Der wahren Liebe Kuss

OneshotHumor, Familie / P12 Slash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan
11.09.2019
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Der wahren Liebe Kuss



Seufzend schob Emma die Hände in die hinteren Hosentaschen ihrer Jeans. Zusammen mit ihren Eltern und Henry stand sie mitten in Reginas Wohnzimmer und wartete darauf, das Snow White endlich den Trank zu sich nahm, der garantierte, dass sie ihre Erinnerungen behielt, wenn sie die Stadtgrenze überquerte. Zugegeben, laut David schmeckte das Zeug wie Pferdepisse – Emma hatte sich verkniffen zu fragen, wie er diesen Vergleich stellen konnte –, aber man hätte meinen müssen, dass sie das winzige Fläschchen in einem Zug austrinken konnte, wenn man bedachte, mit was sie bisher konfrontiert worden waren. Was war schon ein kleiner Zaubertrank im Vergleich zu Trollen, dunklen Flüchen und Hexen, die einem nach dem Leben trachteten?
„Komm schon, Grandma“, sprach Henry ihr gut zu. „Ma wird dich schon nicht vergiften. Mit Grandpa ist auch alles okay.“
„Das ist es nicht“, wehrte Snow White ab, beäugte die azurblaue Flüssigkeit aber gleich umso misstrauischer. „Was ist, wenn es nicht funktioniert?“
„Lass Regina bloß nicht hören, dass du an ihr zweifelst“, warnte Emma, froh darüber, dass Regina kurz zuvor das Wohnzimmer verlassen hatte.

Selbst wenn es nicht klappen sollte, was Emma bezweifelte, so hatten sie ein Mittel, das die Erinnerungen ihrer Märchenselbst wieder herstellte. Bei Sneezy hatte es damals schließlich auch funktioniert. Da von Rumpelstilzchen ohne Gegenleistung nichts zu erwarten war, hatte Regina beschlossen, an einem Mittel zu arbeiten, dass bewirken sollte, dass man seine Erinnerungen an die Märchenwelt nicht verlor, sobald man die Stadt verließ. Emma hatte versucht, ihr dabei zu helfen, doch alles, was sie mittlerweile über Magie wusste, hatte sie von Regina gelernt und so war sie nicht wirklich eine Hilfe gewesen.
„Seit Wochen freust du dich auf diesen Familienausflug und seit drei Tagen redest du von nichts anderem mehr. Nun trink schon“, versuchte es David.
Indes schweiften Emmas Gedanken zu ihren Zauberstunden. Ihre anfänglichen Schwierigkeiten hatte sie überwunden, was nicht zuletzt daran lag, dass Regina eine großartige Lehrerin war. Egal, was sie erklärte, sie tat es immer so, dass Emma es sich vorstellen konnte.
Und je länger Emma mit Regina zusammen war, desto mehr konnte sie sich vorstellen, mit ihr zusammen zu sein. Ja, sie war hoffnungslos verliebt und hatte keine Ahnung, was sie tun sollte. Manchmal gab es Momente, an denen sie glaubte, dass Regina etwas für sie empfand, doch diese Augenblicke waren so schnell vorbei, dass sie es als Einbildung abtat.
Sie schüttelte den Kopf, um nicht noch tiefer in Gedanken abzugleiten. Gerade noch rechtzeitig bekam sie mit, wie ihre Mutter die kleine Flasche in einem Zug leerte. „Endlich“, entfuhr es ihr.

„Kann es jetzt losgehen oder muss ich einen weiteren Fluch ausführen?“, fragte Regina, die in diesem Moment ins Zimmer zurückkam, ungeduldig. „Wenn das der Fall ist, dann muss ich euch enttäuschen, denn ich bräuchte Emmas Herz dazu, was bewiesenermaßen nicht aus ihrer Brust entfernt werden kann.“
Alle Anwesenden richteten ihren Blick auf Regina und erst jetzt wurde ihr wohl bewusst, was sie gesagt hatte und vor allem, was es implizierte.
„Regina?“ Mit großen Augen blickte Emma sie an. Hatte sie sie gerade richtig verstanden? Regina sah aus, als wollte sie noch etwas sagen, doch kein Wort drang über ihre Lippen. Braune Augen sahen sie beinahe panisch an, wie die eines Rehs, das nicht wusste, wie es dem Scheinwerferlicht entkommen konnte. Sie glaubte sogar Reginas wild schlagendes Herz zu hören oder war es doch ihr eigenes, das versuchte, vor Aufregung aus ihrer Brust zu springen?
Bevor sie wusste, was sie tat, trat sie einen Schritt auf Regina zu, die ihrerseits einen Schritt zurück wich. Emma wusste nicht einmal, was sie vorhatte, wenn sie bei Regina angelangt war. Klar war ihr nur, dass ihr momentan die Worte fehlten, um Regina zu versichern, dass sie das Gleiche fühlte. Vielleicht würde ein Kuss reichen, um den verschreckten Blick aus braunen Augen zu vertreiben. Entschlossen ging sie zwei weitere Schritte auf Regina zu und übersah die Teppichkante, über die sie prompt stolperte. Fluchend versuchte sie, das Gleichgewicht zu halten, was ihr jedoch nicht gelang, und fiel. Sie hörte noch, wie ihre Mutter und Henry ihren Namen riefen, dann wurde ihr kurz schwarz vor Augen. Als sie irritiert blinzelte, fand sie sich auf dem Boden liegend wieder und sah direkt in Reginas besorgtes Gesicht.

„Miss Swan“, tadelte Regina, nachdem sie sicher war, dass Emma nichts passiert war.
Nicht fähig, ein breites Grinsen zu unterdrücken, fragte Emma: „Bin ich wenigstens anmutig gefallen, wie der Schwan, der ich bin?“
Regina lachte leise. „Ja, anmutig mit dem Gesicht voran auf die Couch, von der du grazil herabgelitten bist, um dich am Beistelltisch zu stoßen, was dazu führte, dass die Schale mit Minzbonbons herunterfiel.“
Emma hörte Henry kichern und setzte sich auf. „Minzbonbons?“ Sie blickte auf die Bonbons, die wild auf dem Fußboden um sie herum verteilt lagen. „Warum hast du Minzbonbons? Sowas haben doch nur Großmütter!“
Regina hob eine Augenbraue. „Nun, wenn man es genau nimmt, bin ich deine Großmutter.“
„Oh, mein Gott“, entfuhr es Emma und sie vorzog das Gesicht. Auch wenn Regina recht hatte, das war das letzte, woran Emma denken wollte. Zumal Regina nur Snow Whites Stiefmutter war und das praktisch in einer anderen Welt. „Nein, einfach … nein!“ Sie rappelte sich vollständig auf und rieb ihren leicht schmerzenden Oberarm. Morgen würde sie einige blaue Flecke haben.
„Nein?“, fragte Regina mit einem belustigten Unterton.
Emma nickte bekräftigend. „Genau. Sonst könnte ich nämlich nicht das hier tun.“ Sie griff nach Reginas Hüften und zog sie an sich. Des Weiteren ließ sie Regina keine Zeit, sich von ihrer Überraschung zu erholen und drückte ihre Lippen auf ihre. Sie spürte, wie Regina sich versteifte, doch zwei Sekunden später entspannte sie sich in ihrer Umarmung und erwiderte den Kuss.

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Mein Beitrag zu dem Projekt Kusskatastrophen
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