Fünf - Nach dem Regen

von Fofinha
GeschichteDrama, Romanze / P16
Anakin Skywalker / Darth Vader Jango Fett Obi-Wan Kenobi OC (Own Character) Padmé Naberrie Amidala Yoda
11.09.2019
22.09.2019
3
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Vorab: Dies ist eine Star-War- Fanfiction, die zur Zeit von Episode II spielt. Auch wenn viele Gegebenheiten dem bekannten Storyverlauf folgen, gebe ich meinen Senf dazu und verändere manche Fakten zu meinen Gunsten.  Ich habe versucht mich so gut wie möglich in das Star Wars Universum einzulesen und mich an die geltenden Regeln zu halten. Ich freue mich natürlich immer über Feedback.  
Hier ein Trailer zur Einstimmung: Trailer
Viel Spaß beim Lesen!

00. Prolog

Music: Eternal Ecplise – Dawn of Faith

„Kapsel fünf öffnen!“, dröhnte die Stimme eines Droiden über das Intercom. Rauschen und kalter Dampf umgaben mich mit einem Mal. Der Deckel der Kapsel löste sich langsam aus seiner Fassung und hob sich Stück für Stück, sodass der dichte Nebel entfloh und über den Rand waberte. Die Kapsel, in der ich lag, brummte leise, als sie sich von ihrer waagerechten Position immer weiter in die Senkrechte erhob und ich schließlich von dem Ruck der einrastenden Scharniere durchgerüttelt wurde. Ich wartete bis weitere Anweisungen kamen, ohne Erlaubnis durfte ich mich nicht aus meiner Kapsel entfernen und so versuchte ich so still wie möglich zu verharren. Wie beiläufig ließ ich meinen Blick zu den anderen sechs Kapseln gleiten. Sie befanden sich alle in der waagerechten Position, offenbar war ich die Einzige, die aufgeweckt worden war und mit wachsender Spannung verfolgte ich jede Bewegung hinter der Gleittür, die just mit einem leisen Zischen geöffnet wurde. Siha-Gals in die Länge gezogener Körper floss auf mich zu. Sein langer Hals sowie der Rest seiner gestreckten Gliedmaßen bewegten sich im rhythmischen Einklang, beinahe als würde er schweben. Seine dunklen ovalen Augen betrachteten mich mit einer Mischung aus Neugier und Strenge. Es war mir schon seit Beginn meiner Existenz schwer gefallen zu deuten, was in ihm vorging und eigentlich sollte ich mich damit auch nicht befassen.
„Fünf, deine Messungen zeigten abermals einen unerwünschten Verlauf. Die Aktivität in der Schlafphase ist beunruhigend hoch.“, sagte er mit verzogenen Mundwinkeln und ich wusste, dass dies kein gutes Zeichen war.
„Ich habe dafür keine Erklärung, Sir.“, antwortete ich so neutral wie möglich. Eigentlich überkam mich Angst, die ich jedoch nicht zeigen durfte.
„Hattest du eine hypnagogische Halluzination?“
Ich erinnerte mich daran, was ich im Schlaf gesehen hatte: Bilder, Farben und Dinge, die ich niemals zuvor erblickt hatte, waren mir erschienen wie eine ferne Wirklichkeit, die - neben meiner Existenz hier - irgendwo existierte.
„Ja.“, sagte ich ehrlich. Lügen durchschaute Siha-Gal sofort.
„Was hast du gesehen?“, fragte er, umfasste dabei sein schmales Kinn und seine gelben Augen funkelten bereits gefährlich.
„Ich kenne es nicht. Es war wie Staub, nur gröber und es war überall. Gelb und braun unter einem blauen Himmel ohne eine einzige Wolke. Dort waren seltsame Kreaturen mit braunem dichtem Fell, ganz zottelig und…ein Mensch, ein kleiner Mensch, ein Kind.“, erinnerte ich mich. Nie hatte ich einen derart klaren Himmel gesehen. Auf Kamino gab es nur dichte Regenwolken, durch die meist Blitze zuckten und Donner grollte. Es regnete beinahe durchgehend und das Wasser, welches mein Zuhause umgab wurde nicht durchbrochen. Ein Meer bedeckte alles um uns herum.
„Staub? Du redest von Sand.“, tadelte mich Siha-Gal sofort und ich schluckte. Wir hatten bereits an unseren Lernstationen Wörter gelernt, die für mich nie einen Sinn ergeben hatten, weil ich mir darunter nichts vorstellen konnte. „Sand“, „Wiese“, „Erde“…alles wurde definiert. Bei Sand hatte man lesen können: „Sand: zu kleinen Strukturen gemahlenes Gestein“.
„Sand.“, wiederholte ich verstehend und überlegte nun selbst, warum ich von Sand geträumt hatte.
„Fünf, du musst neu eingestellt werden.“, sagte Siha-Gal neutral und wartete nicht einmal meine Reaktion ab. Wieder schluckte ich und versuchte mich nicht zu regen. Ich war bereits vor kurzer Zeit „neu eingestellt“ worden und die Wunden waren kaum verheilt. Meine Gedanken überschlugen sich und anhand des lauter und schneller werdenden Piepsens, das aus meiner Kapsel tönte, konnte jeder vernehmen, wie ich panisch wurde. Ich befahl mir ruhig zu werden, mich zurück in meinen Geist zu ziehen und nicht daran zu denken, was kommen würde. Mit geschlossenen Augen stand ich regungslos da, bis ich von zwei klammerartigen Metallgreifern umfasst wurde. Mir entfloh ein angestrengtes Keuchen, als mich die Droiden aus meiner Kapsel zogen. Unerbittlich schleiften sie mich über den Boden. Die kleinen Roboter kannten kein Erbarmen, sie waren dafür nicht programmiert worden. Mit ihren kreisrunden Köpfen und den schlanken Körpern waren sie nur dafür geschaffen worden, Befehle auszuführen. So wie ich. Nur konnte ich, genauso wenig wie Siha-Gal nicht darüber befehlen, was ich in meinem Schlaf sah und was nicht.
Die Gleittür öffnete sich, als die Droiden für einen Moment davor verharrten und mich dann weiterzogen, in einen langen etwas gebogenen Rundgang. Ich sah die gespiegelten Glaswände. Dahinter befand sich mein Zuhause. Alles, was ich kannte. Die Lernstationen auf der einen Seite. Die kleinen metallenen Tische und Bänke, an denen wir unsere Nahrung zu uns nahmen und weiter hinten der Trainingsplatz, auf dem wir tagtäglich bis zur vollkommenen Erschöpfung übten. Ein wenig weiter erschloss sich das Technikplateau mit allerlei Navigationssystemen und Simulatoren. Ich mochte die Lernstationen am liebsten, lernte Sprachen, Wörter und Kampf-Strategien. Aber heute würde ich dort nicht mehr sitzen dürfen, genauso wenig wie morgen.
Sehnsüchtig blickte ich ein letztes Mal dorthin, bevor ich in den Medi-Bereich gebracht wurde. Dort erwartete mich bereits die Liege.
Kalt umschlossen Metallringe meine Hand- und Fußgelenke. Lauter wurde das Dröhnen unter mir, grelles Licht blendete mich und schließlich erschien Siha-Gal in meinem beschränkten Blickfeld. Ohne eine Regung legte er mir ein Geschirr um den Kopf. Kalter Stahl berührte meine schweißnasse Stirn und furchtbar langsam rastete das Gerät ein. Von oben senkte sich ein Gestell hinunter. Die vielen kleinen Nadeln blitzten im grellen Licht gefährlich auf und je weiter sich die Konstruktion auf mich hinabsenkte, umso mehr musste ich mich beruhigen. Schreien durfte ich nicht, ich wusste, dass es alles nur noch schlimmer machte. Siha-Gal kontrollierte die Position der einzelnen auf mich gerichteten Nadeln und nickte zufrieden.
„Logdaten.“, hörte ich ihn sagen und eine sanfte Stimme ertönte.
„ ‚Mediclone‘-Projekt, Versuchstag: 2035, Subjekt Ka-Mediclone Fünf. Alter: 2003 Tage, physio-biologischer Entwicklungsstand: 14 Jahre. Midi-Clorian-Wert: 13.980. Para-Einstellung: unregelmäßiger REM-Wert.“
Ich hörte kaum hin, denn ich versuchte meine Gedanken auf einen anderen Ort zu lenken. Wiederholte Wörter in meinen Kopf, die ich gestern an der Lernstation gelernt hatte. „P wie Palast: meist großes Gebäude, mit kunstvollen Strukturen, Treffpunkt für politische Besprechungen. O wie Orto: kleiner Planet im Sluis-Sektor, der für Nahrungsproduktion genutzt wird...“
„Beginne neue Para-Einstellung mit F57.“, ertönte Siha-Gals Stimme entschlossen und das Surren über mir wurde lauter. Ich schloss die Augen. „Q wie Quadranium: Element aus dem beständige Tanks für Raumfahrschiffe gebaut werden…R wie…“. Die Nadeln drangen langsam durch meine Haut, bohrten sich tiefer in mein Fleisch hinein. Mein Kopf brannte, mein Körper zuckte vor Schmerz und ich biss die Zähne knirschend aufeinander, damit kein Schmerzensschrei meine Lippen verlassen konnte. Gurgelnd entluden sich die Spritzen und das Brennen entflammte zu einem Feuer. Mein Körper schien in Flammen zu stehen. „R wie…R wie…“, doch mein Kopf konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, zu sehr überboten die Schmerzen alles andere. Die Bilder, die ich eben noch klar gesehen hatte, verschwammen zunehmend, Schwärze überrollte alles, eine Welle aus Nichts überkam mich, nicht ein Funke verblieb. Fortgespült. Alles, was ich werden könnte, war fort…
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