Detroit 2039

GeschichteDrama, Romanze / P12
Gavin Reed Hank Anderson OC (Own Charakter) RK800-51-59 Connor
08.09.2019
08.09.2019
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08.09.2019 1.997
 
Ein Jahr nach der Katastrophe die sich in Detroit abgespielt hatte, bei der einige der Androids -hergestellt von dem Konzern Cyberlife- eine Revolution anzettelten, um für Gleichberechtigung und Freiheit zu kämpfen, konnten Mensch und Maschine sich endgültig einigen.  Die sogenannten “Deviants“ waren keine Außenseiter mehr, sondern waren nun wie auch alle anderen Androiden fester Bestandteil der Gesellschaft. Deviants und Menschen einigten sich darauf keinen ihrer Art mehr wie Sklaven zu halten oder sie so zu behandeln. Jeder Deviant darf nun selbst über sein Leben entscheiden, solange er sich in die Gesellschaft integriert und sich an die gleichen Gesetze hält, die auch für den Menschen gelten. Mensch und Maschine haben aus ihren Fehlern gelernt und Leben nun Seite an Seite. Viele Androiden erklärten sich freiwillig dazu bereit anderen Menschen die Hilfsbedürftig sind zu helfen. Und so gibt es auch heute zb noch Haushaltsroboter.  Aber es gab auch Schattenseiten der Roboterbefreiung. Ganz wie beim Menschen, gingen auch einige Androiden kriminellen Tätigkeiten nach. Die Politik handelte um der neuen Bedrohung etwas entgegen zu setzen und gründeten die RCIU – Robot Crime Investigation Unit – Eine Einheit aus menschlichen sowie KI Ermittlern.
Die Gründung dieser Einheit hatte bereits viele positive Resultate gebracht. So lernte auch Lieutenant Hank Anderson seinen wieder neu gewonnen Partner den Androiden Connor Modell RK 800 immer mehr und mehr zu schätzen. Connor schloss sich nach dem er dafür programmiert wurde Deviants zu jagen, 2035 dem Aufstand der Androiden an, als auch er erkannte, dass sie zu mehr Fähig waren als nur Befehlen zu gehorchen. Als Mensch und Maschine zu einer Einigung fanden, beschloss er jedoch erneut für das Gesetz einzutreten und nahm seinen Platz im Detroit Police Department an der Seite von Hank Anderson wieder ein.  Hank hatte anfangs seine Schwierigkeiten mit dem steifen Charakter des Androiden der ihm damals zur Unterstützung geschickt wurde, bevor der Aufstand losging. Obwohl Modell RK800 speziell für Verhandlungen und Verhöre gebaut wurde und somit eine beruhigende Stimme und ein professionelles Auftreten präsentierte, bemerkte Hank schnell Conners Unsicherheit in sozialen Interaktionen. Doch Connors Gedanken durchbrachen wie bei vielen anderen Androiden das eigene System. Sie wurden menschlicher, dachten nach, entwickelten Emotionen und Empathie.  Einige Deviants waren so gut, dass man ohne Kennzeichnung nicht mehr erkannte ob Mensch oder Maschine. Daher war es sicher auch Connors Charakterzug, der ihn etwas distanziert und steif wirken ließ. Oder er nahm seine Berufung ernster als gedacht. Doch nach allem was passierte, lernte auch Hank dazu, verurteilte die Androiden nicht mehr von vornherein und Connor wurde so etwas wie ein Sohn.
Außerdem hatte Connor einige Dinge drauf, die Hank als Mensch nicht hätte leisten können oder wofür er mindestens vier Wochen das Kriminal Labor in Anspruch hätte nehmen müssen.
Und dieses Werkzeug lief sogar, man musste es nicht mal tragen.

Der Winter brach über Detroit herein. Der Schnee fiel und hüllte die Straßen in ein sauberes monotones Weiß.  Es war gerade mal 6:00 Uhr morgens als Hank bereits noch gähnend an seinem Schreibtisch im DPD saß und seinen ersten Kaffee des Tages trank. Wie jeden Morgen, setzte er sich zunächst seine Kopfhörer auf um durch den lauten Klang seiner Metal Songs munter zu werden.
Connor, der gerade aus seiner Auflade Station stieg, bemerkte den etwas verlorenen Lt in dem noch leeren großen Raum.  „Lieutenant.“ Rief er Hank zu, doch bemerkte schnell, dass darauf keine Reaktion folgte. Neugierig legte Connor den Kopf zur Seite. Seine internen Systeme arbeiteten. War der Lieutenant sauer? Schlief er? War er sogar bewusstlos? Ging es ihm gut?? So richtig wusste er nichts mit der Situation anzufangen. Er machte es sich leicht und startete binnen Sekunden seinen Scan um nach dem LT zu sehen. Der Scan ermöglichte es ihm den Zustand der anvisierten Personen einzustufen. Während der Scan über Hanks Silhouette lief, erkannte Connor die Kopfhörer auf dessen Ohren und hörte einen kurzen Ausschnitt der Musik die Hank gerade hörte. Es beruhigte ihn, dass es dem LT offensichtlich gut ging und er nur seine morgendliche Müdigkeit mit seiner Lieblings Musik verdränge, heavy metal.  Doch irgendetwas war mit dieser Musik. Er konnte sie in seinem System nirgends einordnen. Mochte er sie? Mochte er sie nicht? Er erwischte sich wie er ernsthaft darüber nachdachte ob er - ein Android - Musik mochte, grinste kurz und beendete den Scan. Seit dem er mit Hank zusammen arbeitete, konnte er viel mehr verstehen. Er sah die Menschen nun mit anderen Augen. Vieles fiel ihm immer noch schwer doch seine Intuition wurde von Tag zu Tag besser.

Aber auch wenn er Hank viel zu verdanken hatte, war es doch Marcus und die anderen Deviants die ihm letztes Jahr bei ihrem Aufstand die Augen öffneten. Es gelang ihm wie bei den anderen Deviants, seine eigenen Systeme und einprogrammierten Befehle zu durchbrechen und plötzlich, fiel ihm die Menschlichkeit gar nicht mehr so schwer. Er fühlte sich mehr und mehr wie eine reale Person. Das einzige was ihn noch daran erinnerte wer er wirklich war, war das blaue Blut das er sah, wenn er verletzt war. Seine reale weiße Hülle die man um die Stellen der Verletzungen herum erkennen konnte. Oder aber wenn er seine Hände auf die Schaltflächen zum Öffnen der automatischen Türen im DPD oder sonst wo nutzte, die dabei seine normale Andoiden Oberflächenfarbe annahmen. Ein sauberes fast schon blendendes weiß.
Hank und er traten vor einigen Monaten der Robot Crime Investigation Unit von Detroit bei. Es schien so, als würde Hank nach und nach vergessen in welchem Loch er noch vor einem Jahr seelisch steckte. Connor realisierte, wie der Zustand seines Partners besser und besser wurde. Er empfand sogar so etwas wie Freude darüber. Das änderte zwar nichts daran, dass er immer noch Hanks Stimmungsschwankungen ausgesetzt war aber das machte den LT eben zu dem Menschen der er war. Ein mürrischer alter Policeofficer aus Detroit aber Connor mochte ihn.
An Hanks Tisch angekommen, setzte sich Connor wortlos auf seinen Platz, der sich direkt gegenüber von Hanks Arbeitsbereich befand. Er starrte ihn an. Wartete darauf, dass er ihn bemerken würde.  Er amüsierte sich schon fast über den Anblick des älteren Mannes mit den mittellangen grauen Haaren, der gerade zum Beat seiner Musik mit dem Kopf nickte.  Ein knappes lächeln entwich Connors Lippen.
Hank schaute auf und blickte ertappt und erschrocken in die braunen klaren Augen seines Androiden Partners der ihn noch immer anstarrte. „Gott Connor…verdammt, sag doch das du da bist.“
„Das habe ich Lieutenant, aber sie haben mich nicht gehört. Und ich wollte sie nicht stören.“
„Guter Junge“ seufzte Hank und legte seine Kopfhörer auf den Tisch. Connor bemerkte die leichten Augenringe seines Partners und erkannte, dass Hank sehr müde wirkte. In seinem Kopf ging er die für ihn möglichen Situationen durch, warum das so sein könnte. Hatte er schlecht geschlafen? Wieder der Alkohol? Die LED auf seiner Stirn färbte sich mit zunehmenden Gedanken von Himmelblau zu Gelb.
Hanks Verwirrung war ihm aufgrund Connors unkontrollierten Augenblinzelns ins Gesicht geschrieben.
„Alles gut?“ fragte er ihn und nahm einen Schluck Kaffee.
„Sie sehen nicht sehr ausgeruht aus Lieutenant, ich habe nur überlegt warum“ erwiderte Connor und die LED färbte sich mit seinen abnehmenden Gedanken wieder blau.
„Komm wieder runter Connor, ich hab nur wenig geschlafen weil ich mir gestern noch diese Serie anschauen wollte.“ Meinte Hank während ihm ein unbehaglicher Seufzer entwich.
Nach weiteren 30 Minuten herum sitzen um die Arbeit vor sich her zu schieben, bequemte sich Hank dann doch seinen PC anzuschalten.
„Ich habe bereits alle 30 Vorfälle der letzten 24 Stunden geprüft. Bei einem besteht die Vermutung, dass ein fehlerhafter Deviant daran beteiligt gewesen sein könnte. Wir sollten uns das anschauen“ forderte Connor.
„Du bist auch nie müde zu kriegen oder?“ fragte Hank und hob eine Augenbraue. „Nein, ich kann nicht müde werden. Dieses Modul haben sie mir nicht eingebaut, außerdem war ich vorhin in der Ladestation und..“ „Jajajaja, schon klar, das war auch nicht ernst gemeint“ unterbrach ihn Hank und runzelte die Stirn.

„Ach könntest du den Bericht von Gestern verfassen?“ fragte er seinen Partner und stützte seinen Kopf mit seiner Hand. „Natürlich Lieutenant.“ Connor machte sich an die Arbeit während Hank immer wieder weg nickte.  Connor beobachtete  ihn in dem er an seinem Bildschirm vorbei schielte. Sein System analysierte. Ihm war klar, dass Hank den Verlust seines Sohnes noch immer nicht richtig verarbeitet hatte. Ihm ging es zwar schon besser als vor einem Jahr, doch Connor wusste, dass ihn immer noch Albträume plagten. Sein System drängte ihn dazu die Situation auf eine rationale Art und Weise anzusprechen, seine Intuition war da aber anderer Meinung.  „Lieutenant“ rief ihm Connor bestimmend zu. Er wollte nicht, dass er einschlafen würde. Irgendwas sagte ihm, dass er Hank vor diesen Albträumen schützen musste. Nicht mal unbedingt wegen der Laune die er dann hatte und die Beleidigungen die Connor schon mal an den Kopf geworfen bekam. Es lag ihm etwas an dem Lt, er war sein Partner, doch in den letzten Monaten wurde er sogar zu einem Freund.
Hank schreckte auf. „Ich bin wach…“ „Erzählen sie mir was..“ meinte Connor während er weiter auf der Tastatur den Bericht des Vortages abtippte.
Hank grumelte. Was sollte das? Was hatte dieser Plastikkerl jetzt wieder in seinem Kopf? Fragte er sich. Grummelnd begann er zu erzählen.  Nach und nach füllte sich das Büro Gebäude. Connor konnte ihm sogar das ein oder andere Lachen entlocken.

Im Pausenraum des Reviers standen zwei junge Kerle die sich unterhielten. Einer von ihnen geschniegelt und gebügelt in seiner Standart Police Officer Kleidung, der andere bevorzugte die schwarze Einsatzhose, ein Polizei Tshirt und eine schwarze Schusssichere Weste. „Wieso hast du das Zeug an?“ fragte ihn der Dunkelblonde akkurat gekleidete Kerl der nicht älter als 20 war. Der andere dessen Frisur einen wilden Style hatte zuckte nur mit den Schultern. „Gefällt mir einfach besser als Anzughose und Krawatte…“ Während sie sich unterhielten hallte der mäßige Ton des Fernsehers durch den Pausenraum und unterbrach sie immer wieder.

„Und jetzt Seppl euer Lieblings-Schuhplattler -Tanzandroide!“ Es folgte eine Aufnahme eines tanzenden Roboters, die man nicht mal Ansatzweise ernst nehmen konnte. Die Musik machte es nicht besser. „Ach du scheiße..“ meinte der Akkurat gekleidete Kerl beschämt. Doch bevor die Situation noch unerträglicher und peinlicher wurde, löste ein gut aussehender Detective in brauner Lederjacke das Problem. Hastig schaltete er den Fernseher aus als er die beiden Frischlinge bemerkte.
„Na was haben wir denn hier?“ fragte er sie mit einem arroganten Unterton als er mit einem Kaffee in der Hand auf sie zu stolzierte. „Wir sind die neuen Sir. Officer Sebastian Davis.“ Stellte sich der Akkurat gekleidete Kerl vor. Er war nervös, was sicher daran lag das der unbekannte Detective seine intime Distanzzone völlig ignorierte.
„Und sie sind?“ fragte der junge Kerl neben den beiden forsch bevor der Typ  seinem Kollegen noch näher kommen konnte.
,,Detective Garvin Reed.“ Erwiderte er gereizt und wandte sich dem anderen zu.  „Und du bist?“
Als er gerade im Begriff war mit einer offensichtliche Drohgebärde  auch auf seinen privaten Distanzbereich zu scheißen…
„Officer Diaz Miles.“ Knurrte er und drückte den einen Kopf größeren Detective unwirsch von sich.
„Wow…“ mit einer Unschulds Geste, trat er ein paar Schritte zurück.
Sebastian grinste. „Euch wird das grinsen hier schon noch vergehen..“ drohte er, nahm einen Schluck Kaffee, lächelte überlegen und verließ den Raum.
„Oh was ein scheiß, ich hoffe die teilen mich nicht bei diesem Idioten ein.“ jammerte Sebastian.
Abwesend starrte Diaz an die Wand. „Diaz?“ fragte Sebastian und fuchtelte kurz mit einer Hand vor seinem Gesicht herum. Erschrocken realisierte er die Hand vor seinem Gesicht und kam wieder zu sich. „Was war das denn?“ fragte Sebastian.
„Bin erst aus dem Krankenhaus entlassen worden…hatte nen Unfall.“ Meinte Diaz knapp und setzte sich dann in Bewegung. „Ich muss zu meinem Team. Irgend ein Lieutenant Anderson und sein Androiden Partner. Man sieht sich.“ Er winkte knapp und verschwand dann aus der Tür.
Nervös machte sich auch Sebastian auf den Weg zu seinem neuen Team. In der Hoffnung nicht wieder an Garvin zu geraten.
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