Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / Rammstein / Henri

Henri

von WEIT WEG
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Christoph "Doom" Schneider OC (Own Character) Richard Kruspe
23.09.2019
15.10.2020
26
79.682
8
Alle Kapitel
50 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
23.09.2019 2.095
 
Hallo, ihr Lieben. Das hier ist meine erste FanFiktion seit 11 oder 12 Jahren. Ich liebe die Musik von Rammstein schon ewig, aber kenne die sechs Männer nicht ganz so gut, wie manch andere Autoren. Ich hoffe, euch gefällt die Geschichte rund um Henri und Schneider. Wenn ja, schreibt doch gerne ein Review. Und wenn nicht, schreibt mir bitte auch und gebt mir Hinweise und Tipps =)

Jetzt viel Spaß mit dem ersten Kapitel und hoffentlich bis bald!
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Kapitel 1- Tequila

Da sitze ich nun... mitten in der Nacht an irgendeiner Hotelbar, mitten in einer großen deutschen Stadt. Ich blicke trübsinnig in das leere Bierglas vor meiner Nase und ohne ein Wort wechselt der Barkeeper das leere gegen ein volles Glas. „Tequila?“, fragt er tonlos und seit gefühlt einer Ewigkeit blicke ich vom Bartresen auf und schaue in das voll-bärtige Gesicht des Barkeepers. Ich nicke kurz und schon steht ein kleines Schnapsglas mit einem Doppeltem vor mir. Er selbst hat sich auch einen eingegossen und prostet mir zu. Ich nehme das Glas, setze es an meine Lippen und stürze den Inhalt hinunter. Der Tequila brennt meine Kehle herab und fließt wärmend in meinen Magen. Ich greife gerade nach meinem Bierglas als sich ein  Mann links von mir auf den Hocker fallen lässt.
„Nicht so hastig, schöne Frau!“, ertönt es amüsiert neben mir. Eigentlich will ich ihn ignorieren, aber meine Neugierde siegt und ich blicke kurz zur Seite, nur um dann in die blauen Augen eines mir nicht unbekannten attraktiven Mannes mittleren Alters zu blicken. Ich erkenne ihn sofort. Wie sollte ich auch nicht, haben sich die letzten Monate doch nur um ganz bestimmte sechs Männer und somit auch um ihn gedreht.
„Schneider...“, raune ich  überrascht mehr zu mir selbst als zu ihm. Und alles was ich in der letzten Stunde versucht habe im Bier zu ertränken, kommt mit diesem Wort wieder hoch. „Ach... verdammt. Sie kennen mich...“, er zuckt enttäuscht mit den Schultern und ordert ebenfalls ein Bier bei dem wortkargen Barkeeper. „Hatte gehofft, dass eine hübsche junge Frau wie sie eben nicht weiß, wer wir sind...“ Er schaut mich abschätzend an und lächelt dann leicht schief. Ich schaue weg, wieder zu meinem Bier, welches ich jetzt erneut in die Hand nehme und mir ein paar tiefe Schlucke gönne. Ich habe keine Ahnung was ich sagen oder tun soll. Vor ein paar Stunden wäre ich noch überaus froh über diese Fügung gewesen, hätte vor Freude kaum ein Wort rausbekommen und hätte mein Glück kaum fassen können. Christoph Schneider... Deutschlands bekanntester Schlagzeuger, neben mir an der Bar. Doch in diesem Augenblick kann es mir kaum unangenehmer sein. Ich entscheide gerade, dass es besser wäre mein Bier auszutrinken und auf mein Zimmer zu gehen, als Schneider mich fragend von der Seite mustert.
„Warte mal... Sind Sie nicht die Dame, die vorhin mit Richard abgezogen ist?“ Stirnrunzelnd schaut er mich an und ich glaube mir entgleist in diesen Augenblick alles. Die ganze Welt stürzt über mich hinein und ich fange aus heiterem Himmel an zu weinen. Ich stütze meine Ellbogen auf dem Tresen ab und lege mein Gesicht in meine Hände.
„Oh man... ähm... hab ich was Falsches gesagt? ... geht’s Ihnen nicht gut?“ Schneiders Hand landet zögerlich auf meinem Rücken und er versucht tätschelnd irgendetwas zu bewirken. Ich fühle mich gerade so beschissen und alles wirkt so wirklich unwirklich.
„Kaum sind Sie da, heult die Lady. Sie haben ja ein ganz tolles Händchen für Frauen ...“, murmelt die raue Stimme des Barkeepers. Das bringt mich ein wenig zum Schmunzeln und ich schaue durch meine tränen-verschleierten Augen auf. Erst zum Barkeeper der mir zuzwinkert und noch einen Tequila mit den Worten „Geht aufs Haus“ präsentiert und dann zu dem stattlichen Mann neben mir, der halb sitzt und halb steht, mit einer Hand auf meinem Rücken und mich verunsichert anschaut. „Ich gehe mal davon aus, dass nicht ich der Grund zum Weinen bin, oder?“, fragt er ruhig. Ich nicke. „Richard?“ Ich nicke wieder und mein Körper fängt erneut an zu beben. „Oh nein... nicht schon wieder! Nicht wieder weinen... bitte“, Schneiders Hand tätschelt wieder beruhigend meinen Rücken. Und ich muss aus heiterem Himmel anfangen zu lachen, weil diese Situation einfach zu surreal ist. Ausgerechnet Schneider tröstet mich, nachdem ich vor einer Stunde aus dem Bett seines Bandkollegen geflüchtet bin. Der Barkeeper hält mir kopfschüttelnd ein paar Servietten hin, die ich auch gleich ausgiebig nutze um meine Nase wieder frei zu bekommen. Ich schaue zu Schneider und versuche ein paar Worte rauszubekommen. „Es ist... also ja... ich war die Frau bei Richard...“ Der Name ist nur noch geflüstert. Ich schaue weg, nehme das Schnapsglas und kippe den Inhalt wieder einfach nur herunter. Ich merke langsam, dass der ganze Alkohol nicht gut für mich ist, aber wiederum dämmt er auch die Scham der letzten Stunden.
„Also gut... fangen wir nochmal von vorne an...“, lächelt Schneider. „Guten Abend, schöne Frau! Ich bin Christoph Schneider und, ich erlaube mir jetzt einfach DU zu sagen, wer bist du, schöne Frau?“ Er lächelt so gewinnbringend, dass ich auch nicht anders kann, als zurück zu lächeln. „Ich bin Henriette Berg. Henri reicht aber vollkommen.“ Meine Stimme ist immer noch ein wenig zu leise und brüchig. Schneider hebt sein Glas und seine blauen Augen funkeln mich interessiert an. „Hallo Henri, schön dich kennen zu lernen und weil bei uns beiden eh alles schon ganz anders läuft als bei anderen Kennenlernen, bin ich so mutig- auch auf die Gefahr hin, dass du gleich wieder weinst- und frage was oder besser warum ER dich so aus der Fassung bringt... der gute Ri-“, weiter kommt er nicht, weil ich ihn mit einem schnellen „Stop!“ unterbreche. „Ich erzähle dir alles, aber ich will diesen Namen heute Abend nicht mehr hören, okay?“ Meine Stimme hat sich gefestigt und ich blicke ihn ernst an. Schneider nickt, trinkt ein paar Schlucke und ich habe das Gefühl, dass er wirklich seine ganze Aufmerksamkeit mir zuwendet. Also fange ich an zu erzählen. Warum auch immer. Vielleicht ist es der Alkohol der mich dazu bringt, vielleicht auch nur meine Verzweiflung. Ich erzähle ihm wirklich alles. Ich beginne mit der Trennung von meinem langjährigem Freund, dass es sehr schwer für mich war, über ihn und alles was zwischen uns passiert war hinweg zu kommen. Ich erzähle ihm von meiner wiederentdeckten Begeisterung für seine Band und für mein immer größer werdendes Interesse an dem Gitarristen. Das ich anfing der Band hinterher zu reisen und somit hier gelandet bin. Und ich erzählte von heute Abend. Das und wie ich endlich Richards Aufmerksamkeit bekam und ich gar nicht so schnell gucken konnte, schon in seinem Bett lag und noch schneller auf dem Boden der Tatsachen aufklatschte. Und nicht, dass er mich schlecht behandelt hatte, aber irgendwie stand ich nun an meinem seelischen Abgrund. Keine Ahnung, wie es soweit hatte kommen können und ich wie ein Groupie mit meinem Star ins Bett gestiegen bin ...
„... und nun sitze ich hier heulend an der Hotelbar und vollziehe einen Seelenstriptease vor seinem Bandkollegen, der mich jetzt für total verrückt halten muss!“ Ich lache freudlos auf und starre auf den Bartresen. „Nein eigentlich nicht. Ich halte dich für eine hübsche Frau, die leider wie so viele andere Frauen auf unseren Gitarristen herein gefallen ist... ist ja nicht das erste Mal. Glaub mir, du ahnst gar nicht, wie oft wir schon hinter Ri...“, er räuspert sich. „... hinter IHM aufräumen mussten.“ Ich blicke erschrocken auf und tadel mich ihm nächsten Augenblick schon dafür. „Ich weiß, dass ich nicht DIE eine Frau für ihn bin oder war ... ich weiß das. Was ich nicht weiß, was mich bis hierhin getrieben hat. Ich bin so unglaublich bescheuert!!! Mitte Dreizig und ich benehme mich wie ein Teenager ... und das Schlimmste ist, es war ja nicht mal gut!“ Ich schüttele ungläubig den Kopf, während Schneider losprustet. „Das würde ich IHM ja jetzt nur zu gern unter die Nase reiben!“ „Bitte nicht!“, erwidere ich schnell. Ich muss lachen, weil mein Sitznachbar sich so köstlich amüsiert. „Vielleicht hätte ich mich gleich an dich wenden sollen... du scheinst netter zu sein!“ Da sprach jetzt definitiv schon der Alkohol aus mir. Schneider wurde schlagartig ernst und funkelte mich an. „Netter!? Wer sagt, dass ich dich heute Abend in so einem Fall abgewiesen hätte? Ich bin auch nur ein Mann.“ Ich lege den Kopf schief und will ihm diese Aussage so gar nicht abnehmen. „Du bist verheiratet!“, kontere ich. „War! Ich war verheiratet ...“, raunt er und ich habe das Gefühl, das seine Stimmung soeben total in den Keller sinkt. „Oh ... ich wusste nicht ...“, fange ich an. Er unterbricht mich. „Woher? Ist ja noch recht frisch.“ „Das tut mir Leid.“, ich blicke zu unserem Barkeeper, der gerade an uns vorbei geht und die Situation richtig einschätzt. Schnell haben wir Nachschub auf dem Tisch, den wir uns beide wortlos genehmigen. „Lass uns von etwas Anderem reden ...“, schlägt Schneider nach einer Zeit vor und ich nicke und beginne einfach wieder drauf los zu plappern. Ich habe immer noch keine Ahnung warum ich das tue, aber ich merke, dass es mir gut tut, um diesen schrecklichen Tag zu verarbeiten und Schneider entspannt sich scheinbar auch wieder. So sitzen wir da, reden und fangen an über Dinge zu lachen, die ich erzähle. Ich erzähle ihm von meinem Job als Augenoptikerin und er bemerkt leidlich, dass er auch mal eine neue Brille bräuchte. Ich erzähle von dem Laden, in dem ich arbeite und das meine Chef auch Schneider heißt. Und ich erzähle natürlich ebenfalls von meiner besten Freundin Anni.
„Anni war gleich dagegen, dass ich heute her komme ...“, seufze ich. „Kennst du das Lied 'Hör auf deine Freunde' von Montreal?“ Ich warte seine Antwort gar nicht ab und rede schon weiter: „Haben schon irgendwie total recht die Jungs ... man sollte immer auf seine Freunde hören. Ich hätte heute einen schönen Abend ohne diesen absoluten Tiefpunkt haben können!“ Der Schlagzeuger neben mir lacht auf und meint: „Dann hätten wir uns nicht kennen gelernt!“ „Ich glaube, dass das jetzt nicht so schwerwiegend gewesen wäre“, sinniere ich schulterzuckend. Wir reden noch eine ganze Zeit und verstehen uns außerordentlich gut. Meine ich zumindest. Letztendlich habe ich eine ganze Menge Alkohol im Blut und nur weil alles was ich sage, in meinem Kopf gut klingt, heißt es ja noch lange nicht, dass es auch mein Gegenüber so sieht.
Irgendwann steht der Barkeeper vor uns und zeigt mahnend auf seine Uhr. „Okay, Kollege ... haben verstanden!“, nickt Schneider müde. Auch mir sitzt die Müdigkeit schwer auf den Knochen und ich finde, es ist ein guter Zeitpunkt um sich von Schneider zu verabschieden. Ich will von meinem Barhocker aufstehen, bemerke jedoch schnell, dass meine Beine nicht so recht wollen und sich schlagartig alles dreht. Noch bevor ich hinfalle, fassen mich zwei starke Hände und halten mich fest. „Langsam Henri“, sagt Schneider sanft. Ich blicke auf und schaue in seine strahlend blauen Augen, die mich besorgt anschauen. „Keine Sorge ... ich schaff das schon!“, versuche ich ihn zu überzeugen. Mittlerweile habe ich mich ein wenig gefangen und grinse ihn an. „Scheint nicht so!“, grummelt der Barkeeper. „Ich bring sie auf ihr Zimmer!“, versichert Schneider und legt einen Arm um mich. Mit meinen 1,67 wirke ich nahe zu klein neben seinen 1,87 Metern. Als wir uns umdrehen blicke ich in einen Spiegel auf der gegenüber liegenden Wand und erschrecke fast vor mir selbst. Ich sehe total fertig aus und meine schulterlangen dunkelblonden Haare lösen sich aus meinem Zopf. Meine grünen Augen sind rot unterlaufen und generell wirke ich neben dem gut gebauten Musiker wie ein kleines Wrack. „Die Rechnung von Frau Berg geht auf mein Zimmer, ja?“, höre ich Schneider noch sagen, als wir die Bar verlassen. Ich will widersprechen und sagen, dass das nicht nötig sei, aber ich bin zu müde und sage schlussendlich einfach nur „Danke!“.
Irgendwann kommen wir vor meinem Zimmer an und ich schließe die Tür auf. Unsicher schaue ich zu Schneider auf, weil ich nicht weiß, was er erwartet. „Vergiss den heutigen Tag, Henri ... also nicht unbedingt mich, aber IHN. Er ist zwar mein Kumpel, aber ... es ist die Sache nicht wert, dass du so tief in Selbstmitleid versinkst ... jeder macht mal Fehler!“ Er zwinkert mir zu und reicht mir dann seine Hand. Ich ergreife sie erleichtert und lächele ihn an. „Danke Christoph ... Schneider ... wie auch immer! Es war ein seltsamer Abend, aber Danke fürs Zuhören!“ Er schüttelt meine Hand und grinst. „Hoffentlich trifft man sich mal wieder!“ Ich schüttele den Kopf und gehe in mein Zimmer und bevor ich die Tür schließe, sage ich noch: „Besser nicht. Gute Nacht, schöner Mann!“
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