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Ich will dich nicht verlieren!

Kurzbeschreibung
GeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character)
21.09.2019
28.09.2020
63
232.841
10
Alle Kapitel
72 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
31.05.2020 2.886
 
Hallo ihr lieben und einen wunderschönen Sonntag euch allen. :D
Ich hoffe ihr habt die Woche gut überstanden. Meine Woche war wie die letzten Wochen auch. Haufenweise Arbeit und wenig Freizeit. (Ein weiterer Grund, weshalb ich mich schon total auf meinen baldigen Urlaub freue.) Wo dieser stattfinden wird weiß ich allerdings noch nicht. Ich schwanke noch zwischen Balkonien und Couchistan. ;P
Okay Spaß beiseite. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, ob ich in meinem Urlaub überhaupt irgendwelche Kapitel schreiben werde. Da in diesem Zeitraum sowohl mein jüngerer Bruder, als auch das Nesthäkchen meiner Freundesgruppe, ihren Abschluss feiern. Und ich mich auch noch um eine Menge anderer Sachen kümmern muss.
Aber bis Mitte Juni dauert es ja noch ein bisschen.
Joa, das war soweit eigentlich alles, was ich euch mitteilen wollte. Jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim lesen. Schöne Pfingsten euch allen und passt auf euch auf.

Gruß SunshineOak. :)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Vor Schreck und Überraschung zuckte James zusammen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sein Verschwinden so früh auffallen würde. Oder dass ihn hier jemand fand. Und am wenigsten hätte er erwartet, dass es ausgerechnet Lukas sein würde.
Langsam und sehr zögerlich, drehte er den Kopf und schaute den Schwarzhaarigen über die Schulter hinweg an.
Eigentlich hatte er erwartet in ein Paar hasserfüllte, blaugraue Augen zu blicken. Als er jedoch statt Hass und Genugtuung, Sorge, Entsetzen und auch eine Spur Angst erkannte, traute James seinen Augen nicht. Warum sollte Lukas ihm gegenüber plötzlich Empathie zeigen? Wo er doch keine zwei Stunden zuvor noch versucht hatte ihn umzubringen.
"Was zum Teufel tust du Idiot da?", wiederholte der Jüngere seine vorherige Frage, diesmal mit mehr Nachdruck.
Statt zu antworten, umklammerte der Offizier die Reling und wich dem bohrenden Blick seines Gegenübers aus.
Warum musste Lukas auch ausgerechnet jetzt hier aufkreuzen?
"Jetzt antworte doch verdammt!"
James sah runter zum Wasser.
"Wonach sieht es denn aus?", antwortete dieser dann leise flüsternd.
Der Schwarzhaarige kniff die Augen zusammen. Wegen des starken Windes und dem lauten Brüllen des Schornsteins, verstand er kein Wort von dem, was James gesagt hatte.
Ohne weiter nachzudenken, ging er auf den verzweifelten jungen Mann zu.
James bemerkte dies und beobachtete unsicher den näherkommenden Jugendlichen.
"Du willst dich also umbringen.", sagte Lukas, kurz bevor er die Reling erreicht hatte. Seine Stimme war dabei fast schon unheimlich ruhig.
Wieder schaute James weg. Aufgrund des Windes, dessen Stärke seit den frühen Morgenstunden deutlich zugenommen hatte, fiel es ihm immer schwerer, sich an den eisernen Stäben der Schiffsreling festzuhalten.
Lange Zeit sagte keiner der beiden etwas.
Es war ein eigenartiges Schweigen. Schließlich war es James, der als erstes etwas sagte.
"Was willst du hier Lukas?"
Der Jugendliche schwieg nach dieser Frage ein Paar Sekunden. Dies tat er allerdings nicht um James zu ärgern oder um ihn zu verunsichern. Sondern weil er die Antwort auf dessen Frage selbst nicht so genau wusste. Selbstverständlich war er entsetzt gewesen, als er den jungen Offizier an der Reling erblickt hatte. Und natürlich wusste er, was dies zu bedeuten hatte. Er war ja nicht dumm. Und genauso wenig war er ein Unmensch. Aber weshalb er sich letzten Endes dazu entschlossen hatte hierher zu kommen, war ihm dennoch ein Rätsel. Denn auch wenn er es nicht gerne zugab, wünschte sich ein Teil von ihm trotzdem, dass James einfach verschwand. Doch war es überhaupt normal, sowas zu denken? Oder sich sowas zu wünschen? War ER überhaupt normal?
Lukas blinzelte einige Male. Die Worte, die dann seinen Mund verließen, überraschten sowohl ihn, als auch James.
"Ich kann ja wohl schlecht zulassen, dass du dich selbst umbringst, oder?"
Die Augen des Älteren weiteten sich.
"Was? Wie...wie meinst du das?"
Der Schwarzhaarige warf ihm aus dem Augenwinkel einen kurzen Blick zu. Mit fester Stimme antwortete er: "Was gibt es daran denn nicht zu verstehen? Glaubst du etwa ich habe Lust, jemandem beim Selbstmord zuzusehen?"
Wieder sah James runter zum Wasser.
"Und warum interessiert dich das? Du wolltest mich doch vorhin umbringen. Also tue ich dir doch hiermit einen Gefallen!"
Die Worte des Älteren waren voller Schmerz und Bitterkeit.
Bei der Erwähnung seines Ausrasters vorhin an Deck, überkam Lukas tatsächlich ein Gefühl der Reue und des Schams.
Er wusste mittlerweile, dass sein Verhalten völlig unnötig gewesen war. Und auch, dass seine Drohungen und Aussagen absolut unüberlegt waren. Doch wie hätte er denn sonst reagieren sollen? Als er erfahren hatte, dass seine Schwester nicht unter den Überlebenden war, war in ihm eine Sicherung durchgebrannt. Und in seiner blinden Wut, hatte er sich auf die erste Person gestürzt, die seiner Meinung nach die Schuld daran trug.
Betreten senkte er den Blick.
"Du tust damit niemanden einen Gefallen. Weder dir, noch mir, noch Jasmine."
Bei der Erwähnung seiner verstorbenen Verlobten, zog sich James' Herz vor Trauer und Schmerz zusammen.
"Woher willst du das wissen? Vielleicht erwartet sie mich ja bereits."
Lukas schloss kurz die Augen.
"Ich kenne meine Schwester. Sie hätte niemals gewollt, dass sich jemand ihretwegen etwas antut. Im Gegenteil, für sie war das Wohl und auch das Glück anderer immer das wichtigste."
James schluckte.
"Etwas ähnliches hatte sie auch zu mir gesagt.", gestand er daraufhin.
Lukas öffnete die Augen und sah ihn an.
"Tatsächlich? Was...was hat sie denn gesagt?"
Der junge Offizier ließ den Blick kurz über das Meer gleiten und durchlebte die vergangene Nacht erneut.
"Sie bat mich, weiter zu leben und wieder glücklich zu werden. Sie sagte, ich solle eine hübsche Frau finden, sie heiraten und mit ihr Kinder bekommen. Und später solle ich dann meinen Enkeln mein ganzes Wissen weitergeben."
Als James sich an Jasmines letzte, bittende Worte erinnerte, wurde seine Stimme brüchig.
"Sie sagte noch, dass dies ihr Geschenk an mich sei und bat mich in ihren letzten Atemzügen darum, es ihr zu versprechen."
Aufmerksam hörte der Schwarzhaarige ihm zu. Ihm fiel es verdammt schwer, nicht erneut in Tränen auszubrechen. Und das lag nicht nur daran, dass er nun die letzten Worte seiner Schwester kannte. Viel eher war es die Tatsache, wie ähnlich es ihr sah sowas selbstloses zu tun und zu sagen. Vorallem im Angesicht des Todes.
"Mir war nie bewusst gewesen, wie sehr sie dich geliebt hat.", murmelte er und umklammerte die Reling.
"Es muss für dich schrecklich gewesen sein, daneben zu sitzen und nichts für sie tun zu können, außer ihr dieses Versprechen zu geben."
James nickte schwach. Unfähig, auch nur ein Wort über die Lippen zu bringen.
Plötzlich weiteten sich Lukas' Augen. Mit einem Ausdruck purer Fassungslosigkeit, starrte er den Offizier zu seiner rechten an.
"Du hast meiner Schwester versprochen weiter zu leben! Du hast ihr ein Versprechen gegeben und nun willst du es brechen, indem du versuchst dich umzubringen? Warum?"
James schaute den Jüngeren aus reuevollen, braunen Augen an.
"Weil ich diese Schuld einfach nicht ertrage! Es bringt mich regelrecht um!"
"Aber das ist doch kein Grund alles aufzugeben! Wenn du jetzt alles wegwirfst, dann ist meine Schwester völlig umsonst gestorben!"
James schaute sein Gegenüber verzweifelt an.
"Sie wäre noch am leben, wenn ich sie besser beschützt hätte! Warum also soll ich weiterleben, wenn sie es nicht mehr kann? Womit habe ausgerechnet ich es verdient?"
Auch in Lukas wuchs die Verzweiflung.
"Hör auf sowas zu sagen! Vielleicht hast du recht. Vielleicht wäre Jasmine noch am Leben, vielleicht aber auch nicht! Verdammt, vielleicht würde sie, wenn sie überlebt hätte und du gestorben wärst, jetzt hier stehen und das selbe versuchen! Ich weiß es nicht. Das einzige was ich weiß ist, dass du gerade dabei bist, dein Leben wegzuwerfen! Das Leben, welches du Jasmine zu verdanken hast!"
Jedes Wort traf James wie ein Schlag ins Gesicht.
Wieso nur konnte Lukas nicht verstehen, dass diese Last zu viel für ihn war? Und dass er nicht so leben konnte? Wie konnte er jemals ein glückliches Leben leben, wenn ihm der Gedanke, dass er eigentlich hätte sterben sollen und dass Jasmine nur durch sein Versagen zu Tode kam, pausenlos durch den Kopf ging?
"Warum tust du das, Lukas? Warum lässt du mich nicht einfach in Ruhe? Und warum lässt du mich diesem Alptraum nicht endlich entfliehen?"
Nach einer kurzen Pause fügte er noch leise hinzu: "Ich will doch bloß wieder bei Jasmine sein!"
Lukas nahm einen tiefen Atemzug und wählte seine nächsten Worte mit Bedacht.
"James, ich verstehe dich. Wahrscheinlich sogar mehr als jede andere auf diesem Schiff."
Während er das sagte, legte er dem Offizier vorsichtig eine Hand auf die Schulter.
"Aber frag dich doch mal selbst, was würde Jasmine davon halten? Glaubst du sie würde wollen, dass du hier stehst? Glaubst du, sie würde es gut finden, dass du dein Leben, deine zweite Chance, einfach so aufgibst? Oder dass du dich mit solchen Gedanken selbst quälst?"
Unsicherheit flackerte in den haselnussfarbenen Augen des Älteren auf.
"Ich weiß, dass die Dinge, die ich zu dir gesagt und die ich dir angetan habe, mehr als nur falsch waren. Ich war von dieser Neuigkeit einfach nur so geschockt gewesen, dass ich vor lauter Zorn und Schmerz, nur an mich gedacht habe. Dass du allerdings derjenige warst, der bis zum Schluss an der Seite meiner geliebten Schwester gesessen und hilflos dabei zugesehen hat, wie sie starb, kam mir gar nicht in den Sinn. Ich habe dir Unrecht getan, und dafür möchte ich mich bei dir entschuldigen."
James musterte den Schwarzhaarigen betrübt.
"Du brauchst dich nicht für etwas entschuldigen, was die Wahrheit ist Lukas!"
Doch der Angesprochene schüttelte den Kopf.
"Das ist nicht wahr, James! Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht, für den ich mich entschuldigen will und auch muss! Es war falsch von mir, dir solche grausamen Dinge vorzuwerfen! Ich habe einen Schuldigen gebraucht und ihn zu Unrecht in dir gefunden. Dich trifft keine Schuld."
James zog etwas die Augenbrauen zusammen. Es schien als wollte er etwas sagen, doch Lukas kam ihm zuvor.
"Ich bitte dich James, tu es nicht! Jasmine würde das nicht wollen! Lass ihren Tod nicht umsonst gewesen sein!"
Der flehende Unterton in der Stimme des Jugendlichen sorgte dafür, dass die Überzeugung, mit der James sein Vorhaben bis eben noch durchführen wollte, stark nachließ.
Er schaute lange auf die weiß schäumende Spur, die sich wie eine lange Narbe über das dunkle Wasser zog.
Lukas hatte recht. Wenn er jetzt sprang und sein Leben beendete, dann wäre Jasmines Tod doch völlig unbedeutend gewesen. Und das konnte er nicht zulassen. Er wollte das Andenken an seine verstorbene Verlobte am leben erhalten. Doch das ging nur, wenn er lebte und all die Dinge tat, die er Jasmine versprochen hatte. Aber konnte er das wirklich? Sich nochmal verlieben?
James schloss für einen Moment die Augen. Sein Kopf war dabei völlig frei von jeglichen Gedanken.
"Also gut.", murmelte er dann und öffnete die Augen. Sein Blick war dabei in den Himmel gerichtet.
Erleichtert atmete Lukas auf.
"Aber ich tue dies nur für Jasmine. Nicht für mich."
"Ist schon in Ordnung.", sagte Lukas und streckte dem Offizier seine Hand entgegen.
"Komm, ich helfe dir."





Obwohl die Gefahr schon lange gebannt war, zitterten Lukas' Knie und Hände immernoch vor Aufregung. Das Adrenalin, welches durch seinen Körper schoss, ließ allmählich nach.
Er konnte es immernoch nicht glauben. Er hatte soeben ein Menschenleben gerettet.
Unauffällig schaute er nach links, wo James schweigend neben dem Jüngeren herlief. Dessen Blick war zu Boden gerichtet.
Lukas nahm einen tiefen Atemzug und seufzte leise. Er wusste nicht wieso, aber irgendwie beschlich ihn das eigenartige Gefühl, dass Jasmine ihre Hände dabei im Spiel hatte. Doch möglicherweise bildete er sich dies auch nur ein.
"Danke."
Irritiert sah der Schwarzhaarige zum Offizier. Dessen Augen waren voller Dankbarkeit.
"Ach, doch nicht dafür.", sagte dieser nur und versuchte dabei lässig zu klingen.
James blieb stehen.
"Lukas, ich meine das ernst. Ich verdanke dir mein Leben. Wenn du nicht aufgetaucht wärst und mir ins Gewissen geredet hättest, dann wäre ich jetzt nicht mehr hier."
Auch Lukas blieb jetzt stehen.
Einige Sekunden vergingen.
Nervös scharrte Lukas mit dem Fuß auf dem Boden.
"James, ich sagte doch..."
Doch noch bevor Lukas seinen Satz aussprechen konnte, traf ihn eine heftige Windböe völlig unvorbereitet. Diese war so stark, dass es ihn beinahe zu Fall brachte. Für ihn jedoch fühlte es sich fast so an, als hätten unsichtbare Hände ihn geschubst.
"Was zum...?", murmelte er leise und sah über die Schulter hinweg nach hinten. Wie erwartet stand dort niemand.
Verwundert schüttelte er den Kopf und wandte sich wieder James zu. Dieser stand nun etwa anderthalb Meter von ihm entfernt und bedachte ihn mit einem undefinierbaren Blick.
Als er jedoch zu sprechen begann, konnte man die Dankbarkeit und auch eine gewisse Ehrfurcht heraushören.
"Du glaubst nicht wie viel mir das bedeutet, Lukas. Deine Worte haben mir die Augen geöffnet, und mich in letzter Sekunde vor einem schweren Fehler bewahrt. Ich weiß, dass du immernoch wütend auf mich bist. Und sehr wahrscheinlich empfindest du mir gegenüber immernoch diesen Hass, aber damit komme ich klar. Ich weiß, dass Jasmines Tod trotz allem zum Teil auch meine Schuld ist. Und daran werde ich auch niemals etwas ändern können. Aber trotz allem konntest du deinen Hass und deine Abneigung mir gegenüber zumindest kurzzeitig vergessen, und Gnade zeigen. Dafür werde ich dir immer dankbar sein. Ich verspreche dir, dass ich sowas wie eben niemals wieder tun werde! Dieses Leben ist ein Geschenk und ich werde es bis zu meinem letzten Atemzug wie einen Schatz hüten. Niemals werde ich die Dinge vergessen, die du und Jasmine für mich getan haben.
Ich verdanke euch beiden wirklich alles. Ich wünschte nur, es gäbe eine Möglichkeit, mich dafür erkenntlich zu zeigen."
Als Lukas sein Gegenüber so sprechen hörte, hatte er plötzlich das Gefühl, als würde jemand neben ihm stehen. Eine Präsenz, die ihm nur allzu vertraut war.
Als er dann auch noch den leichten Hauch eines nach Blumen riechenden Parfüms wahrnahm, kamen unzählige Gefühle in ihm hoch. Er versuchte die Quelle des Geruchs ausfindig zu machen, doch so plötzlich der Duft aufgetaucht war, so plötzlich war er auch wieder verschwunden. Lukas fasste sich an den Kopf und schaute irritiert und auch ein wenig ängstlich neben sich. Was war nur mit ihm los? Erst musste er an Jasmines Lieblingslied denken, dann hatte er das Gefühl, als hätte ihn jemand absichtlich zu James gelotst.
Und als würde das nicht reichen, bildete er sich auch noch ein, dass unsichtbare Hände ihn geschubst hätten, damit er nicht weiterredete.
Doch was dem ganzen noch die Krone aufsetzte, war diese Präsenz neben ihm und der Geruch des Parfüms, welches seine Schwester immer trug. Gerade letzteres sollte an dieser Stelle absolut unmöglich sein, da er und James erstens die einzigen Menschen hier an Deck waren, und es zweitens um sie herum nichts weiter als Salzwasser gab.
Diese merkwürdigen Geschehnisse ließen Lukas an seinem Verstand zweifeln. Und obwohl er alles andere als gläubig war und auch an der Existenz von Geistern und allem was dazugehörte zweifelte, war er dennoch davon überzeugt, dass dies alles Jasmines Werk war.
Auch wenn der kritische und logisch denkende Teil von ihm etwas anderes sagte.
James bemerkte den abwesenden Blick des Jüngeren und zog besorgt die Augenbrauen zusammen.
"Was ist los?", fragte er.
Lukas sah auf, antwortete allerdings nicht.
Ihm ging James' letzter Satz durch den Kopf. Wortlos setzte er sich in Bewegung.
"Lukas, was ist los? Stimmt was nicht?"
Als der Offizier dies fragte, wurde er nervös. Hatte Lukas es sich etwa anders überlegt und wollte ihn jetzt doch umbringen? War sein Hass auf ihn doch so stark?
Unsicher wich James ein paar Schritte zurück.
"Lukas?"
Immernoch sagte der Schwarzhaarige kein Wort. Auch seinem Blick konnte man nichts entnehmen. Es war, als würde man einer Statue ins Gesicht schauen.
James straffte die Schultern und ballte die Hände zu Fäusten.
Sollte der Jugendliche tatsächlich vorhaben ihn zu attackieren, würde er sich mit aller Macht wehren.
"Lukas was soll das? Jetzt rede gefälligst!"
Trotz der harschen Aufforderung ließ der Schwarzhaarige sich nicht aufhalten.
"Du sagtest doch, dass du dich gerne erkenntlich zeigen würdest, aber nicht weißt wie. Ich wüsste da was.", sagte er mit ruhiger Stimme.
James lief ein eisiger Schauer den Rücken hinunter. Als er dann auch noch mit der Hacke gegen etwas hartes stieß und nach hinten sah, gefror ihm das Blut in den Adern. Lukas wollte ihn doch nicht etwa von Bord stoßen?
Doch im nächsten Moment tat der Jüngere etwas, womit der Offizier niemals gerechnet hätte. Er umarmte ihn.
"Du hast dich bereits damit erkenntlich gezeigt, dass du nicht gesprungen bist. Versprich einfach, dass du dein Leben in vollen Zügen genießen wirst. Mehr will ich nicht. Und mehr würde auch meine Schwester nicht wollen."
Als James das hörte, bildete sich ein Kloß in seinem Hals. Er fühlte sich plötzlich wie ein Idiot. Wie konnte er nur ernsthaft glauben, dass Lukas so kaltherzig wäre und ihn kaltblütig umbringen würde?
Ohne zu zögern erwiderte er die Umarmung.
"Danke Lukas. Danke für alles."
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