Forelsket

von Juniette
GeschichteRomanze / P16
OC (Own Character) Oikawa Tooru
18.09.2019
18.09.2019
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Es war nach der Willkommensfeier der Erstklässler.
Momochi Emi war stolz an der Aobajōsai-Oberschule angenommen zu werden. Ihre Eltern gingen schon hier zur Schule und hatten wundervolle Erinnerungen mit noch tolleren Menschen gemacht. Aufgeregt ging sie das Gelände ihrer neuen Schule auf und ab. Sie hatte sogar die neue Schuluniform angezogen um sich an das Gefühl zu gewöhnen. Glücklich lief das junge Mädchen weiter bis sie bemerkte, dass sie sich verlaufen hat. Verwirrt suchte Momochi die Aula oder ein bekanntes Gebiet, aber es wollte ihr nicht so recht gelingen. Genervt lehnte sie ihren Kopf gegen die nächste Wand und stöhnte qualvoll auf. „Warum passiert sowas ausgerechnet mir. Wie doof muss man denn sein?!“ fragte sie sich selbst. „Also, wenn du mich fragst…Dann ganz schön blöd!“ hörte sie eine Stimme hinter sich. Sauer drehte sie sich um und wollte dem Typen ihre Meinung geigen, jedoch sah sie niemanden auf ihrer Augenhöhe. Verwirrt blickte sie nach unten und blickte in die braunen Iriden eines jungen Mannes. Überrascht sah Momochi den hockenden Jungen an, welcher ein Taschentuch in der Hand hielt. „Ich glaube du hast das verloren.“ sagte er und deutete auf das Taschentuch. Dann blickte er weiter nach unten und sah zum Rand ihres Rockes, welcher auf seiner Augenhöhe endete. „Die Dinger sind ganz schön kurz.“ Flüsterte er mit einem schelmischen grinsen. Mit hochrotem Kopf stieß sie den Jungen von sich. „Wie kannst du es wagen! Du Perversling!“ schrie das Mädchen ihn an. Gelangweilt hob er die Hände. „Schon gut. War doch nicht so gemeint. Ich war einfach nur neugierig.“ Verteidigte er sich. „Du bist ja wohl total bekloppt!“ schrie sie ihn an. Gelangweilt näherte er sich der jungen Frau. Momochi rückte immer weiter zurück bis sie an die Wand anstieß. Daraufhin legte der Brünette seine Hand neben ihren Kopf und starrte zu ihr herunter. Erst jetzt bemerkte die Sechzehnjährige, dass sie gut einen ganzen Kopf kleiner war als er. Und nicht nur das. Dieser junge Mann war auch noch unheimlich attraktiv. Mit großen Augen starrte sie zu ihm zurück und bekam einen roten Schimmer auf den Wangen. Ein müdes Lächeln legte sich auf seine Lippen. „Mir ist langweilig. Lass uns etwas spielen, ja?“ sagte er in einem verführerischen Ton und berührte mit einer Hand ihr Kinn.

Doch Momochi hatte kein Interesse an seinem ‚Spielchen‘. Sie schlug die Hand an ihrem Kinn weg und trat ihm auf den Fuß. Er löste sich fluchend von ihr und sie vergrößerte den Abstand zu ihm. „So geht man nicht mit einer Dame um!“ meckerte sie mit hochrotem Kopf. Nachdem der Schmerz sich legte schaute der Junge kalt lächelnd zu ihr. „Ich weiß wie man mit einer Dame umgeht, aber du bist eher ein kleines Gör. Ich muss mich wohl um dich kümmern, damit sich das bessert.“ Sagte er trocken zu ihr. Momochi ballte ihre Fäuste. „Du bist ein Arschloch!“ sprach sie wütend. Der junge lächelte selbstsicher und drehte sich um. „Das wird mir langsam zu blöd. Mein Name ist Oikawa Tooru. Falls du da weiter machen möchtest, wo wir aufgehört haben, dann sag einfach Bescheid.“ Erzählte er mit einem Grinsen und ging.

Das war das erste Mal, dass Momochi ihn traf.

Es war in ihrem ersten Jahr.
„Hey, Momochi-san! Kannst du mir bitte helfen?“ rief Iwaizumi Hajime zu seiner Klassenkameradin. „Ja, klar. Ich komme!“ antwortete sie ihm freundlich und half dem jungen Mann die Volleybälle ein zu sammeln. Im Anschluss brachte sie fröhlich den Wagen mit den Bällen in den Abstellraum. „Dafür, dass du erst seit kurzem unsere Managerin bist, machst du das echt gut!“ lobte sie ein Zweitklässler, als Momochi aus dem Abstellraum wieder herauskam. Schüchtern bedankte sie sich bei ihm und machte sich weiter an die Arbeit. Momochi war gerade erst an die Oberschule gekommen und versuchte die Schule so gut wie möglich zu überstehen. Sie war sehr glücklich mit der Wahl ihres Klubs und verstand sich mit allen blendend. Naja. Mit fast allen. „Mochi-chan, hast du ein Glück mit mir zusammen in einem Klub zu sein!“ hörte sie im Singsang die Stimme von einem brünetten Erstklässler. „Als Glück würde ich das nicht bezeichnen. Das ist einfach ganz großes Pech!“ meckerte die Managerin zurück. Er stellte sich neben sie und schmollte kurz. „Ach, komm schon! Gib es zu. Eigentlich stehst du doch seit unserem ersten Treffen auf mich!“ sagte er mit einer Arroganz, die sie beinahe zum Ausflippen brachte. Der Übeltäter, wer hätte es gedacht, war Oikawa Tooru. Neuster Zuspieler der Volleyball Mannschaft und jetzt schon ein Kotzbrocken, laut Momochi. Seit dem ersten Tag ging er ihr schon auf die nerven und suchte jede Möglichkeit um sie zu reizen. Er tut immer ganz unschuldig, aber sie weiß, wie er wirklich drauf ist. So denkt das Mädchen jedenfalls.

Gerade als Momochi auf den jungen Mann losgehen wollte ging der Kapitän dazwischen. „Jetzt ist aber gut. Oikawa du hast besseres zu tun, als unsere Managerin zu provozieren. Und du, Momochi-san solltest dich nicht immer gleich von ihm provozieren lassen!“ rief der Drittklässler streng zu ihnen. Die 16-jährige wurde rot und verbeugte sich leicht. „Es tut mir leid, Senpai.“ Sagte sie schüchtern. Oikawa ließ die Aussage vom Kapitän kalt und lächelte weit. Er beugte leicht runter und flüsterte in Momochis Ohr. „Du stehst also auf Autoritätspersonen, Mochi-chan. Das ist gut zu wissen.“ Sagte er in einem sadistischen Ton. Erneut wurde sie rot, dieses Mal aber vor Wut oder vielleicht doch vor Verlegenheit. Die Sechzehnjährige wollte sich gerade auf ihn stürzen, doch der ‚Mistkerl‘, wich locker aus und kicherte. Die Mannschafft beobachtete die beiden nur kopfschüttelnd und hofften auf das Beste. Das Mädchen stolperte ungeschickt und fiel zu Boden. Mit einem wütenden schnaufen drehte sie sich wieder zu ihm herum. Oikawa hatte sich derweil vor sie gehockt und schaute sie mit dunklen Augen an. Ihre Miene verzog sich und sie wirkte eingeschüchtert. „Da ich von deiner Neigung jetzt weiß, werde ich auf jeden Fall Kapitän des Volleyballteams! Dann gehörst du mir, Emi.“ sagte er entschlossen. Einen Augenblick lang schauten sie sich tief in die Augen und es wirkte so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Selbst die Mannschafft bemerkte die Spannung zwischen den beiden und verkrümelten sich peinlich berührt. Doch dieser Augenblick verschwand und eine wütende Momochi kehrte zurück. „Was fällt dir eigentlich ein mich beim Vornamen zu nennen?!“ Schrie sie ihn an und kickte den Zuspieler gegen den Arm. Lachend ließ Oikawa sich nach hinten fallen und machte sich über ihren schwachen Tritt lustig. Grummelnd verließ Momochi die Sporthalle und machte sich auf den Heimweg. Die Sonne war gerade am Untergehen und einige Vögel krähten zum Abschluss des Tages. Verwirrt blickte sie auf den Boden. Sie war sich unsicher, ob Oikawa seine Worte ernst gemeint hatte. Momochi blieb stehen und blickte zur Sonne. Dann fing sie an zu lachen. „Dieser Vollidiot will mich doch bloß verarschen! Mehr ist es nicht. Er will mich bloß auf die Palme bringen um sich daran zu ergötzen!“ redete sie sich ein.

Das war das erste Mal, dass Momochi wegen ihm Herzklopfen hatte.

Es war am Ende des Schuljahres, als das Training wegen starker Hitze ausfiel.
Momochi war froh eher nach Hause gehen zu können und die Klimaanlage zu genießen. Glücklich hüpfte sie zum Ausgang und kam dabei an der Sporthalle vorbei. Von dort hörte sie, wie jemand trainierte. Neugierig schlich sie sich leise an die Eingangstür und lunzte durch einen Spalt. In dem Moment sah sie, wie ein Ball in das Netz klatschte. „Ach, verdammte Kacke!“ hörte sie jemanden schreien. Vorsichtig versuchte sie die Person auszumachen. Missbilligend sah sie zu Oikawa. Dieser probierte sich gerade an Angriffsschlägen, die allerdings nicht ganz so wollten, wie er. Wieder warf er den Ball in die Luft und schmetterte mit voller Kraft dagegen. Erneut landete der Ball im Netz. Momochi hielt sich die Hand vor den Mund um nicht laut los zu lachen. Nicht oft erlebt man einen Oikawa, der haushoch versagt. Schadenfreude ist immer noch die schönste Freude, ging ihr durch den Kopf. „So ein Scheiß! Alleine geht das halt schlecht.“ Meckerte er. Momochi wollte gerade gehen, als Oikawa ihr doch etwas leidtat. Genervt seufzte sie und ging in die Halle. Verwirrt schaute der Zuspieler zu ihr. „Was machst du denn hier, Mochi-chan? Heute ist doch gar kein Training.“ Sagte er zu ihr. Dann legte ich ein grinsen auf seine Lippen. „Sag bloß nicht, dass du mich vermisst hast!“, sagte er in Singsang. „Wenn ich das gewusst hätte, dann-“, er wurde unterbrochen. „Sei still.“ Mahnte Momochi ihn und nahm ihn den Ball aus der Hand. „Hey!“ meckerte er, doch Momochi ließ sich nicht beirren und stellte sich leicht in die Hocke neben dem Feld. Verwirrt beobachte Oikawa das Mädchen bis er verstand, dass sie ihm die Bälle zu werfen möchte. Mit einem leichten lächeln auf den Lippen legten sie los.

Nach anderthalb Stunden beendeten die zwei ihr Training und setzten sich mit ihren Wasserflaschen an die Seite. Beide hatte die ganze Zeit geschwiegen. „Das war gar nicht mal so schlecht.“ Sagte Momochi leise. Sofort fing Oikawa an zu grinsen. „War das etwa ein Lob von der Momochi Emi?“ fragte er provozierend. Genervt drehte sie sich weg von ihm. „Egal was es war, ich nehme es zurück!“ sagte sie kalt. Mit großen Augen schaute er sie an. „Das ist nicht fair!“ meckerte er und fing an zu schmollen. Momochi fing an zu kichern. Erstaunt sah Oikawa zu dem Mädchen und lächelte sanft. Momochi würde behaupten, dass es ein ehrliches Lächeln war. Nach ihrer Pause fingen die zwei an die Turnhalle wieder aufzuräumen. Es klappte sogar gut mit den beiden, ohne Streit! Am Ende verließen sie zusammen die Turnhalle und gingen schweigend Richtung Ausgang. Dort angekommen standen beide einen Augenblick still. „Nunja. Ich muss da lang.“ Sagte Oikawa und zeigte mit dem Daumen nach links. „Und ich genau in die andere Richtung.“ Erwiderte Momochi und zeigte nach rechts. Beide schwiegen wieder. „Nun gut.“ Sagte Momochi. „Nun gut.“ Wiederholte Oikawa. Wieder schwiegen beide. „Dann bis morgen.“ Kam es von dem jungen Mann. „Ja, bis morgen.“ Sagte das Mädchen. Beide drehten sich um und gingen los. Doch Oikawa drehte sich nochmal um. „Danke für heute.“ Sagte er mit ernst in der Stimme zu der Managerin. Verwundert über die Aussage drehte sie sich zu ihm um. Sie blickte in ein vor Freude strahlendes Gesicht und musste auch schmunzeln. „Hab ich gern gemacht, Tooru!“ sprach sie glücklich zurück. Das Lächeln von Oikawa wurde noch größer und seine Augen schienen zu glitzern. „Dann, bis morgen…Emi!“ verabschiedete er sich. Das Mädchen nickte ihm zu und beide gingen ihre Wege.

Das war das erste Mal, dass Momochi ihn beim Vornamen nannte.

Es war in ihrem zweiten Schuljahr bei einem Trainingsspiel.
Das Team wurde von Tag zu Tag besser, was hauptsächlich an Oikawa lag und Momochi nie im Leben aussprechen würde. Es stand gut für die Aobajōsai. Sie lagen mit zwei Punkten voraus. Gespannt beobachtete die Managerin das Spiel und war von jedem Angriff unheimlich beeindruckt. Die gegnerische Mannschaft hatte den Aufschlag. Der Spieler warf den Ball hoch und schleuderte ihn mit aller Kraft über das Netz. Der Aufschlag sah kraftvoll und schnell aus und Momochi hat den Punkt schon verloren gesehen, doch der Libero erwischte den Ball noch ganz knapp. „Los, Oikawa!“ rief er dem brünetten Erstklässler zu. Geschickt spielte Oikawa den Ball hoch. „Iwa-chan! Der ist für dich!“ Rief er zu seinem besten Freund, welcher den Ball perfekt ins gegnerische Feld schmetterte. Erfreut über den Punkt klatschte das Mädchen in die Hände. Der Kapitän lobte die zwei Zweitklässler und begab sich wieder in Position. Oikawa fing an zu grinsen, doch wirkte es nicht ehrlich. Momochi verdrehte schmunzelnd die Augen und schaute weg vom Spielfeld. Nach einer Weile fing sie an zu träumen und schaute mit leerem Blick in eine Ecke. Das Spiel ging weiter. Dann verfehlte ein Angreifer der anderen Mannschaft den Ball und schmetterte ihn ins Aus. Ungünstiger Weise flog er in Momochis Richtung und erwischte sie am Kopf. Sie fiel zur Seite und spürte ein schmerzendes Pochen an der rechten Schläfe. Sofort schossen ihr Tränen in die Augen. Derweil schauten alle entsetzt zu dem Mädchen.

„Emi!“ rief Oikawa und rannte zu ihr. Er ließ sich vor ihr fallen und nahm ihren Kopf in beide Hände. Geschockt schaute er in ihre tränenden Augen. Eine dunkle Aura umgab ihn und erschaute zornig zu dem Angreifer. Er schrie ihn an und drückte dabei leicht auf Momochis Kopf. Ein gequältes stöhnen kam aus ihrem Mund und erschrocken drehte Oikawa sich wieder zu ihr. Vorsichtig begutachtete er die Verletzung und strich sanft über ihre Schläfe. Momochi verzog das Gesicht. „Das tut weh, Tooru.“ Sagte sie mit leiser Stimme. Der angesprochene wurde leicht rot. Er wischte sanft die Tränen mit seinen Daumen ab und nahm die Managerin wie eine Prinzessin auf die Arme. Diese wurde bei der Aktion rot. „Ich bringe sie ins Krankenzimmer. Ihr werdet das Spiel ja auch noch ohne mich gewinnen.“ Sagte er ernst und lief los. Die anderen schauten ihn nur perplex an. „Oh, Mann. Dieser Idiot.“ Grummelte Iwaizumi und konzentrierte sich dann wieder aufs Spiel. „Hoffentlich geht Momochi-chan irgendwann auf diesen Kerl ein. Diese Spannung zwischen den beiden ist unerträglich.“ Meinte der Kapitän und alle Spieler stimmten ihm im Stillen zu.

„Hatschi!“ nieste die Managerin und fühlte sich so, als ob jemand über sie reden würde. „Bekomm jetzt bloß keine Erkältung. Das wäre ja noch besser!“ sagte Oikawa streng zu ihr. Das Mädchen schüttelte nur den Kopf. „Du musst mich nicht tragen. Meinen Beinen geht es blendend.“ Sagte sie und wackelte leicht mit den Füßen. „Ich gehe lieber sicher.“ Sagte der braunhaarige neutral zu ihr. Im Krankenzimmer angekommen setzte Oikawa sie vorsichtig auf einem Bett ab und suchte im Kühlschrank nach etwas zum kühlen. Der Schädel pochte immer noch sehr stark und Momochi spürte starke Kopfschmerzen. Als Oikawa ihr was zum Kühlen gab fühlte sie sich gleich besser. Sie atmete tief und seufzte. „Du hast mich ganz schön erschrocken, Mochi-chan.“ Sagte der Junge angespannt. „Ich konnte ja nicht wirklich was dafür!“ antwortete sie ihm trocken. Der junge Mann schaute ernst zu ihr runter. Ein Schauer lief ihrem Rücken herunter. „Den Kerl…mach ich fertig.“ Sagte er sadistisch und drehte sich zur Tür. Momochi ergriff schnell seinen Arm und hielt ihn auf. „Ganz ruhig, Oikawa! Er hat das doch nicht mit Absicht getan!“ sagte sie schnell um ihn zu beruhigen. Er drehte den Kopf wieder zu ihr. „Trotzdem hat er dich verletzt und das werde ich ihm nicht verzeihen!“ Sprach er gereizt. Momochis Augen weiteten sich. Oikawa löste sich von Momochis Hand und ging erneut zornig zur Tür. Schnell stand sie auf und folgte ihm. Sie schlug ihre Arme um seinen Oberkörper um ihn auf zu halten. Es klappte. Oikawa blieb mit geweiteten Augen stehen und schaute auf die Arme, die ihn sanft, aber bestimmt festhielten. „Geh nicht, Tooru.“ Flüsterte sie in seinen Rücken hinein. Sie nahm seinen Geruch zum ersten Mal intensiv wahr und wie gut er doch roch. Ein bisschen nach Schweiß, aber auch nach wohlduftendem Aftershave. Sie vergrub ihre Nase weiter in seinen Rücken und roch nochmal an ihrem Schulkameraden. Der Zuspieler beruhigte sich durch die Berührung und wurde sogar etwas rot an den Ohren. Vorsichtig legte er seine Hände auf die Arme des Mädchens und strich sanft mit den Daumen darüber. Sie verharrten so eine Weile. Schweigend und beide rot im Gesicht.

Das war das erste Mal, dass Momochi ihn umarmte.

Es war beim Schulfestival.
Der Volleyballklub hat für diesen Tag eine offene Probe für neue Interessenten veranstaltet. Jedoch waren die meisten Zuschauer weiblich und zudem Fans des talentierten Zuspielers. Momochi beäugte die Massen der jungen Frauen missbilligend. Genervt fühlte sie die Flaschen auf und hörte wie die Mädchen ihren ‚großen König‘ anfeuerten. „Los, Oikawa!“ oder „Oikawa! Superstar!“ riefen sie von der Tribüne aus zum Spielfeld. Oikawa schien es sehr zu genießen, denn immer wieder schaute er zu seinen Verehrerinnen hinauf und wank oder zwinkerte ihnen zu. Das Training war dem entsprechend auch ziemlich anstrengend. Alle anderen Klubmitglieder sahen so aus, als würden sie das offene Training bereuen. Nach einer Weile entschieden sie sich eine Pause zu machen und nahmen die Wasserflaschen dankend von Momochi an. „Ich hätte nicht erwartet, dass dieses Training so anstrengend wird.“ Sagte ein Erstklässler erschöpft. „Eigentlich ist es ja gar nicht so schlimm…Aber diese Zuschauer demotivieren einen ganz schön.“ Erwiderte sein Freund und schaute betrübt zu Oikawa. Dieser war dabei seinen Fans Luftküsse zu zuwerfen. Eingeschnappt schaute Momochi weg von dem Herzensbrecher und wandte sich den Jungs zu. „Macht euch keine Sorge. Irgendwann werden diese dummen Puten schon bemerken wie erbärmlich dieser Mistkerl wirklich ist.“ Versuchte sie die Jungs zu ermutigen. Es brachte die Jungs wirklich dazu über die Managerin zu schmunzeln, welche eingeschnappt Oikawa ignorierte. Dieser kam dann auch zu dem Rest der Gruppe.

„Mochi-chan, wie findest du heute meine Aufschläge? Ich finde sie sind noch besser als sonst, oder?“ fragte er fröhlich das Mädchen. Diese ignorierte ihn weiterhin gekonnt und sammelte die Handtücher der Jungs ein. „Hallooo? Erde an Momochi. Ist da wer?“ nervte er sie und folgte der jungen Frau Schritt auf Schritt. Sie versuchte ihn weiter zu ignorieren, was jedoch nicht sehr gut klappte, da er ihr ganz schön auf die Pelle rückte. Gerade wollte sie ihn anmeckern, als er sich von ihr löste und wieder hoch zu den Zuschauern blickte. „Mädels, gefällt es euch heute?“ rief er hoch zu ihnen. Einige fingen an zu kreischen, andere schrien „Jaaa!“ oder „Wir lieben dich!“ und ein Mädchen soll sogar ohnmächtig geworden sein. Glücklich schaute er wieder zu Momochi. Diese schaute ihn nur kalt an. „Du nervst.“ Flüsterte sie ihm angepisst zu. Erstaunt über ihre schlechte Laune lehnte sich der Brünette leicht zurück und schaute sie verwirrt an. Dann legte sich ein süffisantes lächeln auf seine Lippen. Oikawa beugte sich vor zu ihrem Ohr und raunte mit sachter Stimme: „Sag bloß nicht, dass du eifersüchtig bist. Wie süß du doch bist, Emi-chan.“ Und dann pustete er ihr spielerisch ins Ohr. Sauer nahm sie Abstand von ihm und legte eine Hand an ihr Ohr. Beinahe wollte sie ihn schlagen, entschied sich aber dagegen, da sie in der Öffentlichkeit war. Aggressiv ging sie dann wieder an die Seite und Oikawa ging wieder aufs Spielfeld. Er schien sehr gut gelaunt. Grummelnd beobachtete Momochi das Spiel und sprach mit sich selbst. „Ich und Eifersüchtig?! Wer denkt dieser Kerl, wer er ist? Das nächste Mal bekommt der so eine geklatscht, dass er seinen eigenen Namen vergisst!“ Wütend fixierte sie mit ihren Augen Oikawa und verfolgte sein Spiel. Immer wieder schenkte Oikawa seinen Fans Aufmerksamkeit. Ihr Hals wurde jedes Mal trocken und ihre Kehle schnürte sich zu. Irgendwann wurde ihr Blick sanfter und ihre Wangen leicht rot. Schüchtern schaute das Mädchen auf den Boden und fragte sich, wieso sie nur immer so intensiv auf Oikawa reagiert.

Das war das erste Mal, dass Momochi Eifersüchtig auf die anderen Mädchen wurde.

Es war kurz vor den Prüfungen.
Wie immer ging Momochi zu dem Training des Volleyballklubs, doch heute wirkte sie sehr demotiviert. Während des Trainings steckte sie hauptsächlich die Nase in Schulbücher anstatt dem Team zu helfen. „Momochi-san, was ist denn heute los mit dir?“ fragte sie der Kapitän. Mit rotem Kopf schaute sie auf dem Boden. „Ich muss noch mehr für die Prüfung in Mathe lernen. Das ist mein schlechtestes Fach und ich habe das Gefühl, dass ich durchfalle.“ Gestand sie schüchtern ein. Die Gruppe schaute sie mittleidig und verständnisvoll an. Der Kapitän seufzte. „Jetzt brauchst du, aber auch mal eine Pause vom Lernen. Also hilf uns bitte. Wenigstens den Rest des Trainings noch.“ Bat der Ältere sie. Momochi nickte und legte das Buch zur Seite. Nach der Veranstaltung half die junge Frau wie immer beim Aufräumen und schnappte sich danach ihr Mathebuch. „Scheiß integral Aufgaben! Scheiß Mathe! Wofür brauch ich das überhaupt mal?!“ sprach sie ihren Gedanken laut aus. „Mathe ist eigentlich gar nicht so schwer. Wenn du willst, dann helfe ich dir.“ Unglücklich schaute sie zu Oikawa, welcher ihr das Angebot machte. „Weißt du was? Ich bin so verzweifelt, dass ich das Angebot sogar annehmen.“ Sagte sie deprimiert zu dem Jungen. Oikawa sah sie mit glitzernden Augen an. Er sah sehr erfreut aus. „Wirklich. Dann komm am Samstag einfach zu mir. Ich schreibe dir die Adresse noch.“ Sagte er glücklich und lief hüpfend zum Ausgang. Genervt lief die Zweitklässlerin ihm nach. „So ein Trottel. Worauf hab ich mich da nur eingelassen?“ fragte sie sich selbst.

Am folgenden Samstag war es soweit. Oikawa hatte ihr die Adresse vorher geschickt. Sie zog sich gerade ihre Schuhe um und schaute nochmal auf ihr Telefon. > Ich mach dann jetzt los. Bin in ca. 10 Minuten bei dir. < Wenige Sekunden später bekam sie schon eine Antwort. > Ich freu mich schon! (╯ಠ‿ಠ)╯︵┻━┻  < Das Mädchen musste wegen des Emoticons schmunzeln und machte sich auf den Weg zu ihren Schulkameraden. Nach knapp zehn Minuten kam das Mädchen dann zu der Adresse. Sie klingelte einmal und wartete, dass sie herein gelassen wurde. Gelangweilt schaute sie in der Gegend rum. Auf einmal wurde die Tür aufgerissen und ein kleiner Junge stand vor der Zweitklässlerin. „Wer bist du denn?“ fragte der Junge mit großen Augen und beäugte sie. Verwirrt blickte die Schülerin zu dem Jungen herunter. „Ähm … Ich bin Momochi Emi und ich wollte zu … Tooru.“ Antwortete sie dem Jungen. Freudig ging der Junge zur Seite und ließ die junge Frau durch. „Tooru ist gerade im Garten und gießt die Blumen. Ich hole ihn gleich. Geh du ruhig schon in sein Zimmer, Nee-chan. Das ist ganz hinten rechts.“ Sagte er zu Momochi und ging in den Garten. Das Mädchen folgte der Wegbeschreibung und ging in das Zimmer. Der Raum war schlicht gestalten und Momochi fand, dass es zu Oikawa passte. Sie ging zu seinem Schreibtisch und sah ein Foto vom ganzen Volleyballklub. Das Mädchen musste leicht schmunzeln und berührte sanft das Bild mit ihren Fingerspitzen. „Hallo, Mochi-chan.“ Flüsterte Oikawa ihr ins Ohr. Das Mädchen erschreckte sich und drehte sich schnell um. Da stand er vor ihr in Alltagskleidung und mit Brille. Mir roten Ohren schaute sie in das fröhliche Gesicht des Zuspielers. Es war selten, dass er seine Brille je trug, aber jetzt fühlte sie wie ihr Herz anfing stark zu pochen. Sie würde es nie laut aussprechen, aber mit der Brille war er nochmal ein ganzes Stück attraktiver, als er sonst schon war.

Oikawa berührte mit der rechten Hand Momochis Hüfte und zeichnete Kreise über ihre Jeans. „Es ist schön dich in deiner normalen Kleidung zu sehen, aber es ist schon ein bisschen enttäuschend, dass du keinen Rock trägst.“ Sprach er sanft flüsternd in ihr Ohr. Momochis Kopf wurde feuerrot. Sie schlug mit ihrer Hand Oikawas weg und schaute böse zu ihm rauf. „Lass den Unsinn und zeig mir einfach wie Mathe geht.“ Oikawa ließ los von ihr und setzte sich auf den Bode. Momochi setzte sich neben ihn in die Hocke. „Dann verrate mir was du nicht verstehst.“ Sagte er ruhig zu dem Mädchen. Mit leerem Blick schaute sie zu ihm. „Ich weiß ja nicht mal, was ich überhaupt verstehe.“ Sagte sie seufzend zu ihm. Mit einer hochgezogenen Augenbraue begann er ihr einige Sachen zu erklären. Zwischendurch nickte das Mädchen oder versuchte Antwort zu geben. Manchmal lief das gut, manchmal nicht. „Eine Million kann doch nicht die Lösung sein!“ regte sie sich auf. „Natürlich nicht! Du hast vergessen das Zwischenergebnis mit ein zu beziehen. Und statt Plus hast du da Mal gerechnet.“ Erklärte Oikawa ihr ruhig.

Nach einigen Stunden beendeten sie ihre Lerneinheit und Momochi fühlte sich das erste Mal sicherer in Mathe. Erschöpft lehnte sich das Mädchen nach hinten. „Dein Unterricht hat mir echt weitergeholfen. Du musst mich für ziemlich blöd halten.“ Sagte das Mädchen schüchtern. Oikawa schmunzelte. „Jeder hat Stärken und Schwächen. Ich bin froh, dass Mathe deine Schwäche ist. Sonst hätte ich annehmen müssen, dass du perfekt bist.“ Grinste er sie an. Momochi versuchte ihren roten Kopf so gut wie möglich zu verstecken. Sie spürte dann, wie Oikawa ihr eine Hand auf den Kopf legte. „Das hast du heute gut gemacht. Die Prüfung wirst du bestimmt schaffen.“ Die junge Frau lächelte sanft und schaute ihren Nachhilfelehrer tief in die Augen. „Danke für deine Hilfe, Tooru.“ Flüsterte sie zu Oikawa. Seine Hand bewegte sich langsam zu ihrer Wange und er streichelte zart mit dem Daumen über diese. „Immer wieder gerne, Emi.“

Das war das erste Mal, dass Momochi bei ihm Zuhause war.

Es war in den Sommerferien, nach ihrem Trainingscamp.
Der Volleyballklub war für eine Woche mit dem Bus weggefahren. Das Team hat sehr hart gearbeitet und es hat sich gelohnt. Auch Momochi hat das Team fleißig unterstützt. Immer wieder Wasser und Handtücher vorbereitet, mit aufgeräumt und sogar gekocht. An diesen Tagen haben die Jungs besonders rein gehauen und Momochi für ihre Kochkünste gelobt. Ihr kam es vor, als ob die Jungs einen Wettbewerb daraus machten, wer ihr das beste Kompliment machen konnte. Das Camp war nach sieben Tagen dann auch schon wieder vorbei und alle packten ihre Sachen zusammen. Die Managerin war die erste, die am Morgen Aufstand und half beim Aufräumen. Erschöpft ließ sie sich auf einen Platz im Bus nieder und schloss die Augen. Sie bemerkte nicht mal mehr, dass die anderen ebenfalls einstiegen. Als einige Klubmitglieder sahen, dass ihre Managerin eingeschlafen waren gingen sie leise auf ihre Plätze und informierten vorher alle, die das noch nicht wussten. Als Oikawa davon hörte bekam er ein fieses Glitzern in den Augen und lief sofort zum Bus. Er stürmte an allen vorbei und wurde verdutzt dabei beobachtet.

Im Bus angekommen suchte er nach der Managerin und fand sie schließlich. Mit einem roten Schimmer auf den Wangen näherte er sich Momochi. Er schaute in ihr entspanntes, ruhiges Gesicht und fühlte, wie sein Herz zu pochen anfing. Leise zog Oikawa sein Telefon aus der Tasche und machte vorsichtig ein paar Bilder von ihr. Langsam und ruhig setzte er sich dann auf den Platz neben ihr. Keine Sekunde ließ er das Mädchen außer Augen. Sanft schob er eine Strähne ihres Haares hinter Momochis Ohr. Als schließlich alle im Bus saßen ging es wieder in Richtung Heimat. Während der Busfahrt kam es sogar dazu, dass die schlafende Momochi sich an den Arm von Oikawa kuschelte. Leicht lächelnd beobachtete er sie während der ganzen Fahrt und er hatte sich gewünscht die Zeit würde stehen bleiben. An der Oberschule angekommen, weckte Oikawa das Mädchen ganz sacht. „Emi, wir sind wieder Zuhause.“ Flüsterte er ihr sanft zu. Das Mädchen grummelte. „Nur noch 5 Minuten.“ Sagte sie verschlafen. Oikawa lächelte. „Entweder du stehst jetzt auf oder ich nehme dich mit zu mir nach Hause und mache mit dir was ich will.“ Flüsterte er erneut verführerisch in ihr Ohr. Sofort riss Momochi ihre Augen auf. „Ich bin wach!“ rief sie. Oikawa schmollte ein wenig. „Schade. Ich hatte mich so sehr darauf gefreut mit dir Spaß zu haben.“ Sagte er dramatisch. Genervt schaute die Managerin zu ihm. „Und wovon träumst du nachts?“ entgegnete sie ihm sarkastisch. Verschwörerisch fing er an verführerisch zu grinsen. „Natürlich von dir. Unter mir. In meinem Bett. Völlig na-“ er wurde von ihr unterbrochen. „Du elender Perversling!“ schrie sie ihn an und drängelte sich an ihm vorbei. Mit einem süffisanten grinsen folgte er ihr.

Das war das erste Mal, dass Momochi sich an ihn gekuschelt hatte.

Es war am Anfang ihres dritten Schuljahres.
„Verbeugen wir uns vor unserem neuen Kapitän!“ Befahl ein Zweitklässler der Volleyballgruppe. Alle Spieler hörten auf ihn und senkten ihren Blick. Der neue Kapitän sah mit einem sadistischen Lächeln zu seinen Kameraden herunter. „So gefällt mir das! Ihr macht das alle ganz toll!“, sagte er glücklich, „Aber Mochi-chan, du könntest mir auch ruhig deinen Respekt zeigen!“ Mit schmollendem Mund schaute er zu der nun fast Achtzehnjährigen, die als einzige ihnen den Rücken kehrte. „Respekt muss man sich erarbeiten, Oikawa.“ Sagte sie nur kühl und kümmerte sich weiter um ihre Aufgabe als Manager. Übertrieben enttäuscht wandte sich der Zuspieler zu Iwaizumi. „Sie ist so gemein, Iwa-chan. Tu was dagegen.“ Bettelte der Kapitän und zog an dem Oberteil seines Freundes. „Du bekommst nur das was du verdienst.“ Sagte dieser trocken zu ihm. Dramatisch ließ sich Oikawa zu Boden fallen. Alle Spieler ließ das Verhalten ihres Kapitäns kalt und fingen an sich auf zu wärmen.

Während der Übung hatte ein Erstklässler den Ball noch nicht so richtig unter Kontrolle und nahm ihn falsch an. Dabei knickte seine Hand unangenehm um. Besorgt kamen einige Spieler zu dem Jungen und schauten sich die Hand an. Mit einer Erste Hilfe Tasche ging Momochi ebenfalls zu ihm. Sie stellte die Tasche vor ihm ab und nahm seine Verletzung in Begutachtung. Der Erstklässler wurde rot wie eine Tomate als sich ihre Hände berührten. Er fing an etwas vor sich hin zu stottern, während Momochi die Hand vorsichtig bewegte und immer wieder nach schmerzen fragte. Die anderen Jungs sahen wissend und schellmische zu ihren Kameraden. Nur Oikawa beobachtete die zwei ohne eine Miene zu verziehen. „Es sieht so weit gut aus. Übertreib es heute einfach nicht weiter und mach vorsichtig.“ Erklärte die Drittklässlerin ihm freundlich. „D-Danke, Momochi-senpai.“ Stotterte er und drehte sich mit rotem Gesicht weg von ihr. Sie lächelte leicht. „Jetzt kann es doch endlich mal wieder weiter gehen!“ Raunte Oikawa grummelig. Neutral schaute die Managerin zu ihm und verließ das Spielfeld zügig. Das Training verlief ohne weitere Zwischenereignisse. Doch Momochi merkte, dass Oikawa strenger zu dem Erstklässler war, der sich verletzt hatte, als zu den anderen. Sie verdrehte nur die Augen und nahm sich vor mit Oikawa am Ende des Trainings zu reden.

Nachdem alle Klubmitglieder gegangen waren brachte Momochi noch ein paar saubere Handtücher in den Gruppenraum. Sie ärgerte sich den Kapitän nicht nochmal erwischt zu haben und wollte es dann am nächsten Tag machen. Vor der Tür des Gruppenraumes bemerkte sie, dass noch Licht an war und jemand drinnen war. Unbeirrt ging sie in den Raum und traf dort Oikawa der seine Sachen zusammenpackte. Erstaunt trafen sich ihre Blicke. „Mochi-chan, was machst du denn noch hier?“ fragte der Zuspieler seine Managerin. Leicht lächelnd trat sie ein und verstaute die Handtücher im Schrank. „Sieht man doch. Ich räume Handtücher weg. Und was machst du noch hier? Ich dachte du wärst schon gegangen.“ Sagte sie. „Sieht man doch. Ich räume zusammen.“ Äffte er Momochi nach. Das Mädchen schaute empört weg und sortierte noch etwas im Schrank. „Ich muss mit dir noch über was reden.“ Fing sie an und drehte sich zu dem braunhaarigen Jungen um. Sie wurde auf der Stelle rot, als sie den halbnackten Jungen vor sich sah. „W-was machst du da?“ fragte die Schülerin peinlich berührt Oikawa. Dieser grinste schellmisch. „Ich ziehe mich um.“ Sagte er und entfernte sogar nach seinem T-Shirt noch seine Hose. Nur noch in Unterhose stand er vor ihr und sah nicht so aus als ob er sich schämen würde. Im Gegensatz dazu war es Momochi sehr peinlich Oikawa so entblößt zu sehen. Kurz schaute sie sich seinen definierten Oberkörper an und ein Teil von ihr musste zugeben, dass er unheimlich attraktiv aussah. Sie fing leicht an zu träumen und stellte sich vor wie sie sein Oberkörper berührte, doch schnell schüttelte sie ihren Kopf und verwarf diesen Gedanken.

„Gefällt dir was du siehst, Mochi-chan?“ fragte Oikawa das Mädchen mit einem Lachen, aber auch mit dunklen Augen. Momochi wurde darauf nur noch roter und hielt sich die Augen zu. „Du bist so ein Idiot!“ Warf sie ihm entgegen. Oikawas lächeln wurde breiter nach dieser Aussage und er ging auf das Mädchen zu. Er legte eine Hand neben ihren Kopf und schaute zu ihr herab. Momochi öffnete die Augen als sie seine Nähe spürte und hielt den Atem an. Er schaute so eindringlich in ihre Augen, dass ihr Herz kurz aussetzte. Sie hatte ein Déjà-vu und musste an ihr erstes Treffen denken. „Du wolltest doch was mit mir besprechen.“ Raunte er leise und ließ sie keine Sekunde unbeachtet. Momochi schüttelte kurz den Kopf und schaute ernst zu ihrem Schulkammeraden. „D-du hast den einen Erstklässler heute nicht gut behandelt. Als sein Senpai und sein Kapitän musst du dir mehr Mühe geben ihn besser zu unterstützen.“ Erklärte sie Oikawa streng. Dieser sah monoton zu ihr herab. „Ich stehe hier fast nackt vor dir und du redest von einem anderen Mann. Das ist ziemlich traurig, Emi.“ Sagte er kühl zu ihr. Wieder wurde dem Mädchen die Situation bewusst und wurde rot. „I-ich meine es ernst, Oikawa! Lass diese Spielchen und sei ein guter Kapitän für dein Team.“ Sagte sie mit leicht zitternder Stimme. Oikawa beobachtete sie kurz und atmete dann hörbar aus. „Nun gut. Ich werde mich bessern. Aber nur unter einer Bedingung.“ Entgegnete er gemein lächelnd. Momochi zog eine Augenbraue hoch. „Und die wäre.“ – „Sprich mich einmal mit Kapitän an.“ Das Mädchen schaute perplex in das Gesicht ihres Kammeraden. Er sah ernst zu ihr hinunter. Ihr wurde bewusst, dass dies kein Scherz war. Sie atmete tief ein. Ihre Wangen waren immer noch leicht gerötet und ihre Augen suchten unsicher nach den von Oikawa. „K-K-Kapitän.“ Sprach sie leise und schüchtern. Die Augen des Angesprochenen weiteten sich und auf seinen Wangen zeichnete sich ein roter Schimmer ab. Zufrieden lächelte er und ließ von dem Mädchen ab. Er ging zu seinen Sachen und zog sich wieder an. Schweigend beobachtete Momochi ihn dabei. Als er fertig war drehte er sich noch einmal zu dem Mädchen um. „Ich habe dir doch gesagt, dass ich Kapitän werde. Und bald gehörst du auch ganz allein mir, wie ich es dir versprochen habe. Wir sehen uns dann morgen, Emi.“ Sagte er fröhlich und verließ den Gruppenraum. Eine völlig fertige Momochi blieb zurück.

Das war das erste Mal, dass Momochi ihn halbnackt gesehen hatte.

Es war wenige Wochen später an einem Wochenende.
Die ganze Mannschaft hatte sich verabredet ins Kino zu gehen und Momochi war ebenfalls eingeladen. Sie freute sich tierisch darauf und hatte sich schon am Abend dafür schon nach dem Programm erkundigt. Der Bus, den sie zum Kino nehmen wollte, verspätete sich leider. Genervt schickte sie eine Nachricht an Oikawa und informierte ihn über die Lage. Wenige Sekunden später vibrierte ihr Telefon. Genervt blickte sie auf den Bildschirm. > Wenn du zu spät kommst, dann sitzt du neben mir. \(★^∀^★)/ < Geschockt bemerkt sie, dass ihr Bus ausfiel. Verärgert fing sie an los zu laufen. Sie hatte noch eine Viertelstunde bis sie sich treffen wollten. Je länger sie über seine Nachricht nachdachte, desto wütender wurde sie und umso schneller lief sie. „Dieser eingebildete Kotzbrocken.“ Rief sie zwischen durch. Nach ihrem längeren Sprint war sie bei Treffpunkt angekommen. Und ließ sich auf die nächste Bank fallen. Völlig außer Atem und mit geschlossen Augen verschnaufte sie. „Momochi-senpai, geht es dir gut?“ fragte ein Erstklässler das Mädchen. Schwerfällig antwortete sie. „Ja, ja. Ich … bin nur … hier hergerannt.“ Erstaunt schauten die Klubmitglieder sie an. „Etwa von Zuhause aus. Wieso das denn?“ - „Ich hatte … eine gute Motivation.“ Antwortete sie ihm. „Mochi-chan, du bist 5 Minuten zu spät. Du musst also neben mir sitzen!“ hörte sie die freudige Stimme von Oikawa. Sie öffnete ihre Augen und wollte ihn gerade anschnauzen, als der Junge sich direkt vor sie stellte. An diesem Tag trug Oikawa wieder seine Brille. Hinzu kam auch noch seine elegante Freizeitkleidung, die ihm perfekt stand. Das Mädchen errötete. Wie sehr sie ihn doch hasste, redete sich Momochi ein. Ein lächeln formte sich auf Oikawas Lippen. „Warum bist du denn so rot im Gesicht?“ fragte er grinsend. Wütend schnaubte sie und antworte ihm: „Ich bin eben so schnell wie noch nie in meinem Leben gerannt und bin völlig erschöpft! Mach mich hier nicht so blöd an! Ich gehe mich kurz frisch machen.“ Daraufhin stand das Mädchen auf und drängte sich an den Jungs vorbei. „So ein Mistkerl.“ Hörte die Jungs sie noch meckern. Alle schauten erschöpft zu ihrem Kapitän, welcher glücklich vor sich hinlächelte.

Auf der Toilette kämmte Momochi sich die Haare und richtete ihrer Klamotten. Sie beruhigte Sich allmählich und schaute in den Spiegel. Das Mädchen nahm sich vor sich nicht mehr so schnell von ihm provozieren zu lassen. Das hat die zwei Jahre vorher zwar auch nicht geklappt, aber gut Ding will Weile haben. Sie verließ die Toilette und suchte ihre Klubmitglieder. Als sie diese gefunden hatten fingen sie an darüber zu reden welchen Film sie kucken wollen. Momochi hielt sich bei der Auswahl eher zurück und war in Gedanken verloren. Dann wurde sie durch ein flüstern an ihrem Ohr wieder in die Realität zurückgeholt. „Du siehst heute übrigens noch hübscher aus, als sonst.“ Es war Oikawa, welcher ihr ein ehrliches Lächeln schenkte. Momochi wurde leicht rot an den Ohren und wollte kess antworten. Sie erinnerte sich aber an ihre Entscheidung auf der Toilette. „Danke … Du siehst heute auch gut aus … Tooru.“ Flüsterte sie leise zurück. Erstaunt über das Kompliment errötete Oikawa. Er wollte gerade etwas sagen, als er unterbrochen wurde. „Kapitän? Managerin? Was wollt ihr schaue? Die meisten wollen einen Horrorfilm oder eine Romanze sehen.“ Fragte ein Zweitklässler. Oikawa schaute zu Momochi und antwortete: „Ich möchte eine Romanze sehen.“ Er lächelte verführerisch, was das Mädchen wieder mal total nervte. „Ich bin für den Horrorfilm!“ sagte sie kalt und wandte sich von dem schmollenden Oikawa ab.

Am Ende wurde es wirklich der Horrorfilm, worüber sich Momochi sehr freute. Eine Romanze zu schauen und neben Oikawa zu sitzen hätte sie definitiv überfordert. Die Gruppe kaufte ihre Karten, Snacks und weiteres. Dann begaben sie sich in den Kinosaal. Momochi nahm neben dem ‚großen König‘ platz und schaute vor zur Leinwand. Nach der üblichen Kino Werbung ging der Film auch los. Entspannt schaute das fast achtzehnjährige Mädchen sich den Film an und aß zwischendurch etwas Popcorn. Auf einmal schrie ein Nebencharakter im Film und wurde brutal von einem Wesen angesprungen. Danach wurde alles schwarz. Momochi erschrak und musste über ihre Reaktion leicht lachen. Im Augenwinkel sah sie, dass sich der Kapitän sehr verkrampft an den Stuhlarmen festhielt. Ein Lacher entkam ihr, als sie in das Gesicht des Jungen schaute. Er war bleich wie eine Leiche und sah ziemlich fertig aus. Geschockt raunte Oikawa ihr zu: „Das ist nicht witzig!“ Schmunzelnd schaute sie wieder zur Leinwand. Bei der nächsten gruseligen Stelle wiederholte sich das Ganze. Momochi entschied sich die Situation etwas zu entschärfen und schloss die große Hand des Zuspielers in ihre eigene Hand. Erstaunt blickte Oikawa von der Leinwand, zu seiner Hand und zu Momochis Gesicht. Diese schaute jedoch direkt zur Leinwand. Leicht löste sich Oikawa von ihrem Griff und Momochi befürchtete schon eine Grenze überschritten zu haben. Jedoch machte er das bloß um seine Finger mit ihren zu verschränken. Beide schmunzelten und schauten wieder zur Leinwand. Oikawa erschreckte sich immer noch oft genug, aber nicht mehr ganz so stark. Stattdessen drückte er leicht die Hand seiner Platznachbarin.

Das war das erste Mal, dass Momochi seine Hand hielt.

Es war an einem regnerischen Sonntag, einige Wochen später.
Der Volleyballklub hat entschieden Zusatztraining für die Vorbereitung auf einen Wettkampf anzusetzen. Als gute Managerin ist Momochi natürlich auch wieder mit dabei. Schnell rannte das junge Mädchen im Regen zu der Bushaltestelle dort bemerkte sie, dass der Bus mal wieder ausfiel. Grummelnd fing sie an zur Schule zu rennen. Der Weg war nicht allzu weit, aber im Regen wäre sie trotzdem lieber mit dem Bus gefahren. Nach ein paar Minuten war sie dann endlich an der Turnhalle angekommen. Völlig durchnässt öffnete Momochi die Tür. Außer Atem fing sie an zu reden. „Ich … Ich bin da!“ Die Spieler schauten erschrocken zu ihr. „M-Momochi-senpai! Du bist ja völlig durchnässt!“ fing ein Erstklässler an zu stottern. Die Gruppe befahl ihr schnell heiß duschen zu gehen und dann was Trockenes anzuziehen. Momochi stimmte dem zu und ging zu den Umkleiden. Dort zog sie sich aus und hing ihre nasse Wäsche über die Heizung. Dann ging sie in den Duschraum und ließ das heiße Wasser ihren Körper runter laufen. Dabei entspannte die Managerin sich. Nach einigen Minuten stellte sie das Wasser aus und wickelte ein Handtuch um ihren Körper. Zufrieden kam das Mädchen aus dem Duschraum raus.

In der Umkleide traf sie dann auch auf Oikawa, der sie glücklich von oben nach unten musterte. „Oikawa, was machst du hier?“ Momochi versuchte so viel wie möglich von ihrem Körper zu verstecken, was nicht sehr gut gelang. Der angesprochene zog eine Augenbraue nach oben und grinste süffisant. „Was wohl? Das ist die Jungs Umkleide. Ich darf hier sein. Und was ist mit dir, Mochi-chan? Versuchst du mich zu verführen?“ Mit hochrotem Kopf wollte sie ihm gerade wütend die Meinung geigen, als sie die Stimmen der anderen Volleyballer hörte. Panisch drehte sie sich im Kreis und suchte einen Ort, wo sie sich verstecken könnte. In der Zeit hatte Oikawa sie schon am Oberarm gepackt und zog sie mit sich. „Hey.“ Entgegnete sie ihm. Dann wurde Momochi auch schon in ein Spind reingeschoben. Verdutzt schaute sie zu dem jungen Mann, welcher ebenfalls in den Spind trat und die Tür hinter sich schloss. „Was soll das?“ meckert die Managerin ihn an. Völlig ernst antwortete Oikawa ihr: „Sei still! Oder willst du, dass die anderen uns hier entdecken, so wie du aussiehst, zusammen mit mir?“ Daraufhin verstummte das Mädchen. Die ganze Situation wurde ihr allmählich zu viel. Sie spürte, dass ein Bein von Oikawa zwischen ihren Eigenen war. Sie spürte seine Unterarme, die direkt neben ihrem Gesicht an der Wand lagen. Sie spürte Oikawas Gesicht nahe an ihrem und seinen Atem, welcher sanft an ihrem Ohr kitzelte. Sie spürte, wie ihr Herz anfing laut und stark zu pochen. Momochi verfluchte sich. Schon wieder ist sie in einer unangenehmen Situation mit diesem ‚Kotzbrocken‘ und egal, wie oft sie es sich auch einredete ihn zu verabscheuen, genoss das Mädchen diese Situation.

Derweil kam der restliche Klub in die Umkleide. Momochi verspannte sich, was Oikawa, dank des starken Hautkontaktes, sofort bemerkte. „Bleib ganz ruhig.“ Flüsterte der junde Mann ihr ins Ohr. Ein Schauer glitt dem Mädchen über den Rücken. So langsam versuchte sie ihr unregelmäßiges Atmen wieder unter Kontrolle zu bekommen. „Momochi-san, bist du noch da?“ fragte ein Zweitklässler in den ‚leeren‘ Raum. Keine Antwort kam. „Vielleicht ist sie gerade auf Toilette. Lasst uns die Chance nutzen und uns kurz erfrischen.“ Sagte ein Drittklässler in die Runde. Langsam entspannte sich Momochi etwas und lockerte den Griff ihrer Hände. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie sich die ganze Zeit an Oikawas T-Shirt geklammert hatte. Das Mädchen lunzte vorsichtig nach oben zu dem Zuspieler. Nur wenig Licht kam in den kleinen Spind herein und doch war es genug um die Gesichtszüge des jungen Mannes vor ihr zu sehen. Oikawa schenkte Momochi einen intensiven Blick, welchen sie nicht deuten konnte. Ihr Blick wechselte mehrfach von einem Auge des Jungen zum anderen und doch konnte sie sich für keines entscheiden. „Jungs schaut mal. Die Unterwäsche von Momochi-Senpai!“ hörten die zwei Gefangenen einen Erstklässler sagen. „Die ist ja so schön. Wie sie wohl an ihr aussieht?“ Überlegte ein anderer. Momochis und Oikawas Gesichtszüge waren identisch. Beide zeigten eine Wut und waren kurz davor aus dem Spind zu springen, um den Bälgern eine Lektion zu erteilen. Doch bevor einer der beiden etwas machen konnte hörten sie Iwaizumis wütende Stimme. „Ich würde an eurer Stelle sofort von Momochi-sans Sachen weg gehen! Habt ihr überhaupt keinen Respekt vor Frauen oder unserer Managerin?! Verschwindet auf der Stelle.“ Stolz blickten die zwei Gefangenen an die Spindtür. Was für ein guter Kerl Iwaizumi doch war, dachten sie sich.

„Wo ist eigentlich unser Kapitän, Iwaizumi-Senpai?“ fragte ein Zweitklässler. „Keine Ahnung wo der ist. Vielleicht drückt er sich heute vor dem Training, dieser Idiot.“ Antwortete er. Einige Mitspieler stimmten ihm zu und kicherten. Schmollend und enttäuscht sah Oikawa auf den Boden, während Momochi anfing leise zu kichern. Grimmig schaute der Zuspieler zu dem Mädchen vor sich. Er wollte ihr etwas sagen, als Momochi ihm ein Finger auf die Lippen legte, damit er schweigt. Es wirkte und Oikawas Miene wurde sanfter. „Dann ist jetzt die Pause vorbei.“ Sagte der Vize-Kapitän und ging heraus. Die anderen folgten ihm. Erleichtert atmete das Mädchen hörbar aus und wollte gerade die Spindtür öffnen, als Oikawa sie aufhielt. „Wir müssen noch kurz warten um sicher zu gehen, dass wirklich alle weg sind.“ Raunte er ihr ins Ohr. Momochi nickte nur und fixierte einen Punkt auf dem Boden. Die Managerin griff nun wieder sein T-Shirt mit beiden Händen. Eine Weile verging ohne das was zu hören war. „Ich glaube die Luft ist rein.“ Flüsterte die fast Achtzehnjährige und schaute hinauf zu Oikawa. Dieser schaute sie wieder mit einem intensiven Blick an. Er war ihr so nahe, dass sie seinen sanften Atem auf ihrer Haut fühlte. Momochis Augen wechselten von seinem linken Auge zu seinem rechten Auge und schließlich zu seinen Lippen. Sie überlegte, wie es sich wohl anfühlen würde diese zu berühren. Dieser Gedanke kreiste kurz in ihrem Kopf bis sie sich wieder einredete, dass Oikawa ein großes Arschloch war. Ein großes Arschloch mit unglaublich schönen Lippen.

Oikawa bewegte seinen linken Arm und legte seine Hand auf ihre rechte Wange. Vorsichtig strich er mit seinem Daume über ihre Unterlippe und begutachtete diese genauestens. „Emi.“ Raunte er mit tiefer Stimme gegen ihre Lippen. Momochis Herz überschlug sich, als Oikawa ihren Namen sagte. Ihre Augenlieder senkten sich leicht und sie atmete tief ein. „Tooru.“ Flüsterte sie sachte. Auch seine Augenlieder senkten sich leicht. Eine starke Spannung lag zwischen beiden. Langsam beugte er sich zu dem Mädchen herunter. Sie spürte schon seinen heißen Atem gegen ihre Lippen. Kurz bevor sie sich trafen hielt Oikawa an. Momochi runzelte die Stirn und überlegte ob sie auf seine Berührung wirklich eingehen sollte. Ihr Verstand rat ihr ab. Ihr Herz wollte nichts mehr als diese Berührung. Und so verdrängte das Mädchen diesen störenden Gedanken. Momochi überbrückte den Abstand zwischen ihnen und legte sanft ihre Lippen auf Oikawas. Der ‚große König‘ reagierte schnell und erwidert den Kuss. Genüsslich schloss die junge Frau ihre Augen. Wenn Momochi diesen Kuss in einem Wort beschreiben müsste, dann würde sie das Wort gefühlvoll wählen. Es stecken so viele aufgestaute Gefühle in dieser Berührung: Zärtlichkeit, Sehnsucht, Verlangen und auch ein wenig Ärgernis. Ihre Lippen schmiegten sich perfekt aneinander und bewegten sich im gleichen Rhythmus. Sanft strich die Zunge Oikawas gegen die Lippen Momochis. Mit Freuden gewährte sie ihm Einlass. So berührten sich ihre Zunge zärtlich und Oikawa erkundete neugierig den Mund des Mädchens vor ihm. Es verging eine gefühlte Ewigkeit bis sie sich wieder von einander lösten. Mit großen Augen schaute sie in das errötete Gesicht des Kapitäns. „Das war…“ fing Oikawa an. „…intensiv!“ beendete das Mädchen ihn. Beide fingen an leicht zu lächeln.

„Ich glaube jetzt ist wirklich keiner mehr da.“ Sagte der Zuspieler zu Momochi und öffnete den Spind. Er ging zu erst raus. „Zieh dich jetzt besser an. Ich gehe schon mal vor.“ Meinte Oikawa. Die junge Frau nickte nur. Oikawa drehte sich um und verließ die Umkleide mit einem Lächeln. Draußen kamen die anderen schon leicht angepisst auf ihn zu. „Wo warst du denn? Du bist eine halbe Stunde zu spät!“ meckerte Iwaizumi. Der Kapitän kratzte sich verlegen am Kopf. „Tut mir leid. Mir kam was sehr wichtiges dazwischen!“ beteuerte Oikawa und schaute glücklich zu seinen Mitspielern. Alle Jungs waren verwirrt über die überaus gute Stimmung des Kapitäns, jedoch ignorierten sie es erstmals und fingen an weiter zu trainieren. Momochi hat sich in der Zeit saubere und trockene Klamotten angezogen. Sanft berührte sie ihre Lippen und errötete. Dann schlug sie sich gegen den Kopf. „Wie konnte ich nur auf diesen Vollpfosten eingehen?!“ sprach sie ihren Gedanken laut aus. Dieses Arschloch hatte es mal wieder geschafft sie aus der Reserve zu locken! So ein Idiot! So ein gutaussehender und gutküssender Idiot, dachte sie sich. „Verdammt! Was ist denn nur los mit mir?“ fragte Momochi sich selbst und hielt ihre geballte Faust an ihre Brust. Ihr Herz schlug immer noch unglaublich stark. „Reiß dich zusammen.“ Sagte sie sich selbst und ging mit schnellen Schritten in die Halle. „Ach, da bist du ja, Momochi-senpai! Wir haben uns schon sorgen gemacht.“ Erzählte ihr ein Zweitklässler. Die junge Frau lächelte schief. „Tut mir leid. Ich wurde aufgehalten.“ Erklärte sich Momochi. Sadistisch grinsend kam Oikawa auf das Mädchen zu. „Wirklich? Und von was? Oder vielleicht von wem?“ fragte er sie gehässig. Momochi ballte ihre Fäuste. „Du Mistkerl.“ Flüsterte sie wütend und drehte sich weg von ihm. Zufrieden lächelte Oikawa und führte das Training fort. Ihre Managerin folgte dem Training nur mit verträumtem Blick.

Das war das erste Mal, dass Momochi ihn küsste.

Es vergingen Wochen.
Über den Kuss hatten Momochi und Oikawa nicht geredet. Beide versuchten normal weiter zu machen. Es klappte die meiste Zeit. Oikawa nervte Momochi. Momochie beleidigte ihn. Es war wie immer. Und doch gab es hin und wieder kurze Momente, in denen sie sich sehnsüchtige Blicke zu warfen. Vor dem Training ging Momochi häufiger noch mal ins Bad um ihre Haare zu richten oder ihre Kleidung zu überprüfen. Öfter am Tag dachte sie an den klugen Zuspieler und vergaß die Welt um sich. Öfter fehlten dem Mädchen die Worte, wenn sie mit dem Kapitän redete. Und öfter warf sie dem jungen Mann schüchterne Blicke zu. Momochi überlegte lange, warum sie sich so verhält. „Es liegt nur an diesem dämlichen Kuss!“ meckert sie eine schlaflose Nacht. Je länger sie über die Ereignisse der letzten Jahre dachte, desto klarer wurde ihre Sicht.

Das war das erste Mal, dass Momochi sich eingestand Gefühle für Oikawa zu haben.

Es war wenige Tage später.
Wieder ein normaler Schultag mit normalen Trainingseinheiten. Momochi machte sich nach dem Unterricht auf dem Weg zur Turnhalle. Dort angekommen hatten sich bereits alle Spieler zusammengefunden. Verwundert schaute ihre Managerin zu der Masse und ging auf sie zu. „Boah, hat der ein Glück.“ Hörte sie einen Erstklässler raunen. Am Rand der Gruppe stand Iwaizumi und beobachtete das Geschehen neutral. Momochi gesellte sich zu ihm. „Was ist denn hier los?“ fragte sie den jungen Mann neben sich. Leicht mittleidig schaute der Junge sie an und deutete in die Mitte der Versammlung. Momochi schaute schockiert auf die Personen. In der Mitte stand ein verlegen aussehender Oikawa, welcher die Hand eines wunderschönen Mädchens hielt. „Ich kann es echt nicht fassen, dass Oikawa so eine hübsche Freundin hat!“ sprach ein Zweitklässler aufgeregt. Momochi entwich jede Farbe aus ihrem Gesicht. Sie konnte einfach nicht die Augen von den Händen des neuen Paares lassen. „A-aber … ich verstehe nicht.“ Murmelte sie leise zu sich. Iwaizumi schaute mitfühlend zu ihr runter. „Momochi-“ setzte er gerade an, als das angesprochene Mädchen sich auch schon umdrehte und aus der Turnhalle verschwand. Keiner hatte sie bemerkt. Nur Iwaizumi folgte ihr mit den Augen. Er schaute wütend zu seinem besten Freund und ballte die Fäuste. „So ein Idiot!“ grummelte er. Währenddessen lief Momochi immer schneller und schneller. Sie wollte einfach nur weg von allem. Von Oikawa, dem hübschen Mädchen, dem Team und von ihrem gebrochenen Herzen.

Das war das erste Mal, dass Momochi wegen Oikawa weinte.

Es vergingen wieder Wochen.
Momochi kam sich vor wie in einer Blase gefangen zu sein. Ihr Leben verlief wie eh und je, aber es fühlte sich so an, als ob jede Freude für immer weg sei. Seit dem Tag hat sie nicht mehr gelächelt. Das Mädchen schlief wenig und weinte die meiste Nacht über. Keiner verstand, was mit dem Mädchen los war. Besonders die Volleyball Jungs machten sich sorgen. Nur Iwaizumi wusste was los war. Manchmal klopfte er ihr aufmunternd auf die Schulter oder strich ihr über den Kopf. Doch mehr konnte er auch nicht machen. Das Training war die schlimmste Zeit für Momochi. Jedes Mal sah sie das glückliche Gesicht Oikawas und wurde von mal zu mal deprimierter. „Hey, Mochi-chan! Kannst du mir bitte den Ball zu werfen? Ich möchte meinen Angriff üben.“ Fragte Oikawa fröhlich wie immer. Mit traurigen Augen schaute die Angesprochene zu ihm. Es fiel ihr immer noch sehr schwer mit ihm zu reden. Obwohl er ihr Herz förmlich zerschmettert hat, fühlte sie sich immer noch zu ihm hingezogen. „Lass mich einfach in Ruhe.“ Antwortete sie ihm kalt und drehte sich weg von ihm. Neutral schaute Oikawa sie an und drehte sich ebenfalls weg von ihr.

Am Ende des Trainings räumten alle wie immer auf. Momochi befand sich gerade in der Abstellkammer, als das Licht ausgeschalten wurde. „Sehr witzig.“ Grummelte sie leise. Doch dann hörte sie, wie die Kammer abgeschlossen wurde. Erschreck drehte sie sich um und wollte rufen, dass sie noch in dem Raum war. Aber dann sah sie Oikawa an der Tür. Gequält schaute sie ihn an. „Was soll das, Oikawa?“ fragte sie ihn monoton. Er schaute sie ernst an. „Schrei mich an!“ befahl Oikawa ihr. Verwirrt schaute sie zu ihm. „Bist du blöd? Warum sollte ich das machen?“ fragte Momochi missbilligend. „So läuft das zwischen uns! Ich mache einen Witz und du motzt mich an. Ich Zwinkere dir zu und du schaust genervt weg. Ich mache dir ein Kompliment und du Beleidigst mich!“, erklärte der junge Mann ihr, „Aber seit kurzem bist du ganz anders. Du schaust immer nur betrübt aus. So als ob du dein Leben nicht mehr leiden könntest. Was ist los mit dir, Emi?“ Das Mädchen schnaufte und ging auf Oikawa zu. „Lass mich jetzt gehen, Oikawa.“ Flüsterte sie. Der Angesprochene schüttelte nur den Kopf. „Nicht bevor wir das geklärt haben.“ Sagte er bestimmt. Das Mädchen wurde wütend. „Du bist so ein Kotzbrocken. Immer musst du dich in fremde Angelegenheiten einmischen!“, schrie sie ihn an, „Warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?“ Momochis Sicht fing an trübe zu werden bis dicke und heiße Tränen aus ihren Augen quellten. Oikawa reagierte sofort und zog das Mädchen in eine Umarmung. Momochi wehrte sich am Anfang und versuchte den jungen Mann von sich zu schieben. Das gelang ihr nicht und irgendwann gab sie auf. Sie ließ ihre Hände nach unten gleiten und ließ sich von Oikawa weiter trösten, während sie weinte.

„Ich hasse das! Und ich hasse dich auch!“ presste sie nach einer Weile heraus. „Ich weiß, dass das nicht stimmt.“ Sagte Oikawa sanft. „Woher willst du das wissen?“ motzt Momochi ihn an. „Weil ich dich kenne.“ Antwortete er ruhig. Dann herrschte schweigen. Irgendwann fing Momochi an sich zu beruhigen und sie hörte langsam auf zu weinen. Als Oikawa das merkte ließ er sie langsam los. Er hielt sie an den Schultern fest und schaute ihr tief in die Augen. „Kannst du mir jetzt sagen, was los ist?“ fragte er vorsichtig. Das Mädchen atmete tief ein. „Du willst wissen was los ist? Das ist ganz einfach. Du bist los. Du mit deiner blöden Flirterei und deinem blöden Gesicht und deinen blöden Lippen und deinen blöden Lächeln und mit deiner blöden Freundin.“ Sagt sie ihm wütend. Oikawa schaute sie erstaunt an. „Was denkst du dir eigentlich, wer du bist?! Du spielst mit meinen Gefühlen und küsst mich einfach. Und dann hast du auf einmal eine Freundin?! Was ist nur schief bei dir gelaufen?!“ fauchte sie ihn an. Bevor Momochi weiter reden konnte wurden ihre Lippen versiegelt. Oikawa hatte sie stürmisch in einen Kuss gezogen. Mit großen Augen schaute sie zu dem Brünettem. Dann kniff sie die Augen zu und stieß den jungen Mann von sich. Keuchend schrie sie ihn an: „Was soll das jetzt schon wieder? Hör endlich auf mit mir zu spielen!“ Oikawa schaute ihr tief in die Augen. „Ich spiele nicht mit dir!“ sagte er zu ihr. „Und was soll das dann werden?!“ keifte das Mädchen ihn an. „Ich küsse dich nicht einfach so zum Spaß! Wenn ich dich küsse, dann weil ich dich gerne hab.“ Erklärte er ihr Ernst. Das Mädchen wurde rot. „W-was? Lüg mich nicht an.“ Sagte Momochi. „Ich lüge dich nicht an!“, sprach er, „Ich sage das, weil ich es ernst meine.“

Das Mädchen ergriff verwirrt ihren Kopf. „Aber warum hast du dann auf einmal eine Freundin?“ fragte sie. Oikawa atmete hörbar aus. „Weil ich ein Idiot bin. Nach unserem Kuss haben wir nicht einmal darüber geredet und wenn wir über irgendwas geredet haben, dann warst du so komisch. Ich habe gedacht, dass du nichts mehr mit mir zu tun haben willst und wollte deine Entscheidung respektieren. Ich suchte mir irgendeine Ablenkung und dann war da dieses Mädchen und dann waren wir auf einmal zusammen! Aber ich mochte sie nicht mal wirklich. Und auf einmal warst du noch komischer als sonst schon!“ erklärte Oikawa ihr die Situation. Er seufzte laut. „Es tut echt gut darüber endlich mal zu reden.“ Sagte er erleichtert. Gequält schaute Momochi zu Oikawa herauf. „Nach … nach unserem Kuss war ich sehr verwirrt. Und ich wusste manchmal nicht wie ich mit dir umgehen sollte. Dann hast du dieses Mädchen mitgebracht und ich fühlte mich so, als ob mich jemand erstochen hätte.“ Erzählte das Mädchen. Sie schluckte schwer. „Denn … denn die Wahrheit ist, dass … dass ich dich auch gern habe.“ Sagte sie schüchtern und schaute errötet zum Boden. Oikawa lächelte und hob ihr Kinn mit seiner Hand an. Beide schauten sich wieder tief in die Augen. Langsam näherten sich ihre Gesichter und verbanden sich schließlich in einem zarten Kuss.

Und das war das erste Mal, dass Momochi ihm sagte, was sie für ihn empfand.

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Drei Tage habe ich an diesem OS gearbeitet und das ist bis jetzt das längste Kapitel, dass ich je geschrieben habe. Ich hoffe es hat euch gefallen! Lasst bei gelegenheit gerne eine Review da! Ich freue mich immer über Rückmeldung.
Vielen Dank für eure Zeit!

LG, eure Juniette
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