Halbblute gegen Titanen

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Armin Arlert Eren Jäger Irvin / Erwin Smith Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman OC (Own Character)
09.09.2019
14.09.2019
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Nach einem kurzen Flug kamen sie wieder auf der Mauer Rose an und setzten den Soldaten ab, der sich ihnen als Oberkommandant Dot Pixis vorstellte. Er hatte das Kommando über die Mauergarnison und die Verantwortung über das gesamte südliche Gebiet inne. Inzwischen hatten sie auch die Zeit gefunden, sich Eren ordentlich vorzustellen, sodass er wusste, mit wem er es zu tun hatte.

Nach der Begrüßungsrunde kam Pixis auf sie zu und sah Eren direkt in die Augen. „So wie ich das verstanden habe, befindet sich im Keller deines Elternhauses im Bezirk Shiganshina die Wahrheit über die Titanen, richtig?“

„Genau, zumindest hoffe ich das“, gab Eren zurück. „Allerdings weiß ich momentan noch nicht wirklich mehr über meine Kräfte als alle anderen hier. Also kann ich diesem Plan nicht einfach so zustimmen. Das wäre unverantwortlich.“

Pixis schloss für einen Moment die Augen, bevor er antwortete: „Da hast du natürlich Recht. Aber lass mich dir eine Frage stellen: bist du bereit, den Felsen zum Tor zu tragen, Rekrut Jäger?“

Eren erstarrte kurz, atmete tief durch und sagte: „Ja! Ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde. Aber ich werde es versuchen…“

Nachdem der Plan also feststand, trommelte man sämtliche Soldaten der Mauergarnison und der Trainingseinheit zusammen und ließ Kommandant Pixis den Plan verkünden:

„AAAAAACCCCCHTUUUUUUUNNG!“, brüllte er von der Mauer aus, woraufhin alle Soldaten Habachtstellung einnahmen.

„Ich erkläre nun den Plan zur Rückeroberung von Trost. Doch lasst mich erstmal diesen Jungen hier vorstellen.“ Auf dieses Wort hin trat Eren neben den Soldaten und salutierte. „Dies ist Eren Jäger, Mitglied der Trainingseinheit. Ihm ist es möglich, den Körper eines Titanen zu formen und ihn das tun zu lassen, was er will. Er wird sich in einen Titanen verwandeln und den großen Felsbrocken in der Nähe des vorderen Tores aufheben, um ihn dann bis zum Tor zu tragen und es damit zu verschließen.“

Die Soldaten ließen ungläubiges Staunen hören und konnten offenbar nicht glauben, was Pixis ihnen da erzählte.

„Doch nun kommt der wirklich unglaubliche Teil: nämlich diejenigen, die Eren Jäger eskortieren werden.“ Jetzt erschienen Hendrik und Gillian auf der Bildfläche und sahen zu den Soldaten herunter. Die Soldaten begannen vor Panik zu schreien und viele von ihnen ergriffen die Flucht.

„Hört mir zu“, rief Pixis erneut. „Jeder, der jetzt geht, muss keine Disziplinarmaßnahmen fürchten! Wenn ihr alle wollt, dass auch die Leute, die ihr liebt, den Schrecken der Titanen am eigenen Leib erfahren, der darf jetzt von hier wegtreten! Mir ist bewusst, dass diese Wesen namens Halbblute einen seltsamen Eindruck machen, aber sie haben uns die Treue geschworen und wir müssen ihnen vertrauen! Also, jeder, der es will, soll jetzt diesen Ort verlassen und seine Lieben den Titanen aussetzen!“

Das ließ die Soldaten innehalten. Wie es den Anschein hatte, wollten sie lieber den Halbbluten vertrauen als das Risiko einzugehen, auch noch ihre Familien zu verlieren. Also konnte der Plan nun endlich beginnen.

Eren und Mikasa waren zusammen mit der Eliteeinheit der Mauergarnison auf direktem Wege über die Mauer auf dem Weg zum Felsbrocken, wo Eren sich verwandeln sollte, damit die Operation durchgeführt werden konnte.

Hendrik und Gillian hatten allerdings das Gefühl, dass die Eliteeinheit vorrangig deswegen da war, um die beiden im Auge zu behalten, während Eren und Mikasa auf Gillians Schulter saßen und sich bereit hielten.

Nach einem zackigen Sprint ließen Hendrik und Gillian sich von der Mauer fallen und starteten einen schnellen Flug durch die Straßen, auf direktem Weg zum Felsbrocken. Auf ihrem Weg begegnete ihnen kein einziger Titan; vermutlich taumelten sie durch einen anderen Teil der Stadt, auf der Suche nach möglichen Opfern.

Die Halbblute landeten auf einem Dach neben dem Felsbrocken und ließen Eren abspringen. Mit einem lauten Schrei biss er sich erneut in die Hand und löste seine Titanenverwandlung aus: ein gewaltiger Blitz purer Energie schoss aus heiterem Himmel und ließ Erens Körper verschwinden. An seiner Stelle stand nun der seltsame Titan. Er war 15 Meter groß, muskulös und hatte langes schwarzes Haar. Seine Augen leuchteten smaragdgrün.

Mikasa sprang nun ebenfalls ab und musterte Erens Titanen prüfend.

„Ein Mensch könnte einen Stein von ähnlicher Größe nicht tragen“, sagte sie mehr zu sich selbst. „Aber ich bin mir sicher… dass Eren die Kraft und den Willen hat, es zu schaffen.“

Erens Titan stieß ein lautes Gebrüll aus, das durch Trost hallte, und stapfte dann langsam auf den Felsbrocken zu, um ihn hochzuheben.

„Wollen doch mal sehen, ob das klappt“, dachte Hendrik bei sich, während er das Geschehen beobachtete.

Mit äußerster Anstrengung schaffte Eren es, den Felsen aufzuheben und ihn über seinem Kopf zu tragen. Die Soldaten und die Halbblute positionierten sich um seine Flanken, damit sie alle sich nähernden Titanen rechtzeitig bemerkten und sie töten konnten.

Es ging auch sofort los: mehrere 10-Meter-Titanen kamen von vorne auf sie zu und schienen es einzig und allein auf Eren abgesehen zu haben.

„Gillian, fangen wir an“, rief Hendrik und flog direkt auf die Menschenfresser zu.

„Alles klar“, gab Gillian zurück und setzte nun Steinkante ein, um die Titanen am Boden festzunageln, damit Hendrik ihre Nacken ungehindert angreifen konnte. Die Titanen fielen leblos zu Boden und verdampften, während Eren über ihre Skelette stampfte, immer weiter auf das Tor zu.

„Nicht so weit voraus, ihr zwei!“, rief eine der Elitesoldatinnen, die Rico Brzenska hieß. „Kein Problem, wir machen das!“, antwortete Hendrik und hob den Daumen in ihre Richtung. Und sie machten es tatsächlich: kein Einziger der Titanen entkam ihnen, und Eren hatte absolut freie Bahn.

„Los, Eren, du hast es fast geschafft!“, rief Mikasa dem Titanen zu, der langsam, aber sicher müde zu werden schien.

Schließlich kam Eren vor dem Tor an, wo er den Felsbrocken nur noch anbringen musste, um der Operation zum Erfolg zu verhelfen.

Doch kurz vor dem Ziel tauchte noch ein Titan auf, der direkt auf Eren zusteuerte und die Arme ausstreckte.

„Du wirst Eren nicht in die Quere kommen!“, drohte Mikasa und hackte dem Titanen die Arme ab, die daraufhin zu Boden fielen. Seine Armreste dampften im Versuch, sich zu regenerieren, aber Gillian kam ihm zuvor und zerbiss den Nacken des Menschenfressers mit Knirscher, sodass nun wirklich alle Titanen in Erens Nähe besiegt waren.

„LOS, EREN!“, brüllte Hendrik mit aller Kraft, und mit einem lauten Gebrüll versenkte Eren den Felsen nun im Loch von Trost und versiegelte es damit. Danach fiel er um, und Erens echter Körper kam wie beim letzten Mal aus dem Nacken des Titanen heraus. Er war kaum bei Bewusstsein und seine Augen nur halb geöffnet. Hendrik nahm ihn auf den Arm und ging wieder zu Mikasa und Gillian, die ziemlich erschöpft aussahen, aber eine Tatsache konnte niemand dementieren:

Die Vollblute hatten zum ersten Mal gegen die Titanen gesiegt.



„Ich kann es noch gar nicht glauben“, meinte Mikasa, die Eren in ihren Armen hielt.

„Glaub es ruhig“, sagte Hendrik und kniete nieder. „Wenn das die Soldaten nicht von unserer Treue überzeugt hat…“

Weiter kam er nicht, denn irgendjemand oder irgendetwas schlug ihm auf den Hinterkopf und er fiel mit dem Kopf voran zu Boden. Er registrierte nur noch, dass Gillian das Gleiche passierte, dann wurde ihm schwarz vor Augen.





Gillian tat alles weh. Ihre Gelenke schmerzten von den vielen starken Attacken, die sie gegen die Titanen eingesetzt hatte, und ihr Kopf dröhnte, als hätte in ihrem Gehirn ein Erdbeben stattgefunden.

Als sie ihre Augen öffnete und sich umsah, entdeckte sie Hendrik, der neben ihr lag und ebenfalls sehr erschöpft aussah. Da fiel ihr auf, dass sie beide mit mehreren schweren Ketten an den Boden gefesselt waren, sodass sie sich kaum bewegen konnten. Dicke Holzpflöcke am Boden sicherten die Ketten, und sie lagen flach auf dem Bauch.

„Wo sind wir hier?“, fragte Gillian.

„Ich weiß es nicht genau“, gab Hendrik zurück und hob so gut wie möglich den Kopf. „Aber wir wurden von den Soldaten des Aufklärungstrupps gefangengenommen und in dieses Lager hier gebracht. Mehr weiß ich leider auch nicht.“

Gillian sah sich weiter um und entdeckte auf einmal eine junge Frau, die auf sie zukam. Sie trug eine Soldatenjacke und darüber einen grünen Umhang. Das Wappen auf ihrer Jacke zeigte zwei übereinander geklappte Flügel. Ihre braunen Haare fielen über ihr Gesicht und sie trug eine Schutzbrille.

„Guten Morgen, ihr zwei“, sagte sie mit einer fast schon übertriebenen Fröhlichkeit. Es sah fast so aus, als würde sie ein bisschen sabbern. „Es ist doch kein Problem, wenn ich euch ein bisschen untersuche, oder?“

Hendrik und Gillian sahen sich einen Moment lang an. „Was genau wollen sie denn untersuchen?“

„Ach, nur ein paar Kleinigkeiten“, sagte die Frau beschwichtigend. „Oh, wo bleiben nur meine Manieren! Ich bin Hanji Zoe, Abteilungsführerin beim Aufklärungstrupp. Und wer seid ihr?“

„Ich bin Hendrik, und das ist Gillian McKinley“, erklärte Hendrik. „Wir beiden sind Halbblute, also halb Mensch und halb Pokémon.“

Hanji schien überrascht zu sein. „Wie kann man denn halb Mensch und halb… was auch immer sein?“

„Wir entstammen einer langen Reihe von Hybriden, die aber so gut wie ausgestorben sind“, fuhr Gillian fort. „Wir beide und unsere Freunde haben uns entschieden, euch Vollbluten zu helfen und uns euch anzuvertrauen.“

„Das ist schön zu hören“, mischte eine fremde Stimme sich ein. Nun trat ein junger Mann in das Zelt ein, der kaum 1,60 Meter groß war. Seine schwarzen Haare waren an den Seiten kurzgeschoren, und stechende graue Augen sahen die Halbblute durchdringend an.

„Das ist Hauptgefreiter Levi“, stellte Hanji vor. „Er hat euch beide nach der Mission niedergeschlagen und fesseln lassen.“

„Ach, wegen ihm hab ich also so einen Schädel“, sagte Hendrik, der den jungen Mann musterte.

„Ganz genau“, entgegnete Levi kalt und trat direkt vor Hendrik. „Aber keine Sorge, ihr werdet nicht lange hierbleiben. Es findet in wenigen Minuten ein Sondertribunal statt, in dem entschieden wird, was mit euch geschieht. Entweder nehmen wir vom Aufklärungstrupp euch zu uns, oder die Typen von der Militärpolizei sezieren eure Körper.“