Eternal Flame

SongficFreundschaft / P12
Katniss Everdeen Peeta Mellark
19.09.2019
19.09.2019
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Eternal Flame


Katniss saß in ihrem Sessel. Schon den ganzen Tag war sie in einer grüblerischen, fast finsteren Stimmung. Peeta beobachtete sie und wusste, er musste sie in Ruhe lassen. Würde er sie jetzt stören, würde sie nur noch verschlossener werden, ihre alte Jacke anziehen und in den Wald gehen.

Das tat sie immer wenn sie aufgeschreckt wurde, sich in die Enge getrieben sah, oder einfach allein sein wollte.

Peeta konnte es nicht nachvollziehen, nicht voll und ganz zumindest, aber er verstand ihre Beweggründe. Der Wald war immer ihre Zuflucht gewesen, schon damals in der Zeit, in der sie ihren Vater ganz für sich alleine hatte, später dann neben der Notwendigkeit etwas Essbares zu finden die Möglichkeit, vor dem Leben in Distrikt 12 zu fliehen, allein zu sein mit ihren Gedanken, weit weg von dem Elend, welches sie zu Hause vorfand und ganz weit weg von der düsteren Stimmung, in der sich ihre Mutter zu dieser Zeit befand. Katniss hatte diese Stimmung immer als schrecklich beschrieben, unverantwortlich und egoistisch. Nun, wenigstens dies hatte sie wohl von ihrer Mutter geerbt.

Ein leichtes Grinsen durchfuhr ihn, doch es verging genauso schnell, wie es gekommen war. Natürlich gab es Unterschiede gestand er sich. Katniss’ Mutter hätte eigentlich für sie und Prim da sein sollen, so wie es die Pflicht einer Mutter war. Diese Pflicht hatte Katniss nicht, noch nicht, fügte er leise in seinen Gedanken hinzu.

Sein tiefster, sehnlichster Wunsch war es, mit Katniss eine Familie zu gründen, doch er wusste, sie war noch nicht so weit und wenn er sie so betrachtete wusste er, es würde noch sehr viel Zeit vergehen, bis sie bereit dazu war, wenn sie es überhaupt je sein würde.

Er wusste, dass sie ihn mochte, vielleicht liebte sie ihn sogar ein bisschen, aber ihre tief verankerte Furcht vor Nachkommenschaft würde sie nicht so einfach abstreifen können. Peeta wusste es, wusste es sehr genau sogar. Doch er gab nicht auf. Es gab einfach Dinge, für die es sich zu kämpfen lohnte und wenn schon nicht kämpfen, dann doch wenigstens darauf zu warten. Nicht, dass er die Geduld in Person wäre, ganz im Gegenteil, doch bei Katniss war es etwas anderes. All die Jahre, die er seine Liebe geheim gehalten hatte, nie ein Wort gesagt hatte, zu niemandem, waren ihm Lehrer gewesen, eine harte Schule, aber es hatte sich gelohnt. Und ausgerechnet durch die Arena waren sie sich näher gekommen. Eigentlich hätte nur einer von beiden zurückkommen dürfen und er hatte von Anfang an gewusst, dass er es nicht sein würde. Also hatte er alles getan, um ihr zu helfen, auch wenn es zeitweise ganz anders ausgesehen hatte.

Dann die Laune des Schicksals, oder besser gesagt die der Spielmacher und sie bekamen die Chance beide zu überleben. Er wusste bis heute nicht genau wie es kam, aber er wusste es immer, er verdankte sein Leben dieser Frau, die nun mit einer dunklen Aura in ihrem Sessel saß und vor sich hin stierte.

Als hätte sie seine Gedanken gehört, sah sie plötzlich auf und ihm direkt in die Augen. Sie lächelte, oder versuchte es zumindest. Es war eher eine Grimasse, ein fernes Abbild eines Lächelns, doch Peeta freute sich auch darüber. Er blieb noch immer stumm. Katniss würde reden, wenn sie es wollte, wenn nicht, würde sie auch kein Wort von seinen Lippen dazu bringen, etwas zu sagen.

Schließlich ging ein Ruck durch Katniss. Sie setzte sich auf und Peeta sah genau, wie sie versuchte, Worte zu finden, ihre Gedanken auszudrücken, so dass er es auch verstehen konnte. Manchmal waren ihre Gedanken so ganz anders, als die seinen. Oder verwirrten ihn einfach die Gedanken, die im Hintergrund mitliefen und die sie nicht mit ausdrückte? Manchmal fragte er sich, ob sie die einzigen waren, die mit solchen Problemen zu kämpfen hatten, oder ob dies ganz normal war. Er hatte nur seine Eltern als Beispiel und die waren wirklich nicht dazu geeignet, als Anschauungsobjekt zu dienen. Er hatte nie verstanden, warum sein Vater seine Mutter geheiratet hatte. Sie waren grundverschieden. Aber waren er und Katniss nicht auch grundverschieden? Er, Sohn des Bäckers, sie die Waise eines Minenarbeiters. Ihre jeweilige Kindheit war völlig anders verlaufen. Hunger war für ihn ein Fremdwort gewesen, für sie bitterer Alltag. War bei seinen Eltern Geld immer vorrätig gewesen, so hatte in ihrer Familie immer Mangel daran geherrscht.

Katniss öffnete den Mund, schloss ihn aber wieder bevor sie etwas gesagt hatte. Er hob die Augenbrauen, wie um sie zu ermuntern zu sagen, was sie zu sagen hatte. Es schien zu funktionieren, denn Katniss öffnete erneut den Mund und diesmal kamen auch Worte zum Vorschein:

„Ich glaube, es ist nicht richtig was wir tun.“

Peeta sah sie verwirrt an: „Was meinst du?“

Katniss sah gequält aus, als sie weitersprach: „Das alles hier, zusammen wohnen, Familie spielen und – Peeta, es ist nicht fair, nicht fair für dich, du erwartest doch viel mehr von mir. Ich...“ sie unterbrach sich. „Ich kann dir das alles nicht geben. Du bist immer für mich da, sorgst dich um mich. Du – Haymitch hat Recht, ich verdiene dich nicht.“

Peeta lachte auf: „Haymitch mag ja der Meinung sein. Ich bin anderer Meinung. Ich weiß nichts über verdienen. Ich weiß auch nicht ob ich dich verdiene. Ich wüsste nicht wodurch. Aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um etwas, was Haymitch nicht kennt, oder von dem er vergessen hat, wie es geht. Nein, Haymitch ist nicht der Maßstab aller Dinge und schon gar nicht was uns betrifft. Verstehe mich nicht falsch, ich mag den alten Knaben, sogar sehr, aber was verdienen, nicht verdienen, Liebe und sowas angeht, da ist er ein Blinder, der dir was über die Farben erzählen will.

Es ist schon so viele Jahre her, da habe ich mein Herz verloren. Ohne Herz zu leben ist sehr schwer und deshalb hoffe ich, dass du mir deines schenkst, nicht weil ich es verdient hätte, sondern, weil du es gerne möchtest. Vertrau mir und

Schließ die Augen, gib mir deine Hand, Liebling.“


Sie tat es und er legte ihre Hand auf seine Brust.

„Fühlst du mein Herz schlagen? Verstehst du es?“


Er spürte wie ihre Hand leicht zu zittern begann, aber sie zog sie nicht zurück, also sprach er weiter:

„Fühlst du genauso. Träume ich nur?
Ist dieses Feuer eine ewige Flamme?


Was mich betrifft, ist sie es. Und ich hoffe sehr, dass du diese Flamme ebenfalls in dir spürst, dass du genauso empfinden magst, wie ich es schon so lange tue. Soll dies nur ein Traum von mir sein? Ich glaube es nicht. Du liebst mich und ich liebe dich. Alles andere wird sich irgendwie schon ergeben.

Ich glaube, es sollte einfach sein, Liebling.
Ich beobachte dich, wenn du schläfst.
Du gehörst zu mir.
Fühlst du genauso? Träume ich nur,
oder ist dieses Feuer eine ewige Flamme?


Ich bin mir sicher, dass du ganz ähnlich, oder gar genauso empfindest. Was also soll daran verkehrt sein? Es ist doch so, ich brauche dich, wie die Luft zum atmen – mein Gott das klingt so schnulzig aber ich kann es einfach nicht anders ausdrücken.

Du hast mir mehr als einmal das Leben gerettet, in der Arena und auch später. Wahr, oder nicht wahr? Das verbindet uns schon ganz von alleine, aber das wäre keine Basis für eine Beziehung. Du hast an mich geglaubt, als fast alle anderen meinen Tod forderten und du hast auch nicht damit aufgehört, als ich dich fast erwürgt hätte.“

„Aber das warst nicht DU“, warf sie ein. „Das war das Gift der Jägerwespen.“

„Siehst du? Selbst in so einer Situation suchst du nach Entschuldigungen für mich. Das will doch etwas heißen. Das spricht doch dafür, dass es da mehr gibt, dass da etwas ist, etwas, das nichts und niemand jemals zerstören kann.

Sag meinen Namen.“


Ganz automatisch tat sie es.

„Siehst du? Jetzt ist es für mich so.

Die Sonne scheint durch den Regen.


So war es schon immer für mich, seit ich dich damals habe singen hören. Ich weiß

Ein ganzes Leben so einsam,


doch ich spreche gar nicht von dir, ich spreche von mir. Meinst du wirklich, ich hatte so ein glückliches Leben? Ja, ich hatte immer genug zu essen, doch tief in mir drinnen war ich immer einsam. Ich hatte meine Geschwister, doch zu denen hatte ich nie eine enge Beziehung. Sie haben mich immer nur als Anhängsel gesehen, als einen der halt auch da war und unter demselben Dach lebte. Keinen von ihnen hat es jemals interessiert, wie es mir ging, was ich fühlte, warum ich traurig war oder fröhlich. Ja gut, ich hatte meinen Vater, der war wirklich in Ordnung, aber für mich interessiert? Was in mir vorging? Nein. Fehlanzeige. Ich hatte niemanden, mit dem ich wirklich sprechen konnte. Du hattest Gale.“

Sie legte die Stirn in Falten. Es musste sie wie ein Messer getroffen haben. Etwas, was er nicht beabsichtigt hatte und was ihm auch sofort leidtat, deswegen sprach er schnell weiter:

„und dann kommst du und linderst den Schmerz.
Ich möchte dieses Gefühl nicht mehr missen, oh


Nein, wirklich. Ich habe so lange gewartet und nun will ich es wirklich nicht mehr missen. Nenn mich egoistisch, sage, ich nutze dich aus, sag was du willst, aber denke nicht, dass es ein Fehler ist, was wir tun. Auseinanderzugehen, das wäre ein Fehler. Nicht mehr gegenseitig unsere Nähe zu spüren, das wäre ein Fehler.

Wir haben uns nicht verdient, nein wirklich nicht, aber wir haben uns gefunden und ich will das nicht wieder verlieren. Bitte Katniss, schüttle diese Gedanken ab. Was immer andere sagen mögen, wir lassen sie nicht verlöschen,  unsere ewige Flamme.“

Wieder ging ein Ruck durch sie hindurch, doch dieser hatte etwas Befreiendes an sich.

„Du hast Recht. Meine Gedanken waren falsch, das sehe ich jetzt ganz deutlich. So, wie wir die Arena überstanden haben und all die anderen Gefahren, so werden wir auch das schaffen, was wir unser Leben nennen. Möge diese Flamme niemals erlöschen und wenn ich mal wieder meine Zweifel habe weiß ich, wo ich sie neu entzünden kann.“

Sie löste ihre Hand, die noch immer auf seiner Brust lag, legte beide Hände auf seine Wangen und zog sein Gesicht zu sich heran. Dann schloss sie die Augen und küsste ihn zärtlich, innig und lange.

*** *** ***

Die Rechte, weiß nicht was die Linke tut. Ansonsten sind diese zu verteilen an die rechtmäßigen Besitzer.

Katniss und Peeta: Suzanne Collins

Eternal flame (alle fettgedruckten Passagen); Susanna Hoffs, Tom Kelly und Billy Steinberg (zuerst gesungen von den Bangles)

Rechtschreibung: Konrad Duden

Idee: Kam aus dem Nichts, gehört dann wohl auch dem Nichts und damit Michael Ende der dies in der Unendlichen Geschichte kreierte.

FF.de; ideaFactory

Satzstellung, Ausdruck und Logik: Meine Beta Maggie

Sollte noch was übrig bleiben: Das gehört dann wohl mir (Wenn es mir keiner streitig macht.)

Sollte sich jemand das Lied anhören wollen: https://www.youtube.com/watch?v=PSoOFn3wQV4

Sollte sich jemand für die Originalgeschichte interessieren, dann muss er sich die Bücher leihen, oder kaufen, sich schenken lassen, oder klauen. Letzteres, da weise ich ausdrücklich darauf hin, verstößt gegen geltendes Recht und kann mit einer Geld und/ oder einer Freiheitsstrafe geahndet werden.
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