stoppen, klar und deutlich Nein! zu sagen und ihren Willen durchzusetzen.

Und weil mich genau das unglaublich anturnt.

Ja, tut es.

Ich war schon immer irre, schon immer krank, schon immer ein bisschen gestört. Habe nie was anderes behauptet. Sie so zu sehen, macht mich an, es turnt mich an, in meinem Hirn explodieren sofort die nächsten dreihundert Möglichkeiten, was ich alles mit ihr anstellen könnte, die Nummer mit der Zofe ist natürlich ganz vorn mit dabei.

Das ist normal.

Dass ich weitermachen will – jetzt erst recht –, ist sogar total normal.

Dass meine Herzschlagrate sich inzwischen verdreifacht zu haben scheint – ist normal.

Dass ich gar nicht genug von ihr und ihrer Leidenstour bekommen kann – ist normal.

Dass ich aber nichts von dem, was ich will tue – das ist weniger normal.

Dass ich ihn nach kurzem Hartwerden schrumpfen spüre – ist sogar fucking unnormal. Der Typ schrumpft nicht, schon gar nicht, wenn ich in einer – Achtung: total nassen – Pussy bin, die nur darauf wartet, dass ich sie kommen lasse. WIEDER – muss man ja auch mal bemerken, sie ist vor ein paar Minuten zum ersten Mal gekommen. Problemlos. Also von Nicht-wollen kann keine Rede sein. Ihr Kopf ist das Problem, und den schiebt man am besten zur Seite, indem man weiter fickt. Und weiterfickt. Immer und immer weiter.

Aber genau das tue ich nicht, sondern ziehe das widerliche schlaffe Teil aus ihr heraus und betrachte sie stirnrunzelnd, bevor ich mich heiser räuspere. »Was ist los?«

Sie meidet meinen Blick, was mir gleich noch mehr auf die Eier geht. Fuck! Warum können die Leute nicht einfach darüber sprechen? Es ist doch nur Sex, verdammt!

NUR!

Sex!

»Jetzt sieh mich verdammt noch mal an und sag mir, was nicht gestimmt hat!«, herrsche ich sie an, denn mit diesem Schweigen treibt sie mich in den Wahnsinn. Inzwischen ist »angepisst« kein Ausdruck mehr. Stinksauer trifft es eher. Wie kann man in ihrem Alter nur so verdammt verklemmt sein?

Schön, jetzt heult sie erst richtig, wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein, wenn wenigstens der Kelch einmal – ein einziges, beschissenes Mal – an mir vorüber gegangen wäre. Erfahrungsgemäß ist so schon gar keine vernünftige Unterhaltung möglich, was mich gleich noch mehr anpisst.

Überhaupt pisst mich gerade alles an.

Und ich darf es sie nicht spüren lassen.

Warum?

Woher zur Hölle soll ich das wissen?

Mein Blick fällt auf ihre gefesselten Handgelenke, die sich inzwischen verdächtig rot gefärbt haben – weil sie sich dämlicherweise dagegenstemmt, anstatt einfach zu genießen, wie jede andere verdammte Frau. Okay, vielleicht hat das ihr mein Überfall Angst gemacht, warum auch immer, normalerweise turnt sie das doch erst richtig an. Aber, bei Bella-fucking-Swan gibt es anscheinend kein normalerweise. Bei ihr gelten anscheinend die simpelsten Sexregeln nicht.

Ich löse ihre Handgelenke, was sich sofort als nächste saublöde Idee herausstellt, weil sie nun die Hände vor das Gesicht schlägt. Hätte ich sie doch nur gefesselt gelassen, dann hätte sie irgendwann schon gesprochen.

Relax!, schnauze ich mich an. Denke um, denk anders, versuche, sie zu verstehen.

Auch eine schlechte, weil undurchführbare Idee, denn ich habe keinen verdammten Schimmer, was los ist. Irgendwann bin ich soweit, sie schütteln zu wollen, weil sie immer noch heult. Ich bin mir nicht sicher, aber vermutlich wurde noch nie ein Problem aus der Welt durch Heulen geschafft. Was aber ein paar Milliarden Frauen und ein paar Männer wohl nie begreifen werden.

Und so stehe ich irgendwann auf, bereite zwei Tassen Kaffee zu und kehre erst nach fünf Minuten vorsichtig ins Schlafzimmer zurück.

Das Experiment ist geglückt, sie hat sich beruhigt. Wenigstens etwas.

Ich setze mich auf die Bettkante, reiche ihr eine Tasse, die sie sogar gnädig akzeptiert und mit bebenden – BEBENDEN! – Lippen einen Schluck nimmt. Dabei sieht sie mich natürlich nicht an.

Natürlich hält sie den Blick gesenkt.

Natürlich hat sie Skrupel, sich dem bösen, bösen Mann zu stellen, der ja auch noch nackt ist.

Natürlich hat sie spätestens jetzt innerlich wieder das Jungfrauenstadium erreicht – da sieht man mal wieder, was so ein paar niedliche Fesselspielchen anrichten können.

FUCK!

In jeder anderen – wirklich jeder! – Situation wäre ich schon lange weg, weil ich so eine Scheiße auf den Tod nicht ausstehen kann und wirklich nicht nötig habe.

Aber ich denke nicht daran, endlich abzuhauen.

Warum auch immer.

»Also, erzähl einfach.« Ja, ich komme mir ein bisschen wie ein Beichtvater vor. Das Gelächter zupft bereits in meiner Kehle, aber ich sage nichts. Nein, ich beherrsche mich, gebe mir Mühe, lege ein besonders interessiertes Gesicht auf. Denn ich will diese kleine Braut knacken. Ich will sie dazu bringen, mitzuziehen, nur so kann ich ihr zeigen, wie heiß es wirklich sein kann.

Nur so kann ich auf meine Kosten kommen.

Und ja, ich will auf meine Kosten kommen. Mit ihr gemeinsam. Ich will sie einfach in meine dunklen, tiefen Abgründe mitnehmen.

»Ich hasse Fesseln«, beginnt sie.

Na, das ist doch ein Wort.

»Das ist … tragisch«, murmele ich, und lasse sie nicht aus den Augen. »Warum?«

Ein fassungsloser Blick trifft mich, dann gleitet er über meinen Körper – unbekleidet, logisch – bleibt an dem total ungefährlichen Schwanz hängen, ehrlich, es ist fast peinlich, wie klein er gerade ist – und richtet sich dann wieder auf ihre Tasse. »Weil ich es hasse, ausgeliefert zu sein.«

Aha.

»Das hat nichts mit fehlendem Vertrauen zu tun«, schiebt sie hastig nach.

Okay, womit dann? Warum pisst es mich so an, dass sie mir nicht vertraut?

»Sondern eher was mit Klaustrophobie. Das ist Platzangst.«

Wow! Für einen ungebildeten Idioten hält sie mich auch.

»Ich … halte es auch nicht in zu kleinen Räumen aus und so.«

Noch immer sage ich nichts, auf diese Taktik bin ich schon vor etlichen Jahren gekommen. Am besten ist es, sie einfach anzuschauen und zuzuhören – interessiert natürlich –, dann rücken sie viel eher mit der Sprache raus. So auch heute.

»Und ich …« Sie beißt sich auf die volle Unterlippe, die in den letzten Tagen viel besser durchblutet und deshalb so viel röter ist, als an jenem Tag, an dem ich sie kennenlernte. »… ich war auch einfach total erschöpft, total …« Ihre Wangen färben sich rot. »Total wund, und ich wollte nicht schon wieder …«

DAS ist die wahre, sehr, sehr grausame Botschaft, denn das kann ich nicht einfach so aus der Welt rede und es ist immer die größte Gefahr. Dass ich sie einfach überfordere. Es gibt nur einen Haken: Es ist eine Lüge. Baby, dein Körper verrät dich, es ist nur dein Kopf, es ist immer nur dein widerspenstiger Kopf, und dem kann geholfen werden.

»… und ich war total überfordert, weil ich doch geschlafen hatte.«

Wachgefickt zu werden ist mit der geilste Sex. Das sollte ein Geschenk werden, verdammt. Fuck, was stimmt mit ihr nur nicht?

»Und ich … ich habe nichts gesagt, weil … weil ich dich nicht enttäuschen wollte.« Wieder beißt sie sich auf die Unterlippe, was die ganze Situation noch schärfer macht. Irgendwie – auch wenn sie das nicht sollte, ich weiß das sehr wohl. Aber … ich denke einfach immer an Sex, ich kann nicht anders. Nicht einmal pro Minute, sondern immer. Ständig. Unentwegt. »Du warst so selig …«

Ich war was? Baby, ich war hart total hart. Ich wollte in dich rein, immer wieder. Aber selig war ich garantiert nicht, denn ich war noch nicht gekommen. Und überhaupt: Was ist das überhaupt für ein bescheuerter Begriff?

»Du hast so nette Dinge gesagt.«

… nette Dinge gesagt? Ich bin mir sicher, ich habe noch nie in meinem gesamten Leben »nette Dinge« gesagt. Honey, das war die abgeschwächte Form von Dirty Talk, weil du den richtigen ja noch nicht verkraftest.

Nette Dinge … heilige Scheiße!

»… und ich wollte einfach nicht, dass du … dass du auf etwas verzichten musst, nur weil ich gerade ein bisschen … nicht gut drauf war.«

Haha, deshalb bist du ja auch förmlich ausgelaufen. Es ärgert mich noch ein bisschen mehr, dass sie mir suggeriert, ich hätte sie gefickt, obwohl sie das nicht wollte. Der Tag, an dem Edward Masen eine Frau gegen ihren Willen vögelt, wird niemals kommen. Was im Grunde auch gar nicht passieren kann – ich versteh immer diese Diskussionen nicht. Wenn sie nicht will, hat man echte Schwierigkeiten, reinzukommen, weil da nämlich nichts Feuchtes ist. Ergo versucht mans erst gar nicht. Klare Sache, unmissverständlich, viel aussagekräftiger als ein Nein – obwohl das im Zweifelsfall auch reicht. Und die Situation eben heute war es auch: Das Baby wollte, und wie es wollte! Ich hasse es, dass sie mir unterstellt, ich hätte irgendwas wissentlich gegen ihren Willen gemacht. DAS hab ich nun wirklich nicht nötig!

»Ich weiß, dass du es nicht gemerkt hast«, fährt sie fort, ohne einen Schiss von Ahnung, wie angepisst ich inzwischen bin. »Ich weiß, dass es anders wirkte.«

Aha, so nennt man das also Neuerding.

»Und ich weiß auch, dass du es sonst nie gemacht hättest.«

Warum kann mich das gerade nicht wirklich beruhigen?

»… und ich wollte wirklich durchhalten.«

Aha, inzwischen muss man den Sex mit mir durchhalten. Vielleicht wäre ein bisschen Workout im Fitnesscenter angebracht, denn gerade weit ich nicht wohin mit meinen Aggressionen. Hat mich eine Frau jemals zuvor so pissig gemacht? Nicht dass ich wüsste. Was immer sie mit mir auch angestellt haben, wie weit auch immer sie gingen, da war nicht mal Wut, es war immer okay, im Zweifelsfall bin ich einfach gegangen und gut war. Da musste erst dieses … braunäugige Miststück kommen, um diese Erfolgsserie zu beenden. Und nein, ich halte sie nicht wirklich für ein Miststück, jedenfalls nicht immer. Der größte Witz ist ja, dass sie nicht weiß, was sie sagt, dass sie wirklich meint, alles wäre … irgendwie cool, wenn sie einfach nur »durchhält« weil ich so »selig« wirke.

»Fertig?«, erkundige ich mich etwas zu barsch, aber sie wirkt nicht überrascht, sondern nickt demütig.

Fuck!

»Okay, dann erstens: Wenn du nicht gewollt hättest, dann hätte ich das gemerkt. Ah, ah, ah, ich hab dir zugehört, jetzt hörst du mir zu.« Mit einem lauten Rumsen stelle ich meine Kaffeetasse zu Boden und starre sie wieder an. Der Mund, den sie soeben todesmutig geöffnet hatte, hat sich wieder geschlossen. Besser ist es auch. »Klar, klar, du willst mir sagen, das war alles ganz anders, du hast es anders empfunden, mag alles sein. Aber dann stimmen dein Kopf und dein Körper nicht überein. Das müssen wir ändern, werden wir auch. Zweitens: Wenn du keinen Bock hast, sag es einfach, alles andere ist bescheuert und von mir garantiert nicht gewollt. Egal was ich dabei vor mich hin fasele, das … überdenke ich nicht wirklich, klar? Und es kommt auch garantiert nicht von Herzen, sondern rutscht mir einfach nur so raus, damit es noch ein bisschen heißer wird.«

Klingt ein bisschen schroff, ist aber nur die Wahrheit. Ich kann reden beim Sex bis der Arzt kommt. Das ist einfach das Wichtigste, wenn man ein guter Stecher sein will. Die Frauen stehen drauf, wie sich gerade mal wieder gezeigt hat. Und ein paar von ihnen glauben den Scheiß sogar.

Sie ist ein bisschen bleicher geworden, aber das interessiert mich gerade einen Fuck.

»Sag es und gut ist. Ich habe keinen Bock, mich wie ein … was weiß ich, Triebtäter zu fühlen, der nur so nebenbei mitbekommt, dass du heulst, wenn ICH es dir besorge, klar? Das fuckt mich ab, das pisst mich an, und das könnte wirklich dafür sorgen, dass ich irgendwann einfach gehe, denn so was habe ich nicht nötig.«

Ihre Lippen beben wieder. Scheiße, ich mag den Anblick nicht.

»Und hör auf zu flennen, dazu besteht kein Grund.«

Was natürlich gar nichts bringt, die Lippen beben nur noch mehr und ich begreife, dass ich einen Gang runterschalten muss, dass ich meinen Ärger, meine Wut, meinen inneren Ausnahmezustand nicht wirklich an ihr abarbeiten kann, jedenfalls nicht, wenn ich in den nächsten Stunden nicht das heulende Elend im Bett haben will.

Tief hole ich Luft, schließe sogar für einen Moment die Augen, zähle bis zehn – dann noch mal – und sehe sie wieder an.

Okay, könnte funktionieren.

»Ich … bin nicht deshalb sauer auf dich«, fahre ich bedeutend sanfter fort. »Nur, weil du zulässt, dass ich dir so was antue. Wie auch immer. Das ist … abgefuckt und das will ich nicht. Kapiert?«

Sie nickt, hält den Blick gesenkt, und meidet den Augenkontakt mit mir. Und ja, es gefällt mir. Sehr.

»Und zu dem anderen: Ich akzeptiere das natürlich. Würde ich immer. Aber …« Jetzt unbedingt pädagogisch diplomatisch sein, was auch immer. »… das ist alles ziemlich neu für dich, ich schätze, dieser James war eine Niete. Und ich kann dir versprechen, dass die Fesselspielchen wirklich heiß sind, extrem beliebt, dass sie unter Umständen erst den wahren Kick geben.«

»Ich stehe aber nicht auf diesen BDSM-Kram!«, begehrt sie auf und funkelt mich an.

Sie funkelt mich an!

Bella


Schallend lacht er los. Das darf doch nicht wahr sein! Natürlich werde ich wieder rot und senke hastig den Blick, nur um ihn sofort wieder zu heben, denn hier gehts um Prinzipien, verdammt! Das sind grundsätzliche Dinge, in denen ich mich behaupten muss. Alles andere wäre dämlich.

»Was gibt es da zu lachen?«

Trotz meiner gepressten, garantiert bedrohlichen Tonlage kann er sich nur langsam beruhigen. Aber schließlich kriegt er sogar ein paar Worte raus. »Baby, das hat nichts, wirklich absolut nichts mit BDSM zu tun. Echt nicht.« Nun wird er ernst. »So was würde ich niemals tun, ohne es vorher mit dir abzusprechen.«

»Besser ist es auch, aber …«

Seine Augen verengen sich. »Aber wir können es ausprobieren, wir können alles versuchen, lehne nichts ab, was du nicht kennst, das wäre … echt scheiße, denn das eine oder andere gefällt dir vielleicht, was du nie erfahren wirst, wenn du es nicht probierst. Ist wie beim Essen. Und ich würde niemals zulassen, dass du dich, dass du uns, um einen heißen Kick bringst, nur weil du gar nicht weißt, was du ablehnst.«

Soso, er würde es nicht zulassen? Warum fühle ich mich gerade nicht ernstgenommen?

»Wir versuchen es, wir versuchen alles, und ich schwöre, das meiste davon wird dir Spaß machen. Du musst nur offen für alles sein, und das bist du gerade nicht.«

Womit er nicht ganz unrecht hat. Ich … bin mir wirklich nicht sicher, inwieweit ich ihm in diese Abgründe folgen will.

»Für mich ist es verdammt wichtig, und ich werde mich niemals mit einer läppischen Missionarsstellung zufriedengeben, das muss dir klar sein.«

Ich sehe auf, treffe seinen harten Blick. »So ist das also? Du erpresst mich? Entweder, ich lasse die größte Scheiße mit mir …« Sein Finger verschließt meinen Mund. »Dreh mir nicht die Worte im Mund herum.« Er sagt es so leise, seine Stimme ist so tief, dass es sich fast wie ein Knurren anhört. »Ich habe dir von Anfang gesagt, worauf ich Wert lege, ich war ehrlich, was man von dir nicht behaupten kann. Sex ist nun mal für mich wichtig. Guter Sex. Perfekter Sex. Abwechslungsreicher Sex. Und häufiger Sex.«

»Du bist abhängig davon!«

Es ist mir rausgerutscht, ohne dass ich es sofort hinterfragt habe, umso mehr sinkt mein Herz, als er nicht widerspricht, sondern mich nur noch trotziger anblickt. »Ja«, sagt er auch noch. »Das bin ich vielleicht, keine Ahnung. Ich kann ohne regelmäßigen Sex nicht leben, will ich auch nicht. Wenn mich das zum Abhängigen macht, dann ist es eben so.«

»Und ich kann mir überlegen, ob ich da mitmache, oder nicht?«

»Falsch«, wispert er, in seinen Augen ist ein Funkeln, das mir nicht gefällt, das irgendwie fatalistisch wirkt. »Genau so läuft es eben nicht. Du kannst dir überlegen, ob es dir ähnlich geht, ob du mithalten kannst, ob du es willst, ob du mir geben kannst, was ich will. Wenn es so ist, perfekt, denn dann gebe ich dir auch, was du willst. Wenn es aber nicht so ist …« Seine Züge verhärten sich, doch die Wahrheit verlässt nicht für einen winzigen Moment seine Augen. Sie bleiben kalt und endgültig. »Dann passen wir einfach nicht zusammen, dann ist es besser, wir gehen …«

Diesmal bin ich es, die ihren Finger auf seine Lippen legt. »Sag es nicht!«

Er packt mein Handgelenk und zieht meinen Arm zurück, sodass seine Lippen wieder frei sind. »Aber es ist nur die Wahrheit, und die ist eben manchmal nicht … gut.«

Langsam schüttele ich den Kopf. »Du kannst nicht alles nur vom Sex abhängig machen, dazwischen gibt es noch mehr.«

Fehler!

Was für ein gottverdammter Fehler, weil ich mir nie vorher überlege, was ich sage. So was Blödes. Wenigstens diesem Teil der Unterhaltung wäre ich gern aus dem Weg gegangen, was nun nicht mehr möglich ist.

»So, was denn?«, erkundigt er sich halb lächelnd, halb lauernd.

»Ich …« Tja, wie komme ich aus der Nummer wieder raus? Was soll ich sagen?

Er lehnt sich zurück und verschränkt die Arme, wobei die Muskeln an seinen Oberarmen spielen, übrigens eine echt ablenkende Angelegenheit. »Wir hatten doch geklärt, dass wir keine Beziehung führen, richtig?«

»Ja, aber …«

»Und wir hatten auch geklärt, dass ich nicht in dich verliebt bin.«

Woah! Dolchstich direkt ins Herz, einfach so, er sticht zu ohne Vorwarnung und dreht das Teil auch gleich noch um. Ich nicke mechanisch, weiß, auf Mitleid habe ich nicht zu hoffen, das wird er nicht empfinden, und wünsche mich gerade weit, weit weg.

Nein, tut er wirklich nicht. »Hier hat nichts, aber auch gar nichts mit tiefergehenden Gefühlen zu tun, ich will gar nicht unsere unterschiedlichen Ansichten diskutieren, nur die Tatsache, dass das hier nicht Thema ist. Richtig?«

Ich nicke – was soll ich auch sonst tun? Obwohl ich alles will, wirklich alles, nur nicht diese grausame, nüchterne Wahrheit hören.

»Ich sagte, ich mag dich, was immer noch stimmt. Aber ich will und werde dich weder heiraten noch plane ich eine gemeinsame Zukunft. Okay, ich plane sowieso nie was, das weißt du ja. »Also, was genau sollte uns zusammenhalten, außer Sex?«

Das wirklich grausame ist die Logik, die sich hinter seinen Worten verbirgt. Dass er mir nichts verheimlicht, dass er wirklich ehrlich ist, dass er mir niemals etwas versprochen hat, was er nicht halten kann oder will, dass er nie versucht hat, in einem besseren Licht dazustehen. Dass er mir immer die Möglichkeit lässt, es zu akzeptieren oder diese … was auch immer es ist, einfach zu beenden. Die Einzige, die die Realität nie wahrhaben wollte und es immer noch nicht will, bin ich. Ich bin schuld daran, dass ich mich gerade so unendlich schlecht fühle. So sehr, dass ein nicht kleiner Teil von mir wirklich will, dass er verschwindet und niemals wiederkommt. Egal was es mich kosten wird. Doch der andere, der viel größere, derjenige, der abhängig von ihm ist – ja, ich gebe es wirklich zu – der ist bereit, mit Klauen und Pranken zu kämpfen, nicht aufzugeben und zu bezahlen, was immer der Preis ist. Nicht demütig, nicht ohne aufzubegehren – das wäre wohl zu viel verlangt –, aber am Ende bin ich bereit, nachzugeben. Immer. Und das darf er nie – niemals – erfahren. Denn ich bin mir wirklich nicht sicher, ob er das nicht ausnutzen würde.

Mangelndes Vertrauen?

Ja, definitiv.

Wie lange kenne ich diesen Mann? Und kenne ich ihn denn wirklich? Was weiß ich über ihn? Diesen unglaublich gut aussehenden Typ, der mein Herz in Händen hält – und das ist nicht schwülstig gemeint –, und der in der Lage ist, mich zu vernichten. Er, dieser Mann, der nicht an die Liebe glaubt, der nicht mal an Gefühle glaubt, nur an Sex. Gerade er musste es sein, gerade ihm musste ich diese Macht über mich geben.

Das ist irgendwie total selbst vernichtend und es kann garantiert kein gutes Ende nehmen.

Mit einem Mal wird sein Blick wärmer, er legt den Kopf zur Seite, betrachtet mich eingehend und lächelt. »Du glaubst nicht daran«, sagt er leise, intuitiv und so wahr. »Du hoffst und das ist so verdammt gut. Denn wenn du nicht hoffst, wer dann?« Als er meinen ungläubigen Blick sieht, lacht er leise auf. »Hast du gedacht, ich würde dich deshalb auslachen? Vergiss es.« Wieder verhärten sich seine Lippen, werden zu diesem schmalen Strich, den ich nicht mag. »Ich habe nichts gegen Hoffnung, und ich verspotte garantiert nicht die, die noch welche haben. Ich gehöre nur nicht zu ihnen und ich bin mir nicht sicher, ob das … langfristig nicht die bessere Lösung ist.«

Sein Grinsen wischt all die trüben Gedanken beiseite. Es sorgt dafür, dass es nicht mehr halb so endgültig erscheint, fast hebt er damit einen Schleier von mir, die Welt um mich herum färbt sich wieder mit frischen Farben, scheint wärmer, erträglicher, klarer und reizvoller. »Du kannst dir immer sicher sein, dass ich dir genau sage, was ich denke und fühle. Das hat sicher Nachteile, aber ganz bestimmt auch Vorteile. Denn damit weißt du: Ich will mit dir zusammen sein, immer noch, sonst wäre ich nicht hier. Und ich will, dass du gern bei mir bist, dass du gern mit mir zusammen bist, dass du mich gern in dir hast. Verstehst du das?«

»Ja.«

»Und … bist du wirklich gern …?« Anstatt den Satz zu Ende zu führen, hebt er bedeutsam seine Augenbrauen.

Ich muss lachen. »Ja.«

Schwächelnd fasst er sich ans Herz. »Das ist … also das beruhigt mich jetzt wirklich.« Er legt einen Arm um mich, zieht mich mit einem Ruck an sich, wie es einst die Neandertaler gemacht haben, da bin ich sicher. Mein Kopf landet an seiner Schulter und ich bin gezwungen, zu ihm aufzusehen. Direkt hinein in seine wieder leuchtenden Augen. »Das Ding ist«, sagt er und ich schließe die Lider, als seine Hand sich vortastet. Zwischen meine Beine, zielgerichtet an den Innenseiten meiner Schenkel entlang, bis sie mich dort berühren, wo es so verdammt heiß ist, und so verdammt feucht, und so verdammt sehnsüchtig und so verdammt verräterisch.

»Dass dich dieses Gespräch angeturnt hat«, führt er weiter aus, während er zwei Finger in mich hineinschiebt. Einfach so. »Ist es so?«

»Möglich«, erwidere ich, weil ich ihm den Triumph nicht wirklich gönne und verbeiße mir ein entlarvendes Stöhnen.

Er grinst, und vögelt mich ein bisschen mit den Fingern. »Dich hat der Thrill angeturnt, dieser Tanz auf Messers Schneide. Mit einem Bein waren wir bereits geschiedene Leute, mit dem anderen kurz davor, uns die heißesten Lügenmärchen aufzutischen, damit es nicht schiefgeht. Und du hast es geliebt. Du hast sogar die Angst geliebt, die du währenddessen hattest. Das Herzklopfen, die Atemnot, diese Schwäche in den Beinen und das knebelnde Gefühl im Hals.«

»Woher weißt du, dass ich Angst hatte?« Oh Gott, wenn seine Finger nur nicht so talentiert wären, könnte ich garantiert wacher an dieser Unterhaltung teilnehmen.

»Weil ich sie auch hatte«, erwidert er knapp und entwaffnet mich mal wieder mit dieser Ehrlichkeit. Sie ist wie immer absolut gnadenlos, nur jetzt auf eine andere Weise. »Also sag, liege ich richtig?«

»Ja, tust du.« Er wird mich eines Tages einfach umbringen. Ich will die Augen schließen, will mich zurücklehnen, will ihn spüren, ihn genießen. Endlich wieder? Ja, ich habe das gedacht. Miss: Aber ich will nicht gefesselt werden und Sex will ich gerade auch nicht. Ja, ich komme mir ein bisschen dämlich vor. Und sprunghaft. Und unverständlich. Wie soll der Mann mich verstehen, wenn ich mich selbst nicht verstehen kann? Das ist doch unmöglich!

»Ja, Baby, lass dich fallen«, summt er an meinem Ohr und lässt zu, dass ich mich zurückfallen lasse, dass ich mein Becken anhebe, womit ich dafür sorge, dass er noch tiefer in mich eindringen kann. »Wir werden alles ausprobieren, ich meine wirklich fast alles, was mir so einfällt. Und du hast keine Ahnung, was in meinem Kopf vor sich geht, besonders, seitdem du da bist. Lass dich einfach drauf ein, lass dich fallen, denk nicht drüber nach und vertrau mir, Baby. Vertrau mir einfach.«

Ich gebe mir wirklich Mühe.