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Gods and Phantoms

von Myrabelle
GeschichteDrama, Fantasy / P16 / Het
Christine Daaé Erik - das Phantom der Oper OC (Own Character) Vicomte Raoul de Chagny
14.09.2019
11.04.2021
27
131.485
6
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14.09.2019 1.283
 
So ihr Lieben, da bin ich wieder. Dieses Mal mit etwas völlig anderem. Die Idee zu dieser Geschichte kam mir (erstaunlicherweise) beim Spielen von Kingdom Hearts. :D Was das jetzt ausgerechnet mit dem Phantom zu tun hat, dass erschließt sich selbst mir nicht. Die Idee war einfach da und wollte auch nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden. Also habe ich mich hingesetzt und angefangen zu schreiben (so wie immer eigentlich :P). Heraus kam, nun ja, dass müsst ihr selbst lesen. :)

Ein paar kleine Infos vornweg. Die Handlung orientiert sich an dem Film von 2004 und da ich mal annehme, alle, die diese Geschichte lesen, kennen diesen Film wahrscheinlich zumindestens auswendig, gehe ich immer nur bruchstückhaft auf die Ereignisse ein. Das drumherum ist sowieso viel interessanter. Anders als meine zwei anderen Geschichten wird diese hier gigantisch (mit der Hand kam ich auf fast 190 Seiten) und ich weiß auch noch nicht, inwieweit sich meine Überarbeitung entwickelt. Außerdem tummeln sich hier bekannte und unbekannte Fabelwesen aller Art. Ich versuche aber den schmalen Grad zwischen logisch und abgedreht nicht zu überschreiten. Sollte ich trotzdem mal über die Stränge schlagen, sagt mir das ruhig. ;) Bevor jetzt einige augenrollend wieder zu x-en , solltet ihr wissen, dass das Einbinden dieser Fabelwesen einen tieferen Sinn hat. Also erst mal lesen und dann Augen rollen und zumachen.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen.

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Das Schachbrett stand in der Sonne. Darauf war nur eine einzige Figur.
Der schwarze König.
Alle anderen Figuren standen um das Brett herum. Der weiße König lag auf der Seite, entzwei geteilt.
Grübelnd saß er davor und besah sich sein Werk. Hier stimmte so vieles nicht. Unschlüssig drehte er die weiße Königin in seinen Händen.
Was sollte er tun?
Sie aufs Spielfeld setzen?
War es dafür noch nicht zu früh?
„Hallo Bruder, spielst du Schach?“ Eine ihm wohlbekannte Stimme näherte sich.
„Nicht wirklich. Ich überlege nur gerade etwas.“
Die andere Person setzte sich ihm gegenüber. „Warum steht auf dem Brett nur der schwarze König? Und warum liegt der weiße König kaputt neben dem Feld?“ Sein Gegenüber seufzte. „Das ist eine lange Geschichte.“
„Dann erzähle sie mir. Am besten während einer Partie Schach.“ Ungefragt stellte er die weißen Figuren auf. Turm, Springer, Läufer, die Königin, den kaputten König und die Bauern. Sein Gegenüber haderte noch mit sich selbst.
„Du kannst natürlich nur mit dem König spielen, aber das wird langweilig.“
Seufzend stellte sein Gegenüber auch die übrigen Figuren auf. Bei der schwarzen Königin hielt er inne. Wenn er sie ins Spiel brachte, gab es kein Zurück mehr. „Nun mach schon, oder willst du warten, bis wir alt und grau sind?“
Nein, dass wollte er nicht. Also platzierte er die Königin neben dem König.
„Möge das Spiel beginnen.“
Er sah zu, wie sein Gegenüber den Königinnnenbauern zwei Felder vorrücken ließ.



Endlich frei.
Endlich nicht mehr eingesperrt sein.
Viel zu lange war er in dem komischen Steinklotz eingesperrt gewesen. Aber einer wie er ließ das nicht lange mit sich machen. Vor zwei Tagen hatte sich eine Gelegenheit geboten und er hatte sie genutzt. Jetzt streifte er durch die Stadt, jede Nacht.
Er liebte die Stille und die Dunkelheit.
Die Nacht war sein Revier.
Es gab immer neue Dinge zu entdecken. Und weil nachts nicht viele Menschen unterwegs waren, war auch das Risiko nicht so hoch, dass er entdeckt wurde. Paris war eine wunderbare Stadt. So groß und voller Leben. Immer gab es etwas neues zu entdecken. Er hatte nicht vor, so schnell zurück zu gehen. Denn da war er nur eingesperrt.
In dieser Nacht kreuzte sein Weg die staatliche Oper. So einen gewaltigen Bau hatte er noch nie gesehen. Eine Weile sprang er am Gebäude entlang, bis ihm auf einer er Seitenfronten eine schwere Gittertür auffiel. Der Geruch, der durch die Tür drang, zog ihn magisch an.
Diese Tür sollte wohl ungebetenen Besuch abhalten.
Das mochte bei Menschen auch funktionieren, bei ihm nicht.
Mühelos zwängte er sich zwischen den Gitterstäben hindurch. Fast augenblicklich umfing ihn absolute Dunkelheit. Es war muffig, feucht und eng. Aber das störte ihn nicht. Er konnte in der Dunkelheit genauso gut sehen, wie andere am Tag. Eine Gefahr spürte er auch nicht. Also begann er, durch den dunklen Gang zu marschieren, dem Geruch zu folgen. Irgend etwas spannendes wartete hier auf ihn, dass wusste er.


Verschwunden!
Da hatte sie nur einmal nicht aufgepasst und schon war ihr Schützling verschwunden. Seit zwei Tagen war er wie vom Erdboden verschluckt. Seitdem suchte sie ihn jede Nacht. Aber das brachte nichts. Diese Stadt war so groß und unübersichtlich. Selbst wenn sie es wollte, konnte sie ihn auf üblichen Weg nicht finden, da diese Stadt überflutet war mit allem möglichen. Es war einfach hoffnungslos. Obwohl, einen Weg gab es. Da musste sie wohl oder übel in den sauren Apfel beißen.
Das war ja einfacher gewesen, als anfangs vermutet. Obwohl es kein gutes Gefühl war, zu wissen, dass man jemanden verraten hatte. Aber in diesem Fall war es leider notwendig gewesen. Nun gut, hoffentlich stellte sich das nicht als Fehler heraus.


Eine Weilte tappte er durch diese allumschließende Dunkelheit, als ganz unverhofft der Boden unter ihm nachgab. Mit einem entsetzten Aufschrei fiel er in die Tiefe. Er spürte, wie der Knochen seines rechten Hinterlaufes knackte, als er auf dem harten Boden aufschlug. Instinktiv wollte er aufstehen, doch es ging nicht. Etwas, das er nicht kannte, dass ihn erschreckte, durchströmte seinen Körper.
Schmerz.
So etwas wie Schmerz kannte er nicht. Dieses Gefühl erfüllte sein ganzes Sein. Plötzlich fing er an zu jaulen und zu schreien. Er wollte, dass dieses Gefühl aufhörte.


Dieses Gejaule nervte ihn ungemein.
Was war denn da in einer seiner Fallen gelandet?
Wahrscheinlich irgend ein streunendes Tier. Danach klang es jedenfalls. Das wunderte ihn. Normalerweise waren Katzen oder Hunde nicht schwer genug, um die Fallen auszulösen.
Träge erhob er sich.
Wenn dieses Vieh noch länger so schrie, würde es sicher die falschen Leute hören und womöglich sein Reich entdecken.
Mit einer Laterne in der Hand machte er sich auf den Weg in sein Labyrinth. Es dauerte nicht lange, da kam er zu einem Loch im Boden. Neugierig leuchtete er hinein. Diese Falle war dazu gedacht, dass der Stürzende sich im Idealfall das Genick brach. Als das Licht der Laterne auf das Wesen in der Fallgrube traf, runzelte er verwirrt die Stirn.
Was um alles in der Welt war das?
So eine Kreatur hatte er noch nie zuvor gesehen. Sie war wesentlich größer, als jede Katze und die meisten Hunde, die er kannte. Auch das Aussehen war ihm völlig unbekannt. Mit einem Seufzen stellte Erik die Laterne ab und holte eine Leiter. Er musste dieses Wesen genauer studieren.
Das lag inzwischen bewusstlos auf dem Boden. Der linke Hinterlauf stand in einem unnatürlichen Winkel ab. So wie es aussah, war er gebrochen. Zögerlich hob Erik dieses Wesen auf. Bei der Größe war sicher ungemein schwer. Innerlich bereitete er sich auf große Mühen vor, doch als er es auf den Armen hielt, wog es erstaunlich wenig. Gerade mal soviel wie eine ausgewachsene Katze.
Wie konnte dieses Wesen dann die Falle auslösen?
Mühelos hob er es auf seine Schulter und stieg die Leiter hinauf.


Über den Dächern der Stadt saß auf einem Dachfirst ein Schatten.
Bald würde es beginnen.
Der Samen war gesät.
Zufrieden grinste sie vor sich hin. Sie würde sich die begünstigte Seele ihres schlimmsten Feindes holen und seine bevorzugte Tochter gleich dazu. Sie freute sich auf all das Leid und den Schmerz, an dem sie sich schon bald laben würde. Ihre Kräfte würden explodieren, soviel war sicher.
Dieses Spiel würde ihr Meisterstück werden und die Spieler wussten nichts davon. Es war ihr ein Bedürfnis, ihrer Rivalin diese unsägliche Frohnatur auszubrennen. Das würde ein Spaß werden, wie kein zweiter.
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