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Galerians Mirai

GeschichteLiebesgeschichte / P18 Slash
10.09.2019
10.09.2019
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„Was wirst du nun tun?“ Ash kniet schwer atmend vor Nick. Dorothy ist kurz davor zu erwachen und das nur weil Nick zu langsam war. Die Welt liegt sowieso schon seit Jahren in Ruinen, nur noch eine Handvoll Menschen existieren. Nick hat versucht Ash aufzuhalten, versucht ihn zu vernichten. Aber er war zu langsam. Man könnte meinen es läge daran das er Ash nicht aufhalten wollte. Spider, Nitro, Parano. Sie existieren nur, weil Ash mit seinen negativen Gefühlen nicht klar kommt und sie loswerden wollte. Er dachte, wenn er sie los wird, wird er stärker und viel mächtiger. Was er aber nicht wusste, war dass er gleich drei neue Galerians erschuf. Von Anfang an wussten die drei warum sie existieren und sie alle wussten das Ash sie früher oder später eliminieren würde. Nur Ash hatte und wollte es nicht verstehen. Hier und jetzt in der unendlichen Dimension, begreift er alles und hasst sich mehr als zuvor. „Ich habe alle vernichtet. Alle Menschen. Deine Familie, deine Freunde, alle die dir wichtig waren...und trotzdem schaffst du es nicht mich zu vernichten?“ Nick schaut auf Ash herab. Trotz seines bösen Lächelns und seiner hochgezogenen Augenbraue, wusste Nick, dass das nicht der wahre Ash ist. Genau wie die Sechs Jahre davor, versucht er sich hinter einer Fassade zu verstecken, damit niemand sehen konnte, wie verletzt er ist. Ash ist sich hundertprozentig sicher das er von seinem Gegenüber jede Sekunde vernichtet werden kann. Der Gedanke bereitet ihm seltsamerweise aber keine Angst. Er wusste, das er dieses Schicksal verdient hat. Ash wusste von Anfang an, dass irgendwann ihn jemand aufhalten würde. Menschen sind eben doch zäher als man hätte vorhersehen können. Keiner von den beiden Jungs sagt ein Wort. Stille. Das ist das einzige was man hörte, oder vielmehr, dass was man nicht hörte, war Nicks lachen. Als Nick Ash besiegt hatte, war er fest davon überzeugt, das Nick ihn auslachen würde. Das er auf ihn spucken würde und ihn  umbringen würde. Aber er tat es nicht. Er schaute ihn nur an und sagte nichts. Was sollte er auch sagen? Nicks Kopf war leer. Vor ihm kniete alles Böse. Vor ihm kniete derjenige, der es  geschafft hat, in nur sechs Jahren achtundneunzig Prozent der gesamten Menschheit auszulöschen. Aber er konnte Ash nicht erledigen, genauso wenig könnte er Ash verzeihen. Aber irgendwas in ihm fühlte sich zu ihm hingezogen. Hätten Lillia und Rion ihn nicht befreit, wäre er jetzt auch ein Galerian. Damals im Testlabor. Wie eine Ratte an den Operationstisch gefesselt.



Er hätte den beiden noch so viel erzählen können, aber er kann es nicht. Nicht mehr. Sein Körper liegt irgendwo verstrahlt von Uran und sein Geist hängt in einer Art Zwischendimension mit Ash fest. Die einzige Möglichkeit hier zu entkommen, wäre Ash zu töten. Aber selbst wenn er es tun würde, würde er auch sterben. Immerhin hat er kein physikalisch aktiven Körper mehr. „Was stehst du hier so rum? Sag doch endlich was! Oder tu was! Töte mich, genau so, wie es deine und Rions Aufgabe war!“. Ash’s Stimme riss Nick aus seinen Gedanken. „Dich töten? Warum sollte ich?“ Ash schaut Nick leicht verwirrt von unten an. „Das fragst du dich noch? Es gibt niemanden mehr der dir was bedeutet, selbst dein physikalischer Körper musste wegen mir sterben! Was zögerst du also noch!?“ Im Grunde hat Ash Recht. Es gibt nichts und niemanden mehr für den es sich lohnen würde zurückzukehren. Es gibt nichts mehr außer Dunkelheit und Verderben. „Du wurdest genauso wie die anderen Galerians von Dorothy erschaffen, um ihr zu dienen. Du solltest nicht mich, sondern sie hassen.“ Ash lacht nur heiser. „Das stimmt nicht. Zumindestens nicht komplett. Ich habe meine Daten überschrieben. Mutter müsste mir gehorchen wenn ich sie erweckt habe! Ich bin frei und alle müssten nur mir gehorchen!“ „Aber bist du auch wirklich frei?“ „Was? Wovon redest du?!“ „Ich fragte, ob du wirklich frei bist. Du bist zwar nicht mehr an Dorothy gebunden, macht das dich aber wirklich frei oder versklavst du dich selbst?“ „Mich selbst versklaven?“ Nick geht einen Schritt auf Ash zu. Ash versucht sich hinzustellen und steht nur wenige Meter vor Nick. Nick betrachtet Ash für einen Moment. „Egal wie frei du dich fühlst. Diese Welt ist verrottet und du kannst nichts dagegen tun. Selbst wenn du die restlich Menschheit auslöscht. Es wird dir nichts bringen.“ „Halt deinen Mund!“ Ash schaut Nick erzürnt an. Nick hatte recht mit allem und Ash weiß es, aber er will es nicht zugeben. Er will nicht zugeben, dass die Welt die er zerstört hat nie wieder so aussehen könnte wie früher. „Ich weiß wie du dich fühlst, Ash.“ „Was?“ „Zorn und Trauer stehen dicht bei einander und können Menschen blind machen, auch wenn sie ein klares Sichtfeld haben.“ Jetzt war Ash komplett verwirrt. Ist er völlig verrückt? Was will er damit sagen? „Es gibt eine Möglichkeit das alles wieder in Ordnung zu bringen. Ich könnte eine neue Dimension erschaffen. Nennen wir es eine parallele Welt. Alle leben und keiner kann sich an das hier erinnern.“ Ash’s Augen weiten sich. „Warum solltest du das tun? Vergiss nicht was ich alles kann und getan habe!“ Ash humpelt einen Schritt auf Nick zu. Der Schmerz in seinem Körper ist zu groß, selbst für ihn. Wie ein Grashalm im Wind knickt er nach vorne. „Ash!“ Nick fängt ihn auf und hält ihn in seinen Armen. Ash muss lachen. Nicht weil es ihn belustigt, sondern will er nicht verstehen kann wie er immernoch so nett zu ihm sein kann. In nur wenigen Minuten hat Nick bewiesen, dass er Ash ohne Probleme töten könnte, trotzdem zögert er. „Schon komisch…“ keucht Ash „…nach alle dem was ich getan habe, behandelst du mich nicht so wie ich es verdient hätte…Ihr Menschen seit wirklich interessant…“ Vorsichtig kniet Nick sich hin um mit Ash eine bessere und komfortablere Sitzposition einzunehmen. „Ich behandle dich so wie du es verdienst hast. Du, die Menschen, die Galerians, alle. Sie wurden von Dorothy manipuliert. Wer weiß ob sie deinen Entschluss sie zu übertrumpfen nicht auch von Anfang an geplant hat?“ Ash schaut seinen Hinterkopf an, würde Nick ihn nicht so fest umarmen, könnte er ihm in sein Gesicht schauen. „Glaubst du wirklich…dass Mutter so manipulativ ist?“ Nick nickt stumm. „Ich hasse dich. Aber ein Teil von mir versteht dich nur zu gut. Ich  kann einfach nicht verstehen warum du mir so wichtig bist…“. Nick erhebt seine rechte Hand und Ash hört wie hinter ihm ein lauter Knall die Stille durchbricht. „Was war das?“ „Ein Portal, mit dem ich die parallele Welt erstellen werde. Ich müsste das alles hier zerstören, aber niemand würde es merken, es wäre so, als würde man von einer Sekunde auf die andere aufhören zu existieren. Nur um dann in der Parallelwelt weiterzuleben, als wäre nichts passiert.“ Nick lässt Ash los und geht auf das Portal zu. „Warte!“ ruft Ash. Nick dreht sich zu ihm um. Ash zögert für einen Moment. Er senkt seinen Blick und tut das, was er sonst noch nie zuvor gemacht hat. Er lächelte. Aber diesmal war es kein selbstgefälliges lächeln als wenn er jemanden umgebracht hat, sondern ein warmes, fast liebevolles Lächeln. „…Danke.“ Nick lächelt ihn ebenfalls an, bevor er das Portal betritt. Sofort schließt sich das Portal und verschwindet gemeinsam mit Nick. Die Erde beginnt zu beben. Ein lautes undefinierbares Geräusch ertönt in Ash’s Ohren. Er hat das Gefühl das sein ganzer Körper in jedem Moment zerbersten könnte. Aber nach wenigen Sekunden war es vorbei. Er sah und hörte nichts. Alles war schwarz. Bin ich etwa tot? fragte sich Ash. Aber nach einer kurzen Weile spürt er etwas. Wärme. Eine angenehme Wärme umgibt seinen Körper und er spürt irgendetwas Weiches an seinem Kopf.
 
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