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An eternal fight

von Wise Boy
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
22.09.2019
22.09.2019
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I'm ready

Hallo Angst,
oder sollte ich an dieser Stelle nicht viel lieber sagen: Hallo ich?
Nun, nicht du … ich, bin es, vor dem ich mich fürchte, sondern vielmehr meine Emotionen. Ich fürchte mich davor, abzustumpfen. Kälter zu werden. Nichts mehr zu fühlen. Ist dies vielleicht der Grund das ich in letzter Zeit so viele Kindheitslieder wieder höre, um etwas zu fühlen? Der Grund, weswegen ich mir bei jedem Gespräch im Hinterkopf die Frage stelle: „Was fühle ich gerade?“, und versuche dies herauszufinden?
Wie hat meine Furcht überhaupt vor dir begonnen? Weißt du es noch? Ich nämlich nicht. Ich weiß nur, wie ich von heute auf morgen merkte, wie mir Leute die mir einst wichtig waren, egal wurden. Ihre Erlebnisse, für mich nichtig. Ich mich fragte, wieso ich nicht einfach aufstehe und gehe, weil ich mich langweile. Wie ich Hobbys von mir nachging, und bemerkte, dass sie mich nicht mehr erfüllten. Im Gegenteil, auch sie langweilten mich. Wie ich in so mancherlei Gespräch mir einfach denke: „Und?“, nach dem Motto, was es mich den interessieren würde. Früher besaß ich mehr Empathie, habe mich mehr in Menschen hineinfühlen können und mich auch mehr freuen können. Ehrlich freuen. Heute gleicht so vieles einer Farce, mache ich, was meine Emotionen betrifft, manch einem etwas vor. Ich lächle, obwohl mir nicht danach ist, da sich mein Körper automatisch daran erinnert in dieser Situation lächeln zu müssen. Ein Algorithmus, der sich verselbstständigt hat nach all den Jahren. Manchmal, wenn ich Lächle, stell ich mir selbst die Frage ob ich gerade am Lächeln bin, da ich es selbst nicht erkenne und erst bemerke, wenn sich mein Gesichtsausdruck wieder normalisiert, Neutral gehalten, hat, und ich ihn zur Vorsicht wieder in ein Lächeln wandle. Niemand erkennt dieses Lächeln, das nicht ehrlich ist. Die Außenwelt will sehen, was sie sehen will. Und eben dieses nicht fühlen, dieses Vormachen, macht mir Angst. Das ich eines Tages aufwache, nichts mehr Spüre, da ich zu einer leeren Hülle meiner selbst geworden bin. Ich will wieder der Junge sein, der an das Gute in den Menschen geglaubt hat. Der Freudestrahlend aufwachte, und in den Tag hineinlebte. Der Optimist. Derjenige, den nichts untergebuttert hat.
Und dann schaue ich wieder in den Spiegel. Erblicke mit meinen Blaugrauen Augen mein Neutrales, Ausdrucksloses Gesicht, und empfinde Angst. Eines der wenigen Gefühle, die ich so häufig spüre, wenn ich wieder einmal bemerke, nicht zu reagieren, wie ich es sonst tat. Wie es normale Menschen tuen würden, oder man es von mir erwarten würde.
Du bist meine Angst, und ich verabscheue dich. Würde vor dir fliehen, doch du bist ein Teil von mir, so wie ich von dir. Wir Existieren gemeinsam. Und doch werde ich dich, mit besten Kräften, bekämpfen. Solange es noch Schönheit in dieser Welt gibt, werde ich nicht verlieren. Wenn ich die Sterne erblicke, und der Romantiker in mir zum Vorschein kommt, sich Gefühle erheben, habe ich zurückgeschlagen. Wenn ich Musik höre, darüber Nachdenke, Traurigkeit oder Heiterkeit in mir erweckt wird. Abenteuerlust mich dazu bedrängt Freunde zu treffen und raus zu gehen, da weiß ich, ich habe noch nicht verloren.
Und wenn irgendwann, diese eine Frau in mein Leben dringt, die mich so nimmt wie ich bin, mein Herz zum Schlagen bringt und mit ihrem Lächeln Tausend Emotionen in mir Weckt und sie mich durchfluten lässt, da, genau in diesem Augenblick weiß ich: Ich habe gegen dich Gewonnen.

Und, meine Liebe Angst, bis dieser Tag schlussendlich gekommen ist, werde ich durchhalten. Dich jeden Tag besiegen. Mal leichter, und mal schwerer werde ich es gegen dich haben, und doch werde ich Standhalten. Bis dieser Tag schlussendlich eintrifft, der Krieg gewonnen wurde, und du dich in einer anderen Form in mir Materialisieren wirst. Ich einer anderen Seite von dir vielleicht einen Brief schreibe, und sie genauso sehr wie dich, Hassen werde.
Zum Abschied sage ich dir nur eins: Möge der bessere Gewinnen!
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