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Wilde Hühnerfedern und gefüllte Marmeladengläser

von SWDeni
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 Slash
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Melanie Klupsch Trudhild Bogolowski / Trude Wilma Irrling
12.09.2019
20.10.2020
21
69.384
1
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.09.2020 2.974
 
Kurzbeschreibung: Die Wilden Hühner und Pygmäen verbringen ihren Sommer am Strand.

Charaktere: Sprotte, Frieda, Melanie, Trude, Wilma, Matilda, Fred, Willi, Steve, Torte

Pairing: Sprotte/Fred und Wilma/Matilda

Einordnung zu den Büchern: spielt ein Jahr nach Ende "WDH und die Liebe" oder Sommer nach "Belief"

Word Count: 2578

A/N: Und da sind wir wieder. Es ist irgendwie beängstigend und befreiend wieder einen klaren Plan zum Updaten und Schreiben zu haben, an den ich mich halten kann. So entsteht auch endlich keine riesige Pause mehr für mich beim Schreiben. Und es hilft mir kreativer zu sein. Win-Win also. ^^
Dieses Kapitel ist mal ohne große Gefühle oder mein Lieblingspairing im Vordergrund. Nur die Mädchen und Jungen, die Spaß miteinander haben. Auch wenn es schwierig ist 10 Personen irgendwie in ein Kapitel zusammen zu bringen, ohne jemanden völlig zu vergessen. Und die meisten bleiben dabei leider nur Randfiguren. Für mehr ist dann doch kein Platz mehr. Und auch wenn mir der Anfang des Kapitels leicht gefallen ist, war das Ende dabei umso schwieriger. Ich wusste nicht genau, wie ich es enden lassen wollte und bin dann plötzlich in eine andere Richtung als zuvor angenommen umgeschwungen. Es war frustrierend. Deswegen wird die erste und zweite Hälfte irgendwie komisch zusammen aussehen und sich auch so lesen. Tut mir wirklich leid.
Ich hoffe, dass es trotzdem erträglich ist und ihr das Gefühl von Sommer, der ja jetzt leider vorbei ist, ein wenig zu spüren bekommt. Denn es war ein schöner Sommer. Trotz Corona.
Und wieder durfte ich mich über zwei neue Reviews zum letzten Kapitel freuen. Ihr seid einfach viel zu nett zu mir!
No Name (anonymer Benutzer): Danke für deine netten Worte! Ich freue mich, dass dir die kleinen Geschichten so gefallen und ich irgendwie doch Gefühle rüberbringen kann. Ein schöneres Kompliment hättest du mir nicht geben können! Vielen Dank! Und ich hoffe, dass dir auch noch die zweite Hälfte von den Geschichten so viel Freude bringen werden!
ze-german: Ich freue mich immer, wenn ich was von dir lese und dein direktes Feedback zum neuen Kapitel lesen kann. Diesmal hast du mich aber wirklich erwischt. Ich hab an die Parallele zu Wilma/Leonie gar nicht gedacht, als ich die Szene geschrieben habe. Glücklicher Zufall nenne ich das mal. ^^
Ansonsten wünsche ich meinen Lessern noch einen wunderschönen Abend und bis Donnerstag!


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Die Luft flirrte leicht über ihrem Kopf und roch angenehm nach Salz, Sonne und Entspannung. Die Wellen schlugen gleichmäßig auf den Sand und lullten einen mit ihrem Rauschen langsam in den Schlaf. Die Möwen kreisten am Himmel und kreischten schrill auf der Suche nach Futter unter sich. Die Sonne schien heiß vom wolkenlosen Himmel herab, wärmte den Sand und färbte die Haut der Strandbesucher rötlich. Der Sand war weich und knirschte leise, wenn man sich auf ihm bewegte.
Es war der perfekte Sommertag.
Die Wilden Hühner und Pygmäen hatten endlich Sommerferien und waren gemeinsam mit dem Zug zum Meer gefahren.
Keine Eltern, keine Regeln, keine Schulbücher, kein Stress.
Nur Sonne, Wasser, Entspannung und Spaß.
Sie wollten im Wald in der Nähe des Strandes zelten, wo ein kleiner aber gepflegter Campingplatz mit Duschen und Toiletten war. Ihre Fahrräder lehnten angeschlossen an den Bäumen und sie hatten ihren Zeltplatz zwischen zwei großen Campingwagen gefunden, wo in einem laut Musik dröhnte und vor dem anderen eine Familie saß und lachend Karten spielte.
Ihre Zelte standen bereits fertig aufgebaut in einem Halbkreis zueinander, während in der Mitte ein tragbarer Grill auf sie wartete. Ihre Schlafsäcke und Verpflegung lag gut gesichert in den verschließbaren Zelten und sie hatten nur das Nötigste mit sich an den Strand genommen.
Wo Sprotte mit geschlossenen Augen auf einer himmelblauen Decke lag und sich zufrieden die Sonne auf ihren Bauch, Arme und Beine scheinen ließ. Ein breiter Strohhut verdeckte ihr träumendes Gesicht und die neue Sonnenbrille, die ihr Vater ihr vor der Abreise geschenkt hatte. Über ihrem Kopf lag ihre Strandtasche mit fertig geschnittenen Melonenstücken von ihrer Mutter, Flaschen mit Eistee und Wasser und einer Kamera, die ihr Vater ihr geliehen hatte.
Kurz zuckten Sprottes Finger träge im Sand, ehe sie sie wieder entspannt in diesen vergrub und tief einatmete.
Seit ihr Vater wieder da war und Zeit mit ihr und ihrer Mutter verbrachte, hatte Sprotte ihre eigene Liebe zum Fotografieren gefunden. Sie liebte es neue Motive zu suchen, andere Perspektiven auszuprobieren und Momente für die Ewigkeit festzuhalten. Mit Freude half sie ihrem Vater beim Entwickeln seiner Filme und lernte, wie man ein gutes Bild schoß und die Umgebung zu seinem Vorteil nutzte oder so herrichtete. Wie man das Zubehör richtig verwendete und den richtigen Lichteinfall fand, damit alles perfekt in Szene gesetzt wurde.
Die Zugfahrt über hatte sie die Kamera nicht aus der Hand legen können und immer wieder Bilder von ihren Freunden geschossen. Bis Melanie genervt die Augen verdrehte und Frieda spielerisch die Kamera in ihre Tasche packte und sie sicher zwischen ihre Füße stellte. Bevor Melanie sie in die Finger bekommen und einfach aus dem Fenster werfen konnte. Und auch weit weg von Sprotte und ihren ruhelosen Fingern.
Und während Sprotte darüber schmollte, zog Fred sie grinsend in seine Arme und küsste ihr Gesicht bis sie ebenfalls wieder lachte und ihn verspielt kitzelte.
Sie hatten beinahe ein ganzes Abteil für sich alleine ergattert und so konnten sie laut lachen, reden, rumlaufen und die Plätze tauschen, ohne das sich jemand daran stören konnte.
Sprotte hatte entspannt an Fred gelehnt gesessen mit Frieda ihnen im Vierersitz gegenüber. Diese hatte ihre Beine auf den freien Sitz neben sich gelegt und vertieft in einem Buch gelesen. Auf der anderen Seite saßen Trude und Steve nebeneinander und spielten verbissen Karten mit Wilma und Matilda, wobei die Letztere sie alle immer wieder haushoch schlug. Und dabei frech grinste, wenn die anderen verzweifelt aufstöhnten. Hinter ihnen hockte ein mürrischer Willi, der ununterbrochen seiner Freundin schrieb, die sie aufgrund ihrer Sommerjobs nicht begleiten konnte. Und Torte hinter ihm, der immer wieder auf den freien Platz neben Frieda schulte. Melanie hatte diesen genervt geräumt nach einem weiteren Foto durch Sprotte und ihrer klickenden Kamera und sie hatte sich schnell hinter ihr in die Reihe geflüchtet, wo sie Musik hörte und verträumt aus dem Fenster blickte.
Die Fahrt war ruhig und entspannt gewesen. Der perfekte Auftakt zu ihrem ersten gemeinsamen Urlaub alleine. Ohne Eltern oder Aufsichtspersonen.
Wobei Sprotte nur sehr ungern ihre Mutter allein zurückgelassen hatte.
Denn auch diese hatte eifrig Ferienpläne geschmiedet. Und zwar mit ihrem Vater zusammen. Sie wollten gemeinsam zu einem seiner Aufträge in eine größere Stadt fahren und während er arbeitete, wollte ihre Mutter die Stadt erkunden, nett Essen gehen und sich entspannen. So ganz ohne ihre Tochter. Und allein mit einem Mann, den sie immer noch liebte.
Sprotte wusste nicht, ob sie darüber froh sein sollte oder lieber verärgert, weil ihre Mutter sich nicht mal schuldig deswegen fühlte, wie sehr sie sich auf die Reise freute. Die nicht mal versuchte, ihre unbändige Begeisterung zu verstecken. So kurz nach der Trennung vom Klugscheißer mit ihrem Vater in den Urlaub zu fahren. Alleine. Und in einem Hotel zusammen zu übernachten. Zusammen Essen zu gehen. Sich zu amüsieren und zu lachen. Und wer weiß was noch.
Sprotte hatte ihre Sorgen auch heimlich mit Frieda und Fred geteilt, die aber nur verständnisvoll die Schultern gezuckt hatten. Ihre Mutter war erwachsen. Sie konnte ihre eigenen Entscheidungen treffen und Sprotte musste letztlich damit leben.
Und mochte Sprotte ihren Vater nicht auch und wollte, dass ihre Mutter glücklich war? Schließlich machte ihr Vater ihre Mutter doch glücklich, oder?
Darauf hatte Sprotte keine Antwort oder Einwand mehr gewusst und betroffen geschwiegen, während die beiden sie wissend angesehen haben.
Musste es Sprotte denn trotzdem gefallen, wie viel Zeit ihre Mutter und ihr Vater zusammen verbrachten? Allein? Und wie sie sich ansahen, selbst wenn Sprotte dabei war?
Aber all das lag jetzt weit hinter ihnen. In einem anderen Leben sogar.
Und so richtete sich Sprotte schwerfällig auf und lugte vorsichtig unter ihrem Sonnenhut hervor, um nach ihren Freunden Ausschau zu halten.
Sie konnte einen Großteil ihrer Freunde im Wasser finden, wie sie laut kreischten, herum schwammen und sich gegenseitig ins Wasser warfen.
Wilma drückte gerade Torte unter Wasser, der wild mit den Armen ruderte und sich danach hustend und ziemlich lautstark kieksend bei ihr beschwerte. Dafür nahm Willi Wilma einfach auf den Arm und warf sie ein paar Meter weiter ins Wasser, während sie laut aufschrie vor Schreck. Als Wilmas Kopf wieder auftauchte, hielt die vorbeischwimmende Melanie sie geschickt am Arm fest und flüsterte ihr etwas verschwörerisch ins Ohr, was beide breit grinsen ließ. Das verhieß nie etwas Gutes.
Trude und Steve schwammen etwas abseits von der Gruppe und ließen sich von den Wellen schaukeln, während sie Händchen hielten, tuschelten und kicherten.
Am Strand, nahe beim Wasser, hockten Fred, Frieda und Matilda zusammen und bauten eine riesige Sandburg mit Wassergraben und Muschelverzierungen, die jedoch etwas windschief geraten war und jeden Moment einzustürzen drohte. Sie waren völlig auf ihre Arbeit konzentriert und bemerkten gar nicht, dass Sprotte aufgewacht war und sie beobachtete.
Lächelnd griff diese hinter sich und zog ihre Kamera aus dem Beutel, ehe sie die Drei ins Visier nahm. Schnell drückte sie ab, als Frieda einen Turm errichtete, Fred an seiner Brücke aus Eisstilen bastelte und Matilda eifrig einen Eimer voll Wasser in den Burggraben kippte.
Sprotte ließ ihre Kamera weiter wandern und fand Trude und Steve im Sucher. Sie drückte ab, als Steve Trude zärtlich an sich zog und ihr etwas ins Ohr flüsterte. Es war schon beinahe kitschig, wie verliebt die beiden ineinander waren. Und es auch noch überall zeigen mussten.
Sprotte wandte ihren Blick ihren restlichen Freunden zu und nahm sie grinsend ins Visier. Sie drückte ab, als Melanie eine Qualle nach Torte warf und dieser quietschend versuchte auszuweichen. Aber er war nicht schnell genug und wurde von dieser direkt am Kopf getroffen. Während Wilma mit einem wilden Kampfschrei auf Willis Rücken sprang und sie gemeinsam ins Wasser taumelten.
Leise kichernd ließ Sprotte ihre Kamera sinken und beobachtete, wie Willi mit versteinertem Gesicht wieder auftauchte und nach Wilma griff, die jedoch flink wie ein Aal durch seine Finger glitt. Schnell schwammen sie und Melanie auf Trude und Steve zu und versteckten sich kichernd zwischen ihnen. So wurden alle vier Freunde nass, als Willi einen laut protestierenden Torte neben ihnen ins Wasser warf. Und wieder klickte die Kamera leise in Sprottes Händen.
Trude kicherte und versteckte sich ebenfalls hinter Steve, der etwas verdutzt da stand, ehe er Willi ebenfalls nass spritzte und eine Wasserschlacht unter ihnen auslöste. Klick.
Wilma sprang Steve beherzt zur Seite und machte ihrem Namen als Pistolenhuhn alle Ehre, während sich Melanie tropfend und prustend an den Strand rettete. Trude dicht hinter ihr. Klick.
Sie schlichen gemeinsam auf die an der Sandburg tüftelnden Mädchen zu und griffen sich Matilda und Frieda, um sie mit sich ins Wasser zu ziehen. Mit strampelnden Füßen und lauten, entrüsteten Schreien. Klick.
Laut prustend tauchten beide Mädchen wieder auf und begannen Trude und Melanie ebenfalls nass zu spritzen, während Fred lauthals vom Strand aus lachte. Die Sonne hell auf seinen rot leuchtenden Haaren. Klick.
Schnell schlossen sich die Gruppen zusammen und so standen sich auf der einen Seite Willi, Torte, Frieda und Matilda und auf der anderen Melanie, Trude, Steve und Wilma gegenüber. Alle mit entschlossenen Gesichtern, einem Schwimmbrett, einem Ball und ihren Händen als Waffen gegenüber. Bereit zum Kampf. Klick.
»Willst du nicht mitmachen?«
Erschrocken zuckte Sprotte zusammen und hätte beinahe ihre Kamera in ihren Schoss fallen lassen. Sie hatte gar nicht gehört, wie sich Fred neben sie gesetzt hatte, während sie die anderen durch ihre Kamera beobachtet hatte.
»Nein. Ich glaube, das kriegen die auch gut alleine hin. Findest du nicht?«
Grinsend zeigte Sprotte auf ihre Freunde, die sich gegenseitig anfeuerten, kreischten und kicherten, während die anderen Schwimmer ihnen schnell auswichen.
Matilda und Frieda zum Schutz hinter Willi versteckt, während Torte waghalsige Vorsprünge ins andere Team versuchte und mehrmals dafür untergetaucht wurde. Und Steve, der stolz jeden Angriff mit vollem Körpereinsatz abfing, während Trude kichernd hinter ihm hockte und Wilma und Melanie immer wieder waghalsige Angriffe auf Willi und die versteckten Mädchen hinter ihm starteten. Wobei Wilma zweimal von Willi aufgegriffen und ins Wasser geschleudert wurde. Klick.
»Ja, ich denke, die kommen auch gut ohne uns zurecht.«
Schnell griff Fred nach ihrer Kamera und zog Sprotte nah an sich heran, was diese verlegen kichern ließ.
»Wenn du schon unbedingt von jeden Bilder machen musst, dann solltest du auch auf ein paar zu sehen sein. Sag Cheese!«
Und er hielt die Kamera ausgestreckt vor sich und verzog das Gesicht zu einem breiten Grinsen. Sprotte drückte ihre Wange gegen seine und lächelte ebenfalls, als sie das vertraute Klicken hörte.
»Super! Jetzt komm!«
Achtlos warf Fred ihre Kamera hinter sich in die Tasche und sprang auf, um ihr seine Hand hinzuhalten. Schnell stellte Sprotte sicher, dass ihre Kamera nicht beschädigt und gut verstaut war, ehe sie seine wartende Hand ergriff.
Elegant zog Fred sie an seine Brust, sodass sie zu ihm aufsehen musste und er sie grinsend küssen konnte.
Sofort fing Sprottes Herz wieder an zu rasen, so wie immer, wenn Fred sie festhielt oder küsste. Und sie wünschte sich plötzlich, dass jemand ein Bild von ihnen machen würde. So wie sie es bei Trude und Steve gemacht hatte.
Wie sahen sie wohl gemeinsam aus? Wie ein perfektes Paar aus einem Film?
So fühlte sich Sprotte jedenfalls, als Fred sich von ihr löste und ihren Sonnenhut auf ihre verlassene Decke hinter ihnen warf. Wieder schlossen sich seine Finger um ihre und Sprotte nahm auch ihre Sonnenbrille ab, um sie zu ihrem Hut zu werfen.
Der Sand knirschte leise unter ihren Füßen, während sie zusammen auf ihre erschöpften Freunde zuliefen, die kraftlos im Wasser trieben und ihnen erwartungsvoll entgegenblickten. Die Wasserschlacht schien unentschieden ausgegangen zu sein.
Sprotte zuckte erschrocken zusammen, als sie ins kühle Wasser trat, während Fred sie allein zurückließ und begeistert zu den anderen Pygmäen lief, um sich in die Wellen zu stürzen und Willi den Ball aus der Hand zu schnappen. Schnell teilte er sein Team auf und sie begannen sich gegenseitig den Ball zuzuwerfen oder nah genug zu treffen, damit das Wasser hoch aufspritzte.
Wilma und Matilda beobachteten sie einen Moment dabei, ehe sie an Spotte vorbei schwammen und sich zusammen in Handtücher gewickelt auf die Decke legten. Vorsichtig öffneten sie die Schale mit den Melonenstücken und stellten sie zwischen sich, während sie kichernd aus dieser naschten und die anderen Leute am Strand beobachteten.
Frieda schwamm langsam auf Sprotte zu, während diese schnell untertauchte, um kurz vor ihr wieder aufzutauchen und sich das nasse Haar aus den Augen zu wischen. Sie grinsten sich an und Frieda griff unter Wasser nach Sprottes Hand um sie etwas weiter hinauszuziehen, wo ihre Füße nicht mehr den Boden berühren konnten und das Wasser noch kühler wurde.
»Und genug Fotos von uns allen gemacht?«, fragte Frieda spielerisch, während sie ruhig nebeneinander schwammen und leicht von den Wellen hin und her geschaukelt wurden. »Wie viele Filme hat dir dein Vater den mitgegeben? Ich wette, die Hälfte hast du bereits verschossen, oder?«
»Gar nicht.«, entgegnete Sprotte beleidigt und ließ sich einen Moment auf dem Rücken treiben, die Sonne warm auf ihrer nassen Haut, während sie aus dem Augenwinkel Melanie auf sie zuschwimmen sah.
Gemeinsam schwammen alle drei wieder in Richtung Strand und Melanie erzählte ihnen aufgeregt, dass es auf dem Campingplatz in ein paar Tagen eine Strandparty geben sollte, zu der jeder Camper eingeladen war. Sie hatte Flyer dazu an der Wand für Aushängeund Neuigkeiten gesehen und vibrierte beinahe vor Aufregung bei dem Gedanken daran. An das Tanzen und an die hübschen Jungs, die dort auf sie warteten.
Es war keine Frage, dass sie dort hingehen würden, auch wenn Sprotte selber wenig begeistert war. Sie würde nur wieder am Rand stehen und sich mit Fred oder Frieda unterhalten oder verlegen mit Fred langsam hin und her schaukeln oder wild mit ihren Freundinnen hin und her hüpfen. Ohne jemals den Rhythmus zu finden.
Aber vielleicht konnte sie dort auch ein paar schöne Bilder von ihren Freundinnen machen, wie diese tanzten und lachten und plötzlich fand Sprotte die Idee gar nicht mehr so schrecklich.
Denn sie liebte ihre Kamera und die Bilder, die sie damit machte. Auch wenn sie ihre Freunde damit nervte.
Schließlich war der Urlaub noch lang und ihr Vorrat an Filmen beinahe unbegrenzt.
Aber dafür war auch noch später Zeit und so verdrehte sie nur die Augen, während Frieda fröhlich nickte und versprach, die Jungs und die restlichen Wilden Hühner und Matilda später zu fragen.
Schnell schwammen sie an den Strand zurück und setzten sich neben Wilma und Matilda, um die restlichen Melonenstücke mit ihnen zu verputzen. Ehe Sprotte ein Bild von den Jungs im Wasser und ihren Freundinnen auf der Decke machte.
Die Kamera liebevoll in ihren Händen und ein breites Grinsen im Gesicht. Während ihre Freundinnen nur ungläubig lachten oder sie aufzogen.
Denn der Urlaub war noch lang und Sprottes Kamera nie weit von ihren ruhelosen Fingern entfernt.
Und so hingen nach ihrem Urlaub neue Bilder an der Wand im Wohnwagen der Wilden Hühner.
Wie sie alle gemeinsam tropfendes Eis aßen. Wie Melanie voll konzentriert ihren Aufschlag beim Volleyball machte, um ihre Mannschaft ohne Probleme zum Sieg zu bringen. Wie sie alle gemeinsam um den glühenden Grill saßen und leicht verkohlte Würstchen aßen und über eine Geschichte von Fred lachten. Wie sie morgens müde aus den Zelten krochen, die Augen halb geschlossen und die Haare ein wildes Durcheinander. Wie sie eine riesige Sandburg mit hohen Türmen und einem tiefen Wassergraben bauten. Wie sie gemeinsam tanzten und Spaß hatten. Mit Sprotte in ihrer Mitte. Wie sie alle im Zug eng nebeneinandersaßen, ihre Haut leicht sonnenverbrannt und ihre Kleidung voll Sand. Wange an Wange gedrückt, damit sie alle zu sehen waren und breit in die Kamera grinsten. Auf dem Weg zurück nach Hause.
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