The Escape

GeschichteRomanze / P16 Slash
Böse Königin / Regina Mills Emma Swan Henry Mills jr. Killian "Hook" Jones
08.09.2019
13.09.2019
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Hallo, meine Lieben. Schön, dass ihr reingeklickt habt!
Auf Wunsch einiger Leser meiner SwanQueen-OneShots gibt es zu OneShot Nummer 3 nun eine etwas längere Geschichte mit Hintergrundgeschichte und Fortsetzung. Ich hoffe, sie gefällt euch genauso wie mir.
Das erste Kapitel ist nahezu identisch mit dem OneShot(ein paar Dinge habe ich abgewandelt), doch ich werde vermutlich heute oder spätestens morgen Kapitel 2 hochladen.
Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser Geschichte.
Enjoy!

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Titel: The Escape
Kapitel: 01 - Wait for me ♡  
Spoiler Alert: nach Ende der 7. Staffel
Rating: P16/
Charaktere: Roni/Regina Mills, Emma Swan, Henry Mill



Wait for me



Müde polierte Roni noch ihre letzten Gläser, ehe sie sie ins Regal stellte. Es war bereits kurz vor Mitternacht, Gäste hatte sie keine mehr. Unter der Woche war dies auch sehr selten. Seufzend stellte sie die Gläser zurück ins Regal und hängte das Tuch an den Haken neben der Spüle. Sie stützte sich mit ihren Handflächen auf die Theke und blickte auf ihren Kalender. Der heutige Eintrag war nicht von ihr und doch war er schon eine ganze Weile da. In roten Lettern stand dort:

Warte auf mich.

Sie hatte keine Ahnung, wer dies geschrieben haben könnte, geschweige denn, wer überhaupt die Dreistigkeit besaß, an ihre Sachen zu gehen. Ihr einziger Kollege, Remy, der diese Woche die Frühschicht übernahm, würde es sich nie wagen und außer Henry, welcher sie noch ab und zu besuchte, traute sich keiner hinter die Bar. Und er würde so etwas auf keinen Fall schreiben, war er doch mit Jacinda glücklich verheiratet.
Außerdem war er ohnehin eher wie ein Sohn für sie, auch wenn er in letzter Zeit seltsame Sachen sagte wie: „Du bist eine Königin, Roni. Warum tust du dir freiwillig dieses Leben an?“ oder „Du wirst sehr vermisst dort, wo du eigentlich hingehörst, weißt du das?“ Dabei hatte er oft diesen traurigen Blick im Gesicht und manchmal auch feuchte Augen. Doch wer sollte sie so sehr vermissen? Warum war Henry so traurig darüber? Und wohl die wichtigste Frage von allen: Wo gehörte sie seiner Ansicht nach eigentlich hin?

Sie sah wieder auf die Uhr. Fünf Minuten bis Mitternacht.

Sie würde gleich pünktlich schließen, doch ihre Gedanken kreisten immer noch um Henrys Worte. Sie arbeitete schon in dieser Bar, so lange sie denken konnte. Sie wüsste auch keinen Ort außer Hyperion Heights, an den sie je zurückkehren könnte, weil sie nie woanders war. Und doch war da dieses Gefühl, dass ihr irgendetwas fehlte.

Drei Minuten.

Sie sah wieder zu ihrem Kalender und auf die Nachricht, welche der Schrift nach zu urteilen eine Frau geschrieben hatte. Würde sie noch kommen oder war das alles nur ein übler Streich?

Zwei Minuten.

Und was sollte dieses Herz? Sie hatte nie auch nur einen Gedanken verschwendet, mit einer Frau anzubandeln. Oder war es doch ein Mann mit sehr femininer Schrift? Ein geheimnisvoller Liebhaber, welcher sie aus der Ferne beobachtete und kennen lernen wollte?

Eine Minute.

Roni schnaubte über ihre eigenen Gedanken. Jahrelang hatte sich niemand außer Samdi für sie interessiert und er war lange fort. Sie ergriff ihre Jacke und Handtasche und ging zur Tür. Egal ob Mann oder Frau; wenn er oder sie jetzt nicht gekommen war, würde auch in letzter Minute nichts mehr passieren. Sie ging in Richtung Ausgang und kramte in der Tasche nach dem Schlüssel, um abzusperren, als die Tür auch schon hastig aufgerissen wurde und jemand stürmisch in Roni hereinrannte, sodass sie das Gleichgewicht nach hinten verlor und gefallen wäre, hätte die Fremde nicht ihren Arm ergriffen und den Sturz abgefangen.
„Tut mir leid, bin zu spät! Ich wurde aufgehalten!“
Roni besah die Frau von oben bis unten. Sie hatte wilde, blonde Locken, war dezent geschminkt und grinste sie neckisch an. Sie trug eine rote Lederjacke, darunter ein helles Shirt und löchrige, hautenge Jeans, welche ihre schlanke Figur betonten. Sie hatte etwas vertrautes an sich doch so sehr Roni sich auch bemühte – sie erinnerte sich nicht, sie je schon mal hier gesehen zu haben.
„Oh, ich sehe schon, du hast gedacht, ich hätte dich versetzt.“
Roni erwachte aus ihrer Trance. „Sie haben diese Nachricht in meinen Kalender gekritzelt?“
Die Frau grinste verschmitzt. „Yep. Das war deine Idee. Damit du immer auf dem Schirm hast, dass dich heute jemand besucht. Auch wenn du dich nie erinnerst, wer. Und? Hast du noch Zeit für einen Drink?“
Roni war vollkommen perplex über ihre lockere, vertraute Art. Sie redete mit ihr, als wären sie alte Freunde.
„Ich… wollte eigentlich gerade absperren. Sie sollten demnächst etwas früher kommen.“
„Ach, komm schon. Ich erkläre dir gleich alles in Ruhe, dann wirst du es auch verstehen. Und mich erkennen.“
So sehr Roni sie auch am liebsten einfach stehen gelassen hätte, sie war viel zu neugierig auf diese geheimnisvolle Fremde. Somit trat sie einen Schritt zur Seite und ließ sie eintreten, ohne den misstrauischen Blick von ihr abzuwenden.
Die Frau setzte sich an das äußere Ende der Theke, Roni folgte ihr langsam und trat dahinter. Unbeirrt grinste die Blonde sie an. Viel mehr noch – sie musterte Roni regelrecht von oben bis unten.
„Was ist?“
„Weißt du eigentlich, wie heiß du in diesem Sexy-Bartender-Look aussiehst?“
Ungläubig starrte Roni sie an, eine verlegene Röte stieg ihr ins Gesicht. „Entschuldigen Sie, aber was erlauben Sie sich?”, stammelte sie. “Und wer sind Sie überhaupt, dass sie sich so aufführen, als würden wir uns schon ewig kennen?!“
Die Frau sog scharf die Luft ein. „Das kann ich dir leider nicht sagen. Wir haben die Abmachung, dass du meinen Namen nicht erfahren sollst. Aber du hast recht, das war echt blöd von mir. Eigentlich sitze ich auch immer schon eine Stunde vor Ladenschluss hier, bis wir uns dann einen letzten Drink genehmigen. Das war irgendwie ungezwungener. Aber sei's drum.“
Roni lachte ungläubig auf. „Es tut mir leid, Miss, aber ich glaube, sie verwechseln mich mit jemand anderem. Ich habe Sie noch nie in meinem Pub gesehen.
„Oh doch, das hast du. Und mehr als einmal. Und gleich wirst du dich auch erinnern.“ Sie zog ein Fläschchen mit einer klaren Flüssigkeit aus der Jacke und stellte es auf der Theke ab. „Also. Wonach steht dir heute der Sinn?“
„Was ist das?“, fragte Roni, auf das Fläschchen deutend.
„Was zum Aufpeppen. Nehmen wir Whiskey? Du meintest, damit wäre der Nachgeschmack am erträglichsten.“
Zögerlich stellte Roni zwei Whiskey-Gläser auf den Tisch, füllte ein paar Eiswürfel hinein, nahm die halbleere Flasche aus dem Regal und schenkte jedem einen Schluck des bräunlichen Getränks ein. Die Fremde entkorkte das Fläschchen und gab einen kleinen Schuss in Ronis Glas.
„Jetzt schau nicht so misstrauisch. Wollte ich dich vergiften oder betäuben, hätte ich es dir nicht so offen gezeigt.“ Sie verlor das Grinsen nicht, als sie ihr das Glas reichte und mit ihr anstoßen wollte.
„Und warum haben Sie dann nichts in Ihr eigenes Glas getan?“, fragte die Brünette zurecht mit mulmigem Gefühl.
„Na, weil ich schon alles weiß. Und weil ich keinen unbegrenzten Vorrat habe, das ist alles, was du mir gegeben hast.“
Roni weitete die Augen. „Sie haben das von mir bekommen?“
„Ja, du hast es damals extra für unsere Treffen gebraut. Ich kann sowas nicht. Nun trink, sonst liest du mir gleich wieder die Leviten, weil ich zu viel mit Roni rede.“
Ungläubig schüttelte sie den Kopf, kam aber nicht umhin, das Glas zu erheben und der Frau zuzuprosten, zu groß war ihre Neugier. Sie nippte an ihrem Whiskey, schluckte und verzog leicht das Gesicht, hatte diese Tinktur doch einen ziemlich herben Nachgeschmack. Einen Moment lang geschah nichts, sie suchte den Blickkontakt der Blonden, welche sie nun erwartungsvoll anstarrte.
“Nun, ich weiß nicht, was sie sich erhofft hatten, aber...” Plötzlich war ihr, als bewegte sich der Boden der Bar ein wenig, ihr Blickfeld verschwamm vor ihren Augen und in ihrem Kopf begann es sich, zu drehen. Sie stützte sich auf dem Tresen ab. “Was... haben Sie mir da...”
“Geduld, Liebling... es ist gleich vorbei”, hörte sie die Frau sagen und es hallte unangenehm in ihrem Kopf wider. Auf einmal schoss ein scharfer Schmerz durch ihre Schläfen, sie wimmerte und wich zurück, stieß mit dem Rücken leicht an ihr Regal. Tausend Gedanken und Erinnerungen schossen ihr gleichzeitig durch den Kopf, ihr war, als würde er gleich platzen. Dann auf einmal war alles vorbei. Sie atmete stoßweise und unregelmäßig.
Dann blickte sie zurück zu der Frau, die sie aufgeweckt hatte. Diese lächelte sie mit Tränen in den Augen an.
“Willkommen zurück, Regina.”
“Emma... Emma!”
Sofort rannte sie um die Theke herum, Emma war aufgestanden, wurde jedoch von Regina so stürmisch zur Begrüßung geküsst, dass sie den Barhocker mit ihrem Bein umstieß, doch in diesem Moment war beiden alles um sie herum egal. Zu viel Sehnsucht lag in diesem Kuss, hatten sie sich doch so lange nicht mehr gesehen, berührt, gespürt. Dann brach Regina den Kuss ab und schloss die Retterin fest in die Arme.
“Ich habe dich so sehr vermisst!”
“Und ich erst. Ich erinnere mich immerhin die ganze Zeit. Du nur, wenn ich dich wecke.”
Regina löste die Umarmung, legte ihre Hände auf Emmas Wangen, schüttelte ungläubig lächelnd den Kopf und sah ihr tief in die Augen.
“Was ist?”, fragte Emma, welche das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekam und strich ihrer Herzdame eine lockige Strähne hinters Ohr.
Regina schmunzelte erleichtert. “Ich bin einfach nur froh, dass du da bist. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor.”
“Es waren drei Monate diesmal. Du wolltest erst mal etwas mehr Zeit dazwischen, da Roni sich beim letzten Mal an Emmas Gesicht erinnert hat.”
“Stimmt... da war was. Du flirtest einfach immer zu viel mit ihr”, sagte Regina gespielt eifersüchtig. “Sie ist einsam und allein, das trägt nicht zum Vergessen schöner Frauen bei.”
“Es tut mir leid”, lachte Emma. “Aber es macht mir einfach zu großen Spaß, sie aus dem Konzept zu bringen. Ich würde sie am liebsten jeden Tag neu kennen lernen.”
Regina schubste sie spielerisch von sich weg. “Wehe, du gehst mir irgendwann mit ihr fremd.”
“Das würde ich mich niemals wagen. Roni ist süß, ziemlich heiß... aber mein Herz gehört nur Regina.”
Und mit diesen Worten versanken sie wieder in einem zärtlichen Kuss. Emmas Hände wanderten von Reginas Taille hinab zu ihren Hüften und zog sie dichter an ihre eigenen heran. Regina seufzte lüstern in den Kuss hinein und vergrub ihre schlanken Finger in Emmas Haaren. Der Kuss wurde intensiver, fordernder. Schließlich zog Emma ihre Lippen zurück und legte ihre Stirn auf Reginas. Beide hatten die Augen geschlossen und genossen diesen Augenblick der Nähe sichtlich.
Dann seufzte Regina. “Wo warst du so lange? Wie geht es den anderen?”
“Darüber können wir später noch reden, Liebste... Der Trank wirkt nicht ewig. Wir sollten jetzt besser zu dir nach Hause gehen. Wenn wir noch länger hierbleiben, kann ich nicht garantieren, dich nicht jetzt und hier auf der Theke flachzulegen...”
Regina lachte amüsiert auf. “Deine Wortwahl, Miss Swan... du vergisst immer wieder, dass ich eine Königin bin. Ich will erobert werden, nicht einfach nur flachgelegt.”


***


Keuchend und stoßweise ging Reginas Atem, als ihr Körper unter Emmas verwöhnenden Fingern zu beben begann. Sie lag auf dem Rücken, den Oberkörper hochgestemmt, die Augen geschlossen und sich auf die Unterlippe beißend, um ihre lasziven Laute etwas abzudämpfen, was ihr sichtlich immer schwerer fiel. Mit einer Hand griff sie sich nun in das dunkle Haar, bewegte ihre Hüften Emmas Fingern rhythmisch entgegen und warf den Kopf in den Nacken, war sie doch kurz davor, völlig den Verstand zu verlieren.
Emma sah zu ihr hoch, betrachtete den lüsternen Ausdruck ihrer Freundin und grinste verschmitzt. Dann beschleunigte sie ihr Tun, was Regina erneut aufkeuchen ließ. Ihr Atem wurde mit Emmas Bewegungen schneller, als sie ihren Oberkörper auch schon fallen ließ, sich in die Laken krallte und sich laut stöhnend aufbäumte. Ihr gesamter Körper vibrierte förmlich, als sie sich ihrem Höhepunkt entgegenbewegte und ihn dann mit einem lauten, ungehemmten Aufschrei empfing. Emma lächelte zufrieden, streichelte Regina nun sachter, doch gefühlvoll, ihr Körper zuckte und wand sich noch immer in den Nachbeben ihres Liebesspiels.
Erst als ihr Atem wieder ruhiger und flacher wurde, beugte Emma sich über sie und verschloss ihre Lippen mit einem zärtlichen Kuss. Regina schlang sofort die Arme um die Retterin, zog sie fest an sich, sodass diese ihr wild schlagendes Herz spüren konnte. Emma grinste in den Kuss hinein und ließ sich neben ihrer Königin fallen. Regina schmiegte sich dicht an sie und vergrub ihr Gesicht in Emmas Halsbeuge.

“Ich liebe dich...”, hauchte sie der Blonden sachte und zittrig ins Ohr, sodass es dieser eine Gänsehaut bescherte.
“Und ich dich erst. Ich vermisse deine Nähe jeden Tag mehr”, sagte Emma traurig.
“Ich wünschte auch, wir könnten uns öfter sehen, aber...”
“Hey, es war dein Plan, als Roni in Hyperion Heights weiter zu leben. Ich wünschte, du würdest zurück nach Storybrooke kommen."
Regina schnaubte verächtlich. “Um dir und Captain Lidstrich jeden verdammten Tag beim Turteln zuzusehen, während ich in meiner Arbeit als Bürgermeisterin versinke? Nein danke, Emma. Das Leben als Roni ist gar nicht so schlecht wie du vielleicht denkst. Die Bezahlung könnte nur deutlich besser sein.”
Emma seufzte tief. “Es tut mir leid, Regina. Ich weiß, dass das alles meine Schuld ist. Aber ich muss auch an Hope denken. Er ist schließlich ihr Vater.”
Regina stemmte sich hoch und sah in Emmas grüne Augen. „Du liebst ihn noch, habe ich recht?“ Ihre Stimme war brüchig.
„Nicht so sehr, wie ich dich liebe.“
„Falsche Antwort, Miss Swan.“ Sie drehte sich weg von Emma und setzte sich auf die Bettkante, das Gesicht in den Händen vergraben. „Und genau das ist der Grund, weshalb ich nicht zurückkommen kann. Ich halte deinen Spagat zwischen ihm und mir einfach nicht aus. Und es macht nicht nur mich fertig. Selbst als Roni spüre ich seit einiger Zeit so eine Leere in mir. Ich denke nicht, dass der Zauber lange standhält, wenn sie sich irgendwann dauerhaft an dich erinnert. Und das will ich um jeden Preis vermeiden, es war eine Höllenarbeit, diesen Fluch zu rekonstruieren.“
Emma wusste, dass sie nur die Starke spielte, doch in Wirklichkeit war sie tief verletzt. Sie kroch zu ihr, legte ihre Arme von hinten um ihre Taille und bettete ihr Kinn auf Reginas Schulter.
„Ich kann mir nicht vorstellen, wie schlimm das für dich sein muss. Ich meine, ich erinnere mich die ganze Zeit, aber du führst ein komplett anderes Leben. Ohne Erinnerungen an dein altes. Und trotzdem scheinst du furchtbar darunter zu leiden.“
Regina lehnte sich ihr entgegen und zwei Tränen rollten ihre Wangen hinab. „Es ist härter als du denkst, Emma. Ich mag keine Erinnerungen haben, doch ich bin trotzdem allein. Roni ist lange nicht mehr so offen wie früher und leidet unter Bindungsängsten. Ich befürchte, dass unsere heimlichen Treffen einen erheblichen Teil dazu beitragen. Und jedes Mal, wenn du mich aufweckst, kommen die ganzen Emotionen auf einmal hoch, die ich aus Ronis Leben aussperre.“ Ein leiser Schluchzer entwich ihrer Kehle.
Emma zog sie fester an sich. „Hey, bitte weine nicht. Ich weiß, dass ich eine Idiotin bin. Ich werde alles klären, damit wir endlich zusammen sein können, das verspreche ich dir. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das anstellen soll.”
Regina drehte sich zu ihr um und sah sie mit verweinten, aber entschlossenen Augen an. “Dann wirst du dir entweder schnell etwas einfallen lassen müssen oder du kommst mich sehr viel seltener besuchen. “ Regina griff in Emmas Jacke, welche neben dem Bett auf einem Stuhl hing und zeigte ihr das Fläschchen mit dem Zaubertrank. “Dieser Trank reicht nur noch für eine Anwendung. Regle deine Angelegenheiten, bevor du mich das nächste Mal aufsuchst, denn du wirst keinen weiteren von mir bekommen. Wenn du bei deinem nächsten Besuch immer noch mit Hook zusammen bist, werde ich danach Roni bleiben. Wenn du dich getrennt hast, trinke ich einen Trank, um den Zauber zu brechen. Doch ich sage dir nicht wo er ist und Roni weiß es ebenfalls nicht.”
Emma sah sie mit offenem Mund an, konnte nicht glauben, was Regina da sagte. “Du stellst mir ein Ultimatum? Ich dachte, du liebst mich!”
“Eben drum, Emma. Ich liebe dich so sehr, dass ich es nicht ertrage, wissentlich von dir getrennt zu sein. Ich will keine zweite Wahl mehr sein oder ein gelegentliches Abenteuer. Wir treffen uns jetzt seit über einem Jahr auf diese Weise und ich habe es satt. Wenn du dich also nicht entscheiden kannst, dann lass mich einfach weiter Roni sein und du kannst weiter mit deinem Piraten deine Tochter großziehen. Wenn du mich aber wirklich liebst, weißt du, was du zu tun hast.”
Emma schluckte schwer und nickte. “Ich denke ohnehin nicht, dass ich es noch viel länger geheim halten kann. Killian scheint etwas zu ahnen. Er sieht mich immer so seltsam an, wenn ich sage, dass ich dich besuchen fahre. Und gestern hat er mich noch versucht, auszufragen. Deshalb die Verspätung.”
“Vielleicht wäre es besser, reinen Tisch mit ihm zu machen, bevor er es selbst herausfindet. Das könnte euch eine Menge ersparen.”
“Dass ich ihn seit Monaten mit dir betrüge? Ich denke, ihm das ohne Stress beizubringen, ist unmöglich.”
Regina nickte. “Das mag sein. Mich kümmert es auch nicht, wie viel du ihm sagst. Meinetwegen kannst du unsere Bettgeschichten für dich behalten. Ich will nur, dass du endlich zu mir stehst. Nur zu mir. Und wenn du das nicht kannst, weißt du, wo die Tür ist.”
Nun schluchzte auch Emma und konnte ihre Tränen nicht mehr einhalten. “Was wird dann aus Hope?”
“Dasselbe, was auch aus Henry geworden ist. Ein wundervolles Kind. Ich erwarte nicht, dass du Hook den Kontakt zu ihr verwehrst. Ihr seid ihre Eltern. Alles was ich will ist, dass du nicht mehr das Bett mit ihm teilst. Wenn du mich liebst, dann beweise es mir.”
Emma nickte schwach. “Du hast recht. Ich muss endlich aufhören, davonzulaufen. Ich will mit dir zusammen sein. Und wenn ich nur um Hopes Willen bei Hook bleibe, ist das nicht der richtige Weg.”
Regina lächelte sie an, legte eine Hand auf Emmas Wange und führte ihr Gesicht zu ihr, sodass sich ihre Lippen erneut trafen, wenn auch nur kurz. “Du... wirst schon das Richtige tun. Und wenn nicht... dann werde ich mich nicht daran erinnern...” Ihre Stimme brach ab.
Emma zog sie fest in ihre Arme. “Vertrau mir. Ich werde alles richten, bis wir uns das nächste Mal sehen. Dann können wir endlich zusammen sein. In Storybrooke bei unserer Familie.”
Sie küssten sich erneut leidenschaftlich, mit jedem Augenblick gewann diese Geste an Gefühl und beide seufzten erleichtert in den Kuss hinein. Dann sahen sie sich intensiv an, das Braun von Reginas Augen versank in Emmas grünen.
“Hör zu...”, flüsterte Emma, “der Trank wirkt nur noch ein paar Stunden. Wir... sollten die Zeit nutzen. Und zwar werde ich dir zeigen, wie sehr ich dich will.”
Regina grinste breit. “Und ich werde dir zeigen, auf was du verzichten würdest, solltest du doch einen Rückzieher machen”, sagte sie verführerisch heiser und griff Emma fest in den Schritt, sodass diese scharf die Luft einsog und vergnügt auflachte.


***


Als Roni am nächsten Morgen die Augen aufschlug, war sie allein. Sie richtete sich auf, sah sich verwundert um und fuhr sich mit der Hand durch ihr völlig zerzaustes Haar. Ihr Bett sah aus, als hätten wilde Tiere darin gewütet und sie selbst hatte nichts am Körper. Und obwohl sie glaubte, nicht viel geschlafen zu haben, fühlte sie sich erfrischt wie schon lange nicht mehr. Fast als hätte sie... aber das konnte nicht sein. Und mit wem? So viel hatte sie doch gar nicht getrunken.
Sie versuchte die letzte Nacht zu rekonstruieren, doch alles war verschwommen, als sie sich um Mitternacht entschieden hatte, die Bar zu schließen, da ihr geheimnisvoller Kontakt aus dem Kalender nicht erschienen war. Oder vielleicht doch? Alle Anzeichen sprachen dafür. Hatte ihr jemand etwas in den Drink gemischt?
Roni checkte ihr Apartment, doch nichts deutete darauf hin, dass jemand es gewaltsam betreten oder verlassen hätte. Auch hatte niemand sie bestohlen. Trotzdem war das alles sehr merkwürdig. Wie war sie gestern überhaupt nach Hause gekommen? Und warum fühlte sich ihr ganzer Körper so an, als hätte sie eine verdammt heiße, erfüllende Nacht hinter sich?
Sie sah auf die Uhr und bekam einen kleinen Schreck. Es war bereits eine Stunde vor ihrem Schichtbeginn. Hastig legte sie sich neue Kleidung raus und verschwand in der Dusche. Eins wusste sie in jedem Fall, das sagte ihre Körpersprache: sollte sie die Nacht mit jemandem intim geworden sein, war es nicht gegen ihren Willen geschehen.

Fünf Minuten zu spät betrat Roni ihre Bar und entschuldigte sich bei Remy, den sie nun etwas zu spät in seinen wohlverdienten Feierabend entließ.
“Wow, Roni. Du siehst heute fantastisch aus!”, sagte Henry, welcher an der Theke saß mit einem vielsagenden Blick.
Roni lächelte verlegen, eine zarte Röte stieg ihr in die Wangen. “Danke dir. Das entschuldigt aber nicht meine Verspätung.”
“Wenn nicht das, was dann?”, lachte Remy und sie stimmte ein, dann verließ er die Bar.
Roni band sich ihre Schürze um die Hüften und richtete noch schnell etwas ihre Frisur.
“Oh, ehe ich es vergesse", begann Henry und sah von seinem Laptop auf. “Das hat jemand vor ein paar Stunden für dich abgegeben.” Er gab ihr einen Brief, auf dem in schöner, geschwungener Schrift ihr Name stand und sofort kam ihr diese Schriftart bekannt vor.
“Wer hat dir das gegeben?”
“Eine Frau, blonde Haare, rote Lederjacke... sagt dir das was?”
Roni schüttelte verständnislos den Kopf. “Nein, keine Ahnung.” Doch sie blickte reichlich nachdenklich drein.
Henry nickte verstehend. “Ah. Sie hat dir also die Notizen in deinem Kalender hinterlassen?”
“Ich habe keine Ahnung, aber es scheint fast so”, murmelte Roni, als sie die Schriften miteinander verglich.
Henry musterte sie eindringlich und sie wurde das Gefühl nicht los, dass er irgendetwas über diese geheimnisvolle Frau wusste. Allerdings sagte er nichts.
“Hast du... nichts zu tun?”
“Ähm, doch, klar. Ich bin sehr beschäftigt mit... meinem Podcast! H-Town, weißt du noch?”
Roni hob eine Augenbraue hoch. “Warst du damit nicht durch?”
“Ich arbeite an einer Fortsetzung.”
“Soso.” Roni war nicht überzeugt.
Henry schielte wieder zu ihr herüber, als sie sich abwandte. “Willst... du ihn nicht lesen?”
“Was?”
“Na, den Brief.”
“Vielleicht nach meiner Schicht. Ich habe zu tun.”
“Ich würde dir empfehlen, ihn sofort zu lesen.”
Jetzt wurde sie doch misstrauisch. Es war doch sonst nicht Henrys Art, sich in ihre Privatangelegenheiten einzumischen. “Was weißt du darüber?”
“Nichts. Aber ich bin neugierig. Du schienst es ihr angetan zu haben. Jetzt lies ihn schon.”
Roni zögerte einen Moment, dann nahm sie den Umschlag, öffnete ihn, faltete das Blatt Papier auseinander und las die in feinen Lettern geschriebenen Zeilen.


Liebste Roni,
ich weiß, du wirst dich an die letzte Nacht nicht erinnern, aber ich dafür umso mehr.
Ich war es, die dir die Notizen im Kalender hinterlassen hat.
Eine gemeinsame Freundin von uns würde mir vermutlich den Hals umdrehen, wenn sie von diesen Zeilen wüsste, doch ich finde, es war längst an der Zeit.
Ich möchte, dass du weißt, dass ich dich über alles liebe, auch wenn du dich am Folgetag unserer Treffen nie an diese erinnert hast. Oder an mich.
Ich will nur, dass du eines weißt: Die Leere, die du in dir spürst, ist allein durch mich verursacht. Doch nun bin ich endlich bereit, das Loch in deinem Herzen zu füllen.
Wirf noch einen letzten Blick auf deinen Kalender. Danach wirst du ihn nicht mehr brauchen.
Denn heute Abend werde ich dich zurückholen. Und dann wirst du dich endlich an mich erinnern.
In Liebe,
Emma


Roni wusste nicht warum, aber eine Träne löste sich von ihren Wimpern und landete auf dem Brief. Es war, als würde sich ein lang ersehnter Traum endlich erfüllen. Obwohl sie nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wovon in diesem Brief die Rede war. Oder wer ihn überhaupt geschrieben hatte.
Henry grinste nur stumm über Ronis Reaktion und widmete sich dann wieder seinem Laptop, ohne dass sie Notiz davon nahm.
Sie faltete den Brief wieder zusammen und atmete einmal tief durch. Dann wischte sie sich eine weitere Träne weg und wandte sich ihrem Kalender zu – und tatsächlich. Genau am Folgetag, also heute, stand eine weitere Nachricht:

Warte auf mich. Ein letztes Mal. ♡

Und sie konnte nicht anders, als darüber zu lächeln. Was auch immer dies zu bedeuten hatte – ihr Unterbewusstsein wusste, dass nun alles gut werden würde.
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