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von Liany
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Jungkook V
18.09.2019
13.11.2019
9
21796
6
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Dieses Kapitel
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Kapitel 1
Folgenschwere Entscheidung



TRIGGERWARNUNG!!
Nicht detailliert ausgeschriebenes suizidales Verhalten.


Taehyung


„Geh.“

„Verschwinde.“

„Ich will dich nie wiedersehen.“

Kalt und emotionslos kamen mir diese Worte über meine Lippen, während ich meinem besten Freund in die Augen sah. Fassungslosigkeit zeichnete sich auf Jungkooks Gesicht ab und seine wunderschönen Augen füllten sich langsam mit Tränen. Mein Herz zog sich schmerzhaft bei diesem Anblick zusammen und ich kämpfte den Drang nieder, mich sofort bei ihm zu entschuldigen. Jedes einzelne Wort verletzte mich mindestens genauso und doch durfte ich nicht weich werden.
Desto mehr Tränen über Jungkooks gerötete Wangen liefen, umso mehr bereute ich meine Worte.
Doch ich nahm sie nicht zurück.

Stattdessen bedachte ich ihn mit einem kühlen, abschätzenden Blick und rempelte ihn mit der Schulter an, als ich schließlich an ihm vorbeiging. Mit langsamen Schritten entfernte ich mich von Jungkook und somit von dem Menschen, der mich mein ganzes Leben begleitet hatte.
Ich wagte nicht mich zu ihm umzudrehen, aus Angst schwach zu werden und zu ihm zurückzulaufen. Ich hatte es einzig und allein dem Schock auf meine ausgesprochenen Worte zu verdanken, dass Jungkook mir nicht folgte und mich zur Rede stellte.
In diesem Moment hätte ich nicht die Kraft gehabt ihm zu erklären, warum ich unsere langjährige Freundschaft einfach aus dem Nichts beendet hatte.
Andere mochten es eiskalt und berechnend nennen, für mich war es die einzig logische Möglichkeit Jungkooks Hass auf mich zu ziehen.
Er sollte mich lieber abgrundtief hassen, als die Wahrheit zu erfahren. Denn auf keinen Fall wollte ich in Jungkooks Augen Mitleid sehen, so als wäre er an allem Schuld was in meinem Leben passiert war.

Leichter Nieselregen setzte ein, doch ich registrierte es nicht mal wirklich. Passanten huschten mit gesenkten Köpfen an mir vorbei, beschwerten sich wenn ich ihnen nicht aus dem Weg ging und rempelten mich an. Viele winzige Regentropfen verfingen sich in meinen Haaren, trafen mich im Gesicht und legten sich kühl auf meine Haut. Ich spürte es nicht wirklich, denn mein Herz zog sich immer wieder schmerzhaft zusammen und mein Kopf war wie leergefegt.
Ich klammerte mich verzweifelt an die Hoffnung, dass Jungkook mich einfach vergessen und sein Leben glücklich ohne mich weiterleben würde.

Zusammengesunken saß ich auf meiner Couch und sah durch das große Fenster in die Dunkelheit. Bis auf einige beleuchtete Wohnungen konnte ich natürlich nichts sehen und somit schweiften meine Gedanken immer wieder zu Jungkook.
Zwei Wochen hatte ich meinen ehemaligen besten Freund nicht mehr gesehen und es zerriss mir täglich mein Herz. Meine Worte, die ich ihm eiskalt an den Kopf geschleudert hatte und sein geschockter Gesichtsausdruck, verfolgten mich bis in meine Träume.
Mein Leben lang hatte er mich begleitet und selten waren wir lange voneinander getrennt gewesen.
An einem Abend wie diesem hätte er mir mit Sicherheit Gesellschaft geleistet und wir hätten uns einen Film angesehen.

Mehrere Male hatte Jungkook vor meiner Tür gestanden und geklingelt. Nur mit größter Mühe hatte ich mich davon abgehalten ihm zu öffnen. Irgendwann hatte er mit der Faust gegen das unnachgiebige Holz geschlagen und nach mir gerufen. Seine Verzweiflung hatte mir die Tränen in die Augen getrieben und als ich schließlich sein Schluchzen gehört hatte, war ich zusammen gebrochen.

Fest umklammerte ich das Smartphone mit meinen Fingern, welches ich schon einige Male angeschaltet und dann wehmütig Jungkooks Nummer angesehen hatte. Dieser hatte anfänglich noch unzählige Nachrichten geschrieben und angerufen, bis er es irgendwann aufgegeben hatte. Ich reagierte auch darauf nicht und stieß meinen ehemaligen besten Freund damit noch weiter von mir.
Es war richtig.
Redete ich mir zumindest ein und vergoss stumme Tränen.

Erschöpft und müde lehnte ich mich zurück und blinzelte in die Dunkelheit, die mich vollständig umhüllte. Mein Körper verlangte nach Schlaf, doch mein Kopf und mein Herz ließen mich nicht zur Ruhe kommen. Immerzu war Jungkook in meinen Gedanken präsent, sah sein unglaublich schönes Lächeln und hörte seine angenehme Stimme.

Als mein Smartphone plötzlich vibrierte, zuckte ich heftig zusammen und las mit klopfendem Herzen den Namen, der auf dem Bildschirm auftauchte. Enttäuscht stellte ich fest, dass es nicht Jungkook war, der mich anrief und im nächsten Moment hasste ich mich für diesen Gedanken. Auf die schrecklichste Art und Weise hatte ich Jungkook verletzt und jetzt wollte ich, dass er mich anrief.
Von mir selbst enttäuscht, nahm ich den Anruf entgegen. „Hey Jimin, was gibt es?“, begrüßte ich ihn und wunderte mich ein wenig, dass mich Jungkooks Kindheitsfreund anrief. Wir kannten uns, waren uns sympathisch, aber gute Freunde konnte ich uns nicht nennen.

„Ich mache mir Sorgen. Große Sorgen“, stammelte er und unwillkürlich bekam ich eine Gänsehaut, als ich die Besorgnis in seiner Stimme hören konnte. „Ich habe eine seltsame Nachricht von ihm bekommen. Ich denke es wird etwas passieren.“
Völlig verwirrt setzte ich mich auf und schluckte schwer. „Beruhig dich. Wovon sprichst du überhaupt?“
„Kookie“, stieß Jimin hervor und sofort lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken. Schon allein seinen Spitznamen zu hören, ließ mein Herz schmerzhaft schnell in meiner Brust schlagen.
„Was ist mit ihm?“, fragte ich und klang dabei nicht halb so desinteressiert wie ich wollte. Hörbar atmete Jimin ein und aus und schien sich damit zu beruhigen.
„Vor knapp einer Stunde habe ich eine seltsame Nachricht von ihm bekommen. Ich bin aber erst jetzt dazu gekommen sie zu lesen“, begann er zu erzählen und ich krallte meine Finger in die Armlehne der Couch.
„Es klingt so, als....“, begann er, als seine Stimme plötzlich brach.
„Jimin? Was ist los?“, fragte ich alarmiert nach und sog zischend die Luft ein, als ein leises Wimmern an meine Ohren drang.
„Ich glaube er will sich... etwas antun.“
„Warum glaubst du das?“, hörte ich mich fragen und stand auf, um unruhig durch mein Wohnzimmer zu laufen. Ich wollte Jimin nicht glauben und doch beschlich mich eine böse Vorahnung.

„Taehyung... ich mag dich. Jungkook verbindet uns miteinander, auch wenn dir das vielleicht nicht gefällt“, begann Jimin leise zu erzählen. „Du hast mir trotzdem deine Beweggründe erklärt, warum du die Freundschaft mit Jungkook beendet hast. Ich verstehe es und möchte dir auch nicht ins Gewissen reden“, fügte er vorsichtig hinzu und verstummte zum Schluss. Ich wusste nicht was ich darauf erwidern sollte, denn obwohl ich seinen besten Freund verletzt hatte, machte er mir keine Vorwürfe. „Aber ich denke, dass du ihm trotzdem die Wahrheit sagen solltest. Die komplette Wahrheit“, fügte er zögernd hinzu und wusste ganz genau, dass er sich auf dünnem Eis bewegte.
„Ich kann nicht“, zischte ich wütend und umklammerte mein Smartphone so fest, dass meine Knöchel weiß hervortraten.
„Ja“, erwiderte Jimin einsilbig und legte im selben Moment auf. Wie betäubt blieb ich mitten im Raum stehen und erschrak, als das kleine Gerät in meiner Hand zweimal vibrierte.


Ich schicke dir gleich noch die Nachricht von Kookie.
Wenn du etwas wissen solltest, dann hilf ihm verdammt nochmal.
Sei endlich ehrlich zu ihm und ganz besonders zu dir selbst.



Ich wusste, dass ich seine Wut verdient hatte und machte ihm dafür keinen Vorwurf. Mit einem unguten Gefühl im Bauch las ich schließlich die zweite Nachricht.


Ich kann nicht mehr...
In seiner Nähe zu sein, war alles was ich in meinem Leben gewollt hatte.
Seine Ablehnung hat mich unglaublich verletzt...
Er ignoriert mich...
Die einzige Möglichkeit ihm nah zu sein, ist unser Ort...
Es tut mir Leid, Jiminie...



Mein Herz setzte einen Schlag aus und die nächsten Minuten zogen wie in Zeitlupe an mir vorbei. Mein Smartphone rutschte mir aus der Hand, als ich aus dem Raum stolperte und im Flur mit zitternden Händen nach meinem Autoschlüssel griff.
Meine Gedanken rasten und eine eisige Kälte fraß sich durch meinen Körper, als ich hastig meine Wohnung verließ.

Ich fuhr viel zu schnell, tippte nervös mit meinen Fingern auf das Lenkrad und verfluchte die Ampeln, die gerade jetzt alle auf rot umspringen mussten. Trotz des starken Verkehrs, wechselte ich ohne Rücksicht die Spur und hörte mehr als einmal das wütende Hupen der anderen Autofahrer.
Ich wollte einfach nur noch zu Jungkook und mich vergewissern, dass ich mit meiner Vermutung falsch lag.
Desto näher ich dem Ort kam, umso nervöser wurde ich und hielt nach endlosen langen Minuten, verbotenerweise am Straßenrand. Mir stockte der Atem, als ich im Licht der Scheinwerfer eine Gestalt ausmachen konnte. Fluchend sprang ich aus dem Auto, klammerte mich an meine klägliche Hoffnung und rannte los.
Ich kam mir unendlich langsam vor, als ich über die Leitplanke sprang und weiter rannte.
Mittlerweile war ich mir sicher, dass es tatsächlich Jungkook war, der gerade über die Brüstung der Brücke geklettert war. Der starke Wind, der mir entgegenschlug, zerrte an meiner wie auch seiner Kleidung und doch schien er nur auf den Abgrund vor sich fixiert zu sein.
Jungkook konnte unmöglich etwas sehen, denn die Dunkelheit verschluckte alles unterhalb der Brücke und ließ es wie eine undurchdringbare Masse erscheinen.
Der starke Regen der letzten Tage hatte den Wasserstand ansteigen lassen und über den heulenden Wind konnte ich das gefährliche Rauschen der Strömung hören.

Meine Lungen brannten und ich strauchelte keuchend, als ein stechender Schmerz durch meinen Körper jagte. Meine Sicht verschwamm für einen Moment und doch kämpfte ich mich weiter. Jungkooks Seitenprofil war das einzige, worauf ich mich konzentrierte.
Mit Schrecken musste ich feststellen, dass dieser gerade seine Hände von der Brüstung löste, gegen die er seinen Rücken gedrückt hatte.
Wie in Zeitlupe schien er zu fallen und genau in diesem Moment begann ich zu schreien.

„Jungkook!“


~♥~

Hallo meine Lieben,
hiermit begrüße ich euch zu meiner neuen Fanfiction.
Ich schreibe gerade noch die letzten beiden Kapitel dieser Geschichte, konnte es
aber nicht mehr erwarten sie hochzuladen.
Für Kapitel 1 und 2 gibt es eine Triggerwarnung, es ist nichts detailliertes im Grunde nur angedeutet, aber ich wollte es anmerken für die zarten Seelen unter euch.

Am Anfang steht immer aus welcher Sicht die Kapitel geschrieben sind.

Ein neues Kapitel gibt es einmal wöchentlich Mittwoch.

Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. :)

Gerne würde ich eure Meinung dazu hören, da es doch mal etwas anderes ist, was ich bisher  geschrieben habe.
Ich würde mich über Reviews also wirklich sehr freuen.

Fühlt euch gedrückt und liebe Grüße.
Liany ♥
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