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Widerwillen

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Het
Mark Foster Michi Beck OC (Own Character) Samu Haber Smudo Yvonne Catterfeld
12.09.2019
14.10.2021
11
15.677
1
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14.10.2021 2.151
 
Alles Personen innerhalb dieser Geschichte sind frei erfunden oder charakterlich nach meinen Vorstellungen angepasst.
Die Handlung ist ebenfalls frei erfunden.

Nun viel Spaß mit dem neuen Kapitel.

The Judge: https://youtu.be/PbP-aIe51Ek

All of the stars: https://youtu.be/nkqVm5aiC28
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Merle.

"Wenn ihr gleich ins Studio geht, haltet euch unbedingt an die geprobte Reihenfolge!"
Markus, mein Regie-Liebling, war bereits einen halben Tag damit beschäftigt die Reihenfolge aller Kandidaten aufzustellen und dafür zu sorgen, dass bei den Proben heute alles stimmte.
In den nächsten Tagen sollten wir erfahren, welcher international renommierte Star unser Team unterstützen sollte. Bis dahin mussten Aufstellung und Songauswahl stimmen.
Markus wuselte um uns herum und schien gar nicht so glücklich über unsere Leistungen zu sein.
"Benedikt! Du musst nach hinten! Alexandra, halt!"
Ich sah mich um und seufzte innerlich. Dieser Tag würde wahrscheinlich nicht so schnell enden und das Beste stand ja allen glücklichen Kandidaten noch bevor.
Ein Coachgespräch über die Songauswahl, ehe dann beim nächsten Dreh der Song für die Probe mit besagter internationaler Größe bereits sitzen musste. Meine Laune war jedoch nicht nur wegen meines bevorstehenden Treffens mit Mark Forster auf dem Tiefpunkt. Nein, aller Wahrscheinlichkeit nach durften die glücklichen Kandidaten nur in Ausnahmefällen ihre Songs für die Sing Offs selbst wählen.
Und als wäre der Tag nicht schon eine einzige Farce für mich, waren auch meine geliebten Teamkameraden an meiner Seite. Und diese hatten das Meeting scheinbar noch nicht vergessen.
Immer wieder trafen mich ihre Blicke, sie bohrten sich förmlich in mich rein. Zwar waren einige Kandidaten aus dem Team völlig außenstehend, doch ich zweifelte keine Sekunde daran, dass sich in unserer großen, glücklichen Familie mehr herum sprach als ich bislang wusste.
Markus Rufen riss mich aus meinen Gedanken und ich blickte ertappt auf und hob entschuldigend eine Hand. Ich hörte Markus schnauben.
"Ihr müsst schon zuhören, Leute! Keiner geht bevor nicht alles sitzt."
Ein hämisches Lachen ertönte daraufhin neben mir und meine Freundin aus dem Meeting gesellte sich zur mir. Mit ihr zwei weitere Talente, welche wahrscheinlich ihr Fußvolk darstellen sollten. Ich verdrehte die Augen, das war doch hier kein RTL2-Format, konnte man nicht normal miteinander umgehen? Oder sich ignorieren? Zweiteres wäre mir natürlich am liebsten.
"Ein bisschen neben der Sache heute? Oder ist die Vorfreude auf unseren lieben Coach zu groß?"
Oh war das ein billiger Spruch. Ich sah sie an und lächelte.
"Wie du ja bereits weißt, habe ich genug Übung im Umgang mit Mark. Kein Grund zur Sorge."
Damit ließ ich sie stehen und schloss zur Gruppe auf, um die Aufstellung endlich richtig über die Bühne zu bringen.

"Ich wollte mich bei dir entschuldigen." Katy kam am Ende der Probe zu mir. Ich hob eine Augenbraue. Ihr Blick ruhte tatsächlich mitleidig auf mir und das brachte mich ehrlich zum Grinsen.
"Du musst dich doch für nichts entschuldigen", gab ich zurück und nahm einen Schluck aus meiner Wasserflasche. Doch die Frau mit den Zuckerwatte-Haaren schien das tatsächlich sehr ernst zu nehmen und kurzzeitig fragte ich mich, ob ich vielleicht irgendwas nicht mitbekommen hatte.
Sie seufzte leise: "Hätte ich geahnt, dass die Anderen so reagieren, hätte ich dich lieber in einer ruhigen Minute angesprochen." Ich machte eine wegwerfende Handbewegung.
"Du kannst doch nichts dafür."
Katy zuckte mit den Schultern und ihre Haare wippten perfekt wie immer mit.
"Wollte es nur aus der Welt schaffen. Ich bin mir ganz sicher, dass sie nur eifersüchtig sind."
Ich schüttelte den Kopf: "Eigentlich sind sie mir auch egal."
Nun lachte Katy laut auf: "Ich mag deinen trockenen Humor, echt."
Wieder zog ich eine Augenbraue hoch und wollte ihr eigentlich erklären, dass das keinesfalls als Scherz gemeint war. Doch wenn schon jemand mit mir sprach, sollte ich sie in ihrem Glauben lassen. Vielleicht hielt sie ja an dem große, glückliche Familie-Bild fest.
"Ich muss jetzt trotzdem erstmal eine rauchen gehen. Aber man sieht sich bestimmt noch einmal heute."
"Viel Glück mit Mark nachher, ich bin gleich dran."
"Dir auch viel Glück."

Als ich wenig später auf die Straße trat, atmete ich einmal tief durch. Das war weniger schlimm als erwartet. Vielleicht steckte ich hier auch zu viele Leute in dieselbe Schublade.
Doch als ich mir dann die Zigarette ansteckte, musste ich trotzdem über meine Teamkameraden grübeln. War ich ihnen tatsächlich so ein Dorn im Auge?
Ich lehnte mich an die Hauswand hinter mir und zog den Rauch eilig ein. Viel Zeit hatte ich nicht mehr, bevor der unangenehme Teil des Tages begann.

-

"Merle, du kannst dich jetzt bereit machen. Du bist gleich dran."
Ich seufzte. Das konnte nur nach hinten losgehen.
Die Reihen der Teamkameraden hatten sich bereits deutlich gelichtet. Tatsächlich kannte ich von den übrigen vier Leuten bei mir nicht einmal die Namen. Außerdem war nun jeder mit sich beschäftigt und übte seine Songauswahl leise ein, um die Chance auf eine eigene Wahl für die Sing Offs zu erhöhen. Auch ich las mir nebenbei immer wieder den Text von The Judge durch, doch meine Chancen standen schlecht. Mein geliebter Coach würde mir sicher keinen Gefallen tun.

Mein Herz begann unangenehm schnell zu klopfen, als ich die Türklinke nach unten drückte und den kleinen Raum betrat.
Rasch sah ich mich um und musste zu meiner Überraschung feststellen, dass ich die Ehre nicht mit Mark Forster allein hatte.
Neben ihm saßen zwei Herren, die scheinbar wie Markus zur Regie und Produktion gehörten.
"Merle?", fragte der jüngere der beiden Herren und ich nickte.
"Na dann Merle, begrüßen wir dich nochmal recht herzlich bei uns und beglückwünschen dich für deinen Erfolg bisher."
Ich biss mir auf die Lippe, um einen bissigen Kommentar zu unterdrücken.
"Danke, mich freut es auch", gab ich stattdessen zurück und meine Lippen formten sich wie mechanisch zu einem Lächeln. Ich sah zu Mark, doch der schien mich heute keines Blickes würdigen zu wollen.
Sollte mir auch recht sein.

"Hast du etwas für uns vorbereitet?", fragte nun der andere Herr und ich riss meinen Blick von Mark los und nickte.
"Ja, ich dachte an The Judge von den Twenty One Pilots."
Innerlich musste ich Meike nun doch Recht geben. Bei meiner Songauswahl hatte ich meine Wut auf Mark heraus lassen wollen, doch nun war es mir irgendwie peinlich.
Meine Wangen wurden warm und ich hätte im Erdboden versinken können deshalb.
Doch die drei Männer vor mir nahmen davon keine Notiz.
"Dann leg mal los, wir sehen dann ob es passt. Ansonsten haben wir noch eine kleine Vorauswahl für deinen Auftritt getroffen. Du hast also die freie Wahl."
Ich schüttelte hastig den Kopf: "Ich versuche meinen Song."
"Das ist die richtige Einstellung", antwortete der Mann und ich lächelte, ehe ich tief einatmete und zu singen begann.

Nah-nah-nah-nah, ooh-oh
Nah-nah-nah-nah, ooh-oh
Nah-nah-nah-nah, ooh-oh


You're the judge, oh no
Set me free
You're the judge, oh no
Set me free
I know my soul's freezing
Hell's hot for good reason
So please


Ich konnte nicht verhindern, dass mein Blick wieder zu dem Sänger vor mir glitt. Doch während die beiden Herren neben ihm mir ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenkten, war Mark Forster in seine Unterlagen vertieft.
Er ignorierte mich.
Und ich hasste das.
Doch ich durfte mich nicht ablenken lassen, also sah ich auf meine Füße und versuchte meine Gedanken beim Song zu lassen.

I don't know if this song
Is a surrender or a revel
I don't know if this one
Is about me or the devil
I don't know if this song
Is a surrender or a revel
I don't know if this one
Is about me or the devil


Dieser Song war so offensichtlich und dieser blasierte Typ ignorierte es völlig.
Wenn er es jetzt auf die kindische Art wollte, bitte, ich würde am Ende keine Träne darüber vergießen von ihm nicht beachtet worden zu sein. Ich atmete tief durch und setzte zum Refrain an.

You're the judge, oh no
Set me free, oh no
You're the judge, oh no
Set me free, oh no
I know my soul's freezi-...


"Ich denke das reicht", wurde ich dann plötzlich unsanft von dem älteren der beiden Herren unterbrochen. Ich verstummte und sah ihn an.
Er sah mich erst ebenfalls an, ehe er sich an seinen Kollegen wandte und ihm etwas auf seinem Klemmbrett zeigte. Der andere Herr nickte.
"Mark, was sagst du", fragte der jüngere Herr nun meinen Coach und Mark sah mich plötzlich direkt an. Ich erfror förmlich bei seinem bohrenden Blick.
Doch ebenso schnell wandte Mark sich wieder an die beiden Herren und schüttelte den Kopf.
"Das passt nicht."
Entrüstet verschränkte ich die Arme vor der Brust. Es passte also nicht? Das musste ich mir nicht bieten lassen von einem Sänger, der die einfachsten Botschaften in seinen Texten verbaute.
Die Herren nickten jedoch beide und der Ältere sagte dann fast freudig: "Oh, das haben wir auch gedacht."
Nun sahen mich die Herren beide an und der ältere Herr stand auf und reichte mir einen Zettel. Darauf war ein Songtext.
"Wir würden das gern mit dir ausprobieren. Immerhin bist du keine normale Kandidaten, wie du selbst am besten wissen solltest. Deshalb haben wir jetzt zwei Möglichkeiten. Die Erste hast du in der Hand. "
Er klatschte euphorisch in die Hände und ich legte den Kopf schief.
"Ich weiß nicht ob das so klug wäre", gab ich zurück und sah noch einmal auf das Blatt.
Besonders einfallsreich war die Auswahl nicht und für mich stand ohnehin fest, dass ich keinen Fanta4-Song mehr in dieser Show singen würde.
"Wollen wir es einmal probieren?", fragte der ältere der Beiden und ich zuckte mit den Schultern.
"Irgendwie fühle ich mich nicht wohl damit."
Wieder sah ich kurz zu Mark, doch er interessierte sich momentan mehr für seine Schuhe.
"Nicht wohl? Das beherzigen wir natürlich aber deine Chancen würden sich mit diesem Song sicher verdoppeln."
Ich konnte mir ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. Chancen? Ich wollte keine Chancen, ich wollte raus aus diesem Format und anschließend mein Gesicht nie mehr in eine Kamera halten.
"Danke aber ich würde gern die zweite Möglichkeit sehen."

Merkbar widerwillig wurde mir nun der zweite Song überreicht. Ich ließ meine Augen über den Text wandern und schloss für einen Moment meine Augen, um sie nicht vor den Herren zu verdrehen.
Ich hatte nichts gegen den Interpret aber auch dieser Titel strotzte nicht gerade vor Ideenvielfalt. Aber welche Wahl hätte ich?
"Du kennst den Song?"
Ich nickte: "Natürlich."
"Fantastisch", sagte der jüngere Herr, "probieren wir gleich mal."
Na dann Ed Sheeran also.

It's just another night, and I'm staring at the moon
I saw a shooting star and thought of you
I sang a lullaby by the waterside and knew
If you were here, I'd sing to you
You're on the other side as the skyline splits in two
Miles away from seeing you
But I can see the stars from America
I wonder, do you see them too?


In meinem Kopf versuchte ich irgendwie die Melodie zu halten, während ich den Text ablas. Für meinen Geschmack war der Song etwas zu traurig aber ich bezweifelte, dass ich noch eine dritte Wahl hatte.
Ich fragte mich, ob jeder in diesem Raum insgeheim wusste, dass ich die Sing Offs nicht siegreich hinter mir lassen würde.
Zumindest die beiden Herren schienen zufrieden mit ihrer Songauswahl zu sein.

So open your eyes and see
The way our horizons meet
And all of the lights will lead
Into the night with me
And I know these scars will bleed
But both of our hearts believe
All of these stars will guide us home


Ein Handzeichen des älteren Herren ließ mich wiedermals verstummen. Dieses Mal jedoch nickten die Zwei sich zu und der jüngere legte Mark Forster eine Hand auf die Schulter.
"Was sagst du?"
Sofort sah ich zu Mark und zog eine Augenbraue hoch. Dieser kratzte sich am Hinterkopf. Und dann sprach er mich zum ersten Mal an diesem Tag direkt an.
"Du musst auf jeden Fall in den Strophen sicherer werden und viel mehr Gefühl in den Refrain legen. Ansonsten sollte alles funktionieren."
Kaum hatte er seinen kurzen Monolog beendet, wendete er seinen Blick wieder von mir ab.
Wieder klatschte der ältere Herr in die Hände und lächelte mich an: "Dann halten wir dich nicht länger auf und wünschen dir viel Erfolg, Merle."
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