[Good Omens] Hard Times

GeschichteDrama, Freundschaft / P12
Anathema Apparat Anthony J. Crowley Arthur Young Erziraphael Hexensucher-Feldwebel Shadwell Madam Tracy
24.09.2019
17.10.2019
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Man kann es sich durchaus logistisch sehr schwierig vorstellen, wenn ein ungeübter fliegender Engel einen Menschenjungen und einen Hund mit sich in die Lüfte nahm. Natürlich wäre es einfacher, wenn einer der beiden Mitreisenden auf seinem Rücken platzgenommen hätte, doch ein stolzer Engel wie Aziraphale war kein Nutztier. Also hatte er Adam unter den Armen gepackt, während dieser Hund in seinem Armen hielt. Glücklicherweise waren himmlische Wesen ziemlich stark, sodass es ein Kinderspiel war. Nur die Koordination litt dabei etwas.

Der Flug dauerte nicht sonderlich lange, da landeten sie auch schon vor Anathemas Tür. Vor dieser herrschte helle Aufregung. Die beiden Frauen wollten sich gerade aufmachen, um Aziraphale aufzuhalten, doch sie wollten auch Crowley nicht alleine lassen, weswegen sie sich noch beratschlagten, wer wohin ging. Diese Frage beantwortete sich auch prompt, als sie die Ankömmlinge bemerkten. „Das ist nicht ihr ernst? Sie entführen Kinder mitten in der Nacht?“, empörte sich die junge Hexe sofort und stapfte mit erhobenen Zeigefinger auf den Erwachsenen zu, der große Augen bekam und sich hinter Adam stellte.

„Keine Sorge, Anathema, Mr. Aziraphale hat nichts Falsches gemacht. Ich war schon draußen und da haben wir uns getroffen“, versicherte der Junge und fügte schnell ein paar Grußworte an, weil es sich aufgrund von Höflichkeit eben so gehörte, „guten Abend übrigens.“ Die Ruhe, die Adam ausstrahlte, nahm der jungen Frau allen Wind aus den Segeln. Sie wusste, dass der junge Young ein ziemlicher Lausebengel war, weswegen es nicht besonders verwunderlich schien, dass er um so eine Zeit nicht im Bett war.
„Junger Mann!“, wollte daher Madame Tracy die Standpauke übernehmen, doch Aziraphale winkte sofort ab. Sie hatte nicht viel Zeit um zu trödeln.

Also kehrten sie alle zurück in das Haus, um nicht weiter untätig herum zu stehen. Schließlich stieg die Spannung nun wieder etwas, nachdem der Engel schon alle Hoffnungen aufgegeben hatte, dass in dem Buch, das im Moment geholt wurde, tatsächlich irgendetwas Nützliches drinstehen würde. Ein bisschen tat es ihm ja leid, dass Newt und Shadwell eine Reise angetreten hatten, von der er nicht sonderlich überzeugt war, obwohl die Idee doch von ihm ausging. Er hoffte nur, dass die beiden alles gut überstanden. Dass sie einen unliebsamen Zusammenstoß hatten, wusste im Moment immerhin noch niemand.

Wichtiger war für den Augenblick ohnehin nur eines: Crowley. Dieser lag weiterhin blass auf der Couch und schien nur mehr ein Schatten seiner selbst zu sein. Er zitterte leicht und schien unter unsäglichen Schmerzen zu leiden. Sein Zustand hatte sich also rapide verschlechtert, seit sie alle das Haus für kurze Zeit verlassen hatten. Bei diesem Anblick wurde Aziraphale selbst ganz bleich, und schluckte. Hoffentlich war es nun nicht schon zu spät.

Die Zeit drängte auf jeden Fall. „Oh … es scheint ihm wirklich sehr schlecht zu gehen“, stellte Adam fest, als hätte doch irgendein Zweifel daran bestanden. Vermutlich hatte er an eine Kleinigkeit gedacht, die einfach zu behandeln war. Ein Splitter im Finger vielleicht, aber dann hätten sie ihn wohl nicht geholt. Er umrundete das Sofa und betrachtete den Dämon mit schief gelegtem Kopf, während Anathema zu Crowley eilte, um seine Stirn zu fühlen. „Er glüht wie ein Stück Kohle.“ Schnell schlug sie die Decke zur Seite, um ihm ein bisschen Kühlung zu verschaffen, während Madame Tracy frisches kaltes Wasser holte und den Lappen hinein tauchte, ehe sie ihn auf Crowleys Stirn legte, von dem leichte Dampfschwaden aufstiegen.

Ein kurzer Blick unter das schweißgetränkte T-Shirt offenbarte ihnen, dass die roten Striemen bereits sehr nahe am Herzen waren und sich fast über den gesamten Oberkörper erstreckten. Keine Sekunde später begann Crowley zu krampfen. „Oh mein …“, murmelte Aziraphale und hielt die Luft an. Er wusste nicht wirklich, an wenn er sich mit seinen Worten wenden sollte. Vermutlich wäre Gott am naheliegendsten, aber jene hatte Crowley selbst verstoßen, und außerdem war nicht gerade viel Hilfe von oben gekommen, als sie wegen der Apokalypse in eine missliche Lage gekommen waren. Jetzt konnte er wohl ebenfalls nicht damit rechnen, irgendeine Art von Hilfe zu erhalten von da oben. Aber dafür legte er alle Hoffnung nun in Adam. Es durfte einfach nicht zuspät sein.
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