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Ein Thron aus Federn

CrossoverAbenteuer, Fantasy / P16 / Het
Connor Stoll Katie Gardner Lou Ellen Blackstone Miranda Gardiner OC (Own Character) Travis Stoll
22.09.2019
15.08.2021
14
38.389
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22.09.2019 2.448
 


Prolog
Hector


Wie Sterne leuchteten die Lichter der Decke des riesigen Festsaales und unter den herabfallenden Federn tanzten sie ausgelassen mit ihren ebenso großen, farbenfrohen Flügeln zu dem mal langsamen, mal schnelleren Takt der gespielten Musik.
   Gelangweilt nippte Hector Hayden an seinem Drink, als er seinem besten Freund Travis Stoll dabei zusah, wie er dessen Verlobte Louisa Ellen Blackstone herumwirbelte. Travis‘ Bruder Connor betrank sich an der Bar aufgrund der beiden schon reichlich. Hector konnte darüber nur die Augen verdrehen, denn auch, wenn Connor immer und immer wieder behauptete, dass Lou seine Seelenverwandte war, sah jeder Blinder, dass Travis und Lou keine Gefühle füreinander hatten, sondern all dies bloß für ihre Familien taten.
   Wie auch Hector selbst waren sie die Erstgeborenen der Stammhalterlinie ihres Hauses und somit hatten ihre Ehen vielversprechend für ihr Haus zu sein. Nur Seelenverwandtschaft wurde als wichtiger angesehen, doch da Lou behauptete, es existiere kein Band zwischen ihr und Connor, waren Connors Gefühle schlicht und ergreifend egal.
   Einen weiteren Schluck nehmend sah Hector sich nach seinen restlichen Freunden um. Marcus Flint, der wohl gehässigste und konservativste Engel seiner Freundesgruppe, tanzte mit irgendeiner jungen Frau, die er wohl oder übel heute Nacht flachlegen würde. Und obwohl seine Familie am stärksten von allen auf die Traditionen pochte und wohl am meisten nach dem Thron gierte, hatte sein Vater noch keine Ehe für Marcus arrangiert. Irgendwo in der Nähe wirbelte auch Adrian Pucey seine Verlobte umher, deren Identität keiner kannte, und Graham Montague flirtete entweder mit einer ahnungslosen Frau, die sich tatsächlich irgendwelche Chancen ausmalte, oder aber er hatte sich schon für ein Schäferstündchen zurückgezogen. Hector konnte ihn auf jeden Fall nicht sehen.
   Ganz in der Nähe unterhielt sich Hectors jüngere Schwester lachend mit ihrem Verlobten Marvin Blackstone und sein Cousin William Solace schien sich wie auch der Rest seiner Familie nur mittelmäßig zu amüsieren. Doch keiner von ihnen – vielleicht bis auf Connor – schien eine so schlechte Laune zu haben wie Hector selbst.
   Er trank seinen Drink aus, bevor er das Glas so hart auf den Tisch abstellte, dass es in seiner Hand zersplitterte. Wütend starrte er auf das Blut, das ihm die Handfläche hinabtropfte. Es tat nicht einmal weh. Es tat nicht einmal ansatzweise so weh wie der Verrat, den sein Vater begangen hatte. Hector hatte ihm mehr als nur einmal erklärt, dass er seine Seelenverwandte gefunden hatte und dass er sich nur noch eine kurze Zeit gedulden sollte, bis Hector sie ihm vorstellen würde, aber Brian Hayden hatte das mit einem Wink seiner Hand abgetan.
   »Ich weiß, dass du lügst, Sohn, denn hättest du sie wirklich gefunden, hätte ich sie an dir gerochen«, hatte sein Vater gelangweilt erwidert. Seit dem Tod seiner Frau war Brian Hayden emotional sogar noch kälter als Hector oder gar Marcus Flint.
   Hector hatte die Hände zu Fäusten geballt, hatte nicht gewusst, wie vielschichtig die Seelenverwandtschaft war, doch er wollte nicht aus Zweck heiraten, er wollte Liebe. Er wollte seine Seelenverwandte finden, wollte wissen, wie sich dieser innere Frieden, diese unbeschreibliche Ruhe und diese atemberaubende Glückseligkeit anfühlten, von denen sein Vater immer gesprochen hatte. Und er hatte auch früh genug gelernt, dass er diese Seelenverwandte eben nicht unter den Engeln finden würde.
   »Wenn du mir ein paar Wochen mehr gibst, Vater, werde ich sie finden!« Hector hatte noch nie in seinem Leben um etwas gebettelt und es ausgerechnet in dieser Angelegenheit getan zu haben, fühlte sich noch immer wie die größte Erniedrigung an, die ihm hätte passieren können. Travis und er waren sich immer so sicher gewesen, ihre Seelenverwandten zu finden, und dass sie beide nun so sehr daran gescheitert waren, machte Hector so unglaublich wütend.
   Doch sein Vater hatte ihm keine Zeit mehr gegeben und so wurde dieser Ball nun dafür veranstaltet, damit er sich seine zukünftige Braut aussuchte. »Ich lasse dir die Wahl«, hatte Brian noch gesagt, bevor er Hector dann für den restlichen Abend in dessen Zimmer eingesperrt hatte. Aber Hector hatte schon zuvor gewusst, dass er keine Wahl hatte. Er hatte seinen Vater oft genug mit Alaric Gardiner gesehen, der bloß eine einzige Tochter vorzuweisen hatte: Miranda Gardiner. Er hatte nie die Wahl gehabt. Es war schon längst ausgehandelt worden, dass er Miranda heiraten sollte. Gardiner und Hayden klang vielversprechend, vor allem, da Haus Gardiners gesamtes Vermögen und ihre Soldaten zu Haus Hayden übergehen würden.
   Noch nie waren Heiratsallianzen unter den großen, alteingesessenen Familien so wichtig gewesen wie in seiner Generation, denn sie hatten nun nach Jahrhunderten endlich den ersten Schritt zu ihrem Ziel erreicht: Sie hatten genug Waffen, genug Soldaten und einen Plan. Doch um den einen Thron aus Federn zu besteigen, fehlte noch ein König unter den Engeln selbst. Sie wollten sich nicht untereinander bekriegen, nachdem sie noch immer mit ihrer Population zu kämpfen hatten. Engel mochten eine sehr lange Lebensspanne haben und so war Hector keine 24 Jahre alt in Menschenjahren, obwohl ihn jeder so wahrnehmen würde, aber sie taten sich schwer, sich fortzupflanzen.
   »Meinst du, er macht das, um mich zu verärgern?« Connor tauchte schwankend neben ihm auf, seine Augen lagen stur auf seinem Bruder und Lou Ellen Blackstone.
   Hector schnaubte. »Wenn du das glaubst, kennst du Travis aber ziemlich schlecht, Con!« Er klopfte ihm aufbauend mit der blutverschmierten Hand auf den Rücken und genoss den Schmerz, der ihn durchzog. In ihrer Welt gab es viel zu wenige Gefühle. »Er macht das für dich und euer Haus!«
   »Für mich?«, fuhr Connor ihn aufgebracht an. »Er will meine Seelenverwandte heiraten, sag mir nicht, er macht das für mich! Wie alle Erstgeborenen ist er doch auch nur an diesem blöden Thron interessiert!«
   »Du hast keine Ahnung von den Bürden, die auf uns liegen, und du solltest froh darum sein«, erwiderte Hector knurrend und fast hätte seine Wut ihn derart überwältigt, dass er Connor am Kragen gepackt hätte. »Dieses Leben ist ein einziges Versteckspiel! Du musst auf jedes Wort, auf jeden Schritt achten, den du tust! Du darfst niemanden wirklich an dich heranlassen, darfst niemandem zeigen, was du fühlst! Jemanden zu vertrauen, ist die größte Sünde, die wir begehen können! Sie können einfach alles gegen dich verwenden! Sag du mir also nicht, dass du dir wünschst, ein Erstgeborener zu sein!«
   »Wenn ich sie dafür heiraten könnte«, wisperte Connor benommen, als hätte er ihm gar nicht zugehört, seine Augen lagen stur auf der kleinen Blackstone.
   Da war so viel Wut, die herauswollte, und nur der kleinste Teil richtete sich überhaupt gegen Connor. »Also wünschst du deinem eigenen Bruder den Tod?« Hector konnte es nicht fassen, konnte nicht glauben, wie frustriert Connor die Lage gemacht hatte.
   Aber Connor antwortete auch gar nicht erst.
   »Sie hat dich verleugnet! Sie hat verleugnet, dass du ihr Seelenverwandter bist, also hasse sie und nicht Travis«, wisperte Hector ihm eindringlich und zornig zu, bevor er ihn von sich stieß und aus dem Saal verschwand, wohl wissend, dass bis auf Connor niemand sah, dass er ging. Vielleicht sah es nicht einmal Connor, dessen Zustand nun schon viel zu lange an diesem tiefen Punkt lag.
   Sich aus der Familienburg und aus Cascada zu schleichen, war gerade an Ballabenden deutlich einfacher, als es eigentlich sein sollte. Niemand sah an solchen Abenden in den Himmel, jeder tanzte oder trank oder lachte. Als er auf dem Balkon seines Zimmers stand, der ihm Freiheit versprach, breitete Hector einfach seine gigantischen Flügel aus und erhob sich so leise, wie es ihm möglich war, in die Lüfte. Die Hochebene von Kafa und die Ebene von Lor hatte er schon nach seiner Seelenverwandten abgesucht. In die Eiswüste von Lihen würde er sich nicht wagen und so blieb nur noch das Dyrental, in dem er seine Seelenverwandte finden könnte. Täte er es nicht, würde er sich den Wünschen seines Vaters ergeben.
   Für Menschen war die Nacht lang, für Hector wirkte sie manchmal hingegen nur wie ein Wimpernschlag, doch sowohl Menschen als auch Engel hatten die Angewohnheit, nachts zu schlafen und so war er bei seinen nächtlichen Suchen stets unentdeckt geblieben. Er hatte nicht vor, einen Jahrhunderte alten Krieg erneut zu entfachen, den die Menschheit bloß als Legende abtat. Sollten sie doch glauben, dass Engel und Riesen nicht existierten. Er wusste nicht einmal, ob sie von der Magie wussten, die das einst wunderschöne Lihen in eine Eiswüste gewandelt hatte und nun in eine Sumpflandschaft.
   Als er den Süden des Dyrentals überflog, wurde es endlich wirklich dunkel und so musste er, als er sich gen Norden vorarbeitete, keine Gedanken mehr machen, unauffällig zu agieren. Doch umso weiter er sich nach Norden wandte, desto mehr schund seine Hoffnung, seine Seelenverwandte zu finden. Er wusste, dass Engel es schwer hatten, Seelenverwandte außerhalb ihrer eigenen Spezies zu finden, da sie nun einmal am längsten lebten, aber wenn er sie heute nicht fand, würde er nie mehr die Chance dazu bekommen, sie zu suchen.
   Als er über Lyrenhar hinwegflog, spürte er, wie sich in ihm etwas bewegte, wie sein Herz plötzlich aufgeregt flatterte und seine Hände ganz schwitzig wurden. Er landete stolpernd auf einem Dach und sah sich aufgeregt um. Es war das erste Mal, dass ihm ein derartiges Gefühl überkam, dass er sich so ausnahmslos wohl und warm und glücklich fühlte, und so hoffte er, dass sie hier war, dass er sie gefunden hatte. Vielleicht könnte er sie sich dann auch einfach schnappen und mit ihr über das Endlose Meer verschwinden, ohne zu wissen, was sie dort womöglich fanden. Er wollte nur nicht mehr zurück nach Cascada und erst recht nicht über das Gebirge hinaus, wollte fort von all den Intrigen und Lügen und abscheulichen Gefahren.
   Hector flog hinab in eine Seitengasse und legte seine Flügel so an, dass er wusste, menschliche Augen konnten sie nicht wahrnehmen, bevor er aufmerksam die Straßen entlang schritt, immer dem Gefühl nach. Und so er kam an ein Haus, für menschliche Verhältnisse groß und hoheitsvoll, und er spürte, dass sie darin war. Nervosität packte ihn, heiß und kalt zu gleich. Einen winzigen Moment spielte er mit dem Gedanken, umzudrehen, um sie nicht in sein furchtbares Leben zu ziehen. Ja, er überlegte wirklich, sie zu verlassen, bevor sie auch nur überhaupt von ihm ahnte, denn zumindest wusste er jetzt, dass sie ein gutes Leben führte. Das wollte, konnte er ihr nicht nehmen.
   Aber er konnte auch nicht gehen. Hector war zu egoistisch, um umzudrehen und sie der Sicherheit ihres einfachen Lebens zu überlassen. Und er hasste sich dafür, aber er wollte sie sehen, wollte in ihre Augen blicken, wenn sich das Band zwischen sie legen würde, wollte es fühlen, wollte sie kennenlernen und lachen hören, sie berühren und küssen. Zum ersten Mal seit dieser ganzen verdammten Debatte um den einen Thron aus Federn fragte er sich, wie es wohl sein würde, König dieses verdorbenen Königreichs zu sein und sie, seine Seelenverwandte, zu seiner Königin zu machen. Es hatte ihn zwar nie interessiert, doch er wusste, er konnte skrupellos genug sein, um zu gewinnen. Wollte nicht jede Frau verwöhnt werden, in Reichtümern schwimmen? Er könnte ihr all das und noch so viel mehr bieten.
   Seine Gedankengänge, die sich überschlugen und so viele Szenarien ausmalten, wurden plötzlich unterbrochen, als die Haustür leise geöffnet wurde und drei junge Frauen heraustraten, alle gekleidet in dunkle Mäntel. Sie zuckten zusammen, als sie Hector erblickten, doch er hatte bloß Augen für eine von ihnen.  
   Und er wusste auch bloß eines: Sie war wunderschön, wirkte so unschuldig. Und er würde um jeden Preis auf der Welt verhindern, dass seine Seelenverwandte in die Hände der machthungrigen Engel fiel.


A/N Alles, alles Gute zum Geburtstag, Emma :D <3
Du weißt ja schon, dass die Idee zu deinem Geschenk schon sehr lange steht. Ich bin mir nur nicht sicher, hast du das Crossover erwartet? Ich hab dich immerhin nach deinem Alicia HC gefragt ^^' (und auch nach deinen Lieblingspairs, die - oh Wunder xD - die Hauptpairs geworden sind :D)
Ich hoffe inständig, dass dir diese FF gefallen wird, ich kann dir definitiv versprechen, dass sie viel zu lang wird (es gibt drei "Parts" oder Phasen, wie du sie so gerne nennst, und allein Part 1 (und das ist der kürzeste) hat schon mindestens 12 Kapitel xD) und es ganz viel Drama, Liebe und Magie geben wird! Und natürlich Verrat ;D
Ansonsten muss ich dir wohl nicht sagen, wie neidisch ich bin, dass du gestern in Stuttgart warst und ich nicht! (Ich meine Wasabi <3)
Ich wünsche dir viel Gesundheit, Glück, Liebe, Erfolg und unglaublich viel Kreativität :D <3 Und natürlich viele Geschenke ^^ Lass dich heute schön feiern und genieße deinen Geburtstag :) <3

Ansonsten noch zur FF: Dies mag zwar ein Crossover zwischen PJ/HP sein, aber es spielt in keiner der beiden Welten oder einer Mischwelt und auch das Magiesystem, das hier vorkommen wird, ist anders als bei Harry Potter oder Percy Jackson. Es ist also viel mehr, als hätte ich mir ein paar Figuren aus beiden Fandoms genommen (bei HP sind es wirklich nur sehr wenige) und sie in eine von mir kreierte Welt geworfen, weshalb ich diese FF auch nicht unter Crossover, sondern unter Percy Jackson veröffentliche.
Zudem gehören zu den weiblichen Protagonistinnen sowohl Katie Gardner (PJ) als auch Katie Bell (HP), weshalb ich entschieden habe, um keine allzu große Verwirrung zu stiften, dass Katie Gardner wirklich Katie genannt wird und Katie Bell zu Kate wird. Ich hoffe, das ist so verständlich und in Ordnung :)
Ich möchte an dieser Stelle noch eine kleine Characterdeathwarnung geben, aber die Rate wird im Gegensatz zu anderen Geschichten von mir wirklich deutlich geringer ausfallen, weil es in dieser Geschichte wirklich mehr um Intrigen und Verrat als um Krieg geht (auch wenn das sicherlich einige Charaktere wollen). Die geplante Länge der FF rührt zudem von den sechs Hauptpairs her und den zwei wichtigeren Nebenpairs, von denen Adrian Pucey und Nicklas Lancaster (OC von dystopianxchaos) auch ab und zu mal eine Sicht bekommen. Zudem wird von dem Hauptpair KB x MF Marcus Flint keine Sicht bekommen (tut mir leid, Em :/), da ich mir sicher bin, ihn nicht schreiben zu können bzw. er würde viel zu viel am Anfang preisgeben, dass so schnell noch nicht verraten werden soll (und ich meine damit nicht die offensichtlichen Gegebenheiten xD).
Ich versuche zudem auch mit viel Forshadowing zu arbeiten, achtet daher also auf Blumen, Farben etc :D Ich werde sie nicht zufällig wählen.
Dann hoffe ich nur noch, dass diese Geschichte womöglich auf Anklang findet, und wünsche noch einen wunderschönen Sonntagnachmittag :)

Alles Liebe,
Jule
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