Crawling

von Nicole49
GeschichteAllgemein / P16
Chester Bennington OC (Own Character)
18.09.2019
19.01.2020
21
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19.09.2019 1.394
 
Hi, da ich nicht weiß ob ich regelmäßig posten kann, möchte ich jetzt die nächsten beiden Kapitel posten und würde mich über jede Art von Kritik freuen. Gute sowie schlechte

Musste schnell noch mal was ändern. Habe den Musiklehrer gegen den Klassenlehrer ausgetauscht.  DIeser Widerspruch ist mir leider viel zu spät aufgefallen. Sorry
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2  Seelenverwandte
Als die beiden fünfzehnjährigen am nächsten Morgen aufeinandertrafen sahen sie gegenseitig deutlich die Spuren der Misshandlungen, auch wenn es sonst niemand erkennen würde.
Im stillen Miteinander setzten sie sich auf ihren Platz.
Keiner Sprach, es war auch nicht nötig. Mit Chester zu schweigen war angenehm.
Warum fiel ihm das erst jetzt auf.
Ab und an sahen sie sich kurz an und immer wieder huschte ein scheues Lächeln über Chesters Gesicht. Eines das Matt erwiderte.
Warum zum Teufel mochte er ihn plötzlich. Matt hatte sich schon vor langer Zeit geschworen niemand mehr an sich heranzulassen. Wenn man Abstand hielt wurde man auch nicht verletzt.
„Was hörst du eigentlich?“ kam Chesters Stimme plötzlich flüsternd an sein Ohr.
Rasch sah er nach vorne zu dieser Schreckschraube, dann reichte er ihm seinen anderen Ohrstöpsel.
Chester hörte kurz zu, dann lächelte er.
„Coole Band“, flüsterte er noch immer leise, trotz allem hatte die alte Schreckschraube sie gehört.
„Sikes, Bennington!“ ermahnte sie die beiden und Matt hätte ihr am liebsten eine rein gehauen.
Chester rümpfte kurz die Nase und deutete mit den Lippen ein ``später´´ an.
Matt nickte und grinste ihn an.
Er mochte die gleiche Musik, das war schon mal verdammt gut.
Nach der Schule gingen sie ohne Umwege zu dem alten Musikraum und zum ersten mal zeigte Chester sich wirklich, denn er lehnte sich schwer atmend gegen die Fensterbank und hielt sich seine Rippen.
„Alles klar?“ fragte Matt leise.
„Geht schon. Nicht das erste Mal“, murmelte er und Matt nickte wissend. Er wollte nach dem Eimer greifen und machte eine unbedachte Bewegung.
„Au!“ entfuhr es ihm lauter als gewollt und sein Blick glitt automatisch zu Chester, doch er lachte ihn nicht aus, so wie seine früheren Klassenkameraden.
Im Gegenteil, er reichte ihm die Hand.
„Kriegen wir das heute hin?“ fragte er leise und sah sich im Raum um.
Matt folgte seinem Blick und schluckte. Sie konnten sich beide kaum bewegen. Doch sie mussten sich heute um die Regale kümmern.
„Weiß nicht“, gab er zu.
„Wer kommt besser auf die Leiter?“ fragte Chester und er meinte es völlig ernst.
„Ich glaub das bin dann wohl ich“, murmelte Matt und lächelte schief.
„Ok, dann fang ich unten an. Einverstanden?“ Matt nickte, schnappte sich den Eimer, den Putzlappen und kletterte vorsichtig nach oben.
„Mathew?“ fragend sah er zu mir hoch.
„Es tut mir leid, ich hab überreagiert“, entschuldigte er sich und Matt lächelte.
„Schon ok. Versteh ich. Aber tu mir bitte einen gefallen. Sag Matt. Ich hasse Mathew. So nennt mich nur mein Vater“
„Ok. Chaz“, meinte er und lächelte erneut. Schüchtern, aber etwas länger.
„Magst du Musik Chaz? Ich meine, spielst du auch was? Im Unterricht lässt dieser dumme Sack dich links liegen, deshalb frage ich“, sagte er schnell. Er hatte Angst das Chaz sich gleich wieder einigelte.
„Ja. Gitarre und Keyboard. Und du?“
„Drums, Gitarre und Keyboard, doch am liebsten sind mir die Drums“, gestand Matt und Chaz lächelte kurz.
„Können ja mal zusammen spielen“, nuschelte er und senkte den Blick.
„Echt jetzt? Fände ich klasse“, erwiderte Matt und Chaz sah ihn wieder an.
Matt sah die gleiche Angst in seinen Augen die auch er verspürte. Nur nicht zu viel preisgeben, ihn nicht an sich heranlassen aus Angst verletzt zu werden.
Beide schwiegen und schrubbten den ganzen Nachmittag über die Regale, bis sie es endlich geschafft hatten.
Erschöpft sanken sie nebeneinander auf den Boden, als Matt den Flügel entdeckte.
„Wow“, flüsterte er und stand wieder auf.
„Ein Steinway“, sagte er überrascht und Chaz nickte.
„Hier wurde früher viel gespielt, doch nach und nach hatte keiner mehr Interesse. Der Flügel hier ist das einzige in dem Raum das regelmäßig gepflegt und gestimmt wird. Er hat einen tollen klang, vor allem in diesen hohen Mauern“ erklärte Chaz und automatisch setzte Matt sich an den Flügel.
„Hab früher mal Klassik gespielt“, murmelte er naserümpfend und Chaz lachte.
„So fängt jeder mal an“, meinte er und setzte sich neben ihn.
Ohne etwas zu sagen fing er an zu spielen und Matt stimmte sofort mit ein.
Hungrian Sonata.
Sie lächelten sich kurz zu und spielten wortlos das Stück vierhändig zu ende.
„Nicht schlecht“, meinte Chaz und Matt grinste.
„Dito“, erwiderte er. Sie bemerkten nicht einmal ihren Klassenlehrer, der in der offenen Tür stand und aus dem Staunen nicht mehr herauskam.
„Klassik ist nicht so meine Welt“, fuhr Chaz fort und diesmal war es Matt der lachte.
„Schau mich an, glaubst du meine? Aber meine Mutter hat darauf bestanden sobald ich das erste Mal Interesse an ihrem Flügel zeigte“, er rümpfte die Nase und überlegte kurz.
Yeah, das is besser“, meinte er dann und haute in die Tasten.
Chaz lachte leise.
„Viel besser“, grinste er, wandte sich um und griff sich die Gitarre.
Gemeinsam spielte sie People are People in einer völlig anderen Version und Chaz sang sogar dazu. Es war, als würden sie schon Jahre miteinander Musik machen.
Matts Augen wurden groß als er seine Stimme hörte.
„Wow“, murmelte er und schüttelte sich kurz. Er hatte richtig Gänsehaut bekommen.
„Spielst du in ner Band?“ wollte Chaz wissen.
„Als wir noch in New York gewohnt haben. Doch durch diesen verkackten Umzug ist alles anders geworden“, antwortete er heftig und klappte den Flügel zu.
„Und du?“
„Mal so mal so. Kommt drauf an ob Sean jemand braucht. Ist ne andere Welt aber manchmal kann man ganz gut abtauchen“, gab er zu.
„Stimmt. Wir haben uns meisten bei einem Kumpel im Keller getroffen. Verwöhntes, reiches Papasöhnchen, doch dort hatten wir die Chance zu spielen Ohne dass sich die Nachbarn beschwert haben. Doch es wäre auch ohne den Umzug nicht mehr lange gut gegangen. Wir waren zu verschieden“, erwiderte er und Chaz nickte.
„Verstehe“, murmelte er. „Verschiedene Welten“ fügte er erklärend hinzu.
„Rauchst du?“ fragte er dann und Matt nickte.
„Mal dies mal das“, gab er zu und Chaz lächelte kurz. Er kannte diese Andeutung.
„Lass uns verschwinden. Wir sind eh fertig für diese Woche“, meinte er und Matt nickte.
„Jepp, hauen wir ab“, er lächelte kurz und Chaz verstand die Andeutung ziemlich gut, doch er sagte nichts dazu.
Erst jetzt sahen sie ihren Klassenlehrer in der Tür stehen der sie mit offenem Mund anstarrte.
„Is was?“ fragte Matt knapp, als jedoch keine Antwort kam schnaubte er verächtlich, holte seine Tasche und quetschte sich an ihm vorbei.
Chaz war nicht ganz so mutig, doch auch er zwängte sich letztlich an ihm vorbei und sie rannten den Flur entlang hinaus.
„Boah, hat der Arsch uns spielen gehört?“ fragte Matt außer Atem und Chaz nickte keuchend.
„Scheiße. Hoffentlich kommt der nicht auf dumme Gedanken“, knurrte er.
„Hoffe ich auch. Hätte mir gerade noch gefehlt. Wir sind eh die Freaks hier an der Schule“
„Ja, aber dir laufen wenigstens die Mädchen hinterher“, brummte Matt, zuckte dann jedoch mit den Schultern.
Er stand nicht auf Mädchen, das wusste er schon lange. Er hatte auch schon seine Erfahrungen gemacht und er fand es schön.
„Diese Tussis können mich mal sonst wo“, schnaubte Chaz und ließ sich hinter der Schule ins Gras fallen.
Er verzog kurz das Gesicht und hielt den Atem an.
Matt setzte sich wesentlich vorsichtiger neben ihn und seufzte leise als der Schmerz erst mal ausblieb.
Wortlos packte Chaz einen Joint aus und zündete ihn an, zog ein paarmal daran und reichte ihn dann an Matt weiter.
Sie lagen gemeinsam noch fast eine Stunde auf der Wiese und genossen die Sonne bevor Matt sich langsam erhob.
„Muss nach Hause“, murmelte er .
„Ich auch“, gab Chaz zu, auch wenn er Angst davor hatte. Er war schon viel zu spät und wenn sein Vater schon zu Hause war gab das wieder richtig Zoff.
„Echt guter Stoff“, fügte Matt leise hinzu. „Den nächsten bezahl ich“, sagte er dann und Chaz nickte.
„Ok. Komme drauf zurück“, erwiderte er. Gemeinsam machten sie sich dann auf den Weg nach Hause.
Chaz wohnte nur zwei Straßen weiter und schrieb ihm seine Telefonnummer auf.
Matt nahm den Zettel entgegen und kritzelte ihm schnell noch seine auf, dann verabschiedeten sie sich und hofften beide heute keine Prügel mehr einstecken zu müssen.