Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Liebe / Dark / Sky City

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Sky City

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
22.09.2019
03.11.2020
16
45.452
37
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
22.09.2019 2.234
 
Prolog





Vorwort:


Hallo liebe Leserinnen und liebe Leser,

herzlich Willkommen zu meiner neuesten Geschichte!

Diejenigen, die auch meinen andere Geschichte Das verflixte Spiel der Liebe verfolgen, haben schon davon mitbekommen, dass ich eine neue Geschichte begonnen habe zu schreiben.

Eigentlich war ich mir nicht sicher, ob ich sie veröffentlichen sollte, entschied mich jetzt aber spontan dazu.
Nun kommt also mein zweites Projekt hier auf Fanfiktion.de im Bereich Erotik und Slash.

Ich freue mich sehr, dass ihr sie lest und wünsche euch ganz viel Spaß dabei.
Wann ich neue Kapitel hochladen werde, kann ich nicht genau sagen. Meine Hauptstory wird „Das verflixte Spiel der Liebe“ bleiben. Wenn euch aber die Geschichte gefällt und ihr schnell neue Kapitel wollte, könnt ihr mir das mit einer Empfehlung und eurer Meinung in den Kommentaren zeigen!


Liebe Grüße
Farbenmaedchen










Kaltes Eisen.

Er spürte es an seiner Kehle. Er spürte es in seinem Fleisch.

Dunkles Blut.

Er sah es an seinem Arm. Es floss unaufhaltsam heraus.

Blaue Sirenen.

Überall. Um ihn herum. Sie blendeten und heulten laut.

Aber er hörte sie nicht, rein gar nichts. Das einzige, das er vernahm, war der Puls, der ihm bis bis zum Kinn schlug. Alles verschwamm, als wäre es nicht existent, als wären die Polizisten, die ihre Waffe auf sie richteten und der Mann, der ihm den gesunden Arm auf den Rücken drehte, gar nicht anwesend. Aber es war genau anders herum. Tommy war nicht mehr anwesend, nicht mehr aufnahmefähig.





„Master? Master Tommy? Sie kommen zu spät zur ersten Vorlesung!“
Blinzelnd schlug er die Augen auf. Die Vorhänge längst aufgezogen, kitzelten ihn die Sonnenstrahlen durch die verglaste Wand. Tommy legte seinen Kopf zur Seite. Leo trat in sein Blickfeld. „Wie spät ist es?“, fragte er verschlafen.
„Es ist kurz nach acht, Master Tommy.“
Er riss die Augen auf und sprang aus dem Bett. „Kurz nach acht!? Ich komme zu spät!“ Er lief zu dem riesigen, weiß polierten Schrank. Mit einer Handbewegung erkannte ihn der Sensor und die Türen öffneten sich. „Soll ich Ihnen Frühstück machen?“, fragte Leo. „Nein, ich fahre heute übrigens auch mit Fahrrad.“ Tommy wühlte herum und kramte seine Uniform heraus. „Aber Master Tommy, Ihre ehrenwerten Eltern möchten nicht, dass sie ohne Begleitung unterwegs sind.“ Leos Stimme war abgehackt und besorgt. Tommy zwinkerte ihm kurz zu: „Du wirst ihnen das schon erklären.“ Dann verschwand er im angrenzenden Bad.


Kaum zehn Minuten später, schwang er sich auf sein stählernes Ross, eine Seltenheit, eine Importware aus der Vergangenheit. So ein wertvolles Gerät konnten sich nur wenige leisten. Es war antik, aber Tommy liebte es. Zwischen den ganzen Flars über ihm, fühlte er sich unbeobachtet und war dennoch schneller, als die Fußgänger. Er hatte mal gehört, dass der Name Flars von „Flying“ und „Cars“, also alten Verkehrsmittel, die noch mit Bodenkontakt fuhren, stammten. Er bewunderte die alte Dinge. Er bewunderte Dinge, die andere für Müll oder Abfall hielten. Meist waren es unerwartet schöne Schätze, die die Menschen wegwarfen.
Die Skyscrapers, die riesigen Gebilde der Stadt, ragten weit über die Wolken hinaus. An allen Bildschirmen an den Gebäuden lief Werbung für „Ms. Madam“, dem neuen Stern am Pophimmel. Tommy liebte sie. Ihr Name war eine Anspielung an vergessene Zeiten, in denen die Frauen Bauschröcke getragen und die Herren Pfeife geraucht haben sollen. Ihre Stimme war das Zwitschern einer Nachtigall, auch wenn Tommy noch nie so einen Vogel gesehen hat. Bisher hatte er selten Tiere gesehen.

Der Straßenroboter wünschte ihm einen schönen Tag, als der Weg frei war. Erstaunt blickte er über sich, als sich der Himmel verdunkelte. Über ihn, neben den Flars flog eine Skytram, wohl auch eine Ableitung von den damaligen Straßenbahnen. Sie war bestimmt hundert Meter lang und in ihr mussten mindest vierfach so viele Leute passen, wenn nicht noch mehr.
Er fuhr so schnell er konnte, die erstaunten Blicke um ihn herum völlig ignorierend. Tommy genoss die Freiheit, den Wind in seinen schwarzen Haaren, das Gefühl abzuheben, aus eigener Kraft.
Der Weg brachte ihn vorbei an Geschäften, noch mehr Skyscrapers und der Skystage. Eine Arena, in der Grounder kämpften. Noch war er nicht dort gewesen, seine Eltern hielten es für völlige Zeitverschwendung, aber wenn die Jungs in seiner Klasse darüber sprachen, wurde er manchmal neidisch. Dann sprachen sie, wie episch die Kämpfe dort waren, wie unverblümt und detailgetreu. Aber vielleicht ließen ihn seine Eltern bald… bald, zu seinem achtzehnten Geburtstag!


Er schmiss sein Fahrrad zu den anderen Verkehrsmitteln, an der Schule, wie den Skyboards. „Sie sind spät.“, verkündete einer der Schulroboter und scannte sein Armband, die ihm als Ausweis diente. „Sorry, ich weiß.“
Die schweren Schultore fielen hinter ihm zu und er rannte zu dem Raum, in dem er Unterricht hatte. Als er vor verschlossener Tür stand, wurde ihm schmerzlich bewusst, dass er zu spät war. Tommy klopfte an und betrat den Raum. Alle starrten ihn an. Schuldbewusst senkte er den Kopf.
„Mr. Roberts, das ist nicht das erste Mal, dass sie zu spät kommen.“, ermahnte ihn der Lehrer und zeigte streng auf seinen Platz. „Tut mir leid.“ Er setzte sich artig. Sein Glück war, dass seine Eltern berühmte und einflussreiche Leute darstellten, nur deshalb bekam er keine Standpauke.
Tommy spähte aus dem Fenster, als der Lehrer mit seinem Unterricht fortfuhr. Er träumte in seiner eigenen, kleinen Welt, in der er längst wieder an der Grenze war und in irgendwelchen Mülltonnen kramte.
Tommy grinste.


Quälende zehn Stunden Schultag gingen vorbei und es war schon dunkel, als er eine ganz andere Richtung, als am Morgen einschlug. Während am Morgen sein Weg immer prachtvoller und herrschaftlicher wurde, war es nun genau das Gegenteil. Die Höhe der Skyscraper nahm ab. Die Geschäfte boten günstigere Sachen an und die Wege wurden immer dunkler. Bis er in den Gebieten der Industrie ankam. Eigentlich durfte er hier nicht sein, niemand durfte das. Deshalb stieg er von seinem Ross und schob es nur noch neben sich. Das letzte, was er jetzt gebrauchen könnte, war aufzufallen. Und bald kam er an dem Ziel seiner Begierde an.
Die Deponie. Oder wie er sie immer nannte: Die Schatzkammer.

Es war keine Mülldeponie, oder Ähnliches. Hier waren tausende und abertausend alte Dinge abgelegt. Dinge, die keiner mehr wollte, Dinge aus einer anderen Zeit. Er hatte mal erfahren, dass diese Deponie von der Anfangszeit von Ney Sky City stammte. Anfangs sortieren die Leute ihre Sachen aus und legten sie hier ab. Bald hatte aber keiner mehr Lust sie zu entsorgen, deshalb lagen sie bis heute hier.
Überglücklich stürzte er sich in seine Schätze. Er wollte nicht wissen, was seine Eltern sagten, würden sie ihn so sehen, wühlend in einem Haufen Dreck. Er kramte ein paar alte Kühlschränke beiseite und holte eine Armbanduhr hervor. Von diesen hatte er of heimlich welche mit Nachhause genommen, aber diese war nicht mehr zu gebrauchen, deshalb schmiss er sie weg. Tommy kletterte den Berg von Gerätschaften hinauf. Einmal rutschte er ab, konnte sich aber schnell wieder fangen. Er musste aufpassen, das war kein Spielplatz!
Er kniete sich hin und streckte seine Hand weit hinein in den Haufen. Er wucherte herum, ohne sehen zu können, nach was er eigentlich griff, aber manchmal war genau das das Spannende. Nicht zu wissen, was einen erwartete.
Er bekam etwas zu fassen und holte es hervor. Dann stutzte er. Was in er in den Händen hielt, war ein Bilderrahmen, eine antike Version des Bildschirms. Doch er war nicht zerbrochen, oder in einem schlechten Zustand, wie der Rest unter seinen vierhundert Kronen teuren Schuhen. Er wirkte gepflegt, als hätte es jemand erst vor kurzer Zeit weggeworfen.
Tommy ließ sich auf seinen Hintern plumpsen.
Auf dem Bild waren drei Kinder zu sehen. Ein älterer Junge, mit einem weiteren, jüngeren Jungen und einem Mädchen. Sie sahen sich alle ähnlich, fast wie Geschwister. Tommy schmunzelte. Er hatte keine Geschwister. Manchmal wünschte er sich welche, manchmal wenn er sich allein fühlte. Aber die drei auf den Bild sahen glücklich aus, obwohl sie keine teuren Klamotten trugen oder sich anderweitig in Geld suhlten. Und dennoch wirkten sie reich. Reich, weil sie einander hatten.

Plötzlich knackte etwas.
Tommy sah zur hohen Mauer, auf denen er ein paar Wächter erkannte. Diese Mauer und die Leute, die dort arbeiteten, beschützten sie vor den Groundern, die außerhalb lebten. Es waren ungebildete, primitive Menschen, die nichts anders im Sinn hatten, als den Stadtbewohner zu schaden. Einmal, so stand es in den Geschichtsbüchern, griffen die Grounder Sky City an. Zum Glück schaffte man es, sie zu verdrängen. Die Stadtbewohner waren so gnädig und verschonten die Grounder, sie durften außerhalb der Mauer weiterleben und wenn sie sich benahmen, auch innerhalb. Leo, der Mann, der ihn geweckt hatte, war auch ein Grounder, einer der gebildeteren Sorte. Tommys Eltern hatten ihn von draußen geholt und ihm die Chance gegeben, in der Stadt zu leben, natürlich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen und regelmäßiger Überwachung.
Tommy lächelte. Die Stadt hatte alles bedacht. Wie sie die Leute schützten, wie sie die Grounder in ihre Schranken wiesen. Er war stolz ein Bürger von New Sky City sein zu dürfen.

Noch einmal krachte es.
Wieder sah er hoch, aber es konnte nicht von der Mauer kommen. Sie war noch rund zweihundert Meter entfernt. Tommy konnte seine Neugierde nicht im Zaum halten. Wer wusste schon, was für Abenteuer auf ihn warteten?
Er kletterte von dem Müllberg hinunter und ging um ihn herum.
Ein leises Keuchen erklang und ließ ihn erschaudern. Hatte ihn jemand entdeckt? Er folgte dem angestrengten Atem. Es kam aus einer bestimmten Richtung. Zwei Mal bog er hier einer Ecke ab, dann sah er die Herkunft der Geräusche.
Es war eine dunkle Gestalt, eingehüllt in einem Umhang.
Das Keuchen klang lange nicht mehr nur erschöpft, sonder schmerzerfüllt. Vorsichtig näherte er sich ihr. „Alles in Ordnung? Kann ich Ihnen helfen?“
Ruckartig wandte sich die Gestalt zu ihm. Auch wenn es dunkel war, so leuchteten die blauen Augen so hell wie der Tag selbst.
Die Gestalt sprang auf, was ihn einen Schritt zurück treten ließ, allerdings eröffnete es ihm auch die Sicht auf eine klaffende, blutige Wunde an der Brust des Mannes.
„Sie bluten!“, rief er erschrocken: „Was ist passiert? Ich rufe einen Krankenwagen!“.
Seine Hand zitterte, als er sein Armband aktivierte.
„Keine Bewegung! Oder du bist tot!“

Tommy sah auf. Ihm blitzte das Eisen des Messers entgegen.
„Was…?“, entglitt ihm und seine Augen weiteten sich geschockt. „Du hast mich schon gehört! Kein Wort!“, brüllte der Mann ihn an.
Das Zittern seiner Hand ging auf seinen ganzen Körper über und kalter Schweiß bildete sich auf seiner Stirn.
Der Mann kam auf ihn zu. Er hob die Hände und folgte instinktiv dessen Schritten, trat so weit nach hinten, bis er an eine Wand stieß. Tommy schluckte schwer. Wo war er nur hineingeraten!?
Der Mann kam bei ihm an und hielt ihm das Messer vors Gesicht. „Bitte, was…?“ „Ich habe gesagt, du sollst still sein!“ Tommy presse die Lippen fest aufeinander. Es hieß Ruhe bewahren.
Er wusste nicht, wer dieser Mann war, aber er hat eindeutig nicht Lust auf ein gemütliches Pläuschen. Was sollte man in so einer Situation nur tun? Er konnte keinen Gedanken fassen.
„Wer weiß noch, dass ich hier bin?“ „I-Ich weiß nicht, was Sie meinen!“. „Verarsch mich nicht, Kleiner. Findest du das witzig!?“
Der Mann hielt ihm das Messer an den Hals. „Nein! Nein, ich… ich wollte nicht…“
Auf einmal ertönte eine laute Sirene. „Verdammt!“ Der Mann schnappte ihn am Arm und zerrte ihn hinter sich her. „Loslassen! Lassen Sie mich los!“, schrie Tommy und wehrte sich gegen den Zug, aber er war nicht stark genug, um sich loszumachen.
„Halt deine Klappe!“ Nach einem weiteren Fluchtversuch gab er diese unnütze Verschwendung von Kraft auf. Diese brauchte er lieber zum Nachdenken.
Zu der ersten, stimmten nun auch weitere Sirenen mit ein und aus dem Dunkel der Nacht, konnte man Blaulicht erkennen.
„Wo bringen Sie mich hin?“, fragte Tommy, erhielt keine Antwort.
Erst, als die hohe Mauer immer größer und breiter wurde, dämmerte es ihm und die Panik verstärkte sich. Es konnte doch nicht möglich sein, dass dieser Mann ein Grounder war!?
Allerdings sah alles danach aus, als sie immer näher an die Mauer kamen, wo bereits einige Wächter warteten. Flehentlich sah er ihnen entgegen, wie sie ihre schweren Geschütze auf sie richteten. Der Mann drehte ihm einen Arm auf den Rücken und hielt ihm das Messer an die Kehle.
„Grounder! Du bist umzingelt. Lass den Jungen los, leg das Messer auf den Boden. Wenn du kooperierst, wirst du begnadigt und gleich exekutiert.“, sagt einer der Polizisten durch einen Verstärker.
„Eine Bewegung und ich töte ihn!“, meinte der Grounder und verstärkte seinen Griff, sodass Tommy wimmerte.
Er erinnert sich an eine Selbstverteidigung-Übung, die er mal im Fernsehen gesehen hatte. Immer in die Weichteile, ja? Tommy wollte es zumindest versuchen. Er holte mit dem Bein aus und trat dem Mann direkt in seine Kronjuwelen.
Dieser japste auf und ließ ihn für eine Sekunde los, allerdings reagierte er und griff so schnell, dass der Schuss, der den Grounder treffen sollte, direkt durch Tommys Arm ging.
Tommy öffnete den Mund, aber kein Laut drang nach außen. Er war wie paralysiert.
„Guter Versuch, Kleiner. Ab jetzt keine Tricks mehr, verstanden!?“
Durch seine ruckartigen Bewegungen hatte ihn das Messer am Hals erwischt, aus dem nun auch Blut drang. Wie war Tommy nur in diese Situation geraten, wie kam es hier nur wieder heraus?
Alles verschwamm zu einem einzigen Wirbel an Blau und Schwarz.
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