Fifty Shades of You and Me

von SteffKey
GeschichteRomanze / P18
Anastasia Steele Christian Grey
11.09.2019
21.09.2019
7
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"Fuck! Verdammte Scheiße! Verdammte Drecksscheiße!" Christians Hand sauste vor Wut auf seine Schreibtischplatte und ich zuckte merklich zusammen. Ich saß auf dieser Couch. Die, auf der ich bei unserem Interview gesessen hatte. Und Christian hatte bis eben gerade noch an seinem Schreibtisch gelehnt. Genau wie damals.

Ich knetete meine verschränkten Arme, versuchte, mich abzuschirmen. Oder vielleicht hielt ich auch die Teile meines Körpers zusammen, die Christian gerade eben zerbrochen hatte, als er auf den Tisch gehauen hatte. Als er eine Reaktion gezeigt hatte, auf mich. Und auf unser Kind. Mit Mühe unterdrückte ich meine Tränen und starrte auf den Glastisch vor mir. Obwohl man sagte, dass es immer noch schlimmer kommen konnte, war ich mir sicher. Schlimmer ging nicht mehr.

"Es tut mir so leid." Meine Worte waren nur ein Fiepsen und meine Stimme klang dunkel, von den ungeweinten Tränen, die mir die Kehle zuschnürten. Ich hatte gewusst, dass er so reagieren würde. Vor allem deshalb, weil er bei unserem letzten Gespräch über Kinder erwähnt hatte, dass das für ihn momentan nicht in Frage kam.

"Davon kann ich mir jetzt gerade nicht viel kaufen! Und dieses Kind ist deshalb auch nicht einfach weg. Anastasia verdammt!" Christian sah mich nicht an. Das wusste ich, obwohl auch mein Blick gesenkt war. Er starrte aus dem Fenster, über das regnerische Seattle hinweg. Seattle war in meiner Stimmung. Betrübt und deprimiert.

Die Worte meines Mannes verletzten mich mehr, als ich es mir anmerken ließ. So wenig ich mein Pokerface wohl im Griff hatte, das konnte ich geradeso verbergen. Würde er es wollen? Dass ich abtrieb und das kleine Wesen in mir einfach aufgab? Das konnte ich nicht. Das konnte ich nicht einmal für den Mann tun, den ich liebte. Und der mich liebte... Wenn er es denn noch tat.

Weil ich auf Christians harte Worte nichts erwiderte, war es vollkommen still im Raum. Hin und wieder klingelte Christians Telefon. Aber er hatte es die ganze Zeit klingeln lassen. Bis jetzt. Jetzt hob er ab.

"Andrea, sorgen sie verfickt nochmal dafür, dass ich in der nächsten halben Stunde hier nicht gestört werde!", blaffte er ins Telefon und ließ es dann anschließend lautstark auf die Station zurückfallen. Christian war nicht wütend. Er war fuchsteufelswild! Und langsam riss auch mir der Geduldsfaden.

"Eine halbe Stunde? Du glaubst wirklich wir können das hier in einer halben Stunde klären?" Dieses Mal war ich diejenige, die motzte. Nicht so wirksam wie mein Ehemann, weil ich die Tränen in meinen Augen noch immer nicht losgeworden war. Und weil meine Stimme nicht stark war, sondern verletzt.

Christian sah mich an. Doch was er fühlte konnte ich nicht sagen. Es war, als würde er durch mich hindurchschauen. "Du bist nicht in der Position, um dich über irgendetwas aufzuregen, was hier gerade passiert", erklärte Christian ruhig und mit zusammengebissenen Zähnen. "Das hier ist ein verdammter Albtraum!"

Ein weiteres Mal knallte die Hand meines Ehemannes auf seinen Schreibtisch. Und in diesem Fall fühlte es sich so an, als würde mein Herz zersplittern. Konnte er mich lieben, wenn er sich so darüber aufregte, ein Kind von mir zu haben? War der Gedanke daran, dass uns etwas verband, für ihn so unerträglich?

Tausende Gedanken durchliefen meinen Kopf. Störte es ihn so, mit mir verbunden zu sein, weil er sowieso nicht auf ewig mit mir zusammenleben wollte? War ihm das vor oder nach unserer Hochzeit aufgefallen? Und warum? Weil ich nicht seine Sub war? Weil ich ihn nicht erfüllen konnte? Weil ich ihn sexuell nicht zufriedenstellen konnte?
Wollte er sich scheiden lassen? Spielte er schon länger mit diesem Gedanken? Oh verdammt, das konnte nicht sein. Das durfte mir jetzt nicht passieren! Nicht jetzt, wo wir ein Kind erwarteten.

Eines, das er nicht haben möchte. Meine innere Göttin sah mich über den Rand ihrer Lesebrille triumphierend an. So, als hätte sie mich gewarnt und ich wollte nicht hören. Nein. Nein, nein, nein. Das-.

Christians laute Stimme riss mich aus meinen Gedanken und ließ meinen Kopf nach oben schnellen. "Wie konntest du diese verdammten Spritzen vergessen? Wie! Ich weiß, dass diese Termine in deinem Planer standen. Sie standen in unser beider Terminkalender, Anastasia. Du hast zum fick nochmal eine Assistentin, die dich an solche Dinge erinnern soll. Macht die ihre Arbeit nicht, oder was?!"

Die letzten Worte schrie Christian mir entgegen und beinahe rutschte mir mein Herz in meine Hose. Hannah hatte so oft versucht mich an diese Spritzen zu erinnern! Es war ein Wunder, dass ich nicht schon vor drei Monaten schwanger geworden war. Aber-. Ich hatte nicht gewusst, dass meine Termine auch in seinem Planer gestanden hatten.

"Warum hast du mich nicht erinnert, Christian?", fragte ich meinen Ehemann mit schwacher Stimme. "Wenn diese Termine doch sowieso auch bei dir eingetragen sind, warum hast du nicht versucht mich zu erinnern?"

"Du warst diejenige, die gesagt hat, ich solle ihr vertrauen", schnappte Christian sofort. "Ich hab dich zu genüge gefragt, ob dir die Arbeit nicht über den Kopf wächst, ob du alle Termine im Überblick hast. Woher soll ich verdammt nochmal wissen, dass du die wichtigsten Termine einfach vergessen könntest?! Ich hab dir mein Vertrauen in dieser Sache geschenkt, weil du meine Ehefrau bist und du mir versichert hast, dass du Dr Greenes Termine ernst nimmst. Ich kann nicht in deinen Kopf gucken, Anastasia!"

Wütend über seine Vorwürfe, die ich nun die ganze Zeit unerwidert gelassen hatte, sprang ich auf und stellte mich vor seinen Schreibtisch. "Wirf mir nicht vor, ich hätte dein Vertrauen missbraucht, Christian Grey", schrie ich und bohrte meinen Finger in die Brust meines Ehemannes. "Ich habe eine Spritze vergessen, okay? Das hat nichts damit zu tun, dass ich dir extra ein Kind unterjubeln wollte, weil ich mich an dich binden möchte, obwohl du nicht bereit bist für Kinder. Das wäre ein Vertrauensmissbrauch! Menschen, die man liebt, verletzt man nicht extra, Christian! Ich bin nicht mit Absicht schwanger geworden!"

Meine Stimme zitterte, weil sich in mir solche Angst steigerte. Ich liebte diesen Mann. Mit all seinen fünfzig Facetten. Die abgefuckten, die schönen und die zweifelnden. Alle. Und ich konnte ihn nicht verlieren. Nicht so und nicht jetzt.
Und trotzdem stürmte ich aus dem Büro meines Mannes, als die Worte, die er für mich übrig hatte, seinen Mund verließen.

"Du hast drei Spritzen vergessen, wenn ich es genau nehme. Und all das macht dich nicht weniger schwanger, Anastasia", brummte er mit tiefer Stimme.

Und ich rannte. Raus aus diesem Büro, vorbei an Andrea, in den Aufzug, aus der Tür heraus und an Sawyer vorbei. Bis mir die Puste ausging und ich das Gefühl hatte zu ersticken. Aber das war immerhin besser, als sein eigenes Herz kaum mehr zu spüren.
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