Tagebucheintrag

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Joachim "Joko" Winterscheidt Klaas Heufer-Umlauf Matthias Schweighöfer OC (Own Character) Olli Schulz
24.09.2019
15.11.2019
12
18931
8
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Joko hat sich tatsächlich dazu gezwungen zu Klaas zu gehen. Dieser war ziemlich glücklich darüber und fiel diesem sofort um den Hals. Joko aber drückte ihn schweren Herzens von sich. Joko wusste, dass das hier die falsche Entscheidung war und dennoch tat er es. Joko hat mit Klaas darüber gesprochen, dass es für ihn nicht so weitergeht. Ihm war die Beziehung zu Laura wichtiger, als zu Klaas - auch wenn sein Herz wusste, dass er nur Klaas liebte.

Aber alles zurück auf Anfang...

Es klingelt und Klaas geht vollkommen verweint an die Haustür. Es ist abends und er dachte, dass Joko sich dazu entschlossen hat nicht mehr vorbeizukommen. Zu seiner Überraschung aber steht da Joko. Klaas fällt ihm hoffnungsvoll um den Hals und umarmt ihn.

Joko sieht bedrückt weg, nimmt seine Hände an Klaas' Brust und schiebt ihn quasi ein Stück zurück. Klaas versteht nicht, was los ist, weshalb er Joko bittet mit auf sein Zimmer zu kommen. Joko lässt sich nicht zweimal bitten und folgt Klaas. Sie lassen sich aufs Bett plumpsen. Joko knetet nervös seine Hände und schaut darauf. Er weiß, dass dieses Gespräch für beide hart sein wird.

,,Also... Ehm..." beginnt er.

Klaas ist verwirrt. Er weiß nicht, was jetzt kommen wird und doch hat er ein schlechtes Gefühl dabei.

,,Was ist los?" fragt er also nach, hebt seine Hand und streichelt Jokos Rücken entlang.

,,Das geht so nicht weiter..." flüstert Joko schuldbewusst und sieht letztendlich doch auf.

,,Ich... ich hab eine Freundin, welche ich liebe und das mit uns... Ich bre... ich breche... Also..."

Joko atmet tief durch. Seine Stimme zittert, hat er doch Angst, dass Klaas erneut einen Zusammenbruch erleidet.

,,Ich will keinen Kontakt mehr mit dir haben. Keine Umarmungen, keine Küsse, keine Blicke, kein Schutz oder sonstiges. Wir mussten eine Arbeit zusammen anfertigen und das haben wir erfolgreich beendet. Wir stellen dieses Ding nur noch vor und dann war's das mit uns."

Joko spricht ziemlich klar und doch hört es sich für Klaas so an, als wäre Joko Meilenweit von ihm entfernt. Vorsichtig nimmt Klaas die Hand von Joko runter. Die Worte <und dann wars das mit uns> hallen Klaas immer wieder durch den Kopf.

Er dachte, er hätte jemanden gefunden der für ihn da ist. Der immer ansprechbar wäre. Klaas merkt, wie es ihm die Kehle hochgekrochen kommt. Tränen steigen ihm in die Augen. Er beginnt zu schluchzen. Die ganze Aufregung ist zu viel für diesen kleinen Körper.

Er rutscht beabsichtigt vom Bett runter und zieht die Beine ganz nah an seinen Körper, sowie heute schon in der Schule - und dann ganz plötzlich bleibt Klaas die Luft weg. Seine Kehle schnürt sich zu.

Sein Atem wird viel zu schnell und er kommt gar nicht richtig zum Atmen. Seine Lungen werden nicht mehr mit Luft befüllt. Die Zeit scheint still zustehen. Klaas wird panisch und weiß nicht, was er tun soll.

,,Klaas, was ist los?"

Joko wird nun ebenfalls panisch und setzt sich zum wiederholten Male zu Klaas. Er gibt sich die Schuld für diese Reaktion und letztendlich ist es auch seine Schuld.

,,Klaas?"
,,Panik."

Bisher hatte Klaas nur einmal so eine Panikattacke und diese war auch nicht so schlimm, wie die jetzige.

,,Luft" jappst Klaas inzwischen und greift sich an den Hals und die Brust mit starrem Blick nach unten.

,,Okay, Klaas... Ganz ruhig."

Joko ist soeben eingefallen, dass er eine Panikattacke schon einmal miterlebt hat. Einer seiner damaligen Freunde hatte so etwas auch schon mal und Joko kann sich ganz grob daran erinnern, wie diesem ehemaligen Freund geholfen wurde.

Joko dreht Klaas mit dem Rücken zu ihm und macht ihm vor, wie er atmen soll. Nach einigen Atemzügen steigt auch Klaas ein und atmet zusammen mit Joko tief ein und aus. Glücklicherweise normalisiert sich Klaas' Atem und Joko kann erleichtert aufatmen.

Die Panik verlässt nach und nach Jokos Körper und auch Klaas fühlt sich mehr oder minder erlöst. Joko beugt sich etwas nach vorn, sieht in Klaas verschwitztes Gesicht und gibt ihm mehrere leichte Küsse auf die Wange.

,,Alles gut" flüstert er Klaas zu.

Erschöpft von dem Geschehnis gerade eben versucht Klaas sich aus Jokos Armen zu befreien, doch er ist einfach zu müde um aufzustehen und will für kurze Zeit seine Augen schließen.

Nach ein paar Minuten ist Klaas aber in Jokos Armen eingeschlafen und so hebt Joko Klaas vorsichtig auf seine Arme und ins Bett. Joko deckt ihn zu, legt sich zu ihm und streichelt seine Wange.

Joko huscht bei dem schlafenden Klaas unwillkürlich ein Lächeln über die Lippen. So friedlich wie Klaas aussieht würde man niemals denken, dass dieser gerade eine Panikattacke hatte.

Jokos Lächeln verschwindet wieder und die Schuldgefühle machen sich in ihm breit. Hätte er doch niemals dieses Gespräch mit Klaas geführt. Würde er doch nur zu seinen Gefühlen stehen, dann wäre es niemals so weit gekommen und Klaas wäre glücklich.

Joko wüsste gern, was Klaas erlebt hat. Er wüsste gern, was passiert ist, dass Klaas so ist, wie er ist. Er wüsste gern, was Klaas so sehr belastet. Er wüsste gern, warum Klaas hierher ziehen musste. Joko wüsste so gern über Klaas' Leben bescheid. Er würde ihm gerne helfen und ihn verstehen können.

Joko ist völlig in seinen Gedanken vertieft, bis Klaas sich rekelt und Geräusche von sich gibt. Seine Augenlider flackern und Klaas öffnet seine Augen. Klaas' Blick wandert durch den Raum und bleibt an Joko kleben.

,,Was machst du hier?"
,,Ich wollte dich ungern alleine lassen."
,,Du kannst jetzt gehen."

Joko zögert. Er will nicht gehen, doch trotzdem steht er auf und setzt sich in Bewegung. Jetzt kommen ihm doch die Tränen. Er will bei Klaas bleiben und Zeit mit ihm verbringen.

,,Joko, geh!"

Joko schnappt sich seine Sachen und blickt ein letztes Mal zu Klaas, als er das Zimmer verlässt. Klaas geht ans Fenster und sieht Joko nach, bis er nicht mehr zu sehen ist. Er rollt sich auf dem Bett zusammen und weint in die Decke. Vielleicht war es doch die falsche Entscheidung Joko wegzuschicken. Wer weiß?

Wenig später kommt Klaas' Oma ins Zimmer.

,,Musste dein Freund schon gehen?"
,,Ja, war schon spät."

Seine Oma setzt sich zu ihm aufs Bett und streicht ihm eine verschwitzte Strähne aus dem Gesicht.

,,Du siehst mir aber gar nicht gut aus. Es wäre mir lieber, wenn du die nächsten Tage zu Hause bleibst."
,,Okay."
,,Leg dich jetzt schlafen."
,,Mach ich."

Sie gibt ihm noch einen Kuss auf die Stirn und verlässt das Zimmer. Klaas ist ihr dankbar, dass er morgen zu Hause bleiben darf. Er kann getrost auf die Mobbing-Attacken verzichten von Olli und den anderen und genauso gut kann er auf Joko verzichten und den Anblick seiner Freundin.