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Todesserliebe // Draco Malfoy FF

von deviluna
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Het
Blaise Zabini Daphne Greengrass Draco Malfoy Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle OC (Own Character) Severus Snape
13.09.2019
24.01.2022
41
104.367
17
Alle Kapitel
47 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.01.2022 2.168
 
- Katara –

„Was machst du hier?", zischte ich und sah mich in beide Richtungen des dunklen Flurs um. Draco trug seine Schlafkleidung und eine einsame Kerze in seiner Hand. Seine Haare sahen verwuschelt aus als hätte er schon geschlafen.

Ohne ein Wort zu sagen ging er an mir vorbei in mein Zimmer herein. „Du glaubst nicht wirklich, dass ich mich davon abhalten lassen kann, bei dir zu schlafen?"

Ich schloss die Tür und schnaubte. „Keine Ahnung. Immerhin war es dein Vater, der die Regel aufgestellt hat, solange ich hierbleibe. Wenn er dich erwischt, wird er mir dafür die Schuld geben und mich rausschmeißen."

Draco verdrehte die Augen, stellte die Kerze auf dem Nachttisch ab und kam dann zurück zu mir. Seine Hände legte er auf meine Schultern und sein Blick war eindringlich.

„Du hast also Angst vor meinem Vater?" Sein Ton klang amüsiert und ich schlug als Antwort seine Arme weg und passierte ihn. Grimmig ließ ich mich aufs Bett fallen, blieb aber stumm. Er wusste genau, wie sehr mich seine Aussage störte. Sein Seufzen verriet es.

„Wieso bist du so schlecht gelaunt? Es läuft doch alles bestens für uns. Dein Vater hat erlaubt, dass du hierbleiben darfst, wir gehen gemeinsam zurück nach Hogwarts, wo uns niemand daran hindern kann, zusammen zu sein, nicht mal mein Vater." Draco kam auf mich zu und hockte sich vor mich, seine Hände langten nach meinen.

„Dein Vater hat meine Anwesenheit bloß aus Eigennutz akzeptiert, das weißt du genau. Er denkt, durch mich erlangt die Familie Malfoy wieder ihren alten Ruf beim dunklen Lord zurück." Draco sah auf unsere Hände. Er hatte seinen Ring abgelegt, das tat er sonst nur selten. Auch nachts schlief er damit.

„Wer sagt, dass das etwas Schlechtes sein muss?", überlegte er und zuckte mit einer Schulter. Natürlich sagte er das, er war seines Vaters Sohn. Schnaubend ließ ich mich zurückfallen und verschränkte meine Arme über meinem Kopf.

„Kat..."

„Können wir bitte einfach schlafen? Ich habe echt keine Lust mehr, mit jemandem zu diskutieren.", bat ich leise. Erschöpft.

Draco sagte nichts darauf, aber ich spürte, wie sich die Matratze neben mir senkte. Es wurde dunkel und ich krabbelte unter die Decke. Die Stimmung im Raum war merkwürdig. Draco und ich lagen einen halben Meter auseinander unter derselben Bettdecke und starrten beide ins Finstere.

Wahrscheinlich hatte er irgendwo auch Recht. Dass Lucius seinen Willen bekam war ein verhältnismäßig geringer Preis für unsere Beziehung. Wir durften zwar nicht in einem Zimmer schlafen – offiziell – aber immerhin waren wir im selben Haus und durften tagsüber Zeit miteinander verbringen.

„Draco?", flüsterte ich in die Dunkelheit hinein. Zurück kam nur ein Brummen. Ich rutschte zu ihm herüber und drehte mich. Meinen Kopf bettete ich auf seiner Schulter und meine Hand legte ich auf seinen Oberkörper.

„Tut mir leid." Er wusste genau, wie schwer diese drei Worte meinen Mund verließen, egal zu wem ich sie sagte. „Heute war einfach kein schöner Tag."

„Ich verstehe.", seufzte er leise und strich mir langsam über den Rücken. „Es wird besser, wenn wir in Hogwarts sind."

So sicher war ich mir da nicht, aber für heut Nacht war es schön mit dem Gedanken zu schlafen.

Am Abend des letzten Tages der Sommerferien versammelte sich ein Dutzend Todesser im großen Saal. Ich hatte die Planung dieses kleinen Ausflugs aufgrund Harry Potters Umquartierung nicht mitbekommen und ehrlich gesagt könnte ich meinen Abend auch schöner verbringen, aber ich hatte keine Wahl. Draco stand bei seinem Vater, der versuchte, sich seine Nervosität nicht anmerken zu lassen. Es war seine erste Mission seit seiner Rückkehr und natürlich wusste er, dass er besser funktionieren sollte, wenn er nicht wieder zurückwollte.

Nicht einmal Amycus kam heute zu mir, auch wenn er sonst immer Zeit hatte, mir den neusten Tratsch zu erzählen – ob ich wollte oder nicht. Vielleicht spürte er, dass ich nicht in Stimmung war. In Gedanken ging ich nämlich immer wieder das durch, was mein Vater mir geschrieben hatte. Der Brief zwischen meinen Büchern hatte mich gestern überrascht. Dad hatte nicht versucht, mich zu kontaktieren, nachdem er gegangen war, aber anscheinend hat er es irgendwie geschafft, mir einen Brief ins Zimmer zu legen.



Katara,

ich weiß, du willst nichts von mir hören, aber ich vertraue darauf, dass du die geschriebenen Worte liest, da du den gesagten ja kein Gehör schenken willst. Auch bitte ich dich mit aller Dringlichkeit, diesen Brief nicht Draco zu zeigen. Dabei geht es nicht um deine Mutter und auch nicht um eure Beziehung, sondern um den Krieg, der uns unmittelbar bevorsteht. Es geht um Leben und Tod und darum, dass ich will, dass du vorsichtig bist, damit dich Letzterer nicht ereilt.

Bitte lies die nächsten Worte mit Bedacht und vor dem Gedanken, dass ich gewisse Dinge nur tat, um dich zu beschützen und dir ein besseres Leben zu ermöglichen. Ein Leben fernab der Todesser.

Du hast richtig gelesen. Die Todesser haben keine Zukunft, ebenso wenig der dunkle Lord. Nicht, wenn alles nach Plan läuft. Ich kann dir nichts Genaues verraten und das tut mir leid. Bitte habe Vertrauen, Katara. Vertraue mir und halte dich zurück! Du wirst wissen, was ich meine, wenn es soweit ist.

Ich verspreche dir, schließlich wirst du alle Antworten kennen und du wirst verstehen, wieso ich nicht seit Anbeginn vollkommen ehrlich zu dir sein konnte.

Höre auf deinen Instinkt und halte Draco daraus. Auch zu seiner Sicherheit.

In Liebe,

Dein Vater



Er hatte Recht. Ich hätte ihm nie die Gelegenheit gegeben, das alles auszusprechen. Außerdem schien es ihm wirklich wichtig zu sein, dass niemand anders davon Wind bekam und unsere letzten Gespräche hatten immer umringt von Draco oder seinen Eltern stattgefunden.

Ich hatte Draco den Brief nicht gezeigt und ich hatte es auch nicht vor. Einzig und allein, weil ich ihn beschützen wollte. Dad hatte irgendwas vor, oder er hatte bereits irgendwas getan, dass dem dunklen Lord nicht gefallen würde. Ich wollte Draco nicht mit reinziehen, auch wenn ich nicht einmal wusste, was es genau war.

„Es kann losgehen.", verkündete einer der Todesser und Hektik brach aus. Die meisten schwiegen, man hörte nur zwischendurch Bellatrix' grelles Lachen, als wir uns alle auf den Weg nach draußen machten, hinter die Appariergrenzen.

Wir versammelten uns dort, ich stand wieder neben Draco. Keiner von uns sagte ein Wort. Jeder kannte den Plan. Harry Potter finden und verletzen. Nicht töten, denn das war dem dunklen Lord überlassen. Aber sehr schwer verletzen war in Ordnung. Sogar erwünscht.

Das dunkle Mal auf meiner Haut brannte, als in einem schwarzen Nebel plötzlich der dunkle Lord in unserer Mitte auftauchte, seinen krummen Zauberstab in der Hand. Er sah nacheinander die Todesser an, die ihn im Kreis umringten und dann verzog sich sein schmaler, weißer Mund zu einem Grinsen, ehe er den Kopf in den Nacken legte, die Augen schloss und wieder in eine schwarze Wolke zerfloss, die schnell hoch in den Himmel stieg.

Alle anderen taten es ihm gleich und so auch ich. Diese Art der Fortbewegung war auf Dauer anstrengender als normales Apparieren, auch wenn man sie ähnlich durchführte. Allerdings konnten wir durchgehend steuern, wo wir hinflogen und dabei noch zaubern. Man brauchte auch kein festes Ziel. Während ich den verschwommenen Silhouetten der anderen folgte, erinnerte ich mich daran zurück, wie mein Vater mir Jahre zuvor dieses Apparieren beigebracht hat. Ich hatte es so lange nicht mehr gemacht, dass ich vergessen hatte, wie frei man sich hier oben fühlte. Es war fast so, als würde man die Welt und das, was man eigentlich tun sollte, um sich herum völlig vergessen.

Doch es dauerte nicht lange, da wurde sie mir wieder deutlich ins Gedächtnis gerufen. Ich spürte sofort, dass wir sie gefunden hatten. Die Todesser stoben auseinander, irgendwo war wieder Bellatrix zu hören, und in den dichten, dunklen Wolken waren regelmäßig helle Punkte und Blitze zu erkennen von den Zaubern, die gewirkt wurden. Es wurde geschrien und ich musste meine Geschwindigkeit deutlich verringern, um einen Überblick zu behalten – vergebens. Draco war längst nicht mehr neben mir und selbst wenn, vielleicht hätte ich ihn nicht mal erkannt. Es war stockdunkel und das schimmernde Licht des Mondes, das sich auf dem Fluss unter uns widerspiegelte, verschaffte eine schaurige Atmosphäre.

Mit einem Mal zischte etwas direkt an meinem Ohr vorbei und ich war kurz geblendet. Es war etwas rotes, wahrscheinlich ein Expelliarmus. Ich sollte mich mehr konzentrieren. In einer geübten Bewegung zog ich meinen Zauberstab und flog direkt ins Geschehen.

Die Todesser kämpften mit den Anhängern des Ordens. Entweder ritten sie auf Thestralen oder auf ihren Besen. Irgendwo hier musste auch Harry Potter sein. Es war gar nicht so leicht, die Personen in der Dunkelheit zu erkennen und immer, wenn ich glaubte, ihn zu sehen, hörte ich einen der Todesser „Ich hab ihn!" schreien.

An mir zischten zwei Besen vorbei und die eine Person feuerte einen Zauber auf mich ab. Ich blockte ihn automatisch ab und warf einen zurück. Sie wichen aus und beim Vorbeifliegen erhaschte ich einen ziemlich guten Blick auf die beiden. Einer war Harry Potter und der andere...auch.

„Oh mein Gott!", entfuhr es mir, als ich höherflog und von oben hinabsah. Tatsächlich. Sie mussten Vielsafttrank genommen haben, denn anders war es nicht zu erklären, dass es nicht nur einen Harry gab, sondern mehr als fünf. Seine Freunde mussten ihn wirklich lieben, wenn sie das Risiko eingingen, von uns getötet zu werden, weil sie so aussahen wie der, den wir suchten.

Während ich einigen Blitzen auswich und sie abblockte, flog ich durch die Wolken, bis mir etwas weit unter mir auffiel. Auf den nächtlichen Straßen Londons befanden sich immer noch viele Autos und andere Fahrzeuge. Und auch ein sehr verdächtiges Motorrad mit Beiwagen, das sich zuerst durch die Autos schlängelte und dann über sie hinwegflog. Der Lärm von Hupen und quietschenden Reifen drang zu mir herauf.

Auf gut Glück flog ich dem Gefährt hinterher, verlor es aber, als es durch einen Tunnel flog. Als ich es wiederfand, war bereits ein anderer Todesser direkt dahinter. Grüne Blitze schossen auf Hagrid zu, den ich von Weitem erkannte. Neben ihm musste einer der Harrys sitzen.

Vielleicht brauchte der Todesser ja Hilfe, wer auch immer es war. Durch die Kapuzen und die Masken konnte man sich gegenseitig kaum erkennen. Dazu kam der schwarze Nebel in der ebenfalls dunklen Umgebung und es war unmöglich.

Auf einmal wich der Todesser zur Seite und ich hörte ihn fluchen. Etwas Weißes flog auf ihn zu und gab ein aufgebrachtes Kreischen von sich. Er versuchte mit seinen Armen, die Eule abzuwenden, die ich als die von Harry erkannte. Wie hieß sie noch gleich? Keine Ahnung. Auf jeden Fall gehörte sie ihm und sie verteidigte die beiden Personen auf dem Motorrad und in dem Beiwagen. Spürten Tiere wohl ihren wahren Besitzer, auch wenn noch andere in der Nähe waren, die exakt so aussahen? Würden so treue Tiere wie Eulen ihren Besitzer bei so einem Flug überhaupt von der Seite weichen.

Es war eine bloße Vermutung, eine gute Hypothese. Sehr wahrscheinlich, aber ohne hundertprozentige Sicherheit. Dennoch war es das Einzige, was ich gerade wusste.

Der Todesser wich der schneeweißen Eule aus und feuerte nun grüne Blitze auf den Beiwagen. Hatte auch er es verstanden? Würde er den dunklen Lord zu sich rufen? War er es vielleicht sogar?

Darum musste ich mir keine Gedanken mehr machen, denn ein roter, schneller Lichtstrahl schoss auf ihn zu und weil ihn genau in dem Moment wieder die Eule ablenkte, wurde er getroffen und fiel. Ich ertappte mich dabei, wie ich Erleichterung verspürte. Was wäre geschehen, wenn er Harry getroffen hätte? Was würde passieren, wenn Harry heute starb? Wie würde es weitergehen?

Höre auf deinen Instinkt...

Dads Worte schwirrten plötzlich in meinem Kopf herum. Mein Instinkt. Ich konnte mich nicht daran erinnern, jemals auf ihn gehört zu haben. Es war immer mein Verstand gewesen, der mich zu meinen Entscheidungen getrieben hat. Entscheidungen, Menschen zu foltern und zu töten, um bei den Todessern zu überleben. Hätte ich auf meinen Instinkt gehört, wäre ich heute nicht hier. Nicht am Leben und selbst wenn doch, nicht auf dieser Seite.

Rein instinktiv, wie mein Vater es von mir verlangte, schoss ich nun mit gezücktem Zauberstab dem Motorrad hinterher. Keiner der beiden drehte sich rechtzeitig um. Ich hätte mindestens einen von ihnen erledigen können, aber kurz bevor ich nah genug dran war, hörte ich ein animalisches Kreischen vor mir – wie erwartet.

„Avada Kedavra!", verließ meinen Mund und ein grüner Blitz traf das weiße Geschöpf direkt. Ein letzter Schrei und es fiel zu Boden. Mein Herz pochte laut in meinen Ohren und ich senkte meinen Arm, während ich am Motorrad vorbeiflog und dabei zusah, wie Harry sich über den Rand lehnte und seiner geliebten Eule hinterher sah, wie sie pfeilschnell hinunterstürzte.

Daraufhin drehte ich mich um und verschwand in den dicken Wolken. Und wieder hatte ich eine Entscheidung auf einer Mission getroffen, die mir einiges einbrocken könnte, wenn sie jemand gesehen haben sollte. Ich konnte nur hoffen, dass dem nicht so war, denn sonst war ich geliefert.
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